20.01.2026, 19:26
DeltaR95 schrieb:Mal ganz nüchtern betrachtet, wohin könnte die A-200G denn laufen?Dazu müsste man erst einmal wissen, ob hier überhaupt die A200 gemeint ist.
Von Seiten TKMS rührt zwar das Angebot für die A200 her, was auch mit der A200 benannt wird, in Politikkreisen spricht man hingegen mehr oder minder universell von "MEKO". Und daraus können wir nicht wirklich deduzieren, was damit gemeint ist, denn wir haben offiziell keinen Zeitplan.
Wenn die Informationslage wäre "Ein F126 Ersatz wird beschafft und soll schnellstmöglich zulaufen" wäre das ja relativ einfach, dann bleiben nur noch A100/200 (unabhängig davon, ob ein schnelles Zulaufen damit realistisch wäre) aber die Information haben wir nicht. Der möglichst schnelle Zulauf lässt sich bislang nur in Einzelmeinungen verschiedener Politiker und Rüstungsexperten finden, vom BAAINBw oder BMVg wurde diesbezüglich noch gar nichts kommuniziert. Offiziell wissen wir nur, dass eine "Alternative Lösung" betrachtet wird und die Entscheidung hinsichtlich der F126 Mitte-Ende 2026 erfolgen soll.
Das kann heißen, dass man im Zeitplan der F126 bleiben und einen möglichst schnell verfügbaren Ersatz beschaffen möchte. Es kann aber auch heißen, dass man einfach nur an den Fähigkeiten Damens zweifelt und man stattdessen lieber ein nationales Produkt beschaffen möchte, unabhängig vom originalen Zeitplan, was dann alles mögliche sein könnte.
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Aber mal angenommen, dass man eine MEKO A200G anvisiert.
Ich bin mir unsicher, welchen Weg man damit gehen würde. Zum einen halte ich es für realistisch, dass man auf eine Art Rundum-Sorglos-Packet setzt, ähnlich wie bei der F123B um das ganze möglichst schnell über die Bühne zu bringen. Soweit ich weiß, ist das Refit der F123 in aber ganz schön schwieriges Fahrwasser gekommen und verspätet sich. Das kann jetzt entweder an der Werft liegen, oder an Saab, oder beiden.
Entsprechend halte ich, sofern es mit Saab bedenken gibt, auch für möglich, dass man das tut was in der Vergangenheit ja schon so blendend funktioniert hat (*hust) und das Ding auf nationaler Basis hochzieht, also ANCS.
Das hätte auch gleich den Vorteil, dass man so gut wie das gesamte Komponentenportfolio der F125 übernehmen könnte, das alles bereits in ANCS integriert ist. Lediglich Mk41 und dann ESSM oder SLM müssten noch integriert werden, sowie vermutlich die Sonaranlage von AE (was als in-house Produkt einfach sein sollte).
Schiffbaulich dürfte das auch dahingehend Vorteile haben, als das keine großartigen architektonischen Änderungen erforderlich sind um diese auf der A200 verwenden zu können. Das TRS-4D rot dürfte bereits auf die existierende Maststruktur passen, Kora18, EO/IR und co ebenso. Zwei Mk49-Werfer werden passen, Seezielflugkörper sind bolt on, 30mm SeaSnake an die dafür vorgesehenen Positionen (die 30mm ist im Rahmen der Tamandare Klasse bereits in ANCS integriert).
Mit der Sonaranlage wird man sich eventuell etwas einfallen lassen müssen. Die dafür vorgesehenen Klappen am Heck erscheinen mit sehr klein für ein System wie ACTAS.
Ganz wie @Milspec schon sagt, das Resultat dürfte enttäuschend ausfallen.
Und rechtzeitig bis 2029 bekommt man das Ding sowieso nicht gebaut.
