(See) Eventueller Ersatz F126
Ich bin ja bekanntlich kein Fan von der fetten F126 mit Fähigkeitsarmut. Die alternative Beschaffung wäre natürlich auch nicht besser gewesen, hätte uns aber ernsthaft erlauben können die Fähigkeitsarmut bis zum Zulauf zu korrigieren. Jetzt landen wir scheinbar wieder bei Stand von Anfang 2025 nur mit mehr Verspätung. Das war mal eine große Verschwendung von Zeit, Geld und Nerven.
Was ist denn aktueller Stand…
Die F126 kommt wie geplant… weil NVL gestern Früh kurz vor Sitzung des Verteidigungsausschusses vermeldet dass man die Daten nun einlesen konnte und dass man ein bisschen Stahl geschweißt hat?!
Parallel sichert man sich bzgl STOP GAP zumindest die Option für 50 Mio für 3-4 MEKO A200 DEU bis Ende März … korrekt?!
Das Risiko mit den F126 wäre mir trotzdem weiterhin zu groß… die kommen nicht vor 2033/34
deswegen machen 4 MEKO A200 DEU zusätzlich auf jeden Fall Sinn…
(29.01.2026, 01:49)DopePopeUrban schrieb: Obacht, da steht nicht „können nicht führen“ sondern „sind nicht zur Führung geeignet“. Was ich so ins blau einfach mal bejahen würde. Klar könnte man eine SNMG auch mit einer A200DEU führen, aber darauf ausgelegte Command & Control Infrastruktur, über die die F126 verfügt, macht einem das Leben dabei deutlich einfacher. Auch dürfte es im praktischen Anwendungsfall zu deutlicher Mehrleistung führen, als wenn man dafür ein CIC ohne entsprechenden Fokus dafür Zweckentfremdet.

Im Spiegel-Artikel steht auch:

Zitat:Aus Sicht des Ministeriums zudem problematisch: Die Mekos sind zwar nach Nato-Standards zertifiziert, nicht aber nach dem höheren Deutschen Marinestandard. Während die Abgeordneten eine Ausnahme vorschlagen, lehnt das Wehrressort das bislang ab. Die Marine habe aber die Einschränkungen »zugunsten des vorrangigen Ziels der schnellen Verfügbarkeit« der Meko-Fregatten als »hinnehmbar« bewertet.

Zusammengefasst:

Das BMVg sagt, "Tut uns leid! Wir haben zwar gesagt, wir kaufen marktverfügbare Sachen ein, aber leider haben wir uns mit dem DMS einen Standard gegeben, der uns das selbst verbietet!"

Der Nutzer (Marine) sagt, "Akzeptieren wir! Gebt uns Schiffe!"

Das Parlament sagt, "Macht eine Ausnahme!"

Finde den Fehler. Damit entlarvt sich das ganze Gerede um Marktverfügbarkeit des BMVg als Nebelkerze. Man hat mit dem Bundeswehrbeschaffungsbeschleunigungsgesetz sogar Marktverfügbarkeit zum Standard erhoben, aber selber beachten will man ihn nicht.

Genau diese fehlende Zeitenwende in den Köpfen meine ich.

Zum Thema "Stab und Führung eines Verbandes" scheint die Nebelkerze des BMVg ja auch zu funktionieren.

Faktenbasiert betrachtet:

F126 hat eine geplant eine Stammbesatzung von 114 mit einer maximalen Kapazität von 198 = 84 Personen an Einschiffungskapazität. Dummerweise krankt diese Rechnung daran, dass es a) bei F125 schon nicht funktioniert hat und b) keiner weiß, welche Fähigkeiten in den 114 abgebildet sind. Das MM ASW wird seine einigen Personalstamm mitbringen.

Ergo: Im meiner Bewertung bleibt von 84 am Ende nur 38 übrig.

Die A-200 hat eine Stammbesatzung von 125 bei einer Einschiffungskapazität von 49.

An der Einschiffungskapazität kann es schon mal somit nicht liegen, weil so ein Stab keine 49 Leute mitbringt.

