Streitkräfte in Ostafrika - Uganda, Kenia, Tansania
#1
Die Nachbarstaaten von Somalia und dem Südsudan liegen in einer "brennzligen Ecke", ohne aber - wie etwa Äthiopien - unmittelbar in die lokalen Konflikte involviert zu sein.
Daher sollten wir gelegentlich ein Auge auf diese drei Staaten werfen - und ich fang gleich mit der Luftwaffe Ugandas an, die anscheinend inzwischen über SU-30 MK 2 verfügt:
Fotobeweis: http://www.airliners.net/photo/Uganda-- ... 1953037/M/
Videobeweis: http://www.youtube.com/watch?v=ElRy2Spsiu4
vgl. auch http://www.youtube.com/watch?v=aosA6yFR ... re=related
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#2
Sind die in der Lage, das Waffensystem einsatzbereit zu halten?
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#3
Das wissen die wahrscheinlich selbst nicht - daher dürften entsprechende Spezialisten vom Boden- bis zum Flugpersonal langfristig mit benötigt werden. Da könnte also ein langfristiges Agreement dahinter stehen, möglicherweise günstiger "Einkauf" aber dann teure "vor Ort Betreuung" ... wobei ich für Uganda eher auf die billigere MiG-29 getippt hätte, wenn schon ein Neuaufbau der Luftwaffe stattfinden soll
dazu auch http://de.rian.ru/security_and_military ... 61820.html
Zitat:Russische Kampfjets erfreuen sich reger Nachfrage in Afrika - „Wedomosti"
15:16 05/04/2010

MOSKAU, 05. April (RIA Novosti). Der russische Rüstungsexporteur Rosoboronexport verkauft 16 Su-30-Kampfjets an Algerien und sechs weitere an Uganda, berichtet die Zeitung „Wedomosti" vom Montag.
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Außerdem, so sagten der Zeitung „Wedomosti" einige Gesprächspartner aus der Rüstungsindustrie, sei im März ein Vertrag über die Lieferung von sechs Su-30MK2-Jagdflugzeugen nach Uganda abgeschlossen worden. Die Summe dieses Deals betrage wohl lediglich 200 Millionen Dollar, sagte ein Manager eines Rüstungsunternehmens. Doch es sei das erste Mal, dass ein schwarzafrikanisches Land neue schwere Jagdflugzeuge kauft. Zuvor hatte Russland mit Uganda über den Verkauf von sechs leichteren MiG-29-Maschinen verhandelt. Dies sei aber nicht verwunderlich, sagt Michail Barabanow, Redakteur von Moscow Defense Brief. Uganda genieße in der Region südlich der Sahara den Ruf einer militärischen Supermacht, sagt der Experte.
....
"militärische Supermacht" - das sind in Uganda bewaffnete Banden im Bürgerkrieg. Die letzte regionale Aktivität von Uganda war unter Idi Amin, der damals (unterstützt durch einen Freundschaftsvertrag von Gaddafi) den Vorstoß unternahm, quer durch Tansania eine Landverbindung zm Indischen Ozean zu erzwingen. Tansania nahm den Wettbewerb zwischen China und Russland zum Anlass, um 1972/73 durch Flugzeuglieferungen aus beiden Staaten (MiG 21) ein Gegengewicht zu schaffen. Der ugandische Angriff vom Oktober 1978 (MiG-17 und MiG 21 MF) wurde dann auch zurück geschlagen und mit einer Gegenoffensive zu Landa (Januar 1979) wurde Uganda mit seinen libayschen Hilfstruppen geschlagen. Das ganze endete mit der Flucht Amins nach Tripolis.
Es wird spannend, wie Tansania (das Gros der Luftwaffe besteht noch aus chinesischen F-6 aus Shenyang) auf diese Aufrüstung im Nachbarland reagieren wird.
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#4
Zitat:Es wird spannend, wie Tansania (das Gros der Luftwaffe besteht noch aus chinesischen F-6 aus Shenyang) auf diese Aufrüstung im Nachbarland reagieren wird.
Hoffentlich gibt es dort deswegen kein Wettrüsten. Das Letzte, wofür Tansania sein nicht vorhandenes Geld verpulvern sollte, sind momentan moderne Kampfflugzeuge.
Man muss sich aber auch vor Augen halten, dass sich die politische Situation zwischen Uganda und Tansania vollkommen geändert hat. Idi Amin war ein Verrückter, der Krieg gegen Tansania damals vollkommen sinnlos. Inzwischen gibt es zwischen den Làndern (plus Kenia) rege Kooperation.

