Forum-Sicherheitspolitik

Normale Version: United States of America
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Die zwingende Folge der Überwachung des Weltnetz ist schlicht und einfach, dass der Gegner sich längst angepasst hat und dieses nicht mehr für die wesentliche Kommunikation nutzt. Das ist ein gewisser geringer taktischer Vorteil, da es die Kommunikation des Gegners im Vergleich zur unseren verlangsamt, nachteilig aber dahin gehend, dass wir noch schwerer Zugang zu Informationen erlangen, weil der Feind Systeme verwendet die wir im Endeffekt nicht abhorchen können.

Meiner Meinung nach ist die Frage der Totalüberwachung der Kommunikation eine rein praktische, also eine Kosten-/Nutzenfrage. Wenn Totalüberwachung etwas bringen würde, hätte ich damit gar kein Problem, Freiheit ist nur eine Worthülse! In Wahrheit ist das Leben der absoluten Mehrheit der Menschen hierzulande extrem unfrei. Moralisch/Ethische Überlegungen sind hier ebenfalls völlig irrelevant.

Die einzige Frage sollte sein: nützt das überhaupt was? Bringt es etwas? Und hier ist die klare Antwort: Nein. Kosten- und Nutzen stehen in überhaupt keiner Relation mehr, und der Nutzen ist im Vergleich zum Schaden (Zersetzung der Kohäsion der Gesellschaft) welche diese Überwachung indirekt anrichtet viel zu gering.

Ich bin daher gegen diese Überwachung, aus rein praktischen Gründen. Das gleiche Geld und die gleiche Arbeitskraft sollte man in andere Bereiche stecken und könnte damit dann viel mehr bewirken. Im Prinzip ist die Überwachung weitgehend wirkungslos bzw ihre praktischen Ergebnisse (die es gibt) sind im Verhältnis zum Aufwand viel zu gering!

Die Überwachung ist also vor allem anderen ineffizient und unökonomisch!
@Quintus
Zitat:Die zwingende Folge der Überwachung des Weltnetz ist schlicht und einfach, dass der Gegner sich längst angepasst hat und dieses nicht mehr für die wesentliche Kommunikation nutzt.
Genau dies ist der springende Punkt. Ich habe den Diskurs von Nightwatch und phantom auch verfolgt - und ich stimme in manchem zu (etwa, dass man ein wenig nach seinem digitalen Fingerabdruck schauen kann/sollte) -, sehe aber auch gerade den Punkt, dass dieses massenhafte Abfischen von Daten irgendwann ins Leere zielt und nur einen Haufen von nutzlosen Daten produziert. Was nutzen verfolgbare Smartphones, wenn der Gegner - so wie einstmals Bin Laden - schlicht nur noch durch persönliche, verbale Anordnungen oder, wenn es denn hoch kommt, mal mit Handzetteln kommuniziert oder agiert? Nichts. Man hat Bin Laden in seinem Compound in Abbottabad auch nicht durch digitale Schnüffelei erwischt, sondern weil man handfeste, "lebendige" Kuriere und Boten beobachtet und abgefangen hat. Und ich vermute mal, dass diese Vorgehensweise von Terroristen und Kriminellen noch zunehmen wird, wenn sie nicht allzu blöde und digital promiskuitiv sind.

Schneemann.
Zitat:Umweltschutzoffensive

Obama will weltweite Meereschutzfläche verdoppeln

Barack Obama arbeitet weiter an seinem umweltpolitischen Vermächtnis: Im Pazifik will der amerikanische Präsident das weltweit größte Meeresschutzgebiet einrichten. Der Protest dagegen ist vorhersehbar. [...] Barack Obama will im Pazifik das weltweit größte Meeresschutzgebiet einrichten und den Fischerei-Schwarzmarkt bekämpfen. Er kündigte mehrere Programme gegen die Überfischung und Umweltverschmutzung an. Laut einem Sprecher des Weißen Hauses will er unter anderem die Fangquoten begrenzen und die Suche nach Energiequellen wie Öl im Meeresboden beschränken. Erst kürzlich hatte Obama bekannt gemacht, seine Regierung wolle die Energieerzeuger zwingen, den Kohlendioxidausstoß bis 2030 um 30 Prozent zu verringern. [...]