Was bleibt dann noch?

Funkverbindung inkl. SATCOM: Das wird heute - wenn man nicht rückständig ist - fast nur über SATCOM bzw. TDL realisiert. Terrestrischer Funk ist da nicht mehr das Nadelöhr.

Taktisches Lagebild: Der Stab führt nirgends auf der Welt aus der CIC bzw. OPZ, denn dort wird das taktische Gefecht geführt. Für den Stab gibt es einen gesonderten Raum mit einem adaptierten taktischen Lagebild, weil der Stab deutlich größer in der Dimension denkt, als die CIC mit ihrer taktischen Ebene.

Und allein der Fakt, dass wir jetzt über sowas debattieren, zeigt, dass die Nebelkerze funktioniert. Anstatt z.B. wegen der DMS-Hörigkeit des BMVg auf die Barrikaden zu gehen.

Jetzt meine ganz persönliche Meinung: Wenn die derzeitige Opposition selber A-200 fordert, ebenso die Koalitionsangehörigen des Haushaltsausschusses, was bedeutet das wohl, wenn der Herr Bundesminister der Verteidigung an F126 festhält?

Wer wird wohl bei Scheitern der F126 dafür den Kopf hinhalten, wenn ggf. 2 Mrd. EUR weg sind? Genau, der Bundesminister. Ergo ist das sowohl für die Koalitionspartner als auch die Opposition sinnvoll, die A-200 aus politischen Gründen zu pushen - denn wenn es knallt, wird der Minister mit dem besten "Standing" in der Bevölkerung "stark" angekratzt.

Oder glaubt hier einer ernsthaft, dass nach 4 Jahren Zeitenwende und 2 Jahren "IT-Problemen der F126" die Politik jetzt plötzlich die Einsatzfähigkeit unserer Marine für sich entdeckt hat?

Gemäß Artikel hat man der NATO zugesagt, ab 2028 (!) ASW-Fähigkeiten im Nordatlantik bereitzustellen. Wenn man sich dafür interessiert hätte, dann wäre 2023 dafür geeignet gewesen, 2024 schon eng und in 2025 ist der Zug einfach nur abgefahren, weil auch eine A-200 bis 2029 nur in Stückzahl von "1" zuläuft.

Was wir hier erleben, ist eine reine politische Geschichte. Mit Fähigkeiten oder Fakten hat das doch nichts mehr zu tun.
(29.01.2026, 04:02)muck schrieb: Für die Marine, weil ein "Plan B" torpediert wurde.
Wenn ich das richtig verstanden hab, ging es doch nicht um einen Plan B, sondern um eine Festbeauftragung. Und das wäre einerseits eine denkbar schlechte Voraussetzung für Verhandlungen mit der Industrie gewesen und andererseits auch eine fachliche Entscheidung durch Politiker, die über das gängige Maß hinaus ginge. Man hätte ja entgegen der fachlichen Einordnung des Ministeriums dieses zu einer ganz konkreten Beschaffung gezwungen. Oder ich habe das falsch verstanden.

(29.01.2026, 09:30)DeltaR95 schrieb: Das BMVg sagt, "Tut uns leid! Wir haben zwar gesagt, wir kaufen marktverfügbare Sachen ein, aber leider haben wir uns mit dem DMS einen Standard gegeben, der uns das selbst verbietet!"
Für mich zeigt das ein Problem mit dieser Marktverfügbarkeits-Denkweise auf: Auch marktverfügbares muss den Anforderungen entsprechen. Also bringt es nichts, marktverfügbar kaufen zu wollen, wenn man nicht die eigenen Anforderungen an den Markt anpasst. Und ob man das vertreten kann, ist dann eine Einzelfallbetrachtung.
Zitat:Gemäß Artikel hat man der NATO zugesagt, ab 2028 (!) ASW-Fähigkeiten im Nordatlantik bereitzustellen. Wenn man sich dafür interessiert hätte, dann wäre 2023 dafür geeignet gewesen, 2024 schon eng und in 2025 ist der Zug einfach nur abgefahren, weil auch eine A-200 bis 2029 nur in Stückzahl von "1" zuläuft.
Hat man dafür nicht die F123B?
muck schrieb:Für die Marine, weil ein "Plan B" torpediert wurde.

