Forum-Sicherheitspolitik

Normale Version: Mittlere Kräfte
Du siehst gerade eine vereinfachte Darstellung unserer Inhalte. Normale Ansicht mit richtiger Formatierung.
(16.04.2022, 23:35)Broensen schrieb: [ -> ]Außerdem bleibt da noch die Theorie von einigen Beobachtern -inkl. mir-, die besagt, dass das gesamt Konzept der mittleren Brigade eine Ausgeburt des Spardiktats war und eigentlich nur den Verzicht auf des 2.Los PUMA ermöglichen sollte, was sich ja inzwischen erledigt hat.
Ja…da ist aktuell vermutlich viel im Fluss…
ihre daseins Berechtigung hätten 1-2 mittlere Brigaden meiner Meinung nach jedoch schon…
Die Frage ist die Art der Gliederung.
Macht man echt eine eigenständige Brigade.
Oder integriert man Bataillone auf Boxer Basis in vorhandene schwere Brigaden!?
Diese können dann bei Bedarf auch einzeln eingesetzt werden.
Für die moderne Kriegsführung sind aber gerade diese Varianten:
RCH155 auf Boxerbasis (erste Artillerie weltweit die aus der Bewegung zielgenau feuern kann)
Skyranger auf Boxerbasis (mit 30mm Airburst, Shorad Rakete und Laser sehr flexibel)
Boxer CRV/IFV (30mm + Spike)
Sehr sehr wichtig für das deutsche Heer. Und da auf Basis Boxer ohne großes Risiko und bezahlbar.
Ich hoffe dass man hier jeweils mindestens 120 Einheiten ordert.
Kombiniert mit einer leistungsfähigen Aufklärung hätten diese Boxer eine immense Kampfkraft.
Kombiniert mit der schnellen Eigenverlegbarkeit in Mitteleuropa (schnelle Schwerpunktbildung und Abschreckung bis schwere Kräfte nachrücken)
In der aktuellen Lage braucht man das… UND zusätzlich 700 Pumas!!
Auch andere Artillerie kann aus der Bewegung feuern und ob dies zielgenau ist hängt dann vor allem von der Frage der verwendeten Munition ab. Mit einer endphasengelenkten Munition welche auf ein von einer Drohne mit Laser markiertes Ziel zuhält kann man auch aus weniger elaborierten Systemen eine Metergenaue Präzision erzielen.

Im weiteren ist die Fähigkeite ja in dem AGM und nicht in der Plattform selbst. Sie würde also auch auf anderen Plattformen sehr einfach realisiert werden können. Entsprechend hätte eine RCH mit dem Lynx als Plattform genau die gleiche Befähigung aus der Fahrt präzise zu schießen.

Aber das eigentliche Hauptargument für den GTK als Plattform hast du ja auch schon genannt: das technische Risiko ist geringer und die Kosten sind niedriger. Und trotz der Pseudo-Zeitenwende sind die Mittel weiterhin knapp.
(17.04.2022, 10:45)ObiBiber schrieb: [ -> ]Boxer CRV/IFV (30mm + Spike)
Da muss man trotz gleicher Bewaffnung differenzieren:
CRV: Bemannter Turm, Crew: 3 + 4 -> Spähpanzer/Waffenträger
IFV: Unbemannter Turm, Crew: 3 + 7/8 Soldaten -> Radschützenpanzer

(17.04.2022, 10:45)ObiBiber schrieb: [ -> ]ihre daseins Berechtigung hätten 1-2 mittlere Brigaden meiner Meinung nach jedoch schon…
Die Frage ist die Art der Gliederung.
Macht man echt eine eigenständige Brigade.
Oder integriert man Bataillone auf Boxer Basis in vorhandene schwere Brigaden!?

