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Normale Version: Next Generation Frigate F127 (F124 Nachfolger)
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(19.01.2026, 20:20)Frank353 schrieb: [ -> ]Wir müssen jetzt nehmen, was verfügbar ist. Die USA hat bisher immer geliefert.

Gleichzeitig müssen die MBDA-Länder neue Raketensysteme in Abstimmung entwickeln oder alte verbessern. Zudem Radar und C2-Systeme. Vor allem müssen wir industrielle Kapazitäten in Europa skalieren. Ich glaube nicht, dass wir für F 127 in Frankreich bestellen können, da wird nichts kommen, mangels Kapazitäten.

Neben Investitionen in Hightech, brauchen wir Zugang zu Rohstoffen (Metalle, selt. Erden, Sprengstoff-Vorprodukte). Vll. aus Afrika oder Australien, keine Ahnung, aktuell haben wir das in Europa nicht. Die USA, Russland, China dagegen schon.
dagegen schon.

Ich bin bekannt hier, kein Freund der Franzosen zu sein.
Aber F und I liefern zumindest ihre eigenen Schiffsbauten sehr pünktlich aus.
Bei 3 Schiffen oder 4 bis 2033 muss aber Lizenz Fertigung Bedingung sein... Alles zu 100% auf deutscher werft.
Kann Italien das erlauben?
FREMM evo ist fertig konstruiert... Könnte sofort losgehen.
Bei den F127 müssen wir bei dem Amis bleiben oder massiv andere Kompromisse eingehen…

Die Fregatten aus UK, Italien, Frankreich sind bzgl AAW deutlich weniger leistungsfähig UND auch nicht sicherer/schneller lieferbar… die haben alle Aufträge und die Bücher sind voll und die Kapazitäten sind begrenzt.
Die Kapazitäten bei Aster 15/30 sind auch sehr gering und werden in den nächsten Jahren auch nur auf 300 pro Jahr steigen… das ist aber die Kappa für Marine und Heer von diversen Ländern! Das ist echt nicht viel…
Die Kappa der SM Reihen werden massiv steigen… außerdem soll PAC3 MSE ins MK41 und Aegis integriert werden… auch ggf. Dual oder QuadPack fähig… den Aster und Sylver Weg kann die dt Marine nur gehen wenn man hier einen europäischen gesamtansatz auf den Weg bringt… also Kappa auf 1000 Flugkörper pro Jahr erhöhen… und den Sylver NG sehr flexibel (auch für Iris-t) auslegen…
das ehe ich aber alles bis in die 2040er nicht realistisch !

Deutschland braucht aber gestern neue AAW Fregatten…
daher meine Vorschlag…
F127 wie geplant … ABER
SM2/6, PAC3 MSE FK Produktion in Deutschland aufbauen…
Iris-t ins MK41 integrieren
CMS330 mit vielen integrierten subSystemen die man in der eigenen Hand hat!
das alles geht bis 2035… und ist dann eine sehr leistungsfähige AAW Fregatte mit sicherem Zugang zu Effektoren!

für F128 muss man dann europäisch gehen… und das dann schon auf den Weg bringen…
EuroVLS mit allen EuroEffektoren, weiter CMS330, komplette Radarsuite
Made in Europe/Germany
Das stimmt. Aber ich glaube nicht, dass sie ausreichend Raketen-, oder Marschflugkörperkapazitäten haben.
Also die Beziehungen im Bereich der Rüstung zwischen Italien und Deutschland sind traditionell doch sehr gut. Auch Fincantieri und TKMS arbeiten seit Jahren vertrauensvoll zusammen. Und wenn Fincantieri die Uboote von TKMS in Lizenz bauen kann und darf, dann sollte TKMS doch die neue Fregatte von Fincantieri in Lizenz bauen dürfen.

Die Italiener starten doch gerade neu:
https://www.hartpunkt.de/new-generation-...erstoerer/

Ich glaube die würden uns mit offenen Armen empfangen empfangen. Natürlich kostet das auch Geld und erfüllt vielleicht nur 80% der Anforderung und Fähigkeit der aktuell geplanten F127, trotzdem erscheint mit es aktuell nach einer guten Alternative.

Wahrscheinlich ist es gerade aber eher eine politische Entscheidung, will man Trump gerade reizen oder ihn lieber milde stimmen?
Da das Thema inzwischen entsprechende Relevanz für diesen Kontext hat, möchte ich die Gelegenheit nutzen, um einen kleineren medium/deep dive in den Ist-Zustand der VLS Thematik zu starten. Aktuell schlagen wir uns ja gegenseitig die Köpfe ein, welcher Weg denn nun bezüglich dem VLS zu nehmen ist, das wird hiermit nicht beantwortet. Stattdessen soll das hier mehr eine Art Crashkurs in die Technik der beiden Bestandssysteme - das Mk41 VLS und das SYLVER VLS - sein, um eine Basis für Vergleiche und Abwägungen zu schaffen.
----

Die Ursprünge der beiden Systeme gar nicht mal so verschieden. Auch die reine funktionsweise in Bezug auf Abläufe, Beladung usw ist relativ identisch, weshalb ich auf diese Punkte nicht weiter eingehe. Kurz aber ein Paar Eckdaten zu beiden Systemen.
  • Das Mk41 VLS wurde in den frühen 1970ern auf eine Initiative der US Navy hin durch Martin Marietta (heute Lockheed Martin, ebenfalls der heutige Hersteller) entwickelt und wird seit 1986 auf Kriegsschiffen verbaut. Weltweit gibt es 16x Nutzer des Systems.
  • Das SYLVER VLS wurde in den frühen 1980ern durch DCNS (heute NavalGroup, ebenfalls der heutige Hersteller) entwickelt und wird seit 2001 auf Kriegsschiffen verbaut.
    Weltweit gibt gibt es 12x Nutzer des Systems.
Jetzt aber ans Eingemachte, warum sind diese Systeme so unterschiedlich?

Fähigkeitstechnisch waren sie es tatsächlich gar nicht, jedenfalls wenn wir von den IOC Fähigkeiten ausgehen.
Das Mk41 von 1986 war zum Verschuss der RIM-66 (der SM-2MR), der RIM-67 (der SM-2ER) sowie Tomahawk befähigt. Ähnlich wie das SYLVER rund 15 Jahre später, handelte es sich bei dem System zwar um einen "Universalstarter", das war allerdings eher mit "Universallogistik" zu übersetzen, nicht mit einer universalen Anwendung. Das VLS war zu diesem Zeitpunkt noch kein Rückgrad einer Flottendoktrin, der Einsatz war vor allem auf großen Einheiten wie Kreuzern und Zerstörern angedacht, die flexibel zwischen AAW und Land Attack Capabilities wechseln sollten. Erst um die Jahrtausendwende hatte sich das VLS als wirklicher go-to Starter für Lfk weltweit durchgesetzt.

