(See) Korvette K130 (Braunschweig-Klasse)
@Broensen
Zitat:Deshalb sollten wir geeignete Tender für solche Zwecke haben. Außerdem käme vor Gotland wohl ein schwedischer Helikopter mit Besatzung hinzu, sofern kein deutscher in der Nähe sein sollte.
Wieso den Zwischenschritt? Tender mit eigenem Bordhubschrauber sind fein, aber dieser Bordhubschrauber sollte primär für den Tender selber sein.
Da wäre es doch eher klüger, direkt Korvetten mit eigenem Bordhubschrauber anzuschaffen?
Zitat:Deshalb sprach ich von den mMn zu erwartenden Zielen in einem Ostseekrieg.
Zitat:Richtig, dann haben wir nämlich ein nicht ausreichend geschütztes Schiff in eine Gefahrenzone geschickt, der es nicht gewachsen ist. Das hat da dann auch nichts verloren.
Du bist also der Meinung, dass alle relevanten Bedrohungen für die K130 zerstört werden bevor diese frei in der Ostsee operiert?
Zitat:Dafür plädiere ich doch selbst auch. Nur etwas weniger bewaffnet, dafür stärker signaturreduziert. (MEKO S-X) Das hat aber nichts mit den aktuell vorhandenen Korvetten zu tun, sondern sind Überlegungen für die Nachfolgegeneration.
Zitat:Das könnte man ohnehin, sofern man für deren Aufgaben andere Träger hat. Das können durchaus USVs sein, aber auch MALE UAV, MPAs u.a. Bemannte Schiffe braucht man nur dann, wenn Personal vor Ort benötigt wird, also beim Boarding. Und das können auch andere Einheiten übernehmen, z.B. neue Minenjäger, wenn man sie entsprechend plant.
Zitat:Klar, ich würde die K130 ja auch nicht beschaffen, insbesondere das zweite Los nicht. Das Boot ist nicht mehr zeitgemäß. Das heißt aber eben nicht, dass man es nicht trotzdem sinnvoll einsetzen kann, jetzt wo man es hat. Dass man eigentlich andere Boote/Schiffe brauchen würde, bedeutet ja nicht, dass die vorhandenen nutzlos sind.
Also zusammengefasst, du willst die offensiven Fähigkeiten der deutschen Marine im Ostseeraum ersatzlos streichen?

Kannst du machen, dann musst du das aber auch klar benennen. Dann existiert die deutsche Marine in der Ostsee nicht mehr als Hauptakteur sondern als Hilfsakteur, der die „Hauptlastträger“ der Ostseekriegsführung (Schweden, Finland etc) per MCM, Reconaissance und Versorgung auf See unterstützt. In diesem Fall wäre es auch logisch sinnvoller, diese Einheiten samt Besatzung und Logistik bei den entsprechenden Hauptakteuren dauerhaft anzusiedeln, anstatt sie weiterhin von Deutschland aus zu unterhalten. Der Großteil der Einsatzflottille 1 würde somit gestrichen oder ausgelagert werden, das 1. U-Boot Geschwader ausgegliedert werden. Ebenso müsste CTF Baltic verlegt werden, da die verringerte Beteiligung der deutschen Marine in der Region das Kommando über die NATO Seestreitkräfte in der Ostsee nicht mehr rechtfertigen würde.
Zitat:Wir haben da aber eine entscheidend andere Voraussetzung: Wir haben auch noch eine Hochseeflotte aus Fregatten, U-Booten und defacto-Zerstörern. Sollten wir tatsächlich mal in der Ostsee starke Einheiten benötigen, dann hätten wir solche zur Verfügung und könnten sie hinschicken. Die Korvetten haben andere Aufgaben. Sollten uns dann wirklich solche Fehler unterlaufen, dass wir in der Ostsee nicht mehr mit ihnen agieren können, dann müssen wir sie halt zurücknehmen und ausnahmsweise Kräfte aus dem Nordmeer abrufen.
Ja, eine Hochseeflotte die auf Operationen im offenen Meer ausgelegt ist, die über sehr große und sehr personalintensive Schiffe verfügt, von denen wir bereits jetzt mit „existierender“ Ostseekomponente zu wenige haben.

Eine F126 bspw kannst du nicht in der Ostsee unterhalten. Das Schiff und vor allem sein Tiefgang sind dafür deutlich zu groß und onshore-facilities zum betanken und aufmunitionieren sind weder an der deutschen noch an an irgend einer anderen Ostseeküste existent. Da kannst du die Tenderversorgung auch gleich streichen. Die Schiffe müssten dann periodisch zurück nach Wilhelmshaven und dort betanken/aufmunitionieren, währenddessen muss eine andere Fregatte aus der Nordsee beordert werden die Fähigkeiten der ersten Fregatte temporär ersetzt bis dieser wieder zurück ist.

Wir reden hier auch nicht von einem Einsatz der sich nur über wenig Wochen erstreckt. Finland bspw wird konstant auf die Versorgung über den Seeweg angewiesen sein, gerade wenn noch NATO Kontingente dort hin verlegt um offensiven in Karelien zu starten. Und Russland wird konstant versuchen, diesen Nachschub anzugreifen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird die Präsenz solcher abwehrenden Fähigkeiten über den gesamten Verlauf des Krieges erforderlich sein. Heißt, die Einheit die wir aus der Nordsee abeordern würde dort dauerhaft fehlen.
Zitat:Das ist aber ein worst-case-Szenario und sollte nicht Entwurf-bestimmend für die Ostseeflotte sein, sofern wir eine andere Lösung dafür in der Hinterhand haben.
Wie meinen? Huh

Natürlich rüstet man die eigene Marine gegen die maximal zu erwartenden Bedrohungen und den worst case. Unsere gesamte Marine existiert ausschließlich für den worst case und dafür „falls wir sie mal brauchen“. Wir unterhalten U-Boote „falls wir sie mal brauchen“, wir entwickeln SeaSpider „falls wir es mal brauchen“, die F127 bekommt BMD Fähigkeiten „falls sie das mal braucht“.

Das was du hier skizzierst ist mMn eine Schönwetterflotte, die ausschließlich auf den best case zugeschnitten ist.
Zitat:Nein, sie richten sich nach einer möglichen Bedrohungslage. Wir genauso. Und dennoch kann es zu Lagen kommen, für die beide Lösungen unzureichend sind.
Nein. Die Bedrohungslage gegenüber der deutschen Marine und die Bedrohungslage gegenüber der schwedischen Marine ist in der Seekomponenten 1 zu 1 die gleiche Bedrohungslage, weil beide die gleichen Aufgabenprofile erfüllen. Die beiden Marinen trainieren sogar zusammen um sich auf diese gemeinsamen Aufgabenprofile vorzubereiten.

