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Normale Version: United States of America
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Den Clinton-fernen Demokraten dürfte es weniger um die Mails an sich gehen, sondern um die dadurch aufgekommene Unterstützung für Trump. Zudem glaube ich nicht, dass Comey solche Relevanz besitzt, dass er in vier Jahren noch eine nennenswerte Rolle spielen muss. Von daher bin ich gespannt, ob wir ihn wiedersehen werden. Wobei in der Zeit ja so oder so noch genug passieren kann, wer weiß schon was beim Untersuchungsausschuss heraus kommt, gerade auch in Bezug auf die weitere Vergangenheit. Da sind so viele Dinge denkbar.
Interessant ist noch dass der nun eingesetzte Sonderermittler Robert Mueller selbst 12 Jahre Chef des FBI war und damals von Obama entlassen und dafür Comey eingesetzt wurde. In den USA wird er laut eines Freundes schon als neuer alter Nachfolger von Comey gehandelt.
Das kommt überraschend. Gerade Trumps jüdisch orthodoxer Schwiegersohn, der eher eine politisch liberale Linie verfolgt steht im Visier der Rußlandermittlungen.

http://www.huffingtonpost.de/2017/05/25/...11124.html

Mitleser

So gute Beziehungen zu Russland pflegte zuletzt Roosevelt. Ich weiß gar nicht wo das Problem ist Big Grin
US-Aktienindex Dow Jones nach Klimaausstieg auf Rekordhoch.
Ob dieser groß angedrohte Ausstieg nun auch tatsächlich umgesetzt wird, darf bezweifelt werden. Vorneherum tritt man natürlich großspurig auf und verkündet den Rückzug, hintenrum wird es aber schon wieder kleingeredet und dementiert:
Zitat:Klima: Tillerson relativiert US-Ausstieg aus Klimaabkommen

Washington (dpa) - Nach dem angekündigten Rückzug der USA aus dem Klimaabkommen von Paris hat US-Außenminister Rex Tillerson den Schritt relativiert. [...] Er gehe nicht davon aus, dass die Bemühungen in Zukunft zurückgefahren werden. [...]

Das Umfeld des Präsidenten wich Fragen zu dem Thema am Freitag aus. Sein Sprecher Sean Spicer sagte, er habe noch keine Gelegenheit gehabt, mit Trump darüber zu sprechen. EPA-Chef Scott Pruitt beharrte darauf, dass sich die Diskussion über den Ausstieg allein um die Frage gedreht habe, ob das Abkommen gut für die Vereinigten Staaten sei oder nicht. [...]

Die Regierungen Deutschlands, Frankreichs und Italiens sperrten sich gegen Trumps Forderung nach einer Neuverhandlung des internationalen Regelwerks. Sie seien der festen Überzeugung, dass das Übereinkommen nicht neu verhandelt werden könne, bekräftigten sie in einer gemeinsamen Erklärung. In China wurde der Ausstieg der USA als "globaler Rückschlag" bezeichnet. Indien - nach China und den USA der drittgrößte Emittent von Treibhausgasen - versicherte, es werde trotz des Ausstiegs der USA an dem Abkommen festhalten. [...]
http://www.zeit.de/news/2017-06/02/inter...l-02045006

Das Ganze erinnert irgendwo fast an die Muppet-Show: Vorne tobt der Zampano ("Wir steigen aus, aber jawollja!"), im Hintergrund gehen aber schon die Deckel von Kisten auf und im Chor wird von Politikerpuppen im Stil von "Hurra Deutschland!" das Dementi gesungen ("Aber nur ein klein wenig und ändern wird sich nichts!").

Abgesehen davon zeichnet sich (ernsthaft betrachtet) nicht nur international, sondern vor allem auch US-intern starker Widerstand gegen den Ausstieg ab:
Zitat:US-Allianz für Klimaschutz

Dann eben ohne Trump

Es brauchte keinen Tag: Nach Trumps verkündetem Rückzug aus dem Klimaabkommen erheben sich quer durchs Land Bürgermeister, Gouverneure, Wissenschaftler und Unternehmer und bieten ihrem Präsidenten die Stirn.

Nicht mit uns. Wir machen weiter. Das ist die Botschaft zahlreicher Tweets von Bürgermeistern quer durch die USA, nachdem Donald Trump den Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen verkündet hatte. Von Austin über Milwaukee, St. Louis, Charlotte bis nach San Diego. [...] In den USA wird gerade eine neue Allianz geschmiedet. 30 Bürgermeister, mehrere Gouverneure, Uni-Chefs und mehr als 100 Unternehmen tun sich zusammen unter der Führung des ehemaligen New Yorker Bürgermeisters Michael Bloomberg. Sie wollen einen Plan vorlegen, wie sie die Ziele des Klimaabkommens trotzdem erreichen. [...]

