Gestern, 15:43
Ich glaube in diesem Kontext sollten folgende zwei Grundaussagen einigermaßen konsenzfähig sein:
1. - Für den Zulauf einer Interimslösung vor/um 2030 sind Maßanfertigungen vom Tisch.
2. - Für die langfristige Flottenplanung der DM ist ein Zurückgreifen auf MOTS-Entwürfe unnötg.
In den ersten Punkt würde ich zudem noch jegliche Sensoren, Effektoren etc inkludieren, die aktuell nicht existieren oder nicht bis zu diesem Zeitraum ihre IOC erreichen.
Wir haben jetzt mittlerweile 2026. Damit ein Interimsvorhaben noch irgendwie bis 2030 funktionieren kann, muss der Bau einer solchen Einheit Anfang 2027 beginnen. Mit ein wenig Glück kann diese Einheit dann ab Q3/4 2030 in Dienst gestellt werden. Damit sind jegliche Änderungen an den Schiffen oder den mitgeführten Komponenten, die über bloße "bolt-on" Upgrades hinausgehen, vom Tisch. Wir haben für Integrationsstudien, Risikoabwägung etc keine Zeit.
Gleichzeitig haben wir uns durch unsere bisherige Flottenpolitik in eine Lage manövriert, in der "wir beschaffen nur das nötigste" äquivalent zu "wir müssen eine Einheit beschaffen, die mehr kann als die gesamte Bestandsflotte" ist. Ich kann da @Bairbus im ersten Teil seines Beitrags nur zustimmen, die Marine hat sich so strickt spezialisiert, dass sie effektiv nicht mehr wirken kann, sobald ein Glied dieser segregierten Fähigkeitskette nicht mehr zur Verfügung steht.
Die logische Schlussfolgerung daraus kann nur sein, dass eine Interimslösung Fähigkeitslücken in beiden Dimensionen "stopfen" muss, da es uns an beiden mangelt.
Aktuell drückt der Schuh primär im Verbands-AAW, sekundär im ASW. Entsprechend muss eine Interimslösung zu beidem befähigt sein.
Davon gibt es in Europa meines Ermessens nach drei: die FREMM EVO und PPA von Finacantieri, sowie die FDI von NavalGroup.
Davon fällt Finacantieri mMn aus, da die Bauzeit dieser Schiffe nicht mit der gesetzen Deadline vereinbar ist und der Schiffbauer auf absehbare Zeit keine Bauslots zur Verfügung haben wird, um neben den Bestellungen der italienischen und portugiesischen Marine auch noch die DM zu beliefern.
Eine MEKO A200 ist nicht für die Anforderungen an die Volldimensionalität befähigbar, zum einen aufgrund von technischen Limitierungen der Schiffe selber und zum anderen aufgrund mangelnder Erfahrung des Schiffbauers in Bezug auf europäische Lfk und VLS-Systeme. Die A210 würde den Fähigkeitsanforderungen zwar entsprechen, lässt sich aber nicht im gesetzten Zeitrahmen realisieren, selbiges gilt für die A200.
Womit letztendlich nur noch die FDI aus dem Hause NavalGroup bleibt.
Daher gehe ich im folgenden Darauf ein, wie ich mir das vorstelle:
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Beschafft werden 4x FDIs auf der Basis der griechischen Kimon Klasse. Diese Fregatten dienen in der DM primär zum Füllen von Fähigkeitslücken in AAW und ASW, sekundär dienen als sie als Einstieg der DM in europäische Lfk und VLS Portfolios. Diese Beschaffung erfolgt gemeinsam mit Schweden (sowie eventuell Dänemark), auf den Sinn und die Vorteile dahinter gehe ich später ein.
Diese Schiffe sind weitestgehend Baugleich zur Kimon Variante der HN. Sie verfügen über:
- das S-band SeaFire Radarsystem in der 12-Modul Variante (rund 300km Reichweite), BMD-Eigenschutz Befähigung
- Kingklip Mk2 Rumpfsonar und CAPTAS-4 TAS
- 4x SYLVER A50NG (32x Zellen) [vorerst 32x ASTER 30 B1NT] [später 24x ASTER 30 B1NT + 32x IRIS-T SLM]
- 1x21 RIM-116 Block 2b
- Hangar für NH90 und VSR700
- sowie weiteres
Da man hier von der Stange kauft, kommen diese Schiffe auch entsprechend mit Komponenten, die in der DM vermutlich keine Zukunft haben. Bspw das SETIS CMS, die Sonarsuite von Thales oder auch die RWS. Vorerst jedenfalls.
