Eskalation im Westjordanland
Zitat:Israelische Siedler setzen Beduinendorf in Brand
19.01.2026, 07:13 Uhr
Der kleine Weiler Chirbet al-Sidra ist offenbar einem illegalen israelischen Siedlungsprojekt im Weg. Am Samstagabend überfallen mehrere Täter die Ansiedlung und stecken mehrere der Wellblechhütten an. Der Angriff dauert nur wenige Minuten. Dann flüchten die Täter vor eintreffenden Soldaten.
...
Auf Recherche – SPIEGEL-Reporter vor Ort
Zitat:Wie in einem dreifachen Gefängnis
Was früher für die Einwohner ein »Paradies« war, gleicht jetzt einem Hochsicherheitstrakt. Wie lebt es sich zwischen Stacheldraht und Straßensperren? Ein Ortsbesuch im palästinensischen Dorf Sinjil im Westjordanland.
...
vor 14 Tagen
auf X
Zitat:Netanyahu: I will not allow the establishment of a Palestinian state. Israel will maintain security control from the Jordan River to the sea, and this also applies to the Gaza Strip. Netanyahu: We will not allow Turkish or Qatari soldiers into Gaza. If Iran attacks us, we will respond with unprecedented force. Netanyahu: We are focusing on the last two tasks, which are dismantling.
...
darauf folgende Erklärung:
Zitat:The Foreign Ministers of Saudi Arabia, Jordan, the UAE, Qatar, Indonesia, Pakistan, Egypt, and Turkey condemned what they call “the illegal Israeli decisions imposing unlawful Israeli sovereignty in the West Bank, thereby accelerating attempts at its illegal annexation and the displacement of the Palestinian people.” The condemnation is in response to yesterday’s cabinet decision approving numerous measures extending Israeli authority in the West Bank
Quelle:
https://turkey.liveuamap.com/en/2026/9-f...bia-jordan
Zitat: Indonesien bereitet Entsendung von bis zu 8000 Soldaten nach Gaza vor
Der Gaza-Plan von Donald Trump sieht eine internationale Stabilisierungstruppe vor. Indonesien ist bereit, Tausende Soldaten zu schicken. Offenbar wird ihr Lager in der Palästinenserenklave schon vorbereitet.
...
Kopie hier
Gerade wegen der deutschen Vergangenheit sollte da auch Deutschland mit einem Bundeswehrkontingent vertreten sein.
Da bin ich mir nicht so sicher. Sollten sich die Truppen zwischen unautorisierten, agressiven israelischen Siedlern und Palestinensern befinden, wird das Geschrei groß sein, wenn deutsche Truppen auch nur in Selbstverteidigung auf die Israelis feuern (müssen). Von "friendly fire" ganz zu schweigen.
M.M.n. sollte D wenn es überhaupt etwas unternimmt, den Indonesiern Waffensysteme zur Verfügung stellen, um diese in die Lage zu versetzen, bessere Aufklärung zu betreiben und ihre Verteidigung zu stärken.
Davon abgesehen, sehe ich nicht, dass D Truppen ohne UN-Mandat stellen wird (und sollte!). Zudem müssten sowohl Mandat, als auch RoE robust genug sein, wobei ich bei letzterem befürchte das D wegen des zuvor Angemerkten diese eben nicht robust genug auslegt, um effektiv zu sein. Dann würden wir doch wieder nur als "Brunnenbohrer" verschmäht werden.
(11.02.2026, 12:16)Kongo Erich schrieb: [ -> ]Kopie hier
Gerade wegen der deutschen Vergangenheit sollte da auch Deutschland mit einem Bundeswehrkontingent vertreten sein.
Gerade deswegen absolut nicht. Deutsche Soldaten haben dort nichts zu suchen.
Da wäre es doch mal langsam Zeit für Sanktionen.
@Kongo Erich
An dieser Stelle ein (nochmaliger) Hinweis meinerseits: Es ist nicht zielführend, zum gleichen Thema eine enorme Anzahl von Links einzustellen, die den Betrachter quasi überfluten und die zudem inhaltlich oftmals das gleiche Thema abbilden - zumal, wenn es sich teils sogar auf ein identisches Ereignis bezieht.