Die Gouverneure von Washington State, Kalifornien und New York haben am Donnerstag angekündigt eine Gruppe von Bundesstaaten zusammenzubringen, die das Pariser Abkommen umsetzen wollen. Der Gouverneur von Massachussetts will die Zielsetzung sogar übertreffen. Der Chef von General Electric hat gefordert, dass nun die Industrie die Führung übernehmen muss und sich nicht auf die Regierung verlassen soll.
https://www.tagesschau.de/ausland/usa-tr...a-101.html

Schneemann.
Angeblich sparen die USA durch den Austritt etwa 50 Milliarden Dollar jährlich. Wenn einige Regionen nun auf eigene Faust den CO²-Ausstoß senken wollen dann müssen sie es selbst bezahlen. Was am Ende dazu führen wird dass Firmen aus diesen Regionen abwandern.
Woher kommen denn deine 50 Milliarden? So hoch soll die Gesamtinvestitionsumme nach Angaben der UN pro Jahr in der späteren Phase sein, beginnend mit 10 Milliarden für die erste Phase. Davon abgesehen ist "sparen" auch ein relativer Begriff, da beispielsweise die Unterstützung von Entwicklungsländern zum Erreichen der Klimaziele auch über Subventionen der Auslandsgeschäfte der eigenen Wirtschaft erfolgen kann. Gerade die hingegen zu verwehren ergibt in Anbetracht der so oder so notwendigen Energiewende und dem Versprechen, Jobs zu schaffen, keinen Sinn.
Gerade deswegen wollen ja die verschiedenen Bundesstaaten und Gemeinden den eingeschlagenen Weg weiter gehen und dort Geld investieren, wo langfristig Jobs entstehen und gehalten werden können. Da geht es um Schlüsselindustrien für die nächsten Jahrzehnte. Und abwandern werden Unternehmen kaum, weil es sich schlicht nicht rechnet oder gar nicht möglich ist die Schwerindustrie zu verlegen. Außer man investiert dort wieder staatliches Geld, was letztlich den Gesamtplan ad absurdum führen wird. Das ist ja überhaupt ein Problem der klassischen Energiewirtschaft in den USA (genauso wie in anderen Ländern) und bezeichnet den "Weg", den Politiker in den letzten Tagen immer wieder genannt haben. Selbst wer gar kein Interesse am Klima hat oder den Klimawandel für einen Schwindel oder zumindest nicht menschengemacht hält investiert in alternative Energieerzeugung/nutzung aus rein wirtschaftlichen Gründen.
Es stellt sich zudem auch die Frage, wie hoch die Kosten des Klimawandels in den USA ausfallen werden. Die Folgen z. B. der Dürre in Kalifornien (erinnert sich noch jemand an den Notstand in Kalifornien 2014?) und in einigen Staaten des Südens haben bislang schon Milliarden Dollar gekostet. Die Versicherungsschäden durch Hurrikane und Starkgewitterereignisse (Tornados) kosten die USA bzw. die Versicherer ferner jedes Jahr Milliardensummen. (Und solche Ereignisse werden, Prognosen zufolge, zunehmen.) Selbst wenn man diese 50 Milliarden Dollar als spontanen Reingewinn betrachtet, was unwahrscheinlich ist, werden die Kosten bald überwiegen (wenn sie es nicht schon tun).

Schneemann.
(05.06.2017, 12:59)Schneemann schrieb: [ -> ]Es stellt sich zudem auch die Frage, wie hoch die Kosten des Klimawandels in den USA ausfallen werden. Die Folgen z. B. der Dürre in Kalifornien (erinnert sich noch jemand an den Notstand in Kalifornien 2014?) und in einigen Staaten des Südens haben bislang schon Milliarden Dollar gekostet. Die Versicherungsschäden durch Hurrikane und Starkgewitterereignisse (Tornados) kosten die USA bzw. die Versicherer ferner jedes Jahr Milliardensummen. (Und solche Ereignisse werden, Prognosen zufolge, zunehmen.) Selbst wenn man diese 50 Milliarden Dollar als spontanen Reingewinn betrachtet, was unwahrscheinlich ist, werden die Kosten bald überwiegen (wenn sie es nicht schon tun).

