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		<title><![CDATA[Forum-Sicherheitspolitik - Allgemeine fachbezogene Diskussionen]]></title>
		<link>https://www.forum-sicherheitspolitik.org/</link>
		<description><![CDATA[Forum-Sicherheitspolitik - https://www.forum-sicherheitspolitik.org]]></description>
		<pubDate>Fri, 15 May 2026 23:58:44 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Militär Websites und der 1.April...]]></title>
			<link>https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?tid=8086</link>
			<pubDate>Wed, 01 Apr 2026 14:48:20 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.forum-sicherheitspolitik.org/member.php?action=profile&uid=2421">Milspec_1967</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?tid=8086</guid>
			<description><![CDATA[.... Ist zwar fun fake aber fachbezogen, daher packe ich es mal hier hin.<br />
Ergänzungen erwünscht <img src="https://www.forum-sicherheitspolitik.org/images/smilies/smile.png" alt="Smile" title="Smile" class="smilie smilie_1" /><br />
<br />
<a href="https://www.hartpunkt.de/arminius-bundeswehr-will-presse-und-influencermodule-fuer-boxer-bestellen/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">https://www.hartpunkt.de/arminius-bundes...bestellen/</a><br />
<a href="https://www.navalnews.com/naval-news/2026/04/new-super-battleship-under-construction-in-china/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">https://www.navalnews.com/naval-news/202...-in-china/</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[.... Ist zwar fun fake aber fachbezogen, daher packe ich es mal hier hin.<br />
Ergänzungen erwünscht <img src="https://www.forum-sicherheitspolitik.org/images/smilies/smile.png" alt="Smile" title="Smile" class="smilie smilie_1" /><br />
<br />
<a href="https://www.hartpunkt.de/arminius-bundeswehr-will-presse-und-influencermodule-fuer-boxer-bestellen/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">https://www.hartpunkt.de/arminius-bundes...bestellen/</a><br />
<a href="https://www.navalnews.com/naval-news/2026/04/new-super-battleship-under-construction-in-china/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">https://www.navalnews.com/naval-news/202...-in-china/</a>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Anti Submarine Warfare im 21. Jhr.]]></title>
			<link>https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?tid=8037</link>
			<pubDate>Fri, 13 Feb 2026 12:07:13 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.forum-sicherheitspolitik.org/member.php?action=profile&uid=2470">DopePopeUrban</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?tid=8037</guid>
			<description><![CDATA[Ich bin mal so frei. <br />
<br />
Dieses Thema hier soll primär dazu dienen, die ganzen Grundsatzdiskussionen um ASW zu bündeln um sie aus den jeweiligen Fachthemen konkreter Vorhaben fernzuhalten. Soweit ich das beurteilen kann gibt es hier im Forum noch keinen Sammelthread für technische und doktrinale Ansätze des ASW in allen drei Dimensionen, diese Lücke soll hiermit gefüllt werden. <br />
----------<br />
aus: <a href="https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?tid=8025&amp;page=13" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">MEKO A-200DEU</a><br />
<blockquote class="mycode_quote"><cite>Milspec_1967 schrieb:</cite>Kurz zum Gold Standard :<br />
- Bugsonar (Hat F-126 nicht aber fast alle NATO Fregatten und Zerstörer)<br />
- Schleppsonar fest eingebaut und nicht nur Container Option. (F-126 hat nur Container, feste haben fast alle NATO Fregatten und Zerstörer.)<br />
- 2x ASW Helikopter PLUS UAV Drohnen (hat F-126... Aktuelle EU Fregatten oft nur einen Heli plus Drohne... USA und Rest der Welt fast immer 2 plus Drohne)<br />
- Torpedo Rohre am Bord (fast alle, außer F-126)<br />
- VLS mit Subrocs (ernsthafte Raketen am Markt haben vermutlich nur CHN und Indien)<br />
- Anti Torpedo Torpedo (hat ggf noch gar keine Nation,... wenn, dann CHN wie immer)<br />
- zukünftig : Platz für ASW UUV</blockquote><blockquote class="mycode_quote"><cite>Kokovi79 schrieb:</cite>Da fehlen noch entscheidende konstruktive Merkmale für eine leise akustische Signatur:<br />
- für geräuscharme Strömung optimierter Rumpf<br />
- schiffstechnische Systeme vom Rumpf akustisch entkoppelt<br />
- E-Fahrmotoren für niedrige und mittlere Geschwindigkeiten.</blockquote>ASW präsentiert sich in verschiedensten Formen und Farben und ist von so vielen verschiedenen Faktoren abhängig, dass das einen universal anwendbaren Standard meiner Ansicht nach inhärent negiert. Viel mehr muss man sich zunächst damit konfrontieren, welche ASW-Leistung man in welchem Kontext anstrebt und warum und anschließend ob xyz-Ausrüstung dem gerecht werden kann. <br />
----<br />
<br />
Um mal bei der Sonarthematik zu bleiben.<br />
Ich glaube allgemein wird der Effekt eines Rumpfsonars in diesem Forum ein wenig überschätzt. Für das klassische "blue water" ASW in weitläufigen und tiefen Seegebieten geht der Leistungsmehrwert solcher Systeme inzwischen defacto gen 0. Der Leistungsunterschied durch moderne tiefenvariable Schleppsonarsysteme ist inzwischen so groß, dass die Präsenz eines Rumpfsonars so gut wie keinen positiven Einfluss mehr auf eine ASW-Leistung hat. Besonders in Seegebieten mit starker Strömung und ausgeprägten Thermoklinen, wie bspw in Gebieten um den Golfstrom oder den Kuroshio. <br />
<br />
Rumpfsonare sind vor allem für Aufgaben relevant, die nicht ASW sind aber Sonarleistung beanspruchen, bspw im MCM.<br />
<br />
Auch hat sich auf der doktrinalen Seite des ASW seit Ende des kalten Krieges einiges getan. War passives Sonar lange Zeit das A&amp;O der U-Jagd für Überwasserplattformen, gewinnt aktives Sonar heute immer stärker an Bedeutung. Sonaranlagen werden immer Leistungsfähiger, Schiffe aber nicht wirklich leiser, womit sich der Fokus zunehmend auf die Langstreckenaufklärung ausrichtet um weiterhin von einem Reichweitenvorteil zu profitieren. Das geht auch parallel mit dem Aussterben des Lightweight-Torpedowerfers einher, der zunehmend durch Helikopter oder Schwergewichtstorpedos ersetzt wird. Obgleich die Distanzen von ASW-Gefechten stark von den lokalen Bedingungen abhängt, kann man heute meist durchaus von BVR-ähnlichen Verhältnissen ausgehen. <br />
----<br />
<br />
Zum Thema F126 und Rumpfsonar.<br />
Bekanntlich ist das ja einer der größten Kritikpunkte an dieser Klasse und das kann ich persönlich auch nachvollziehen, allerdings nicht aus den üblicherweise genannten Gründen. <br />
Obgleich das Fehlen eines solchen Systems durchaus auch finanziell begründet sein wird, stehen dort auch doktrinale Gründe dahinter die in diesem Kontext nicht nur einer Art "Trend" folgen sondern auch tatsächlich einen gewissen Mehrwert bieten. <br />
Ein Sonardom verursacht auch bei tiefer Integration in den Rumpf hydrodynamische Turbolenzen und Wiederstände und trägt aktiv zur Bildung von Blasen und Schleppen bei. Das sorgt für Vibrationen sowie einen unebenen Wasserfluss, was die akustische Signatur der Einheit zum einen erhöht und zum anderen die Leistungsfähigkeit von Rumpf- wie auch Schleppsonar situationsabhängig senkt, je schlechter das Wetter bzw je stärker die Strömung desto mehr.<br />
Hingegen ist es durch die nicht-Existenz eines solchen Systems möglich, das hydrodynamische Profil einer Einheit zu optimieren und die bedingten Eigenemissionen somit zu minimieren, dessen Effekt man nicht unterschätzen sollte. <br />
<br />
Entsprechende Realbeispiele dieses Ansatzes sehen wir inzwischen immer öfter. Rumpfsonare werden kleiner und verlieren in Planungsprozessen an Priorität. Obgleich sich die Marinewelt als ganzes noch nicht von diesen Systemen lösen will sehen wir immer mehr Einheiten, auf denen dieses "kann aber muss nicht"-Prinzip Anwendung findet.<ul class="mycode_list"><li>So war die Constellation FFGX bspw ursprünglich mit einem Rumpfsonar vorgesehen, dem wurde allerdings so geringe Priorität eingeräumt, dass dieses System mit als erstes abgeschrieben wurde als man versucht hat, Kosten zu senken. Somit erhalten die noch zulaufenden Typvertreter kein Rumpfsonar.<br />
</li>
<li>Ein weiteres Beispiel ist die Mogami Klasse der JMSDF, die ebenfalls nicht über ein ASW-Rumpfsonar verfügt. Hier setzt man stattdessen auf ein Schleppsonarsystem und ein rumpfseitiges MCM-Sonar, was selber allerdings nicht für die U-Jagd geeignet ist. <br />
</li>
<li>Einen ähnlichen Ansatz verfolgt der Schiffbauer Fincantieri, dessen Korvetten alle mit Schleppsonarsystemen sowie MCM/Obstacle Avoidance Sonaren ausgestattet sind, aber kein ASW-fähiges Rumpfsonar vorhalten, siehe bspw die PPAs und Al Zubarahs. </li>
</ul>
Entgegen der Meinung hier im Forum ist das Fehlen eines Rumfpsonars auf der F126 weder ungewöhnlich, noch eine große Einschränkung im ASW.<br />
Es entspricht erstmal nur nicht dem bisher gängigen Ansatz, der selber aber ebenfalls in diese Richtung tendiert.<br />
<br />
Die Einschränkungen durch das Fehlen eines solchen Systems beziehen sich hauptsächlich auf den Bereich MCM. VDS können in geringen Wassertiefen teilweise nicht oder nur eingeschränkt verwendet werden und aktuell wissen wir nicht, ob ACTAS zu MCM-Zwecken verwendet werden kann, somit kann es hier zu Einschränkungen kommen wenn ein Gebiet vermint ist. <br />
Hier wäre eine Lösung im Stil der Mogami, also Schleppsonar + MCM/OA Sonar vermutlich effektiver.<br />
----<br />
<br />
Man kann sich also durchaus die Frage stellen, ob Rumpfsonar auf ASW-Einheiten ein muss sind oder langsam aus der Zeit fallen. <br />
<br />
Ich persönlich tendiere dazu, die ASW-seitigen Funktionen bzw Unfunktionen eines Rumpfsonars zu streichen und sich stattdessen auf den MCM/OA sowie self defence Bereich zu konzentrieren. Dafür braucht es mMn aber kein eigenständiges exponiertes Array. Viel mehr sehe ich großes Potenzial in Flank Arrays die bereits auf U-Booten Anwendung finden und deutlich besser in optimierte Rumpfstrukturen eingearbeitet werden können. Das dürfte auch auf der F126 relativ unkompliziert umsetzbar sein, wenn man dafür ein wenig Doppelhülle opfert.<br />
Im Nachbereich dürften diese Systeme aufgrund von Triangulation und besserer rundum-Abdeckung dem herkömmlichen Rumpfsonar vermutlich sogar überlegen sein. Gleichzeitig kann man die Vorteile eines hydrodynamisch optimierten Rumpfprofils nutzen und muss sich zudem noch weniger Gedanken über den Tiefgang machen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Ich bin mal so frei. <br />
<br />
Dieses Thema hier soll primär dazu dienen, die ganzen Grundsatzdiskussionen um ASW zu bündeln um sie aus den jeweiligen Fachthemen konkreter Vorhaben fernzuhalten. Soweit ich das beurteilen kann gibt es hier im Forum noch keinen Sammelthread für technische und doktrinale Ansätze des ASW in allen drei Dimensionen, diese Lücke soll hiermit gefüllt werden. <br />
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aus: <a href="https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?tid=8025&amp;page=13" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">MEKO A-200DEU</a><br />
<blockquote class="mycode_quote"><cite>Milspec_1967 schrieb:</cite>Kurz zum Gold Standard :<br />
- Bugsonar (Hat F-126 nicht aber fast alle NATO Fregatten und Zerstörer)<br />
- Schleppsonar fest eingebaut und nicht nur Container Option. (F-126 hat nur Container, feste haben fast alle NATO Fregatten und Zerstörer.)<br />
- 2x ASW Helikopter PLUS UAV Drohnen (hat F-126... Aktuelle EU Fregatten oft nur einen Heli plus Drohne... USA und Rest der Welt fast immer 2 plus Drohne)<br />
- Torpedo Rohre am Bord (fast alle, außer F-126)<br />
- VLS mit Subrocs (ernsthafte Raketen am Markt haben vermutlich nur CHN und Indien)<br />
- Anti Torpedo Torpedo (hat ggf noch gar keine Nation,... wenn, dann CHN wie immer)<br />
- zukünftig : Platz für ASW UUV</blockquote><blockquote class="mycode_quote"><cite>Kokovi79 schrieb:</cite>Da fehlen noch entscheidende konstruktive Merkmale für eine leise akustische Signatur:<br />
- für geräuscharme Strömung optimierter Rumpf<br />
- schiffstechnische Systeme vom Rumpf akustisch entkoppelt<br />
- E-Fahrmotoren für niedrige und mittlere Geschwindigkeiten.</blockquote>ASW präsentiert sich in verschiedensten Formen und Farben und ist von so vielen verschiedenen Faktoren abhängig, dass das einen universal anwendbaren Standard meiner Ansicht nach inhärent negiert. Viel mehr muss man sich zunächst damit konfrontieren, welche ASW-Leistung man in welchem Kontext anstrebt und warum und anschließend ob xyz-Ausrüstung dem gerecht werden kann. <br />
----<br />
<br />
Um mal bei der Sonarthematik zu bleiben.<br />
Ich glaube allgemein wird der Effekt eines Rumpfsonars in diesem Forum ein wenig überschätzt. Für das klassische "blue water" ASW in weitläufigen und tiefen Seegebieten geht der Leistungsmehrwert solcher Systeme inzwischen defacto gen 0. Der Leistungsunterschied durch moderne tiefenvariable Schleppsonarsysteme ist inzwischen so groß, dass die Präsenz eines Rumpfsonars so gut wie keinen positiven Einfluss mehr auf eine ASW-Leistung hat. Besonders in Seegebieten mit starker Strömung und ausgeprägten Thermoklinen, wie bspw in Gebieten um den Golfstrom oder den Kuroshio. <br />
<br />
Rumpfsonare sind vor allem für Aufgaben relevant, die nicht ASW sind aber Sonarleistung beanspruchen, bspw im MCM.<br />
<br />
Auch hat sich auf der doktrinalen Seite des ASW seit Ende des kalten Krieges einiges getan. War passives Sonar lange Zeit das A&amp;O der U-Jagd für Überwasserplattformen, gewinnt aktives Sonar heute immer stärker an Bedeutung. Sonaranlagen werden immer Leistungsfähiger, Schiffe aber nicht wirklich leiser, womit sich der Fokus zunehmend auf die Langstreckenaufklärung ausrichtet um weiterhin von einem Reichweitenvorteil zu profitieren. Das geht auch parallel mit dem Aussterben des Lightweight-Torpedowerfers einher, der zunehmend durch Helikopter oder Schwergewichtstorpedos ersetzt wird. Obgleich die Distanzen von ASW-Gefechten stark von den lokalen Bedingungen abhängt, kann man heute meist durchaus von BVR-ähnlichen Verhältnissen ausgehen. <br />
----<br />
<br />
Zum Thema F126 und Rumpfsonar.<br />
Bekanntlich ist das ja einer der größten Kritikpunkte an dieser Klasse und das kann ich persönlich auch nachvollziehen, allerdings nicht aus den üblicherweise genannten Gründen. <br />
Obgleich das Fehlen eines solchen Systems durchaus auch finanziell begründet sein wird, stehen dort auch doktrinale Gründe dahinter die in diesem Kontext nicht nur einer Art "Trend" folgen sondern auch tatsächlich einen gewissen Mehrwert bieten. <br />
Ein Sonardom verursacht auch bei tiefer Integration in den Rumpf hydrodynamische Turbolenzen und Wiederstände und trägt aktiv zur Bildung von Blasen und Schleppen bei. Das sorgt für Vibrationen sowie einen unebenen Wasserfluss, was die akustische Signatur der Einheit zum einen erhöht und zum anderen die Leistungsfähigkeit von Rumpf- wie auch Schleppsonar situationsabhängig senkt, je schlechter das Wetter bzw je stärker die Strömung desto mehr.<br />
Hingegen ist es durch die nicht-Existenz eines solchen Systems möglich, das hydrodynamische Profil einer Einheit zu optimieren und die bedingten Eigenemissionen somit zu minimieren, dessen Effekt man nicht unterschätzen sollte. <br />
<br />
Entsprechende Realbeispiele dieses Ansatzes sehen wir inzwischen immer öfter. Rumpfsonare werden kleiner und verlieren in Planungsprozessen an Priorität. Obgleich sich die Marinewelt als ganzes noch nicht von diesen Systemen lösen will sehen wir immer mehr Einheiten, auf denen dieses "kann aber muss nicht"-Prinzip Anwendung findet.<ul class="mycode_list"><li>So war die Constellation FFGX bspw ursprünglich mit einem Rumpfsonar vorgesehen, dem wurde allerdings so geringe Priorität eingeräumt, dass dieses System mit als erstes abgeschrieben wurde als man versucht hat, Kosten zu senken. Somit erhalten die noch zulaufenden Typvertreter kein Rumpfsonar.<br />
</li>
<li>Ein weiteres Beispiel ist die Mogami Klasse der JMSDF, die ebenfalls nicht über ein ASW-Rumpfsonar verfügt. Hier setzt man stattdessen auf ein Schleppsonarsystem und ein rumpfseitiges MCM-Sonar, was selber allerdings nicht für die U-Jagd geeignet ist. <br />
</li>
<li>Einen ähnlichen Ansatz verfolgt der Schiffbauer Fincantieri, dessen Korvetten alle mit Schleppsonarsystemen sowie MCM/Obstacle Avoidance Sonaren ausgestattet sind, aber kein ASW-fähiges Rumpfsonar vorhalten, siehe bspw die PPAs und Al Zubarahs. </li>
</ul>
Entgegen der Meinung hier im Forum ist das Fehlen eines Rumfpsonars auf der F126 weder ungewöhnlich, noch eine große Einschränkung im ASW.<br />
Es entspricht erstmal nur nicht dem bisher gängigen Ansatz, der selber aber ebenfalls in diese Richtung tendiert.<br />
<br />
Die Einschränkungen durch das Fehlen eines solchen Systems beziehen sich hauptsächlich auf den Bereich MCM. VDS können in geringen Wassertiefen teilweise nicht oder nur eingeschränkt verwendet werden und aktuell wissen wir nicht, ob ACTAS zu MCM-Zwecken verwendet werden kann, somit kann es hier zu Einschränkungen kommen wenn ein Gebiet vermint ist. <br />
Hier wäre eine Lösung im Stil der Mogami, also Schleppsonar + MCM/OA Sonar vermutlich effektiver.<br />
----<br />
<br />
Man kann sich also durchaus die Frage stellen, ob Rumpfsonar auf ASW-Einheiten ein muss sind oder langsam aus der Zeit fallen. <br />
<br />
Ich persönlich tendiere dazu, die ASW-seitigen Funktionen bzw Unfunktionen eines Rumpfsonars zu streichen und sich stattdessen auf den MCM/OA sowie self defence Bereich zu konzentrieren. Dafür braucht es mMn aber kein eigenständiges exponiertes Array. Viel mehr sehe ich großes Potenzial in Flank Arrays die bereits auf U-Booten Anwendung finden und deutlich besser in optimierte Rumpfstrukturen eingearbeitet werden können. Das dürfte auch auf der F126 relativ unkompliziert umsetzbar sein, wenn man dafür ein wenig Doppelhülle opfert.<br />
Im Nachbereich dürften diese Systeme aufgrund von Triangulation und besserer rundum-Abdeckung dem herkömmlichen Rumpfsonar vermutlich sogar überlegen sein. Gleichzeitig kann man die Vorteile eines hydrodynamisch optimierten Rumpfprofils nutzen und muss sich zudem noch weniger Gedanken über den Tiefgang machen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Drohnenträger für Deutschland]]></title>
			<link>https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?tid=8024</link>
			<pubDate>Mon, 02 Feb 2026 02:59:20 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.forum-sicherheitspolitik.org/member.php?action=profile&uid=2414">LieberTee</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?tid=8024</guid>
			<description><![CDATA[Für Portugal baut Damen gerade einen 8.000t-Drohnenträger für 123 Mio Euro, Bauzeit ein Jahr ... an sich ein ideales Schiff für IKM, aber für uns würde es dazu noch ein paar andere Probleme auf einmal lösen:<br />
<br />
- es bietet Stellflächen für Container. Diese können VLS-Zellen beherbergen ... auf diese Weise könnte dieser Drohnenträger auch als eine Art Arsenalschiff dienen, sprich die konsequent knapp bemessene Anzahl an VLS-Zellen auf unseren Fregatten ergänzen.<br />
- es bietet sich an, den Drohnenträger für ASW zu nutzen. Die Bundesmarine will 24 Seaguardian anschaffen ... das adressiert die Fähigkeitslücke durch den Verzug beim F126. Die Seaguardian können so die Überwachungsdichte nicht nur um den Träger (und die Begleitfregatte), sondern dank der großen Reichweite der Drohne auch um alle anderen NATO-Schiffe im Nordatlantik erhöhen.<br />
- es bietet die Möglichkeit, beides miteinander zu kombinieren: Seaguardian klärt auf, Wirkmittel ist eine Asroc aus dem VLS. Man müsste halt eine Asroc mit großer Reichweite entwickeln ... kann doch nicht so schwer sein. Passt dann halt nicht mehr in ein Mk 41 VLS, sprich man bräuchte ein VLS für längere Raketen, aber in den 40-Fuß-Containern bekommt man sie schon unter. Wird ein U-Boot in der Nähe eines anderen Schiffs aufgeklärt, kann dieses natürlich auch seinen eigenen Heli losschicken.<br />
<br />
Also .... sollte das nicht möglich sein, die Konstruktion des Schiffes innerhalb von zwei Jahren an deutsche Vorgaben anzupassen (eventuell inkl. einem ordentlichen Antrieb, für die Portugiesen scheinen 15kn auszureichen ... an sich braucht das Schiff ja nicht schnell zu sein bei seinem Wirkradius, dann muss halt die Begleitfregatte langsam fahren?) und dann schnell bauen zu lassen, dann liefe der Drohnenträger 2029 zu, kann bei dem Preis kein Fehler sein, und zumindest Standard-VLS-Container kann es dann sofort aufnehmen und so die Schlagkraft der Marine klar erhöhen. Platz ist in der portugiesischen Variante für 18 20-Fuß-Container, sprich 36 VLS-Zellen .....<br />
<br />
Also .... vielleicht besser gleich 2 davon ordern?<br />
<br />