Die betroffene Region soll für ihre unberührte tropische Meeresunterwelt bekannt sein. Gut 100 Millionen Dollar (75 Millionen Euro) sollen in den Schutz der Küstenregionen durch natürliche Barrieren wie Sümpfe investiert werden.
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausl ... 96333.html

Schneemann.
Es wurde sicherlich langsam Zeit für diesen begrüßenswerten Schritt...
Zitat:USA stellen Produktion von Anti-Personen-Minen ein

Washington (Reuters) - Die USA haben angekündigt, Anti-Personen-Minen aus ihren Waffenarsenalen zu entfernen. Das Land werde solche Minen nicht mehr herstellen und auch nicht erwerben, erklärte das Präsidialamt in Washington am Freitag. [...]

Anti-Personen-Minen sind seit Jahren international geächtet. Durch die millionenfach eingesetzte Waffe werden nach Schätzungen der Vereinten Nationen jedes Jahr Zehntausende Menschen getötet und verletzt, vor allem Frauen und Kinder. 1999 trat die Ottawa-Konvention in Kraft, die Einsatz, Produktion, Lagerung und Weitergabe dieser Waffen verbietet. Die USA kündigten auf einer Überprüfungskonferenz in Mosambik an, nach Wegen zu suchen, die es erlaubten, der Konvention beizutreten.
http://de.reuters.com/article/worldNews ... KJ20140627

Schneemann.
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten ... richt-ein/

Zitat:USA: Wirtschaftswachstum bricht ein

Die US-Wirtschaft ist im Winter noch stärker eingebrochen als zunächst gedacht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte in den Monaten Januar bis März aufs Jahr hochgerechnet um 1,0 Prozent, wie aus den am Donnerstag vorgelegten Daten des Handelsministeriums hervorgeht. So schwach waren die Zahlen zuletzt vor drei Jahren.
Um noch einmal kurz auf die Kinderarbeitsgeschichte im Diskurs mit Erich im Bolivien-Strang (viewtopic.php?f=42&t=539&p=175535&hilit=Bolivien#p175535) zurückzukommen und dem Hinweis, dass in den USA die Problematik andersartig sich entwickelt hat als in Bolivien bzw. anders eingeschätzt werden muss (bezüglich behördliche Erfassung von Migrantenkindern und bezüglich der Entstehung der illegalen Kinderarbeit), hierzu ein Artikel der SZ:
Zitat:Kinderflüchtlinge an der US-Grenze zu Mexiko

Marsch der Minderjährigen

"Wir können nicht jedem Kind in der Welt helfen, das Probleme hat": 57.000 minderjährige Flüchtlinge sind seit Oktober über die Grenze in die USA gekommen - alleine. Die Behörden sind überfordert. Und die Politiker können sich kurz vor der Sommerpause nicht auf Hilfsmaßnahmen einigen. [...] Überall in den USA hat das Drama der Kinderflüchtlinge hitzige Debatten ausgelöst. Kirchen und Menschenrechtsverbände wollen helfen; Lokalpolitiker und Bürgerwehren weigern sich hingegen, Ausländerkinder in ihren Gemeinden aufzunehmen. [...]

57 000 unbegleitete Kinder sind seit Oktober illegal aus Zentralamerika in die USA eingereist und vom Grenzschutz aufgegriffen worden, weitere 20 000 Kinder wurden mit ihren Eltern festgesetzt. Die große Zahl überfordert die auf erwachsene Migranten eingestellten Behörden heillos; es fehlt an Betreuungspersonal, Übersetzern und Immigrationsrichtern. [...] US-Präsident Barack Obama hat bereits vor Wochen 3,7 Milliarden Dollar beantragt. Doch das Parlament in Washington wird seinem Ruf als Ort der kalten Parteinteressen und der Entscheidungsunfähigkeit einmal mehr gerecht. Demokraten und Republikaner können sich nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen.