Für den deutschen Steuerzahler, weil die Abgeordneten der Regierungsfraktionen ihren Kontrollaufgaben nicht wahrkommen.
Die Marine scheint diesen Ansatz selber nicht gewollt zu haben. Pistorius ist im Vergleich zu vielen seiner Vorgänger sehr offen gegenüber den Wünschend der Teilstreitkräfte, wenn die Marine diese Schiffe wollen würde, kann ich mir kaum vorstellen, dass Pistorius dann zu solchen Längen gegangen wäre um es zu verhindern.

Politiker, wie bpsw die Forderer im Bundestag, sind eben meist keine Rüstungsfachleute. Wer ein solches Vorhaben mit "die MEKO" beschreibt, wird sich wohl kaum den tatsächlichen Anforderungen und Fähigkeiten dieser Schiffe und derer die sie ersetzen sollen bewusst sein. Fregatte = Fregatte funktioniert nur mit ausgedehnter Unwissenheit.

Im Gegenteil, ich würde sogar sagen, dass es Steuerzahler hier einiges erspart bleibt. Die 1.8mrd Euro die bisher in die F126 investiert wurden sind damit nicht verloren und dafür erhält der Steuerzahler auch noch wirklich Brauchbare schiffe.
Steuerverschwendung wäre eine MEKO A200 mit einem Stückpreis von 1mrd Euro aufwärts.
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ObiBiber schrieb:Was ist denn aktueller Stand…
Die F126 kommt wie geplant… weil NVL gestern Früh kurz vor Sitzung des Verteidigungsausschusses vermeldet dass man die Daten nun einlesen konnte und dass man ein bisschen Stahl geschweißt hat?!
Parallel sichert man sich bzgl STOP GAP zumindest die Option für 50 Mio für 3-4 MEKO A200 DEU bis Ende März … korrekt?!
Der stand ist:
- Datenübertragung abgeschlossen, Bau/Montage läuft, Auslieferungszeitraum subject to change
- Vorvertrag für bis zu 8x MEKO A200DEU wird ins Parliament kommen, allerdings ohne verpflichtenden Bauauftrag, Zeitklausel entfällt ersatzlos
Zitat:Das Risiko mit den F126 wäre mir trotzdem weiterhin zu groß… die kommen nicht vor 2033/34
Der Worst Case vor der Projektübernahme durch NVL wurde mit einem Zulauf 2032 beziffert.
Marineforum schreibt diesbezüglich, dass der Zeitverzug der F126 "nahezu zwei Jahre" betrage. Der ursprünglich geplante Zulauf war 2028, also Zulauf 2030.
https://marineforum.online/f126-alternat...jektstand/
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DeltaR95 schrieb:Faktenbasiert betrachtet:

F126 hat eine geplant eine Stammbesatzung von 114 mit einer maximalen Kapazität von 198 = 84 Personen an Einschiffungskapazität. Dummerweise krankt diese Rechnung daran, dass es a) bei F125 schon nicht funktioniert hat und b) keiner weiß, welche Fähigkeiten in den 114 abgebildet sind. Das MM ASW wird seine einigen Personalstamm mitbringen.

Ergo: Im meiner Bewertung bleibt von 84 am Ende nur 38 übrig.
MWn fährt die F125 üblicherweise mit rund 150x Besatzungsmitgliedern, davon entfallen etwa 125x auf die Stammbesatzung (wobei Sicherungskräfte soweit ich weiß auch damit gemeint sind) und etwa 20-25x auf die Aircrew bei zwei eingerüsteten SeaLion, der Rest ist bspw für BEKs reserviert.