Schneemann.

Die Gegner des Klimaabkommens glauben aber nicht dass diese Ereignisse durch Menschen verursacht werden. Also kann man die Kosten aus dieser Sicht auch nicht gegenrechnen. Beide Seiten vertreten lediglich Thesen. Einen echten wissenschaftlichen Beweis für eine dieser Thesen gibt es nicht.
(05.06.2017, 13:19)manfredj schrieb: [ -> ]Die Gegner des Klimaabkommens glauben aber nicht dass diese Ereignisse durch Menschen verursacht werden. Also kann man die Kosten aus dieser Sicht auch nicht gegenrechnen. Beide Seiten vertreten lediglich Thesen. Einen echten wissenschaftlichen Beweis für eine dieser Thesen gibt es nicht.

Freundlich ausgedrückt ist das ein großes "Missverständnis", basierend auf Unwissenheit über wissenschaftliche Methodik. Natürlich gibt es die wissenschaftlichen Beweise dafür, dass die aktuellen Klimaveränderung in der Hauptsache vom Menschen verursacht werden, und natürlich ergeben sich daraus auch die Ursachen für verschiedene Klima- und Wetterextreme.

Allerdings spielt das auch nur eine untergeordnete Rolle, da es aus wirtschaftlicher wie auch aus gesellschaftlicher Perspektive vollkommen egal ist, wer Urheber der Klimaveränderungen ist. Die Schäden sind genauso real wie die Zunahme der Schäden, insofern ist aus praktischer Sicht nur die Frage relevant, welche Möglichkeiten es gibt, diese Schäden in Zukunft zu reduzieren. Und wie groß der Aufwand im Vergleich zum Nutzen ist. Die Welt scheint da so ziemlich einer Meinung zu sein, und offensichtlich sind selbst großer Teile der USA der gleichen Meinung. Nur eben nicht die Regierung, die wiederum die Konsequenzen ihres Handelns nicht selbst auslöffeln werden muss. In der Beziehung ist Trump mehr Politiker als alle anderen.
(05.06.2017, 14:05)Helios schrieb: [ -> ]
(05.06.2017, 13:19)manfredj schrieb: [ -> ]Die Gegner des Klimaabkommens glauben aber nicht dass diese Ereignisse durch Menschen verursacht werden. Also kann man die Kosten aus dieser Sicht auch nicht gegenrechnen. Beide Seiten vertreten lediglich Thesen. Einen echten wissenschaftlichen Beweis für eine dieser Thesen gibt es nicht.

Freundlich ausgedrückt ist das ein großes "Missverständnis", basierend auf Unwissenheit über wissenschaftliche Methodik. Natürlich gibt es die wissenschaftlichen Beweise dafür, dass die aktuellen Klimaveränderung in der Hauptsache vom Menschen verursacht werden, und natürlich ergeben sich daraus auch die Ursachen für verschiedene Klima- und Wetterextreme.

Allerdings spielt das auch nur eine untergeordnete Rolle, da es aus wirtschaftlicher wie auch aus gesellschaftlicher Perspektive vollkommen egal ist, wer Urheber der Klimaveränderungen ist. Die Schäden sind genauso real wie die Zunahme der Schäden, insofern ist aus praktischer Sicht nur die Frage relevant, welche Möglichkeiten es gibt, diese Schäden in Zukunft zu reduzieren. Und wie groß der Aufwand im Vergleich zum Nutzen ist. Die Welt scheint da so ziemlich einer Meinung zu sein, und offensichtlich sind selbst großer Teile der USA der gleichen Meinung. Nur eben nicht die Regierung, die wiederum die Konsequenzen ihres Handelns nicht selbst auslöffeln werden muss. In der Beziehung ist Trump mehr Politiker als alle anderen.

Nur weil aktuell eine Mehrheit auf der Welt an den von Menschen gemachten Klimawandel glaubt heißt das doch nicht, dass es ihn auch wirklich gibt. Stichhaltige Beweise dafür habe ich jedenfalls noch nicht gelesen. Die Gegner behaupten dass nur 4% des CO² überhaupt von Menschen produziert wurde. Eine Entkräftung dieser Behauptung habe ich noch nicht gelesen. Diese 4% mehr werden aber locker durch die ansteigende Begrünung unseres Planeten aufgefangen.
(05.06.2017, 16:52)manfredj schrieb: [ -> ]
(05.06.2017, 14:05)Helios schrieb: [ -> ]
(05.06.2017, 13:19)manfredj schrieb: [ -> ]Die Gegner des Klimaabkommens glauben aber nicht dass diese Ereignisse durch Menschen verursacht werden. Also kann man die Kosten aus dieser Sicht auch nicht gegenrechnen. Beide Seiten vertreten lediglich Thesen. Einen echten wissenschaftlichen Beweis für eine dieser Thesen gibt es nicht.