Der Unterschied ist, dass Schweden seine Einheiten an diese Bedrohungslage anpasst und seine neu zulaufenden Einheiten auf eine solche Bedeohungslage vorbereitet. Deutschland hingegen nutzt Einheiten die für ein Aufgabenprofil gedacht waren, das nicht mehr existiert. Gestaltet anhand einer Doktrin, die in den 70ern zur Territorialverteidigung entwickelt wurde.

Zu Bedrohungslagen gegen die keine der beiden Marinen gerüstet ist kann es immer kommen. Weder eine Lulea noch eine K130 überlebt einen nuklearen Schlag. Das ist aber eine Bedrohungslage, gegen die man sich nicht wappnen muss, weil sie nicht überlebbar ist und ausschließlich im Kontext eines Nuklearkrieges stattfinden kann.
Eine Lulea hingegen kann sich gegen alle realistischen Bedrohungslagen im Ostseeraum verhallten, während eine K130 dies nicht kann.
Zitat:Deshalb schickt man Schiffe nur mit RAM halt nicht in Gefahrenzonen höherer Intensität.
Was wiederum beduetet, dass wir keine Einheiten haben, die wir im Ostseeraum in diese Gefahrenzonen schicken könnten.
Zitat:Aber es geht hier um eine Nachrüstung der existierenden K130 und eine ziemlich gut einzuschätzenden Bedrohung, nämlich der Baltikflotte in Kaliningrad. Und die K130 kann man nicht so nachrüsten, dass sie sich Kaliningrad in einem offenen Krieg nähern könnte. Das könnte aber auch eine Gawron nicht. Dafür bräuchte es mehr als Korvetten. Also ist es müßig über ein Upgrade oder einen zeitnahen Ersatz der K130 nachzudenken, weil das keine entscheidenden Vorteile generieren könnte und somit verschwendete Ressourcen wären, die wir dringend für anderes benötigen.
Korrekt, weshalb ich auch dafür plädiere, die K130 schleunigst durch kampfstärkere Einheiten zu ersetzen anstatt uns, mal wieder, auf unseren Bündnispartnern auszuruhen.
Zitat:das wären keine schweren Ostsee-Kampfkorvetten.
Dann nenn mir bitte einen Grund, warum nicht.

Denn das einzige was hier diesbezüglich von dir mitgenommen habe ist „wir brauchen durchaus kampfstarke Korvetten im Ostseeraum, haben sie aber nicht, weshalb wir uns aus Gefahrenzonen einfach fernhalten sollten“
—————

Ich skizzieren jetzt einfach mal, warum wir solche Einheiten brauchen.

Dafür definiere ich erstmal konkret, was ich unter dem Begriff „Schwere Korvette“ verstehe:

Eine „schwere Korvette“ im Kontext der Ostsee ist ein Schiff, dass handlungsfähig und überlebensfähig selbstständig oder im Verband operieren und Aufträge ausführen kann, ohne auf küstengestützte Unterstüzungselemente angewiesen zu sein. Die dient primär zu AAW, ASuW und ASW außerhalb des Kontextes der Küstenverteidigung.

In dem Sinne liegst du schon gar nicht so falsch, eine schwere Korvette liegt in Doktrin, Aufgabe und Ausrüstung deutlich näher an einer Fregatte als an einem Raketenboot. Der Unterschied zur Fregatte besteht hierbei aus der Spezialisierung bezüglich des Opertionsgebiets. Eine Fregatte ist üblicherweise ein „Blue water“ asset, das für Operationen im offenen Meer ausgelegt ist, wohingegen eine schwere Korvette für Operationen „littoral waters“ ausgelegt ist. Im Vergleich zu Fregatten ist sie deutlich kleiner und wendiger, verfügt über deutlich weniger Tiefgang, verfügt über deutlich weniger Reichweite und Seeausdauer (was die geringe Größe ermöglicht) sowie über eine deutlich kleinere Besatzung. Dazu verfügen schwere Korvetten über an die Randmeerkriegsführung angepasste Fähigkeiten wie bspw Mine racks, während viele moderne Fregatten dies nicht tun.

Warum existiert dieser Typ Schiff?
Dieser Typ Schiff existiert um spezielle aber nicht weniger unwichtige Fähigkeiten in Anforderungsbereichen zu stellen, in denen sonst eine Fähigkeitslücke existieren würde.
Er füllt ein Aufgabenprofil, dass die Fähigkeiten einer Fregatte bezüglich Sensoren, Effektoren und Helo benötigt, gleichzeitig aber auch die Fähigkeiten eines Raketenbootes (oder ähnlichem) bezüglich der geringen Größe, geringer Tiefgang, kleine Besatzung, Minenlegefähigkeit usw erfordert.

(was man hier noch erwähnen muss ist, dass die Bezeichnung „Heavy Corvette“ und „Light Frigate“ allgemein als Synonym verwendet werden und auf den gleichen Typ Schiff verweisen.)

Diese speziellen Anforderungen hat nicht jede Marine, weshalb auch nicht jede Marine diese Einheiten unterhält. Fallbeispiele für schwere Korvetten:
  • das Rote Meer (bspw Saudi Arabien mit der „Al Jubail“ Klasse)
  • der persische Golf (bspw Katar mit der „Doha“ Klasse)
  • das Mittelmeer (bspw Ägypten mit der „Gowind“ Klasse, Italien mit der „Thaon“ Klasse und die Türkei mit der „Istanbul“ Klasse
  • die Java See (bspw Indonesian mit der „Martadinata“ Klasse)
  • die Ostsee (bspw Finland mit der „Pohjanmaa“ Klasse

Warum braucht speziell die deutsche Marine schwere Korvetten?
Vereinfacht gesagt besteht der Grund in den oben bereits beschriebenen Eigenschaften. Wir brauchen die Fähigkeiten einer Fregatte in der Größe einer Korvette.

Begründen lässt sich das in der relativ neuen strategischen und geographischen Lage in der Ostsee. Im Gegensatz zum Kontext des Kalten Krieges haben wir in einem heutigen potentiellen Krieg mit Russland nicht mehr der „Luxus“ eines Defensivkrieges. Mit dem Baltikum, Schweden und Finland hat die NATO eine signifikante Gebietserweiterung im Ostseeraum erlebt und (im Fall von Schweden und Finland) ebenfalls zwei potente Parter hinzugewonnen. Die Implikationen bezüglich eines Krieges im Ostseeraum hingegen, besonders in Bezug auf die Maritime Kriegsführung, sind hier tatsächlich eher Fluch als Segen.

Vor der Aufnahme von Schweden und Finland bestanden die Aufgaben der europäischen Baltikmarinen hauptsächlich im defensiven Kontext. Sie sollten der russischen Baltikflotte ihre Handlugsfreiheit in der Ostsee verwehren (Sea Denial), Landkräfte von See aus unterstützen sowie die eigenen Küsten vor Sabotage und Minen schützen.