Letzteres ist ja der Ist-Zustand, zumindest in der 1.PzDiv. Die sind aber als Jägerbtl. auch mit sWaTrg schlicht zu schwach für das ausgegebene Ziel, schnell durchhaltefähige Vorauskräfte zu verlegen, um mech. Verbände zu beschäftigen.
Also wählt man als Struktur die Brigade mit ihren 8 Bataillonsstäben und etwa nochmal so vielen kleineren Einheiten, so dass der ganze Verband viel zu groß und träge wird, um überhaupt schnell verlegbar zu sein, wodurch man mMn den großen Vorteil mittlerer Kräfte verspielt.
Für mich zeigt sich da der Brigade-Fetischismus der heutigen Bundeswehr: Unterhalb von 5000 Soldaten fangen wir gar nicht erst an. Ich halte das in einer modern ausgestatteten und vernetzten Armee für nicht angemessen und im Fall der mittleren Kräfte sogar für kontraproduktiv.


Nehmen wir stattdessen z.B. einfach die Jägerbataillone aus den mech. Brigaden heraus und bilden daraus mit ein paar wenigen Unterstützern und Spezialisten zwei Kavallerieregimenter:
1./ Stabs- und Unterstützungskompanie (4xGTK CP)
2./ Aufklärungskompanie (12xFENNEK, 6xGTK JFST/BARÜ)
3.-6./ Panzerspähkompanie* (14xGTK CRV)
7.-8./ Panzerschützenkompanie* (14xGTK APC)
9.-10./ Artilleriebatterie (12xRCH155, 4xGTK CP/JFSCT)
11./ Flugabwehrbatterie (14xGTK C-UAV/Skyranger)
12./ Pionierkompanie (2x FENNEK 12xGTK LEGUAN/ARM/AEGV, HX2+EAG)
13./ Versorgungskompanie (4xGTK BDR/CARGO, HX2, MULTI)
und von der SKB: 14./ Sicherungskompanie San/MP/ABC (EAGLE/DURO)
Dazu noch diverse EAGLE IV/V.
*=Die Kompanien 3-8 bilden im Einsatz 2 Abteilungen in Bataillonsgröße als Manöverelemente.

Summa summarum kommt man so auf knapp 170 BOXER und FENNEK sowie diverse HX2 und EAGLE/DURO, wobei ich nur auf Fahrzeugvarianten zurückgegriffen haben, zu denen es bereits mindestens Prototypen gibt. Personal dürfte bei etwa 1.200 liegen, je nach Umfang der organischen Logistik. So könnten aus den 3 Jägerbataillonen der 1.PzDiv. direkt für beide Divisionen je ein mittlerer Verband gebildet und dafür die 23. leicht gehalten und an die DSK abgetreten werden.

In Verbindung mit z.B einem Fallschirmjägerregiment und ausreichend Logistik von der SKB kann solch ein Panzerkavallerieregiment die für mittlere Kräfte vorgesehenen Aufgaben mMn deutlich besser erfüllen als es die geplanten Brigaden es könnten.
(17.04.2022, 21:50)Broensen schrieb: [ -> ]Für mich zeigt sich da der Brigade-Fetischismus der heutigen Bundeswehr: Unterhalb von 5000 Soldaten fangen wir gar nicht erst an.
Der Fetischismus ist da mehr die Konzentration auf die Anzahl 8 Brigaden, weil alles was Sterne auf der Schulter hat ja "böser Wasserkopf" ist, von dem man nichts neues aufstellen - und natürlich auch nichts abschaffen - darf.

(17.04.2022, 21:50)Broensen schrieb: [ -> ]Nehmen wir stattdessen z.B. einfach die Jägerbataillone aus den mech. Brigaden heraus und bilden daraus mit ein paar wenigen Unterstützern und Spezialisten zwei Kavallerieregimenter:
Persönliche Vorstellung:

Man schafft aus den drei Jägerbataillonen der 1. PzDiv eine Brigade analoger Auslegung und Ausstattung zur D/F-Brigade. Dabei wird ein Bataillon komplett auf CRV umgesattelt ohne Infantrie zum "mittleren Spähbataillon" (ich nenns mal bewußt nicht Aufklärungsbataillon), aus den letzlich "übrigen" Infantriekompanien pusht man die Bataillone - auch 291 und 292 - zu einer mengenmäßig identischen Ausstattung zum 1er RI (d.h. vier Infantriekompanien plus schwere Kompanie ohne CRV). Hinzugefügt wird der neuen Brigade ein Artilleriebataillon auf RCh, dazu kann man 295 entsprechend ausstatten und die PzH woanders neu verwenden.

