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Normale Version: Bundeswehrreform(en)
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Eine Bestandsaufnahme der Bundeswehrreformen beim Heer von Jane's:
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.janes.com/article/32338/german-army-shapes-up-for-future">http://www.janes.com/article/32338/germ ... for-future</a><!-- m -->
Zitat:German Army shapes up for future

Key Points

Germany plans to slowly upgrade its four tank battalions of Leopard 2A6 MBTs to the 2A7 variant
The Marder 1A3 IFV is to be replaced by the PSM Puma Armoured Infantry Fighting Vehicle AIFV

German Army officials have outlined the service's upcoming force structure as the army seeks to retain its broad range of capabilities, from high-intensity operations to peace enforcement and stabilisation.

Besonders frustrierend finde ich die weitere Reduktion der Kampfpanzer - sind immerhin sehr vielseitige und resistente Fahrzeuge - und Raketenartillerie. Von beiden sollte man imho stattdessen mehr beschaffen. Warum soll Polen mehr Leopard 2 haben als Deutschland?
Was die Marder betrifft...hat man eigentlich schon die M113 ausgemustert?
Man macht beim Heer nur Mist.
Mein Tip: Die Division Schnelle Kräfte auflösen, Transporthubschrauberregimenter sind quasi nutzlos.
Unsere Transport Hubschrauber Staffeln sind nutzlos....in anderen Ländern sind sie extrem wertvoll....Frag mal die Engländer oder Franzosen...

Ganz davon abgesehen das die wohl heilfroh sind ihre Kampfhubschrauber zu haben....
Ironie on:
Was ist eigentlich mit dem deutschen Tiger?
Schon einsatzbereit?
Ironie off....
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/von-der-leyen-fitness-fuer-soldaten-der-bundeswehr-nicht-entscheidend-a-960549.html">http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 60549.html</a><!-- m -->

Ein neuer brillianter Vorschlag der Verteidigungsministerin U.v.L. .:


Zitat:Vorstoß durch von der Leyen: Auch Moppel sollen dienen dürfen

Softskills statt Muskeln?

Vom Gepäckmarsch gestählter Körper in Uniform? Für Verteidigungsministerin von der Leyen ist das kein Merkmal eines modernen Soldaten mehr. Mit einer Lockerung der Fitnessregeln will sie die Truppe als Arbeitgeber attraktiver machen.

Zitat:"Beispiel körperliche Fitness", sagte sie der "Rheinischen Post". "Es stellt sich die Frage, ob jeder einzelne Soldat und jede einzelne Soldatin, gleich welche Aufgabe sie im Riesenkonzern Bundeswehr ausfüllt, tatsächlich einen langen Marsch mit schwerem Gepäck bewältigen können muss."

Richtig...das Gepäck trägt im Feld der Page. Hauptsache der Außendienstmitarbeiter im Konzern kann bei der Reisekostenabrechnung auch das richtige Kreuz machen, wenn er zurückkehrt.

Zitat:Fitness sei immer gut, eine moderne Armee brauche aber ebenso die Fähigkeit zum vernetzten Arbeiten, soziale Kompetenzen, eine moderne Unternehmenskultur und ein ausgeprägtes Technikverständnis. "Für Menschen, die das bei der Bundeswehr einbringen wollen, dürfen wir nicht unnötige Hürden aufbauen."

Genau...ich fordere einen lückenlosen WIFI Ausbau in Afghanistan , Behindertengerechte U-Boote, Panzersperren mit Rollstuhlrampe und barrierefreie Strassensperren. Unsere Bundeswehr muss schöner werden...
Soziale Kompetenzen waren beim Töten schon immer wichtig: Feindliche Streitkräfte werden durch kreative Gesprächsführung in den Suizid getrieben. Wahlweise werden die sich einfach Totlachen wenn deutsche Soldaten Reihenweise nicht mehr durch die Bunkertüren ihrer Gefechtsstände passen und in den Gängen steckenbleiben oder der Panzerkommandant in der Luke seines Fahrzeugs.
Für die "Unternehmskultur" könnte man noch Sponsering auf den Uniformen einführen...hm ich schweife ab...