Nun befinden wir uns jedoch in einer anderen strategischen Situation als noch vor 10-15 Jahren. Mit Finland und dem Baltikum haben wir nun Mitgliedsstaaten die eine direkte Landgrenze zu Russland haben und im Kriegsfall somit unter immensem Druck stehen werden. Da die Landverbindung für das Baltikum, gerade in der Anfangsphase eines solchen Krieges nicht gewährleistet werden und Finland aufgrund seiner Geographie nicht realistisch über den Landweg versorgt werden kann, it+st die einzige Option zur Unterstützung dieser Staaten der Luft- oder Seeweg. Der Luftweg verfügt nicht über die nötigen Kapazitäten und zudem wird der Luftraum, gerade anfänglich, stark umkämpft sein, weshalb hier realistischer Weise nur die Versorgung auf dem Seeweg bleibt. Hierfür muss der Seeweg konstant kontrolliert werden. Aus „Sea Denial“ wurde quasi über Nacht „Sea Control“.

Gleichzeitig sind die europäischen Baltikmarinen heute mit drastisch anderen Bedrohungslagen konfrontiert als noch vor 10-15 Jahren. Damals rührte die Bedrohung noch hauptsächlich von Seiten der russischen Baltikflotte und seiner zahlreichen Raketenboote aus Restbeständen der Sowjetzeit. Die Land- und Luftkomponente war nicht sonderlich relevant, da man Sea Denial hauptsächlich vor der deutschen und polnischen Küste betrieben und man somit unter dem Schutz der dort ansässigen Kräfte gestanden hätte. Die wirkliche „Hauptbedrohungen“ waren somit wirkliche russische ASCMs aus dem Hause der 60-80er Jahre, gestartet von Raketenbooten.
Heute hingegen sieht die Situation anders aus. Durch Sea Control, auch vor gegnerischen Küsten, sind jetzt nicht nur Raketenboote sondern auch landgestützte ASCM Batterien und allerlei sonstigem (bspw EW) relevant geworden. Zudem hat die russische Baltikflotte massiv aufgerüstet und verfügt jetzt großteils über moderne und teils hypersonische Seezielflugkörper. Die Nähe zur russischen Küste bringt zudem die Luftkomponente ins Spiel, da Russland über eine relativ große Luftwaffe und Erfahrung im eigenen Sea Denial verfügt. Mit Gleitbomben großer Reichweite ist nun eine Komponente relevant, an die vor 10-15 noch niemand gedacht hat. Gleiches gilt für UAV/USV und UUV die immense Vorteile gegenüber der Aufklärung und Bekämpfung von Kräften, gerade auf See, bedeuten.

Keine der europäischen Baltikmarinen ist für diese neue Bedrohungslage im Kontext von Sea Control ausgerüstet. Schweden und Finland nicht, weil sie nicht Teil der NATO waren und in einem Defensivkonflikt mit Russland nur in den eigenen Gewässern operiert hätten (wobei Finland aufgrund seiner fehlenden Fähigkeiten bezüglich landgestütztem AAW recht früh mit der Einrüstung entsprechender Fähigkeiten auf seinen Schiffen begonnen hat, noch vor dem NATO Beitritt). Das Baltikum nicht weil dessen Marinen lediglich zu MCM dienen. Deutschland und Polen nicht weil Sea Denial ebenfalls nahe ihrer eigenen Küsten hätte stattgefunden. Tatsächlich hatte Polen schon mit der Beschaffung der Gawron Klasse wahrscheinlich sogar ungefähr geahnt, dass eine Versorgung des Baltikums auf dem Seeweg relevant sein würde und hat „pünktlich“ zu deren NATO Beitritt mit der Beschaffung von schweren Korvetten begonnen um zumindest Geleitschutz außerhalb der eigenen Gewässer stellen zu können.

Aber braucht es denn jetzt für Sea Control der Ostsee Einheiten, die außerhalb der eigenen Gewässer ohne Küstenschutz operieren können? Schließlich ist die Ostsee eine Art Badewanne, Landunterstützung immer in der Nähe und Luftunterstützung ja schließlich auch?

Wird das der Fall sein? Ich (und anscheinend alle anderen NATO Marinen in der Ostsee auch) gehe davon aus, das dem nicht so sein wird.
Gerade Luftunterstützung wird es, gerade in der Anfangsphase eines solchen Konfliktes, kaum bis gar nicht geben. Denn die europäischen Luftwaffen werden zunächst erstmal alle Hände voll zu tun haben, die nicht unbedingt moderne aber dafür riesige russische Luftwaffe auszuschalten, denn die stellt die mit Abstand größte Bedrohung für die NATO dar. Die europäischen Luftwaffen sind nicht besonders groß und über den ganzen Kontinent verstreut, bedeutet dass die östlichen Luftwaffen wie die Polens und Deutschlands zunächst an der absoluten Belastungsgrenze arbeiten werden um Zeit zu gewinnen, bis Verstärkung zu Lande und zu Luft eintrifft. Gewisse Verluste und beschädigte/verschlissene Maschinen sind zu erwarten, besonders durch die relativ gut ausgebaute russische landgestützte Luftverteidigung sowie die hohe Arbeitsbelastung der Airframes.
Für die Marine bedeutet das, dass die Luftwaffen kaum oder keinerlei Kapazitäten übrig haben werden um einer Korvette den hintern zu retten wenns drauf ankommt oder vorsorgliche Strike Missionen gegen Küsteneinrichtungen, Häfen und Stützpunkte zu fliegen.
Gleichzeitig ist es unwahrscheinlich, dass diese Bedrohungen selbst mit voller Aufmerksamkeit der Luftwaffen rechtzeitig vollständig ausgeschaltet werden. Luftwaffenstütztpunkte kann Russland nicht verstecken, ASCM Stellungen hingegen schon. Schlimmer noch, die können sich bewegen, bedeutet der tatsächliche Bedrohungsumfang wird sich nicht klar ermitteln lassen.
Und das ist angenommen dem Fall, das Russland keinerlei zusätzliche Gebietsgewinne macht, was besonders in der frühen Phase eines solchen Konflikts und besonders im Baltikum recht wahrscheinlich ist.

Bedeutet, einen Zustand indem die Küsten der Ostsee „steril“ sind, wird es im Konfliktfall niemals geben. Es wird immer irgendwo ASCM Stellungen, immer irgendwo Startpunkte für UAVs und immer irgendwo die Möglichkeit geben, einen Abwehrschirm oder ein Minenfeld zu überwinden.

Dementsprechend müssen die europäischen Baltikmarinen über Einheiten verfügen, die mit diesen Bedrohungen ohne sonstige Unterstützung umgehen können. In großem Maßstab im Verbund und im kleineren Maßstab alleine. Sie müssen in der Lage sein, Ziele und Bedrohungen über wie unter Wasser selbstständig aufzuklären, diese Ziele und Bedrohungen zu bekämpfen und sich selbst sowie ihre begleitenden Einheiten vor diesen zu schützen. Zudem sollten sie in der Lage sein, andere, aber typische Aufgabenprofile des Ostseeraums wahrzunehmen, sofern das nicht mit ihrer Ursprungsbefähigung kollidiert.