Entsprechend halte ich die angegebene Stammbesatzung von 114x durchaus für realistisch.
Die Stammbesatzung der Kimon Klasse beträgt bspw ebenfalls 110x, die der britischen Type 26 liegt bei etwa 120x, die der französischen ASW-FREMMs sogar nur bei etwa 100x. Das geht schon auf, Automatisierung machts möglich.
Zitat:Taktisches Lagebild: Der Stab führt nirgends auf der Welt aus der CIC bzw. OPZ, denn dort wird das taktische Gefecht geführt. Für den Stab gibt es einen gesonderten Raum mit einem adaptierten taktischen Lagebild, weil der Stab deutlich größer in der Dimension denkt, als die CIC mit ihrer taktischen Ebene.
Korrekt und darin macht es einen deutlichen Unterschied, ob man hierfür einen darauf vorbereiteten Raum nutzt oder eine Besenkammer mit einem Schreibtisch.
Hast du dich mal gefragt, warum SNMGs nur von Schiffen geführt zu werden scheinen, die über solche Infrastruktur verfügen? Die LCF bspw, sowie diverse Amphibs die ihrerseits amphibische Operationen hätten führen können?
Zitat:Und allein der Fakt, dass wir jetzt über sowas debattieren, zeigt, dass die Nebelkerze funktioniert. Anstatt z.B. wegen der DMS-Hörigkeit des BMVg auf die Barrikaden zu gehen.
Mit Nebelkerze hat das nichts zu tun, ich gewichte den DMS nur eben nicht so hoch, wie du es tust.

Fehlende DMS-Konstruktion mag ein Teil der Ablehnung sein aber das invalidiert nicht die gravierenden Fähigkeitsunterschiede zwischen F126 und A200DEU.
Zitat:Oder glaubt hier einer ernsthaft, dass nach 4 Jahren Zeitenwende und 2 Jahren "IT-Problemen der F126" die Politik jetzt plötzlich die Einsatzfähigkeit unserer Marine für sich entdeckt hat?
Ich glaube, dass Politiker blind vor Aktionismus von der Rüstungsindustrie um den Finger gewickelt werden.
Politiker interessieren sich nun mal deutlich weniger für Politik als wir "Aktivisten" es tun, so bescheuert diese Aussage klingt. Für die ist es Beruf, für uns es "Passion". Denen ist meist vollkommen Pumpe was passiert oder nicht passiert.
(29.01.2026, 11:50)DopePopeUrban schrieb: MWn fährt die F125 üblicherweise mit rund 150x Besatzungsmitgliedern, davon entfallen etwa 125x auf die Stammbesatzung (wobei Sicherungskräfte soweit ich weiß auch damit gemeint sind) und etwa 20-25x auf die Aircrew bei zwei eingerüsteten SeaLion, der Rest ist bspw für BEKs reserviert.

Das hatten wir doch schon:

https://www.nwzonline.de/wilhelmshaven/m...96629.html

Zitat:Er ergänzt: „Wenn beispielsweise von 126 Posten an Bord zehn nicht besetzt sind, tut das richtig weh. Deshalb arbeiten wir im Geschwader nun an einer neuen Organisationsform für die Plattform F125, die 150 Dienstposten Stammbesatzung vorsieht.

Sprich die Aircrew kommt da noch oben drauf.

(29.01.2026, 10:51)Broensen schrieb: Für mich zeigt das ein Problem mit dieser Marktverfügbarkeits-Denkweise auf: Auch marktverfügbares muss den Anforderungen entsprechen. Also bringt es nichts, marktverfügbar kaufen zu wollen, wenn man nicht die eigenen Anforderungen an den Markt anpasst. Und ob man das vertreten kann, ist dann eine Einzelfallbetrachtung.

Ich übersetze mal deine Aussage: Wir machen das richtig, was alle anderen falsch machen! Dann sind wir im Krieg ja echt "schlecht dran", wenn alle anderen Schiffe "nur" nach NATO-Richtlinien gebaut sind Wink

Diese Aussage des BMVg, so lapidar sie auch klingen mag, bestätigt unser Grundproblem: Wir werden niemals mit irgendeinem Marineprojekt auf den grünen Zweig kommen, weil im Ausland keiner mit unseren ganz besonderen Wünschen und Vorgaben vertraut ist und nicht mal unsere heimische Industrie diese verzugsfrei umgesetzt bekommt.