Aus den weiteren 45 neuen Boxer CRV kann man hypothetisch ein weiteres "mittleres Spähbataillon" aufstellen, das man analog PzBtl 414 im Rahmen der niederländischen Integration der 13 Lichte Brigade unterstellt.

Damit hat man dann seine "mittleren Kräfte" als Vorauskräfte, die nach "Nachrücken" der Division in Konflikteskalationsphase 2 neben hochmobiler Infantrie auch für divisionsweite Verwendung zusätzliche Aufklärungs-, Panzerabwehrschwerpunkt- und Artilleriekräfte zur Verfügung stellen können.
(17.04.2022, 23:48)kato schrieb: [ -> ]Der Fetischismus ist da mehr die Konzentration auf die Anzahl 8 Brigaden, weil alles was Sterne auf der Schulter hat ja "böser Wasserkopf" ist, von dem man nichts neues aufstellen - und natürlich auch nichts abschaffen - darf.
Da möchte ich dir da gar nicht widersprechen, aber tatsächlich würde mein Gedanke gar nichts an der Zahl der Brigadestäbe ändern. Es käme nur ein Regimentsstab hinzu, dafür würden ein paar Bataillone wegfallen.

Zitat:Man schafft aus den drei Jägerbataillonen der 1. PzDiv eine Brigade analoger Auslegung und Ausstattung zur D/F-Brigade. Dabei wird ein Bataillon komplett auf CRV umgesattelt ohne Infantrie zum "mittleren Spähbataillon" (ich nenns mal bewußt nicht Aufklärungsbataillon), aus den letzlich "übrigen" Infantriekompanien pusht man die Bataillone - auch 291 und 292 - zu einer mengenmäßig identischen Ausstattung zum 1er RI (d.h. vier Infantriekompanien plus schwere Kompanie ohne CRV). Hinzugefügt wird der neuen Brigade ein Artilleriebataillon auf RCh, dazu kann man 295 entsprechend ausstatten und die PzH woanders neu verwenden.
Die konzeptionelle Anlehnung an die D/F-Brigade ist ein durchaus interessanter Ansatz, ich habe nur etwas Schwierigkeiten, da durch zu steigen:
- Wie kommst du mit drei Bataillonen auf Brigadestärke? Wird der Rest neu aufgestellt, oder willst du die deutschen Anteile der D/F integrieren und die Kooperation mit Frankreich beenden bzw. quasi "Ersatz" für die französischen Anteile bereit halten?
- Wenn du den schweren Kompanien die schweren Waffenträger verwehrst, was bekommen die dann? GTK APCs mit abgesessen einzusetzenden Mörsern und MELLS?
- Das für mich besonders erstrebenswerte an der D/F ist der Ansatz, Infanterie mit GTK als durchsetzungsfähige Aufklärungskräfte einzusetzen. Das scheint für mich bei deinem Ansatz verloren zu gehen, so dass es sich schlussendlich nur noch um Infanterie mit Feuerunterstützung handelt.
- In der D/F ist der hohe Anteil Infanterie mMn angemessen, weil die Brigade vorwiegend im IKM eingesetzt wird. Für eine LV/BV-optimierte Version wäre aber doch gerade ein geringerer Anteil Infanterie wünschenswert.