Das NATO Portfolio der Ostsee wird (so nach Plan) folgende Einheiten dieser Befähigungsklasse enthalten:
  • 4x schwere Korvetten der Pohjanmaa Klasse (Finland)
  • 4x schwere Korvetten der Lulea Klasse (Schweden)
  • 3x Mehrzweckfregatten der Wicher Klasse (Polen)
Das wars, das sind die einzigen NATO Schiffe in der Ostsee, die unabhängig von Land- und Luftunterstützung Sea Control betreiben können. Hier bedarf es mMn deutlich mehr Einheiten.

Schweden und Finland sind keine weiteren Einheiten zuzumuten da die bereits mit dieser Investition an der Grenze des vertretbaren operieren.
Das Baltikum hat kein Geld um solche Einheiten zu stellen.
Polen hat in seiner Funktion als motorisiertes Bollwerk gegen die russische Armee gerade andere Sorgen.
Dänemark ist arm um muss gleichzeitig seine Präsenz im Nordmeer ausbauen, hat also auch andere Sorgen.

Deutschland ist hier tatsächlich der einzige Staat mit Ostseeküste der für diese Fähigkeiten noch Kapazität hat. Wir unterhalten bereits eine vergleichsweise große Ostseeflotte, die noch zusätzlich in der nächsten Zeit grundlegend modernisiert wird. Neue U-Boote, neue MCM, neue Tender, Investionen um die Einsatzflottille 1 auf die neue und verschärfte Bedrohungslage vorzubereiten.
Warum dann nicht auch neue schwere Korvetten beschaffen, die an die neue und verschärfte Bedrohungslage angepasst sind und die K130 schrittweise ersetzen?

Das MZB2035+ spricht von 9x Korvetten. Dann soll es meinetwegen auch 9x neue schwere Korvetten erhalten. Damit steigt die Anzahl der für Sea Control befähigten Einheiten in der Ostsee von 11x auf 20x Einheiten an, womit dauerhaftes Sea Control und die Versorgung der Bündnispartner nicht nur ermöglicht sondern garantiert werden kann.

Deshalb plädiere ich für den Ersatz der K130 durch eine neue schwere Korvettenklasse.
—————

@Ottome
Zitat:Bitte noch einmal den Antennenwald achtern von Type 26 anschauen. Und die F126 hat zwei Masten.
SATCOMs, es geht um SATCOMs.

Da verwechselst du gerade SATCOMs (die Schüsseln die sich unter weißen Kuppel befinden) mit dem STS COMM Mast auf der Type 26. Letzteres ist ein Kommunikationssystem über das die K130 nicht verfügt, es also auch nicht auf dem Mast ist.

[Bild: https://s1.directupload.eu/images/250514/qriqyl26.png]
https://www.navylookout.com/the-type-26-...ne-hunter/

ROT - SATCOM
ORANGE - STS DEF COMM

Auf der F126 ist es genauso, da befinden sich die SATCOM Antennen auf den beiden Sensorinseln direkt neben APAR und TRS-4D.

Deshalb meinte ich, dass diese Aufteilung auf der K130 nicht an Interferenzen zwischen Radar und Kommunikation liegen kann. Weshalb ich mich frage, warum man diese Komponenten nicht auch auf den Hauptmast gelegt hat.
Zitat:Das gedeckte Boot nicht, es eignet sich nicht um einen Schwimmer aufzunehmen. Eins der zwei (Bereitschafts-)boote kann bei beiden Losen uneingeschränkt eingesetzt werden.
Danke Smile

Dann gilt hier von meiner Seite aus das, was ich Broensen schon bezüglich der Kapazität gesagt hab.
Zitat:Nein, mit ASW hatte 143A gar nichts am Hut. AAW war mit RAM Block 0 noch sehr eingeschränkt, aber Eloka war vorhanden. Kein MASS, kein TRS-3D auf entsprechender Masthöhe. Und die zwei Schwergewichtstorpedos von 143 waren ausschliesslich für Überwasserziele auf kurzer Entfernung nutzbar.
Lies mal was da genau steht.

Da steht nicht „zu AAW und ASW befähigt“ sondern „zum Küstenschutz mit unterstützendem AAW und ASW Schirm konzipiert war“. Die Gepard Klasse ist nicht zu AAW und ASW befähigt, weil sie in einem Kontext existiert (nämlich dem Küstenschutz) der entsprechende Fähigkeiten außerhalb der Boote bereitstellt. Wenn diese Boote also angegriffen worden wären, wären sie durch unterstützende Elemente aus Luft, Land, Wasser und Unterwasser geschützt worden.
Zitieren
(13.05.2025, 22:04)Milspec_1967 schrieb: Finde ich lächerlich.
Da baut man riesen Korvetten ohne...
... VLS
... AAM
... Bug Sonar und TAS
... Torpedos
... Helicopter. oder
... Drohnen

Und dann soll so ein wenig Draht und Antennchen ein strategisch /taktisch entscheidendes Alleinstellungsmerkmal sein?
Sad

Es sind halt mehr als nur ein paar Antennen aber elektronische Kriegsführung ist halt erstmal langweilig da unnahbar, trotzdem enorm wichtig.
Zitieren
(14.05.2025, 13:05)DopePopeUrban schrieb: Da steht nicht „zu AAW und ASW befähigt“ sondern „zum Küstenschutz mit unterstützendem AAW und ASW Schirm konzipiert war“. Die Gepard Klasse ist nicht zu AAW und ASW befähigt, weil sie in einem Kontext existiert (nämlich dem Küstenschutz) der entsprechende Fähigkeiten außerhalb der Boote bereitstellt.
Ok, das war missverständlich. Allerdings war es von der Einsatzdoktrin mit "ASW Schirm" nicht weit her, und die Tornados der Marineflieger schützten weder gegen feindliche Kampfflugzeuge noch gegen FKs, nur gegen Überwassereinheiten.
Zitieren
(14.05.2025, 13:05)DopePopeUrban schrieb: Da verwechselst du gerade SATCOMs (die Schüsseln die sich unter weißen Kuppel befinden) mit dem STS COMM Mast auf der Type 26. Letzteres ist ein Kommunikationssystem über das die K130 nicht verfügt, es also auch nicht auf dem Mast ist.