Einerseits ist dies einer freien Diskussion tendenziell abträglich, andererseits erinnert diese Vorgehensweise, wenn ich dich nicht besser kennen würde, zu sehr an
den Feuerwehrschlauch. Und das möchte ich hier im Forum in dieser Form definitiv nicht sehen.
Weiterhin:
1. Die aktuellen Gewalttaten von radikalen Siedlern werden von einer recht kleinen Anzahl an Tätern begangen. Grob ist etwa an den aktuellen Ausschreitungen - und ja, diese gibt es; und ja, die Israelis sollten dagegen mehr tun - nur eine sehr niedrige, dreistellige Anzahl (unter 300?) von Radikalinskis beteiligt. Und die aktuellen Ausschreitungen, zumindest die der letzten Tage, begannen auch erst, nachdem ein Israeli von einem Palästinenser mit seinem Pkw überfahren worden war - ob versehentlich oder absichtlich ist derzeit noch in Klärung. Angesichts von hunderttausenden Siedlern auf der Westbank ist es jedoch eine sehr geringe Zahl an Israelis, die sich an Übergriffen beteiligen.
2. Bzgl. des letztgenannten Links: Francesca Albanese ist keine belastbare Quelle. Die gute Dame hat sich leider völlig disqualifiziert, was sogar die Bundesregierung auf die Palme gebracht hatte.
Schneemann
@Schneemann
das Ausmaß der Gewalt gegen Palästinenser wird nicht deutlich, wenn man sich in einem Zeitraum von drei Monaten auf zwei oder drei Einzelfälle fokussiert. Erst die beständigen und regelmäßigen Meldungen ergeben ein Bild, das eben nicht mehr verharmlost.
Damit es kein "Feuerwehrschlauch" wird ist zudem darauf geachtet, dass eben gerade unterschiedlichste Quellen mit zum Teil völlig konträren ideellen Grundsätzen verlinkt wurden - auch das führt zu einer entsprechenden Häufung von Meldungen, denen aber auch entsprechend gehäufte Ereignisse zugrunde liegen.
zu 1.
Wenn es tatsächlich nur "unter 300?" bzw. eine sehr niedrige dreistellige Anzahl von Radikalinskis wären, dann wären diese Massen an Übergriffen quer durch die Region auch schwer erklärbar. Eine effektiv arbeitende israelische Sicherheitsbehörde - und die gibt es - hätte 300 Radikalinskis längst aus dem Verkehr gezogen.
Also sind es entweder (deutlich) mehr Täter, oder aber, diese Täter arbeiten mit zumindest passiv duldender Unterstützung der israelischen Sicherheitsbehörde. Diese Erkenntnis habe ich aber nicht, wenn ich mich auf wenige Einzelfälle beschränken. Und: für beide Varianten finden sich Indizien in den Berichten.
Wobei . erkennbar den gleichen Ereignissen zuordenbare - unterschiedliche Berichte auch unterschiedliche Sichtweisen wiedergeben oder aber den schwer verdaulichen Inhalt bestätigen können. Aus der Distanz lässt sich der Wahrheitsgehalt dieser Sichtweisen schwer prüfen.
Insofern gebietet es auch die gebotene Objektivität, mehrere Berichte zu einem Ereignis "nachprüfbar zu machen".
zu 2.
Was nun die UN-Sonderberichterstatterin für Menschenrechte in den besetzten palästinensischen Gebieten, Francesca Albanese, betrifft:
ob man sie persönlich mag oder nicht, und ihre Aussagen für zutreffend hält oder nicht - sie spricht als offizielle Vertreterin der UN, und daher wäre es unvollständig, ihre Aussagen nicht wiederzugeben.
Ich darf und kann die Aussage einer solchen "Amtsperson" nicht ignorieren und verdrängen, wenn mir die Aussage und oder die Aussagende nicht gefallen.