Zitat:Aus den weiteren 45 neuen Boxer CRV kann man hypothetisch ein weiteres "mittleres Spähbataillon" aufstellen, das man analog PzBtl 414 im Rahmen der niederländischen Integration der 13 Lichte Brigade unterstellt.
Klingt nicht schlecht, falls es die Niederländer interessieren sollte. Da aber inzwischen auch die Rede davon ist, die 13. ebenfalls ins deutsche Heer zu integrieren, ist das nicht unrealistisch. Wobei man dieses Bataillon auch einfach zusammen mit der 13. Lichte Brigade der 10. PzDiv. direkt unterstellen kann, ohne eine komplizierte Verflechtung wie beim 414. Außerdem fehlt der 13. auch Artillerie, die Holländer haben nichts zwischen Mörsern und Pzh2k. Da wäre eine Batterie RCHs sicher auch gern genommen. Daher könnte ich mir ein gemischtes CRV/RCH-Bataillon hier auch gut vorstellen.
(18.04.2022, 01:16)Broensen schrieb: [ -> ]- Wie kommst du mit drei Bataillonen auf Brigadestärke? Wird der Rest neu aufgestellt, oder willst du die deutschen Anteile der D/F integrieren und die Kooperation mit Frankreich beenden bzw. quasi "Ersatz" für die französischen Anteile bereit halten?
Die CRV sollen nach bisheriger Planung in den schweren Kompanien in quasi Kompaniestärke (12 Fahrzeuge in drei Zügen) eingeführt werden. Diese Dienstposten ließen sich in derselben Form in ein neues Bataillon "umhängen".
Prinzipiell gibt es dazu derzeit auch noch ein Ergänzungstruppen-Jägerbataillon.
  • ein "Spähbataillon", neu aufzustellen (in D/F: 3e RH)
  • drei Jägerbataillone, vorhanden (in D/F: 291, 292, 1er RI)
  • ein Artilleriebataillon, neu aufzustellen (in D/F: 295)
  • ggf. separate gemischte Aufklärungskompanie (in D/F: ggf aus 291 herauslösen) analog wie vorgesehen für schwere Brigaden, evtl auch in Spähbataillon integriert.
  • Panzerpionierkompanie, neu aufzustellen (in D/F: vorhanden)
  • Versorgungsbataillon, neu aufzustellen (in D/F: vorhanden)
Zusätzlich ein zweites "Spähbataillon", neu aufzustellen (für 13 LB). Theoretisch bei "rein nationalem Einsatz" dann auch unterstellbar bzw zusammenführbar mit den deutschen Anteilen D/F Brigade.

Nötig wären dann lediglich rund 90 CRV (wie vorgesehen) und 32 RCh.

(18.04.2022, 01:16)Broensen schrieb: [ -> ]- Wenn du den schweren Kompanien die schweren Waffenträger verwehrst, was bekommen die dann? GTK APCs mit abgesessen einzusetzenden Mörsern und MELLS?
Primär Mörser auf Fuchs, sowie einen Aufklärungszug und einen JFST-Zug. Über zusätzlich MELLS oder irgendeine andere off-the-shelf-PzAbw-Lösung kann man natürlich reden. Ggf wäre dabei für die schwere Kompanie auch "erst mal" eine durchgängige Verwendung aus dem vorhandenen Bestand von rund 260 Fuchs 1A8 möglich.

(18.04.2022, 01:16)Broensen schrieb: [ -> ]Wobei man dieses Bataillon auch einfach zusammen mit der 13. Lichte Brigade der 10. PzDiv. direkt unterstellen kann, ohne eine komplizierte Verflechtung wie beim 414.
Orientierungsmäßig würde ich bei der 10. eher die D/F angelehnt verorten, die 13 LB auch aufgrund Ausstattung eher als "mittleres Element" der DSK.
Ah, ich verstehe.
Allerdings muss ich dann sagen, dass ich dem Ansatz nicht folgen kann. Meiner Meinung nach gehen die interessanten konzeptionellen Ansätze der D/F dabei verloren, zugunsten einer stärkeren mot. Infanteriekomponente. Und das ist für mich genau die Art mittlerer Kräfte, die ich als für Deutschland im Bündniskontext nicht erforderlich erachte.

(18.04.2022, 02:21)kato schrieb: [ -> ]Zusätzlich ein zweites "Spähbataillon", neu aufzustellen (für 13 LB). Theoretisch bei "rein nationalem Einsatz" dann auch unterstellbar bzw zusammenführbar mit den deutschen Anteilen D/F Brigade.
An ähnliche Konstrukte hatte ich auch schon mal gedacht. Es wäre durchaus sinnvoll, auf deutscher Seite einen potentiellen Ersatz fürs 3e RH zur Verfügung zu haben, für den Fall, dass wir unsere Anteile der D/F ohne Frankreich einsetzen müssen.