Es handelt sich nicht um "ein Kommunikationssystem". Der von STS entwickelte "Communication Mast" ist erstmal nur eine für die Type 26 entwickelte Maststruktur und dient der Aufnahme von Kommunikationssystemen, aber auch von Sensoren (je nach Kundenwunsch). Und die Gründe diese nicht am Hauptmast zu führen ist der gleiche wie bei der K130 und bei anderen Sekundärmasten auch: Interferenzen und/oder Abdeckung.
Zitieren
(14.05.2025, 13:28)Ottone schrieb: Ok, das war missverständlich. Allerdings war es von der Einsatzdoktrin mit "ASW Schirm" nicht weit her, und die Tornados der Marineflieger schützten weder gegen feindliche Kampfflugzeuge noch gegen FKs, nur gegen Überwassereinheiten.
Der Schutz erfolgt hier auch eher indirekt als direkt. Dadurch, dass die Gepard Klasse innerhalb des Aktionsradius der eigenen Einheiten (bspw der Marinefliegerei) operiert hat, wäre sowjetische Einheiten, besonders Raketenboote, nicht nah genug an sie herangekommen um ihnen gefährlich zu werden. Nicht weil sie unbedingt entdeckt worden wären, sondern weil niemand das Risiko eingegangen wäre. Bis auf ein AK CIWS hatten die meisten Boote ja nichts dabei um sich gegen Flieger zu wehren, heißt die wären nicht in den bekannten Aktionsradius der Fliegerei eingebrochen, hätten der Gepard Klasse somit auch nicht wirklich gefährlich werden können.

Die Tornados der Luftwaffe kamen soweit ich weiß auch mit der AIM-9L, aber ich weiß nicht ob die Marineflieger Zugriff auf diesen Lfk hatten (halte ich aber für wahrscheinlich).
—————

@Helios
Zitat:Es handelt sich nicht um "ein Kommunikationssystem". Der von STS entwickelte "Communication Mast" ist erstmal nur eine für die Type 26 entwickelte Maststruktur und dient der Aufnahme von Kommunikationssystemen, aber auch von Sensoren (je nach Kundenwunsch). Und die Gründe diese nicht am Hauptmast zu führen ist der gleiche wie bei der K130 und bei anderen Sekundärmasten auch: Interferenzen und/oder Abdeckung.
Ah, danke für den Input Smile
Zitieren
(14.05.2025, 15:14)DopePopeUrban schrieb: Der Schutz erfolgt hier auch eher indirekt als direkt. Dadurch, dass die Gepard Klasse innerhalb des Aktionsradius der eigenen Einheiten (bspw der Marinefliegerei) operiert hat, wäre sowjetische Einheiten, besonders Raketenboote, nicht nah genug an sie herangekommen um ihnen gefährlich zu werden. Nicht weil sie unbedingt entdeckt worden wären, sondern weil niemand das Risiko eingegangen wäre. Bis auf ein AK CIWS hatten die meisten Boote ja nichts dabei um sich gegen Flieger zu wehren, heißt die wären nicht in den bekannten Aktionsradius der Fliegerei eingebrochen, hätten der Gepard Klasse somit auch nicht wirklich gefährlich werden können.

Die Tornados der Luftwaffe kamen soweit ich weiß auch mit der AIM-9L, aber ich weiß nicht ob die Marineflieger Zugriff auf diesen Lfk hatten (halte ich aber für wahrscheinlich).
—————

@Helios
Ah, danke für den Input Smile

Du glaubst wirklich, die Schnellboote wären nur unter Deckung der Marineflieger eingesetzt worden? Die Marineflieger wären nach den U-Booten der 2. und die Schnellboote der letzte Riegel gegen den Ausbruch der baltischen Flotte aus der Ostsee gewesen.
Zitieren
(14.05.2025, 18:49)ede144 schrieb: Du glaubst wirklich, die Schnellboote wären nur unter Deckung der Marineflieger eingesetzt worden? Die Marineflieger wären nach den U-Booten der 2. und die Schnellboote der letzte Riegel gegen den Ausbruch der baltischen Flotte aus der Ostsee gewesen.
Das habe ich nicht gesagt. Ich habe gesagt, dass die Schnellboote, wie beim Küstenschutz üblich, nur im Aktionsradius der eigenen verbündeten Kräfte zu Land und Luft, teilweise auch Wasser, eingesetzt werden. Diese Verbündeten Kräfte bestehen aus landgestützten Batterien mit Seezielflugkörpern und Boden-Luft Lfk, Radarstationen, der deutschen Marinefliegerei und der dänischen Luftwaffe (dessen Hauptaufgabe zu dieser Zeit tatsächlich primär die Seekriegsführung war), sowie kleinen U-Booten beider Marinen (damals hatte Dänemark noch U-Boote).
Diese ganzen Elemente wirken ja nicht alleine, die werden koordiniert eingesetzt um den größtmöglichen Schaden hinzuzufügen und die eigenen Verluste zu minimieren.

Diesem Umstand war sich der Feind bewusst, weshalb der ein Interesse daran hatte, seine eigenen Einheiten, sofern möglich, nicht zu nahe an die westdeutsche oder dänische Küste heranzuführen. Was wiederum für die Gepard Klasse bedeutete, dass diese relativ wenig Gefahr von gegenseitigen Elementen zu befürchten hatte. Wie gesagt, diese Boote waren dafür gemacht im Kontext eines andersweitig gestellten AAW und ASW Schirms in Küstennähe zu operieren.