SYLVER war dahingehend schon deutlich "universeller" angelegt, zumindest was das doktrinale Betrifft. In den späten 90ern zeichnete sich der Trend hin zu VLS-basierter Bewaffnung bereits ab, großartige Auswirkungen hatte es in diesem Fall aber kaum, das gilt für beide Systeme was bspw Größe oder Gewicht betrifft, Schiffe wurden zu diesem Zeitpunkt kongruent größer.
----

Der Grund, warum beide Systeme so unterschiedlich sind, liegt in der Design-Philosophie.

Entgegen der gängigen Vermutung, war SYLVER bei seiner Indienststellung nicht als "ASTER-only" System ausgelegt. Es war als "PAAMS-only" System ausgelegt.
PAAMS und SYLVER sind mehr oder minder symbiotisch entstanden, ein aufeinander abgestimmter Systemkomplex im Rahmen des Programms, aus dem später die Horizon und der Type 45 entstanden sind. Da hatte man damals noch die Idee, PAAMS (den Systemkomplex, nicht die Software) zu einer Art europäischem AEGIS auszubauen, was... so lala geklappt hat.
Und genau diese Auslegung ist für rund 90% der Kopfschmerzen mit dem System verantwortlich.

Wer einmal ein Mk41 Modul und ein SYLVER Modul in voller Pracht nebeneinander gesehen hat, dem dürfte etwas aufgefallen sein. Das Mk41 wirkt voll, überall Kabel und Kästen. Das SYLVER hingegen wirkt dagegen fast schon "nackt". Und demjenigen, dem das bisher aufgefallen ist, gebührt Lob, denn der hat Recht.

Ein Mk41 Modul in ein in sich geschlossenes Packet. Es verfügt über seine eigene Steuerelektronik und Rechner, die direkt am Starter befestigt sind und auch softwaretechnisch direkter Teil des Modul sind. Damit muss nur noch das Modul mit dem Rechenzentrum des Schiffes gekoppelt werden und ist Einsatzbereit, weshalb es auch bspw außerhalb des AEGIS Ökosystems Anwendung finden kann.
Beim SYLVER hingegen war der Großteil dieser Elektronik und Reichenleistung nicht Teil des Starters, sondern Teil des Schiffsystems auf dem das VLS verwendet wurde. Vorgehalten als Teil des schiffseigenen Reichenzentrums, nicht als "Plug-In-Modul", dass lediglich mit dem Rest des Schiffsystems verbunden wurde. Und genau damit hat man sich retroperspektivisch ganz schön ins Knie geschossen, wobei man fairerweise 1995 auch nicht unbedingt mit CAMM, IRIS-T und co zu rechnen hatte.
----

Aufgrund seiner Bauweise konnte das Mk41 somit relativ einfach weiterentwickelt werden. Die Verbindung zwischen dem geschlossenen Mk41-System und den restlichen Systemen eines Schiffes war standardisiert, somit hatte man im Mk41 selber freie Bahn für allerlei Änderungen an Software/Hardware. Somit gestalteten sich die Integration von NSSM und VL-ASROC relativ einfach. Später wurden Anpassungen an Hard- und Software nötig um bspw die ESSM ab 2004 im Quadpack verwenden zu können, was tatsächlich in älteren Mk41 Baselines so nicht möglich ist.

Beim SYLVER ging das nicht so ohne weiteres. Dessen Steuerelektronik und Software hing zu diesem Zeitpunkt noch fix im PAAMS Systemkomplex, jegliche Änderung daran wäre eine Änderung im Systemkomplex an sich (was keine gute Idee wäre). Zwar wurde PAAMS selber im Laufe der Jahre Modularisiert (was soweit ich weiß mit den FREMMs begann), aber Geld und Nachfrage um an der grundsätzlichen Symbiotik der Systeme zu fummeln, war nicht da, entsprechend beschränkte man sich nur auf geringfügige Anpassungen.
----

Es war allen Beteiligten aber klar, dass das nicht ewig so weitergehen könnte. PAAMS setzt sich nicht europaweit durch und mit der Zeit kamen neue Effektoren und Quadpacking auf, auch in Europa. Weshalb man sich soweit ich das beurteilen kann ab Anfang der 2010er an die Arbeit machte, um SYLVER von PAAMS zu entkoppeln. Zunächst physisch (also die Segregation der SYLVER Steuerelektronik in eigene standalone "Schränke") und danach intern (Also die Überarbeitung der dann SYLVER-eigenen Software).

Dieser Prozess ist, stand heute, vollständig abgeschlossen.

Heute ist SYLVER ein standalone System, das vollkommen unabhängig von bestehenden Systemkomplexen verwendet werden kann. Die systemeigene Steuerelektronik und Software ist heute getrennt von den schiffseigenen Rechenzentren in eigenen "Schränken" untergebracht, die separiert von CMS und co arbeiten.
Die Software dahinter wurde vollständig neu konstruiert, hier nachzulesen (Grüße gehen raus an Voyageur), und ist per preset in der Lage, jeglichen integrierten Fk zu erkennen und zu verschießen. Die Systemlogik ist nun so angeordnet, dass mehrere SIMBoxen (Typvertreter) pro SEQBox (Anwednungstyp) pro Zelle angehängt werden können, was die vorherige Obergrenze an verwaltbaren FK aufhebt und SYLVER uneingeschränkt zum Quadpacking befähigt. Das ist bspw auch der Grund, warum es inzwischen möglich ist, CAMM per SYLVER im Quadpack zu verschießen.

Hierfür ist die Integration eines FK in Steuerungssoftware (und CMS) vorab natürlich nötig, die sich selber, aufgrund der Aufhebung der PAAMS-Symbiotik (was die Integrationsschwierigkeiten erst bedingt hat) nicht schwieriger Gestaltet, als eine Integration in vergleichbare VLS-Systeme.

