27.07.2026, 16:22
(27.07.2026, 15:11)Pmichael schrieb: [ -> ]Das widerspricht meinen Ausführungen und Bestrebungen nicht, im Gegenteil stützt es sie sogar. Eben weil man keine Kapazitäten speziell für die niedrigintensiven Einsätze vorhält, sondern dafür LV/BV-Einheiten derart befähigt, dass solche real leider anfallenden Einsätze möglichst geringe negative Auswirkungen auf ihre Befähigung für den Kernauftrag haben.Zitat:Landes- und Bündnisverteidigung bestimmen die Ausrichtung der Flotte. Dabei sind Seekriegsmittel und Führungsstrukturen, die im intensiven Gefecht bestehen können, grundsätzlich auch für Einsätze niedriger Intensität etwa im Rahmen der Vereinten Nationen oder der EU-Missionen geeignet – nicht jedoch umgekehrt.
Dennoch wirken sich langanhaltende Einsätze niedriger Intensität negativ auf Einsatzbereitschaft und Reaktionsfähigkeit für Landes- und Bündnisverteidigung aus.
Marinekräfte für Einsätze im Internationalen Krisenmanagement zu verwenden, verlangt deshalb stets sorgfältiges Abwägen.
Seekriegsmittel primär auf solche Einsätze auszurichten, ist kontraproduktiv. Daher sollten bisher darauf ausgerichtete Ansätze, Kosten und Mittel der Marine umgesteuert werden. Damit können die gefechtsbereiten Kräfte flexibler zur Abschreckung, Verteidigung oder wahlweise als außenpolitisches Instrument eingesetzt werden.
(27.07.2026, 15:17)DeltaR95 schrieb: [ -> ]Stell' die Frage anders herum: Wie wahrscheinlich ist es, dass sich bei so einem dann offensichtlich koordinierten Vorgehen zwischen "Schattenflotte" und Huthis das Schiff so einfach kontrollieren lässt bzw. kein eigenes VPD an Bord hat?Wer sagt denn, dass das koordiniert stattfindet? Außerdem muss es auch gar nicht gleichzeitig stattfinden, sondern nur im Rahmen des selben Einsatzes.
Die Argumentation mit den hohen Ansprüchen an Boardingszenarien führt mich auch nur dahin, noch mehr dafür erforderliche Fähigkeiten modular verfügbar machen zu wollen oder eben zusätzliche Kapazitäten über Versorger/Amphibs dafür bereit zu stellen, was jedoch die entsprechenden Fregatten und deren Befähigung nicht entbehrlich macht.
Zitat:Zudem, welche Piraterie im Golf von Aden?Es ist mWn nicht so, dass dort keine Piraterie vorkommt. https://icc-ccs.org/map/
Es geht aber auch nicht nur um Piraterie im Golf von Aden, sondern um jedes potentielle Szenario der nächsten Jahrzehnte, in dem sowohl niedrigintensive Aufgaben wie auch hochintensive Bedrohungen im selben Einsatzraum auftreten.
Zitat:Selbst wenn, dann bekommen die OPV halt eine AAW-Fregatte als "Babysitter" zur Seite gestellt, weil die sowieso dann dort unten vor Ort sind, um den zivilen Schiffsverkehr zu schützen.Meine Logik ist da umgekehrt, dass diese dort ohnehin anwesende Fregatte ja auch das gelegentlich anfallende Boarding übernehmen kann, denn so braucht man nur ein zusätzliches Boot an Bord der Fregatte und kein ganzes OPV nur zu dem Zweck. Vor allem dann, wenn die Piraterie eben kein derart großes Problem darstellt, dass man extra dafür Schiffe abstellen müsste.
Zitat:Für dein Szenar kannst du alles aus spezialisierten Einheiten (in diesem Fall OPV und AAW-Fregatte) zusammenbauen, weil das so selten vorkommt, dass kein "EiLeWoMiSau"-Entwurf benötigt wird.Wenn es so selten vorkommt, warum sollten wir dann dafür spezialisierte Einheiten vorhalten, statt unsere ohnehin erforderlichen dafür zu nutzen? Es ist doch gerade eben das Ziel, keine Ressourcen mehr auf spezialisierte IKM-Einheiten zu verwenden, sondern alle Kapazitäten primär auf LV/BV auszurichten und IKM nur als Zweitbefähigung zu betrachten. Dem steht es doch entgegen, wenn man sich eben dieser Zweitbefähigung von LV/BV-Einheiten verweigert mit der Begründung, spezialisierte IKM-Einheiten könnten das besser.
Zitat:Und auch das gibt es als "Al Fulk"-Klasse schon, wenn man solche "Sonderlösungen" als notwendig erachtet.Also sollten wir lieber sowas beschaffen und dafür weniger Fregatten, nur damit wir unsere dann verbliebenen Fregatten nicht mit einem zusätzlichen RHIB und zwei Containerstellplätzen belasten müssen?
Zitat:Welchen Effekt der "Machtprojektion" soll bitte ein zusätzliches RHIB mit vielleicht 8 Marineinfanteristen an Bord liefern?Die Machtproktion leistet das Kriegsschiff, nicht das RHIB. Das RHIB übernimmt die zusätzlich zur Machprojektion vor Ort anfallenden Aufgaben, die unter der Schwelle des Waffeneinsatzes eines Kriegsschiffs liegen. Die Aufgaben, die auch ein OPV übernehmen könnte, das dann aber eben keinerlei Machtprojektion ausüben würde.
Zitat:Das Problem bei deiner Annahme ist, dass du ein "atypisches Szenar" als Regel annimmst, dem ist nur nicht so.Nein, das Problem bei deiner Annahme ist, dass du in allen Szenarien alternative Lösungsansätze vorsiehst, die einen höheren Ressourcenbedarf mit sich bringen als eine entsprechende Fähigkeitserweiterung unserer Fregatten. Du willst immer dann, wenn sowohl hoch-, als auch niedrigintensive Tätigkeiten zusammen anfallen (könnten), dafür separate Einheiten schicken, während du zugleich argumentierst, dass diese Situationen nur selten auftreten, was doch gerade gegen dafür spezialisierte Einheiten spricht.
Wohingegen ich auf solche spezialisierte Einheiten für niedrigintensive Aufgaben ganz verzichten möchte.




![[Bild: MTG_1xTASS1xWinde-300x225.jpg]](https://esut.de/wp-content/uploads/2020/01/MTG_1xTASS1xWinde-300x225.jpg)
Die Vorgängerklasse hat auch regelmäßig ATALANTA berädert. Und mit knapp 50 Mann Stammbesatzung ist das auch kein Luxusin der Flotte.