Aber da das hier der K130 Thread ist, sollten wir zu dieser Thematik zurückkommen.
Zitieren
Habe mir mal die russische Ostseeflotte und alles was wir so rundherum haben angesehen.
Punkt eins, wer meint in der Ostsee braucht es kein Schleppsonar, der kann das den Russen und unseren Verbündeten gerne beibringen, die glauben da anscheinend alle nicht dran.
Punkt zwei, was der Russe da hat ist nicht doll, aber er hat mehr davon als Balten, Polen, Finnland und Schweden haben.
Dazu kommt aber die Luftwaffe, Flugkörper und Co..
So ein bisschen Unterstützung können die dort brauchen.
Vor allem aber, etwas Unterstützung das in der Lage ist, sie zumindest mit zu schützen, gegen alles was da anfliegen mag. Die Russenpötte sind alt, aber von denen kommt eine Menge angeflogen.
ECM Aufklärung schon und gut, aber das reicht nicht.
Bugsonar, zwei Schleppsonare, Minenlegefähigkeit,7,6 mit auch AA Munition vorn, ein 35er Millennium hinten, ein RAM hinten, 8 MK41 mit ESSM vorn, 4 NSM, ein Seatiger.
6 davon in die Ostsee, 6 als Unterstützung der Fregatten nach Wilhelmshaven. Das wäre ein Boot das Sinn bringt, in beiden Gewässern.
Wenn man es modular haben will: statt Seatiger, Flugdeck aufklappen und mit der "Minenschiene" , welche bis in den Hangar läuft, zwei Drohnenboote mitnehmen. Eins auf der Schiene, eins im Hangar zur Wartung u.ä.. Zum Minenlegen dasselbe aber Hangar voll mit Minen. Hangar innen etwas schmaler, dann passen vielleicht auch noch 8 SSM2 an die Seiten.
Stabil und stark unterteilt gebaut, zweite Notbrücke und Noteinsatzzentrale in den vorderen Teil des Hangaraufbaus, Sensoren oben drauf und der Pott ist auch noch standkräftig.
Zitieren
(14.05.2025, 13:05)DopePopeUrban schrieb: Wieso den Zwischenschritt? Tender mit eigenem Bordhubschrauber sind fein, aber dieser Bordhubschrauber sollte primär für den Tender selber sein.
Da wäre es doch eher klüger, direkt Korvetten mit eigenem Bordhubschrauber anzuschaffen?
Weil eine Korvette mit Hangar, VLS etc. pp. eben keine kleine signaturarme Einheit mehr ist. Aber da du Korvetten andere Aufgaben zugedenkst als ich, lässt sich dieser Widerspruch nicht auflösen. Für deine Vorstellung einer Korvette ergibt mein Vorschlag keinen Sinn, das ist richtig.
Zitat:Du bist also der Meinung, dass alle relevanten Bedrohungen für die K130 zerstört werden bevor diese frei in der Ostsee operiert?
Die K130 operiert sowohl im hybriden Krieg, als auch im Spannungsfall in der gesamten Ostsee. Dafür ist sie geeignet und vorgesehen. Kommt es zum V-Fall, kann es eine kurze Phase geben, in der sie nur eingeschränkt operieren kann, weil sie im Schutz eines land- und luftbasierten Schutzschirms bleiben muss. In dieser kurzen Phase hätte eine schwere Korvette minimale Vorteile gegenüber der K130, relevante Effekte wären dadurch jedoch mMn kaum zu erzielen.
Zitat:Also zusammengefasst, du willst die offensiven Fähigkeiten der deutschen Marine im Ostseeraum ersatzlos streichen?
Nein, ich sehe nur keinen Bedarf für schiffsgestützte Mittel- und Langstrecken-Flugabwehr, U-Boot-Jagd- oder Anti-Schiff-Kapazitäten. Das alles ist effizienter von Land und aus der Luft zu leisten.
Die offensiven Marinekapazitäten in der Ostsee sollten daher so ausgelegt sein, dass sie die Lücken füllen, die von Land aus nicht oder nur unzureichend geschlossen werden können. Also Personal vor Ort (Boarding), Nahbereichssensorik, Aufklärung von und Wirkung gegen kleine Ziele in und auf dem Wasser.
Zitat:Dann existiert die deutsche Marine in der Ostsee nicht mehr als Hauptakteur sondern als Hilfsakteur, der die „Hauptlastträger“ der Ostseekriegsführung (Schweden, Finland etc)
Ich teile deine Vorstellung von der "Hauptlast" nicht. Auch teile ich nicht deine Ansicht, die Marinen von Polen, Schweden und Finnland würden ihre Schiffe nur stärker bewaffnen, weil sie das für die Ostseekriegsführung im V-Fall für dringend notwendig erachten.

Die eine Gawron hat letztendlich keine Raketen bekommen und Schweden integriert jetzt CAMM in ein Schiff, das nicht über RAM und nur über ein 57mm-Hauptgeschütz verfügt. CAMM hat gerade mal die doppelte Reichweite von RAM, das ist jetzt keine gänzlich andere Leistungsklasse. Was auf der Luleå-Klasse kommen wird, wissen wir noch nicht.
Alle drei Länder haben als NATO-Mitglieder sicher auch vor, mal die Ostsee zu verlassen und an gemeinsamen Missionen teilzunehmen, was ganz besonders für die polnischen Fregatten gilt.
Zitat:... per MCM, Reconaissance und Versorgung auf See unterstützt. In diesem Fall wäre es auch logisch sinnvoller, diese Einheiten samt Besatzung und Logistik bei den entsprechenden Hauptakteuren dauerhaft anzusiedeln, anstatt sie weiterhin von Deutschland aus zu unterhalten.
Dieses Bild ist so nicht zutreffend. Versorgung leistet jede Marine für sich selbst, auch wenn man sich da gegenseitig mal aushilft. Aber MCM und Aufklärung sind die Hauptlast der Ostseemarinen. Mit zunehmendem Fokus auf die Mittel der hybriden Kriegsführung.
Zitat:Der Großteil der Einsatzflottille 1 würde somit gestrichen oder ausgelagert werden, das 1. U-Boot Geschwader ausgegliedert werden. Ebenso müsste CTF Baltic verlegt werden, da die verringerte Beteiligung der deutschen Marine in der Region das Kommando über die NATO Seestreitkräfte in der Ostsee nicht mehr rechtfertigen würde.
Nö, das behauptest du jetzt nur, weil ich die Marine nicht auf das Szenario auslegen will, das du für allein relevant erachtest, während du all das, was ich für erforderlich halte, als unwichtig abtust.

Wobei ich der Ausgliederung des U-Boot-Geschwaders durchaus zustimmen würde, da es mMn in Zukunft nur noch äußerst selten mit den anderen Einheiten der Einsatzflottille 1 zusammen agieren wird und dementsprechend sehr viel sinnvoller der 2. Flottille unterstellt wäre.
Zitat:Eine F126 bspw kannst du nicht in der Ostsee unterhalten. Das Schiff und vor allem sein Tiefgang sind dafür deutlich zu groß und onshore-facilities zum betanken und aufmunitionieren sind weder an der deutschen noch an an irgend einer anderen Ostseeküste existent. Da kannst du die Tenderversorgung auch gleich streichen. Die Schiffe müssten dann periodisch zurück nach Wilhelmshaven und dort betanken/aufmunitionieren, währenddessen muss eine andere Fregatte aus der Nordsee beordert werden die Fähigkeiten der ersten Fregatte temporär ersetzt bis dieser wieder zurück ist.
Die müssen nicht periodisch zurück, weil ich das folgende für eine komplette Fehlannahme halte:
Zitat:Wir reden hier auch nicht von einem Einsatz der sich nur über wenig Wochen erstreckt. Finland bspw wird konstant auf die Versorgung über den Seeweg angewiesen sein, gerade wenn noch NATO Kontingente dort hin verlegt um offensiven in Karelien zu starten. Und Russland wird konstant versuchen, diesen Nachschub anzugreifen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird die Präsenz solcher abwehrenden Fähigkeiten über den gesamten Verlauf des Krieges erforderlich sein.
Wir reden mMn sehrwohl über ein sehr kurzes Zeitfenster, in dem es den Russen möglich sein wird, im relevanten Umfang mit herkömmlichen Seekriegsmitteln in der Ostsee zu agieren. Sowohl davor, als auch danach, werden asymmetrische Mittel vorherrschend sein und darauf müssen wir uns mit den Ostsee-spezialisierten Einheiten einstellen.