Freundlich ausgedrückt ist das ein großes "Missverständnis", basierend auf Unwissenheit über wissenschaftliche Methodik. Natürlich gibt es die wissenschaftlichen Beweise dafür, dass die aktuellen Klimaveränderung in der Hauptsache vom Menschen verursacht werden, und natürlich ergeben sich daraus auch die Ursachen für verschiedene Klima- und Wetterextreme.

Allerdings spielt das auch nur eine untergeordnete Rolle, da es aus wirtschaftlicher wie auch aus gesellschaftlicher Perspektive vollkommen egal ist, wer Urheber der Klimaveränderungen ist. Die Schäden sind genauso real wie die Zunahme der Schäden, insofern ist aus praktischer Sicht nur die Frage relevant, welche Möglichkeiten es gibt, diese Schäden in Zukunft zu reduzieren. Und wie groß der Aufwand im Vergleich zum Nutzen ist. Die Welt scheint da so ziemlich einer Meinung zu sein, und offensichtlich sind selbst großer Teile der USA der gleichen Meinung. Nur eben nicht die Regierung, die wiederum die Konsequenzen ihres Handelns nicht selbst auslöffeln werden muss. In der Beziehung ist Trump mehr Politiker als alle anderen.

Nur weil aktuell eine Mehrheit auf der Welt an den von Menschen gemachten Klimawandel glaubt heißt das doch nicht, dass es ihn auch wirklich gibt. Stichhaltige Beweise dafür habe ich jedenfalls noch nicht gelesen. Die Gegner behaupten dass nur 4% des CO² überhaupt von Menschen produziert wurde. Eine Entkräftung dieser Behauptung habe ich noch nicht gelesen. Diese 4% mehr werden aber locker durch die ansteigende Begrünung unseres Planeten aufgefangen.

Das mag für dich eine Glaubensfrage sein, ich selbst halte mich an Erkenntnisse, die auf wissenschaftlichem Wege ermittelt wurden. Entsprechende Publikationen dazu wirst du in der von dir gewünschten Tiefe überall finden, ich werde dir hier garantiert keine Bibliographie zusammenschreiben, die dich letztlich eh nicht interessiert, da dein Glauben so oder so unerschütterlich feststeht. Über den IPCC findest du allerdings einen sehr schönen Einstieg, und auch eine Antwort darauf, warum die Mehrbelastung durch den Menschen messbar nicht abgefangen werden kann (und warum es unsinnig ist, zum jetzigen Zeitpunkt zu behaupten, dass die durch das CO² gesteigerte Begrünung einen Ausgleich bieten würde). Übrigens nicht nur als Fazit, sondern inklusive entsprechender Verweise auf die Studien, deren Grundlagen und Anerkennung nach wissenschaftlichen Maßstäben.

Bspw: http://www.ipcc.ch/pdf/assessment-report..._FINAL.pdf

Wenn du da noch Diskussionsbedarf siehst, wir haben dazu ein passendes Thema: https://www.forum-sicherheitspolitik.org...p?tid=2343. Hier geht es konkret um die USA und die us-amerikanische Politik und Wirtschaft. Du darfst übrigens gern auf meinen zweiten Absatz eingehen, solange der entsprechende Bezug zum Thema bestehen bleibt.

Mitleser

(05.06.2017, 13:19)manfredj schrieb: [ -> ]...
Die Gegner des Klimaabkommens glauben aber nicht dass diese Ereignisse durch Menschen verursacht werden. Also kann man die Kosten aus dieser Sicht auch nicht gegenrechnen. Beide Seiten vertreten lediglich Thesen. Einen echten wissenschaftlichen Beweis für eine dieser Thesen gibt es nicht.