http://www.sueddeutsche.de/politik/kind ... -1.2063773

Schneemann.
Im US-Bundesstaat Missouri, genauer gesagt in der in der 20.000-Einwohner-Stadt Ferguson, ereignen sich seit einigen Tagen schwere Krawalle. Grund für die Auseinandersetzung ist der Tod eines 18-jährigen Schwarzen durch eine Polizeikugel, was dementsprechend Erinnerungen an ähnliche Vorfälle weckte - und es sind nicht nur alleine spektakuläre Fälle wie Rodney King oder Trayvon Martin in Florida (wobei dieser nicht von einem Polizisten erschossen wurde) - und was sogleich bittere Rassismus-Vorwürfe bezüglich Polizeiressentiments in der Vergangenheit wieder aktualisierte...
Zitat:Krawalle im Bundesstaat Missouri

Ausnahmezustand in Ferguson verhängt

Der Gouverneur von Missouri, Jay Nixon, hat den Ausnahmezustand über die Kleinstadt Ferguson verhängt. Außerdem gelte eine nächtliche Ausgangssperre zwischen Mitternacht und 5.00 Uhr Ortszeit. [...] In Ferguson gibt es schwere Ausschreitungen, seit die Polizei den unbewaffneten Schwarzen Michael Brown erschoss. Der Tod des 18-Jährigen hatte vor allem bei den schwarzen Einwohnern der Kleinstadt Zorn und Verbitterung ausgelöst. Nach einem ruhigen Tag hatte es auch in der Nacht von Freitag auf Samstag wieder Krawalle gegeben. Demonstranten errichteten auf einer Straße Barrikaden und plünderten erneut Geschäfte. [...] Die Ausschreitungen begannen erneut, nachdem die Behörden den vor einer Woche erschossenen Brown des Diebstahls bezichtigt hatte. [...]

Auch die Übertragung der Einsatzverantwortung von der martialisch auftretenden örtlichen Polizei an die Staatspolizei von Missouri konnte die Situation nicht langfristig beruhigen. Ronald Johnson, der schwarze Einsatzleiter, hatte zunächst auf Deeskalation gesetzt. Seine Beamten trugen anfangs keine Schutzmasken und fuhren auch nicht mit gepanzerten Fahrzeugen auf. Diese Zurückhaltung hatten viele der Demonstranten bei der örtlichen Polizei vermisst. Sie war mit militärischer Ausrüstung und großer Brutalität vorgegangen.
http://www.tagesschau.de/ausland/fergus ... n-103.html

Insgesamt betrachtet ist es ja nicht das erste Mal, dass die US-Polizei (wenn man den Begriff mal so verallgemeinernd nutzen kann, da das Polizeiwesen vergleichsweise komplex und von Staat zu Staat bzw. von County zu County teils recht verschieden ist) sich mit dem Vorwurf des Rassismus oder unnötigen Waffeneinsatzes konfrontiert sieht. In den USA dreht sich die Debatte allerdings zudem auch um die zunehmend schwerer werdende Bewaffnung der Polizei, die im Rahmen des "Programms 1033" teils beinahe schon wie eine Armee ausgerüstet ist.
Zitat:Proteste in Ferguson

Amerikas Polizei, dein Freund und Scharfschütze

Seit der schwarze Jugendliche Michael Brown von der Polizei erschossen wurde, befindet sich Ferguson im Ausnahmezustand. Hunderte protestieren in Missouri, die Gegenseite rüstet auf - und die USA diskutieren über die Militarisierung der Polizei. [...] Die Bilder sehen aus wie aus einem Kriegsgebiet: Eine Wand aus Männern im Flecktarn, mit Helmen auf dem Kopf und Gewehren in den Händen. Ein Scharfschütze sitzt auf einem gepanzerten Fahrzeug, die Waffe im Anschlag, das Auge am Zielfernrohr - als sei er jederzeit bereit für den tödlichen Schuss. Die Aufnahmen stammen nicht aus Afghanistan oder Irak [...]. Sie wurden in Ferguson gemacht - einer amerikanischen Kleinstadt. Zu sehen sind aber nicht US-Soldaten, sondern Mitglieder der örtlichen Polizei. [...]