Wo liegt jetzt also der Fehler? Bei den Anforderungen oder dem Markt?

Dadurch, dass man sich mit BV und DMS ganz besondere Anforderungen auf die Fahnen geschrieben hat, an deren Erfüllung man regelmäßig scheitert, hat man den Kontakt zum internationalen Markt verloren und kocht sprichwörtlich in seinem eigenen Saft seine eigene Suppe.

Ergo, wir sehen hier live und in Farbe das "Mindset"-Problem unserer Bundeswehr. Es braucht endlich mal wieder Bewertungsexpertise, ob eine Anforderung, die sich der "spezielle deutsche Geist" ausgedacht hat, "lebenswichtig" ist oder vielleicht nur "ein akademisches Problem".
NWZ schrieb:„Das Aussetzen des Mehrbesatzungsmodells ist aktuell richtig, doch wir wollen uns alle Optionen offenhalten, um bei besseren Rahmenbedingungen zur Rotation zurückzukehren“, sagt Schmitt. Daheim funktioniere das System aus den genannten Gründen nicht.

Er ergänzt: „Wenn beispielsweise von 126 Posten an Bord zehn nicht besetzt sind, tut das richtig weh. Deshalb arbeiten wir im Geschwader nun an einer neuen Organisationsform für die Plattform F125, die 150 Dienstposten Stammbesatzung vorsieht.“
https://www.nwzonline.de/wilhelmshaven/m...96629.html

Da steht nicht, dass es 150x Besatzungsmitglieder braucht, da steht nur, dass man diese Anzahl nun vorsieht.
Was auch einfach damit zu begründen sein kann, dass man Teile der Dienstposten aus den überschüssigen Besatzungen wieder auf die Stammbesatzungen aufteilt. Der zweite Große Knackpunkt war soweit ich weiß zudem das 2-Wachen-Prinzip, dass eine Stammbesatzung von rund 120x Personen bedingt hat und die workload pro Besatzungsmitglied natürlich erhöht hat.

Ich halte es aber für falsch, davon auf die F126 zu schließen. Zum einen ist die F125 Entwicklungsstand 2007, die F126 hingegen Entwicklungsstand 2019/20, womit diese nochmal deutlich mehr automatisiert ist als ihr Vorgänger und zum anderen sind soweit ich weiß die Erfahrungen der F125 mit in die Anforderungen der F126 geflossen. Das Mehrbesatzungskonzept findet bereits seit 2017/18 Anwendung in der Marine, über Probleme und Nachteile dessen war man sich also bewusst, als die Designanforderungen für die F126 im zweiten Durchgang präzisiert wurden. Das man hier trotzdem auf eine Stammbesatzung im 120x Bereich gesetzt hat spricht mMn dafür, dass man sich trotzdem sicher ist, diese Schiffe so verenden zu können. Vermutlich ist die minimale Core Besatzung da sogar nochmal deutlich geringer
(29.01.2026, 13:19)DopePopeUrban schrieb: Ich halte es aber für falsch, davon auf die F126 zu schließen. Zum einen ist die F125 Entwicklungsstand 2007, die F126 hingegen Entwicklungsstand 2019/20, womit diese nochmal deutlich mehr automatisiert ist als ihr Vorgänger und zum anderen sind soweit ich weiß die Erfahrungen der F125 mit in die Anforderungen der F126 geflossen.

Und da ist die nächste "Nebelkerze" Big Grin

Nenn' mir bitte mal ein Beispiel, was deiner Meinung nach an F126 "deutlich mehr automatisiert" ist, als bei F125. Ansonsten können wir diese Debatte gleich wieder beenden, bevor sie in eine Märchenstunde abdriftet Wink

Gern' auch mehrere, bei der schiffstechnischen Automation hat es seit 2007 keinerlei Revolution gegeben und mir ist schleierhaft, wo diese auch herkommen soll. Es sei denn man würde sich konsequent für den Ansatz der zivilen Handelsschiffe entscheiden und die Teile einfach "abrocken", weil im nächsten Hafen kommt ja der Instandsetzer der Fremdfirma.
https://marineforum.online/f126-alternat...jektstand/
F126 – und wie weiter?