Auch hast du mich anscheinend falsch verstanden, als du folgendes vernommen hast
Zitat:Denn das einzige was hier diesbezüglich von dir mitgenommen habe ist „wir brauchen durchaus kampfstarke Korvetten im Ostseeraum, haben sie aber nicht, weshalb wir uns aus Gefahrenzonen einfach fernhalten sollten“
Nein, wir brauchen keine kampfstarken Korvetten in der Ostsee. Entweder wir brauchen das "kampfstark" nicht, oder Korvetten sind nicht ausreichend. Dein Szenario halte ich für unrealistisch. Wenn die Russen in der Lage sein sollten, sich mit ihrer Flotte aus den Häfen zu begeben oder zumindest aus diesen heraus effektiv gegen Schiffe in der Ostsee zu wirken, dann sind auch deine schweren Korvetten nicht geeignet, sich dem entgegenzustellen. Kann Russland das aber nicht, dann brauchen die Korvetten auch ihre starke Bewaffnung nicht.
Zitat:Ich skizzieren jetzt einfach mal, warum wir solche Einheiten brauchen.
Du kannst mich davon nicht überzeugen, weil ich auch deine detaillierte Analyse schlicht nicht teile.
Zitat:Die Nähe zur russischen Küste
Welche russische Küste? St. Petersburg ist komplett durch NATO-Festland von der Ostsee abgeschirmt, die schmale Rinne names finnischer Meerbusen darf im V-Fall nicht für die Russen passierbar sein und wird es auch nicht.
Also haben sie Kaliningrad und sonst nichts. Um Kaliningrad herum wird es ein Seegebiet geben, das zu Beginn eines Krieges nicht befahrbar sein wird. Weder für leichte, noch schwere Korvetten. Aber auch nicht für die Russen. Dieses Gebiet kann durch Küstenbatterien unsererseits eingegrenzt werden, so dass ein Seeweg entlang der Schwedischen Küste offen gehalten werden kann, bis Kaliningrad neutralisiert wird. Und sollte man dafür kampfstarke Einheiten benötigen, dann werden diese einmalig für diese Operation herangeführt und sind dann aber auch deutlich stärker als deine schweren Korvetten.
Zitat:Mit Gleitbomben großer Reichweite ist nun eine Komponente relevant, an die vor 10-15 noch niemand gedacht hat. Gleiches gilt für UAV/USV und UUV die immense Vorteile gegenüber der Aufklärung und Bekämpfung von Kräften, gerade auf See, bedeuten.

Das sind alles Bedrohungen, gegen die C-RAM, C-UAS, ATT etc. erforderlich sind. Da bin ich sofort dabei. Dafür braucht es aber keine schweren Korvetten.
Zitat:Bedeutet, einen Zustand indem die Küsten der Ostsee „steril“ sind, wird es im Konfliktfall niemals geben. Es wird immer irgendwo ASCM Stellungen, immer irgendwo Startpunkte für UAVs und immer irgendwo die Möglichkeit geben, einen Abwehrschirm oder ein Minenfeld zu überwinden.

Die Aufgabe wird es sein, das zu verhindern. Dafür braucht es vor allem Aufklärung! Es wird doch kein Versorgungsschiff ins Baltikum fahren, wenn das nicht sichergestellt ist. Auch nicht mit einer schweren Geleitschutzkorvette an seiner Seite. Das ist einfach unrealistisch.
Zitat:Ich habe gesagt, dass die Schnellboote, wie beim Küstenschutz üblich, nur im Aktionsradius der eigenen verbündeten Kräfte zu Land und Luft, teilweise auch Wasser, eingesetzt werden. Diese Verbündeten Kräfte bestehen aus landgestützten Batterien mit Seezielflugkörpern und Boden-Luft Lfk, Radarstationen, der deutschen Marinefliegerei und der dänischen Luftwaffe...
Und so muss es auch für die Korvetten sein. Nur dass sich dieser Küstenschutz inzwischen auf nahezu die gesamte Ostsee erstreckt. Weil es auch einfach sehr viel effizienter ist als dafür große Flotten von Kriegsschiffen vorzuhalten.


Wir werden uns aber gegenseitig nicht überzeugen können, weil wir von völlig entgegengesetzten Annahmen ausgehen.
Zitieren
War langsam und musste unterbrechen zwischendrin.

Alleine die letzte Antwort von Broensen spricht Bände.
Unsere Küstenbatterien fangen also die Sunburn ab, welche auf unsere Schiffe anfliegen?

Einfach das Design der Finnen auf unsere Bedürfnisse umstellen.
NSM statt Gabriel, Torpedo Gedöns raus, tolles Boot und kann mit der Eisklasse auch gleich vor Norwegen agieren oder die Dänen vor Grönland unterstützen. Statt der Torpedos dann halt Unterwasserdrohnen zum U-Boote jagen. Auf dem Hangar kann sogar noch ein Millenium oder ein RAM drauf.
Zitieren
(14.05.2025, 13:05)DopePopeUrban schrieb: Eine F126 bspw kannst du nicht in der Ostsee unterhalten. Das Schiff und vor allem sein Tiefgang sind dafür deutlich zu groß und onshore-facilities zum betanken und aufmunitionieren sind weder an der deutschen noch an an irgend einer anderen Ostseeküste existent. Da kannst du die Tenderversorgung auch gleich streichen. Die Schiffe müssten dann periodisch zurück nach Wilhelmshaven und dort betanken/aufmunitionieren, währenddessen muss eine andere Fregatte aus der Nordsee beordert werden die Fähigkeiten der ersten Fregatte temporär ersetzt bis dieser wieder zurück ist.
Da musste ich schon schmunzeln. Das Sonar für die K130 hast du für überflüssig gehalten, da das Unterwasserlagebild durch die U-Boote schon hinreichend gut sei aber in der gleichen Ostsee stellt der Tiefgang der F126 nun ein Problem da? Selbst aufgetaucht ist der Tiefgang der U212A schon größer als bei den F126 (laut Wiki) aber aufgetaucht nützen uns die U212 ja noch nichts.
Und warum wir die Hessen in Dschibuti im Rahmen von Aspides inkl. VLS-Waffen nachversorgen konnten aber das in der Ostsee niergendwo möglich sein soll erschließt sich mir auch nicht. Man kann ja trefflich über die Kiregsführung in der Ostsee und einen optimalen Mitteleinsatz diskutieren aber das sind definitiv keine stichhaltigen Argumente.
Zitieren
(14.05.2025, 21:02)Falli75 schrieb: Unsere Küstenbatterien fangen also die Sunburn ab, welche auf unsere Schiffe anfliegen?
Ja. FlaRak-Küstenbatterien schützen Schiffe in einem definierten Raum. Und nur dort können unsere Schiffe agieren, wenn die Gefahr von SS-N-22-Angriffen besteht. Das wäre bei schweren Korvetten auch nicht anders. Und selbst wenn: Was sollen die dann da ausrichten? Du willst doch wohl keine zivilen Frachter per Korvetten-Geleitschutz durch ein Gebiet führen, in dem die Gefahr von Langstrecken AShM-Sättigungsangriffen besteht. Und seeseitige Angriffe mit Korvetten auf Kaliningrad halte ich jetzt auch nicht für die beste Idee.

