21.01.2026, 20:59
(21.01.2026, 20:50)Broensen schrieb: Das ist mir klar. Ich stelle nur in Frage, dass eine A200G das wäre. Und zwar nicht, weil sie nicht hochseeeinsatzfähig ist, sondern weil sie für die in "hoher See" potentiell anfallenden LV/BV-Szenarien nicht ausreichend "kampffähig" wäre, um dort zu bestehen. (Was ohne eine Verbandsflugabwehr-Einheit aber auch auf F123C zutrifft.)
Das ist das Argument des Zeitfaktors und der Flaggenstöcke. Das kann ich auch nicht widerlegen, sondern nur darauf hinweisen, dass das recht wenig mit der hier ursprünglich als Begründung angeführten "Kriegstauglichkeit bis 2029" zu tun hat. Eben weil alles, was bis 2029 zu bekommen ist, nicht wirklich "kriegstauglich" ist und daher nur der Erfüllung der zahlenmäßigen NATO-Zusagen dienen kann.
Man muss dabei aber auch mal kritisch hinterfragen, inwieweit diese Zusagen überhaupt gehalten werden können. Wenn wir drei AAW-Fregatten zusagen, für die wir dann aber nach dem ersten Gefecht keine Munition mehr haben, dann haben wir zwar unsere Zusagen bis dahin formal erfüllt, deren Wert ist dann jedoch fragwürdig, zumindest mit Blick auf ein hochintensives LV/BV-Szenario.
Insofern gibt es auch andere, bessere Zwischenlösungen, nur wird man sich entscheiden müssen, ob man die Zusagen quantitativ oder (durchhaltefähig) qualitativ erfüllt. Ich sehe nicht, wie beides zugleich geschafft werden könnte.
Im Fall der A200 ist das aber eindeutig so. Man will die beschaffen, um sie zu einem möglichst frühen Zeitpunkt als Flaggenstöcke in der Flotte zu haben und nicht, weil man Bedarf für ihre Fähigkeiten in einem LV/BV-Szenario hat.
Da sind schon deutliche Parallelen zu FFG(X) zu erkennen. "Schiffe! Viele! Schnell!"
Nein, das sage ich nicht. Ich unterscheide dahingehend mindestens zwischen:
1. A200EN als einzige MOTS-verfügbare Lösung
2. A200RAN als vorhandener, jedoch nicht baufertiger Entwurf
3. A200 "MilSpec" / F123B light
4. A200/210 mit F123B-Ausstattung
5. A200/210G als neu zu planender Entwurf auf A200-Basis mit CMS330
Und alle Varianten haben (aufsteigend) unterschiedliche Zulaufzeiten und ergeben unterschiedlich viel Sinn für die kurz-, mittel- und langfristige Flottenplanung.
Die entscheidende Fragestellung in diesem Strang muss eigentlich sein: Gibt es einen tragfähigen Kompromiss zwischen einer untauglichen Lösung (1.) und einer, die absehbar zu spät kommen wird (5.)?
Ich hätte gerne Variante 5 … aber da sind wir bei 2032 mit der ersten Einheit…
Variante 4 könnte bis Ende 2029/Anfang 2030 klappen…