Zitat:Orientierungsmäßig würde ich bei der 10. eher die D/F angelehnt verorten, die 13 LB auch aufgrund Ausstattung eher als "mittleres Element" der DSK.
Das würde ich immer andersherum sehen, weil dadurch die drei niederländischen Brigaden auf die drei Deutschen Divisionen verteilt wären und die D/F als IKM-spezialisierte Einheit in einem BV-Szenario mMn besser für einen Expeditions-Einsatz, ggf. auch zusammen mit weiteren französischen Kräften geeignet wäre, als innerhalb einer Panzerdivision. Zudem untersteht die D/F primär dem Eurocorps, was zu Konflikten bei der Einsatzverfügbarkeit führen könnte.
kato:

Aber hältst du es nicht für wahrscheinlich, dass die von dir beschriebene Brigade dann im Einsatz in "Kampfgruppen" aufgeteilt werden wird und dann in solchen Gruppen agieren wird? Dann dient der Brigadeüberbau im Endeffekt dann nur noch der Koordinierung und Führung dieser "Kampfgruppen" und dann stellt sich mir die Frage, wozu man den Brigadeüberbau benötigt und ob es nicht besser wäre gleich solche "Kampfgruppen" (Regimentsstärke) aufzustellen und sich den Brigadeüberbau zu sparen?

Den wozu eine Brigade, wenn ich sie im realen Einsatz nicht geschlossen verwende? Oder, wenn du davon ausgehst, die ganze Brigade geschlossen zu verwenden, wie kann man sich dann diesen Einsatz vorstellen? Zum Zweck der Verzögerung feindlicher mechanisierter Verbände ist eine ganze Brigade meiner Meinung nach geschlossen nicht verwendbar und wird ohnehin in verschiedene Räume aufgeteilt zerfallen. Und für Aufgaben unterhalb des militärischen Horizontes, beispielsweise das Niederhalten von Partisanen / feindlichen Sondereinheiten in einem hybriden Szenario im Baltikum (russische Minderheit) benötigt man auch keine geschlossene Brigade, man verkleinert halt dannn einfach den Raum den jeweils eines der kompakteren "Regimenter" bearbeiten muss.

Warum also eine Brigade? (Durchhaltefähigkeit bei hohen Verlusten wäre meiner Meinung nach der einzige relevante Vorteil)
(18.04.2022, 08:08)Quintus Fabius schrieb: [ -> ]Aber hältst du es nicht für wahrscheinlich, dass die von dir beschriebene Brigade dann im Einsatz in "Kampfgruppen" aufgeteilt werden wird und dann in solchen Gruppen agieren wird? Dann dient der Brigadeüberbau im Endeffekt dann nur noch der Koordinierung und Führung dieser "Kampfgruppen" und dann stellt sich mir die Frage, wozu man den Brigadeüberbau benötigt und ob es nicht besser wäre gleich solche "Kampfgruppen" (Regimentsstärke) aufzustellen und sich den Brigadeüberbau zu sparen?
Ich würde den Gesamtauftrag "Raumsicherung in Hybrid Warfare für Konfliktphase 1" schon durchaus auf Brigadeebene sehen.

Natürlich würden dabei Teilräume wahrscheinlich durch (bspw. um eine Spähkompanie) verstärkte Bataillone gedeckt. Diese agieren dabei aber überlappend und ergänzend in einem überdehnten geschlossenen - politisch definierten - Raum und dienen dazu bedarfsweise variable Schwerpunkte zu schaffen und ein umfassend abdeckendes, möglichst vollständiges Gesamtlagebild über den gesamten Einsatzraum zu bilden.

Konfliktphase 1 ist dabei nicht Tripwire-eFP, sondern eine Phase in der durchaus bewaffnete Aufklärung, Sicherung und aktive Operationen gegen kämpfenden, überwiegend leichten Feind nötig werden können. Gerade aufgrund der Diffusität der Phase und der Verteilung über einen stark gestreckten Raum ist es dabei wichtig ein übergreifendes taktisches Kommando vor Ort zu haben, das Lagemeldungen in einem Gesamtkontext zusammenträgt und über den Gesamtraum hinweg zeitnah und ggf. auch durch starke Konzentration reagieren kann.

Um das Muster Frankreich heranzuziehen: Ein Groupement Tactique Interarmes - die Kampfgruppe auf Bataillonsebene - ist keine zuvor gebildete statische Gefechtseinheit, sondern wird im Einsatz zur Umsetzung spezifischer taktischer Ziele auftragsbezogen modular gebildet und entsprechend der Entwicklung der Gesamtlage bedarfsweise für den nächsten Auftrag angepasst.