P.S. Schröder hat nach seiner Politikkarrie ein Job bei Gasprom bekommen. Frau V.d.L. hat bestimmt schon massenhaft Angebote von "Neues aus der Anstalt" oder "Herkuleskeule".
Is doch klar, im Osten drängt der Russe und der Volkssturm wird traditionell aus allem gebildet was da is :lol:
Zitat: eine moderne Unternehmenskultur

Den Punkt finde ich besonders unerträglich: Eine Streitmacht ist kein Unternehmen. Aber genau das wird seit Jahren schon ohnehin die "militärische" Leitkultur: dass die BW ein Dienstleistungsunternehmen sei ....
Dann nehm halt den Begriff Organisationskultur. Ist dasselbe.
Ich stells mal hier rein - köstlicher Bericht von Hans Rühle (ehem. Leiter des Planungsstabs im BMVG) über den historischen und aktuellen Wahnsinn rund um bundesdeutsche Rüstungsprojekte.

Highlight: Ein führender Vertreter der deutschen Luftfahrtindustrie stellt im Kleinen Kreis fest; "Was die Luftwaffe braucht, bestimmen wir."
:lol:

Zitat:Ministerin von der Leyens "mangement by terror"

Die Verteidigungsministerin will mit aller Härte den Rüstungssektor neu ordnen. Dabei schießt sie kapitale Böcke. Die Erfahrungen aus Pannenprojekten der Bundeswehr stimmen skeptisch
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article126309150/Ministerin-von-der-Leyens-mangement-by-terror.html">http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... error.html</a><!-- m -->
Guter Artikel.

Kommt zwar aus dem Hause Springer und damit von einer Freundin (Friede) von Angela Merkel, aber dennoch tolle Einsichten!!

Da ist etwas faul im Staate...
Ich möchte noch auf zwei Artikel aus der Wochenzeitung die Zeit aufmerksam machen.

Hier steht ein Zitat von General Kujat:

Zitat:Die Bundeswehr ist nach Ansicht ihres früheren Generalinspekteurs derzeit nicht in der Lage, ihren Kernauftrag, die Landes- und Bündnisverteidigung zu erfüllen. Deshalb fordert Harald Kujat die Wehrpflicht wieder einzuführen. Sollten etwa russische Truppen in die baltischen Staaten einmarschieren, "fehlen allein schon die Flugzeuge, um schweres Gerät rasch in die Krisenregion verlegen zu können", sagte Kujat der ZEIT.
...und...
Zitat:Die Bundeswehr habe "zu wenig Kampfflugzeuge, Kampfhubschrauber, zu wenig schwere Waffen – und vor allem zu wenig Soldaten", sagte Kujat weiter.
Ich drücke es mal salopp aus:
Er findet eigentlich alles scheiße. :lol:

Ach ja, und er will die Wehrpflicht zurück haben.

Das ist ein Schlag ins Gesicht der deutschen Verteidigungspolitiker. Was muss der Mann froh sein, in einer solchen Armee nicht mehr dienen zu müssen. :!:
Hier ist der andere Artikel, überschrieben mit "Ein bisschen Krieg".

Darin enthalten die schockierenden Zahlen zur Finanzierung der BW.
Zitat:Dann die Mittel: Die Bundeswehr ist allenfalls bedingt kampffähig. Es fehlt an (fast) allem für die heutige Kriegsführung: an Aufklärung (im All wie auf dem Kampffeld), Transportern und Schiffen, hoch beweglichen Panzerfahrzeugen, Luftunterstützung, Kampfhubschraubern, Präzisionsmunition und Trägern wie Drohnen.