Dann kann ich mich gleich auf die Blase beschränken, die meine Erwartung am intensivsten wiedergibt.
Damit verliert aber ein Diskussionsforum, in dem unterschiedliche Sichtweisen dargestellt werden sollten, jede Rechtfertigung. Ein solches Forum degeneriert zum Propagandainstrument, in der eine Mehrheit der Forenmitglieder mit der Nabelschau der eigenen Meinung und deren gegenseitiger Bekräftigung beschäftigt ist.
Diese Gefahr besteht schon, wenn einzelne User die Diskussion ohne Gegenmeinung oder "Kontra" dominieren, und die Darstellungsmöglichkeit konträrer Sichtweisen beschränkt wird.
Damit würde ein solches Forum zumindest für mich langweilig und uninteressant.
Olmert ruft Strafgerichtshof an
Zitat:Bericht: Israel bestraft Bürger nicht für Tötung palästinensischer Zivilisten
25.03.2026, 21:15 Uhr
Die Siedlergewalt im Westjordanland nimmt so heftige Ausmaße an, dass ein früherer israelischer Regierungschef jetzt den Internationalen Strafgerichtshof einschalten will. Einem Bericht zufolge genießen israelische Bürger komplette Straffreiheit in dem besetzten Gebiet.
Laut einer Analyse des "Guardian" hat Israel seit Beginn dieses Jahrzehnts keine seiner Bürger wegen der Tötung palästinensischer Zivilisten im besetzten Westjordanland strafrechtlich verfolgt und damit Straffreiheit für gewalttätige Siedler ermöglicht.
...
Dem Bericht zufolge fordern Dutzende ehemalige israelische Sicherheitskommandeure dringende Maßnahmen, um die "fast täglichen" Angriffe auf Palästinenser im Westjordanland zu stoppen. Demnach warnten sie in einem offenen Brief an den derzeitigen Militärchef des Landes, dass ein Versäumnis, gegen den "jüdischen Terrorismus" vorzugehen, eine existenzielle Bedrohung für Israel darstelle.
...
... Allein in diesem Monat hätten radikale Siedler und Polizisten im Westjordanland bereits zehn Palästinenser getötet. "Es handelt sich nicht mehr um eine Handvoll gesetzeswidrig handelnder Randalierer", zitiert die Zeitung aus dem Schreiben der israelischen Kommandeure. "Es handelt sich um organisierte Aktionen, an denen mitunter auch Personen in Uniform beteiligt sind, die auf unschuldige Menschen schießen und das Eigentum sowie die Häuser von Zivilisten in Brand stecken."
Öffentliche Aufzeichnungen und Daten der Menschenrechtsorganisation Jesch Din zeigten laut "Guardian", dass der letzte tödliche Angriff israelischer Sicherheitskräfte im besetzten Westjordanland, der zu einer Anklage führte, im Jahr 2019 stattfand. Die letzte Tötung durch einen israelischen Zivilisten, die zu einer Anklage führte, ereignete sich demnach im Jahr 2018. Nach Angaben der Vereinten Nationen haben israelische Sicherheitskräfte und Siedler im Westjordanland seit 2020 mindestens 1100 palästinensische Zivilisten getötet. In keinem dieser Fälle sei bisher Anklage erhoben worden.
@Kongo Erich
Zitat:das Ausmaß der Gewalt gegen Palästinenser wird nicht deutlich, wenn man sich in einem Zeitraum von drei Monaten auf zwei oder drei Einzelfälle fokussiert. Erst die beständigen und regelmäßigen Meldungen ergeben ein Bild, das eben nicht mehr verharmlost.
Darum geht es mir aber nicht. Genau genommen hattest du selbst übrigens immer wieder Beiträge zur schlechten Lage gerade in der Westbank verfasst, was auch nachvollziehbar ist.