<a href="https://de.euronews.com/2026/01/29/revolutionar-portugal-drohnentrager-drohne-meer" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">https://de.euronews.com/2026/01/29/revol...rohne-meer</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Für Portugal baut Damen gerade einen 8.000t-Drohnenträger für 123 Mio Euro, Bauzeit ein Jahr ... an sich ein ideales Schiff für IKM, aber für uns würde es dazu noch ein paar andere Probleme auf einmal lösen:<br />
<br />
- es bietet Stellflächen für Container. Diese können VLS-Zellen beherbergen ... auf diese Weise könnte dieser Drohnenträger auch als eine Art Arsenalschiff dienen, sprich die konsequent knapp bemessene Anzahl an VLS-Zellen auf unseren Fregatten ergänzen.<br />
- es bietet sich an, den Drohnenträger für ASW zu nutzen. Die Bundesmarine will 24 Seaguardian anschaffen ... das adressiert die Fähigkeitslücke durch den Verzug beim F126. Die Seaguardian können so die Überwachungsdichte nicht nur um den Träger (und die Begleitfregatte), sondern dank der großen Reichweite der Drohne auch um alle anderen NATO-Schiffe im Nordatlantik erhöhen.<br />
- es bietet die Möglichkeit, beides miteinander zu kombinieren: Seaguardian klärt auf, Wirkmittel ist eine Asroc aus dem VLS. Man müsste halt eine Asroc mit großer Reichweite entwickeln ... kann doch nicht so schwer sein. Passt dann halt nicht mehr in ein Mk 41 VLS, sprich man bräuchte ein VLS für längere Raketen, aber in den 40-Fuß-Containern bekommt man sie schon unter. Wird ein U-Boot in der Nähe eines anderen Schiffs aufgeklärt, kann dieses natürlich auch seinen eigenen Heli losschicken.<br />
<br />
Also .... sollte das nicht möglich sein, die Konstruktion des Schiffes innerhalb von zwei Jahren an deutsche Vorgaben anzupassen (eventuell inkl. einem ordentlichen Antrieb, für die Portugiesen scheinen 15kn auszureichen ... an sich braucht das Schiff ja nicht schnell zu sein bei seinem Wirkradius, dann muss halt die Begleitfregatte langsam fahren?) und dann schnell bauen zu lassen, dann liefe der Drohnenträger 2029 zu, kann bei dem Preis kein Fehler sein, und zumindest Standard-VLS-Container kann es dann sofort aufnehmen und so die Schlagkraft der Marine klar erhöhen. Platz ist in der portugiesischen Variante für 18 20-Fuß-Container, sprich 36 VLS-Zellen .....<br />
<br />
Also .... vielleicht besser gleich 2 davon ordern?<br />
<br />
<a href="https://de.euronews.com/2026/01/29/revolutionar-portugal-drohnentrager-drohne-meer" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">https://de.euronews.com/2026/01/29/revol...rohne-meer</a>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Begriffsdefinition Drohne und Loitering Munition]]></title>
			<link>https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?tid=8051</link>
			<pubDate>Sun, 30 Nov 2025 11:39:24 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.forum-sicherheitspolitik.org/member.php?action=profile&uid=2">Helios</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?tid=8051</guid>
			<description><![CDATA[<blockquote class="mycode_quote"><cite><span> (30.11.2025, 09:09)</span>Quintus Fabius schrieb:  <a href="https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?pid=276845#pid276845" class="quick_jump"></a></cite>Zielsuchende Munition ist der geeignete deutsche Begriff.</blockquote><br />
"Zielsuchende Munition" ist ein weiter gefasster, bereits lange verwendeter Oberbegriff und beschreibt auch Waffen, die definitiv keine "Loitering Munition" sind. Die wiederum muss meines Erachtens nicht zwingend zielsuchend sein. Ich halte es deshalb für wenig zweckdienlich, "Loitering Munition" mit "zielsuchende Munition" übersetzen zu wollen, weil das besondere Wesen, also das ausharren in einem bestimmten Gebiet um dort dem Gegner aufzulauern oder einen Angriffsbefehl abzuwarten, damit nicht abgebildet wird. Es ist für mich auch die Frage, ob es sinnvoll ist, alle aktuellen und zukünftigen Spielarten überhaupt unter einen Begriff zu sammeln, oder mit diesem eher beschreibend bereits gängige Bezeichnungen zu ergänzen. Da würden sich je nach Art dann begriffe wie "ausdauernd", "abwartend" oder "streunend" eignen. Klingt natürlich nicht so modern.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="mycode_quote"><cite><span> (30.11.2025, 09:09)</span>Quintus Fabius schrieb:  <a href="https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?pid=276845#pid276845" class="quick_jump"></a></cite>Zielsuchende Munition ist der geeignete deutsche Begriff.</blockquote><br />
"Zielsuchende Munition" ist ein weiter gefasster, bereits lange verwendeter Oberbegriff und beschreibt auch Waffen, die definitiv keine "Loitering Munition" sind. Die wiederum muss meines Erachtens nicht zwingend zielsuchend sein. Ich halte es deshalb für wenig zweckdienlich, "Loitering Munition" mit "zielsuchende Munition" übersetzen zu wollen, weil das besondere Wesen, also das ausharren in einem bestimmten Gebiet um dort dem Gegner aufzulauern oder einen Angriffsbefehl abzuwarten, damit nicht abgebildet wird. Es ist für mich auch die Frage, ob es sinnvoll ist, alle aktuellen und zukünftigen Spielarten überhaupt unter einen Begriff zu sammeln, oder mit diesem eher beschreibend bereits gängige Bezeichnungen zu ergänzen. Da würden sich je nach Art dann begriffe wie "ausdauernd", "abwartend" oder "streunend" eignen. Klingt natürlich nicht so modern.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Strategie & Taktik]]></title>
			<link>https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?tid=7696</link>
			<pubDate>Mon, 07 Jul 2025 05:06:32 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.forum-sicherheitspolitik.org/member.php?action=profile&uid=2503">Wittgenstein</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?tid=7696</guid>
			<description><![CDATA[Europäische Raketenabwehr:<br />
<br />
<a href="https://missilematters.substack.com/p/europes-missile-gap-how-russia-outcompetes" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">https://missilematters.substack.com/p/eu...utcompetes</a><br />
<br />
Europe's Missile Gap: How Russia Outcompetes Europe in the Conventional Missile Domain<br />
Europe's missile defense efforts are unable to keep pace with Russia’s expanding ballistic missile arsenal<br />
<br />
Ein kurzer Überblick zu den jährlichen Zahlen:<br />
<br />
<img src="https://substackcdn.com/image/fetch/%24s_!SIsD!,w_1456,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F872bd41a-b0fb-43f1-9b63-5efe6404cd39_3371x781.png" loading="lazy"  alt="[Bild: https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.ama...71x781.png]" class="mycode_img" /><br />
<br />
<blockquote class="mycode_quote"><cite>Zitat:</cite>The clearest way to do this is by fielding a counterstrike capability capable of rapid and equivalent response should Russia choose to strike European targets first, including by holding at risk Russian critical infrastructure and economic assets. That said, the priority in this countervalue approach must be to destroy economic and industrial value, not lives. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">The deliberate targeting of population centers for the express purpose of killing civilians, as practiced by Russia in Ukraine, must be firmly rejected</span>.</blockquote>
<br />
Ähnliches habe ich vor kurzem in einem Forum gelesen <img src="https://www.forum-sicherheitspolitik.org/images/smilies/wink.png" alt="Wink" title="Wink" class="smilie smilie_2" /><br />
<br />
<blockquote class="mycode_quote"><cite>Zitat:</cite>At the same time, punishment-based strategies are not part of the strategic culture and military DNA of European states, which have traditionally focused on denial, at least in the conventional domain.</blockquote>
<br />
Im Prinzip ist das alles nicht neu.  Der Autor beschreibt hier das koreanische "Three-Axis System". Wenigstens Quellen könnte er nennen. Wie auch immer.<br />
<br />
Im Prinzip teile ich die Meinung des Autors. Im Detail jedoch nicht unbedingt. Konventionell bestückte Ballistische Raketen sind im Vergleich teuer, aufwendig zu produzieren, prinzipiell stationär und erfordern umfangreiche logistische Maßnahmen. <br />
zum Vergleich: <br />
<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Iran%27s_ballistic-missile_program" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">https://en.wikipedia.org/wiki/Iran%27s_b...le_program</a><br />
<br />
Eine Luftwaffe ist wesentlich flexibler, mobiler und die Kosten pro Einsatz sind wesentlich geringer. Die Entwicklungs/- Beschaffungskosten sind dagegen deutlich höher. <br />
Land und Seegestützte Langstreckeneffektoren können eine Luftwaffe ergänzen, nicht ersetzen.<br />
Im Falle eines strategischen Schlagabtausch mit Russlands, werden verdeckt operierenden Kommandos eine zentrale Rolle spielen. SEAD/DEAD muss absolute Priorität haben (auch bei einem Gegenschlag durch Raketen muss erst die Luftabwehr ausgeschaltet werden). <br />
Das Vorgehen Israels im "12 Tage Krieg" kann hier als Blaupause dienen.<br />
<br />
Konventionell bestückte ballistische Raketen haben gegenüber Atommächten nur einen eingeschränkten Abschreckungseffekt. Der Angriffs Israels auf den Iran beweist das. <br />
<br />
Darüber hinaus, ist auch die Frage nach dem "Europa" immer noch unbeantwortet. Anscheinend versteht jeder Politiker/Experte etwas anderes unter europäischer Sicherheitspolitik. <br />
Solange die EU diesen politischen Limbo nicht überwindet, muss Verteidigung national geplant werden mit optionaler Bündnisfähigkeit. Das verstehen die meisten Nationen. Deutschland leider nicht.<br />
<br />
Wittgenstein - Supreme Commander]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Europäische Raketenabwehr:<br />
<br />
<a href="https://missilematters.substack.com/p/europes-missile-gap-how-russia-outcompetes" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">https://missilematters.substack.com/p/eu...utcompetes</a><br />
<br />
Europe's Missile Gap: How Russia Outcompetes Europe in the Conventional Missile Domain<br />
Europe's missile defense efforts are unable to keep pace with Russia’s expanding ballistic missile arsenal<br />
<br />
Ein kurzer Überblick zu den jährlichen Zahlen:<br />
<br />
<img src="https://substackcdn.com/image/fetch/%24s_!SIsD!,w_1456,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F872bd41a-b0fb-43f1-9b63-5efe6404cd39_3371x781.png" loading="lazy"  alt="[Bild: https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.ama...71x781.png]" class="mycode_img" /><br />
<br />
<blockquote class="mycode_quote"><cite>Zitat:</cite>The clearest way to do this is by fielding a counterstrike capability capable of rapid and equivalent response should Russia choose to strike European targets first, including by holding at risk Russian critical infrastructure and economic assets. That said, the priority in this countervalue approach must be to destroy economic and industrial value, not lives. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">The deliberate targeting of population centers for the express purpose of killing civilians, as practiced by Russia in Ukraine, must be firmly rejected</span>.</blockquote>
<br />
Ähnliches habe ich vor kurzem in einem Forum gelesen <img src="https://www.forum-sicherheitspolitik.org/images/smilies/wink.png" alt="Wink" title="Wink" class="smilie smilie_2" /><br />
<br />
<blockquote class="mycode_quote"><cite>Zitat:</cite>At the same time, punishment-based strategies are not part of the strategic culture and military DNA of European states, which have traditionally focused on denial, at least in the conventional domain.</blockquote>
<br />
Im Prinzip ist das alles nicht neu.  Der Autor beschreibt hier das koreanische "Three-Axis System". Wenigstens Quellen könnte er nennen. Wie auch immer.<br />
<br />
Im Prinzip teile ich die Meinung des Autors. Im Detail jedoch nicht unbedingt. Konventionell bestückte Ballistische Raketen sind im Vergleich teuer, aufwendig zu produzieren, prinzipiell stationär und erfordern umfangreiche logistische Maßnahmen. <br />
zum Vergleich: <br />
<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Iran%27s_ballistic-missile_program" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">https://en.wikipedia.org/wiki/Iran%27s_b...le_program</a><br />
<br />
Eine Luftwaffe ist wesentlich flexibler, mobiler und die Kosten pro Einsatz sind wesentlich geringer. Die Entwicklungs/- Beschaffungskosten sind dagegen deutlich höher. <br />
Land und Seegestützte Langstreckeneffektoren können eine Luftwaffe ergänzen, nicht ersetzen.<br />
Im Falle eines strategischen Schlagabtausch mit Russlands, werden verdeckt operierenden Kommandos eine zentrale Rolle spielen. SEAD/DEAD muss absolute Priorität haben (auch bei einem Gegenschlag durch Raketen muss erst die Luftabwehr ausgeschaltet werden). <br />
Das Vorgehen Israels im "12 Tage Krieg" kann hier als Blaupause dienen.<br />
<br />
Konventionell bestückte ballistische Raketen haben gegenüber Atommächten nur einen eingeschränkten Abschreckungseffekt. Der Angriffs Israels auf den Iran beweist das. <br />
<br />
Darüber hinaus, ist auch die Frage nach dem "Europa" immer noch unbeantwortet. Anscheinend versteht jeder Politiker/Experte etwas anderes unter europäischer Sicherheitspolitik. <br />
Solange die EU diesen politischen Limbo nicht überwindet, muss Verteidigung national geplant werden mit optionaler Bündnisfähigkeit. Das verstehen die meisten Nationen. Deutschland leider nicht.<br />
<br />
Wittgenstein - Supreme Commander]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Blindgänger]]></title>
			<link>https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?tid=7694</link>
			<pubDate>Sun, 29 Jun 2025 22:29:04 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.forum-sicherheitspolitik.org/member.php?action=profile&uid=547">Schneemann</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?tid=7694</guid>
			<description><![CDATA[Ich hatte eben interessanterweise keinen eigenen Strang dazu gefunden, dabei sind die Hinterlassenschaften aus den Weltkriegen (und nicht nur aus diesen) nachwievor präsent, weswegen ich einen eigenen hierzu eröffnen will.<br />
<br />
Aktuelle Meldung:<br />
<blockquote class="mycode_quote"><cite>Zitat:</cite>In Nord- und Ostsee schlummert Deutschlands explosives Erbe<br />
<br />
Surfer, Segler oder Taucher gleiten jeden Tag in der Nord- und Ostsee über Deutschlands explosives Erbe. Nur wenige Kilometer von den Stränden und Dünen entfernt liegt Munition aus den Weltkriegen verstreut. Teilweise nur 20 Meter unter der Meeresoberfläche schlummern Minen, Granaten, Patronen, Raketen, Munitionskisten und auch Hunderte Kilo schwere Fliegerbomben. [...]<br />
<br />
In der deutschen Ostsee liegen rund 300.000 Tonnen Munition auf dem Meeresboden, in der deutschen Nordsee 1,3 Millionen Tonnen - insgesamt 1,6 Millionen Tonnen. Das reicht aus, um einen 1000 Kilometer langen Güterzug von Berlin bis nach Paris zu befüllen.</blockquote>
<a href="https://www.n-tv.de/wissen/In-Nord-und-Ostsee-schlummert-Deutschlands-explosives-Erbe-article25861831.html" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">https://www.n-tv.de/wissen/In-Nord-und-O...61831.html</a><br />
<br />
Und es betrifft ja nicht nur die Nord- und Ostsee. Die Fliegerbombenentschärfungen bei uns ploppen ja fast jede Woche irgendwo auf.  <br />
<br />
Aber nicht nur bei uns: Auch in Großbritannien, Japan und anderswo wird die "Altlast" vergangener Waffengänge immer wieder "lebendig".<br />
<br />
Interessant auch das hier:<br />
<blockquote class="mycode_quote"><cite>Zitat:</cite>Im Ersten Weltkrieg fanden in Flandern mehrjährige Stellungsschlachten (Stellungskrieg, Grabenkrieg) statt. Die Hauptkampfzonen (frz. Zone rouge) wurden von Granaten mehrfach umgepflügt; sie sind oft noch heute im Zustand einer Kraterlandschaft: Im Boden sind zahlreiche Blindgänger und unzählige Metallsplitter von den explodierten Granaten (sowie Knochen von Gefallenen bzw. Verschütteten). Bis heute kommt es gelegentlich zu Selbstzündungen. Teile des Geländes stehen unter Denkmalschutz; auch befinden sich noch Kampfmittelreste (Schwermetalle, Giftgas­reste) im Boden.<br />
<br />
Darüber hinaus wurden im Rahmen des Minenkrieges im Wytschaete-Bogen im Jahr 1917 (siehe Minen in der Schlacht bei Messines) rund zwei Dutzend Minenstollen mit tonnenschweren Sprengladungen unterhalb der deutschen Stellungen angelegt. Diese Minen wurden während der folgenden Kampfhandlungen fast alle gezündet, allerdings wurden die Ladungen in sechs der Minenstollen aus unterschiedlichen Gründen nicht ausgelöst und verblieben in der Erde.[15] Eine der Minen wurde 1955 durch einen Blitzeinschlag ausgelöst, die fünf übrigen Minenladungen, wobei die größte Mine (bezeichnet als La Petite Douve Farm) ein Gewicht von etwa 24 Tonnen hat,[16] wurden bis heute nicht entschärft beziehungsweise geborgen. Ob die Minen heutzutage noch zündfähig sind, ist unklar, zumindest dürften die Minenstollen mittlerweile fast vollständig geflutet sein.</blockquote>
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Blindg%C3%A4nger#Belgien" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">https://de.wikipedia.org/wiki/Blindg%C3%A4nger#Belgien</a><br />
<br />
Grund genug für einen eigenen Strang.<br />
<br />
Schneemann]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Ich hatte eben interessanterweise keinen eigenen Strang dazu gefunden, dabei sind die Hinterlassenschaften aus den Weltkriegen (und nicht nur aus diesen) nachwievor präsent, weswegen ich einen eigenen hierzu eröffnen will.<br />
<br />
Aktuelle Meldung:<br />
<blockquote class="mycode_quote"><cite>Zitat:</cite>In Nord- und Ostsee schlummert Deutschlands explosives Erbe<br />
<br />
Surfer, Segler oder Taucher gleiten jeden Tag in der Nord- und Ostsee über Deutschlands explosives Erbe. Nur wenige Kilometer von den Stränden und Dünen entfernt liegt Munition aus den Weltkriegen verstreut. Teilweise nur 20 Meter unter der Meeresoberfläche schlummern Minen, Granaten, Patronen, Raketen, Munitionskisten und auch Hunderte Kilo schwere Fliegerbomben. [...]<br />
<br />
In der deutschen Ostsee liegen rund 300.000 Tonnen Munition auf dem Meeresboden, in der deutschen Nordsee 1,3 Millionen Tonnen - insgesamt 1,6 Millionen Tonnen. Das reicht aus, um einen 1000 Kilometer langen Güterzug von Berlin bis nach Paris zu befüllen.</blockquote>
<a href="https://www.n-tv.de/wissen/In-Nord-und-Ostsee-schlummert-Deutschlands-explosives-Erbe-article25861831.html" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">https://www.n-tv.de/wissen/In-Nord-und-O...61831.html</a><br />
<br />
Und es betrifft ja nicht nur die Nord- und Ostsee. Die Fliegerbombenentschärfungen bei uns ploppen ja fast jede Woche irgendwo auf.  <br />
<br />
Aber nicht nur bei uns: Auch in Großbritannien, Japan und anderswo wird die "Altlast" vergangener Waffengänge immer wieder "lebendig".<br />
<br />
Interessant auch das hier:<br />
<blockquote class="mycode_quote"><cite>Zitat:</cite>Im Ersten Weltkrieg fanden in Flandern mehrjährige Stellungsschlachten (Stellungskrieg, Grabenkrieg) statt. Die Hauptkampfzonen (frz. Zone rouge) wurden von Granaten mehrfach umgepflügt; sie sind oft noch heute im Zustand einer Kraterlandschaft: Im Boden sind zahlreiche Blindgänger und unzählige Metallsplitter von den explodierten Granaten (sowie Knochen von Gefallenen bzw. Verschütteten). Bis heute kommt es gelegentlich zu Selbstzündungen. Teile des Geländes stehen unter Denkmalschutz; auch befinden sich noch Kampfmittelreste (Schwermetalle, Giftgas­reste) im Boden.<br />
<br />
Darüber hinaus wurden im Rahmen des Minenkrieges im Wytschaete-Bogen im Jahr 1917 (siehe Minen in der Schlacht bei Messines) rund zwei Dutzend Minenstollen mit tonnenschweren Sprengladungen unterhalb der deutschen Stellungen angelegt. Diese Minen wurden während der folgenden Kampfhandlungen fast alle gezündet, allerdings wurden die Ladungen in sechs der Minenstollen aus unterschiedlichen Gründen nicht ausgelöst und verblieben in der Erde.[15] Eine der Minen wurde 1955 durch einen Blitzeinschlag ausgelöst, die fünf übrigen Minenladungen, wobei die größte Mine (bezeichnet als La Petite Douve Farm) ein Gewicht von etwa 24 Tonnen hat,[16] wurden bis heute nicht entschärft beziehungsweise geborgen. Ob die Minen heutzutage noch zündfähig sind, ist unklar, zumindest dürften die Minenstollen mittlerweile fast vollständig geflutet sein.</blockquote>
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Blindg%C3%A4nger#Belgien" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">https://de.wikipedia.org/wiki/Blindg%C3%A4nger#Belgien</a><br />
<br />
Grund genug für einen eigenen Strang.<br />
<br />
Schneemann]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Scharfschützen]]></title>
			<link>https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?tid=7635</link>