Da Schiffe nicht bloß eine "tote" Stopgap solution sondern auch als Technologieeinstieg sowie langfristige Ausrichtung der DM dienen sollen, wird folgendes im Rahmen dieses Deals vertraglich geregelt:
Für die späteren Einheiten ist ein Zurückgreifen auf die Option der Lizenzproduktion der FDI in Deutschland (wie für bspw Indonesien bereits angeboten wurde) sinnvoll. Idealerweise sowohl für die DM wie auch für die schwedische Marine, was mehr gleichzeitige Bauslots für beide bereitstellt.
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Diese 4x Schiffe werden in der DM als teil der "seegehenden" Fregattenflotte vorgehalten bis im Rahmen der Neustrukturierung der Flotte die eigentlichen Fregatten, die dann Maßanfertigungen sein werden, zulaufen. Dabei werden die FDIs Teil der Einsatzflottille 2 sein bis etwa Ende der 2030er.
Ohne auf nähere Details einzugehen (da dazu im Wunschkonzert noch was kommen wird wenn die Entwürfe fertig sind und weils nicht hier hin gehört) werden diese Einheiten folgendermaßen Skizziert:
Bis diese aber fertig sind, brauch es noch etwas. Die erste dieser Einheiten würde vermutlich erst ab Mitte der 2030er in Dienst gestellt werden.
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Nachdem ein Zulauf dieser in entsprechender Quantität von statten gegangen ist, werden die 4x FDIs von der EF2 in die EF1 übertragen, in der sie bei Zulauf anfangen, die K130 Batch 1 und später Batch 2 zu ersetzen.
Ab diesem Zeitpunkt sollten die Schiffe idealerweise einem MLU unterzogen werden, um sie an den Rest der Zulaufenden Flotte und die Ostsee als neues Aufgabengebiet besser anzupassen. Da diese Schiffe hier idealerweise zusammen mit Schweden beschafft wurden, kann bei der Entwicklung eines entsprechenden MLU-Kits kooperiert werden. Immerhin sind die Ostsee-spezifischen Anforderungen an beide gleich.
Folgende Maßnahmen könnte ich mir dafür vorstellen:
Damit würden die Fähigkeitslücken der DM ab 2030 konsequent gestopft werden.
2040 würde die Deutsche Marine entsprechend mit 15x volldimensional und modular befähigten Fregatten/Zerstörern darstehen, die bei Bedarf durch 4x weitere Einheiten aus der Ostsee ergänzt werden könnten. Die Marine wäre vollständig und relativ schmerzfrei europäisiert, mit hohem Anteil der deutsche Industrie und Produktionslinien in Deutschland. Man stellt sich gleichzeitig mit Schweden und Dänemark gut, ebenfalls mit MBDA und kann bei jeder zukünftigen europäischen Kooperation problemlos mitwirken. Dazu eröffnet sich für die IRIS-T die Dimension See auf dem europäischen Markt.
Und das alles auch noch ohne politische Risiken, ohne Kompromisse in der langfristigen Flottenkommunalität oder Struktur, ohne Ungewissheiten oder Systemneuentwicklungen und ohne Abhängigkeiten aus dem nicht-europäischen Ausland, bei einer deutlichen Mehrleistung gegenüber der aktuellen Bestandsflotte, wahrscheinlich auch noch gegenüber der Planflotte.
1. - Für den Zulauf einer Interimslösung vor/um 2030 sind Maßanfertigungen vom Tisch.
2. - Für die langfristige Flottenplanung der DM ist ein Zurückgreifen auf MOTS-Entwürfe unnötg.
In den ersten Punkt würde ich zudem noch jegliche Sensoren, Effektoren etc inkludieren, die aktuell nicht existieren oder nicht bis zu diesem Zeitraum ihre IOC erreichen.
Wir haben jetzt mittlerweile 2026. Damit ein Interimsvorhaben noch irgendwie bis 2030 funktionieren kann, muss der Bau einer solchen Einheit Anfang 2027 beginnen. Mit ein wenig Glück kann diese Einheit dann ab Q3/4 2030 in Dienst gestellt werden. Damit sind jegliche Änderungen an den Schiffen oder den mitgeführten Komponenten, die über bloße "bolt-on" Upgrades hinausgehen, vom Tisch. Wir haben für Integrationsstudien, Risikoabwägung etc keine Zeit.