Ein Korvettengeschwader aufzustellen, dass sich in der Ostsee gegen die Baltikflotte durchsetzen kann, ist einfach Ressourcenverschwendung, da die sich daraus ergebenden Möglichkeiten in keinem Verhältnis zum betriebenen Aufwand stehen.
Zitieren
Also wieder Quintus 180 EF mehr, dann sind sie weg bevor sie auslaufen.
Aber wenn sie auslaufen, was dann ? Ja Küstenradar, Küstenbatterie,MPA, Satelliten usw..
Darum geht es aber nicht.
Die dürfen nicht einmal daran denken auszulaufen. Wenn es losgeht, ist es zu spät. Deshalb muss schon vorher auch auf dem Wasser, die Überlegenheit stehen, damit es so überhaupt keinen Grund mehr gibt auszulaufen. Das ist eher mein Denken.
Ist aber wurscht, weil neuer Plan steht, die Korvetten bleiben und bekommen FCSS zur Seite. Gut soweit aber löst nicht das Problem in der Ostsee, sondern nur ihre Nützlichkeit im Nordmeer oder im Mittelmeer.
Das Grundproblem dieser Boote, ist doch das immer noch fehlende Hauptteil, auf welchem sie überhaupt entstanden sind.
Die Rotordrohne.
Ohne die kann sie ihre RBS gegen Landziele doch überhaupt nicht einsetzen.
Die Frage ist also nicht, was diese Klasse also ganz generell sein sollte, so wie ich es etwas weiter oben auch machte, sondern was sie braucht, um im Verbund mit FCSS in der Ostsee UND auch sonstwo nützlich zu sein.
Im Rahmen dessen was sinnvoll möglich ist:
- Rotordrohnen ( ideal mit Radar/EO und einem Torpedo oder
Bojen, das wäre machbar)
- MLG raus, 30mm rein
Alles andere oder weitere würde meiner Meinung nach, den Wegfall des Hangars bedeuten, je nach Art der entgültigen FCSS, auf hoher See in einem Verband vielleicht machbar.
Dann VLS statt Hangar, vielleicht noch paar kleine Unterwasserdrohnen. Als Flaggenstöcke für Nato evtl. sinnig mit dem ersten Los, das zweite eher mein erster Entwurf.
Wenn man sich aber auf Rotordrohnen beschränkt, welche wahlweise nur eine der oben beschriebenen Nutzlasten mitnehmen kann, dann kann der Hangar schmaler, zwei davon hintereinander und an die Seiten könnte dann Iris.
Pro Seite vier Viererpacks z.B.
Dann bringen diese Boote Sinn und ich denke die Umrüstung ist durchaus machbar.
-
Zitieren
(14.05.2025, 22:59)Falli75 schrieb: Also wieder Quintus 180 EF mehr, dann sind sie weg bevor sie auslaufen.
Aber wenn sie auslaufen, was dann ? Ja Küstenradar, Küstenbatterie,MPA, Satelliten usw..
Darum geht es aber nicht.
Die dürfen nicht einmal daran denken auszulaufen. Wenn es losgeht, ist es zu spät.
Das widerspricht sich doch nicht. Wenn in Danzig und Klaipeda starke Batterien mit landgestützten AShM und MFK stehen, ist an ein Auslaufen auch nicht zu denken.
Zitat:Deshalb muss schon vorher auch auf dem Wasser, die Überlegenheit stehen, damit es so überhaupt keinen Grund mehr gibt auszulaufen. Das ist eher mein Denken.
Das könnte man so machen, ich bin nur davon überzeugt, dass der seegestützte Ansatz sehr viel mehr Ressourcen binden würde, als der land- und luftgestützte. Weil es eben mMn nicht mit ein paar großen Korvetten getan ist. Es braucht da deutlich mehr an Flugabwehr, die sich an Land deutlich günstiger und vor allem weniger gefährdet realisieren ließe als auf dem Wasser.
Zitat:Ist aber wurscht, weil neuer Plan steht, die Korvetten bleiben und bekommen FCSS zur Seite. Gut soweit aber löst nicht das Problem in der Ostsee, sondern nur ihre Nützlichkeit im Nordmeer oder im Mittelmeer.
Wie soll denn FCSS die Korvetten für's Nordmeer befähigen? Mittelmeer - okay, aber auch nur, wenn Überführung und Instandsetzung im Einsatzgebiet geklärt sind. Aber was sollen diese USVs im Nordmeer leisten?
Zitieren
(14.05.2025, 20:34)Falli75 schrieb: Habe mir mal die russische Ostseeflotte und alles was wir so rundherum haben angesehen.
Punkt eins, wer meint in der Ostsee braucht es kein Schleppsonar, der kann das den Russen und unseren Verbündeten gerne beibringen, die glauben da anscheinend alle nicht dran.
Punkt zwei, was der Russe da hat ist nicht doll, aber er hat mehr davon als Balten, Polen, Finnland und Schweden haben.
Dazu kommt aber die Luftwaffe, Flugkörper und Co..
So ein bisschen Unterstützung können die dort brauchen.
Vor allem aber, etwas Unterstützung das in der Lage ist, sie zumindest mit zu schützen, gegen alles was da anfliegen mag. Die Russenpötte sind alt, aber von denen kommt eine Menge angeflogen.
ECM Aufklärung schon und gut, aber das reicht nicht.
Bugsonar, zwei Schleppsonare, Minenlegefähigkeit,7,6 mit auch AA Munition vorn, ein 35er Millennium hinten, ein RAM hinten, 8 MK41 mit ESSM vorn, 4 NSM, ein Seatiger.
6 davon in die Ostsee, 6 als Unterstützung der Fregatten nach Wilhelmshaven. Das wäre ein Boot das Sinn bringt, in beiden Gewässern.
Wenn man es modular haben will: statt Seatiger, Flugdeck aufklappen und mit der "Minenschiene" , welche bis in den Hangar läuft, zwei Drohnenboote mitnehmen. Eins auf der Schiene, eins im Hangar zur Wartung u.ä.. Zum Minenlegen dasselbe aber Hangar voll mit Minen. Hangar innen etwas schmaler, dann passen vielleicht auch noch 8 SSM2 an die Seiten.
Stabil und stark unterteilt gebaut, zweite Notbrücke und Noteinsatzzentrale in den vorderen Teil des Hangaraufbaus, Sensoren oben drauf und der Pott ist auch noch standkräftig.

Ja hier sehen wir das Problem der kleinen Fregatten. Kampftechnisch magst du recht haben aber mit 6 Stück beherrscht man keine Ostsee. Die Russische Flotte versenken ist die eine Sache, das kontrollieren der Ostsee eine ganz andere. Wir sehen im Schwarzen Meer sehr gut wo dort der unterschied liegt. Die Russen haben zwar die Ukrainische "Flotte versenkt" kontrollieren tun die dort aber gar nichts und das trotz 23 (?) Kriegsschiffen. Es Braucht eine gewisse Anzahl an Einheiten für die flächendeckende Kontrolle der Ostsee, kleine Fregatten sind hier ein schlechter Kompromiss. Wenn mehr AAW gebraucht wird, dann lieber neben vielen Korvetten eine F127 in die Ostsee stellen, die kann man je nach Bedarf auch auf den Atlantik jagen.
Zitieren


Gehe zu: