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(Gestern, 19:41)Nightwatch schrieb: [ -> ]Um mich zu widerholen: Kann er nicht, er steht am Fahrzeug und hat keine Möglichkeit rechtzeitig in Erfahrung zu bringen, dass die Dame nach links weg von ihm ausbrechen will.

Ich möchte mich gar nicht zu sehr in diese Diskussion einmischen, aber wenn der Schütze vor dem Fahrzeug steht und sieht, dass die Dame nach dem Zurückstossen das Lenkrad nach rechts kurbelt, was wohl kaum übersehen werden kann, dann wird das Fahrzeug weder geradeaus noch nach links fahren. Sie ist nach rechts weg gefahren (aus Sicht der Fahrerin) und der Schütze stand etwa vor dem linken Scheinwerfer.
(Gestern, 19:41)Nightwatch schrieb: [ -> ]Kann er nicht, er steht am Fahrzeug und hat keine Möglichkeit rechtzeitig in Erfahrung zu bringen, dass die Dame nach links weg von ihm ausbrechen will. Aus seiner Sicht im Moment der Schussemntscheidung hätte sie genausogut nach rechts oder geradeaus fahren können.
Mit etwas gesundem Menschenverstand und einem Mindestmaß an Erfahrung aus dem polizeilichen Einsatz, hätte er sehr wohl eine realistische Einschätzung dazu treffen können.
Er sieht, dass sein Kollege die Frau bedrängt - ob zurecht oder nicht, ist dabei unerheblich. Es muss für ihn klar erkennbar gewesen sein, dass sich die Fahrerin in einer potentiell Panik-verursachenden Situation befand.
Er sieht dann, dass das Fahrzeug daraufhin kurz zurücksetzt und nach links einschlägt, um daraufhin anzuhalten, und in die Gegenrichtung zu fahren. Warum sollte er davon ausgehen, dass die Frau erst links einschlagend zurücksetzt, um dann ebenfalls links einschlagend Gas zu geben, wodurch sie nicht hätte entkommen können? Hätte sie ihn anfahren wollen, hätte sie gleich geradeaus fahren können, statt erst zurückzusetzen. Natürlich konnte er das nicht sicher wissen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass sie nicht einfach nur vor seinem Kollegen fliehen wollte, tendierte gegen Null, was er durch eine professionelle Situationsanalyse auch binnen Sekundenbruchteilen hätte realisieren können und als Polizist sogar müssen.

Es ist der verdammte Job eines jeden Polizisten, Extremsituationen korrekt zu bewerten und entsprechend zu handeln!
Zitat:Wir diskutieren darüber nur, weil wir mehr Informationen haben als der Schütze im Moment der Schussentscheidung.
Bei Mangel an Informationen sollte also im Zweifelsfall lieber direkt geschossen werden?
Zitat:Wäre die Dame von Schützen aus gesehen anstatt nach links nach rechts oder geradeaus gefahren und hätte den Schützen überollt wäre die Diskussion darüber im nachhinein ganz anders. Für den Schützen im Moment der Schussentscheidung macht das aber keinen Unterschied.
Er musste die Gefahr anhand der ihm vorliegenden Informationen bewerten und danach entscheiden. In jedem Fall wäre es ihm möglich gewesen, der persönlichen Gefahr durch Ausweichen zu begegnen. Er hat sich anders entschieden und das war eine Fehlentscheidung. Und zwar eine, die ein Polizist so nicht treffen darf. Es darf immer nur die mindestens erforderliche Gewaltanwendung erfolgen, die in einem angemessenen Verhältnis zur Situation steht. Und ganz egal, wie viel er von der eigentlichen Situation mitbekommen haben sollte, in keiner Variante wären tödliche Schüsse ein angemessenes Mittel gewesen, der realen Gefahr zu begegnen.
Zitat:Du argumentierst so weil das Fahrzeug danach weiter gefahren ist. Das kann der Schütze im Moment der Schussentscheidung nicht voraussehen.
Das ist einfach falsch. Es ist vollkommen klar, welchen Einfluss die Tötung eines Autofahrers auf den anzunehmenden Kurs des Fahrzeugs haben wird: Einen unkontrollierbaren, unvorhersehbaren. Bei einem lebenden Fahrer kann man sehr viel verlässlicher einschätzen, wie er sich verhalten wird, als dass man abschätzen könnte, wie der Körper auf einen Kopfschuss reagieren wird.