Der amerikanische Journalist Radley Balko hat das Buch "Rise of the Warrior Cop" geschrieben. In einem Artikel für das Wall Street Journal rechnet er vor, dass das neu geschaffene Heimatschutzministerium zwischen 2002 und 2011 Ausrüstung im Wert von 35 Milliarden Dollar an Bundespolizei und lokale Polizeistationen verteilt hat. [...] Die Polizei in Ferguson ist Teil des Programms 1033 über das ebenfalls militärische Ausrüstung angefordert werden kann. [...] Das treibt skurrile Blüten: Fargo, eine Stadt in North Dakota, in der im Jahr weniger als zwei Morde passieren, besitzt ein Panzerfahrzeug mit Geschützturm. In Keene bei New Hampshire gab man 286 000 Dollar für das Panzerfahrzeug Bearcat aus. Zwischen 1999 und 2012 gab es in Keene drei Tötungsdelikte. Der örtliche Polizeichef hatte angekündigt, der Bearcat solle vor allem bei Großveranstaltungen eingesetzt werden, etwa beim Kürbis-Festival. [...]

Der Journalist Radly Balko schreibt, dass die Einsätze der schwerbewaffneten SWAT-Teams nicht selten blutig enden. Er selbst habe 50 Fälle gezählt, bei denen unschuldige Menschen gestorben seien. Darunter Unbeteiligte - aber auch Polizisten, von denen die Verdächtigten dachten, sie seien Einbrecher. Befragt zur aktuellen Situation in Ferguson sagt Balko: "Die Polizisten sehen in den Menschen keine Bürger mit Rechten mehr, sie sehen in ihnen eine Bedrohung."

http://www.sueddeutsche.de/panorama/pro ... -1.2089949

Insgesamt betrachtet kann man beinahe schon von einem "Krieg" im eigenen Land sprechen, ja von einer Art sich "selbst militarisierendem Teufelskreis". Auch bedingt durch die allgemeine massive Verbreitung von Schusswaffen, was wiederum die Bedrohung für Polizisten selbst bei normalen Verkehrskontrollen dementsprechend erhöht, rüstet die Polizei wiederum enorm nach mit Panzerwagen und Sturmgewehren, was jedoch erst recht zur Entfremdung zum/vom Bürger führt und die Eskalationsspirale weitertreibt bzw. die Animositäten gegenüber der Polizei verschärft.

Schneemann.
Ein Artikel über das Problem mit der Militarisierung der US-Polizei:
https://medium.com/war-is-boring/to-ter ... f5850a3231
Zitat:To Terrify and Occupy

Jason Westcott was afraid.
One night last fall, he discovered via Facebook that a friend of a friend was planning with some co-conspirators to break in to his home. They were intent on stealing Wescott’s handgun and a couple of TV sets. According to the Facebook message, the suspect was planning on “burning” Westcott, who promptly called the Tampa Bay police and reported the plot.

Was ich dabei alarmierend finde: Die wachsende Bereitschaft der militarisierten Polizei zur Eskalation.
Auch das Militär - da wird mir Quintus Fabius sicher zustimmen - vermeidet möglichst Eskalationen, und das aus gutem Grund.
So schafft man keine Sicherheit.
Ich sehe bei dieser Entwicklung sogar durchaus die Gefahr eines neuen Bürgerkrieges in den USA...
Warum? Einfach weil die Bevölkerung - oder Teile von ihr - diese Willkür auf Dauer als unerträglich empfinden werden.
Diese Wescott Geschichte kann man wohl kaum der Militarisierung der Polizei andichten.