Es ging bei meinem Hinweis speziell um den Beitrag vom 23.03. mit fast 20 Links, der einfach unkommentiert eingestellt wurde. Sowas ist nicht nur leserunfreundlich, sondern es wird sehr wahrscheinlich auch keine Diskussion darüber oder über die Inhalte einzelner Links entstehen. Der Betrachter wird einfach nur "zugeschüttet" mit Links, wobei dann das Risiko besteht, dass nach bestenfalls drei Links die geneigten Leser aufhören zu lesen - und das ist so nicht eben zielführend. Zumal es dem im Grunde gewichtigen Thema (Lage der Araber auf der Westbank) ja somit abträglich ist, da das Interesse an den desolaten Zuständen absinkt.
Zitat:ob man sie persönlich mag oder nicht, und ihre Aussagen für zutreffend hält oder nicht - sie spricht als offizielle Vertreterin der UN, und daher wäre es unvollständig, ihre Aussagen nicht wiederzugeben.
Ich darf und kann die Aussage einer solchen "Amtsperson" nicht ignorieren und verdrängen, wenn mir die Aussage und oder die Aussagende nicht gefallen.
Dann kann ich mich gleich auf die Blase beschränken, die meine Erwartung am intensivsten wiedergibt.
Es geht dabei nicht um Blasen. Es geht darum, dass man zwar durchaus ansprechen kann, was sie vermeldet (es geht also
nicht um das Fernhalten unliebsamer Meinungen), aber man sollte sich gewahr sein - und es durchaus auch erwähnen -, dass sie eine Person ist, die sich teils unsäglich einseitiger Formulierungen und
antisemitic tropes bedient. Und dies ist genau genommen einer Person in ihrer Funktion nicht nur unangemessen, sondern es ist auch unverantwortlich - zumal sie mit ihrer Haltung in der Fernwirkung jene Institution auch (mit-)beschädigt, von der du selbst dir gerne mehr internationale Akzeptanz und mehr Gewicht wünschen würdest - nämlich die UN. D. h. letztlich trägt Frau Albanese mit ihrer Unfähigkeit und ihren Verdrehungen, egal ob sie dies nun bewusst oder unbewusst tut (wobei ich sie als intelligent genug einschätze, um ihr unterstellen zu können, dass sie weiß, was sie tut), zur Erosion der internationalen Ordnung mit bei.
Schneemann
Warum das momentan viral wird, habe ich in meinem letzten Beitrag am 25ten wiedergegeben.
Aktuell bestätigt werde ich wieder durch diesen Bericht:
Zitat:Aufnahmen zeigen Mittäterschaft
Israelische Soldaten nehmen CNN-Journalisten im Westjordanland fest
28.03.2026, 08:03 Uhr
Israelische Siedler machen das Westjordanland zum rechtsfreien Raum. Die Soldaten vor Ort sehen weg. Und ein CNN-Bericht zeigt: Sie gehen noch weiter. Filmaufnahmen zeigen, wie die Truppen die brutalen Taten der Siedler bei ihrer Eroberungsfantasie unterstützen.
Filmaufnahmen von CNN zeigen die Mittäterschaft des israelischen Militärs bei der Eroberung von palästinensischem Land durch radikale israelische Siedler im Westjordanland. Nach jüngsten Berichten über brutale Attacken durch israelische Siedler auf Palästinenser im Dorf Tayasir und die Errichtung neuer illegaler Außenposten auf palästinensischem Land schritt das israelische Militär ein, wie der US-Sender berichtet. Doch anstatt die Siedler festzunehmen oder den illegalen Außenposten zu räumen, nahmen die Soldaten die Bewohner des Dorfes sowie Journalisten des TV-Senders fest.
Die Filmaufnahmen zeigen deutlich, dass die israelischen Soldaten die Eroberungsfantasien der Siedler im Westjordanland teilen. ...
Das ist nun keine "neue Erscheinung".
(26.03.2026, 06:20)Schneemann schrieb: [ -> ]... Genau genommen hattest du selbst übrigens immer wieder Beiträge zur schlechten Lage gerade in der Westbank verfasst, was auch nachvollziehbar ist.
...
Dass solche Exzesse
- und harmloser kann man das Geschehen wirklich nicht mehr bezeichnen - Auswirkungen haben,
diskutieren wir aktuell am Beispiel des Libanon.