29. Jan. 2026


...gleichwohl beträgt der Zeitverzug des F126-Programms nahezu zwei Jahre. Die diskutierte MEKO A-200-Plattform ist ein Ausweg: Sie gilt als verfügbar, industriell beherrschbar und ist mit geringerem Entwicklungsrisiko versehen. Gleichzeitig sind die Investitionen in das F126 Programm "gerettet", denn ein Abbruch wäre politisch und finanziell kaum vermittelbar. Nach unseren Berechnungen sind bereits rund 1,8 Milliarden Euro investiert, Fähigkeiten eingeplant und industrielle Zusagen gegeben. Die Zulieferer erfüllen ihre vertraglichen Verpflichtungen nach wie vor. Der eingeschlagene Kurs – technischer Neustart bei gleichzeitiger Vorbereitung einer Alternativlösung – ist bei all seiner Fragilität rational begründbar. Zeitlich ist der Plan ambitioniert, aus "gut unterrichteten Kreisen" hört man, dass bereits im Frühjahr Vertragsabschlüsse erfolgen sollen. Wer was baut, ist derzeit rein spekulativ, aber die Werftkapazitäten in Deutschland werden allesamt gebracuht werden!

Ein Nebeneinander von F126 und MEKO A-200 plus F127?

Drei große Überwasserkampfschiffprojekte greifen parallel auf begrenzte Ressourcen zu: Konstruktion, Werftkapazitäten, Zulieferketten und Abnahmeprozesse – alles auf einer Zeitachse und Ressourcenbasis. Herausfordernd wird die Werft- und Personalfrage: Reichen Ingenieure, Facharbeiter und Dockplätze für drei Programme? Schon heute hat die Marine Personalprobleme. Nachwuchsgewinnung wird ein limitierender Faktor, unabhängig vom Schiffstyp. Eine Lösung wird hinter den Kulissen erwogen: Eine anteilige Ausphasung der Korvetten Klasse 130 würde Kapazitäten an Logistik und Personal freisetzen. Die MEKO quasi als Ersatz für das erste Los 130. Das ist noch nicht alles, was der Marineschiffbau wird leisten müssen und wollen, denn weitere Einheiten sind in der Ableitung des Bedarfes möglich: Denkbar sind drei statt zwei zivil besetzte Betriebsstoffversorger, vier statt drei Flottendienstboote. Und über Nachfolger der Tender und Minensuchboote ist auch noch nicht entschieden. Zitate Ende
(29.01.2026, 11:50)DopePopeUrban schrieb: MWn fährt die F125 üblicherweise mit rund 150x Besatzungsmitgliedern, davon entfallen etwa 125x auf die Stammbesatzung (wobei Sicherungskräfte soweit ich weiß auch damit gemeint sind) und etwa 20-25x auf die Aircrew bei zwei eingerüsteten SeaLion, der Rest ist bspw für BEKs reserviert.

Entsprechend halte ich die angegebene Stammbesatzung von 114x durchaus für realistisch.
(29.01.2026, 13:01)DeltaR95 schrieb: Das hatten wir doch schon: ... die Aircrew kommt da noch oben drauf.
Die F125 hat 126 Stamm zzgl. Aircrews zzgl. einer nachträglich eingeplanten, erfahrungsbedingten Personalaufstockung von 24 Mann, so dass die derzeitig vorgesehene Besatzungsstärke ohne Aircrews und BEK bei 150 liegt. (Schön aufgelöst hier, wo oben im Beitrag eine Besatzungsstärke von 150 auftaucht und weiter unten dann 126 Stammcrew angeführt wird.) Die Einschiffungskapazität dürfte somit nur noch bei ca. 40 liegen, wovon min. die Hälfte die Aircrews ausmachen. Also mehr als zwei Boarding-Kommandos können schon nicht mehr mitgeführt werden.

