24.01.2026, 16:11
(24.01.2026, 14:43)DopePopeUrban schrieb: Dieser strategische Kontext, der solche Einheiten bedingt, ist für uns non-existent.Die bisherige Denkweise leitet sich aus dem ab, wie die NATO-Marinen jahrzehntelang funktioniert haben. Man hatte einerseits die Atlantik-Konvois, die mit einer Vielzahl von ASW-Geleitschutzschiffen gedeckt werden mussten und andererseits hatte man für Randmeere Einsatzgruppen, zu denen vor allem die Amerikaner die benötigten Fähigkeiten zum Verbandsschutz stellten, während die anderen auch hierzu eben kleinere Einheiten beisteuerten, um eine größere Dislozierung zu ermöglichen. Hinzu kam, dass die Ex-Kolonialisten noch eigene Interventionsfähigkeiten unterhielten, die aber eben für andere Szenarien als den Seekrieg gegen Russland gedacht waren.
So funktioniert aber die NATO nicht mehr. Also dürfen wir auch nicht mehr unsere Schiffe nach diesen Konzepten beschaffen. Wir müssen uns so aufstellen, dass wir sowohl mit den Amerikanern, als auch ohne einsatzfähig sind. D.h., wir müssen unsere Nordflanke alleine sichern können, während wir für den Fall, dass es Konvois geben sollte, auch auf amerikanische Assets zum Schutz dieser zurückgreifen können, bzw. dann auch wieder untereinander durchmischen können. Aber die Funktionsfähigkeit ohne US-Schiffe muss zwingend gewährleistet sein und im Fokus der Flottenplanung stehen.
(24.01.2026, 15:17)roomsim schrieb: in der Ostsee sehe ich aufgrund der geograhischen Limitiertheit und dem von Land gestellten High level AAW sie Vorteile für kleine Einheiten noch.Und selbst dabei kann man sich ja noch fröhlich streiten, wie DPU und ich es hier ja schon ausgiebig getan haben. Aber zumindest kann man in der Ostsee mit weniger durchhaltefähigen Einheiten operieren, wenn man mehr davon zur Verfügung hat. Und es besteht halt grundsätzlich ein landseitiger Luftschirm, den die Schiffe nur lokal ergänzen müssen, um sich gegen diejenigen Bedrohungen zu schützen, die eben nicht landseitig bekämpft werden können.
Zitat:Nicht jeder kann oder will sich die voll umfänglich ausgestatteten Tier 1 Einheiten Leisten sei es aus Budget oder Manpower Gründen, weshalb einige Marinen im Nordmeer eh schon eher Support spielen. z.B Belgien, aber auch Dänemark, Schweden und Norwegen zu geringeren Anteilen.So haben es wir alle ja bisher getan, weil wir den großen Bruder hatten, der dann die Tier-1-Einheiten gestellt hat. Mit dem können wir aber jetzt nicht mehr rechnen, also müssen wir das europäisch kompensieren. Dafür kommen Frankreich, Deutschland und UK in Frage, wobei ich Frankreich da nicht mit einplanen würde. Nein Voyageur, nicht weil ich glaube, dass sie nicht helfen würden
, aber in einem vollumfänglichen Krieg mit Russland wären die Franzosen mit ihrer global einsetzbaren Marine überall gefragt, da bleiben einfach keine nennenswerten Ressourcen für die permanente Absicherung der Nordflanke übrig. Für die Briten gilt das auch ein bisschen, allerdings werden die es wohl wenigstens schaffen können, permanent einen T45/83 und ein paar T26 im Norden zu haben.Alle anderen werden zumindest an der Nordflanke aber eben nur Tier-2-Einheiten stellen, auch wenn die FDI/Type26-Derivate schon deutlich mehr leisten können als bspw. eine A200. D.h. aber, dass wir mit UK, Dänen, Schweden, Norwegern und vlt. noch BE/NL eigentlich wenig Bedarf für noch mehr Tier-2-Fregatten haben werden, die dann sogar im Fall der A200 noch weniger leisten können als die zwei Dutzend ASWF/LCF und T26/FDI-Derivate der anderen.
Daher halte ich es eigentlich für unumgänglich, dass wir mit unserer Wirtschaftskraft die Tier-1-Kombattanten im Nordmeer zur Verfügung stellen. Was uns sogar Personal-mäßig entgegen kommt, weil wir auf den großen Schiffe mit weniger Mannzahl mehr Leistung generieren können.