Das Erschießen eines Autofahrers bringt ihn nicht unter Kontrolle, sondern nimmt ihm lediglich die Möglichkeit, aktiv zu handeln, so dass man ihn in der Folge unter Kontrolle bringen kann.
Zitat:Die Schussabgabe war in diesem Moment die einzige Aussichtsreiche Möglichkeit den wahrgenommenen Angriff mit dem Fahrzeug zu stoppen.
Nein, definitiv nicht. Das Fahrzeug als Tatwaffe des vermeintlichen Angriffs unterliegt physikalischen Grenzen, die den möglichen Angriffsablauf erheblich einschränken. Es bestand also die einfache Möglichkeit, dem Angriff auszuweichen, weil die Fahrerin sich nicht über den begrenzten Wendekreis ihrer "Waffe" hinwegsetzen kann. Und damit wäre der Angriff erstmal beendet gewesen. Deshalb gilt: ein Schuss kann in dieser Situation nur gerechtfertigt werden, um Folgeeffekte zu verhindern, nicht aber um den unmittelbaren Angriff auf den Schützen abzuwehren, denn der hätte durch ein sehr viel weniger tödliches Vorgehen abgewendet werden können.
Zitat:Ein besserer Treffer und die Frau drückt kein Gaspedal mehr durch.
Als ob man das als Schütze in einer derart dynamischen Situation von außen hinreichend beeinflussen könnte.
Zitat:Das ist sicherlich korrekt, jedoch irrelevant. Der Beamte muss sich nicht überfahren lassen, auch wenn er da taktisch gesehen nicht stehen sollte.
Es sagt ja auch keiner, dass er hätte sich hätte überfahren lassen müssen, sondern dass er nicht hätte schießen dürfen. Es ist einfach nicht richtig, dass der Schusswaffengebrauch hier eine geeignetes und angemessenes Mittel war, um die Gefährdung zu beenden, völlig egal, wer diese Gefährdung verursacht hat oder Mitschuld daran trägt.

Es macht eine solche Fehlreaktion des Schützen aber zunehmend problematischer, wenn er sich erst selbst durch eigenes Fehlverhalten in die Situation gebracht hat, in der er dann auch noch falsch reagiert hat. Und das wird auch nicht besser dadurch, dass sein Kollege das mit verschuldet hat, indem er eine Eskalation provozierte, ohne auf die daraus hervorgehende Gefährdung seines Kollegen Rücksicht zu nehmen und diesen vielleicht zuvor zu informieren, wie er vorzugehen gedenkt.
Es ist das absolute A&O in solchen Situationen, dass sich die beteiligten Sicherheitskräfte koordinieren und jeder immer weiß, was der andere tut, um sich darauf einstellen zu können.
Zitat:Die Situation entwickelte sich dynamisch binnen Sekunden und ich kenne den Vorlauf nicht. So isoliert kann ich nicht beurteilen ob das Rumgeturne an der Fahrertür so fürchterlich falsch war. Es sieht sicherlich unprofessionell aus.
Natürlich war es falsch. Wenn du dich einem Fahrzeug mit offenem Fahrerfenster in dieser Art näherst, dann musst du dir darüber bewusst sein, welche Reaktionen das auslösen kann. Und die allererste Annahme dazu wäre, dass die Fahrerin Gas geben könnte. Also entweder will ich, dass sie wegfährt, dann versuche ich nicht, ihre Tür zu öffnen, oder ich will sie festsetzen, dann sorge ich zuerst dafür, dass sie nicht wegfahren kann. In keinem denkbaren Szenario könnte es richtig sein, die Frau zu bedrängen, während mein Kollege vor ihrer Motorhaube herläuft! Das ist in der positivsten Lesart schiere Dummheit!
Zitat:Aber das rechtfertigt nicht das Verhalten der Dame im Fahrzeug.
Rechtfertigen mag nicht der richtige Begriff sein, es macht es aber in jedem Fall nachvollziehbar und erwartbar. Und das muss ein Polizist wissen und in seine Entscheidungen einbeziehen.
Zitat:Das eben halt nicht, die Situation wurde maßgeblich durch das Verhalten der Fahrerin im Vorfeld (auch eingedenk so mancher Zeugenaussage dazu) erzeugt und dann konkret durch ihren Fluchtversuch (durch den Schützen korrekt als Angriff wahrgenommenen) eskaliert.
Ich weiß nicht, welche Zeugenaussagen du meinst, aber es gibt wohl u.a. auch Zeugen, die berichten, dass sie von zwei ICE-Agents widersprüchliche Anweisen (Wegfahren/Aussteigen) zugerufen bekam. Insofern würde ich Zeugenaussagen vorerst außen vor lassen und mich nur an die Videoaufnahmen halten.