Was nun die von Uganda gewählte Maschine angeht...sicher ein vielseitiges Produkt, das man im Rahmen einer Flottenerneuerung der Luftwaffe durchaus beschaffen kann. Museveni hat nun aber verkündet, dass man die Maschinen zur Terroristenbekämpfung (LRA & co.) gebrauchen will. Da hätte es doch sicher eine bessere Lösung gegeben als einen solchen Vollblutkampfjet? Zwischenstaatliche Kriege, in denen die Luftwaffe eine entscheidende Rolle spielt, sind in der Region eigentlich nicht zu erwarten, warum also eine solche Maschine? Die Frage werden sich die ugandischen Steuerzahler auch stellen. Allenfalls spielte Prestige noch eine Rolle.

@Hapy
Ja, hab mich auch gefragt, wie lange die Maschinen wohl einsatzbereit sein werden. Wir werden sehen..
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#5
hunter1 schrieb:.... Museveni hat nun aber verkündet, dass man die Maschinen zur Terroristenbekämpfung (LRA & co.) gebrauchen will. Da hätte es doch sicher eine bessere Lösung gegeben als einen solchen Vollblutkampfjet? ....
da stimme ich Dir völlig zu. Dafür wäre sogar eine Kombination aus (Kampf- und Transport-)Hubschraubern und leichten Erdkampfflugzeugen wesentlich besser geeignet.
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#6
Die ugandische Luftwaffe hat auch vier L-39 Albatros, die zur Erdkampfunterstützung eingesetzt werden können.
Ein Problem ist hingegen, das von den sechs noch vorhandenen Mi-24 nur eine einsatzbereit ist.

@Erich
Idi Amin hat viel heiße Luft produziert.
Um einen Zugang zum Indischen Ozean ging es nicht wirklich, sondern um die Annektion des Kagera-Zipfels, einer zwischen Burundi, Ruanda und dem Viktoria-See gelegenen Region von Tansania.
Grund für den ugandischen Angriff war, das Idi Amin Spaltungen innerhalb seiner Streitkräfte zu beheben hoffte, aber wohl auch die tansanische Unterstützung für Milton Obote, der übrigens genauso brutal regierte wie Idi Amin.
http://en.wikipedia.org/wiki/Milton_Obote
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#7
http://www.spiegel.de/politik/ausland/u ... 45734.html
Zitat:22.07.2012

Geplante Waffenlieferung
Drohnen für Kenia


Die USA wollen offenbar Kenia und andere ostafrikanischen Staaten im Kampf gegen somalische Milizen aufrüsten. Laut einem Zeitungsbericht stehen unter anderem ferngelenkte Aufklärungsflugzeuge auf der Lieferliste.
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Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" will das US-Verteidigungsministerium acht ferngesteuerte Kleinflugzeuge vom Typ "Raven" nach Kenia schicken. Mit diesen Mini-Drohnen lassen sich mögliche Angriffsziele auskundschaften.

Wie das "Wall Street Journal" weiter aus einem Papier des US-Verteidigungsministeriums zitiert, gehörten die Drohnen zu einem insgesamt 41 Millionen Dollar schweren Hilfspaket, das auch Lastwagen, Gewehre und Kommunikationsausstattung für die Länder Burundi, Dschibuti und Uganda umfasst.
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#8
noch ... erfolgt der Aufbau der Streitkräfte von Somalia aus Uganda (daher hier), aber ....
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausl ... 35073.html
Zitat:Ausbildungseinsatz verlängert
EU will Militärmission nach Somalia verlagern
22.01.2013 · Die Europäische Union hat ihren Einsatz zum Aufbau der somalischen Streitkräfte um zwei Jahre verlängert. Schrittweise soll die Mission von Uganda ins Bürgerkriegsland Somalia verlagert werden.
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#9
http://www.marineforum.info/html/daily_news.html
Zitat:...
27 January
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KENYA
The government has announced plans to establish a coast guard to supplement the Kenya Navy … will patrol Kenya’s territorial waters and safeguard marine interests in its exclusive economic zone … money set aside for an offshore patrol vessel (no details) already under construction in India.

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#10
http://www.tagesschau.de/ausland/kenia-145.html
Zitat:Kenias Luftwaffe greift al-Shabaab an

Stand: 06.04.2015 13:42 Uhr Nach dem Terrorangriff auf die Universität in Garissa mit 150 Toten haben kenianische Einheiten Stellungen der islamistischen al-Shabaab angegriffen. Ein Militärsprecher sagte, Kampfflugzeuge hätten die Miliz im Nachbarland Somalia bombardiert.

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#11
http://www.defenceweb.co.za/index.php?o ... Itemid=106
Zitat:Tanzanian navy commissions new vessels

Written by defenceWeb, Wednesday, 06 May 2015
TNS Msoga.Tanzanian president Jakaya Kikwete has commissioned into service two new warships supplied by China’s Poly Technologies.