Für die MEKO A200 findet sich bei ESuT folgende Information
Zitat:Die Besatzung umfasst 125 Personen, einschließlich des Helikopterkontingents, und es gibt Platz für zusätzlich 49 Personen.
Kommt mir aber sehr verdächtig vor, da die A200 ja auch wahlweise mit 2x5t- oder 1x11t-BHS bestückt werden kann, was unterschiedlich große Aircrews bedingt.

Aber unabhängig davon scheinen sich ja die Besatzungsstärken einer 4kto-A200, einer 7kto.-F125 und einer 10kto-F126 nicht merklich zu unterscheiden, zumindest nicht hinsichtlich der Mindestwerte. Was für mich auch Sinn ergibt, da der vermeintliche zusätzliche Bedarf wegen der zusätzlichen Größe kompensiert wird durch die dadurch ermöglichte Automatisierung.

Ich möchte aber gerne noch in den Raum stellen, dass die 125px der A200 vmtl. nicht vergleichbar sind mit den 150px der F125. Denn die bisher ausgelieferten A200 sind allesamt nicht -wie die F125- dafür gedacht, lang andauernde IKM-Einsätze zu fahren. Ergo liegt für die F126 der Rückschluss nahe, dass diese für LV/BV-Einsätze mit etwa 120 Stamm- zzgl. (Sonar)Modul- zzgl. BHS-Personal anzusetzen sein wird, während in IKM-Missionen oder allgemein länger andauernden Einsätzen ebenfalls zusätzliche Personalstärke einzuplanen sein dürfte.
Man sollte also die Personalstärke abseits der definierten Mindestbesatzung noch dem vorgesehenen Einsatzzweck anpassen.
Zitat:Ich übersetze mal deine Aussage: Wir machen das richtig, was alle anderen falsch machen! Dann sind wir im Krieg ja echt "schlecht dran", wenn alle anderen Schiffe "nur" nach NATO-Richtlinien gebaut sind Wink
Du siehst das zu sehr auf den DMS fokussiert. Den halte ich ja auch für Blödsinn (sofern das alles wirklich so ist, wie ich das hier vernommen habe). Aber die Anforderungen umfassen doch mehr als das. Bspw. gehört zu den Anforderungen an eine deutsche ASW-Fregatte, dass dort der gerade zulaufende SeaTiger auch eingeschifft werden kann. Es reicht also nicht, Schiffe zu beschaffen, die NATO-Standards entsprechen. Sie müssen schon auch noch zum Anforderungsprofil passen. Sonst könnten wir auch einfach zusätzliche F125 oder K130 ordern.

Also ist hier nicht das Problem, dass man MOTS nicht ernst nimmt, sondern dass man die Anforderungen nicht dem Marktangebot angepasst hat. Das muss sich aber halt nicht unbedingt auf den DMS beziehen, sondern kann eben auch weniger irrelevante Gründe haben. Ich würde also nicht pauschalisiert sagen, dass man hier nicht bereit ist, seine Standards zu hinterfragen, sofern wir nicht klarere Aussagen vorliegen haben, welche Anforderungen warum nicht zur Disposition gestellt werden.
Wann und von wen wird denn nun eigentlich endgültig beschlossen, was beschafft wird?
(bzw. OB A200 kommt... Und... wenn ja, wie viele davon und wie viele F-126?)

Ich steige da nicht mehr durch WELCHE Institution hier das Sagen hat?
- Der BMVg? (der ja benanntlich ein Rheinmetall /NVL Buddy ist... Und die wollen kein TKMS sondern ihre eigene Aktien pushen)
- Der Haushalts und Verteidigung Ausschuß, der die Geldausgaben im Detail bewilligt und zur Parlamentsvorlage macht?
(und der offensichtlich gerne A200 haben möchte)
- oder das Parlament, das den Haushalt bewilligen muss?... Aber null fachliche Ahnung hat?
@Milspec_1967

Der Vorvertrag ist noch nicht abgeschlossen, der muss erst noch durchs Parlament. Im Falle einer Beschließung sichert dieser die Zeitschiene für die Beschaffung einer A200DEU. Wie das im Detail aussieht wurde noch nicht veröffentlicht.