Kann sich ein reiches Land wie Deutschland die Mittel nicht kaufen? Nicht bei einem Wehretat, der mit 1,4 Prozent vom BIP zu den niedrigsten der Nato gehört. Für die Beschaffung sind nur fünf Milliarden Euro vorgesehen: 15 Prozent vom Gesamtetat.
Fangen wir mal an zu rechnen.
5Mrd€ (15%) vom Gesamtetat. Der Gesamtetat beträgt folglich 33,3Mrd€. Kommt hin, wenn man mit anderen Quellen vergleicht.
Diese 33,3Mrd€ sind dann 1,4% des BIP. Laut NATO-Vereinbarung von 2006 sollen die Mitgliedsländer aber 2% des BIP für die Verteidigung aufwenden. Quelle hier der Standard.
Ok, das BIP lag zuletzt bei 2.380Mrd€ (wenn 1,4% 33,3Mrd€ sind).
2% von 2.380Mrd€ wären 47,5Mrd€.
Wenn alle Kosten so blieben wie bisher (33,3Mrd€ - 5Mrd€), könnten wir also statt 5Mrd€ nun für ~19Mrd€ neue Rüstungsprojekte anstreben.

Wobei wir wieder hier wären...
Beim Wunschkonzert.

Wobei das bald kein Wunschkonzert mehr ist, sondern unter der Abteilung "wir brauchen ganz dringend..."
Wobei ich nicht müde werde darauf hinzuweisen, dass die vereinbarten 2% ein rein politischer Wert sind. Genauso wie die 12 Divisionen im Kalten Krieg. Das sind alles Verhandlungschips für die Politiker.

Bevor man der Bundeswehr/Verteidigungsministerium den Etat erhöht, sollte diese erstmal lernen die vorhandenen finanziellen Mittel besser einzusetzen. Daran hapert's ja eigentlich.

Seit den 80er Jahren versucht die Bundeswehr einen Nachfolger für die SIGINT-Breguets und ein System zur luftgestützten Radar-/Bildaufklärungen zu beschaffen: erst LAPAS, dann hat man mit JSTARS geliebäugelt, dann Drohnen und jetzt fängt man wieder von vorne an, hat Milliarden ausgegeben (ja, ja ich weiß sunk costs, aber die Fähigkeitslücke versucht man ja immernoch zu schließen) und es ist immernoch nichts da.

Es werden Kasernen teuer renoviert, dann verkauft und abgerissen.

Neuestes Material wird verkauft, aber teilweise stapelt sich noch uralt Zeugs (da hat man wenigstens langsam angefangen zu reduzieren).

Und obwohl Rühle ja das ehemalige BWB als kompetente Truppe darstellt, so wird doch sehr oft an den Wünschen/Anforderungen des Kunden (die Soldaten) vorbeibeschafft und man gibt sich technischen Spielereien hin. Die Generäle/Admiräle/Stäbe/Truppengattungen mit ihren Leuchtturmprojekten und pet projects (Luftmechanisierung) tun ihr übriges, vor allem wenn man mal wieder nicht über die eigene Abteilung hinaus schaut.

Die Marine bekommt Fregatten mit 127mm Marinegeschützen zur Landzielbekämpfung, die Panzergrenadierbataillone und vielleicht auch die bald die Infanterie verlieren ihre Mörser. Wie passt das zusammen?
Gar nicht parabellum, das passt gar nicht zusammen.

Ich sehe aber 2 verschiedene Probleme, wir beiden liegen nicht über Kreuz. Das eine ist die Verschwendung wegen inkompetenter Planer, das andere sind die zu geringen Rüstungsausgaben generell.

Ich hatte nur mal zum Vergleich den 2% Wert herangezogen, der, wie du richtig schriebst, nur ein politischer ist. Die 2% des BIP sind ja auch nicht 2% der Staatsausgaben, das muss man deutlich machen!

Dennoch kann man meine Rechnung von gestern Abend gerne variieren und Beispielsweise mal mit 1,7% oder 1,6% des BIP durchrechnen.

Das wäre immer noch ein riesiger Haufen Geld mehr, der zur Verfügung stünde.
Seitdem ich in diesem Forum lese, wird im Umfeld der Bundeswehr geweint und geheult, dass man nicht die allerbeste aller verfügbaren Waffen bekommen hat, sondern nur die zweitbeste. Dass hier etwas zu teuer war und woanders dafür etwas zu kurz gekommen ist. usw... Das Beschaffungswesen ist schlecht und falsch und die Rüstungskonzerne sind schlecht und falsch und die Waffen sind schlecht und falsch usw...:roll: Hunderte von Seiten mit immer dem gleichen sich wiederholenden sinnfreien Gebrabbel...

