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Trump-Regierung veröffentlicht neue Verteidigungsstrategie der USA
Aktualisiert am 24.01.2026, 07:16 Uhr Zitat:Die nationale Sicherheitsstrategie von Trumps Regierung hat die europäischen Partner geschockt. Jetzt veröffentlicht sie ihre Verteidigungsstrategie, in der auch Europa vorkommt.
Die USA wollen zwar weiter fester Bündnispartner der Nato und damit Verbündeter der Europäer sein, sehen in der Verteidigung ihres Landes und der umliegenden Regionen aber die Priorität. Das geht aus der neuen nationalen Verteidigungsstrategie der Regierung von US-Präsident Donald Trump hervor. Auch die Abschreckung gegenüber China wird darin hervorgehoben. Ein Überblick über wichtige Punkte:
...
ich habe mir noch kein Urteil gebildet. Aber nach der Sicherheitsstrategie sollten wir auch diese neuen Doktrien anschauen und ggf. diskutieren können.
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Muss man das? Diese Papiere werden alle Nase lang geschrieben und die nächsten drei Jahre entscheidet eh Trump nach persönlicher Tagesform und sicher nicht danach, wie irgendwer seine Befindlichkeiten von vor drei Tagen mal interpretiert und zu Papier gebracht hat.
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Aber das Cover "poppt"
https://media.defense.gov/2026/Jan/23/20...RATEGY.PDF
Zitat:Increase Burden-Sharing with U.S. Allies and Partners. Ours is not a strategy of isolation.
As the NSS directs, it is one of focused engagement abroad with a clear eye toward
advancing the concrete, practical interests of Americans. Through this America First,
commonsense lens, America’s alliances and partners have an essential role to play—but not
as the dependencies of the last generation. Rather, as the Department rightly prioritizes
Homeland defense and deterring China, other threats will persist, and our allies will be
essential to dealing with all of them. Our allies will do so not as a favor to us, but out of their
own interests. In the Indo-Pacific, where our allies share our desire for a free and open
regional order, allies and partners’ contributions will be vital to deterring and balancing
China. In Europe and other theaters, allies will take the lead against threats that are less
severe for us but more so for them, with critical but more limited support from the United
States.
In all cases, we will be honest but clear about the urgent need for them to do their part and
that it is in their own interests to do so without delay. We will incentivize and enable them to
step up. This requires a change in tone and style from the past, but that is necessary not only
for Americans but also for our allies and partners. For too long, allies and partners have been
content to let us subsidize their defense. Our political establishment reaped the credit while
regular Americans paid the bill. With President Trump, a new approach is in effect. Already,
President Trump has set a new global standard for defense spending at NATO’s Hague
Summit—3.5% of gross domestic product (GDP) on core military spending and an additional
1.5% on security-related spending, for a total of 5% of GDP. We will advocate that our allies
and partners meet this standard around the world, not just in Europe. As our allies do so,
together with the United States, they will be able to field the forces required to deter or defeat
potential adversaries in every key region of the world, even in the face of simultaneous
aggression. This is how we will set conditions for lasting peace through strength around the
world.
Wenn jeder Partner für 3.5% seines GDP bei der USA Waffen einkauft, kann Trump sein GDP selbstverständlich schön ankurbeln. Das wird gleich im nächsten Absatz thematisiert:
Zitat:Supercharge the U.S. Defense Industrial Base. President Trump is leading a once-in-a
century revival of American industry, re-shoring strategic industries to the United States and
revitalizing the industries previous generations had shipped overseas. We will harness this
historic initiative to rebuild our nation’s defense industry, which underpins our defense and
that of our allies and partners. We must return to being the world’s premier arsenal, one that
can produce not only for ourselves but also for our allies and partners at scale, rapidly, and at
the highest levels of quality. To achieve this, we will reinvest in U.S. defense production,
building out capacity; empowering innovators; adopting new advances in technology, like
artificial intelligence (AI); and clearing away outdated policies, practices, regulations, and
other obstacles to the type and scale of production that the Joint Force requires for the
priorities before us. We will simultaneously leverage allied and partner production not just to
meet our own requirements but also to incentivize them to increase defense spending and
help them field additional forces as quickly as possible. In the process, we will not only
ensure our own defense industrial advantage but also put our alliances on stronger footing so
that they can do their part to maintain peace through strength on a strong, equitable, and
enduring basis.