(18.04.2022, 08:08)Quintus Fabius schrieb: [ -> ]Zum Zweck der Verzögerung feindlicher mechanisierter Verbände ist eine ganze Brigade meiner Meinung nach geschlossen nicht verwendbar und wird ohnehin in verschiedene Räume aufgeteilt zerfallen.
In Konfliktphase 2 (Einsatz regulärer Truppen) würde die mittlere Brigade primär geschlossen den rückwärtigen Raum und Flanken der Division, ggf. auch Anschlussflanken zu benachbarten Divisionen, hochmobil gegen einsickernden regulären/irregulären Feind sichern oder in statischer Verteidigung bestimmter vorgegebener Hochwertpunkte insbesondere komplexer Geländelage eingesetzt werden können.
Diverse Varianten auf Boxerbasis werden aber auch der direkten kampfunterstützung der schweren Kräfte dienen
-JFST
-RCH155
-Shorad Skyranger
das bedeutet die sind auch immer vorne mit dabei… oder knapp dahinter …
Eine Alternative wäre es die o.g. Varianten auch auf Lynx Basis einzuführen…
Das wird so schnell aber leider nicht kommen
Und die o.g. Einheiten sind in heutigen Konflikten fast wichtiger als Kampf- und Schützenpanzer

ein mögliches Einsatz Szenario kann ja so aussehen dass die o.g. Einheiten als First responder zur Aufklärung und Abschreckung in ein Einsatzgebiet verlegt werden
zusätzlich mit Aufklärern/Spähern mit CRV Boxer
das ganze kann sehr schnell, auf eigenen Rädern und mit großer Reichweite in Europa erfolgen.

Die schweren Kräfte werden dann bei Bedarf nachgeführt.

Die o.g. Boxer lassen sich aber auch gut in Einsätzen jenseits von Mitteleuropa (in Afrika) in Zukunft verwenden…
man muss ja vllt auch ein paar Jahre weiter denken wenn der Ukraine Krieg vorbei ist…
Dann will Russland oder China in Afrika wieder destabilisieren…
Die Boxer sind hier deutlich besser für Einsätze geeignet als Puma oder gar Leopard
(18.04.2022, 11:02)ObiBiber schrieb: [ -> ]ein mögliches Einsatz Szenario kann ja so aussehen dass die o.g. Einheiten als First responder zur Aufklärung und Abschreckung in ein Einsatzgebiet verlegt werden
zusätzlich mit Aufklärern/Spähern mit CRV Boxer
Das wäre im Prinzip bereits im Status Quo (zzgl. entspr. Beschaffungen) möglich. Denn es ist ja in den Divisionen alles nötige vorhanden, um solche ad hoc Voraus-Verbände bilden zu können aus den vorh. Jägerbtl. inkl. GTK CRV und den geplanten Artilleriebataillonen mit RCH und perspektivisch Flugabwehrbatterien. Dafür braucht man dann keine eigenen Strukturen.

Bei den JFST ist es übrigens mMn überhaupt nicht erforderlich, diese in mittleren Kräften auf BOXER vorzusehen. Klar: wünschenswert. Aber nicht notwendig. Sollten also die wenigen geplanten Exemplare auf BOXER-Basis fest in die schweren Kräfte eingebunden werden, tut es bei den mittleren dann auch der Fennek. Ebenso also Aufklärer. Kato hatte es diesbezüglich schon gut beschrieben:
Zitat:Dabei wird ein Bataillon komplett auf CRV umgesattelt ohne Infantrie zum "mittleren Spähbataillon" (ich nenns mal bewußt nicht Aufklärungsbataillon)
kato:

"Raumsicherung in Hybrid Warfare für Konfliktphase 1"

Zitat:Natürlich würden dabei Teilräume wahrscheinlich durch (bspw. um eine Spähkompanie) verstärkte Bataillone gedeckt. Diese agieren dabei aber überlappend und ergänzend in einem überdehnten geschlossenen - politisch definierten - Raum und dienen dazu bedarfsweise variable Schwerpunkte zu schaffen und ein umfassend abdeckendes, möglichst vollständiges Gesamtlagebild über den gesamten Einsatzraum zu bilden.