Davon ab ist es absurd, die Fluchtreaktion als bewusste Eskalation darzustellen. Der Agent hat sich entschieden, die Situation durch sein Vorgehen zu eskalieren. Die Fahrerin hat mit ihrer Flucht darauf reagiert. Das stellte zwar auch eine Eskalation der Lage dar, jedoch keine selbstbestimmte, sondern eine getriebene. Die Eskalation der Lage ging also nicht initiativ von der Frau aus, sondern von dem Agent.
Zitat:Nur weil die Beamten da taktisch dumm agieren erwächst ihr daraus nicht das Recht bei Durchbruch jemanden (beinahe) über den Haufen zu fahren
Natürlich nicht. Aber das ändert nichts daran, dass die Agents mit ihrer inkompetenten Vorgehensweise die Eskalation der Situation aktiv verursacht haben und einen erheblichen Anteil der Schuld am Tod der Frau zu verantworten haben, auch wenn diese selbst eine gewisse Mitschuld tragen mag, da sie evtl. ursprünglich nicht dort hätte stehen dürfen und im weiteren Verlauf eine Fehlentscheidung getroffen haben mag, vmtl. in Panik.
Zitat:taktisches Ungeschick hebt auch nicht das Recht der Beamtena auf, sich gegen wahrgenommene Angriffe mit tödlicher Gewalt zu wehren.
Natürlich nicht, nur ist die Rechtmäßigkeit des Einsatzes tödlicher Gewalt eben gebunden an bestimmte Voraussetzungen, insbesondere die Verhältnismäßigkeit. Außerdem wirft das eigenen Verursachen von Gefahrensituationen ein besonders schlechtes Licht auf deren Beendigung durch tödliche Waffengewalt.

Frei nach South Park: Es kommt direkt auf uns zu!!!
Zitat:Ich sehe in ihren Verhalten keinen Hinweis darauf, dass sie vorgehabt hat den Schützen zu überfahren. Ich denke, dass sie ihn überhaupt nicht wahrgenommen hat. Aber das spielt keine Rolle wenn wir die Situation aus Sicht des Schützen im Moment der Schussnentscheidung beurteilen. Er kann in diesem Moment nicht in der Kopf der Frau schauen.
Zu einem gewissen Maß kann und muss er das aber. Psychologie und Menschenkenntnis sind wichtiger Teil der Polizeiarbeit.
Zitat:Bei der Gegenseite ist es wiederrum weit verbreitet, ICE bei ihren (völlig legalen) Einsätzen nach Kräften zu behindern. Die Getötete stammt soweit ich das überblicke sogar aus einen anderen Bundesstaat und hielt sich nur dor auf um Stress zu machen.
Da sind wir wieder bei der unklaren Quellenlage, aber meine Information ist die, dass die Frau vor kurzem dort hin gezogen sei und zuvor noch ihren Sohn an der Schule abgesetzt habe. Keine Ahnung, welche Darstellung stimmt, aber das tut halt auch nicht wirklich was zur Sache.
Zitat:Am Ende des Tages ist es eine bedauernswerte Epsiode, die va Gouverneur Waltz in seinem Betrugsskandal helfen ... wird.
Spock

Der Moment, in dem er die Waffe zieht, die Räder waren da schon wieder gerade ausgerichtet und drehten sich weiter nach rechts:
[Bild: pTRBnwP.jpeg]
Der Moment, in dem sie ihn passiert und er den ersten Schuss abgibt, man beachte die Positionierung des Schützen neben der Motorhaube:
[Bild: NlaaOir.jpeg]
Der zweite Schuss, jetzt schon aus deutlicher Distanz von der Seite:
[Bild: kOlUVaA.jpeg]
Und der dritte von halb hinten, spätestens da war die Gefahr, überfahren zu werden offensichtlich eingedämmt:
[Bild: qD4ruLo.jpeg]
(Screenshots im WHQ geklaut vom Nutzer MamaPapaZombie)

Um das nochmal hervorzuheben: Der erste Schuss fiel erst, als der Schütze sich bereits neben dem Fahrzeug auf Höhe der Motorhaube befand. Das ist in dem von EuropeanMind verlinkten BBC-Beitrag klar zu erkennen. Die beiden weiteren Schüsse gingen durch das geöffnete Seitenfenster.
wie unter anderem das ZDF recht gut darstellt, stand der Schütze während der Schußabgabe eindeutig linkerhand neben dem Fahrzeug
https://www.zdfheute.de/politik/ausland/...n-100.html

und er stand so sicher, dass er drei Kopfschüsse (!) nacheinander anbringen konnte.

Es war Mord, meine Herren Richter.
Drei Kopfschüsse sind nichtmal mehr einfach nur Mord, sondern das ist eine Hinrichtung auf offener Straße...

Ich bin sehr gespannt ob die Schlagzeile "ICE erschießt xy" nicht in naher Zukunft zur Normalität wird.
Denn wenn ein Polizist jemanden festnimmt kann man wenigstens i.d.R. auf eine faire Gerichtsverhandlung hoffen...

Die Aussicht haben viele bei ICE nicht, weshalb da wohl auch immer mehr und mehr Wiederstand kommen wird.
(Gestern, 21:02)Broensen schrieb: [ -> ]Mit etwas gesundem Menschenverstand und einem Mindestmaß an Erfahrung aus dem polizeilichen Einsatz, hätte er sehr wohl eine realistische Einschätzung dazu treffen können.
Er sieht, dass sein Kollege die Frau bedrängt - ob zurecht oder nicht, ist dabei unerheblich. Es muss für ihn klar erkennbar gewesen sein, dass sich die Fahrerin in einer potentiell Panik-verursachenden Situation befand,
Er sieht dann, dass das Fahrzeug daraufhin kurz zurücksetzt und nach links einschlägt, um daraufhin anzuhalten, und in die Gegenrichtung zu fahren. Warum sollte er davon ausgehen, dass die Frau erst links einschlagend zurücksetzt, um dann ebenfalls links einschlagend Gas zu geben, wodurch sie nicht hätte entkommen können? Hätte sie ihn anfahren wollen, hätte sie gleich geradeaus fahren können, statt erst zurückzusetzen. Natürlich konnte er das nicht sicher wissen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass sie nicht einfach nur vor seinem Kollegen fliehen wollte, tendierte gegen Null, was er durch eine professionelle Situationsanalyse auch binnen Sekundenbruchteilen hätte realisieren können und als Polizist sogar müssen.
und so weiter uns so fort

Wir drehen uns im Kreis und ich werde jetzt nicht nochmal alles herunterbeten. Entscheidend ist nur die Wahrnehmung des Schützen im Moment der Schussabgabe. Alles andere, möglich, wahrscheinlichw oder unwahrscheinliche Absichten der Frau, irgendwelche nicht einsebahren Radstellungen, das Verhalten der Kollegen, Fehler die zuvor gemacht oder nicht gemacht wurden oder die Entwicklung Nachgang spielt alles keine Rolle.
Der steht unmittelbar am Fahrzeug mit gezogener Waffe, der Kollege brüllt sie solle stoppen, das Fahrzeug setzt zunächst zurück und dann gehen zwei Tonnen Fahrzeug mit durchdrehenden Reifen und Vollgas auf dich zu - in dem Moment ist das Fahrzeug eine tödliche Waffe und er darf entsprechend selbst tödliche Gewalt anwenden. Er muss dabei keinesfalls warten bis die Absichten der Frau soweit unbestreitbar sind das er schon halb unter dem Fahrzeug liegt.

Es gibt dann wenigstens nach amerikanischer Lesart keine Duty to retreat oder dergleichen wenn ein Beamter die Wahrnehmung hat angegriffen zu werden. Das mag unserem Rechtsverständnis zuwiderlaufen. Das amerikanische Recht geht da aber sogar noch weiter, wie etwa hier skizziert wird: https://www.nationalreview.com/corner/th...-shooting/

Du bist anderer Auffassung. Schön. Kann jeder seine Meinung haben. Es gibt auch die These, dass sie mit der Rückwärtsfahrt den Schützen extra 'ins Ziel' genommen hat, weil er eigentlich rechts von ihr stand und erst durch das Manöver in den Fahrweg des Fahrzeugs kam.
Am Ende ist das alles egal, keine Seite wird die andere überzeugen und gerichtlich wird da keine abschließende Klärung stattfinden.
(Gestern, 23:42)Nightwatch schrieb: [ -> ]Es gibt dann wenigstens nach amerikanischer Lesart keine Duty to retreat oder dergleichen wenn ein Beamter die Wahrnehmung hat angegriffen zu werden. Das mag unserem Rechtsverständnis zuwiderlaufen.
Was weder für das US-amerikanische Rechtsverständnis, noch für die Professionalität der dortigen Sicherheitskräfte spricht. Meine Ansprüche an jemanden, der das Gewaltmonopol eines Staates vertritt, gehen halt darüber hinaus. Ich erwarte da einfach mehr Qualifikation als die Fähigkeit, zu erkennen, wann einem jemand die Möglichkeit gewährt, ihn straffrei erschießen zu können.
Zitat:Es gibt auch die These, dass sie mit der Rückwärtsfahrt den Schützen extra 'ins Ziel' genommen hat, weil er eigentlich rechts von ihr stand und erst durch das Manöver in den Fahrweg des Fahrzeugs kam.
Ja, und Trump glaubt nicht dran, dass der Schütze überhaupt überlebt haben könnte.... Dodgy
Zitat:Am Ende ist das alles egal, keine Seite wird die andere überzeugen und gerichtlich wird da keine abschließende Klärung stattfinden.
Was das Ganze noch tragischer macht.
Ich hatte mir gestern im Laufe des Tages im Zug einige der im Internet zirkulierenden Videos von US-Verkehrskontrollen angeschaut, die schief gegangen sind. Man kennt diese Filmchen. Man sieht allerlei State Trooper/die Highway Patrol und dergleichen, auch teils lokale Sheriffs etc., und irgendein Rowdy oder Suffkopf flüchtet bei der Kontrolle und schon geht es munter über die Interstate oder den Feldweg hinterher.

- In fast allen Fällen gehen die Beamten von hinten links an das Fahrzeug heran, es rennt fast keiner von rechterhand kommend um den Wagen herum bzw. vor dem Wagen vorbei,
- kaum einer versucht die Türe zu öffnen, sondern fast jeder nimmt eine Ansprache aus ein paar Metern Distanz vor, teils mit Griff am Holster,
- manch einer fällt hin, weil der Wagen wegfährt; in einigen seltenen Fällen versucht sogar einer (was aber ziemlich sinnlos ist), die Türe oder den Spiegel festzuhalten oder rutscht sogar über die Motorhaube (!),
- das Feuer mit der Pistole eröffnen nur sehr, sehr wenige (entgegen allem Gemeckere über die US-Polizei), und wenn, dann wird erkennbar auf die Reifen geschossen,
- wenn der kontrollierte Wagen dann Gas gibt, rennen fast alle Cops zu ihren Streifenwagen zurück und nehmen die Verfolgung auf; es folgen die bekannten Chase-Videos.

Wenn nun also Fr. Noem sich hinstellt und den betreffenden ICE-Beamten als erfahren darstellt, so frage ich mich, was dieser "erfahrene" Beamte sich dabei gedacht hat? Weiß er nicht, wie Fahrzeug-Kontrollen abzulaufen haben und wie er sich einem Wagen nähern muss? Weiß er nicht, dass drei Kopfschüsse aus ca. 50 cm Distanz zu beträchtlichen gesundheitlichen Komplikationen führen können? Und was bedeutet dies für die Zukunft, wenn (wie es derzeit der Fall ist) viele Neuzugänge, nennen wir es mal "Quereinsteiger", zum ICE gehen? Wenn erfahrene ICE-Beamte so kopflos reagieren, wie werden dann unerfahrene reagieren?

Es wird noch chaotischer: Walz (der derzeit massiv unter Druck steht) bringt die Nationalgarde ins Spiel:
Zitat:Minnesota governor says he is preparing National Guard amid furor over fatal ICE shooting

Minnesota Gov. Tim Walz said he has issued an order to prepare the state's National Guard while urging peaceful protest after an Immigration and Customs Enforcement agent fatally shot a woman in her car during operations in Minneapolis on Wednesday.

Walz and the Minneapolis mayor are disputing the government's claims surrounding what led up to the shooting, which killed a 37-year-old woman who has been identified by city council members as Renee Nicole Good, a resident of the city. "We have someone dead in their car for no reason whatsoever," Walz said during a news conference, decrying the shooting as "preventable" and "unnecessary."
https://abcnews.go.com/US/ice-related-sh...=128984401

Schneemann
Dazu der Polizeichef von Minneapolis:
Zitat:In my career as a police officer for many decades now, law enforcement training has been trying to de-escalate whenever possible and trying to avoid getting police officers into these types of situations with drivers who are taking off and trying to prevent situations where law enforcement may be in the path of a vehicle, trying to avoid these things in the first place.

And so that has very clearly been where professional law enforcement has been going in this country for many years.
Und an anderer Stelle:
Zitat:In any professional law enforcement agency in the country, I think they would tell you it’s obviously very concerning whenever there’s a shooting into a vehicle of someone who’s not armed
https://www.merkur.de/politik/trump-mach...14883.html

Zitat:In einem am Donnerstag (8. Januar) veröffentlichten Interview mit der New York Times wurde Trump gefragt, ob internationales Recht die außenpolitischen Handlungen der US-Regierung einschränke. Der Präsident zeigte sich gewohnt offensiv und betonte, dass seine Macht nur durch einen einzigen Aspekt begrenzt werde: „Mein eigener Sinn für Moral. Mein eigener Verstand. Das ist das Einzige, was mich stoppen kann.“ Er fügte hinzu: „Ich brauche kein internationales Recht.“

https://www.tagesschau.de/ausland/amerik...n-100.html

Zitat:Die Vereinigten Staaten ziehen sich aus 66 internationalen Organisationen, Behörden und Kommissionen zurück. Das geht aus einer Anordnung von US-Präsident Donald Trump hervor, die das Weiße Haus veröffentlichte. Der Rückzug wird damit begründet, dass die Organisationen, Übereinkommen und Verträge nicht mit den Interessen der Vereinigten Staaten vereinbar seien.

Zu den Organisationen gehören der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen und Gremien, die sich mit Themen wie Arbeit, Bildung und Geschlechtergerechtigkeit befassen. Bei den meisten der betroffenen Einrichtungen handelt es sich um UN-nahe Behörden, Kommissionen und Beratungsgremien.

UN-Sprecher Stéphane Dujarric betonte, die von der Generalversammlung festgelegten Beiträge für die Arbeit der Vereinten Nationen stellten eine rechtliche Verpflichtung gemäß der Charta der Vereinten Nationen für alle Mitgliedstaaten dar, einschließlich der Vereinigten Staaten.

Bei dem amerikanischen Rückzug stehen besonders Institutionen im Fokus, die sich für die Bekämpfung des Klimawandels einsetzen. Beispielsweise will die US-Regierung den Weltklimarat IPCC verlassen.

Außerdem wollen die USA das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) aufkündigen. Dabei hatten sich die UN darauf verständigt, eine menschengemachte Störung des Klimasystems zu verhindern.

Auch Organisationen ohne UN-Bezug sind von dem Ausstieg der USA betroffen. Dazu gehören die Partnership for Atlantic Cooperation, das International Institute for Democracy and Electoral Assistance und das Global Counterterrorism Forum.

Der Rückzug soll laut Anordnung so bald wie möglich erfolgen. Dies könne bedeuten, dass man den Organisationen die Finanzierung entziehe oder sich nicht mehr an ihnen beteilige.

Für den UN-Haushalt im vergangenen Jahr, der auf 3,72 Milliarden US-Dollar veranschlagt war, sollten die USA 22 Prozent beisteuern, etwa 820 Millionen Dollar. Zusammen mit nicht gezahlten Beiträgen aus früheren Jahren summierten sich die Schulden der US-Regierung nach Angaben der Vereinten Nationen auf rund 1,5 Milliarden Dollar.

Die Trump-Regierung hatte bereits zuvor ihren Rückzug etwa aus der Weltgesundheitsorganisation WHO sowie aus der UN-Kulturorganisation UNESCO angekündigt.
auf gut deutsch:
Die Rechtslage ist DT sch...egal
Nur sein Sinn für Moral kann ihn zurückhalten (wobei dieser Sinn für Moral offensichtlich rudimentär, allenfalls kaum entwickelt ist)