Obgleich ein wenig ursprüngliche DNA in diesen Systeme nach wie vor enthalten ist, was sich hauptsächlich auf schiffbauliche Aspekte auswirkt. Wie angesprochen ist die Steuerungselektronik in eigenen "Schränken" untergebracht, die relativ groß sind, über 2m hoch. Die müssen natürlich irgendwo untergebracht werden, auch wenn deren Austausch bei einem Auswechseln der SYLVER-Startanlage später zum Glück nicht mehr notwendig ist.
Desweiteren überdauert die Eigenart des Systems, dass die einzelnen Module nach wie vor nur an der kürzeren Seite direkt miteinander verbunden werden können, was zu den charakterischen "Lücken" bei horizontal angelegten Modulblöcken führt. Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, kann ich zum gegenwertigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Anscheinend hat das Vorteile für den Wartungsbetrieb (auch wenn das eher ein Nebeneffekt ist), braucht aber natürlich mehr Platz.

Auch wurde an den Dimensionen des Systems grundsätzlich nichts verändert, womit der Zellendurchmesser etwas kleiner ist als der einer Mk41 Zelle. Das hat nach meinem Kenntnisstand zwar aktuell keine Auswirkungen auf bspw Quadpacking, könnte aber perspektivisch relevant werden und eine Vergrößerung nach sich ziehen, sofern erfoderlich.
----

Das ist der Status Quo 2026.
(19.01.2026, 22:40)DopePopeUrban schrieb: [ -> ]Da das Thema inzwischen entsprechende Relevanz für diesen Kontext hat, möchte ich die Gelegenheit nutzen, um einen kleineren medium/deep dive in den Ist-Zustand der VLS Thematik zu starten. Aktuell schlagen wir uns ja gegenseitig die Köpfe ein, welcher Weg denn nun bezüglich dem VLS zu nehmen ist, das wird hiermit nicht beantwortet. Stattdessen soll das hier mehr eine Art Crashkurs in die Technik der beiden Bestandssysteme - das Mk41 VLS und das SYLVER VLS - sein, um eine Basis für Vergleiche und Abwägungen zu schaffen.
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Die Ursprünge der beiden Systeme gar nicht mal so verschieden. Auch die reine funktionsweise in Bezug auf Abläufe, Beladung usw ist relativ identisch, weshalb ich auf diese Punkte nicht weiter eingehe. Kurz aber ein Paar Eckdaten zu beiden Systemen.
  • Das Mk41 VLS wurde in den frühen 1970ern auf eine Initiative der US Navy hin durch Martin Marietta (heute Lockheed Martin, ebenfalls der heutige Hersteller) entwickelt und wird seit 1986 auf Kriegsschiffen verbaut. Weltweit gibt es 16x Nutzer des Systems.
  • Das SYLVER VLS wurde in den frühen 1980ern durch DCNS (heute NavalGroup, ebenfalls der heutige Hersteller) entwickelt und wird seit 2001 auf Kriegsschiffen verbaut.
    Weltweit gibt gibt es 12x Nutzer des Systems.
Jetzt aber ans Eingemachte, warum sind diese Systeme so unterschiedlich?

Fähigkeitstechnisch waren sie es tatsächlich gar nicht, jedenfalls wenn wir von den IOC Fähigkeiten ausgehen.
Das Mk41 von 1986 war zum Verschuss der RIM-66 (der SM-2MR), der RIM-67 (der SM-2ER) sowie Tomahawk befähigt. Ähnlich wie das SYLVER rund 15 Jahre später, handelte es sich bei dem System zwar um einen "Universalstarter", das war allerdings eher mit "Universallogistik" zu übersetzen, nicht mit einer universalen Anwendung. Das VLS war zu diesem Zeitpunkt noch kein Rückgrad einer Flottendoktrin, der Einsatz war vor allem auf großen Einheiten wie Kreuzern und Zerstörern angedacht, die flexibel zwischen AAW und Land Attack Capabilities wechseln sollten. Erst um die Jahrtausendwende hatte sich das VLS als wirklicher go-to Starter für Lfk weltweit durchgesetzt.

SYLVER war dahingehend schon deutlich "universeller" angelegt, zumindest was das doktrinale Betrifft. In den späten 90ern zeichnete sich der Trend hin zu VLS-basierter Bewaffnung bereits ab, großartige Auswirkungen hatte es in diesem Fall aber kaum, das gilt für beide Systeme was bspw Größe oder Gewicht betrifft, Schiffe wurden zu diesem Zeitpunkt kongruent größer.
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Der Grund, warum beide Systeme so unterschiedlich sind, liegt in der Design-Philosophie.

Entgegen der gängigen Vermutung, war SYLVER bei seiner Indienststellung nicht als "ASTER-only" System ausgelegt. Es war als "PAAMS-only" System ausgelegt.
PAAMS und SYLVER sind mehr oder minder symbiotisch entstanden, ein aufeinander abgestimmter Systemkomplex im Rahmen des Programms, aus dem später die Horizon und der Type 45 entstanden sind. Da hatte man damals noch die Idee, PAAMS (den Systemkomplex, nicht die Software) zu einer Art europäischem AEGIS auszubauen, was... so lala geklappt hat.
Und genau diese Auslegung ist für rund 90% der Kopfschmerzen mit dem System verantwortlich.

Wer einmal ein Mk41 Modul und ein SYLVER Modul in voller Pracht nebeneinander gesehen hat, dem dürfte etwas aufgefallen sein. Das Mk41 wirkt voll, überall Kabel und Kästen. Das SYLVER hingegen wirkt dagegen fast schon "nackt". Und demjenigen, dem das bisher aufgefallen ist, gebührt Lob, denn der hat Recht.

Ein Mk41 Modul in ein in sich geschlossenes Packet. Es verfügt über seine eigene Steuerelektronik und Rechner, die direkt am Starter befestigt sind und auch softwaretechnisch direkter Teil des Modul sind. Damit muss nur noch das Modul mit dem Rechenzentrum des Schiffes gekoppelt werden und ist Einsatzbereit, weshalb es auch bspw außerhalb des AEGIS Ökosystems Anwendung finden kann.
Beim SYLVER hingegen war der Großteil dieser Elektronik und Reichenleistung nicht Teil des Starters, sondern Teil des Schiffsystems auf dem das VLS verwendet wurde. Vorgehalten als Teil des schiffseigenen Reichenzentrums, nicht als "Plug-In-Modul", dass lediglich mit dem Rest des Schiffsystems verbunden wurde. Und genau damit hat man sich retroperspektivisch ganz schön ins Knie geschossen, wobei man fairerweise 1995 auch nicht unbedingt mit CAMM, IRIS-T und co zu rechnen hatte.
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Aufgrund seiner Bauweise konnte das Mk41 somit relativ einfach weiterentwickelt werden. Die Verbindung zwischen dem geschlossenen Mk41-System und den restlichen Systemen eines Schiffes war standardisiert, somit hatte man im Mk41 selber freie Bahn für allerlei Änderungen an Software/Hardware. Somit gestalteten sich die Integration von NSSM und VL-ASROC relativ einfach. Später wurden Anpassungen an Hard- und Software nötig um bspw die ESSM ab 2004 im Quadpack verwenden zu können, was tatsächlich in älteren Mk41 Baselines so nicht möglich ist.