Gleichzeitig haben wir uns durch unsere bisherige Flottenpolitik in eine Lage manövriert, in der "wir beschaffen nur das nötigste" äquivalent zu "wir müssen eine Einheit beschaffen, die mehr kann als die gesamte Bestandsflotte" ist. Ich kann da @Bairbus im ersten Teil seines Beitrags nur zustimmen, die Marine hat sich so strickt spezialisiert, dass sie effektiv nicht mehr wirken kann, sobald ein Glied dieser segregierten Fähigkeitskette nicht mehr zur Verfügung steht.
Die logische Schlussfolgerung daraus kann nur sein, dass eine Interimslösung Fähigkeitslücken in beiden Dimensionen "stopfen" muss, da es uns an beiden mangelt.
Aktuell drückt der Schuh primär im Verbands-AAW, sekundär im ASW. Entsprechend muss eine Interimslösung zu beidem befähigt sein.
Davon gibt es in Europa meines Ermessens nach drei: die FREMM EVO und PPA von Finacantieri, sowie die FDI von NavalGroup.
Davon fällt Finacantieri mMn aus, da die Bauzeit dieser Schiffe nicht mit der gesetzen Deadline vereinbar ist und der Schiffbauer auf absehbare Zeit keine Bauslots zur Verfügung haben wird, um neben den Bestellungen der italienischen und portugiesischen Marine auch noch die DM zu beliefern.
Eine MEKO A200 ist nicht für die Anforderungen an die Volldimensionalität befähigbar, zum einen aufgrund von technischen Limitierungen der Schiffe selber und zum anderen aufgrund mangelnder Erfahrung des Schiffbauers in Bezug auf europäische Lfk und VLS-Systeme. Die A210 würde den Fähigkeitsanforderungen zwar entsprechen, lässt sich aber nicht im gesetzten Zeitrahmen realisieren, selbiges gilt für die A200.
Womit letztendlich nur noch die FDI aus dem Hause NavalGroup bleibt.
Daher gehe ich im folgenden Darauf ein, wie ich mir das vorstelle:
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Beschafft werden 4x FDIs auf der Basis der griechischen Kimon Klasse. Diese Fregatten dienen in der DM primär zum Füllen von Fähigkeitslücken in AAW und ASW, sekundär dienen als sie als Einstieg der DM in europäische Lfk und VLS Portfolios. Diese Beschaffung erfolgt gemeinsam mit Schweden (sowie eventuell Dänemark), auf den Sinn und die Vorteile dahinter gehe ich später ein.
Diese Schiffe sind weitestgehend Baugleich zur Kimon Variante der HN. Sie verfügen über:
- das S-band SeaFire Radarsystem in der 12-Modul Variante (rund 300km Reichweite), BMD-Eigenschutz Befähigung
- Kingklip Mk2 Rumpfsonar und CAPTAS-4 TAS
- 4x SYLVER A50NG (32x Zellen) [vorerst 32x ASTER 30 B1NT] [später 24x ASTER 30 B1NT + 32x IRIS-T SLM]
- 1x21 RIM-116 Block 2b
- Hangar für NH90 und VSR700
- sowie weiteres
Da man hier von der Stange kauft, kommen diese Schiffe auch entsprechend mit Komponenten, die in der DM vermutlich keine Zukunft haben. Bspw das SETIS CMS, die Sonarsuite von Thales oder auch die RWS. Vorerst jedenfalls.
Da Schiffe nicht bloß eine "tote" Stopgap solution sondern auch als Technologieeinstieg sowie langfristige Ausrichtung der DM dienen sollen, wird folgendes im Rahmen dieses Deals vertraglich geregelt:
- Die Integration der IRIS-T Familie in das SYLVER A50NG sowie die Integration von HYDEF und Tyrfing in das A70NG (via NavalGroup, die die Produzenten von FDI und SLYVER sind.)
- Der Ersatz der Exocet Block 3c durch NSM auf den deutschen Schiffen (was für Schweden mit der RBS-25 bereits angeboten wurde)
- Die Errichtung einer ASTER 30 Produktionslinie in Deutschland die den deutschen/schwedischen Bedarf in Zukunft decken soll. (via MBDA Germany)
Für die späteren Einheiten ist ein Zurückgreifen auf die Option der Lizenzproduktion der FDI in Deutschland (wie für bspw Indonesien bereits angeboten wurde) sinnvoll. Idealerweise sowohl für die DM wie auch für die schwedische Marine, was mehr gleichzeitige Bauslots für beide bereitstellt.
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Diese 4x Schiffe werden in der DM als teil der "seegehenden" Fregattenflotte vorgehalten bis im Rahmen der Neustrukturierung der Flotte die eigentlichen Fregatten, die dann Maßanfertigungen sein werden, zulaufen. Dabei werden die FDIs Teil der Einsatzflottille 2 sein bis etwa Ende der 2030er.