The vessels, TNS Mwitongo (P77) and TNS Msoga (P78), were commissioned on April 28 at Kigamboni Command’s base in Dar es Salaam.
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Defence minister Dr Hussein Mwinyi thankejd the Republic of China for its continued support to the Tanzania People’s Defence Force (TPDF), in particular Navy Command, saying that military cooperation went back to 1971 when China provided 13 naval vessels to Tanzania, reports The Citizen.

At the moment Tanzania has a relatively small navy with four Huchuan class torpedo boats, two Ngunguri class vessels, two Shanghai II class patrol craft, two 27 foot Defender type patrol boats and two Yuchin class landing craft.

...

China’s strong relationship with Tanzanian can be seen in its support for the military. China has recently sold the East African country 24 Type 63A light amphibious tanks, 12 Type 07PA 120 mm self-propelled mortars, FB-6A mobile short-range air defence systems and A100 300 mm multiple rocket launchers. This follows military hardware delivered earlier in the decade, including tanks, armoured personnel carriers and combat aircraft.

In recent years Tanzania has received from China 30 Type-59G tanks, 14 F-7MG fighter aircraft, six K-8 trainer jets, ten WZ-551 armoured personnel carriers, 100 FN-6 surface-to-air missiles and ten Type-63A light tanks.

The Chinese government also built the Tanzanian Military Academy (TMA) and the Shanghai Construction Group has been contracted by the Tanzanian Ministry of Defence and National Service to construct 12 000 housing units financed by a $550 million loan from the Exim Bank of China.

btw: sowohl Kenia (s.o.) wie auch Tansania
Zitat:...There are big ships from developed countries, which are stealing lucrative fishes like tuna in our waters. In the recent past we had 28 piracy incidents in our waters and in five accounts the pirates hijacked the ships. They even attacked an exploration ship but our soldiers managed to apprehend them…but with these two ships we can now confidently and quickly intervene in all those threats.

“They are very expensive, but there is no alternative, protecting our territorial sovereignty is a costly endeavour. This is only the beginning, we have plans to bring in even bigger ships, and now the remaining part is mobilizing funds,” said Kikwete of the new vessels.
....
begründen ihre maritimen Ambitionen zuerst mit dem Schutz der eigenen Küstengewässer vor Raubfischern u.ä. - und nur sekundär mit dem Schutz vor Piraten vor den eigenen Küsten und überhaupt nicht (was nahe liegend wäre) mit dem Schutz der Seewege vor Somalia, also der Piratenabwehr "soweit vorne wie möglich".
Dabei könnte ich mir vorstellen, dass es vielen Staaten recht wäre, für diesen letzten Zweck (oder unter diesem Vorwand) hochseefähige Schnellboote an die Nachbarstaaten von Somalia abzugeben - und dafür dann das eigene (kostenintensive) Engagement zurück zu fahren.
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#12
Ein erfolgreicher Angriff von Al-Shabaab auf einen kenianischen Militärstützpunkt in Somalia legt Defizite beim kenianischen Militär bloß:
http://warisboring.com/articles/dozens- ... se-horror/
Zitat:Dozens of Kenyan Soldiers Die in Somalia Base Horror

During the early morning hours of Friday, Jan. 15, several vehicles strapped with explosives drove into the perimeter defenses of the Kenyan base in El Adde in southwestern Somalia. With the perimeter breached, around 200 militants stormed the camp and killed dozens of soldiers.

Bedenklich ist, das zuvor schon burundische und ugandische Truppen Opfer gleichartiger Angriffe wurden, und das Al-Shabaab noch immer ausreichend Truppen für derartige Angriffe konzentrieren kann.
Vor allem scheint es Probleme bei der Aufklärung und Koordination zu geben.
Bei der Luftunterstützung ist imho das Problem, das die kenianische Luftwaffe kaum für COIN-Aufgaben ausgelegte Kampfflugzeuge besitzt. Das Heer ist da mit seinen Kampfhubschraubern besser ausgestattet.
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#13
Kenia beschafft - auch für seine Streitkräfte - leichte Mannschaftstransporter vom Typ VN-4 von China:
http://defence-blog.com/army/kenya-to-b ... riers.html
Zitat:Kenya to buy Chinese VN-4 multi-role light armoured personnel carriers

Kenya has signed a contract to buy VN-4 multi-role light armoured personnel carriers. The VN-4 is produced in China and is manufactured by China North Industries Corporation (NORINCO).

Kenya has bought about 20 armored vehicles to equip for police forces, armored troops, peacekeeping and anti-terrorism.

Die Dinger scheinen ja ganz schön flink zu sein - vielleicht das ideale Fahrzeug für den Krieg in Somalia.
Ich denke, das die VN-4 auch mit diesem Gedanken beschafft worden sind.
Fragt sich nur, ob die kenianische Armee mit ihnen ihre Defizite bei der Aufklärung kompensieren kann.
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