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Normale Version: NATO - North Atlantic Treaty Organization
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Schneemann schrieb:....

Das Problem war jedoch, dass zu dieser Zeit alles sehr emotional und von gegenseitigen/m Anfeindungen, Misstrauen und Lügengeschichten durchsetzt und aufgeladen war: Blair wollte als treuer Kumpel zu Bush den Krieg, der Papst wollte ihn wiederum nicht (und deswegen auch die meisten Polen, Spanier und Italiener nicht), Schröder wollte eine Wahl gewinnen, die Polen wollten als treue Bündnis-Soldaten sich profilieren, die Bush-Regierung log sich einen Kriegsgrund nach dem anderen zusammen (Massenvernichtungswaffen, al Qaida-Connection), Chirac sah die Chance sich als Friedensstifter zu präsentieren, Putin war um eine Spaltung der NATO eh nie verlegen...

.....

Am Anfang stand (wie so oft) eine Lüge... :roll:

Schneemann.
also der ganz normale Wahnsinn und das übliche Geschehen ... :mrgreen:
Zitat:Frankreich wirft Nato Versagen vor

Der Militäreinsatz gegen die Gaddafi-Truppen stockt, jetzt erheben London und Paris schwere Vorwürfe gegen die Nato. Laut Frankreichs Außenminister tut das Bündnis nicht genug, um die Zivilbevölkerung zu schützen. Doch auch mit seinem britischen Kollegen gibt es Ärger.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,...22,00.html
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,757498,00.html">http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 98,00.html</a><!-- m -->
Zitat: 16.04.2011

Libyen-Krieg
Nato geht Munition gegen Gaddafi aus


Gerät der Hightech-Krieg gegen Gaddafi schon ins Stocken? Briten und Franzosen gehen laut "Washington Post" die lasergesteuerten Präzisionsbomben für den Nato-Einsatz aus. Die USA verfügen noch massenhaft über moderne Munition - doch sie passt nicht zu den europäischen Jets.
...
das Ganze erscheint mir etwas sehr seltsam
allerdings, europäische Streitkräfte eben, facepalm, was sonst
Kommt davon wenn man immer davon ausging, das die USA die Bomben werfen. :mrgreen:
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.ftd.de/politik/international/:krieg-gegen-gaddafi-nato-plant-offizielle-vertretung-bei-libyschen-rebellen/60043919.html">http://www.ftd.de/politik/international ... 43919.html</a><!-- m -->
Zitat: 26.04.2011, 15:29
Krieg gegen Gaddafi
Nato plant offizielle Vertretung bei libyschen Rebellen

Exklusiv Das Verteidigungsbündnis will eine Außenstelle in Bengasi einrichte. Ein Ziel ist die Koordination der Öffentlichkeitsarbeit. Die Nato nähert sich so den Rebellen ein weiteres Stück an.
...
Zitat:Pentagon-Chef wirft europäischen Nato-Partnern Versagen vor

Diese Kritik gleicht einem Donnerhall. Der scheidende US-Verteidigungsminister Robert Gates wirft den europäischen Nato-Staaten mangelnden Einsatz vor. Er prophezeit dem Militärbündnis eine "düstere Zukunft" - und droht: Die USA könnten ihr Engagement künftig zurückfahren.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,...80,00.html
Robert, weil man den militaristischen Weg von Bush & Co. nicht blind nachäfft, hat man noch lange nicht versagt
Die krasse Missachtung der Anforderungen an Natopartner durch die Europäer stellt serhr wohl ein Versagen dar.
Das Ganze ist zweischneidig. Auf der einen Seite haben die USA natürlich recht, wenn sie mehr Engagement seitens der Europäer fordern. Vor allem die deutschen Kürzungsorgien und Polithampeleien sind beschämend genug (damit meine ich noch nicht mal fragliche politische Entscheidungen, wie etwa die Enthaltung bei der Libyen-Resolution). Auf der anderen Seite sind die USA aber teils selbst schuld, wenn sie jetzt so tun, als mangele es an Unterstützung. Sie verzetteln sich in Kleinkonflikten weltweit (wobei nicht mal abzusehen ist, das diese gewonnen werden), fragen ihre Verbündeten oft genug selbst nicht, streiten in wirtschaftlichen Nationalismen und reden mehr über Budgetstreits als über AfPak oder den Irak und legen gerade ein Bild an den Tag, das ebenfalls nicht gerade souverän wirkt.

Ich würde mir eine Belebung des atlantischen Geistes wieder wünschen, wo man Seite an Seite steht und wo man versucht, den anderen auch zu verstehen.

Schneemann.
Im Prinzip ist das "Versagen der Europäer" nur ein Vorwand um das Rückfahren des eigenen Engagements zu rechtfertigen.
Aufgrund mangelnder Ressourcen hätten sie es ohnehin getan, ob die Europäer nun ihren Vesprechen nachgekommen wären oder nicht. Nur hat man so halt ne Rechtfertigung.