Auf 34 Seiten taucht das Wort "Trump" übrigens insgesamt 47 mal auf und es gibt 4 Abbildungen mit Präsident Trump im Bild. Manches liest sich wie eine Werbebrochüre:
Zitat:Taking our nation from the precipice of a world war just a year ago, President
Trump is now leading our nation into a new golden age, one defined by putting
Americans first in a commonsense, pragmatic, and concrete way. No longer
will we squander Americans’ will, resources, and even lives in foolish and
grandiose adventures abroad. But we will not retreat. Rather, we will unabashedly
prioritize Americans’ concrete interests with an approach of flexible realism. We
will restore the warrior ethos.
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ich glaube nicht, dass nach einem Abtritt von DT die grundsätzliche US-Politik anders wird. Mit Sicherheit ändert sich nichts "zurück", wenn DT von anderen Republikanern wie etwa seinem Vize "beerbt" würde. Selbst, wenn die Demokraten das Ruder übernehmen - der Ton könnte konzilianter werden, nicht aber der Tenor der Politik.
Trump ist insofern nur das polternde Gesicht eines generellen Wechsels der politischen Ausrichtung der USA. Und wir müssen uns daran gewöhnen - möglichst frühzeitig - dass wir die europäischen Interessen selbst vertreten und ggf. verteidigen müssen.
" Wir müssen unseren Laden selbst in Ordnung bringen. Dann kann der Rest uns mehr oder weniger egal sein."
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Es läuft immer mehr auf ein "Zwei Säulen Modell" in der NATO hinaus - die USA und europäische Staaten (EU)
Zitat: Die Rede von Friedrich Merz auf der Münchner Sicherheitskonferenz am 13. Februar stand besonders im Fokus. Wie kam sie bei den Gästen im Studio an?
Markus Lanz: Transatlantische Beziehungen im Fokus
Friedrich Merz präsentierte sich überraschend selbstbewusst und wendete sich in seiner Rede direkt an die Vereinigten Staaten. Die Kernbotschaft: mehr europäisches Selbstbewusstsein und größere Eigenständigkeit, ohne sich dabei von den Vereinigten Staaten zu lösen.
Zudem hob er die klare Zurückweisung der MAGA-Bewegung, sprach sich für freien Handel anstatt Zöllen und Protektionismus und das Festhalten an internationalen Abkommen aus. Außerdem ist für den Bundeskanzler besonders wichtig, dass die Meinungsfreiheit dort ihre Grenze findet, wo Menschenwürde und Grundgesetz verletzt werden.
Ging Friedrich Merz einen Schritt zu weit?
Mit Blick auf Deutschland warf Markus Lanz in den Raum: „Können wir uns so eine Rede von Friedrich Merz überhaupt leisten?“
Franz-Stefan Gady antwortete deutlich: „Ich glaube schon. Friedrich Merz kann sich so eine Rede leisten, da wir nach wie vor die Struktur der NATO haben. Wir haben auch weiterhin ein Eingeständnis der Vereinigten Staaten, dass sie uns im Ernstfall unterstützen. Aber, dass die Unterstützung nicht mehr so ausfallen würde, wie es in der Vergangenheit war.“
Ex-US-General: Klare Aussagen über Friedrich Merz
Dennoch sind es Aussagen von Merz, die in den USA nicht gerade auf besonders starke Zustimmung stoßen dürften. Auf die Frage an Ben Hodges, wie diese Rede in den USA aufgenommen würde, reagierte er ganz anders.
Er geriet plötzlich ins Schwärmen: „Die Vereinigten Staaten brauchen starke Verbündete. Das heißt: Wir brauchen eine Beziehung mit unseren Verbündeten auf Augenhöhe. Das habe ich eben vom Bundeskanzler gehört. Er ist für mich der selbstbewussteste Bundeskanzler, den ich seit langem gehört habe.“
Und fügte hinzu: „Es freut die Leute im Weißen Haus natürlich nicht. Er hat gesagt, dass es keine Scheidung ist. Wir machen das, was wir müssen. Ihr macht das, was ihr müsst. Aber langfristig führt das wahrscheinlich zu einer ausgeglicheneren Beziehung.“ ...
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Anscheinend gibt es jenseits von US-Militärs immer noch Kräfte in den USA, die Europa teilen und so beherrschen wollen: Zitat:EU-Topdiplomatin Kaja Kallas: «Die USA wollen Europa spalten»
EU-Topdiplomatin Kaja Kallas erhebt in einem Interview harte Vorwürfe gegen Washington: Die USA arbeiteten aktiv an der Zersetzung der EU. Und ihre Methoden seien die von regelrechten Gegnern.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas macht sich keine Illusionen mehr über das jahrzehntelang partnerschaftliche Verhältnis zwischen der EU und den USA. »Das ist eine sehr komplizierte Beziehung, die wir haben«, sagte Kallas in einem Interview mit der »Financial Times«.
Die Brüsseler Spitzendiplomatin nahm dabei Bezug auf zwei Richtungspapiere, die das Weiße Haus im Dezember und Januar veröffentlicht hatte: »Wenn man die nationale Sicherheitsstrategie und die nationale Verteidigungsstrategie liest, sollte man sich meiner Meinung nach keine Illusionen machen«, sagte Kallas.
...
Kopie hier
Wenn das passiert, dann brauchen wir gar keine Wahlen zur Selbstbestimmung mehr; es reicht ein in Washington amtierender "regierender Bundeskanzler", um die Direktiven unmittelbar an die Untergebenen in Europa zu erteilen.
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Zitat:Es läuft immer mehr auf ein "Zwei Säulen Modell" in der NATO hinaus - die USA und europäische Staaten (EU)
Ich könnte nun wieder als alter Skeptiker auftreten und fragen, ob denn selbiger Hinweis wirklich neu wäre? Nein, ist er nicht. Ich hatte hier schon mehrmals angemerkt, dass es im Rahmen der Erneuerung der Zivilisation schlechthin vonnöten ist, dass sich - in enger Verbindung zueinander - die USA im Schwerpunkt auf Asien und die Europäer auf die Konsolidierung des Maghreb, des Nahen Ostens und des Ostraumes zu konzentrieren hätten. Aber ich wurde dafür ja stark gescholten...
Schneemann
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(13.03.2026, 23:16)Schneemann schrieb: .... Ich hatte hier schon mehrmals angemerkt, dass es ... schlechthin vonnöten ist, dass sich - in enger Verbindung zueinander - die USA im Schwerpunkt auf Asien und die Europäer auf die Konsolidierung des Maghreb, des Nahen Ostens und des Ostraumes zu konzentrieren hätten. Aber ich wurde dafür ja stark gescholten...
Schneemann ich schelte nicht - und das Zwei-Säulen-Modell ist ja auch vor Jahrzehnten schon bei Globaldefence thematisiert worden.
Ich frage mich nur, seit wann der Maghreb und der Nahe Osten zum NATO-Gebiet gehören, und ob es nicht regionale Player gibt, die dort - out of aerea - besser geeignet wären.
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@Kongo Erich
Zitat:Ich frage mich nur, seit wann der Maghreb und der Nahe Osten zum NATO-Gebiet gehören, und ob es nicht regionale Player gibt, die dort - out of aerea - besser geeignet wären.
Ich denke schon, dass diese Gebiete sehr wohl zum NATO-Gebiet (besser: zur Einfluss- und Sicherheitszone) gehören sollten. Denn von dort erwarten und erwarteten uns als Europäer immer wieder gewisse Unbilden und Risiken (Bürgerkriege, irrlichternde Diktatoren, Terrorismus, Flüchtlinge etc.) - und die Vorausverteidigung wurde immer auch schon thematisiert, schon in den 1990ern, als in Algerien beinahe die Islamisten die Wahlen gewonnen hatten.
Darüber hinaus ist die Zahl der wirklich verlässlichen regionalen Player eher begrenzt. Genau genommen fallen mir nur die Türkei (die ja in der NATO ist), Israel und vielleicht noch Ägypten ein. Und diese Länder haben alle ihre eigenen Baustellen und zugleich Ziele.
Schneemann
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(14.03.2026, 12:48)Schneemann schrieb: @Kongo Erich
Ich denke schon, dass diese Gebiete sehr wohl zum NATO-Gebiet (besser: zur Einfluss- und Sicherheitszone) gehören sollten. Denn von dort erwarten und erwarteten uns als Europäer immer wieder gewisse Unbilden und Risiken (Bürgerkriege, irrlichternde Diktatoren, Terrorismus, Flüchtlinge etc.) - und die Vorausverteidigung wurde immer auch schon thematisiert, schon in den 1990ern, als in Algerien beinahe die Islamisten die Wahlen gewonnen hatten.
Darüber hinaus ist die Zahl der wirklich verlässlichen regionalen Player eher begrenzt. Genau genommen fallen mir nur die Türkei (die ja in der NATO ist), Israel und vielleicht noch Ägypten ein. Und diese Länder haben alle ihre eigenen Baustellen und zugleich Ziele.
Schneemann lass mich das noch mit Marokko und (mit Einschränkungen ?) Tunesien ergänzen. In diesen und den von Dir genannten Staaten lässt sich durch "Softpower", d.h. massive Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung über Investitionen, schon vorbeugend das von Dir genannte Gefährdungsspektrum minimieren.
Im Prinzip würde auch Algerien dazu gehören, das spielt aber momentan noch auf einem anderen Spielfeld, so dass die Unterstützungsmöglichkeiten seitens der EU begrenzt sind.
Libyen ist dagegen "dank des Sturzes von Gaddafi" wieder massiv zurück gefallen.
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Marokko ist zwar relativ stabil, aber ebenso wie bei Tunesien sehe ich ehrlich gesagt nicht die Kraft, weder wirtschaftlich noch militärisch noch hinsichtlich der Bevölkerungsanzahl, für eine ausreichende Machtprojektion. Und Algerien? Naja, vielleicht, aber ähnlich wie bei Ägypten (das ich ja auch mit "vielleicht" umrissen hatte) muss man die islamistischen Umtriebe im Auge behalten. Ich denke, dass es hier gesellschaftliche Kippelemente gibt, die sehr riskant und für Europa nur schwer kontrollierbar sein könn(t)en.
Schneemann
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Ich werde Dir gerne weiter und intensiver antworten.
Daher erst einmal nur kurz zum Maghreb:
Zwischen Marokko und Tunesien wird die gleiche Variante der arabischen Sprache genutzt. Daher bietet es sich an, die drei Staaten auf ein gemeinsames Potential abzuklopfen.
Alle diese Staaten haben eine breite und gut gebildete Bevölkerungsschicht mit hoher schulischer Bindung nach Frankreich. Das bietet sich an, um etwa Call-Center. Hotline-Angebote und andere lohnintensive Sparten in diesen Ländern bereit zu stellen. Primäres Problem der Staaten ist, dass die untereinander zerstritten sind. Das Königreich Marokko und die Sozialistische Republik Algerien haben schon ideologisch keine großen Gemeinsamkeiten.
Tatsächlich ist Marokko nicht nur (dank der Konzentrierung auf das Königtum unter Abstammung von Mohammed als Begründung für Herrschaftsansprüche) "relativ stabil".
Die fehlende Wirtschaftskraft (die ist nötig) kann durch entsprechende Investitionen aus der EU beschafft werden. Perspektivisch ist der kurze Weg über die Straße von Gibraltar z.B. durchaus geeignet, Stromtrassen mit Solarstrom aus dem Süden des Landes aufzunehmen. Dazu kommt die hervorragende geographische Lage, die Tanger zu einem Handels- und Werftzentrum am Schnittpunkt von wichtigen Seefahrtslinien machen könnte. Da ist zum Einen der West-Ost-Verkehr zwischen Mittelmeer (und dem Suezkanal) und Nordamerika, und zum Anderen der Nord-Süd-Verkehr zwischen Europa und dem Südatlantik.
Algerien zeichnet sich zunehmend als Energiedrehscheibe für fossile Energielieferungen aus Nordafrika nach Europa ab.
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/c...en.svg.png
Tunesien ist dagegen weitaus mehr als nur der Touristikstandort am Mittelmeer.
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Ich möchte primär zur US-Sicherheits- und Verteidigungsstrategie zurück kommen. Da war ja bisher immer diskutiert
= dass die USA immer weniger Rücksicht auf Verbündete nehmen und
= dass sich (daher) die NATO strukturell wandelt.
Der "Slogan America first" wirkt sich auch auf die transatlantischen Beziehungen einerseits und die Hofierung potentieller Gegner andererseits aus:
Auch die Wirtschaftswoche - ideologischen antikapitalistischer Verirrungen sicher unverdächtig - nimmt sich der Trump'schen Russlandpolitik an:
Zitat:Wie Donald Trump Milliarden in Putins Kriegskasse spült
Merz ist überrascht, Pistorius verärgert, Putin erfreut: Trump lockert die Russland-Sanktionen. Denn der US-Präsident pfeift auf die Geschlossenheit des Westens. Er schaut auf die Zapfsäulen.
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