Um aber die Einheiten in einem solchen Raum zu koordinieren (was ja der einzige Zweck der höheren Führungs-Ebene, also des Brigadestabes wäre), kann man auch auf einen - dann möglicherweise auch größeren Raum gedacht einen Divisionsstab andenken. Dann hat man ganz genauso ein entsprechendes Führungs-Element welches die Einheiten in ihren jeweiligen Teilräumen koordiniert.

Und meiner Meinung nach wäre hier gerade mit dieser Aufgabenstellung ein Divisionsstab besser geeignet, weil er über weitergehende Fähigkeiten verfügt als der Brigadestab. Insbesondere würde sich dafür beispielsweise der Divisionsstab der DSK anbieten.

Statt also Teilräuume durch verstärkte Bataillone zu decken, kann man diese auch gleich durch organische Regimenter decken, von der Zahl der Einheiten / Räume kommt es auf das genau gleiche hinaus, nur dass die Kampfverbände welche in diesen Teilräumen agieren dann im Gegensatz zu Adhoc Kampfgruppen organisch zusammen gestellt sind und dadurch meiner Meinung nach besser. Statt nun einen Raum eine bestimmten Größe von einer Brigade einnehmen zu lassen, kann man dann mit dem Divisionstab gleich einen größeren Raum abdecken. Dies halte ich dann auch wegen der größeren möglichen Größe für überleggen um ein umfassendes Gesamtlagebild des gesamten Einsatzraumes zu erlangen.

Daher halte ich für diese Phase die Führung von organischen Regimentern durch einen Divisionsstab für besser geeignet. Gerade die DSK würde sich hierfür anbieten. Statt einer mittleren Brigade - wie beschrieben mit 1 Späh-Bataiillon und 3 Jäger-Bataillonen hätte man zwei "Kavallerie"-Regimenter und zwei Luftlande-Regimenter. zzgl. KSK und entsprechende Artillerie kann man falls dies den notwendig wäre von der Ebene Korps hinzu ziehen. Diese muss weder Teil der Divions noch einer Brigade sein, bei dieser Aufgabenstellung. Den was genau soll diese in Konfliktphase 1 bewirken?! Aber braucht man sie, kann man entsprechende Artillerie vom Korps erhaltenn und damit zugleich diese vorpositionieren.

Deshalb wäre es hier eher mein Vorschlag die DSK entsprechend umzugestalten und die Kavallerie-Regimenter in diese einzuziehen. (die D/F lasse ich aufgrund ihrer ungewissen Zukunft mal außen vor, die NL Brigade würde ich entsprechend ebenso in Regimenter umgliedern).

Zitat:Gerade aufgrund der Diffusität der Phase und der Verteilung über einen stark gestreckten Raum ist es dabei wichtig ein übergreifendes taktisches Kommando vor Ort zu haben, das Lagemeldungen in einem Gesamtkontext zusammenträgt und über den Gesamtraum hinweg zeitnah und ggf. auch durch starke Konzentration reagieren kann.

Dem kann ich schon vollauf zustimmen, aber für die genannte Aufgabenstellung ist gegenüber einem ernsthaften Gegner und in einem ernsthaften Szenario (Baltikum) eine Brigade einfach völlig unzureichend. Ich würde es dafür sinnvoller halten für so etwas eine Division (DSK) vorzusehen und diese direkt aus Regimentern zusammen zu setzen.

"Konfliktphase 2 (Einsatz regulärer Truppen)"

Zitat:In Konfliktphase 2 (Einsatz regulärer Truppen) würde die mittlere Brigade primär geschlossen den rückwärtigen Raum und Flanken der Division, ggf. auch Anschlussflanken zu benachbarten Divisionen, hochmobil gegen einsickernden regulären/irregulären Feind sichern oder in statischer Verteidigung bestimmter vorgegebener Hochwertpunkte insbesondere komplexer Geländelage eingesetzt werden können.

Und erneut erachte ich für diesen Auftrag eine Division (DSK) für geeigneter, zumal der rückwärtige Raum den es zu sichern gilt konzeptionell nicht nur für eine Division da sein wird. Wir haben ja derer zwei - und entsprechend und auch geographisch bedingt wird der rückwärtige Raum deutlich größer ausfallen.