Ohne auf nähere Details einzugehen (da dazu im Wunschkonzert noch was kommen wird wenn die Entwürfe fertig sind und weils nicht hier hin gehört) werden diese Einheiten folgendermaßen Skizziert:
- Ein Einheitsklasse in zwei Versionen, identische Rümpfe und Sensorik, Unterschiede in Bewaffnungstiefe und Modularität (Flottenweites standartisiertes Modularsystem)
- Beschafft werden 15x Einheiten, davon 6x AAW-Version, 9x ASW-Version
- Grundsätzliche Volldimensionalität, d.h. Fähigkeiten zu U-Jagd, Verbandsflugabwehr und BMD-Eigenschutz auf beiden Versionen
- Dimension Einheitsrumpf: ~150m x ~20m
- Tonnage je nach Version zwischen 8.000-10.000t
- Kombinierte Radaranlage, SeaFire (28 Module, 500km+ Reichweite) + TRS-4D fixed (C-Band, für den Nahbereich)
- Bug- und Schleppsonarsystem von ATLAS
- CMS Saab 9LV oder 9LV Basis als Standard-CMS
- Lfk-Bewaffnung auf Basis von IRIS-T SLM, ASTER 30 B1NT, HYDEF via SYLVER A50NG und A70NG + RAM-Nachfolger (national/europäisch)
- AShM/LACM auf Basis von NSM/Tyrfing sowie Stratus/MdCN
- Rohrwaffen auf Basis von 127/64LW oder/und 76mm SR + qNFMLG
- usw...
Bis diese aber fertig sind, brauch es noch etwas. Die erste dieser Einheiten würde vermutlich erst ab Mitte der 2030er in Dienst gestellt werden.
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Nachdem ein Zulauf dieser in entsprechender Quantität von statten gegangen ist, werden die 4x FDIs von der EF2 in die EF1 übertragen, in der sie bei Zulauf anfangen, die K130 Batch 1 und später Batch 2 zu ersetzen.
Ab diesem Zeitpunkt sollten die Schiffe idealerweise einem MLU unterzogen werden, um sie an den Rest der Zulaufenden Flotte und die Ostsee als neues Aufgabengebiet besser anzupassen. Da diese Schiffe hier idealerweise zusammen mit Schweden beschafft wurden, kann bei der Entwicklung eines entsprechenden MLU-Kits kooperiert werden. Immerhin sind die Ostsee-spezifischen Anforderungen an beide gleich.
Folgende Maßnahmen könnte ich mir dafür vorstellen:
- Patch des SETIS CMS mit dem Interface des Saab 9LV (lässt sich bereits beim Kauf für einen späteren Zeitpunkt vertraglich regeln, dürfte auch auf Interesse aus Schweden stoßen)
- Ersatz der RWS durch qNFMLG
- Ersatz der Decoy Systeme durch MASS
- Modularisierung des Schleppsonarsystems, sodass dessen Raum auch mit Missionsmodulen wie UUV oder Minenkampf versehen werden kann
- Integration der IRIS-T SLM (sofern auf diesen Einheiten noch nicht geschehen)
- Integration der NSM/Tyrfing (sofern auf diesen Einheiten noch nicht geschehen)
Damit würden die Fähigkeitslücken der DM ab 2030 konsequent gestopft werden.
2040 würde die Deutsche Marine entsprechend mit 15x volldimensional und modular befähigten Fregatten/Zerstörern darstehen, die bei Bedarf durch 4x weitere Einheiten aus der Ostsee ergänzt werden könnten. Die Marine wäre vollständig und relativ schmerzfrei europäisiert, mit hohem Anteil der deutsche Industrie und Produktionslinien in Deutschland. Man stellt sich gleichzeitig mit Schweden und Dänemark gut, ebenfalls mit MBDA und kann bei jeder zukünftigen europäischen Kooperation problemlos mitwirken. Dazu eröffnet sich für die IRIS-T die Dimension See auf dem europäischen Markt.
Und das alles auch noch ohne politische Risiken, ohne Kompromisse in der langfristigen Flottenkommunalität oder Struktur, ohne Ungewissheiten oder Systemneuentwicklungen und ohne Abhängigkeiten aus dem nicht-europäischen Ausland, bei einer deutlichen Mehrleistung gegenüber der aktuellen Bestandsflotte, wahrscheinlich auch noch gegenüber der Planflotte.