			<pubDate>Tue, 29 Apr 2025 11:06:54 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.forum-sicherheitspolitik.org/member.php?action=profile&uid=2354">alphall31</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?tid=7635</guid>
			<description><![CDATA[Sniper - Day &amp; Night  Das Scharfschützenwesen <br />
<br />
Eine neue Serie mit einem der besten Schießlehrer der Bw. <br />
<br />
Eine 10teilige Reise Rund um das Thema Scharfschützen, Präzisionsschützen und was dazu gehört. <br />
<br />
Teil 1 - Einleitung und Sicherheit <br />
<a href="https://youtu.be/8pWfbFukBLw?si=hLAhJ7E-5xt-pv-6" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">https://youtu.be/8pWfbFukBLw?si=hLAhJ7E-5xt-pv-6</a><br />
<br />
Teil 2 -Stellung beziehen und schießen mit Nachtsichtgerät <br />
<a href="https://youtu.be/eoBrOh53HuE?si=vmmK-tjAS17c3lGe" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">https://youtu.be/eoBrOh53HuE?si=vmmK-tjAS17c3lGe</a><br />
<br />
Teil 3 - simuliertes Long Range bei Tageslicht<br />
<a href="https://youtu.be/iYbaF5wQ3eo?si=IEn1gmsYaNTlhbEE" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">https://youtu.be/iYbaF5wQ3eo?si=IEn1gmsYaNTlhbEE</a><br />
<br />
<br />
Von Rosi gibt es auch schon eine 30 teilige serie - Shooting Basics .]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Sniper - Day &amp; Night  Das Scharfschützenwesen <br />
<br />
Eine neue Serie mit einem der besten Schießlehrer der Bw. <br />
<br />
Eine 10teilige Reise Rund um das Thema Scharfschützen, Präzisionsschützen und was dazu gehört. <br />
<br />
Teil 1 - Einleitung und Sicherheit <br />
<a href="https://youtu.be/8pWfbFukBLw?si=hLAhJ7E-5xt-pv-6" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">https://youtu.be/8pWfbFukBLw?si=hLAhJ7E-5xt-pv-6</a><br />
<br />
Teil 2 -Stellung beziehen und schießen mit Nachtsichtgerät <br />
<a href="https://youtu.be/eoBrOh53HuE?si=vmmK-tjAS17c3lGe" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">https://youtu.be/eoBrOh53HuE?si=vmmK-tjAS17c3lGe</a><br />
<br />
Teil 3 - simuliertes Long Range bei Tageslicht<br />
<a href="https://youtu.be/iYbaF5wQ3eo?si=IEn1gmsYaNTlhbEE" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">https://youtu.be/iYbaF5wQ3eo?si=IEn1gmsYaNTlhbEE</a><br />
<br />
<br />
Von Rosi gibt es auch schon eine 30 teilige serie - Shooting Basics .]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Was braucht Europa (ohne die USA) für die Ukraine]]></title>
			<link>https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?tid=7565</link>
			<pubDate>Tue, 18 Feb 2025 16:38:56 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.forum-sicherheitspolitik.org/member.php?action=profile&uid=2229">voyageur</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?tid=7565</guid>
			<description><![CDATA[Es geht um den Einsatz europäischer Truppen in der Ukraine. Koalition der Willigen Einsatz außerhalb existierender NATO oder EU Strukturen.<br />
<br />
Truppenvolumen 1 Armeekorps 3 Divisionen<br />
<br />
Zusätzliche Aufgabren  -- bitte hinzufügen<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Eine Todo Liste/</span><br />
<br />
* Einen Stab für das Armeekorps<br />
* Logistik für das Korps<br />
* Koordination Geheimdienste<br />
* Cyberdefence Ukraine<br />
* Satellitenaufklärung Ukraine<br />
* Luftunterstützung<br />
* europäische Luftraumverwaltung auf Ukraine erweitert]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es geht um den Einsatz europäischer Truppen in der Ukraine. Koalition der Willigen Einsatz außerhalb existierender NATO oder EU Strukturen.<br />
<br />
Truppenvolumen 1 Armeekorps 3 Divisionen<br />
<br />
Zusätzliche Aufgabren  -- bitte hinzufügen<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Eine Todo Liste/</span><br />
<br />
* Einen Stab für das Armeekorps<br />
* Logistik für das Korps<br />
* Koordination Geheimdienste<br />
* Cyberdefence Ukraine<br />
* Satellitenaufklärung Ukraine<br />
* Luftunterstützung<br />
* europäische Luftraumverwaltung auf Ukraine erweitert]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Militärische Schiffsklassen]]></title>
			<link>https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?tid=7520</link>
			<pubDate>Mon, 13 Jan 2025 20:57:33 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.forum-sicherheitspolitik.org/member.php?action=profile&uid=2360">Frank353</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?tid=7520</guid>
			<description><![CDATA[Mal was Positives. Die Fregatte 125 ist scheinbar die grösste Fregatte der Welt. <img src="https://www.forum-sicherheitspolitik.org/images/smilies/biggrin.png" alt="Big Grin" title="Big Grin" class="smilie smilie_4" /><br />
<br />
<a href="https://youtu.be/EvtKdtJ22p8?si=dGjxpcm2AN954OZo" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">https://youtu.be/EvtKdtJ22p8?si=dGjxpcm2AN954OZo</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Mal was Positives. Die Fregatte 125 ist scheinbar die grösste Fregatte der Welt. <img src="https://www.forum-sicherheitspolitik.org/images/smilies/biggrin.png" alt="Big Grin" title="Big Grin" class="smilie smilie_4" /><br />
<br />
<a href="https://youtu.be/EvtKdtJ22p8?si=dGjxpcm2AN954OZo" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">https://youtu.be/EvtKdtJ22p8?si=dGjxpcm2AN954OZo</a>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[9M729-Oretschnik/Kedr, konventionelle MRBM/IRBM?]]></title>
			<link>https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?tid=7471</link>
			<pubDate>Wed, 27 Nov 2024 21:58:14 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.forum-sicherheitspolitik.org/member.php?action=profile&uid=2445">muck</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?tid=7471</guid>
			<description><![CDATA[Folgende Überlegungen würde ich gerne zur Diskussion stellen …<br />
<br />
Es herrscht ja derzeit einiges an Ungewissheit über die von Russland gegen Dnipro eingesetzte Rakete, auch bei den Experten selbst, was diese zu leisten vermag und wie sie eingesetzt werden könnte. Erstaunt hat mich dabei, dass auf allen Ebenen (Regierungen, Experten, interessierte Laien) die Behauptung Wladimir Putins zurückgewiesen wird, dieses Waffensystem sei auch nicht-strategisch bzw. konventionell bestückt einsetzbar. Ich frage mich, ob diese Vorannahme haltbar ist.<br />
<br />
Zunächst einmal die Fakten, die ich zusammentragen konnte (Quellen im Ukraine-Faden):<br />
<br />
Bei der gegen Dnipro eingesetzten Waffe handelte es sich wahrscheinlich um einen Abkömmling der Topol-Raketenfamilie. Experten wie Fabian Hoffmann sind sich uneins, ob sie eine Abwandlung der RS-24 Jars¹ oder RS-26 Rubesch² ist, aber das dürfte aufgrund der engen Verwandtschaft beider Raketen relativ egal sein.<br />
<br />
¹) ~10.000 km Reichweite, Nutzlast 800 kg, 3 MIRV, behaupteter CEP von 100 m<br />
²) ~6.000 km Reichweite, Nutzlast etwas über 800 kg, 3-4 MIRV, behaupteter CEP von 90 m<br />
<br />
Nach ukrainischen Angaben trug die am 21.11. abgefeuerte Rakete sechs MIRVs mit jeweils sechs Submunitionen. Hoffmann glaubt, es könnten auch sechs Raketen mit jeweils sechs MIRV gewesen sein, aber ich konnte keine Hinweise darauf finden, dass mehr als eine Rakete abgefeuert wurde. Ich denke auch: Wenn es so gewesen wäre, hätten westliche Regierungen und Medien dies bekanntgemacht, um den Angriff als militärisch impotenter, aber politisch aggressiver darzustellen.<br />
<br />
Ich konnte 18 MIRV-Einschläge auf dem Juschmasch-Gelände geolokalisieren, sie liegen in einem Rechteck mit etwa 200 m Breite und 300 m Länge, allerdings in drei Gruppen nahe beieinander liegender Treffer. Das Rechteck wird also durch den Abstand zwischen den Gruppen, nicht den Abstand zwischen den Treffern vergrößert. Ich bin nun nicht gerade ein Experte für solche Waffen und obendrein schlecht in Mathe, aber ein Streukreis von merklich unter 100 m kommt mir glaubhaft vor. Setzen wir diesen Wert einfach mal voraus.<br />
<br />
Nehmen wir weiterhin an, dass die Rakete ein Gewicht von 800 kg tragen kann und dass die ukrainischen Angaben stimmen, wonach die Kedr mit 6×6=36 Submunitionen bestückt ist. <br />
<br />
Ich konnte kaum brauchbare Informationen zur Frage finden, wie viel Masse der Nutzlast für einen konventionellen Gefechtskopf nutzbar wäre. Um irgendeinen brauchbaren Wert zu haben, habe ich mich daher an der RSD-10 orientiert, wo die Sprengköpfe 80% der Masse des Gefechtskopfs (drei MIRV) ausmachen.<br />
<br />
In dieser Überlegung würde die Kedr dann 36 Submunitionen à (800:36)×0,8=17,8 kg Kawumm tragen. Das ist in etwa das Äquivalent einer 155 mm-Artilleriegranate. Die allerdings kommt sehr viel langsamer an als die Submunition (900 m/s <span style="text-decoration: underline;" class="mycode_u">Mündungs</span>geschwindigkeit der Granate vs. 3.000 m/s <span style="text-decoration: underline;" class="mycode_u">terminale</span> Geschwindigkeit eines MIRV), man muss also bei der Frage der Wirkung noch die kinetische Energie bedenken. Bei den Einschlägen in der Fabrik scheint kein Gramm Sprengstoff umgesetzt zu haben, trotzdem war die Wirkung spektakulär. <br />
<br />
Nun die Frage: Hat die Waffe, die ich gerade skizziert habe, wirklich keinen reellen Einsatzzweck?<br />
<br />
Vermittelt sie nicht die Fähigkeit, das zusammengefasste Feuer eines ganzen Artilleriebataillons tausende Kilometer entfernt zum Einsatz zu bringen?<br />
<br />
Das Hauptargument gegen solche Überlegungen, das ich finden konnte, lautet: Die Wirkung steht in keinem Verhältnis zu den Kosten. Das ist mir aber zu kurz gedacht. Der Kreml denkt eindeutig nicht in ökonomischen Kategorien, oder er würde eine völlig andere Außenpolitik betreiben. Außerdem: Die psychologische Wirkung von Dnipro war bereits immens, und genau dafür scheint mir diese Waffe auch gemacht. <br />
<br />
Stellen wir uns das Szenar vor, dass ich im Ukraine-Faden skizziert habe, orientiert an Putins Drohungen vom 22.11.24 und den iranischen Angriffen auf Israel:<br />
<br />
Der Kreml ruft in Berlin an, teilt mit, dass er jetzt die Schnauze voll hat von den "Provokationen" und eine einzelne Kedr auf den Jade-Weser-Port abschießen wird. Hier ist die Warnung, wie von Putin versprochen, wir haben eine Stunde Zeit, das Gelände zu evakuieren. Sofern wir uns still verhalten, passiert nichts weiter. Nach einer Stunde kommt das Ding runter, verursacht jede Menge Sachschaden und ein paar Verletzte.<br />
<br />
Für die deutsche Wirtschaft wäre das ein verheerender Schlag ins Kontor. Und, wie Iran bewiesen hat, könnte Russland einen solchen Angriff vielleicht sogar durchführen, ohne ernsthafte Vergeltung (oder gar einen Atomkrieg) befürchten zu müssen. <br />
<br />
Immer noch eine schlechte Investition?<br />
<br />
Mich würden Eure Meinungen interessieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Folgende Überlegungen würde ich gerne zur Diskussion stellen …<br />
<br />
Es herrscht ja derzeit einiges an Ungewissheit über die von Russland gegen Dnipro eingesetzte Rakete, auch bei den Experten selbst, was diese zu leisten vermag und wie sie eingesetzt werden könnte. Erstaunt hat mich dabei, dass auf allen Ebenen (Regierungen, Experten, interessierte Laien) die Behauptung Wladimir Putins zurückgewiesen wird, dieses Waffensystem sei auch nicht-strategisch bzw. konventionell bestückt einsetzbar. Ich frage mich, ob diese Vorannahme haltbar ist.<br />
<br />
Zunächst einmal die Fakten, die ich zusammentragen konnte (Quellen im Ukraine-Faden):<br />
<br />
Bei der gegen Dnipro eingesetzten Waffe handelte es sich wahrscheinlich um einen Abkömmling der Topol-Raketenfamilie. Experten wie Fabian Hoffmann sind sich uneins, ob sie eine Abwandlung der RS-24 Jars¹ oder RS-26 Rubesch² ist, aber das dürfte aufgrund der engen Verwandtschaft beider Raketen relativ egal sein.<br />
<br />
¹) ~10.000 km Reichweite, Nutzlast 800 kg, 3 MIRV, behaupteter CEP von 100 m<br />
²) ~6.000 km Reichweite, Nutzlast etwas über 800 kg, 3-4 MIRV, behaupteter CEP von 90 m<br />
<br />
Nach ukrainischen Angaben trug die am 21.11. abgefeuerte Rakete sechs MIRVs mit jeweils sechs Submunitionen. Hoffmann glaubt, es könnten auch sechs Raketen mit jeweils sechs MIRV gewesen sein, aber ich konnte keine Hinweise darauf finden, dass mehr als eine Rakete abgefeuert wurde. Ich denke auch: Wenn es so gewesen wäre, hätten westliche Regierungen und Medien dies bekanntgemacht, um den Angriff als militärisch impotenter, aber politisch aggressiver darzustellen.<br />
<br />
Ich konnte 18 MIRV-Einschläge auf dem Juschmasch-Gelände geolokalisieren, sie liegen in einem Rechteck mit etwa 200 m Breite und 300 m Länge, allerdings in drei Gruppen nahe beieinander liegender Treffer. Das Rechteck wird also durch den Abstand zwischen den Gruppen, nicht den Abstand zwischen den Treffern vergrößert. Ich bin nun nicht gerade ein Experte für solche Waffen und obendrein schlecht in Mathe, aber ein Streukreis von merklich unter 100 m kommt mir glaubhaft vor. Setzen wir diesen Wert einfach mal voraus.<br />
<br />
Nehmen wir weiterhin an, dass die Rakete ein Gewicht von 800 kg tragen kann und dass die ukrainischen Angaben stimmen, wonach die Kedr mit 6×6=36 Submunitionen bestückt ist. <br />
<br />
Ich konnte kaum brauchbare Informationen zur Frage finden, wie viel Masse der Nutzlast für einen konventionellen Gefechtskopf nutzbar wäre. Um irgendeinen brauchbaren Wert zu haben, habe ich mich daher an der RSD-10 orientiert, wo die Sprengköpfe 80% der Masse des Gefechtskopfs (drei MIRV) ausmachen.<br />
<br />
In dieser Überlegung würde die Kedr dann 36 Submunitionen à (800:36)×0,8=17,8 kg Kawumm tragen. Das ist in etwa das Äquivalent einer 155 mm-Artilleriegranate. Die allerdings kommt sehr viel langsamer an als die Submunition (900 m/s <span style="text-decoration: underline;" class="mycode_u">Mündungs</span>geschwindigkeit der Granate vs. 3.000 m/s <span style="text-decoration: underline;" class="mycode_u">terminale</span> Geschwindigkeit eines MIRV), man muss also bei der Frage der Wirkung noch die kinetische Energie bedenken. Bei den Einschlägen in der Fabrik scheint kein Gramm Sprengstoff umgesetzt zu haben, trotzdem war die Wirkung spektakulär. <br />
<br />
Nun die Frage: Hat die Waffe, die ich gerade skizziert habe, wirklich keinen reellen Einsatzzweck?<br />
<br />
Vermittelt sie nicht die Fähigkeit, das zusammengefasste Feuer eines ganzen Artilleriebataillons tausende Kilometer entfernt zum Einsatz zu bringen?<br />
<br />
Das Hauptargument gegen solche Überlegungen, das ich finden konnte, lautet: Die Wirkung steht in keinem Verhältnis zu den Kosten. Das ist mir aber zu kurz gedacht. Der Kreml denkt eindeutig nicht in ökonomischen Kategorien, oder er würde eine völlig andere Außenpolitik betreiben. Außerdem: Die psychologische Wirkung von Dnipro war bereits immens, und genau dafür scheint mir diese Waffe auch gemacht. <br />
<br />
Stellen wir uns das Szenar vor, dass ich im Ukraine-Faden skizziert habe, orientiert an Putins Drohungen vom 22.11.24 und den iranischen Angriffen auf Israel:<br />
<br />
Der Kreml ruft in Berlin an, teilt mit, dass er jetzt die Schnauze voll hat von den "Provokationen" und eine einzelne Kedr auf den Jade-Weser-Port abschießen wird. Hier ist die Warnung, wie von Putin versprochen, wir haben eine Stunde Zeit, das Gelände zu evakuieren. Sofern wir uns still verhalten, passiert nichts weiter. Nach einer Stunde kommt das Ding runter, verursacht jede Menge Sachschaden und ein paar Verletzte.<br />
<br />
Für die deutsche Wirtschaft wäre das ein verheerender Schlag ins Kontor. Und, wie Iran bewiesen hat, könnte Russland einen solchen Angriff vielleicht sogar durchführen, ohne ernsthafte Vergeltung (oder gar einen Atomkrieg) befürchten zu müssen. <br />
<br />
Immer noch eine schlechte Investition?<br />
<br />
Mich würden Eure Meinungen interessieren.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Panzerabwehrwaffen im Mittelpunkt der ukrainischen Operationen]]></title>
			<link>https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?tid=7424</link>
			<pubDate>Wed, 30 Oct 2024 16:31:35 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.forum-sicherheitspolitik.org/member.php?action=profile&uid=2229">voyageur</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?tid=7424</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Panzerabwehrwaffen im Mittelpunkt der ukrainischen Operationen</span></span><br />
<a href="https://www.areion24.news/2024/08/04/les-armes-antichars-au-coeur-des-operations-ukrainiennes/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Aerion (französisch)</a><br />
4. August 2024<br />
<img src="https://www.areion24.news/wp-content/uploads/2024/08/A0-Ouverture-Saab-NLAW-990x557.jpeg" loading="lazy"  alt="[Bild: A0-Ouverture-Saab-NLAW-990x557.jpeg]" class="mycode_img" /><br />
In den ersten sechs Monaten der russischen Invasion in der Ukraine sollen fast 800 Kampfpanzer zerstört oder schwer beschädigt worden sein, 80% davon allein auf russischer Seite, ganz zu schweigen von den Tausenden von verschiedenen Panzern, die im Kampf verloren gingen. Um den russischen Vormarsch zu verlangsamen und schließlich zu stoppen, stützte sich die Ukraine auf eine riesige Menge an Panzerabwehrwaffen, die sowohl aus eigenen Beständen aus der Vorkriegszeit als auch aus internationaler Militärhilfe stammten.<br />
<br />
Die Panzerabwehr kann sehr viele Formen annehmen und wird auf verschiedenen taktischen Ebenen und von vielen operativen Einheiten eingesetzt. Seit Februar hat der ukrainische Konflikt wahrscheinlich das gesamte Spektrum der Panzerabwehr getestet. Russische Panzer wurden durch Minenfelder, gegnerische Panzer, Infanterie-Kampffahrzeuge, Artilleriegeschosse, Luftangriffe, Drohnenangriffe und Sabotage zerstört. Natürlich spielten Panzerabwehrraketen und -raketen aufgrund ihrer Mobilität und einfachen Handhabung oft eine entscheidende Rolle in den ukrainischen Defensiv- und Offensivoperationen, sowohl des  Heeres als auch der Territorialverteidigung.<br />
<br />
Im Laufe der Monate wurde die Effektivität dieser Panzerabwehrraketen gut dokumentiert und hunderte von Videos wurden von den Streitkräften und den ukrainischen Behörden veröffentlicht, um die Effektivität der ukrainischen Verteidigungssysteme zu demonstrieren. Zweifellos geht es auch darum, ausländischen Wohltätern die Verwendung der gelieferten Waffen zu demonstrieren und mit ihnen bestimmte Erfahrungen zu teilen (RETEX). Schließlich sind die Bilder, die die inländischen Raketen im Einsatz zeigen, in erster Linie Teil der Kriegskommunikation des Landes, auch wenn man sich vorstellen kann, dass sie in den kommenden Jahren als kommerzielles Schaufenster für die Exportversionen dieser Raketen dienen könnten.<br />
<br />
In jedem Fall scheinen die ukrainischen RETEXs die Relevanz einer mehrschichtigen Panzerabwehr zu zeigen, die verschiedene Arten von Munition nutzt, die mehr oder weniger in Kontakt mit dem Gegner operieren. Sie zeigen auch, dass es sinnvoll ist, über tragbare Waffen mit unterschiedlichem technologischen Niveau zu verfügen, von der „schöpfenden“ Lenkrakete, die von Elite-Panzerabwehreinheiten eingesetzt wird und außer Sichtweite trifft, bis hin zur rückstoßfreien Kanone oder RPG mit sehr kurzer Reichweite, die von einem einzigen Infanteristen mit Grundausbildung eingesetzt werden kann.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Lokale Produktion mit hohem Ansehen</span><br />
Die Ukraine hat nicht auf internationale Militärhilfe gewartet, um ihre Panzerabwehrkapazitäten auszubauen. Seit dem Fall der UdSSR verfügt das junge Land über große Bestände an sowjetischen Raketen, die oft noch heute in Betrieb sind und an der Front, insbesondere im Donbass, in großem Umfang eingesetzt werden. Dazu gehören die Lenkraketen 9K115 Metis, 9K115-2 Metis-M, 9M111 Fagot und 9M113 Konkurs, die jeweils 1.000, 1.500, 2.500 und 4.000 m weit reichen. Die Ukraine setzt aber auch Raketen ein, die im eigenen Land entwickelt wurden.<br />
<br />
Die Skif-Rakete wurde seit Anfang der 2010er Jahre in Zusammenarbeit mit Weißrussland entwickelt und hatte dank ihres hervorragenden Kosten-Nutzen-Verhältnisses einige gute Exporterfolge, insbesondere in Nordafrika und im Nahen Osten. Die nationale - und verbesserte - Version dieser lasergesteuerten Rakete, die Stugna-P, scheint von den ukrainischen Streitkräften intensiv genutzt worden zu sein, insbesondere zum Schutz von Kyiv, und zwar sowohl mit 130 mm als auch mit 152 mm Raketen. Ihre Reichweite beträgt etwa 5 km.<br />
<br />