Und auch für den Flankenschutz benötigt man Einheiten welche organisch über mehr Kampfkraft verfügen als ein Bataillon, die aber schneller und beweglicher weil kompakter sind als eine ganze Brigade. Zumal diese ja noch weitere Aufgaben hätte und die Sicherungsaufgaben (Fallschirmjäger - Luftbewegliche Einheiten) parallel auch noch anfallen.

Auch das Kräfteverhältnis der verschiedenen Arten von Truppen wäre meiner Meinung nach besser, wenn man zwei Kavallerie-Regimenter auf je zwei leichte Infanterie-Regimenter setzen würde (2 : 2), statt ein Späh-Bataillon auf drei Jäger-Bataillone (1 : 3).
Bzgl Boxern für die mittleren Kräfte wäre auch folgendes denkbar:
Upgrade der 256 vorhandenen Boxer GTPZ mit neuer waffenstation (12,7mm/20mm Kanonen UND 2 Spike LR2)
Beschaffung:
120 Boxer CRV
120 Boxer RCH155
120 Boxer Shorad/Skyranger
36 Boxer JFST

Man könnte aus den Fahrzeugen dann 2 kleine/leichte mittlere Brigaden (a 3.500 Mann) aufstellen… mit jeweils:
80-120 Boxer GTPZ 12,7mm + Spike LR2
30-40 Boxer CRV
30-40 Boxer RCH155
30-40 Boxer Shorad/Skyranger
18 Boxer JFST
18 Boxer Ambulanz
18 Fennek Aufklärer
Die restlichen Fahrzeuge kann man den schweren Brigaden unterstellen
Eigentlich ist "leichte Brigade" schon der korrekte Begriff für solche "mittleren Kräfte".
Vertretbar -wenn auch nicht mein Wunsch- wäre mMn die Aufstellung einer solchen aus den drei norddeutschen Jägerbtl. nach Vorbild und als schlagkräftigeres Gegenstück zur 13. lichte Brigade der Niederländer, so dass wir in beiden schweren Divisionen jeweils eine solche vorhalten können. Gleich zwei solche Brigaden im nationalen Rahmen gehen mir persönlich aber zu weit.

Nichtsdestotrotz:

Bei 60-80 RCH organisch in diesen leichten Brigaden, könnte die Gesamtzahl von 120 etwas zu klein sein, wenn man konsequenterweise die PzH2k alle in die schweren Brigaden verlagert und vielleicht auch mittelfristig noch ein paar weitergibt.
Ich nehme an, du verzichtest auf 120mm-Mörser in diesen Brigaden wegen den organischen RCH?

Du hast jetzt nur etwa die Hälfte der vorgesehen CRV in diesen Brigaden eingeplant. Bei zwei solchen Verbänden dürfte doch ansonsten nur noch in der 5./JgBtl 292 und ggf. noch einer weiteren Kompanie der dta D/F-Brigade entsprechender Bedarf bestehen. Die restlichen Jäger- und zumindest die schweren Gebirgsjägerbataillone müssten ja alle für die Aufstellung dieser Brigaden herangezogen werden.
Wo siehst du daher die restlichen von dir geplanten CRV? Spähkräfte in den Aufklärungsbataillonen der schweren Brigaden?


Insgesamt denke ich, wenn man entsprechende Kräfte plant, sollte man sich auch nochmal tiefer mit dem Fennek auseinandersetzen. Bei unseren Partnern in NL findet der noch viel breitere Anwendung und könnte das auch mMn auch in solchen mittleren Brigaden, wenn wir sie wirklich aufstellen wollen.
Was mir auch noch fehlt, ist ein konkreter Nachfolger für den PARA-Fuchs. Also zumindest eine spezifische Fahrzeuglösung des BARÜ.
Kurz und knapp… ja zu allen Anmerkungen

Auf Mörser verzichte ich und ersetze die teilweise durch RCH155
weiterhin würde ich als Ersatz auf Spike NLOS und Hero Loitering Munition setzen…
Der klassische Mörser ist meiner Meinung nach überholt