Im Gegensatz zum ursprünglichen Stand, entfallen hierbei jedoch jegliche Fristen an dem eine Beschaffung verpflichtend wird. Ursprünglich war die Idee von Abgeordneten und Industrie, dass ein Bau hier nach einer bestimmten automatisch greifen Würde sofern zur F126 noch keine Entscheidung gefallen sein würde.

Nach wie vor liegt die Entscheidungsgewalt dieses Projekts beim BMVg, das sowieso grundsätzlich denn der Verteidigungsausschuss ist ein beratendes Kontrollorgan, dass lediglich Empfehlungen erteilt. Soll heißen, man hält sich hier von Seiten des BMVg die Option offen, entfernt aber alle automatischen Beschaffungsmechanismen. Somit muss ein Bauvertrag, sofern man im BMVg einer solchen Beschaffung zustimmt, vom Ministerium selbst ins Parlament gebracht werden, wofür der Vorvertrag als quasi als "Regelwerk" fungiert, wie eine solche Beschaffung aussehen würde.

Da wir aber nicht wissen, wie der Vorvertrag selber aussieht, wissen wir auch nicht, was jetzt am anderen Ende, also bei TKMS, geschieht. Man hatte ja von Seiten der Industrie großkotzig verkündet, sofort nach dem Vertragsschluss (Vorvertrag) mit dem Bau beginnen zu können (was man nicht kann aber darauf will ich jetzt gar nicht hinaus). Das ging damals aber noch von einer defacto garantierten Beschaffung aus, wofür es entsprechende Sicherheiten gegeben hätte. Da die Beschaffung nun trotz abgeschlossenen Vorvertrags nicht mehr garantiert ist, könnte ein vorsorglicher Baustart nicht mehr möglich sein, da TKMS eventuell keinen Anspruch auf Entschädigung hätte sollten diese Schiffe letztendlich nicht beschafft werden.
(29.01.2026, 16:19)DopePopeUrban schrieb: Der Vorvertrag ist noch nicht abgeschlossen, der muss erst noch durchs Parlament. ...
Im Gegensatz zum ursprünglichen Stand, entfallen hierbei jedoch jegliche Fristen an dem eine Beschaffung verpflichtend wird. Ursprünglich war die Idee von Abgeordneten und Industrie, dass ein Bau hier nach einer bestimmten automatisch greifen Würde sofern zur F126 noch keine Entscheidung gefallen sein würde.
Hab' ich was verpasst? Der Vorvertrag dient doch der Absicherung der Langläufer und Entwicklungsarbeit, während es abgestimmte Fristen gibt für die NVL-F126-Entscheidung und den Anschlussvertrag für die A200.
Bis zum 30.4. (?) muss eine Entscheidung über den Weiterbau der F126 getroffen werden und in der Folge würde dann -je nach Ergebnis- die zweite Stufe des A200-Vertrags aktiviert werden, der dann auch erste Bauarbeiten umfassen würde. Daran hat sich doch nichts geändert und es bestand da auch von vornherein kein Automatismus, sondern nur eine Abstimmung der Fristen aufeinander.
Soweit zumindest mein Kenntnisstand.
Also im Prinzip kommt das Thema Ende März wieder auf die Agenda…
bis dahin muss NVL einen aktuellen Zeitplan und aktuelle Kostenschätzung und Risikoeinschätzung für F126 liefern…
parallel könnte TKMS bzgl MEKO A200 DEU weitere Details liefern… also was macht die DEU Variante aus… wie realistisch ist Zeit und Kostenplanung?!
(29.01.2026, 16:03)Milspec_1967 schrieb: Wann und von wen wird denn nun eigentlich endgültig beschlossen, was beschafft wird?
(bzw. OB A200 kommt... Und... wenn ja, wie viele davon und wie viele F-126?)

Ich dachte von uns? Oder warum machen wir den Scheiß hier??? Big Grin


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