Dass die Europäer, besonders Deutschland, den Anforderungen nicht gerecht werden ist eigentlich schon peinlich. Wenn mans nicht kann, darf man sich auch nicht dazu verpflichten. Das ist eben das Problem mit unseren Politikern, die keine Verantwortung übernehmen und keine Stellung beziehen. Man versucht sich irgendwie durchzumogeln ohne seinen eigene Meinung zu vertreten.
Man hat nicht den Arsch in der Hose zu sagen, dass man die Forderungen nicht erfüllen kann. Und wenn dann offensichtlich wird, dass man die Anforderungen trotz Verpflichtungen nicht erfüllen kann, schiebt man die Schuld auf irgendeine höhere Gewalt.

Und warum Obama Gates übernommen hat, verstehe ich eh nicht. Der hatte doch als Bush-Anhängsel nie wirklich Interesse daran, dass Obama mit seiner Politik erfolgreich ist.
Zitat:Afghanistan-Krieg
Zahl der getöteten Zivilisten auf Höchststand

Mehr als 3000 Menschen kamen ums Leben, darunter sind immer mehr Frauen und Kinder.
...
Für etwa 77 Prozent der Tötungen seien Angriffe der Taliban oder anderer aufständischer Gruppen verantwortlich
...
Selbstmordattentäter töteten im vergangenen Jahr demnach 450 Zivilisten.
...
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,813318,00.html">http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 18,00.html</a><!-- m -->

Dass die Taliban hauptverantwortlich für die Tötung von Zivilisten sind, ist soweit bekannt. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass ~700 der insgesamt ~3000 getöteten Zivilisten alleine auf das Konto der NATO gehen. Also mehr wie durch Selbstmordattentate um Leben gekommen sind, dessen Opferzahlen im letzten Jahr dennoch um 80% zugenommen haben. 185.000 Menschen sind auf der Flucht vor den Schlächtern beider Seiten, 65% mehr wie 2010.

Diese Zahlen belegen objektiv, was für eine Gurkentruppe die NATO ist. 10 Jahre Krieg und es wird deutlich schlimmer, statt deutlich besser.
Dort soll auf westlichen politischen Wunsch jemandem geholfen werden, der keine Hilfe will.
Man muss einen Schlußstrich ziehen und rausgehen.
Historiker können danach wieder live studieren, wie Mittelalter funktioniert.
Die Nato tut was von ihr verlangt wird. Mehr kann man nicht erwarten.
Zitat:Dort soll auf westlichen politischen Wunsch jemandem geholfen werden, der keine Hilfe will.

Das waren sehr konkret die USA, die an den Taliban Vergeltung üben wollten, Osama bin Laden fangen wollten. Die Amis hatten für 9/11 eine Art Pseudo-Bündnisfall ausgerufen, dem sich nicht mal Rot-Grün entziehen konnte oder wollte. Das Projekt "Hilfe für Afghanistan" folgte dann auch mit der Bonner Afghanistankonferenz. Zu diesem Zeitpunkt saß man bereits mit beiden Beinen tief in der von den USA eigenhändig ausgehobenen Scheisse und begann damit die Löffel zu verteilen.

Zitat:Historiker können danach wieder live studieren, wie Mittelalter funktioniert.

Das Ergebnis in Afghanistan zeigt jedenfalls, dass Planungsstab und Heer nicht fähig sind, Boden gegen ein paar bärtige mittelalterliche Männer zu gewinnen.

Es hätte insofern schon gereicht, vor einem Militäreinsatz das "Gastgeberland" zu studieren und sich anhand dessen seine Möglichkeiten auszumalen. Wie willkommen man in diesem Land sein wird, welche Bewegungsfreiheiten daraus resultieren, welche (Un-)Fähigkeiten man selbst besitzt und welche Ziele auf dieser Basis zu erreichen sind, ...DAS sind alles Fragen, die man sehr früh in der Planung zu stellen und zu beantworten hat. Halbwegs fähigen Militärs und Beratern ist sowas auch zuzutrauen, der NATO ganz offensichtlich nicht.
@Shahab3:
Taliban sind auch Zivilisten; ich zähl garnicht mehr mit, wie oft das schon erwähnt wurde. Die Frage ist dann wieviele von den 700 Unbeteiligte waren. Dafür werden die Zahlen aber kaum zu beschaffen sein, da jede Seite seine eigenen Wahrheit dazu hat.

Und es gibt keine Boden gutzumachen in Afghanistan, da die Taliban keinen Boden halten. Und um ein Land von dieser Größe effektiv zu besetzen, wäre ein Vielfaches der eingesetzten Kräfte notwendig.

@Mondgesicht:
Es haben sich in Afghanistan genug die Hilfe des Westens gewünscht. Nur wurde das hauptsächlich durch mangelnde Einsicht in die Kultur und Verhältnisse vor Ort politisch vergeigt, so dass die Hilfesuchenden sich letztlich zum Teil abgewendet haben.
Allerdings unterstützen nach wie vor die wenigsten die Taliban. Und in den meisten Gebieten will sie auch keiner zurück haben. Die sind eine regionale Erscheinung. In den verschiedenen Gebieten herrschen verschiedene politische Konstellationen. Das reicht von Dorfgemeinschaften, Clangemeinschaften, Stammesherrschaften über Gebiete von Warlords und religiösen politischen Gebilden bis zu Gebieten, die sich an Nachbarstaaten anlehnen wollen. Alles in allem ein buntes Gemisch, von denen jede Gruppe ein eigenes Verhältnis zu den Besatzungstruppen habt.
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