Wenn das Vertrauen in die eigenen militärischen Fähigkeiten derart stark davon abhängt, das jeweils beste Material zu besitzen, dann ist das eine gefährliche Entwicklung, die zur völligen kampfunfähigkeit führt. Euch Querulanten, Quartettspielern und Saftsäcken würde ich gleich alle Mittel streichen. Da ist jeder Cent verschwendet.

Den Amerikanern hatte man gesagt, ihr M-16 sei das beste und zuverlässigste Gewehr der Welt, sie haben es geglaubt und die Welt hat es geglaubt. Man hatte ihnen gesagt, der Abrams sei der beste Panzer der Welt, sie haben es geglaubt und die Welt hat es geglaubt. Man hatte ihnen gesagt die F-15 seit das beste Kampfflugzeug der Welt, sie haben es geglaubt und die ganze Welt hat es geglaubt. ...usw usf... So dämlich das klingen mag, aber die haben begriffen worum es geht. Aber bei der Bundeswehr, ja da ist immer nur alles scheiße... :roll:
Wir sind nunmal Deutsche, da ist das Glas immer halb leer und nicht halb voll :mrgreen: .

Glaubst du es ist besser, alles was die Bundeswehr macht mit Hurrahgeschrei und Beifall zu begrüßen.

Und nein, es laufen auch nicht nur bei der Bundeswehr Beschaffungsprojekte verkehrt (F35, AAV-Ersatz, Queen-Elizabeth-Klasse, CDG-Flugzeugträger, ...).

Und es gibt ja nicht nur Probleme im Beschaffungsbereich, wann war denn die letzte Übung des Heeres in Divisionsstärke?

Nachhaltig lösen kann man solche Probleme aber nicht mit der Forderung nach mehr Geld.
Das ist Kultur in Deutschland niemals zufrieden zu sein und immer zu meckern. Das ist aber auch ein Grund, warum einiges eben hier auch gut funktioniert. Es kann Vor- aber auch Nachteil sein.

Für den Soldaten an sich muss es sich ja toll anfühlen, wenn ihnen die eigene Führung sagt, "Junge, das M16 ist das Beste vom Besten. Amerikanische Qualität! Durchlöchert jeden Kommi im Handumdrehen".
Dann sitzte im Dschungel und bist in heftige Gefechte verwickelt und das scheiß Gewehr geht nicht.
Der Unmut bei der Truppe war hoch, dass sie mit so nen Mist in den Kampf geschickt wurden und der Umstand, dass man sie angelogen hat es nicht besser gemacht.

Da ist mir ne meckernde Truppe lieber, die die Schwächen und Stärken des eigenen Materials kennen.
Damit wissen sie wenigstens was Sache ist im Gefecht und wissen, dass man auf gewisse Dinge speziell ein Auge werfen sollte, da das Material genau dort Schwächen hat.

Abrams-Besatzungen die blind in Feindfeuer fahren, weil sie glauben ihr Panzer ist unbesiegbar, ist auch nichts neues. Nur blöd, dass er es eben nicht ist.

Wir haben nicht viel Manpower, deshalb gilt es auch als militärischer Sicht jedes Leben weitgehenst zu schützen und sie nicht auf imaginären Einhörnern in die Schlacht zu schicken.
Mal abgesehen von den menschlichen, gesellschaftlichen, moralischen Gesichtspunkten in der Hinsicht.

Würde die BW nicht rummeckern, dann würde sich niemand dafür interessieren. So bekommt man Aufmerksamkeit und es ändert sich vll. was. Im Idealfall.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich die BW nicht auf ihr Material verlässt bzw. dieses als ihre Kampfkraft ansieht.

Und im Übrigen, hat das nichts mit
Zitat:[...]Querulanten, Quartettspielern und Saftsäcken [...]
zu tun.
Nur weil man Bedenken äußert bzw. besseres Material haben will, ist man noch lange kein Querulant.
Genau so wenig ist man deshalb eine Amateurtruppe.... Spar mir die weiteren Worte....
Polemik vom Feinsten...