Beim SYLVER ging das nicht so ohne weiteres. Dessen Steuerelektronik und Software hing zu diesem Zeitpunkt noch fix im PAAMS Systemkomplex, jegliche Änderung daran wäre eine Änderung im Systemkomplex an sich (was keine gute Idee wäre). Zwar wurde PAAMS selber im Laufe der Jahre Modularisiert (was soweit ich weiß mit den FREMMs begann), aber Geld und Nachfrage um an der grundsätzlichen Symbiotik der Systeme zu fummeln, war nicht da, entsprechend beschränkte man sich nur auf geringfügige Anpassungen.
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Es war allen Beteiligten aber klar, dass das nicht ewig so weitergehen könnte. PAAMS setzt sich nicht europaweit durch und mit der Zeit kamen neue Effektoren und Quadpacking auf, auch in Europa. Weshalb man sich soweit ich das beurteilen kann ab Anfang der 2010er an die Arbeit machte, um SYLVER von PAAMS zu entkoppeln. Zunächst physisch (also die Segregation der SYLVER Steuerelektronik in eigene standalone "Schränke") und danach intern (Also die Überarbeitung der dann SYLVER-eigenen Software).

Dieser Prozess ist, stand heute, vollständig abgeschlossen.

Heute ist SYLVER ein standalone System, das vollkommen unabhängig von bestehenden Systemkomplexen verwendet werden kann. Die systemeigene Steuerelektronik und Software ist heute getrennt von den schiffseigenen Rechenzentren in eigenen "Schränken" untergebracht, die separiert von CMS und co arbeiten.
Die Software dahinter wurde vollständig neu konstruiert, hier nachzulesen (Grüße gehen raus an Voyageur), und ist per preset in der Lage, jeglichen integrierten Fk zu erkennen und zu verschießen. Die Systemlogik ist nun so angeordnet, dass mehrere SIMBoxen (Typvertreter) pro SEQBox (Anwednungstyp) pro Zelle angehängt werden können, was die vorherige Obergrenze an verwaltbaren FK aufhebt und SYLVER uneingeschränkt zum Quadpacking befähigt. Das ist bspw auch der Grund, warum es inzwischen möglich ist, CAMM per SYLVER im Quadpack zu verschießen.

Hierfür ist die Integration eines FK in Steuerungssoftware (und CMS) vorab natürlich nötig, die sich selber, aufgrund der Aufhebung der PAAMS-Symbiotik (was die Integrationsschwierigkeiten erst bedingt hat) nicht schwieriger Gestaltet, als eine Integration in vergleichbare VLS-Systeme.

Obgleich ein wenig ursprüngliche DNA in diesen Systeme nach wie vor enthalten ist, was sich hauptsächlich auf schiffbauliche Aspekte auswirkt. Wie angesprochen ist die Steuerungselektronik in eigenen "Schränken" untergebracht, die relativ groß sind, über 2m hoch. Die müssen natürlich irgendwo untergebracht werden, auch wenn deren Austausch bei einem Auswechseln der SYLVER-Startanlage später zum Glück nicht mehr notwendig ist.
Desweiteren überdauert die Eigenart des Systems, dass die einzelnen Module nach wie vor nur an der kürzeren Seite direkt miteinander verbunden werden können, was zu den charakterischen "Lücken" bei horizontal angelegten Modulblöcken führt. Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, kann ich zum gegenwertigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Anscheinend hat das Vorteile für den Wartungsbetrieb (auch wenn das eher ein Nebeneffekt ist), braucht aber natürlich mehr Platz.

Auch wurde an den Dimensionen des Systems grundsätzlich nichts verändert, womit der Zellendurchmesser etwas kleiner ist als der einer Mk41 Zelle. Das hat nach meinem Kenntnisstand zwar aktuell keine Auswirkungen auf bspw Quadpacking, könnte aber perspektivisch relevant werden und eine Vergrößerung nach sich ziehen, sofern erfoderlich.
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Das ist der Status Quo 2026.

Danke für den historischen und technischen Einblick Smile
Klingt für IRIS-T zumindest nicht schlecgt, sofern due X irgendwie quad Pack rein passt... Dann benötigen wir ESSM nicht mehr.
Und Aster NG wird zumindest einige SM Varianten ersetzen.
Hydef als BMD muss forciert werden, um BMD europäisch zu gestalten.

Ich würde es mit den italienern wagen.
Denn es ist egal, was wir bei Trump machen... Entweder begehen wir militärisch einen kleinen Fehler( nur 80% Leistung zu AEGIS) oder politisch 100% Harakiri (NULL Waffen Systeme, wenn die USA zicken im Ernstfall)
Da entscheidet sich die Logik ganz klar für politische Unabhängigkeit.
Und dann alles was geht rein in hydef und Co!!!
Immer gerne.

(19.01.2026, 23:02)Milspec_1967 schrieb: [ -> ]Hydef als BMD muss forciert werden, um BMD europäisch zu gestalten.
Das dürfte tatsächlich auch die größte Hürde in diesen Vorgaben werden. Wir befinden uns dank jeweiliger nationaler Industriepolitik in der Situation, dass in Europa gerade zwei Effektoren für das selbe Aufgabenspektrum entwickelt werden. HYDEF (SMS und Diehl) und AQUILLA/HYDIS2 (MBDA, Thales und Arianegroup). Da hängt jeweils einiges an nationalen Interessen drin, das wird schwer zu standardisieren, geschwiegen denn zu forcieren, sein.

Dazu steht ja leider immer noch eine Partnerschaft zwischen Diehl und Lockheed Martin im Raum, die das ganze nicht unbedingt leichter machen dürfte. Zumal HYDEF auch noch hauptsächlich von spanischen und deutsche Unternehmen getragen wird, dessen Marinen perspektivisch auf AEGIS setzen. Ich hoffe man hat sich da jetzt nicht in eine ungünstige Situation manövriert. Ersatz wäre mit AQUILLA ja da aber wenn man schon die Chance mit HYDEF hat, sollte man die auch nutzen.
(19.01.2026, 22:40)DopePopeUrban schrieb: [ -> ]Da das Thema inzwischen entsprechende Relevanz für diesen Kontext hat, möchte ich die Gelegenheit nutzen, um einen kleineren medium/deep dive in den Ist-Zustand der VLS Thematik zu starten. Aktuell schlagen wir uns ja gegenseitig die Köpfe ein, welcher Weg denn nun bezüglich dem VLS zu nehmen ist, das wird hiermit nicht beantwortet. Stattdessen soll das hier mehr eine Art Crashkurs in die Technik der beiden Bestandssysteme - das Mk41 VLS und das SYLVER VLS - sein, um eine Basis für Vergleiche und Abwägungen zu schaffen.
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Die Ursprünge der beiden Systeme gar nicht mal so verschieden. Auch die reine funktionsweise in Bezug auf Abläufe, Beladung usw ist relativ identisch, weshalb ich auf diese Punkte nicht weiter eingehe. Kurz aber ein Paar Eckdaten zu beiden Systemen.
  • Das Mk41 VLS wurde in den frühen 1970ern auf eine Initiative der US Navy hin durch Martin Marietta (heute Lockheed Martin, ebenfalls der heutige Hersteller) entwickelt und wird seit 1986 auf Kriegsschiffen verbaut. Weltweit gibt es 16x Nutzer des Systems.
  • Das SYLVER VLS wurde in den frühen 1980ern durch DCNS (heute NavalGroup, ebenfalls der heutige Hersteller) entwickelt und wird seit 2001 auf Kriegsschiffen verbaut.
    Weltweit gibt gibt es 12x Nutzer des Systems.
Jetzt aber ans Eingemachte, warum sind diese Systeme so unterschiedlich?

Fähigkeitstechnisch waren sie es tatsächlich gar nicht, jedenfalls wenn wir von den IOC Fähigkeiten ausgehen.
Das Mk41 von 1986 war zum Verschuss der RIM-66 (der SM-2MR), der RIM-67 (der SM-2ER) sowie Tomahawk befähigt. Ähnlich wie das SYLVER rund 15 Jahre später, handelte es sich bei dem System zwar um einen "Universalstarter", das war allerdings eher mit "Universallogistik" zu übersetzen, nicht mit einer universalen Anwendung. Das VLS war zu diesem Zeitpunkt noch kein Rückgrad einer Flottendoktrin, der Einsatz war vor allem auf großen Einheiten wie Kreuzern und Zerstörern angedacht, die flexibel zwischen AAW und Land Attack Capabilities wechseln sollten. Erst um die Jahrtausendwende hatte sich das VLS als wirklicher go-to Starter für Lfk weltweit durchgesetzt.

SYLVER war dahingehend schon deutlich "universeller" angelegt, zumindest was das doktrinale Betrifft. In den späten 90ern zeichnete sich der Trend hin zu VLS-basierter Bewaffnung bereits ab, großartige Auswirkungen hatte es in diesem Fall aber kaum, das gilt für beide Systeme was bspw Größe oder Gewicht betrifft, Schiffe wurden zu diesem Zeitpunkt kongruent größer.
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Der Grund, warum beide Systeme so unterschiedlich sind, liegt in der Design-Philosophie.

Entgegen der gängigen Vermutung, war SYLVER bei seiner Indienststellung nicht als "ASTER-only" System ausgelegt. Es war als "PAAMS-only" System ausgelegt.
PAAMS und SYLVER sind mehr oder minder symbiotisch entstanden, ein aufeinander abgestimmter Systemkomplex im Rahmen des Programms, aus dem später die Horizon und der Type 45 entstanden sind. Da hatte man damals noch die Idee, PAAMS (den Systemkomplex, nicht die Software) zu einer Art europäischem AEGIS auszubauen, was... so lala geklappt hat.
Und genau diese Auslegung ist für rund 90% der Kopfschmerzen mit dem System verantwortlich.

Wer einmal ein Mk41 Modul und ein SYLVER Modul in voller Pracht nebeneinander gesehen hat, dem dürfte etwas aufgefallen sein. Das Mk41 wirkt voll, überall Kabel und Kästen. Das SYLVER hingegen wirkt dagegen fast schon "nackt". Und demjenigen, dem das bisher aufgefallen ist, gebührt Lob, denn der hat Recht.

Ein Mk41 Modul in ein in sich geschlossenes Packet. Es verfügt über seine eigene Steuerelektronik und Rechner, die direkt am Starter befestigt sind und auch softwaretechnisch direkter Teil des Modul sind. Damit muss nur noch das Modul mit dem Rechenzentrum des Schiffes gekoppelt werden und ist Einsatzbereit, weshalb es auch bspw außerhalb des AEGIS Ökosystems Anwendung finden kann.
Beim SYLVER hingegen war der Großteil dieser Elektronik und Reichenleistung nicht Teil des Starters, sondern Teil des Schiffsystems auf dem das VLS verwendet wurde. Vorgehalten als Teil des schiffseigenen Reichenzentrums, nicht als "Plug-In-Modul", dass lediglich mit dem Rest des Schiffsystems verbunden wurde. Und genau damit hat man sich retroperspektivisch ganz schön ins Knie geschossen, wobei man fairerweise 1995 auch nicht unbedingt mit CAMM, IRIS-T und co zu rechnen hatte.
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Aufgrund seiner Bauweise konnte das Mk41 somit relativ einfach weiterentwickelt werden. Die Verbindung zwischen dem geschlossenen Mk41-System und den restlichen Systemen eines Schiffes war standardisiert, somit hatte man im Mk41 selber freie Bahn für allerlei Änderungen an Software/Hardware. Somit gestalteten sich die Integration von NSSM und VL-ASROC relativ einfach. Später wurden Anpassungen an Hard- und Software nötig um bspw die ESSM ab 2004 im Quadpack verwenden zu können, was tatsächlich in älteren Mk41 Baselines so nicht möglich ist.

Beim SYLVER ging das nicht so ohne weiteres. Dessen Steuerelektronik und Software hing zu diesem Zeitpunkt noch fix im PAAMS Systemkomplex, jegliche Änderung daran wäre eine Änderung im Systemkomplex an sich (was keine gute Idee wäre). Zwar wurde PAAMS selber im Laufe der Jahre Modularisiert (was soweit ich weiß mit den FREMMs begann), aber Geld und Nachfrage um an der grundsätzlichen Symbiotik der Systeme zu fummeln, war nicht da, entsprechend beschränkte man sich nur auf geringfügige Anpassungen.
----

Es war allen Beteiligten aber klar, dass das nicht ewig so weitergehen könnte. PAAMS setzt sich nicht europaweit durch und mit der Zeit kamen neue Effektoren und Quadpacking auf, auch in Europa. Weshalb man sich soweit ich das beurteilen kann ab Anfang der 2010er an die Arbeit machte, um SYLVER von PAAMS zu entkoppeln. Zunächst physisch (also die Segregation der SYLVER Steuerelektronik in eigene standalone "Schränke") und danach intern (Also die Überarbeitung der dann SYLVER-eigenen Software).

Dieser Prozess ist, stand heute, vollständig abgeschlossen.

Heute ist SYLVER ein standalone System, das vollkommen unabhängig von bestehenden Systemkomplexen verwendet werden kann. Die systemeigene Steuerelektronik und Software ist heute getrennt von den schiffseigenen Rechenzentren in eigenen "Schränken" untergebracht, die separiert von CMS und co arbeiten.
Die Software dahinter wurde vollständig neu konstruiert, hier nachzulesen (Grüße gehen raus an Voyageur), und ist per preset in der Lage, jeglichen integrierten Fk zu erkennen und zu verschießen. Die Systemlogik ist nun so angeordnet, dass mehrere SIMBoxen (Typvertreter) pro SEQBox (Anwednungstyp) pro Zelle angehängt werden können, was die vorherige Obergrenze an verwaltbaren FK aufhebt und SYLVER uneingeschränkt zum Quadpacking befähigt. Das ist bspw auch der Grund, warum es inzwischen möglich ist, CAMM per SYLVER im Quadpack zu verschießen.

Hierfür ist die Integration eines FK in Steuerungssoftware (und CMS) vorab natürlich nötig, die sich selber, aufgrund der Aufhebung der PAAMS-Symbiotik (was die Integrationsschwierigkeiten erst bedingt hat) nicht schwieriger Gestaltet, als eine Integration in vergleichbare VLS-Systeme.

Obgleich ein wenig ursprüngliche DNA in diesen Systeme nach wie vor enthalten ist, was sich hauptsächlich auf schiffbauliche Aspekte auswirkt. Wie angesprochen ist die Steuerungselektronik in eigenen "Schränken" untergebracht, die relativ groß sind, über 2m hoch. Die müssen natürlich irgendwo untergebracht werden, auch wenn deren Austausch bei einem Auswechseln der SYLVER-Startanlage später zum Glück nicht mehr notwendig ist.
Desweiteren überdauert die Eigenart des Systems, dass die einzelnen Module nach wie vor nur an der kürzeren Seite direkt miteinander verbunden werden können, was zu den charakterischen "Lücken" bei horizontal angelegten Modulblöcken führt. Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, kann ich zum gegenwertigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Anscheinend hat das Vorteile für den Wartungsbetrieb (auch wenn das eher ein Nebeneffekt ist), braucht aber natürlich mehr Platz.

Auch wurde an den Dimensionen des Systems grundsätzlich nichts verändert, womit der Zellendurchmesser etwas kleiner ist als der einer Mk41 Zelle. Das hat nach meinem Kenntnisstand zwar aktuell keine Auswirkungen auf bspw Quadpacking, könnte aber perspektivisch relevant werden und eine Vergrößerung nach sich ziehen, sofern erfoderlich.
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Das ist der Status Quo 2026.

Könntest du bitte auch die Quellen angegeben?

Nur als Beispiel, der Sylver A-50 wurde für PAAMS entwickelt, den A-43 gab es schon davor.
Ein Mk 41 Modul für sich ist überhaupt nicht nutzbar, den da fehlt die externe LCU als Schnittstelle zum CMS. Oder was definierst du als "Modul"?
Ich halte das VLS ja letztendlich für das unwichtigste System in der ganzen Prozesskette. Sensoren, CMS und Effektoren sind da ja viel wichtiger. Selbst wenn es mit den USA Probleme geben würde, beim VLS könnte wir damit leben und hätten zeit sich was anders zu überlegen.

Man kann sich soviel um die Hardware streite wie man möchte, was vor allem weg muss ist AEGIS.

Man darf nicht Vergessen das die F127 erst 2033 in Dienst gestellt werden soll. Hydeff soll z.b. schon 2028 seinen Erstflug haben und aus einem rotierenden Radar (Smart L MM/TRS-4D LR) eine Fixed version zu entwickeln ist bis dahin auch problemlos möglich...
DeltaR95 schrieb:Könntest du bitte auch die Quellen angegeben?
Klar.

https://www.senat.fr/rap/r10-733/r10-733.html
https://eurosam.com/naval-systems/
https://www.thinkdefence.co.uk/docs/aste...sea-viper/
https://grokipedia.com/page/PAAMS
https://www.deagel.com/Components/Sylver/a001421
https://en.missilery.info/missile/paams
https://www.edrmagazine.eu/mbdas-new-gen...l-missiles
https://www.globalsecurity.org/military/...rogram.htm (paywall)
https://www.globalsecurity.org/military/...n-cngf.htm (paywall)
https://www.globalsecurity.org/military/...5-hist.htm (paywall)
https://meta-defense.fr/2024/10/14/aster...en-europe/ (paywall)
https://meta-defense.fr/2025/03/11/10-au...generation (paywall)
https://meta-defense.fr/2025/12/15/sylve...puissance/ (paywall)

sowie natürlich einige Stränge hier im Forum.
https://www.forum-sicherheitspolitik.org...p?tid=7380
https://www.forum-sicherheitspolitik.org...p?tid=7376
https://www.forum-sicherheitspolitik.org...p?tid=1183

(Müssten alle sein)
Der Vollständigkeit halber kenne ich zudem Jemanden, der in einer Wartungsfunktion in der RN tätig ist und mit dem ich vor einiger Zeit ebenfalls über die Thematik gesprochen habe. Das kann ich natürlich schlecht verlinken, aber alles was ich dort erfahren habe findet sich auch in den angegebenen Quellen.
Zitat:Nur als Beispiel, der Sylver A-50 wurde für PAAMS entwickelt, den A-43 gab es schon davor.
Jein, ich verstehe aber wo du das her hast.

Dreh- und Angelpunkt for die Initiation von PAAMS war die NFR-90 bzw. besser gesagt, das scheitern dieser. Nachdem das Programm Ende der 80er faktisch tot war, schlossen sich Frankreich und Italien zusammen und gründeten die FAMS-Initiative (Family of Air Missiles), die mehrere Projekte, darunter auch ASTER und das was später mal das DRBJ 11 werden sollte, bündelte.

Über ein paar Umwegen und Eurosam später landen wir dann im Dezember 1990, als Großbritannien sein eigenes Programm (NAAWS) beendet und in FAMS einsteigt, bzw. Teile von NAAWS in FAMS übergehen sollen. Daraus wird letztendlich PAAMS, bzw eigentlich PAAM(S) für GB (Sampson) und PAAM(E) für FR/IT (Empar). Da aber niemand diese Unterscheidung durchzieht, mach ich das auch nicht, PAAMS it is.
Dazu gehört unter anderem auch die gemeinsame Entwicklung einer Schiffsklasse, der CNGF, die ein eigenständiges Programm innerhalb des PAAMS-Projekts ist.

Das geht aber nicht lange gut, da FR/IT und GBs Vorstellungen drastisch auseinander gehen. FR/IT denken bei diesen Einheiten an einen direkten NFR-90 Nachfolger, also an eine leichte Mehrzweckfregatte mit begrenzten AAW-Fähigkeiten, sowie einen erweiterten Eigenschutz für die kommenden Träger. Hierzu soll von den beiden sich in Entwicklung befindlichen ASTER Varianten, 15/30, nur die 15 navalisiert und per eigenem VLS, dem SYLVER A43, verschossen werden. Großbritannien hingegen will einen Zerstörer für Theatre Air Defense, sowie Aufwuchsmöglichkeiten hin zu BMD. Also die ASTER 30. Die passt aber nicht ins A43, weshalb dafür die A50 Version ins Leben gerufen wird. Zu diesem Zeitpunkt ist das A43 aber schon fast fertig (ursprünglich sollten diese Schiff ja immerhin schon vor 2000 Zulaufen) und wird bereits vor dem A50 in Dienst gestellt werden, nur eben nicht auf den Schiffen, aus denen später die CNGF/Type 45 werden, sondern auf der CDG. Die selber ein PAAMS Schiff ist und seit FAMS-Zeiten als solches geplant war.

Heißt du hast nicht ganz Unrecht, das A43 gab es bereits vor den CNGF/Type 45, aber nicht vor PAAMS.
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Kul14 schrieb:Man kann sich soviel um die Hardware streite wie man möchte, was vor allem weg muss ist AEGIS.
Da bin ich ja grundsätzlich bei dir, aber AEGIS ist eben nicht nur eine Software, sondern ein Systemkomplex. Das betrifft natürlich Hard- und Software, die Grenzen sind da fließend.
Zitat:Man darf nicht Vergessen das die F127 erst 2033 in Dienst gestellt werden soll. Hydeff soll z.b. schon 2028 seinen Erstflug haben und aus einem rotierenden Radar (Smart L MM/TRS-4D LR) eine Fixed version zu entwickeln ist bis dahin auch problemlos möglich...
Genau das ist der Zeitvorteil den wir eventuell haben. Selbst wenn wir sagen, dass eine Klasse vor 2034/35 in Dienst gestellt werden soll (was ich bei einer Doppelklasse bspw anvisieren würde), bleibt da noch relativ viel Zeit.

SMART-L und PowerShield dürften aufgrund der L-Band Auslegung nicht wirklich zukunftsfähig sein und das TRS-4D LR ist auch nicht wirklich europäisch, aber es gibt Alternativen. Wie angesprochen arbeitet Leonardo an einem eigenen S-Band System für den DDX, auch BAE soll (irgendwann) an einem eigenen System für FADS bzw den Type 83 arbeiten. SeaFire gibt es bereits und wird bereits als SMART-L Ersatz beworben, Thales-typisch können wir hier (ähnlich wie beim vorherigen SMART-L auch) mit sukzessiven Softwareupdates für bspw erweiterte BMD-Fähigkeiten rechnen.

Also wir stehen definitiv nicht blank dar.
(20.01.2026, 12:44)DopePopeUrban schrieb: [ -> ]Klar.

Ich warte immer noch auf die Quelle, die dein Kernargument stützt - nämlich, dass ein Mk 41 Modul für sich allein genommen alle Komponenten beinhaltet, die es zum autarken Betrieb befähigt.

Die Hälfte deiner Abhandlung basiert auf dieser Aussage und die ist fachlich nach meinem Stand nicht haltbar.

Egal ob Mk 41 oder Sylver, das jeweilige Modul ist für sich genommen nur der Träger für die Zellen und enthält Komponenten wie den Launch Sequencer oder die Motoransteuerung für die Hatches. Das ein Mk 41 Modul "soviele Kabel" hat, liegt vor allem auch daran, dass es Quad Pack ESSM aufnehmen kann. Jeder ESSM benötigt ein Anschlusskabel also hast du allein da schon die vierfache Menge an Kabeln. Das fehlt dem Sylver derzeit einfach.

Die Funktionskette Mk 41 besteht aus dem WCS sowie der LCU als Bestandteil des CMS außerhalb des Mk 41 Moduls sowie AM Mk 41 Modul den jeweiligen PPS, LSEQ und MCP.

Sprich, ohne externem WCS und LCU ist ein Mk 41 Modul "nutzlos".

Aus dieser "Beobachtung" jetzt irgendwelche standardisierte Schnittstellen ableiten und negieren zu wollen, ist wohl sehr weit hergeholt. Oder wie definierst du "standardisierte Schnittstelle"? NTDS-A? NTDS-E? Ethernet?

Fakt ist nun mal, du kannst auch einen Sylver ohne PAAMS verwenden, dass stellt überhaupt gar kein Problem dar.
DeltaR95 schrieb:Ich warte immer noch auf die Quelle, die dein Kernargument stützt - nämlich, dass ein Mk 41 Modul für sich allein genommen alle Komponenten beinhaltet, die es zum autarken Betrieb befähigt.
Ach das meinst du.

Ich beziehe mich dabei hierauf:
https://www.directupload.eu/file/d/9170/...gz_png.htm
https://doksi.net/en/get.php?lid=37023

Das Mk41 ist so konzipiert, dass jegliche notwendige Elektronik für dessen Verwendung am Modul (im physischen Sinne) "hängt". Zusätzlich erforderlich ist lediglich ein Launch Control Unit Segment, die die Kommunikation zwischen Modul und Weapon Control System (bzw CMS und co) ermöglicht.

Das war beim SYLVER hingegen lange Zeit nicht so. LCU und Teile des LSEQ (bzw beim SYLVER heißt das ganze anders aber ich bleibe bei diesen Begrifflichkeiten) gab es nicht als separate "Bausteine", die waren direkter Teil des CMS, dass direkt mit SYLVER kommuniziert hat. Statt den drei "Blöcken" des Mk41 [WCS - LCU - LSE+Kannister] hatte das SYLVER-Gefüge zwei, von dem das Meiste auf die "WCS-Ebene" entfiel.
Das ist, wie gesagt, inwzischen anders, aber die Komponenten sind nach wie vor separat untergebracht.

Um mehr ging es gar nicht, der visuelle "Exkurs" dient da nur als Überleitung um die Grundproblematik mit der ursprünglichen Symbiotik von SYLVER und PAAMS und dessen Auswirkungen auf bspw Integrationsarbeit im darauf folgenden Abschnitt zu erläutern.
(20.01.2026, 12:44)DopePopeUrban schrieb: [ -> ]Da bin ich ja grundsätzlich bei dir, aber AEGIS ist eben nicht nur eine Software, sondern ein Systemkomplex. Das betrifft natürlich Hard- und Software, die Grenzen sind da fließend.
Genau das ist der Zeitvorteil den wir eventuell haben. Selbst wenn wir sagen, dass eine Klasse vor 2034/35 in Dienst gestellt werden soll (was ich bei einer Doppelklasse bspw anvisieren würde), bleibt da noch relativ viel Zeit.

SMART-L und PowerShield dürften aufgrund der L-Band Auslegung nicht wirklich zukunftsfähig sein und das TRS-4D LR ist auch nicht wirklich europäisch, aber es gibt Alternativen. Wie angesprochen arbeitet Leonardo an einem eigenen S-Band System für den DDX, auch BAE soll (irgendwann) an einem eigenen System für FADS bzw den Type 83 arbeiten. SeaFire gibt es bereits und wird bereits als SMART-L Ersatz beworben, Thales-typisch können wir hier (ähnlich wie beim vorherigen SMART-L auch) mit sukzessiven Softwareupdates für bspw erweiterte BMD-Fähigkeiten rechnen.

Also wir stehen definitiv nicht blank dar.

Ja das Stimmt, aber grundsätzlich wäre es auch möglich Spy-6 und die SM Effektoren direkt ins CMS330 zu integrieren und auf AEGIS zu verzichten. Dann könnten wir z.b. auch APAR 2 integrieren und hätten sogar das leistungsfähigere System.

Aber ja wenn man jetzt die Entscheidung für eine überwiegend europäisches System trifft dann würde man das auch bis 2033 hinbekommen.
(19.01.2026, 13:48)ObiBiber schrieb: [ -> ]Hier eine umfangreiche Analyse bzgl Alternativen im F127 Setting und Unabhängigkeit von den USA
https://suv.report/eine-europaeische-f12...-illusion/
(20.01.2026, 12:44)DopePopeUrban schrieb: [ -> ]Wie angesprochen arbeitet Leonardo an einem eigenen S-Band System für den DDX, auch BAE soll (irgendwann) an einem eigenen System für FADS bzw den Type 83 arbeiten. SeaFire gibt es bereits und wird bereits als SMART-L Ersatz beworben, Thales-typisch können wir hier (ähnlich wie beim vorherigen SMART-L auch) mit sukzessiven Softwareupdates für bspw erweiterte BMD-Fähigkeiten rechnen.
Der Beitrag vom ArmchairGeneral behandelt übrigens auch nicht die theoretisch ebenfalls verfügbaren Lösungen aus UK+FR bezüglich Radarsuite. Gründe dafür werden nicht genannt.

(20.01.2026, 18:39)Kul14 schrieb: [ -> ]Ja das Stimmt, aber grundsätzlich wäre es auch möglich Spy-6 und die SM Effektoren direkt ins CMS330 zu integrieren und auf AEGIS zu verzichten.
Ohne Aegis wäre CMS330 eigentlich hinfällig, dann könnte man ein europäisches Standard-FüWES einführen, naheliegenderweise das 9LV.
„Kul14“ schrieb:Ja das Stimmt, aber grundsätzlich wäre es auch möglich Spy-6 und die SM Effektoren direkt ins CMS330 zu integrieren und auf AEGIS zu verzichten. Dann könnten wir z.b. auch APAR 2 integrieren und hätten sogar das leistungsfähigere System.
So wie diese Systeme aktuell existieren, ist das nicht möglich. Diese Komponenten sind entweder stark mit dem AWS verzahnt oder, wie bspw AN/SPY-6 und SM-6, direkt für das AWS entstanden. Plug and play ist da nicht.
In diesem Fall wäre auch das CMS-330 keine Alternative, da es zum einen keine Abhilfe für das AWS schafft und zum anderen ebenfalls ein Lockheed Martin Produkt ist.
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„Broensen“ schrieb:Der Beitrag vom ArmchairGeneral behandelt übrigens auch nicht die theoretisch ebenfalls verfügbaren Lösungen aus UK+FR bezüglich Radarsuite. Gründe dafür werden nicht genannt.
Was ich, sofern man hier strickt nach Realismus arbeiten würde, auch irgendwo verstehen könnte. BAE ist nicht gerade in einer guten Ausgangsposition um solch ein System zu entwickeln und ich denke persönlich auch, dass es dazu niemals kommen wird. Aber auf der einen Seite ein solches System nicht zu behandeln, im gleichem Atemzug aber von einem IRIS-T VLS und einer damit verbundenen nordeuropäischen Partnerschaft zu schwärmen, erscheint mir dann doch ein wenig selektiv.

Die Wahrheit dürfte aber einfach gewesen sein, dass er einfach keine Ahnung hatte, dass es überhaupt Pläne für ein solches System gibt. Ich bin mit ihm in der Vergangenheit schon öfters aneinandergeraten, da er teilweise einen Unsinn von sich gibt bei dem einem die Haare zu Berge stehen. Eine stets gesunde Mischung aus Unwissenheit, Ignoranz und schwarz-rot-goldenen Scheuklappen. Der Julian Reichelt für Panzer sozusagen. Warum ein Outlet wie ESuT den noch Artikel veröffentlichen lässt ist mir schlicht ein Rätsel.

Naja seis drum Angel