Es gibt sehr viele Gründe, ein Abkommen wie das Pariser Klimaabkommen nicht mitzutragen, einige sind besser als andere. Ob es das Leugnen der Erwärmung an sich ist oder die bloße Einschätzung, dass der Zertifikatehandel untauglicher Unfug sei, es ist alles dabei je nachdem mit wem man gerade spricht. Die Befürworter des Abkommens sind imho im Einzelnen gar nicht mal zwingend die klügeren Leute.
Mir persönlich stellt sich die Frage, wie viel CO2 denn eigentlich die Bundesrepublik mit ihrer multimilliarden-Energiewende bisher eingespart hat ? Dass wir uns als Schulmeister aufspielen können verdanken wir ja nur der Tatsache, dass wir unseren selbstgesteckten CO2-Zielen durch Deindustrialisierung der ehemaligen DDR und Verlagerung von Produktion ins Ausland näher kamen. Um der Sache selbst Willen sind wir den Zielen kein bisschen näher gekommen und werden es auch nicht. Die einfachste und billigste Sofortmaßnahme, Tempolimit auf Autobahnen, wird nicht mal ernsthaft diskutiert.
Dass natürlich alles hohl dreht wenn der Antichrist ein Klimaabkommen kündigt ist keine Überraschung. Der könnte auch übers Waser laufen und es hieße, der sei zu doof zum Schwimmen.
(06.06.2017, 10:48)Mitleser schrieb: [ -> ]Es gibt sehr viele Gründe, ein Abkommen wie das Pariser Klimaabkommen nicht mitzutragen, einige sind besser als andere. Ob es das Leugnen der Erwärmung an sich ist oder die bloße Einschätzung, dass der Zertifikatehandel untauglicher Unfug sei, es ist alles dabei je nachdem mit wem man gerade spricht. Die Befürworter des Abkommens sind imho im Einzelnen gar nicht mal zwingend die klügeren Leute.
Mir persönlich stellt sich die Frage, wie viel CO2 denn eigentlich die Bundesrepublik mit ihrer multimilliarden-Energiewende bisher eingespart hat ? Dass wir uns als Schulmeister aufspielen können verdanken wir ja nur der Tatsache, dass wir unseren selbstgesteckten CO2-Zielen durch Deindustrialisierung der ehemaligen DDR und Verlagerung von Produktion ins Ausland näher kamen. Um der Sache selbst Willen sind wir den Zielen kein bisschen näher gekommen und werden es auch nicht. Die einfachste und billigste Sofortmaßnahme, Tempolimit auf Autobahnen, wird nicht mal ernsthaft diskutiert.
Dass natürlich alles hohl dreht wenn der Antichrist ein Klimaabkommen kündigt ist keine Überraschung. Der könnte auch übers Waser laufen und es hieße, der sei zu doof zum Schwimmen.

Natürlich gibt es viele Gründe, warum man das Klimaabkommen kündigen kann. Die meisten davon ist vollkommener Unsinn (wie bspw. das Leugnen einer von Menschen verantworteten Klimaveränderung), andere bieten zumindest eine Diskussionsgrundlage. Allerdings sollte dann hier eben auch darüber diskutiert werden, anstatt wieder eine themenfremde Metadiskussion vom Zaun zu brechen (zumal sich Deutschland nicht als Schulmeister aufgespielt hat, sondern nur Teil der globalen und auch inneramerikanischen Kritik am Ausstieg war), die mit dem Thema hier nichts zu tun hat (wenn du über die Treibhausgasentwicklung Deutschlands diskutieren willst, ein passendes Thema habe ich zuvor bereits genannt).

Dein letzter Satz hingegen ist bezeichnend, denn genauso, wie viele jegliches Handeln von Trump zum Anlass nehmen, über ihn zu "bashen", gibt es eben jene, die jegliche Kritik an Trumps handeln als Bashing bezeichnen. Die Beiträge hier im Thema zeigen das recht eindeutig, denn auf die gegen einen Austritt sprechenden Argumente gibt es gar keine inhaltliche Reaktion, außer jene, dass eh alles gelogen ist und im Zweifel die anderen Schuld haben.

Insofern ist übrigens deine Aussage interessant, dass "natürlich alles hohl dreht" weil Trump das Abkommen (erwartungsgemäß) gekündigt hat. Denn in meinen Augen passiert genau das gerade nicht; für die Medien ist das eigentlich kein großes Thema (waren aber Klimafragen abgesehen von aktuellen Ereignissen eh nie), und auch die Weltpolitik scheint sich nicht lang damit beschäftigen zu wollen. Schon jetzt, nur ein paar Tage später, spielt es in der Gesamtwirkung gar keine Rolle mehr. Dazu trägt zumindest medial natürlich auch bei, dass es bei Trump einige andere Themen von vermeintlich höherer Wichtigkeit gibt, über die man berichten kann. Aber auch politisch hat der Schritt offensichtlich keinen nachhaltigen Eindruck gemacht.