Ab 2017 erhielten die ukrainischen Streitkräfte auch die RK-3 Corsar, die ebenfalls vom Konstruktionsbüro Luch entwickelt wurden. Der Corsar, der die 9M111 ersetzen soll, hat eine Reichweite von 2,5 km und wird mit einem Laserstrahl gesteuert. Seine militärische Ladung ist so konzipiert, dass sie die Frontpanzerung eines T-72-Panzers durchschlägt. Es ist viel leichter als das Stugna-P (35 kg gegenüber 100 kg), aber auch viel mobiler und kann von einem einzelnen Soldaten bedient werden. Während der Skif, der Stugna-P und der Corsar ihre Eignung für den Einsatz an der Front bewiesen, konnte die ukrainische Produktionskapazität bereits nicht mehr den gesamten Bedarf des Landes decken. Schon vor Beginn der Feindseligkeiten schien der Rückgriff auf massive Importe unerlässlich.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Der Erfolg der westlichen Panzerabwehrraketen</span><br />
Die westlichen Lieferungen von Panzerabwehrwaffen an die Ukraine begannen lange vor dem russischen Angriff im Februar 2022. Nach der Invasion der Krim im Jahr 2014 begann Kiew mit der Modernisierung seiner Verteidigung und nutzte dabei die Expertise mehrerer westlicher Partner, darunter die USA und das Vereinigte Königreich. Bereits 2018 schossen die ukrainischen Streitkräfte die ersten Testschüsse der amerikanischen Javelin-Rakete, die bald im Donbass stationiert werden sollte. Wenige Tage vor der russischen Invasion wurde in den Medien intensiv über die neuen Lieferungen von US-Javelin und NLAW aus dem Vereinigten Königreich berichtet, was sowohl den Vorbereitungsstand der ukrainischen Streitkräfte als auch die Ernsthaftigkeit, mit der die russischen Bedrohungen von London und Washington wahrgenommen wurden, veranschaulichte. Aber seit Beginn der Feindseligkeiten hat die internationale Hilfe die Ukraine in die Lage versetzt, eine Vielfalt an Panzerabwehrraketen und ungelenkten Panzerabwehrwaffen einzusetzen, die in der modernen Geschichte einzigartig ist.<br />
<br />
Eine der symbolträchtigsten Raketen des ukrainischen Konflikts ist zweifellos die FGM-148 Javelin aus den USA, von der mehrere tausend Stück von den USA, aber auch von anderen verbündeten Ländern, insbesondere Estland, geliefert wurden. Die mit einer Tandem-Hohlladung ausgestattete Waffe wiegt beim Schießen ca. 22 kg und wird in der Regel sitzend ohne Stativ auch aus engen Räumen heraus geschöpft. In den gängigsten Versionen beträgt die praktische Reichweite 2,5 km. Ihr Infrarot-Suchkopf macht sie zu einer besonders effektiven „Schießen-und-vergessen“-Rakete. In der Ukraine wird die Javelin sowohl für straffes Schießen aus dem Hinterhalt in einigen hundert Metern Entfernung als auch mit einem glockenförmigen Flugprofil eingesetzt, um die dünnere Panzerung des Panzerdaches direkt zu treffen (Top-Attack-Fähigkeit), auch bei maximaler Reichweite.<br />
<br />
Der andere „Rockstar“ des ukrainischen Konflikts ist die NLAW-Rakete (Next Generation Light Antitank Weapon), der einige Quellen die Zerstörung von fast einem Viertel der russischen Panzer in den ersten Wochen des Konflikts zuschreiben. Diese Rakete, von der bereits vor Beginn des Krieges mehrere tausend Stück geliefert wurden, ist wesentlich leichter und einfacher zu handhaben als die amerikanische Javelin. Mit einem Einwegwerfer wiegt die NLAW nur 12 kg und kann von einem Mann auch von der Schulter aus eingesetzt werden. Das Leitsystem besteht aus einer rudimentären, aber sehr effektiven Optik, die das Schießen auf bewegliche Ziele ermöglicht. Das Zielen erfolgt durch das Positionieren des Fadenkreuzes auf dem Ziel und das Verfolgen seiner Bewegung einige Sekunden vor dem Schießen, wodurch die Winkelgeschwindigkeit gemessen werden kann. Die Rakete, ein „Schießen und Vergessen“, fliegt dann über das Ziel. <br />
<br />
Ein optischer/magnetischer Näherungssensor löst eine nach unten gerichtete Ladung aus, die einen Angriff vom Dach aus ermöglicht, auch gegen ein Ziel, das sich hinter einem Hindernis versteckt. Ein direkter Angriffsmodus mit Explosion beim Aufprall ist ebenfalls verfügbar, auch für sehr schnelles Schießen gegen ein Gelegenheitsziel auf sehr kurze Distanz. Die praktische Reichweite der NLAW beträgt ca. 600 m gegen ein bewegliches Ziel und 800 m gegen ein festes Ziel. Im Vergleich zur Javelin sind dies eher bescheidene Werte, aber die Rustikalität und einfache Handhabung dieser von Saab entwickelten und zwischen Schweden und Großbritannien produzierten Rakete hat es vielen Panzerabwehreinheiten des Heeres und der Territorialen ermöglicht, furchterregende Hinterhalte gegen einzelne Ziele oder Fahrzeugkonvois zu führen.<br />
<br />
Nach den anfänglichen Erfolgen der Javelin und NLAW kam ein weiterer großer Name unter den westlichen Panzerabwehrraketen auf die ukrainische Bühne, die MILAN, die zunächst aus italienischen und französischen Beständen stammte. Die MILAN, die aus einer deutsch-französischen Zusammenarbeit in den späten 1960er Jahren hervorging, ist eine drahtgesteuerte Infanterie-Rakete, bei der der Bediener das Ziel während des gesamten Fluges der Rakete anvisieren muss. Italien soll der Ukraine MILAN 2 oder 2T geliefert haben, während Frankreich wahrscheinlich MILAN 3 veräußert hat, die derzeit durch die neue Akeron MP (oder MMP) ersetzt wird. Diese Raketen, die eine Reichweite von etwas mehr als 2 km haben, können von Stativen aus oder in Fahrzeugen eingesetzt werden.<br />
<br />
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels war die Frage, ob die Eryx-Raketen in der Ukraine stationiert sind, noch nicht geklärt. Diese französische Rakete, die in Kanada und der Türkei koproduziert wird, ist eine Panzerabwehrwaffe mit sehr kurzer Reichweite (600 m), die für den Stadtkampf optimiert wurde. Im Jahr 2015 erwog Ottawa, der Ukraine 5.000 ausgemusterte Raketen zu überlassen, verzichtete jedoch aufgrund des schlechten Allgemeinzustands seiner Bestände darauf. In jüngster Zeit könnten einige Bilder von Fahrzeugen, die von Frankreich angeboten wurden, darauf hindeuten, dass VAB Eryx, die für die Panzerabwehr optimiert sind, in die Ukraine geliefert wurden, ohne dass bekannt ist, ob sie von Eryx begleitet werden. Auf dem Papier könnte sich Paris wahrscheinlich von mehreren hundert Eryx trennen, die derzeit durch die „neue Generation“ von Raketen ersetzt werden, d.h. die AT4 F2, die von der schwedischen Firma Saab geliefert wird. Es scheint jedoch, dass die Ukraine bereits mit AT4-Lieferungen aus der ganzen Welt überschwemmt wird.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Ukraine: Neuer Nutzer für schwedische rückstoßfreie Kanonen</span><br />
Die AT4 wurde in den 1980er Jahren von Saab Bofors Dynamics entwickelt und ist eine rückstoßfreie Einwegkanone mit einem Kaliber von 84 mm, die dank ihres geringen Gewichts (6,7 bis 9,3 kg je nach Version) von einem Infanteristen zusätzlich zu seiner Hauptwaffe getragen und eingesetzt werden kann. Bisher wurden bereits mehr als 20.000 AT4 an die Ukraine verkauft, hauptsächlich von Schweden und den USA, was sie zur am weitesten verbreiteten westlichen Panzerabwehrwaffe in diesem Konflikt machen könnte. Da mehrere Länder in Kürze die neue, länger reichende Variante des AT4, die von dem für Frankreich entwickelten AT4 F2 abstammt, einführen werden, ist es wahrscheinlich, dass in den kommenden Monaten Bestände an AT4 der ersten und zweiten Generation frei werden, um die ukrainischen Infanterieeinheiten zu verstärken.<br />
<br />
Dasselbe gilt für den anderen großen Erfolg der schwedischen Rüstungsindustrie, die Carl Gustaf. Die Carl Gustaf wurde in den späten 1940er Jahren entwickelt und ist ebenfalls eine rückstoßfreie 84 mm Kanone, die jedoch wiederaufladbar ist. Sie wird von zwei bis drei Soldaten bedient und kann ein Dutzend verschiedener Granaten schöpfen, darunter mehrere Modelle, die speziell für die Panzerabwehr entwickelt wurden. Wie bei der AT4 variiert die maximale Reichweite zwischen 600 und 1000 m, je nach Waffenversion und Zieltyp. Trotz ihres geringen Kalibers ist die Carl Gustaf ein Albtraum nicht nur für Truppentransporter, sondern auch für die neuesten Kampfpanzer. Die Territorialverteidigung von Charkiw veröffentlichte Bilder von der angeblichen Zerstörung von T-90M-Panzern. Ziemlich schnell nach der Invasion kündigte Kanada seine Absicht an, 100 Carl Gustaf M2, eine ältere und schwerere (14 kg), aber immer noch effektive Version des Abschussgeräts, zu liefern. Die USA und höchstwahrscheinlich auch Schweden hätten neuere Varianten des Typs M3 (10 kg) oder M4/M3E1 (7 kg) geliefert.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Ungelenkte Waffen in Hülle und Fülle</span><br />
Neben den beiden schwedischen Bestsellern erhielt die Ukraine eine große Anzahl anderer ungelenkter Panzerabwehrsysteme, von rückstoßfreien Kanonen (schrotähnliche Munition) bis hin zu Raketenwerfern (Treibladungsmunition). Nach dem AT4 ist die am häufigsten an die Ukraine gelieferte ungelenkte Waffe wahrscheinlich der M72 LAW, ein Raketenwerfer, der in der Lage ist, mit einer Einwegrakete mit einem Kaliber von 66 mm zu schiesen. Er wurde in den 1960er Jahren in den USA entwickelt und wird heute in Norwegen und in der Ukraine von der skandinavischen Firma Nammo hergestellt. Mehr als 10.000 Abschussgeräte wurden in die Ukraine geliefert, vor allem aus Kanada, aber auch aus Norwegen, Dänemark, Finnland und Belgien.<br />
<br />
Während diese Waffen in so großen Mengen geliefert wurden, dass ganze Regimenter damit ausgerüstet werden konnten, wurde andere Panzerabwehrmunition in kleineren Mengen an die Ukraine geliefert, die es jedoch ermöglichte, einige Einheiten des Gebietsschutzes, der Aufklärung oder Spezialkräfte, die an vorderster Front operieren, auszurüsten. Dies gilt insbesondere für die Panzerfaust 3, einen halbverzehrbaren Raketenwerfer des Kalibers 110 mm, der in mehreren hundert Exemplaren von den Niederlanden und Deutschland geliefert wurde. Neben den Javelin und Carl Gustaf spendeten die USA auch einige hundert M141 BDM, Anti-Infrastruktur-Raketenwerfer, die auch gegen russische Panzer eingesetzt wurden. Parallel zu diesen internationalen Geschenken bestellte die Ukraine bei Deutschland mehrere tausend RGW 90 Matador, eine 90 mm Panzer-/Infrastrukturabwehrwaffe, die im März geliefert wurde. Spanien kündigte in den ersten Tagen des Konflikts die Lieferung von mindestens 1.300 Panzerabwehrwaffen an, hauptsächlich Einweg-Raketenwerfer C90-CR (90 mm) und Alcotán-100 (100 mm).<br />
<br />
Diese westlichen Waffen ergänzen dank ihres kontinuierlichen Lieferflusses die Bestände an Waffen sowjetischen Ursprungs, die häufig lokal hergestellt werden, insbesondere die Raketenwerfer RPG-7, RPG-18 und RPG-22. Die ukrainischen Streitkräfte wurden auch mit PSRL-1, einer amerikanischen Kopie der RPG-7, sowie mit tschechischen RPG-75, bulgarischen Bullspike AT und polnischen RPG-76 beliefert. Griechenland lieferte mindestens 800 RPG-18, aber auch mehr als 15.000 Stück 73 mm Munition für die auf Stativen montierten rückstoßfreien Panzerabwehrkanonen SPG-9.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Taktische Experimente auf dem ukrainischen Schauplatz</span><br />
Die unglaubliche Vielfalt der in der Ukraine eingesetzten Panzerabwehrwaffen ermöglichte es den örtlichen Streitkräften, den taktischen Nutzen jeder einzelnen Ausrüstung zu schöpfen, indem sie bisher eher theoretische Anwendungsbereiche bestätigten und neue Pisten erkundeten. Die ungelenkten Waffen, die besonders mobil und leicht zu bedienen sind, wurden nicht nur im Rahmen von Stadtkämpfen, sondern auch für Hinterhalte in ländlichen Gebieten eingesetzt, wobei die Ausnutzung der Geländemasken es den Schützen ermöglicht, die empfindlichen Punkte eines Panzers (Ketten, Zielsysteme, Luken usw.) manchmal aus nur einigen Dutzend Metern Entfernung anzuvisieren. Spezialeinheiten und einige reguläre Panzerabwehreinheiten haben auch ultraleichte Fahrzeuge für „Shoot-and-Scoot“-Operationen entwickelt, bei denen es darum geht, sich schnell dem Ziel zu nähern, ein paar Raketen zu schöpfen und zu fliehen, bevor der Feind ein Gegenfeuer entfalten kann. Für diese Guerilla-Missionen wurden MILAN-, Stugna-P- oder Metis-M-Raketen auf Buggys, Quads und sogar Seitenwagen montiert.<br />
<br />
Auch innerhalb der Infanterieregimenter ermöglicht die Vielfalt der eingesetzten Waffen eine taktische Kreativität, die wahrscheinlich weltweit einzigartig ist und an die Praktiken einiger NATO-Spezialkräfte erinnert. Während ein westlicher Infanterietrupp oft nur mit einem einzigen Typ von Panzerabwehrwaffen (z.B. AT4, Carl Gustaf oder Pzf 3) ausgerüstet ist, ist es nicht ungewöhnlich, dass ukrainische Einheiten zwei oder drei Arten von Waffen (gelenkt oder ungelenkt) mit unterschiedlicher Reichweite und taktischer Wirkung mitführen, sei es gegen schwere gepanzerte Fahrzeuge, sich bewegende Fahrzeuge oder verstärkte Strukturen.<br />
<br />
Aber die Erfordernisse des Krieges zwingen die ukrainischen Streitkräfte zu weiteren Innovationen, sowohl technisch als auch taktisch. Stugna-P-Raketen wurden eingesetzt, um russische Kampfhubschrauber zu zerstören, und es gibt Gerüchte über den Einsatz von Panzerabwehrraketen gegen Patrouillenschiffe im Schwarzen Meer. Da die Stugna-P bereits über eine gewisse Entfernung teleoperiert werden kann, um die Bediener vor einem gegnerischen Gegenfeuer zu schützen, arbeiten ukrainische Industrieunternehmen derzeit an der Integration von Raketen (aber auch RPG-22) in kleine Landdrohnen, die für den Stadtkampf optimiert sind.<br />
<br />
In vielerlei Hinsicht fungiert die Ukraine also als ein riesiges Labor für die Panzerabwehr, wobei Streitkräfte und Industrie die RETEX-Ergebnisse so schnell wie möglich nutzen, um ihre Taktiken und Produkte an die sich ändernden Bedürfnisse der ukrainischen Streitkräfte anzupassen. Auch die Raketenhersteller in Westeuropa und Nordamerika beobachten die Situation genau, um Schwachstellen und Verbesserungsmöglichkeiten in der angebotenen Ausrüstung sowie deren unerwartete Verwendung zu erkennen. Es besteht kein Zweifel daran, dass die ukrainischen Erfahrungen in den kommenden Jahren die technische Definition von Panzerabwehrwaffen, die von den westlichen Armeen kommandiert werden, grundlegend prägen werden.<br />
<br />
Bildunterschrift auf der Titelseite: Trotz ihres massiven Aussehens ist die NLAW eine Verbrauchsrakete, die leicht und einfach genug ist, um von einem einzelnen Soldaten eingesetzt werden zu können (© Saab).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Panzerabwehrwaffen im Mittelpunkt der ukrainischen Operationen</span></span><br />
<a href="https://www.areion24.news/2024/08/04/les-armes-antichars-au-coeur-des-operations-ukrainiennes/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Aerion (französisch)</a><br />
4. August 2024<br />
<img src="https://www.areion24.news/wp-content/uploads/2024/08/A0-Ouverture-Saab-NLAW-990x557.jpeg" loading="lazy"  alt="[Bild: A0-Ouverture-Saab-NLAW-990x557.jpeg]" class="mycode_img" /><br />
In den ersten sechs Monaten der russischen Invasion in der Ukraine sollen fast 800 Kampfpanzer zerstört oder schwer beschädigt worden sein, 80% davon allein auf russischer Seite, ganz zu schweigen von den Tausenden von verschiedenen Panzern, die im Kampf verloren gingen. Um den russischen Vormarsch zu verlangsamen und schließlich zu stoppen, stützte sich die Ukraine auf eine riesige Menge an Panzerabwehrwaffen, die sowohl aus eigenen Beständen aus der Vorkriegszeit als auch aus internationaler Militärhilfe stammten.<br />
<br />
Die Panzerabwehr kann sehr viele Formen annehmen und wird auf verschiedenen taktischen Ebenen und von vielen operativen Einheiten eingesetzt. Seit Februar hat der ukrainische Konflikt wahrscheinlich das gesamte Spektrum der Panzerabwehr getestet. Russische Panzer wurden durch Minenfelder, gegnerische Panzer, Infanterie-Kampffahrzeuge, Artilleriegeschosse, Luftangriffe, Drohnenangriffe und Sabotage zerstört. Natürlich spielten Panzerabwehrraketen und -raketen aufgrund ihrer Mobilität und einfachen Handhabung oft eine entscheidende Rolle in den ukrainischen Defensiv- und Offensivoperationen, sowohl des  Heeres als auch der Territorialverteidigung.<br />
<br />
Im Laufe der Monate wurde die Effektivität dieser Panzerabwehrraketen gut dokumentiert und hunderte von Videos wurden von den Streitkräften und den ukrainischen Behörden veröffentlicht, um die Effektivität der ukrainischen Verteidigungssysteme zu demonstrieren. Zweifellos geht es auch darum, ausländischen Wohltätern die Verwendung der gelieferten Waffen zu demonstrieren und mit ihnen bestimmte Erfahrungen zu teilen (RETEX). Schließlich sind die Bilder, die die inländischen Raketen im Einsatz zeigen, in erster Linie Teil der Kriegskommunikation des Landes, auch wenn man sich vorstellen kann, dass sie in den kommenden Jahren als kommerzielles Schaufenster für die Exportversionen dieser Raketen dienen könnten.<br />
<br />
In jedem Fall scheinen die ukrainischen RETEXs die Relevanz einer mehrschichtigen Panzerabwehr zu zeigen, die verschiedene Arten von Munition nutzt, die mehr oder weniger in Kontakt mit dem Gegner operieren. Sie zeigen auch, dass es sinnvoll ist, über tragbare Waffen mit unterschiedlichem technologischen Niveau zu verfügen, von der „schöpfenden“ Lenkrakete, die von Elite-Panzerabwehreinheiten eingesetzt wird und außer Sichtweite trifft, bis hin zur rückstoßfreien Kanone oder RPG mit sehr kurzer Reichweite, die von einem einzigen Infanteristen mit Grundausbildung eingesetzt werden kann.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Lokale Produktion mit hohem Ansehen</span><br />
Die Ukraine hat nicht auf internationale Militärhilfe gewartet, um ihre Panzerabwehrkapazitäten auszubauen. Seit dem Fall der UdSSR verfügt das junge Land über große Bestände an sowjetischen Raketen, die oft noch heute in Betrieb sind und an der Front, insbesondere im Donbass, in großem Umfang eingesetzt werden. Dazu gehören die Lenkraketen 9K115 Metis, 9K115-2 Metis-M, 9M111 Fagot und 9M113 Konkurs, die jeweils 1.000, 1.500, 2.500 und 4.000 m weit reichen. Die Ukraine setzt aber auch Raketen ein, die im eigenen Land entwickelt wurden.<br />
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Die Skif-Rakete wurde seit Anfang der 2010er Jahre in Zusammenarbeit mit Weißrussland entwickelt und hatte dank ihres hervorragenden Kosten-Nutzen-Verhältnisses einige gute Exporterfolge, insbesondere in Nordafrika und im Nahen Osten. Die nationale - und verbesserte - Version dieser lasergesteuerten Rakete, die Stugna-P, scheint von den ukrainischen Streitkräften intensiv genutzt worden zu sein, insbesondere zum Schutz von Kyiv, und zwar sowohl mit 130 mm als auch mit 152 mm Raketen. Ihre Reichweite beträgt etwa 5 km.<br />
<br />
Ab 2017 erhielten die ukrainischen Streitkräfte auch die RK-3 Corsar, die ebenfalls vom Konstruktionsbüro Luch entwickelt wurden. Der Corsar, der die 9M111 ersetzen soll, hat eine Reichweite von 2,5 km und wird mit einem Laserstrahl gesteuert. Seine militärische Ladung ist so konzipiert, dass sie die Frontpanzerung eines T-72-Panzers durchschlägt. Es ist viel leichter als das Stugna-P (35 kg gegenüber 100 kg), aber auch viel mobiler und kann von einem einzelnen Soldaten bedient werden. Während der Skif, der Stugna-P und der Corsar ihre Eignung für den Einsatz an der Front bewiesen, konnte die ukrainische Produktionskapazität bereits nicht mehr den gesamten Bedarf des Landes decken. Schon vor Beginn der Feindseligkeiten schien der Rückgriff auf massive Importe unerlässlich.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Der Erfolg der westlichen Panzerabwehrraketen</span><br />
Die westlichen Lieferungen von Panzerabwehrwaffen an die Ukraine begannen lange vor dem russischen Angriff im Februar 2022. Nach der Invasion der Krim im Jahr 2014 begann Kiew mit der Modernisierung seiner Verteidigung und nutzte dabei die Expertise mehrerer westlicher Partner, darunter die USA und das Vereinigte Königreich. Bereits 2018 schossen die ukrainischen Streitkräfte die ersten Testschüsse der amerikanischen Javelin-Rakete, die bald im Donbass stationiert werden sollte. Wenige Tage vor der russischen Invasion wurde in den Medien intensiv über die neuen Lieferungen von US-Javelin und NLAW aus dem Vereinigten Königreich berichtet, was sowohl den Vorbereitungsstand der ukrainischen Streitkräfte als auch die Ernsthaftigkeit, mit der die russischen Bedrohungen von London und Washington wahrgenommen wurden, veranschaulichte. Aber seit Beginn der Feindseligkeiten hat die internationale Hilfe die Ukraine in die Lage versetzt, eine Vielfalt an Panzerabwehrraketen und ungelenkten Panzerabwehrwaffen einzusetzen, die in der modernen Geschichte einzigartig ist.<br />
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Eine der symbolträchtigsten Raketen des ukrainischen Konflikts ist zweifellos die FGM-148 Javelin aus den USA, von der mehrere tausend Stück von den USA, aber auch von anderen verbündeten Ländern, insbesondere Estland, geliefert wurden. Die mit einer Tandem-Hohlladung ausgestattete Waffe wiegt beim Schießen ca. 22 kg und wird in der Regel sitzend ohne Stativ auch aus engen Räumen heraus geschöpft. In den gängigsten Versionen beträgt die praktische Reichweite 2,5 km. Ihr Infrarot-Suchkopf macht sie zu einer besonders effektiven „Schießen-und-vergessen“-Rakete. In der Ukraine wird die Javelin sowohl für straffes Schießen aus dem Hinterhalt in einigen hundert Metern Entfernung als auch mit einem glockenförmigen Flugprofil eingesetzt, um die dünnere Panzerung des Panzerdaches direkt zu treffen (Top-Attack-Fähigkeit), auch bei maximaler Reichweite.<br />
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Der andere „Rockstar“ des ukrainischen Konflikts ist die NLAW-Rakete (Next Generation Light Antitank Weapon), der einige Quellen die Zerstörung von fast einem Viertel der russischen Panzer in den ersten Wochen des Konflikts zuschreiben. Diese Rakete, von der bereits vor Beginn des Krieges mehrere tausend Stück geliefert wurden, ist wesentlich leichter und einfacher zu handhaben als die amerikanische Javelin. Mit einem Einwegwerfer wiegt die NLAW nur 12 kg und kann von einem Mann auch von der Schulter aus eingesetzt werden. Das Leitsystem besteht aus einer rudimentären, aber sehr effektiven Optik, die das Schießen auf bewegliche Ziele ermöglicht. Das Zielen erfolgt durch das Positionieren des Fadenkreuzes auf dem Ziel und das Verfolgen seiner Bewegung einige Sekunden vor dem Schießen, wodurch die Winkelgeschwindigkeit gemessen werden kann. Die Rakete, ein „Schießen und Vergessen“, fliegt dann über das Ziel. <br />
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Ein optischer/magnetischer Näherungssensor löst eine nach unten gerichtete Ladung aus, die einen Angriff vom Dach aus ermöglicht, auch gegen ein Ziel, das sich hinter einem Hindernis versteckt. Ein direkter Angriffsmodus mit Explosion beim Aufprall ist ebenfalls verfügbar, auch für sehr schnelles Schießen gegen ein Gelegenheitsziel auf sehr kurze Distanz. Die praktische Reichweite der NLAW beträgt ca. 600 m gegen ein bewegliches Ziel und 800 m gegen ein festes Ziel. Im Vergleich zur Javelin sind dies eher bescheidene Werte, aber die Rustikalität und einfache Handhabung dieser von Saab entwickelten und zwischen Schweden und Großbritannien produzierten Rakete hat es vielen Panzerabwehreinheiten des Heeres und der Territorialen ermöglicht, furchterregende Hinterhalte gegen einzelne Ziele oder Fahrzeugkonvois zu führen.<br />
<br />
Nach den anfänglichen Erfolgen der Javelin und NLAW kam ein weiterer großer Name unter den westlichen Panzerabwehrraketen auf die ukrainische Bühne, die MILAN, die zunächst aus italienischen und französischen Beständen stammte. Die MILAN, die aus einer deutsch-französischen Zusammenarbeit in den späten 1960er Jahren hervorging, ist eine drahtgesteuerte Infanterie-Rakete, bei der der Bediener das Ziel während des gesamten Fluges der Rakete anvisieren muss. Italien soll der Ukraine MILAN 2 oder 2T geliefert haben, während Frankreich wahrscheinlich MILAN 3 veräußert hat, die derzeit durch die neue Akeron MP (oder MMP) ersetzt wird. Diese Raketen, die eine Reichweite von etwas mehr als 2 km haben, können von Stativen aus oder in Fahrzeugen eingesetzt werden.<br />
<br />
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels war die Frage, ob die Eryx-Raketen in der Ukraine stationiert sind, noch nicht geklärt. Diese französische Rakete, die in Kanada und der Türkei koproduziert wird, ist eine Panzerabwehrwaffe mit sehr kurzer Reichweite (600 m), die für den Stadtkampf optimiert wurde. Im Jahr 2015 erwog Ottawa, der Ukraine 5.000 ausgemusterte Raketen zu überlassen, verzichtete jedoch aufgrund des schlechten Allgemeinzustands seiner Bestände darauf. In jüngster Zeit könnten einige Bilder von Fahrzeugen, die von Frankreich angeboten wurden, darauf hindeuten, dass VAB Eryx, die für die Panzerabwehr optimiert sind, in die Ukraine geliefert wurden, ohne dass bekannt ist, ob sie von Eryx begleitet werden. Auf dem Papier könnte sich Paris wahrscheinlich von mehreren hundert Eryx trennen, die derzeit durch die „neue Generation“ von Raketen ersetzt werden, d.h. die AT4 F2, die von der schwedischen Firma Saab geliefert wird. Es scheint jedoch, dass die Ukraine bereits mit AT4-Lieferungen aus der ganzen Welt überschwemmt wird.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Ukraine: Neuer Nutzer für schwedische rückstoßfreie Kanonen</span><br />
Die AT4 wurde in den 1980er Jahren von Saab Bofors Dynamics entwickelt und ist eine rückstoßfreie Einwegkanone mit einem Kaliber von 84 mm, die dank ihres geringen Gewichts (6,7 bis 9,3 kg je nach Version) von einem Infanteristen zusätzlich zu seiner Hauptwaffe getragen und eingesetzt werden kann. Bisher wurden bereits mehr als 20.000 AT4 an die Ukraine verkauft, hauptsächlich von Schweden und den USA, was sie zur am weitesten verbreiteten westlichen Panzerabwehrwaffe in diesem Konflikt machen könnte. Da mehrere Länder in Kürze die neue, länger reichende Variante des AT4, die von dem für Frankreich entwickelten AT4 F2 abstammt, einführen werden, ist es wahrscheinlich, dass in den kommenden Monaten Bestände an AT4 der ersten und zweiten Generation frei werden, um die ukrainischen Infanterieeinheiten zu verstärken.<br />
<br />
Dasselbe gilt für den anderen großen Erfolg der schwedischen Rüstungsindustrie, die Carl Gustaf. Die Carl Gustaf wurde in den späten 1940er Jahren entwickelt und ist ebenfalls eine rückstoßfreie 84 mm Kanone, die jedoch wiederaufladbar ist. Sie wird von zwei bis drei Soldaten bedient und kann ein Dutzend verschiedener Granaten schöpfen, darunter mehrere Modelle, die speziell für die Panzerabwehr entwickelt wurden. Wie bei der AT4 variiert die maximale Reichweite zwischen 600 und 1000 m, je nach Waffenversion und Zieltyp. Trotz ihres geringen Kalibers ist die Carl Gustaf ein Albtraum nicht nur für Truppentransporter, sondern auch für die neuesten Kampfpanzer. Die Territorialverteidigung von Charkiw veröffentlichte Bilder von der angeblichen Zerstörung von T-90M-Panzern. Ziemlich schnell nach der Invasion kündigte Kanada seine Absicht an, 100 Carl Gustaf M2, eine ältere und schwerere (14 kg), aber immer noch effektive Version des Abschussgeräts, zu liefern. Die USA und höchstwahrscheinlich auch Schweden hätten neuere Varianten des Typs M3 (10 kg) oder M4/M3E1 (7 kg) geliefert.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Ungelenkte Waffen in Hülle und Fülle</span><br />
Neben den beiden schwedischen Bestsellern erhielt die Ukraine eine große Anzahl anderer ungelenkter Panzerabwehrsysteme, von rückstoßfreien Kanonen (schrotähnliche Munition) bis hin zu Raketenwerfern (Treibladungsmunition). Nach dem AT4 ist die am häufigsten an die Ukraine gelieferte ungelenkte Waffe wahrscheinlich der M72 LAW, ein Raketenwerfer, der in der Lage ist, mit einer Einwegrakete mit einem Kaliber von 66 mm zu schiesen. Er wurde in den 1960er Jahren in den USA entwickelt und wird heute in Norwegen und in der Ukraine von der skandinavischen Firma Nammo hergestellt. Mehr als 10.000 Abschussgeräte wurden in die Ukraine geliefert, vor allem aus Kanada, aber auch aus Norwegen, Dänemark, Finnland und Belgien.<br />
<br />
Während diese Waffen in so großen Mengen geliefert wurden, dass ganze Regimenter damit ausgerüstet werden konnten, wurde andere Panzerabwehrmunition in kleineren Mengen an die Ukraine geliefert, die es jedoch ermöglichte, einige Einheiten des Gebietsschutzes, der Aufklärung oder Spezialkräfte, die an vorderster Front operieren, auszurüsten. Dies gilt insbesondere für die Panzerfaust 3, einen halbverzehrbaren Raketenwerfer des Kalibers 110 mm, der in mehreren hundert Exemplaren von den Niederlanden und Deutschland geliefert wurde. Neben den Javelin und Carl Gustaf spendeten die USA auch einige hundert M141 BDM, Anti-Infrastruktur-Raketenwerfer, die auch gegen russische Panzer eingesetzt wurden. Parallel zu diesen internationalen Geschenken bestellte die Ukraine bei Deutschland mehrere tausend RGW 90 Matador, eine 90 mm Panzer-/Infrastrukturabwehrwaffe, die im März geliefert wurde. Spanien kündigte in den ersten Tagen des Konflikts die Lieferung von mindestens 1.300 Panzerabwehrwaffen an, hauptsächlich Einweg-Raketenwerfer C90-CR (90 mm) und Alcotán-100 (100 mm).<br />
<br />
Diese westlichen Waffen ergänzen dank ihres kontinuierlichen Lieferflusses die Bestände an Waffen sowjetischen Ursprungs, die häufig lokal hergestellt werden, insbesondere die Raketenwerfer RPG-7, RPG-18 und RPG-22. Die ukrainischen Streitkräfte wurden auch mit PSRL-1, einer amerikanischen Kopie der RPG-7, sowie mit tschechischen RPG-75, bulgarischen Bullspike AT und polnischen RPG-76 beliefert. Griechenland lieferte mindestens 800 RPG-18, aber auch mehr als 15.000 Stück 73 mm Munition für die auf Stativen montierten rückstoßfreien Panzerabwehrkanonen SPG-9.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><br />
Taktische Experimente auf dem ukrainischen Schauplatz</span><br />
Die unglaubliche Vielfalt der in der Ukraine eingesetzten Panzerabwehrwaffen ermöglichte es den örtlichen Streitkräften, den taktischen Nutzen jeder einzelnen Ausrüstung zu schöpfen, indem sie bisher eher theoretische Anwendungsbereiche bestätigten und neue Pisten erkundeten. Die ungelenkten Waffen, die besonders mobil und leicht zu bedienen sind, wurden nicht nur im Rahmen von Stadtkämpfen, sondern auch für Hinterhalte in ländlichen Gebieten eingesetzt, wobei die Ausnutzung der Geländemasken es den Schützen ermöglicht, die empfindlichen Punkte eines Panzers (Ketten, Zielsysteme, Luken usw.) manchmal aus nur einigen Dutzend Metern Entfernung anzuvisieren. Spezialeinheiten und einige reguläre Panzerabwehreinheiten haben auch ultraleichte Fahrzeuge für „Shoot-and-Scoot“-Operationen entwickelt, bei denen es darum geht, sich schnell dem Ziel zu nähern, ein paar Raketen zu schöpfen und zu fliehen, bevor der Feind ein Gegenfeuer entfalten kann. Für diese Guerilla-Missionen wurden MILAN-, Stugna-P- oder Metis-M-Raketen auf Buggys, Quads und sogar Seitenwagen montiert.<br />
<br />
Auch innerhalb der Infanterieregimenter ermöglicht die Vielfalt der eingesetzten Waffen eine taktische Kreativität, die wahrscheinlich weltweit einzigartig ist und an die Praktiken einiger NATO-Spezialkräfte erinnert. Während ein westlicher Infanterietrupp oft nur mit einem einzigen Typ von Panzerabwehrwaffen (z.B. AT4, Carl Gustaf oder Pzf 3) ausgerüstet ist, ist es nicht ungewöhnlich, dass ukrainische Einheiten zwei oder drei Arten von Waffen (gelenkt oder ungelenkt) mit unterschiedlicher Reichweite und taktischer Wirkung mitführen, sei es gegen schwere gepanzerte Fahrzeuge, sich bewegende Fahrzeuge oder verstärkte Strukturen.<br />
<br />
Aber die Erfordernisse des Krieges zwingen die ukrainischen Streitkräfte zu weiteren Innovationen, sowohl technisch als auch taktisch. Stugna-P-Raketen wurden eingesetzt, um russische Kampfhubschrauber zu zerstören, und es gibt Gerüchte über den Einsatz von Panzerabwehrraketen gegen Patrouillenschiffe im Schwarzen Meer. Da die Stugna-P bereits über eine gewisse Entfernung teleoperiert werden kann, um die Bediener vor einem gegnerischen Gegenfeuer zu schützen, arbeiten ukrainische Industrieunternehmen derzeit an der Integration von Raketen (aber auch RPG-22) in kleine Landdrohnen, die für den Stadtkampf optimiert sind.<br />
<br />
In vielerlei Hinsicht fungiert die Ukraine also als ein riesiges Labor für die Panzerabwehr, wobei Streitkräfte und Industrie die RETEX-Ergebnisse so schnell wie möglich nutzen, um ihre Taktiken und Produkte an die sich ändernden Bedürfnisse der ukrainischen Streitkräfte anzupassen. Auch die Raketenhersteller in Westeuropa und Nordamerika beobachten die Situation genau, um Schwachstellen und Verbesserungsmöglichkeiten in der angebotenen Ausrüstung sowie deren unerwartete Verwendung zu erkennen. Es besteht kein Zweifel daran, dass die ukrainischen Erfahrungen in den kommenden Jahren die technische Definition von Panzerabwehrwaffen, die von den westlichen Armeen kommandiert werden, grundlegend prägen werden.<br />
<br />
Bildunterschrift auf der Titelseite: Trotz ihres massiven Aussehens ist die NLAW eine Verbrauchsrakete, die leicht und einfach genug ist, um von einem einzelnen Soldaten eingesetzt werden zu können (© Saab).]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Militärische Lehren aus den Kriegen Israels]]></title>
			<link>https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?tid=7402</link>
			<pubDate>Wed, 16 Oct 2024 15:45:18 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.forum-sicherheitspolitik.org/member.php?action=profile&uid=2229">voyageur</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?tid=7402</guid>
			<description><![CDATA[<a href="http://www.irsem.fr" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">www.irsem.fr</a> Strategischer Kurzbericht - 67  8. November 2023<br />
<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Eine zu intelligente Barriere?</span></span><br />
<a href="https://www.irsem.fr/breve-strategique-n-67-2023.html" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Inserm (französisch)</a><br />
Wie die Hamas ein ausgeklügeltes Schutzsystem austrickste<br />
GBR (2S) OLIVIER Passot<br />
Am 7. Oktober 2023 gelang es der Hamas, die Sicherheitsbarriere zwischen Gaza und Israel zu überwinden, indem sie einen ausgeklügelten Operationsplan umsetzte. Die Terroristengruppe kombinierte Schock, Feuer und Bewegung und setzte auf Überraschung, um die Grenzen des Z a u n s auszunutzen.<br />
<br />
Die Sicherheitsbarriere, die Gaza vom israelischen Staatsgebiet trennt, wurde seit ihrem Baubeginn im Jahr 1994 regelmäßig verstärkt und modernisiert. Die letzte Modernisierung (2021) machte sie zu einem umfassenden Schutzsystem, das die Sicherheit der israelischen Bürger gewährleisten sollte. Obwohl es sich um ein ausgeklügeltes System handelte, wies es dennoch Schwachstellen auf, die von der Hamas bei ihrem Angriff am 7. Oktober.<br />
<br />
Um Gaza zu isolieren, bauten die Israelis keine Trennmauer wie im Westjordanland oder entlang eines Teils der Grenze zum Libanon (eine Mauer wurde jedoch in drei Sektoren errichtet, in denen jüdische Siedlungen an Gaza grenzen). Die Wahl fiel auf einen relativ leichten (hoher, mit Stacheldraht verstärkter Metallzaun) und "intelligenten" Zaun (mit mehreren Sensoren und dezentralen Effektoren, wodurch weniger Soldaten in Bereitschaft gehalten werden müssen). Der Zaun ist schwer zu überwinden<br />
und bietet einen sehr guten Schutz gegen kleinere Übergriffe (Kommandos).<br />
<br />
Die Israelis haben einen massiven Angriff der Hamas aufgrund folgender taktischer Annahmen nicht in Betracht gezogen: Die Hamas verfügt über keine nennenswerten regulären militärischen Fähigkeiten; sie hat keine Panzer, die einen Metallzaun durchbrechen oder eine Lücke in einer israelischen Verteidigungslinie ausnutzen könnten, und sie hat auch keine ernsthaften Luft- oder Seekapazitäten (vollständige israelische Überlegenheit). Das Gelände ist für Israel im Rahmen einer regelmäßigen Konfrontation besonders günstig. Die Hamas verfügt über keine operative Tiefe (schmaler Landstreifen am Meer und an der<br />
ägyptischen Grenze). Das Gelände ist völlig offen: keine Maske kann eine Infiltration von Kommandos in Richtung des Zauns verbergen. Am Tag ist die Sicht völlig frei. Die Gefechtsstände der israelischen Verteidigungskräfte (IDF) sind günstig für die Beobachtung und das Schießen aus der Ferne (mehrere künstliche Vorsprünge auf israelischer Seite).<br />
<br />
Die Hamas verfügt jedoch über zwei Schlüsselfähigkeiten, um Israel zu bedrohen: ihre Spezialkräfte, die Kommandos durch Tunnel oder leichte Luftfahrzeuge in israelisches Gebiet einschleusen können, und ihre Raketen, die die meisten israelischen Städte erreichen können. Auf diese Fähigkeiten konzentriert die Hamas ihre technologischen Anstrengungen, um ihr Schadenspotenzial zu maximieren.<br />
<br />
Anders als eine Mauer bietet der Zaun der IDF Einblick in verdächtige palästinensische Bewegungen. Mit Hilfe von Sensoren (optische, thermische und Bewegungsmelder) ist das Schlachtfeld zumindest tagsüber völlig transparent. Die Wahl einer technologischen Barriere war für die Abwehr begrenzter Übergriffe von Kommandos und angesichts des für die Verteidigung sehr günstigen Geländes absolut konsequent. Darüber hinaus wurde sie durch die begrenzten Personalressourcen im gesamten Gebiet gelenkt. Tatsächlich wurde die Priorität der stationierten Truppen auf die Nord- (Libanon) und Mittelfront (Westjordanland) gelegt, wo das Bedrohungsniveau als höher eingeschätzt wurde.<br />
<br />
Die Hamas nutzte die Verwundbarkeit dieser vor allem technologischen Barriere effektiv aus, um sie an mehreren Stellen zu durchbrechen. Sie setzte einen regelrechten Operationsplan um, der in mehrere Phasen gegliedert war.Die bewaffneten Elemente sind bis in die Nachbarschaft des äußeren Zauns, in der Nacht kriechend und ohne weder untereinander noch mit dem Generalstab zu kommunizieren. Sie blieben unter dem ständigen "Hintergrundrauschen", auf das die Sensoren reagieren und das die Operateure nicht mehr beachten: Bewegungen von Kleintieren, vom Wind aufgewirbelter Staub, Vegetation, die die Sensoren  streift, etc. Durch den Angriff in der späten Nacht konnte die Hamas das israelische Dispositiv im Dunkeln angreifen und dann das erste Tageslicht für die weiteren Operationen nutzen.<br />
 <br />
Nachdem die Kommandos in die Nähe des Zauns eingedrungen waren, führte die Hamas Vorparationsaktionen (Shaping) durch, deren gemeinsames Merkmal darin bestand, dass sie Lärm verursachten. Dieser Lärm alarmierte natürlich die israelischen Wachen, sorgte aber auch für Panik und Verwirrung. Die Verteidiger waren sich bewusst, dass etwas vor sich ging, konnten sich aber weder auf die Sensoren (teilweise ausgeschaltet) noch auf das, was sie sahen, verlassen (Nachtangriff). Die Terroristen führten gleichzeitig mehrere Aktionen durch.<br />
<br />
Die Hamas-Kommandos operierten Drohnen, die Sprengladungen trugen, und schalteten die Systeme aus, die Bedrohungen erkennen und Alarm schlagen sollten: Generatoren, Sensoren (Radar, Kameras) und Relaisantennen. Sie zerstörten auch ferngesteuerte Waffen auf kleinen Betontürmen, die israelische Soldaten von ihren geschützten Überwachungsposten aus bedienen können sollen.<br />
<br />
Diese gezielten Angriffe blendeten die israelischen Operateure in den Bereichen des Sicherheitszauns, die den heftigsten Angriffen der Hamas ausgesetzt sein würden. Die israelischen Soldaten wurden durch die Neutralisierung ihrer Sensoren desorientiert. Sie wurden überrascht, während sie schliefen, und konnten wegen des religiösen Feiertags nicht auf ihre Kampfposten im Freien gehen, um auf die ersten Explosionen zu reagieren. Es ist anzumerken, dass die Hamas weder vor noch während des ersten Blindflugs Cyber-Aktionen oder elektronische Kriegsführung durchführte.<br />
<br />
Kaum hatte die Hamas ihre Angriffe auf den Sicherheitszaun begonnen, feuerte sie indirekt Raketen und Mörser auf einige Kilometer entfernte Polizei- und Armeeposten ab. Unter dem (nicht unbedingt präzisen) Beschuss wandte das dort stationierte Personal die übliche Vorgehensweise an,indem es betonierte Schutzräume benutzte, um sich zu schützen. Auf diese Weise gelang es der Hamas, die zweite Ebene festzulegen, die aus Teams besteht, die im Falle eines Alarms so schnell wie möglich eingreifen können.<br />
Der Raketenbeschuss sollte nicht nur die Ankunft der Verstärkung erschweren, sondern auch die Aufmerksamkeit der Israelis ablenken (Ablenkung). Wenn Raketen aus Gaza abgefeuert werden (was regelmäßig geschieht), wird die Befehlskette in Alarmbereitschaft versetzt; was die Soldaten vor Ort betrifft, so müssen viele ihre Stellung verlassen, um in Deckung gehen, was die operative Position schwächte. Außerdem übertönte der Lärm, den die Raketenabschüsse verursachten, den Lärm der Explosionen in der Nähe des Zauns.<br />
<br />
Dort, wo sie eindringen konnten, platzierten die Hamas-Kämpfer Sprengsätze an dem Metallzaun. Wo dies nicht möglich war,<br />
feuerten sie Raketen von Kampfposten ab, die sich einige hundert Meter entfernt befanden . Die Hamas-Kämpfer stürmten Kampfposten entlang des Zauns, wie den am Grenzübergang Erez (nördlicher Streifen); innerhalb einer Stunde erreichten sie sechs Posten, die einige Kilometer in der Tiefe lagen, darunter auch  den Brigadestab, der sich in Re'im befand. <br />
In Erwartung einer schwachen israelischen Verteidigung entschieden sich die Terroristen bewusst d a f ü r , die Kampfstationen anzugreifen, anstatt ihnen auszuweichen. So konnten sie ihre Verbrechen begehen, vor allem<br />
aber mit ihren Geiseln in den Gazastreifen zurückkehren.<br />
<br />
Die Hamas nutzte den Schock, den der Angriff ausgelöst hatte, um durch eine Kombination von gleichzeitig durchgeführten Aktionen in das israelische Territorium einzudringen: Abfahrt der Terrorkommandos zu den Kibbuz, wobei sie verschiedene Transportmittel zu Land, in der Luft und auf dem Wasser benutzten - Dutzende von Motorrädern standen bereit, sobald die ersten Öffnungen im Zaun entstanden waren -, Erweiterung der Lücken mit Bulldozern und  Kommunikationsmaßnahmen. Noch während die Angriffe im Gange waren, kursierten die ersten Videos, in denen die Terroristen zu sehen waren, in den Netzwerken. Die Hamas übernahm sofort die Vantwortung für die Operation. Diese unvorsichtige Kommunikation zielte zweifellos auf Terro- risierung ab, aber auch darauf, die Bewohner des Gazastreifens dazu zu bringen, sich an terroristischen Aktionen zu beteiligen.<br />
Der Raketenbeschuss hielt den Rest des Tages an. Die Hamas nutzte die Schwachstellen einer Barriere, die in erster Linie dazu gedacht war, die Reaktion der IDF auf Übergriffe zu erleichtern oder einen begrenzten Angriff einzudämmen, perfekt aus. Der Zaun war nicht robust genug, um so zahlreichen und ausgeklügelten Angriffen standzuhalten . Hinzu kommt, dass die Hamas auch einen Großangriff planen konnte , indem sie ihre Vorbereitung in großen Menschenmengen verbarg1<br />
. ■<br />
GBR (2S) Olivier Passot hat mehr als zehn Jahre im Nahen Osten gedient, wo er mit verschiedenen Streitkräften in Kontakt kam,<br />
darunter auch mit den Israel Defence Forces. Nach seiner Tätigkeit als Bereichsleiter am IRSEM ist er dort als assoziierter Forscher tätig.<br />
1. Die Hamas organisiert manchmal "Tage des Zorns", an denen sich Tausende von Demonstranten in der Nähe des Zauns versammeln. Durch den Einsatz von Rauch- und Knallkörpern am helllichten Tag könnten die Demonstranten ein Hintergrundgeräusch und eine Maske erzeugen, um die israelischen Sensoren zu blenden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<a href="http://www.irsem.fr" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">www.irsem.fr</a> Strategischer Kurzbericht - 67  8. November 2023<br />
<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Eine zu intelligente Barriere?</span></span><br />
<a href="https://www.irsem.fr/breve-strategique-n-67-2023.html" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Inserm (französisch)</a><br />
Wie die Hamas ein ausgeklügeltes Schutzsystem austrickste<br />
GBR (2S) OLIVIER Passot<br />
Am 7. Oktober 2023 gelang es der Hamas, die Sicherheitsbarriere zwischen Gaza und Israel zu überwinden, indem sie einen ausgeklügelten Operationsplan umsetzte. Die Terroristengruppe kombinierte Schock, Feuer und Bewegung und setzte auf Überraschung, um die Grenzen des Z a u n s auszunutzen.<br />
<br />
Die Sicherheitsbarriere, die Gaza vom israelischen Staatsgebiet trennt, wurde seit ihrem Baubeginn im Jahr 1994 regelmäßig verstärkt und modernisiert. Die letzte Modernisierung (2021) machte sie zu einem umfassenden Schutzsystem, das die Sicherheit der israelischen Bürger gewährleisten sollte. Obwohl es sich um ein ausgeklügeltes System handelte, wies es dennoch Schwachstellen auf, die von der Hamas bei ihrem Angriff am 7. Oktober.<br />
<br />
Um Gaza zu isolieren, bauten die Israelis keine Trennmauer wie im Westjordanland oder entlang eines Teils der Grenze zum Libanon (eine Mauer wurde jedoch in drei Sektoren errichtet, in denen jüdische Siedlungen an Gaza grenzen). Die Wahl fiel auf einen relativ leichten (hoher, mit Stacheldraht verstärkter Metallzaun) und "intelligenten" Zaun (mit mehreren Sensoren und dezentralen Effektoren, wodurch weniger Soldaten in Bereitschaft gehalten werden müssen). Der Zaun ist schwer zu überwinden<br />
und bietet einen sehr guten Schutz gegen kleinere Übergriffe (Kommandos).<br />
<br />
Die Israelis haben einen massiven Angriff der Hamas aufgrund folgender taktischer Annahmen nicht in Betracht gezogen: Die Hamas verfügt über keine nennenswerten regulären militärischen Fähigkeiten; sie hat keine Panzer, die einen Metallzaun durchbrechen oder eine Lücke in einer israelischen Verteidigungslinie ausnutzen könnten, und sie hat auch keine ernsthaften Luft- oder Seekapazitäten (vollständige israelische Überlegenheit). Das Gelände ist für Israel im Rahmen einer regelmäßigen Konfrontation besonders günstig. Die Hamas verfügt über keine operative Tiefe (schmaler Landstreifen am Meer und an der<br />
ägyptischen Grenze). Das Gelände ist völlig offen: keine Maske kann eine Infiltration von Kommandos in Richtung des Zauns verbergen. Am Tag ist die Sicht völlig frei. Die Gefechtsstände der israelischen Verteidigungskräfte (IDF) sind günstig für die Beobachtung und das Schießen aus der Ferne (mehrere künstliche Vorsprünge auf israelischer Seite).<br />
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Die Hamas verfügt jedoch über zwei Schlüsselfähigkeiten, um Israel zu bedrohen: ihre Spezialkräfte, die Kommandos durch Tunnel oder leichte Luftfahrzeuge in israelisches Gebiet einschleusen können, und ihre Raketen, die die meisten israelischen Städte erreichen können. Auf diese Fähigkeiten konzentriert die Hamas ihre technologischen Anstrengungen, um ihr Schadenspotenzial zu maximieren.<br />
<br />
Anders als eine Mauer bietet der Zaun der IDF Einblick in verdächtige palästinensische Bewegungen. Mit Hilfe von Sensoren (optische, thermische und Bewegungsmelder) ist das Schlachtfeld zumindest tagsüber völlig transparent. Die Wahl einer technologischen Barriere war für die Abwehr begrenzter Übergriffe von Kommandos und angesichts des für die Verteidigung sehr günstigen Geländes absolut konsequent. Darüber hinaus wurde sie durch die begrenzten Personalressourcen im gesamten Gebiet gelenkt. Tatsächlich wurde die Priorität der stationierten Truppen auf die Nord- (Libanon) und Mittelfront (Westjordanland) gelegt, wo das Bedrohungsniveau als höher eingeschätzt wurde.<br />
<br />
Die Hamas nutzte die Verwundbarkeit dieser vor allem technologischen Barriere effektiv aus, um sie an mehreren Stellen zu durchbrechen. Sie setzte einen regelrechten Operationsplan um, der in mehrere Phasen gegliedert war.Die bewaffneten Elemente sind bis in die Nachbarschaft des äußeren Zauns, in der Nacht kriechend und ohne weder untereinander noch mit dem Generalstab zu kommunizieren. Sie blieben unter dem ständigen "Hintergrundrauschen", auf das die Sensoren reagieren und das die Operateure nicht mehr beachten: Bewegungen von Kleintieren, vom Wind aufgewirbelter Staub, Vegetation, die die Sensoren  streift, etc. Durch den Angriff in der späten Nacht konnte die Hamas das israelische Dispositiv im Dunkeln angreifen und dann das erste Tageslicht für die weiteren Operationen nutzen.<br />
 <br />
Nachdem die Kommandos in die Nähe des Zauns eingedrungen waren, führte die Hamas Vorparationsaktionen (Shaping) durch, deren gemeinsames Merkmal darin bestand, dass sie Lärm verursachten. Dieser Lärm alarmierte natürlich die israelischen Wachen, sorgte aber auch für Panik und Verwirrung. Die Verteidiger waren sich bewusst, dass etwas vor sich ging, konnten sich aber weder auf die Sensoren (teilweise ausgeschaltet) noch auf das, was sie sahen, verlassen (Nachtangriff). Die Terroristen führten gleichzeitig mehrere Aktionen durch.<br />
<br />
Die Hamas-Kommandos operierten Drohnen, die Sprengladungen trugen, und schalteten die Systeme aus, die Bedrohungen erkennen und Alarm schlagen sollten: Generatoren, Sensoren (Radar, Kameras) und Relaisantennen. Sie zerstörten auch ferngesteuerte Waffen auf kleinen Betontürmen, die israelische Soldaten von ihren geschützten Überwachungsposten aus bedienen können sollen.<br />
<br />
Diese gezielten Angriffe blendeten die israelischen Operateure in den Bereichen des Sicherheitszauns, die den heftigsten Angriffen der Hamas ausgesetzt sein würden. Die israelischen Soldaten wurden durch die Neutralisierung ihrer Sensoren desorientiert. Sie wurden überrascht, während sie schliefen, und konnten wegen des religiösen Feiertags nicht auf ihre Kampfposten im Freien gehen, um auf die ersten Explosionen zu reagieren. Es ist anzumerken, dass die Hamas weder vor noch während des ersten Blindflugs Cyber-Aktionen oder elektronische Kriegsführung durchführte.<br />
<br />
Kaum hatte die Hamas ihre Angriffe auf den Sicherheitszaun begonnen, feuerte sie indirekt Raketen und Mörser auf einige Kilometer entfernte Polizei- und Armeeposten ab. Unter dem (nicht unbedingt präzisen) Beschuss wandte das dort stationierte Personal die übliche Vorgehensweise an,indem es betonierte Schutzräume benutzte, um sich zu schützen. Auf diese Weise gelang es der Hamas, die zweite Ebene festzulegen, die aus Teams besteht, die im Falle eines Alarms so schnell wie möglich eingreifen können.<br />
Der Raketenbeschuss sollte nicht nur die Ankunft der Verstärkung erschweren, sondern auch die Aufmerksamkeit der Israelis ablenken (Ablenkung). Wenn Raketen aus Gaza abgefeuert werden (was regelmäßig geschieht), wird die Befehlskette in Alarmbereitschaft versetzt; was die Soldaten vor Ort betrifft, so müssen viele ihre Stellung verlassen, um in Deckung gehen, was die operative Position schwächte. Außerdem übertönte der Lärm, den die Raketenabschüsse verursachten, den Lärm der Explosionen in der Nähe des Zauns.<br />
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Dort, wo sie eindringen konnten, platzierten die Hamas-Kämpfer Sprengsätze an dem Metallzaun. Wo dies nicht möglich war,<br />
feuerten sie Raketen von Kampfposten ab, die sich einige hundert Meter entfernt befanden . Die Hamas-Kämpfer stürmten Kampfposten entlang des Zauns, wie den am Grenzübergang Erez (nördlicher Streifen); innerhalb einer Stunde erreichten sie sechs Posten, die einige Kilometer in der Tiefe lagen, darunter auch  den Brigadestab, der sich in Re'im befand. <br />
In Erwartung einer schwachen israelischen Verteidigung entschieden sich die Terroristen bewusst d a f ü r , die Kampfstationen anzugreifen, anstatt ihnen auszuweichen. So konnten sie ihre Verbrechen begehen, vor allem<br />
aber mit ihren Geiseln in den Gazastreifen zurückkehren.<br />
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Die Hamas nutzte den Schock, den der Angriff ausgelöst hatte, um durch eine Kombination von gleichzeitig durchgeführten Aktionen in das israelische Territorium einzudringen: Abfahrt der Terrorkommandos zu den Kibbuz, wobei sie verschiedene Transportmittel zu Land, in der Luft und auf dem Wasser benutzten - Dutzende von Motorrädern standen bereit, sobald die ersten Öffnungen im Zaun entstanden waren -, Erweiterung der Lücken mit Bulldozern und  Kommunikationsmaßnahmen. Noch während die Angriffe im Gange waren, kursierten die ersten Videos, in denen die Terroristen zu sehen waren, in den Netzwerken. Die Hamas übernahm sofort die Vantwortung für die Operation. Diese unvorsichtige Kommunikation zielte zweifellos auf Terro- risierung ab, aber auch darauf, die Bewohner des Gazastreifens dazu zu bringen, sich an terroristischen Aktionen zu beteiligen.<br />
Der Raketenbeschuss hielt den Rest des Tages an. Die Hamas nutzte die Schwachstellen einer Barriere, die in erster Linie dazu gedacht war, die Reaktion der IDF auf Übergriffe zu erleichtern oder einen begrenzten Angriff einzudämmen, perfekt aus. Der Zaun war nicht robust genug, um so zahlreichen und ausgeklügelten Angriffen standzuhalten . Hinzu kommt, dass die Hamas auch einen Großangriff planen konnte , indem sie ihre Vorbereitung in großen Menschenmengen verbarg1<br />
. ■<br />
GBR (2S) Olivier Passot hat mehr als zehn Jahre im Nahen Osten gedient, wo er mit verschiedenen Streitkräften in Kontakt kam,<br />
darunter auch mit den Israel Defence Forces. Nach seiner Tätigkeit als Bereichsleiter am IRSEM ist er dort als assoziierter Forscher tätig.<br />
1. Die Hamas organisiert manchmal "Tage des Zorns", an denen sich Tausende von Demonstranten in der Nähe des Zauns versammeln. Durch den Einsatz von Rauch- und Knallkörpern am helllichten Tag könnten die Demonstranten ein Hintergrundgeräusch und eine Maske erzeugen, um die israelischen Sensoren zu blenden.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Meckern über Deutsch-französische Rüstungsprojekte]]></title>
			<link>https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?tid=7401</link>
			<pubDate>Wed, 16 Oct 2024 07:49:54 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.forum-sicherheitspolitik.org/member.php?action=profile&uid=2">Helios</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?tid=7401</guid>
			<description><![CDATA[<span style="color: red;" class="mycode_color">Da es mir auf die Nerven geht, dass in jedem Thema die immer gleichen Beiträge über die problematische Zusammenarbeit mit Frankreich eingestellt werden (um es mal sachlicher zu formulieren als in solchen Beiträgen üblich) gibt es jetzt einen eigenen Strang dafür, über die deutsch-französische Zusammenarbeit zu meckern. Achtet nur bitte auf eure Ausdrucksweise, die Forenregeln sind hier natürlich nicht aufgehoben.</span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="color: red;" class="mycode_color">Da es mir auf die Nerven geht, dass in jedem Thema die immer gleichen Beiträge über die problematische Zusammenarbeit mit Frankreich eingestellt werden (um es mal sachlicher zu formulieren als in solchen Beiträgen üblich) gibt es jetzt einen eigenen Strang dafür, über die deutsch-französische Zusammenarbeit zu meckern. Achtet nur bitte auf eure Ausdrucksweise, die Forenregeln sind hier natürlich nicht aufgehoben.</span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Panzersperren]]></title>
			<link>https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?tid=7390</link>
			<pubDate>Thu, 10 Oct 2024 19:35:31 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.forum-sicherheitspolitik.org/member.php?action=profile&uid=2389">emjay</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?tid=7390</guid>
			<description><![CDATA[Bei den dreifach gestaffelten russischen Verteidigungsanlagen in der Ukraine ("Surowikin-Linie") kamen u. a. sog. "Drachenzähne" zum Einsatz. Im Vorfeld der ukrainischen Offensive wurde auf dem YT-Kanal von Torsten Heinrich überlegt, wie effektiv diese eigentlich sind, also z. B. wie leicht sie weggeschoben werden können.<br />
<br />
Auch die Ukraine setzt bei ihren Verteidigungsanlagen auf Drachenzähne. Bei ntv lese ich gerade einen Bericht über die Verstärkungen der litauischen Grenzanlagen zu Russland: auch hier wieder Drachenzähne.<br />
<br />
<a href="http://www.n-tv.de/politik/Litauen-baut-an-Grenze-Panzersperren-und-reisst-Bruecken-ab-article25282215.html" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">www.n-tv.de/politik/Litauen-baut-an-Grenze-Panzersperren-und-reisst-Bruecken-ab-article25282215.html</a><br />
<br />
Deswegen wollte ich einmal in die Expertenrunde fragen, ob es Gründe für die "Popularität" von Drachenzähnen gibt. Ich beziehe mich auf die o. g. aus meiner Sicht vergleichbaren Größen. Ist es die Transportfähigkeit auf eigener Seite?<br />
<br />
Warum werden nicht z. B. Tetrapoden, wie man sie von Wellenbrechern kennt, eingesetzt? Diese hätten immerhin, bei Verwendung entsprechender Mengen, zusätzlich einen "Verhakungseffekt".<br />
<br />
Kurz gesagt, gibt es so eine Art "Standardverfahren" für Panzersperren (natürlich auch im Verbund mit anderen Maßnahmen wie z. B. Gräben)?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Bei den dreifach gestaffelten russischen Verteidigungsanlagen in der Ukraine ("Surowikin-Linie") kamen u. a. sog. "Drachenzähne" zum Einsatz. Im Vorfeld der ukrainischen Offensive wurde auf dem YT-Kanal von Torsten Heinrich überlegt, wie effektiv diese eigentlich sind, also z. B. wie leicht sie weggeschoben werden können.<br />
<br />
Auch die Ukraine setzt bei ihren Verteidigungsanlagen auf Drachenzähne. Bei ntv lese ich gerade einen Bericht über die Verstärkungen der litauischen Grenzanlagen zu Russland: auch hier wieder Drachenzähne.<br />
<br />
<a href="http://www.n-tv.de/politik/Litauen-baut-an-Grenze-Panzersperren-und-reisst-Bruecken-ab-article25282215.html" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">www.n-tv.de/politik/Litauen-baut-an-Grenze-Panzersperren-und-reisst-Bruecken-ab-article25282215.html</a><br />
<br />
Deswegen wollte ich einmal in die Expertenrunde fragen, ob es Gründe für die "Popularität" von Drachenzähnen gibt. Ich beziehe mich auf die o. g. aus meiner Sicht vergleichbaren Größen. Ist es die Transportfähigkeit auf eigener Seite?<br />
<br />
Warum werden nicht z. B. Tetrapoden, wie man sie von Wellenbrechern kennt, eingesetzt? Diese hätten immerhin, bei Verwendung entsprechender Mengen, zusätzlich einen "Verhakungseffekt".<br />
<br />
Kurz gesagt, gibt es so eine Art "Standardverfahren" für Panzersperren (natürlich auch im Verbund mit anderen Maßnahmen wie z. B. Gräben)?]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Abschreckung im Zeitalter irrationaler Akteure - am Beispiel des mittleren Ostens]]></title>
			<link>https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?tid=7385</link>
			<pubDate>Fri, 04 Oct 2024 18:27:05 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://www.forum-sicherheitspolitik.org/member.php?action=profile&uid=2455">Zardo</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?tid=7385</guid>
			<description><![CDATA[Hallo,<br />
<br />
mein erster Post hier und gleich etwas K.I.-lastig ;-)<br />
<br />
Ausgehend von diesem Video<br />
<br />
<iframe width="560" height="315" src="//www.youtube-nocookie.com/embed/ZmInkxbvlCs" frameborder="0" allowfullscreen="true"></iframe><br />
<br />
stellt sich die Frage nach <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Eskalationspotential und Eskalationsdominanz</span>, wenn der Gegner ein <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">irrationaler Akteur</span> ist. <br />
<br />
Diverse Theorien wie die des <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">strukturellen Realismus</span> (z.B. Prof. Mearsheimer) nehmen <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">rationale Akteure</span> an und haben meiner Ansicht nach keine bzw. nur unzureichende Antworten im Fall <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">irrationaler Akteure</span>. <br />
<br />
Ich habe versucht, das Thema mit K.I. zu bearbeiten, würde mich aber auf menschliche Meinung freuen (weshalb ich meinen Beitrag hier poste).<br />
<br />
Frage: <br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Gibt es einen Unterschied zwischen Eskalationspotential und Eskalationsdominanz?</span><br />
<br />
ChatGPT: <br />
<br />
<blockquote class="mycode_quote"><cite>Zitat:</cite>Ja, Eskalationspotenzial und Eskalationsdominanz sind verwandte, aber unterschiedliche Konzepte, die oft in der Militärstrategie, den internationalen Beziehungen oder in Eskalationsszenarien von Konflikten verwendet werden.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">1. Eskalationspotenzial:</span><br />
Dies bezieht sich auf die Fähigkeit oder Möglichkeit einer Partei, einen Konflikt in Bezug auf Intensität, Umfang oder Schwere zu eskalieren. Es geht um die verfügbaren Mittel (z. B. militärische, wirtschaftliche, politische), die eine Seite hat, um die Einsätze im Konflikt zu erhöhen. Zum Beispiel hat ein Land mit einem großen Arsenal fortschrittlicher Waffen ein höheres Eskalationspotenzial, weil es aus einer breiteren Palette von Optionen zur Eskalation des Konflikts wählen kann.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">2. Eskalationsdominanz:</span><br />
Dies bezieht sich auf die Fähigkeit einer Partei in einem Konflikt, auf eine höhere Intensitäts- oder Bedrohungsebene zu eskalieren, um den Gegner abzuschrecken oder zu schwächen. Mit anderen Worten: Die Partei mit Eskalationsdominanz ist in der Lage, bei jedem Schritt der Eskalation die Oberhand zu behalten, sodass jede weitere Eskalation durch den Gegner kontraproduktiv oder zu kostspielig für ihn wäre.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Eskalationsdominanz</span> bedeutet, sowohl die Fähigkeit als auch den Willen zu haben, zu eskalieren und die Dynamik des Konflikts in jeder Phase zu kontrollieren. Dadurch wird sichergestellt, dass der Gegner entweder nicht weiter eskalieren kann oder nicht bereit ist, dies zu tun, weil die Konsequenzen zu schädlich wären.<br />
<br />
Bestimmung, ob ein Gegner Eskalationsdominanz hat:<br />
Mehrere Faktoren helfen dabei, die Eskalationsdominanz zu bestimmen:<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Fähigkeiten:</span> Die militärischen, wirtschaftlichen oder politischen Ressourcen, die jeder Seite zur Verfügung stehen. Wenn eine Seite die andere in jeder Eskalationsstufe deutlich übertreffen kann (z. B. konventionelle oder nukleare Fähigkeiten, Wirtschaftssanktionen), kann diese Seite Eskalationsdominanz haben.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Risikogrenzen:</span> Eskalationsdominanz beinhaltet das Verständnis des Punktes, an dem eine Eskalation für den Gegner inakzeptabel oder zu kostspielig wird. Wenn eine Seite die Einsätze so erhöhen kann, dass sie die Risikoschwelle des Gegners übersteigt, hat sie Dominanz.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Bereitschaft zur Eskalation:</span> Es reicht nicht aus, die Fähigkeiten zu haben. Die Seite mit Eskalationsdominanz muss auch eine Bereitschaft zur Eskalation signalisieren, die über das hinausgeht, was der Gegner zu ertragen bereit ist, entweder durch die Demonstration von Entschlossenheit oder durch frühere Handlungen.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Wahrnehmung der Entschlossenheit:</span> Wenn eine Partei als entschlossener oder entschlossener wahrgenommen wird, zu eskalieren (auch bei hohen Kosten), könnte dies zur Eskalationsdominanz beitragen. Zum Beispiel, wenn ein Gegner glaubt, dass man trotz Risiken weiter eskalieren wird, könnte er nachgeben.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Asymmetrische Kosten:</span> Wenn eine Seite auf eine Weise eskalieren kann, die dem Gegner unverhältnismäßig hohe Kosten auferlegt (während sie ihre eigenen Kosten gering hält), könnte sie Eskalationsdominanz erreichen. Dies könnte beinhalten, Schwachstellen zu nutzen oder Vorteile zu maximieren, die ihren Fähigkeiten einzigartig sind.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Kurz gesagt, Eskalationsdominanz ist ein dynamisches Gleichgewicht aus Macht, Fähigkeiten und Risikoschwellen, bei dem eine Seite bei jedem Schritt der Eskalationsleiter die Oberhand behält.</span></blockquote>
<br />
Frage: <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Was ist, wenn der Gegner trotz unzureichendem Eskalationspotential und fehlender Eskalationsdominanz seine Unterlegenheit nicht zugeben will und sich weigert, die Eskalationsdominanz der anderen Partei zu akzeptieren, sogar dann, wenn dies mit grossen Kosten verbunden ist? Zum Beispiel im Fall einer fanatischen oder autokratischen Führung, der die der Bevölkerung auferlegten Kosten und Opfern weitestgehend egal ist?</span><br />
<br />
ChatGPT: <br />
<br />
<blockquote class="mycode_quote"><cite>Zitat:</cite>Wenn ein Gegner sich weigert, die Eskalationsdominanz anzuerkennen, obwohl ihm das Eskalationspotenzial fehlt, entstehen komplexe Herausforderungen im Konfliktmanagement und in der Abschreckung. Dieses Szenario beinhaltet oft <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">irrationale Akteure</span> oder solche, die <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">ideologische, persönliche oder auf das Überleben des Regimes ausgerichtete Ziele</span> über nationale Interessen oder das Wohlergehen ihrer Bürger stellen. Führer wie Fanatiker oder Autokraten könnten Richtlinien verfolgen, die die Kosten für ihre Bevölkerung, das Militär oder die Wirtschaft ignorieren, wodurch traditionelle Abschreckungsmodelle und Eskalationsdynamiken weniger effektiv werden.<br />
<br />
Mehrere Faktoren spielen in einer solchen Situation eine Rolle:<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">1. Asymmetrie von Werten und Zielen</span>:<br />
   <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">- Rationalität vs. Ideologie</span>: Traditionelle Eskalationsmodelle gehen von rationalen Akteuren aus, die auf erhöhte Kosten und Bedrohungen vorhersehbar reagieren. Fanatische oder autokratische Führer hingegen können <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">nicht-materielle Ziele</span> (wie religiöse, ideologische oder persönliche Ziele) haben, die rationales Handeln außer Kraft setzen. Diese Führer könnten **Eskalation als moralische Pflicht** betrachten, selbst auf Kosten weitreichender Verwüstungen.<br />
   - <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Regimeerhalt</span>: Autokraten könnten den **Erhalt des Regimes** über das nationale Wohl stellen, insbesondere wenn ihre Machtbasis unsicher ist. Ein Zurückweichen könnte als Bedrohung für ihre innere Macht angesehen werden, sodass sie eine weitere Eskalation als notwendig erachten, um ihre Autorität zu wahren.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">2. Fehleinschätzung der Macht:</span><br />
   - <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Informationskontrolle</span>: In autokratischen Systemen können Führer von Ja-Sagern umgeben sein, von der Realität isoliert oder durch ihre eigene Propaganda getäuscht werden. Dies kann zu einer <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Überschätzung ihrer Fähigkeiten</span> oder einer <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Fehlinterpretation der Entschlossenheit des Gegners</span> führen. Infolgedessen könnten sie die Diskrepanz im Eskalationspotenzial oder in der Dominanz nicht erkennen.<br />
   - <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Nationalismus und Propaganda</span>: Durch die Förderung von Nationalismus oder kultartiger Loyalität können diese Führer ihr Volk (und manchmal sich selbst) davon überzeugen, dass die Kosten der Eskalation tolerierbar oder gerechtfertigt sind. Dies macht die Bevölkerung bereit, erhebliche Opfer zu ertragen.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">3. Unvorhersehbares oder risikoreiches Verhalten:</span><br />
   - <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Bereitschaft, Kosten zu tragen</span>: Selbst wenn materiell schwächer, kann ein Führer, der bereit ist, extreme Kosten (z. B. hohe zivile Opfer, wirtschaftlichen Zusammenbruch oder Umweltzerstörung) zu tragen, <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">die Logik der Abschreckung stören</span>. Wenn ein Gegner bereit ist, jedes Maß an Schaden oder Härte zu akzeptieren, um die Eskalation fortzusetzen, untergräbt dies die erwarteten abschreckenden Effekte von Bestrafungsstrategien.<br />
   - <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Eskalation zu extremen Taktiken</span>: Fanatische oder autokratische Führer könnten zu <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">extremen oder unvorhersehbaren Handlungen</span> greifen, wie dem Einsatz von Massenvernichtungswaffen, asymmetrischer Kriegsführung oder der Schaffung von Krisen (z. B. durch den Einsatz von menschlichen Schutzschilden, Cyberangriffe oder die Destabilisierung anderer Regionen). Ihre Bereitschaft, zu extremen Maßnahmen zu eskalieren, erschwert es, vorherzusagen, wo der Konflikt enden könnte.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">4. Implikationen für das Konfliktmanagement:</span><br />
   - <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Begrenzte Abschreckung</span>: Abschreckungsstrategien müssen möglicherweise neu kalibriert werden, um die <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Asymmetrie der Rationalität</span> zu berücksichtigen. Die traditionelle Idee, die Einsätze auf unerträgliche Niveaus zu erhöhen, könnte scheitern, wenn der Gegner diese Einsätze nicht als unerträglich ansieht. In diesem Fall könnte Abschreckung durch Verweigerung (d. h. die Einschränkung der Fähigkeit des Gegners, seine Ziele zu erreichen) wirksamer sein als Abschreckung durch Bestrafung.<br />
   - <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Glaubwürdige Drohungen gegen die Führung</span>: In Fällen, in denen Autokraten mehr um ihr persönliches Überleben besorgt sind als um das nationale Wohl, müssen Strategien auf <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">führungsspezifische Schwachstellen</span> abzielen. Dies könnte die Schaffung glaubwürdiger Bedrohungen für ihre Machtbasis beinhalten, sei es durch interne Instabilität, internationale Isolation oder direkte militärische Maßnahmen, die auf die Entmachtung der Führung abzielen.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">5. Mögliche Reaktionen:</span><br />
   - <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Eskalationskontrolle</span>: Die schwierige Dynamik erfordert, dass beide Seiten die Eskalation sorgfältig steuern, um zu vermeiden, dass die Situation außer Kontrolle gerät. Wenn eine Seite unvorhersehbar oder irrational ist, muss die rationalere Partei ein Gleichgewicht zwischen <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">entschlossener Abschreckung</span> und Bemühungen zur <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Deeskalation oder Kontrolle des Konflikts</span> finden.<br />
   - <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Diplomatische oder psychologische Ansätze</span>: <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Psychologische Kriegsführung, Propaganda oder geheime diplomatische Kanäle</span> könnten notwendig sein, um die Führung davon zu überzeugen, dass eine weitere Eskalation sinnlos oder persönlich riskant für sie ist. Solche Bemühungen könnten <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">äußeren Druck</span> (internationale Sanktionen, Isolation des Regimes) oder <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">inneren Druck</span> (Unterstützung von Oppositionsgruppen, Erosion der Volksunterstützung) umfassen.<br />
<br />
[b Fallbeispiel:[/b]<br />
   - <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Nordkorea</span>: Nordkorea unter Kim Jong-un ist ein Beispiel für ein Regime, bei dem traditionelle Abschreckungsstrategien vor Herausforderungen stehen. Trotz Wirtschaftssanktionen und Isolation hat das Regime Nuklear- und Raketenprogramme verfolgt, was darauf hindeutet, dass <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Abschreckung durch wirtschaftlichen oder militärischen Druck allein</span> unzureichend ist. Das Regime stellt Überleben und nationalistische Propaganda über die materiellen Kosten, die durch internationale Akteure auferlegt werden.<br />
<br />
   - <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">ISIS oder dschihadistische Gruppen</span>: Gruppen wie der IS operieren nach ideologischen Rahmenbedingungen, in denen Märtyrertum und religiöse Ziele den rationalen Selbsterhalt übertreffen, was die traditionelle Abschreckung erschwert. Sie könnten trotz überwältigender Verluste weiterkämpfen, da ihr Wertesystem nicht mit den typischen Abschreckungsberechnungen übereinstimmt, die auf materiellen oder menschlichen Kosten basieren.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Schlussfolgerung:</span><br />
Wenn ein Gegner die traditionelle Eskalationsdominanz ignoriert oder sich weigert, seine Unterlegenheit anzuerkennen, wird der Konflikt unvorhersehbarer und gefährlicher. In solchen Fällen müssen sich Strategien darauf konzentrieren, <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Schwachstellen des Regimes zu nutzen, Eskalationen zu kontrollieren und die Fähigkeit des Gegners, seine Ziele zu erreichen, einzuschränken</span>. Dies kann nicht nur militärische Strategien erfordern, sondern auch <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">diplomatische, psychologische und indirekte Methoden</span>, die Schwächen in der Machtausübung der Führung ausnutzen.</blockquote>
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="text-decoration: underline;" class="mycode_u">Konkrete Anwendung auf die Israel-Hamas-Hezbollah-Libanon-Iran-Situation:</span></span><br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frage:</span> <br />
„Für die Hisbollah sieht ‚Sieg anders aus als für Israel‘, sagt Kaufman, Professor an der Universität Notre Dame: Die Gruppe kann argumentieren, dass sie gewinnt, wenn sie weiterhin Raketen nach Israel abfeuern kann.“ Dies ist ein Zitat, das am 1. Oktober 2024 in der Washington Post veröffentlicht wurde und sich auf den Abschluss des Krieges zwischen Israel, der Hisbollah und dem Libanon im Jahr 2006 bezieht, bei dem sowohl Israel als auch die Hisbollah den Sieg für sich beanspruchten. Seit dem 8. Oktober 2023 hat die Hisbollah regelmäßig Raketen auf Israel abgefeuert, also etwa ein Jahr lang, um Israel zu zwingen, seine Operationen gegen die Hamas im Gazastreifen einzustellen.<br />
<br />
Diese Woche hat Israel eine begrenzte Bodeninvasion in Südlibanon eingeleitet, verbunden mit einem Evakuierungsbefehl für 40 oder mehr Dörfer (die Dorfbewohner wurden aufgefordert, in den Norden des Awwalie-Flusses zu evakuieren). Zudem hat Israel die Führung der Hisbollah enthauptet, indem es hochrangige Hisbollah-Kommandeure und Hassan Nasrallah getötet hat. Zusätzlich infiltrierte Israel die Versorgungskette der Hisbollah, indem es Sprengstoffe in etwa 5000 Pagern platzierte, die die Hisbollah an ihr Personal ausgegeben hatte, und die gleichzeitig explodierten, wodurch über 1000 Menschen getötet oder verstümmelt wurden, darunter der iranische Botschafter, der ebenfalls im Besitz eines Hisbollah-Pagers war und ein Auge verlor. In diesem Kontext kündigte die Hisbollah an, ihren Kampf gegen Israel fortzusetzen. Darüber hinaus griff der Iran Israel mit über 300 ballistischen Raketen an, von denen nur wenige den Boden erreichten, da die anderen abgeschossen wurden. Sowohl Netanyahu als auch der iranische Führer Khamenei erklärten, dass sie nicht nachgeben würden.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Im Zusammenhang mit den Konzepten der Eskalationsdominanz und des Eskalationspotenzials stellt sich die Frage, wo die Hauptakteure (Israel, Hisbollah, Libanon, Iran) stehen und ob sie rationale Akteure oder Fanatiker beziehungsweise Autokraten sind. Welche Strategie ist von den Kriegsparteien zu erwarten?</span> Wie üblich unterstützen die USA Israel, allerdings wird Israel vorgeworfen, große Kollateralschäden in Kauf zu nehmen, solange es sich um nicht-israelische Zivilisten handelt.<br />
<br />
ChatGPT: <br />
<blockquote class="mycode_quote"><cite>Zitat:</cite><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Analyse der Eskalationsdominanz und des Eskalationspotenzials der Akteure:</span><br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">1. Israel:</span> <br />
   Israel verfolgt eine Strategie der Abschreckung, die auf militärischer Überlegenheit und technologischer Dominanz basiert. Israel hat ein hohes Eskalationspotenzial, insbesondere durch seine hochentwickelten Raketenabwehrsysteme (wie Iron Dome) und seine Fähigkeit, präzise und asymmetrisch zuzuschlagen. Israel setzt gezielte Tötungen und Infiltrationen ein, um die Führung von Gegnern wie der Hisbollah zu schwächen, was zeigt, dass es die Eskalationsdominanz innehat. Israel handelt rational, indem es versucht, die Bedrohung aus dem Libanon und von der Hisbollah zu minimieren, auch wenn dies zu erheblichen Kollateralschäden führen kann. Diese Taktik zielt darauf ab, sowohl die Hisbollah als auch den Iran abzuschrecken, während gleichzeitig Druck auf die Unterstützung für die Hamas ausgeübt wird.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">2. Hisbollah:</span><br />
   Die Hisbollah hat ein relativ geringes Eskalationspotenzial im Vergleich zu Israel, da sie sich vor allem auf asymmetrische Kriegsführung und Raketenangriffe stützt. Dennoch argumentiert die Hisbollah, dass ihre Fähigkeit, weiterhin Raketen abzufeuern, als "Sieg" gewertet werden kann, selbst wenn sie militärisch unterlegen ist. Ihr Verhalten zeigt Züge irrationaler Akteure, die ideologische und religiöse Ziele über materielle Verluste stellen. Auch wenn die Hisbollah erhebliche Verluste erleidet, wird sie wahrscheinlich weiterkämpfen, um ihre politische und militärische Position im Libanon zu behaupten.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">3. Iran:</span><br />
   Der Iran unterstützt die Hisbollah und Hamas finanziell und militärisch, während er gleichzeitig Raketen auf Israel abfeuert. Der Iran verfolgt eine doppelte Strategie: einerseits die Schwächung Israels, andererseits die Sicherung seiner regionalen Einflusssphäre. Obwohl der Iran Eskalationspotenzial zeigt, ist seine Fähigkeit, Israel direkt zu beeinflussen, begrenzt, vor allem angesichts der israelischen Verteidigungssysteme. Das iranische Verhalten kann als das eines autokratischen Regimes gesehen werden, das mehr Wert auf ideologische und strategische Ziele legt als auf rationale Kalkulationen der Kosten.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">4. Libanon:</span><br />
   Der Libanon als Staat spielt eine marginale Rolle im Konflikt, da die Hisbollah de facto Teile des Landes kontrolliert. Der Staat hat weder die militärischen Kapazitäten noch die politische Stabilität, um aktiv in den Konflikt einzugreifen oder ihn zu beeinflussen. Libanon wird vor allem als Schlachtfeld und Opfer der Eskalation gesehen.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="text-decoration: underline;" class="mycode_u">Strategieprognose:</span></span><br />
   - <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Israel</span> wird seine Taktik fortsetzen, die Führung der Hisbollah zu eliminieren, während es versucht, Raketenangriffe zu minimieren und Kollateralschäden zu kontrollieren. Die begrenzte Bodeninvasion und gezielte Tötungen zeigen Israels Absicht, die Hisbollah durch eine Kombination von direkter militärischer Aktion und psychologischer Kriegsführung zu zermürben.<br />
   - <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Hisbollah</span> wird wahrscheinlich weiterhin Raketen abfeuern, um ihre Relevanz und Widerstandsfähigkeit zu demonstrieren, auch wenn sie geschwächt ist. Sie könnte auch auf Unterstützung des Iran hoffen, um ihre Kampagne fortzuführen.<br />
   - <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Iran</span> könnte weitere verdeckte oder direkte militärische Aktionen gegen Israel planen, während es gleichzeitig versucht, seine Verbündeten in der Region zu mobilisieren.<br />
   - <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die USA</span> werden weiterhin Israel unterstützen, aber gleichzeitig den internationalen Druck auf Israel wegen der Kollateralschäden spüren.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Dynamik dieser Eskalation bleibt gefährlich, da die Hauptakteure auf unterschiedliche Rationalitäten und Eskalationslogiken setzen.</span></blockquote>
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">So, was meint ihr? Wie geht man am besten mit tendenziell irrationalen (autokratischen oder fanatischen) Akteuren um? Wie stellt man Eskalationsdominanz und wirksame Abschreckung her, wenn dem Gegner nicht-materielle Ziele (z.B. Ideologie, Regime-Erhalt) wichtiger sind als materielle Verluste zu vermeiden?</span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hallo,<br />
<br />
mein erster Post hier und gleich etwas K.I.-lastig ;-)<br />
<br />
Ausgehend von diesem Video<br />
<br />
<iframe width="560" height="315" src="//www.youtube-nocookie.com/embed/ZmInkxbvlCs" frameborder="0" allowfullscreen="true"></iframe><br />
<br />
stellt sich die Frage nach <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Eskalationspotential und Eskalationsdominanz</span>, wenn der Gegner ein <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">irrationaler Akteur</span> ist. <br />
<br />
Diverse Theorien wie die des <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">strukturellen Realismus</span> (z.B. Prof. Mearsheimer) nehmen <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">rationale Akteure</span> an und haben meiner Ansicht nach keine bzw. nur unzureichende Antworten im Fall <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">irrationaler Akteure</span>. <br />
<br />
Ich habe versucht, das Thema mit K.I. zu bearbeiten, würde mich aber auf menschliche Meinung freuen (weshalb ich meinen Beitrag hier poste).<br />
<br />
Frage: <br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Gibt es einen Unterschied zwischen Eskalationspotential und Eskalationsdominanz?</span><br />
<br />
ChatGPT: <br />
<br />
<blockquote class="mycode_quote"><cite>Zitat:</cite>Ja, Eskalationspotenzial und Eskalationsdominanz sind verwandte, aber unterschiedliche Konzepte, die oft in der Militärstrategie, den internationalen Beziehungen oder in Eskalationsszenarien von Konflikten verwendet werden.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">1. Eskalationspotenzial:</span><br />
Dies bezieht sich auf die Fähigkeit oder Möglichkeit einer Partei, einen Konflikt in Bezug auf Intensität, Umfang oder Schwere zu eskalieren. Es geht um die verfügbaren Mittel (z. B. militärische, wirtschaftliche, politische), die eine Seite hat, um die Einsätze im Konflikt zu erhöhen. Zum Beispiel hat ein Land mit einem großen Arsenal fortschrittlicher Waffen ein höheres Eskalationspotenzial, weil es aus einer breiteren Palette von Optionen zur Eskalation des Konflikts wählen kann.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">2. Eskalationsdominanz:</span><br />
Dies bezieht sich auf die Fähigkeit einer Partei in einem Konflikt, auf eine höhere Intensitäts- oder Bedrohungsebene zu eskalieren, um den Gegner abzuschrecken oder zu schwächen. Mit anderen Worten: Die Partei mit Eskalationsdominanz ist in der Lage, bei jedem Schritt der Eskalation die Oberhand zu behalten, sodass jede weitere Eskalation durch den Gegner kontraproduktiv oder zu kostspielig für ihn wäre.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Eskalationsdominanz</span> bedeutet, sowohl die Fähigkeit als auch den Willen zu haben, zu eskalieren und die Dynamik des Konflikts in jeder Phase zu kontrollieren. Dadurch wird sichergestellt, dass der Gegner entweder nicht weiter eskalieren kann oder nicht bereit ist, dies zu tun, weil die Konsequenzen zu schädlich wären.<br />
<br />
Bestimmung, ob ein Gegner Eskalationsdominanz hat:<br />
Mehrere Faktoren helfen dabei, die Eskalationsdominanz zu bestimmen:<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Fähigkeiten:</span> Die militärischen, wirtschaftlichen oder politischen Ressourcen, die jeder Seite zur Verfügung stehen. Wenn eine Seite die andere in jeder Eskalationsstufe deutlich übertreffen kann (z. B. konventionelle oder nukleare Fähigkeiten, Wirtschaftssanktionen), kann diese Seite Eskalationsdominanz haben.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Risikogrenzen:</span> Eskalationsdominanz beinhaltet das Verständnis des Punktes, an dem eine Eskalation für den Gegner inakzeptabel oder zu kostspielig wird. Wenn eine Seite die Einsätze so erhöhen kann, dass sie die Risikoschwelle des Gegners übersteigt, hat sie Dominanz.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Bereitschaft zur Eskalation:</span> Es reicht nicht aus, die Fähigkeiten zu haben. Die Seite mit Eskalationsdominanz muss auch eine Bereitschaft zur Eskalation signalisieren, die über das hinausgeht, was der Gegner zu ertragen bereit ist, entweder durch die Demonstration von Entschlossenheit oder durch frühere Handlungen.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Wahrnehmung der Entschlossenheit:</span> Wenn eine Partei als entschlossener oder entschlossener wahrgenommen wird, zu eskalieren (auch bei hohen Kosten), könnte dies zur Eskalationsdominanz beitragen. Zum Beispiel, wenn ein Gegner glaubt, dass man trotz Risiken weiter eskalieren wird, könnte er nachgeben.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Asymmetrische Kosten:</span> Wenn eine Seite auf eine Weise eskalieren kann, die dem Gegner unverhältnismäßig hohe Kosten auferlegt (während sie ihre eigenen Kosten gering hält), könnte sie Eskalationsdominanz erreichen. Dies könnte beinhalten, Schwachstellen zu nutzen oder Vorteile zu maximieren, die ihren Fähigkeiten einzigartig sind.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Kurz gesagt, Eskalationsdominanz ist ein dynamisches Gleichgewicht aus Macht, Fähigkeiten und Risikoschwellen, bei dem eine Seite bei jedem Schritt der Eskalationsleiter die Oberhand behält.</span></blockquote>
<br />
Frage: <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Was ist, wenn der Gegner trotz unzureichendem Eskalationspotential und fehlender Eskalationsdominanz seine Unterlegenheit nicht zugeben will und sich weigert, die Eskalationsdominanz der anderen Partei zu akzeptieren, sogar dann, wenn dies mit grossen Kosten verbunden ist? Zum Beispiel im Fall einer fanatischen oder autokratischen Führung, der die der Bevölkerung auferlegten Kosten und Opfern weitestgehend egal ist?</span><br />
<br />
ChatGPT: <br />
<br />
<blockquote class="mycode_quote"><cite>Zitat:</cite>Wenn ein Gegner sich weigert, die Eskalationsdominanz anzuerkennen, obwohl ihm das Eskalationspotenzial fehlt, entstehen komplexe Herausforderungen im Konfliktmanagement und in der Abschreckung. Dieses Szenario beinhaltet oft <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">irrationale Akteure</span> oder solche, die <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">ideologische, persönliche oder auf das Überleben des Regimes ausgerichtete Ziele</span> über nationale Interessen oder das Wohlergehen ihrer Bürger stellen. Führer wie Fanatiker oder Autokraten könnten Richtlinien verfolgen, die die Kosten für ihre Bevölkerung, das Militär oder die Wirtschaft ignorieren, wodurch traditionelle Abschreckungsmodelle und Eskalationsdynamiken weniger effektiv werden.<br />
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Mehrere Faktoren spielen in einer solchen Situation eine Rolle:<br />
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<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">1. Asymmetrie von Werten und Zielen</span>:<br />
   <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">- Rationalität vs. Ideologie</span>: Traditionelle Eskalationsmodelle gehen von rationalen Akteuren aus, die auf erhöhte Kosten und Bedrohungen vorhersehbar reagieren. Fanatische oder autokratische Führer hingegen können <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">nicht-materielle Ziele</span> (wie religiöse, ideologische oder persönliche Ziele) haben, die rationales Handeln außer Kraft setzen. Diese Führer könnten **Eskalation als moralische Pflicht** betrachten, selbst auf Kosten weitreichender Verwüstungen.<br />
   - <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Regimeerhalt</span>: Autokraten könnten den **Erhalt des Regimes** über das nationale Wohl stellen, insbesondere wenn ihre Machtbasis unsicher ist. Ein Zurückweichen könnte als Bedrohung für ihre innere Macht angesehen werden, sodass sie eine weitere Eskalation als notwendig erachten, um ihre Autorität zu wahren.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">2. Fehleinschätzung der Macht:</span><br />
   - <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Informationskontrolle</span>: In autokratischen Systemen können Führer von Ja-Sagern umgeben sein, von der Realität isoliert oder durch ihre eigene Propaganda getäuscht werden. Dies kann zu einer <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Überschätzung ihrer Fähigkeiten</span> oder einer <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Fehlinterpretation der Entschlossenheit des Gegners</span> führen. Infolgedessen könnten sie die Diskrepanz im Eskalationspotenzial oder in der Dominanz nicht erkennen.<br />
   - <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Nationalismus und Propaganda</span>: Durch die Förderung von Nationalismus oder kultartiger Loyalität können diese Führer ihr Volk (und manchmal sich selbst) davon überzeugen, dass die Kosten der Eskalation tolerierbar oder gerechtfertigt sind. Dies macht die Bevölkerung bereit, erhebliche Opfer zu ertragen.<br />
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<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">3. Unvorhersehbares oder risikoreiches Verhalten:</span><br />
   - <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Bereitschaft, Kosten zu tragen</span>: Selbst wenn materiell schwächer, kann ein Führer, der bereit ist, extreme Kosten (z. B. hohe zivile Opfer, wirtschaftlichen Zusammenbruch oder Umweltzerstörung) zu tragen, <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">die Logik der Abschreckung stören</span>. Wenn ein Gegner bereit ist, jedes Maß an Schaden oder Härte zu akzeptieren, um die Eskalation fortzusetzen, untergräbt dies die erwarteten abschreckenden Effekte von Bestrafungsstrategien.<br />
   - <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Eskalation zu extremen Taktiken</span>: Fanatische oder autokratische Führer könnten zu <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">extremen oder unvorhersehbaren Handlungen</span> greifen, wie dem Einsatz von Massenvernichtungswaffen, asymmetrischer Kriegsführung oder der Schaffung von Krisen (z. B. durch den Einsatz von menschlichen Schutzschilden, Cyberangriffe oder die Destabilisierung anderer Regionen). Ihre Bereitschaft, zu extremen Maßnahmen zu eskalieren, erschwert es, vorherzusagen, wo der Konflikt enden könnte.<br />
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<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">4. Implikationen für das Konfliktmanagement:</span><br />
   - <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Begrenzte Abschreckung</span>: Abschreckungsstrategien müssen möglicherweise neu kalibriert werden, um die <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Asymmetrie der Rationalität</span> zu berücksichtigen. Die traditionelle Idee, die Einsätze auf unerträgliche Niveaus zu erhöhen, könnte scheitern, wenn der Gegner diese Einsätze nicht als unerträglich ansieht. In diesem Fall könnte Abschreckung durch Verweigerung (d. h. die Einschränkung der Fähigkeit des Gegners, seine Ziele zu erreichen) wirksamer sein als Abschreckung durch Bestrafung.<br />
   - <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Glaubwürdige Drohungen gegen die Führung</span>: In Fällen, in denen Autokraten mehr um ihr persönliches Überleben besorgt sind als um das nationale Wohl, müssen Strategien auf <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">führungsspezifische Schwachstellen</span> abzielen. Dies könnte die Schaffung glaubwürdiger Bedrohungen für ihre Machtbasis beinhalten, sei es durch interne Instabilität, internationale Isolation oder direkte militärische Maßnahmen, die auf die Entmachtung der Führung abzielen.<br />
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<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">5. Mögliche Reaktionen:</span><br />
   - <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Eskalationskontrolle</span>: Die schwierige Dynamik erfordert, dass beide Seiten die Eskalation sorgfältig steuern, um zu vermeiden, dass die Situation außer Kontrolle gerät. Wenn eine Seite unvorhersehbar oder irrational ist, muss die rationalere Partei ein Gleichgewicht zwischen <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">entschlossener Abschreckung</span> und Bemühungen zur <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Deeskalation oder Kontrolle des Konflikts</span> finden.<br />
   - <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Diplomatische oder psychologische Ansätze</span>: <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Psychologische Kriegsführung, Propaganda oder geheime diplomatische Kanäle</span> könnten notwendig sein, um die Führung davon zu überzeugen, dass eine weitere Eskalation sinnlos oder persönlich riskant für sie ist. Solche Bemühungen könnten <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">äußeren Druck</span> (internationale Sanktionen, Isolation des Regimes) oder <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">inneren Druck</span> (Unterstützung von Oppositionsgruppen, Erosion der Volksunterstützung) umfassen.<br />
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[b Fallbeispiel:[/b]<br />
   - <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Nordkorea</span>: Nordkorea unter Kim Jong-un ist ein Beispiel für ein Regime, bei dem traditionelle Abschreckungsstrategien vor Herausforderungen stehen. Trotz Wirtschaftssanktionen und Isolation hat das Regime Nuklear- und Raketenprogramme verfolgt, was darauf hindeutet, dass <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Abschreckung durch wirtschaftlichen oder militärischen Druck allein</span> unzureichend ist. Das Regime stellt Überleben und nationalistische Propaganda über die materiellen Kosten, die durch internationale Akteure auferlegt werden.<br />
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   - <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">ISIS oder dschihadistische Gruppen</span>: Gruppen wie der IS operieren nach ideologischen Rahmenbedingungen, in denen Märtyrertum und religiöse Ziele den rationalen Selbsterhalt übertreffen, was die traditionelle Abschreckung erschwert. Sie könnten trotz überwältigender Verluste weiterkämpfen, da ihr Wertesystem nicht mit den typischen Abschreckungsberechnungen übereinstimmt, die auf materiellen oder menschlichen Kosten basieren.<br />
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<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Schlussfolgerung:</span><br />
Wenn ein Gegner die traditionelle Eskalationsdominanz ignoriert oder sich weigert, seine Unterlegenheit anzuerkennen, wird der Konflikt unvorhersehbarer und gefährlicher. In solchen Fällen müssen sich Strategien darauf konzentrieren, <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Schwachstellen des Regimes zu nutzen, Eskalationen zu kontrollieren und die Fähigkeit des Gegners, seine Ziele zu erreichen, einzuschränken</span>. Dies kann nicht nur militärische Strategien erfordern, sondern auch <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">diplomatische, psychologische und indirekte Methoden</span>, die Schwächen in der Machtausübung der Führung ausnutzen.</blockquote>
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<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="text-decoration: underline;" class="mycode_u">Konkrete Anwendung auf die Israel-Hamas-Hezbollah-Libanon-Iran-Situation:</span></span><br />
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<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frage:</span> <br />
„Für die Hisbollah sieht ‚Sieg anders aus als für Israel‘, sagt Kaufman, Professor an der Universität Notre Dame: Die Gruppe kann argumentieren, dass sie gewinnt, wenn sie weiterhin Raketen nach Israel abfeuern kann.“ Dies ist ein Zitat, das am 1. Oktober 2024 in der Washington Post veröffentlicht wurde und sich auf den Abschluss des Krieges zwischen Israel, der Hisbollah und dem Libanon im Jahr 2006 bezieht, bei dem sowohl Israel als auch die Hisbollah den Sieg für sich beanspruchten. Seit dem 8. Oktober 2023 hat die Hisbollah regelmäßig Raketen auf Israel abgefeuert, also etwa ein Jahr lang, um Israel zu zwingen, seine Operationen gegen die Hamas im Gazastreifen einzustellen.<br />
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Diese Woche hat Israel eine begrenzte Bodeninvasion in Südlibanon eingeleitet, verbunden mit einem Evakuierungsbefehl für 40 oder mehr Dörfer (die Dorfbewohner wurden aufgefordert, in den Norden des Awwalie-Flusses zu evakuieren). Zudem hat Israel die Führung der Hisbollah enthauptet, indem es hochrangige Hisbollah-Kommandeure und Hassan Nasrallah getötet hat. Zusätzlich infiltrierte Israel die Versorgungskette der Hisbollah, indem es Sprengstoffe in etwa 5000 Pagern platzierte, die die Hisbollah an ihr Personal ausgegeben hatte, und die gleichzeitig explodierten, wodurch über 1000 Menschen getötet oder verstümmelt wurden, darunter der iranische Botschafter, der ebenfalls im Besitz eines Hisbollah-Pagers war und ein Auge verlor. In diesem Kontext kündigte die Hisbollah an, ihren Kampf gegen Israel fortzusetzen. Darüber hinaus griff der Iran Israel mit über 300 ballistischen Raketen an, von denen nur wenige den Boden erreichten, da die anderen abgeschossen wurden. Sowohl Netanyahu als auch der iranische Führer Khamenei erklärten, dass sie nicht nachgeben würden.<br />
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<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Im Zusammenhang mit den Konzepten der Eskalationsdominanz und des Eskalationspotenzials stellt sich die Frage, wo die Hauptakteure (Israel, Hisbollah, Libanon, Iran) stehen und ob sie rationale Akteure oder Fanatiker beziehungsweise Autokraten sind. Welche Strategie ist von den Kriegsparteien zu erwarten?</span> Wie üblich unterstützen die USA Israel, allerdings wird Israel vorgeworfen, große Kollateralschäden in Kauf zu nehmen, solange es sich um nicht-israelische Zivilisten handelt.<br />
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ChatGPT: <br />
<blockquote class="mycode_quote"><cite>Zitat:</cite><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Analyse der Eskalationsdominanz und des Eskalationspotenzials der Akteure:</span><br />
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<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">1. Israel:</span> <br />
   Israel verfolgt eine Strategie der Abschreckung, die auf militärischer Überlegenheit und technologischer Dominanz basiert. Israel hat ein hohes Eskalationspotenzial, insbesondere durch seine hochentwickelten Raketenabwehrsysteme (wie Iron Dome) und seine Fähigkeit, präzise und asymmetrisch zuzuschlagen. Israel setzt gezielte Tötungen und Infiltrationen ein, um die Führung von Gegnern wie der Hisbollah zu schwächen, was zeigt, dass es die Eskalationsdominanz innehat. Israel handelt rational, indem es versucht, die Bedrohung aus dem Libanon und von der Hisbollah zu minimieren, auch wenn dies zu erheblichen Kollateralschäden führen kann. Diese Taktik zielt darauf ab, sowohl die Hisbollah als auch den Iran abzuschrecken, während gleichzeitig Druck auf die Unterstützung für die Hamas ausgeübt wird.<br />
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<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">2. Hisbollah:</span><br />
   Die Hisbollah hat ein relativ geringes Eskalationspotenzial im Vergleich zu Israel, da sie sich vor allem auf asymmetrische Kriegsführung und Raketenangriffe stützt. Dennoch argumentiert die Hisbollah, dass ihre Fähigkeit, weiterhin Raketen abzufeuern, als "Sieg" gewertet werden kann, selbst wenn sie militärisch unterlegen ist. Ihr Verhalten zeigt Züge irrationaler Akteure, die ideologische und religiöse Ziele über materielle Verluste stellen. Auch wenn die Hisbollah erhebliche Verluste erleidet, wird sie wahrscheinlich weiterkämpfen, um ihre politische und militärische Position im Libanon zu behaupten.<br />
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<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">3. Iran:</span><br />
   Der Iran unterstützt die Hisbollah und Hamas finanziell und militärisch, während er gleichzeitig Raketen auf Israel abfeuert. Der Iran verfolgt eine doppelte Strategie: einerseits die Schwächung Israels, andererseits die Sicherung seiner regionalen Einflusssphäre. Obwohl der Iran Eskalationspotenzial zeigt, ist seine Fähigkeit, Israel direkt zu beeinflussen, begrenzt, vor allem angesichts der israelischen Verteidigungssysteme. Das iranische Verhalten kann als das eines autokratischen Regimes gesehen werden, das mehr Wert auf ideologische und strategische Ziele legt als auf rationale Kalkulationen der Kosten.<br />
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<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">4. Libanon:</span><br />
   Der Libanon als Staat spielt eine marginale Rolle im Konflikt, da die Hisbollah de facto Teile des Landes kontrolliert. Der Staat hat weder die militärischen Kapazitäten noch die politische Stabilität, um aktiv in den Konflikt einzugreifen oder ihn zu beeinflussen. Libanon wird vor allem als Schlachtfeld und Opfer der Eskalation gesehen.<br />
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<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="text-decoration: underline;" class="mycode_u">Strategieprognose:</span></span><br />
   - <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Israel</span> wird seine Taktik fortsetzen, die Führung der Hisbollah zu eliminieren, während es versucht, Raketenangriffe zu minimieren und Kollateralschäden zu kontrollieren. Die begrenzte Bodeninvasion und gezielte Tötungen zeigen Israels Absicht, die Hisbollah durch eine Kombination von direkter militärischer Aktion und psychologischer Kriegsführung zu zermürben.<br />
   - <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Hisbollah</span> wird wahrscheinlich weiterhin Raketen abfeuern, um ihre Relevanz und Widerstandsfähigkeit zu demonstrieren, auch wenn sie geschwächt ist. Sie könnte auch auf Unterstützung des Iran hoffen, um ihre Kampagne fortzuführen.<br />
   - <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Iran</span> könnte weitere verdeckte oder direkte militärische Aktionen gegen Israel planen, während es gleichzeitig versucht, seine Verbündeten in der Region zu mobilisieren.<br />
   - <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die USA</span> werden weiterhin Israel unterstützen, aber gleichzeitig den internationalen Druck auf Israel wegen der Kollateralschäden spüren.<br />
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<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Die Dynamik dieser Eskalation bleibt gefährlich, da die Hauptakteure auf unterschiedliche Rationalitäten und Eskalationslogiken setzen.</span></blockquote>
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<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">So, was meint ihr? Wie geht man am besten mit tendenziell irrationalen (autokratischen oder fanatischen) Akteuren um? Wie stellt man Eskalationsdominanz und wirksame Abschreckung her, wenn dem Gegner nicht-materielle Ziele (z.B. Ideologie, Regime-Erhalt) wichtiger sind als materielle Verluste zu vermeiden?</span>]]></content:encoded>
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