Ganz grundsätzlich muss man sich auch fragen, ob der Umstand, dass irgendeine Pseudo Swat Einheit eine Hausdurchsuchung vornimmt so sonderlich ungewöhnlich ist. Das ist doch hierzlande auch nicht viel anders, bei Verdächtigen aus besimmten Milleus oder bei sonstwie erhöhter Gefährdungslage (Bewaffnung, Gewaltätigkeit etc.) rücken auch nicht die netten Herren von der Dorfwache an. Sondern halt irgendetwas aus dem Bereich SEK, MEK, BFE, USK... und die Herren stehen dem was in Amerika als SWAT durchgehen machen mag auch in nichts nach.
Hinzu kommt noch, dass in den USA nun mal eben auch ein ganz anderes Niveau der Kriminalität vorherrscht und die Waffendichte doch erheblich höher ist. Zwnagsläufig wirkt sich das auf Polizeitaktiken aus.

Dessen ungeachtet, natürlich besteht hier auch ein Problem. Im Zuge des Krieges gegen den Terror haben die zahllosen amerikanischen Polizeien extrem aufgerüstet.
Um das zu erkennen brauchte es übrigens nicht Ferguson, dass konnte man schon bei der Jagd auf den Attentäter in Boston beobachten. Was da aufmarschierte war von paramilitärischen Verbänden nicht mehr zu unterscheiden.
In Teilen mag das sinnvoll sein, ich habe null Probleme damit, wenn die eher robusteren Einheiten 'schweres Gerät' einsetzen udn vernünftig ausgerüstet sind.
Ob der großen Entfernungen in den USA ist das auch bei vielen Land- und Dorfpolizeien geboten.
Problematisch wird es halt dann, wenn militärische Ausrüstung und - noch viel wichtiger - Mentalität ihren Weg in die Streifenpolizeien finden.
Insbesondere letzteres wird mittlerweile der Fall sein, wie der Artikel auch gut darlegt. Liegt denke ich auch ein ganzes Stück weit daran, dass viele Polizisten einen militärischen Hintergrund aus Afghanistan und Irak mitbringen und das natürlich auch auf den normalen Dienstbetrieb austrahlt. Ganz besonders wenn die Übergänge zwischen amerikanischer und irakischer Straße da fließend sind...

Wir diese Entwicklung einen Bürgerkrieg provozieren? Kaum, der Bürgerkrieg kommt schließlich sowieso. Beziehungsweise, er ist lokal längst da. Die fortschreitende Militarisierung der Polizei wird ihn dementsprechend lediglich fosieren. Und ich denke, dass das den Vernatwortlichen auf einer gewissen Ebene voll bewusst ist.
Die Vorgehensweise gewisser Einheiten mag sich durchaus ähneln, nur kann man wohl die Frequenz der Einsätze von solchen Polizeieinheiten und die Situation als ganzes nicht ganz miteinander vergleichen.

In unsere Nachbarschaft sind auch schon solche Einheiten "eingelaufen". Mehr als einmal. Nur lief das extrem diskret ab und kaum einer hat etwas davon mitbekommen. Standn bissl Polizei rum und das wars.

Vorallem rollen bei uns keine MRAPs durch die Straßen. Überspitzt formuliert.

Wie Nightwatch schreibt, ist die US-amerikanische Polizei ganz anders ausgerüstet um sich gegen gewisse Gefahren zu wappnen. Nur entwickelt sich dieser Zustand auch zum Teil des Problems, da sich die Polizei zunehmend von der normalen Bevölkerung entfernt.

Das Bürgerkriegszenario mag zwar weit hergeholt sein, nur wenn man mal drüber nachdenkt, denke ich auch, dass in der Gesellschaft enormes Eskalationspotenzial steckt.

Die Gesellschaft befindet sich momentan in einer Spirale und wenn es nicht gelingt, solche Probleme in den Griff zu bekommen, kann es noch viel schlimmer kommen.
Aber das fängt schon bei der Vermögensverteilung und der Chancenverteilung im sozialen Bereich an. Das ist ein langwieriges Unterfangen und ein Prozess der seine Zeit braucht. Im Falle der USA vorallem längst überfällig.
es ist bezeichnend
http://www.sueddeutsche.de/meinung/usa- ... -1.2147898
Zitat:28. September 2014 12:37

USA unter Obama
Die Weltpolizei ist zurück

Obamas Amerika ist nüchterner, realistischer und weniger rücksichtslos als das der Bush-Jahre. Mit dem Vorgehen gegen die IS-Terroristen kehrt nun die Weltmacht zurück. Doch wären die USA nicht gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" eingeschritten - es hätte niemand getan.
...
Die Süddeutsche Zeitung schreibt seit vielen Jahren praktisch im Auftrag der US Botschaft. Ich kann Diskutanten nicht ernst nehmen welche in einem Sicherheitsforum meinen solche unreflektierten PR Beiträge zu verbreiten.

1: Die syrische Arabische Armee steht der ISIS seit 2011 gegenüber. Mal mehr mal weniger. Je nachdem wer gerade als IS sich bezeichnet. Den Islamischen Staat haben bisher alle Terrorgruppen Ausrufen wollen. Zudem existiert die IS schon seit ca. 2006. Und zwar gegründet im Irak.

2: Steht auch der Irak der IS gegenüber. Und auch dieser hat wie Syrien die Opfer zu beklage. Nicht nur die durch die ISIS sondern auch die der jetzigen Bombenangriffe der US & Co. Luftwaffen. Es sind wieder nicht wir welche die Opfer zu tragen haben. Und nein, die ein zwei Geiseln welche Medienwirksam auf Kommando hingerichtet werden wiegen keine 10.000 oder hunderttausend oder in beiden Ländern auf. Ein Franzose ist genauso viel wert wie ein Syrer oder Iraker. Das mit diesen Zerrbildern jedoch unsere Schadtaten verdeckt werden ist das viel größere Übel.

Die Behauptung, es würde sonst keiner machen ist daher nicht haltbar und auch nicht zielführend.

Keine Waffen an irgend eine Terrorgruppe. Keine Gelder an einer dieser Gruppen. Unterstützung Syriens und Irak in dieser Sache ist der einzig richtige Weg. Natürlich ist das nicht gewollt und auch genau das Gegenteil von dem was der ganze Spuk seit vielen Jahren erreichen soll.

Das wird so nicht in der SZ stehen aber es wäre ihre Aufgabe es genau so zu schreiben. Wobei, ob es je ihre Aufgabe war unabhängig und Objektiv zu berichten? Ich bezweifle dies sehr.
triangolum schrieb:Und auch dieser hat wie Syrien die Opfer zu beklage. Nicht nur die durch die ISIS sondern auch die der jetzigen Bombenangriffe der US & Co. Luftwaffen. Es sind wieder nicht wir welche die Opfer zu tragen haben. Und nein, die ein zwei Geiseln welche Medienwirksam auf Kommando hingerichtet werden wiegen keine 10.000 oder hunderttausend oder in beiden Ländern auf.
Den Bezug zum Irakkrieg und den vielen Toten die Bush/USA zu verantworten hat, seh ich als korrekten Einwand. Aber was das jetzt mit der Lösung des ISIS-Problems zu tun haben soll, frag ich mich ernsthaft.

Es ist doch keine Frage, dass man den Kollateralschaden in Kauf nehmen muss. Eine Analogie zu deiner Argumentation wäre: Man hätte die Nazis in Europa gewähren lassen sollen, weil ja der Kollateralschaden bei der Entfernung derer, viel zu gross war. => Absurd.

Zitat:Ein Franzose ist genauso viel wert wie ein Syrer oder Iraker. Das mit diesen Zerrbildern jedoch unsere Schadtaten verdeckt werden ist das viel größere Übel.
Es ist kein Zerrbild, es wird auch von vielen durch ISIS massakrierten Irakern und Syrern berichtet. Wegen den beiden geköpften Journalisten geschehen ja diese Luftangriffe nicht, also das ist wirklich albern. Diese Tötungen von Journalisten (oder Westler) gibt es immer wieder und es ist keinesfalls so, dass da jedes Mal Luftangriffe die zwingende Folge wären. Im Gegenteil, offensichtlich ist es Usus, dass man Terroristen zumindest von europäischer Seite Geld zusteckt.

Zitat:Die Behauptung, es würde sonst keiner machen ist daher nicht haltbar und auch nicht zielführend.
Sondern. Was ist deine Lösung, wer hat das Chaos welches ISIS veranstaltet im Griff? Assad, die zerstrittene Regierung im Irak? Wohl eher nicht.

Zitat:Keine Waffen an irgend eine Terrorgruppe.
Selbst das liegt doch schon im Auge des Betrachters. Was ist eine Terrorgruppe? Aus der Sicht der "Gruppe" sind sie die Freiheitskämpfer. Und zwar alle ca. 6-10 Gruppierungen die sich dort gegenseitig auf den Deckel geben.

Und die Europäer helfen nicht zuletzt aus Eigennutz, weil sie Schiss von der ganzen Flüchtlingswelle haben. Aber das ist legitim, solang man sich gegen diese religiösen, in Selbstjustiz übenden Schlächter stellt.

Zitat:Unterstützung Syriens und Irak in dieser Sache ist der einzig richtige Weg.
Auch das ist doch höchst schwammig, ein Sunnit wird die irakische Regierung als Marionetten der USA bezeichnen. Für einen Rebell der gegen Assad bekämpft, ist doch der nur ein grausamer Diktator der entfernt werden muss. Und du willst in deiner Güte denen das Geld schenken, da wirst du der Hälfte der Bevölkerung sicher keinen Gefallen machen.

Selbstverständlich wird man auch viele falsche Leute treffen, falsche Entscheidungen treffen, aber das was man jetzt tut, kann doch nicht mit dem Schwachsinn von Bush gleichgestellt werden. Es ist wenn schon, ein ernst gemeinter Versuch, Schlimmeres zu verhindern.
phantom schrieb:...
Selbstverständlich wird man auch viele falsche Leute treffen, falsche Entscheidungen treffen, aber das was man jetzt tut, kann doch nicht mit dem Schwachsinn von Bush gleichgestellt werden. Es ist wenn schon, ein ernst gemeinter Versuch, Schlimmeres zu verhindern.
was ein "ernst gemeinter Versuch ist, Schlimmeres zu verhindern" liegt immer im Auges des Betrachters.
Die US-Truppen im Irak sind sogar von sunnitischen Stammesführern willkommen geheißen worden (Falludscha). Dann haben sie sich im obersten Stockwerk einer Schule einquartiert, mit direktem Blick in die Wohn- und Schlafzimmer der Bewohner gegenüber. Und Proteste dagegen wurden mit Schüssen (und entsprechenden Todesopfern) unterdrückt.
Aus war es mit dem Willkommen, Falludscha wurde zum Zentrum des Widerstandes und ist heute eine Hochburg von ISIS im Irak.
Wenn man wieder solche falschen Entscheidungen trifft, dann wird aus dem ernst gemeintem Versuch nur wieder die Saat für Schlimmeres. Das Bombardement in Syrien, das nicht nur die IS getroffen hat, sondern gezielt auch gegen anderer Widerstandsgruppen ging (die im Konflikt mit IS liegen und eher den gemäßigteren Muslimbrüdern als den extremen Salafisten zuzuordnen wären) hat bereits zu entsprechenden Protesten geführt. Noch mehr solche "Nebeneffekte", und die so getroffenen laufen in Scharen zur IS über, um sich gegen den "großen Satan" gemeinsam zu wehren.
Zitat:"Ich habe darauf bestanden, dass sie sofort unterbrochen wird," teilte Gates erst in diesem
Monat mit, als er über seine Erinnerungen berichtete. "Ich habe den Kommandeuren befohlen:
Wenn Sie noch einmal einen Anruf aus dem Weißen Haus erhalten, sagen Sie
dem Anrufer, er solle sich zum Teufel scheren und gefälligst mich anrufen."
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-arch ... 071214.pdf

Der Artikel hält noch viel mehr bereit.