Russland & Verbündete gegen Europa & USA
Zitat:Weil die inneren Angelegenheiten eines Staates andere Staaten nichts angehen...
Bei diesem Satz stellen sich mir instinktiv schon die Nackenhaare auf. Nicht deswegen, weil der Satz an sich nicht richtig wäre - er ist sogar im Kern (bis zu einem gewissen Grad zumindest) durchaus gewichtig -, sondern weil genau dieser Satz abgrundtief missbraucht wurde, und zwar zumeist von irgendwelchen Diktaturen, die damit ihre expansionistischen Ziele absicherten.

Nach Ausbruch des Koreakrieges etwa hatte das US State Department in Moskau angefragt, ob man Kim nicht stoppen könne. Aus Moskau kam nur, dass dies eine innere Angelegenheit Koreas sei und man sich nicht einzumischen gedenke (!), obwohl Stalin zuvor Kim explizit den Angriff erlaubt und ihn mit Waffen ausgerüstet hatte. Das Krönchen des Lächerlichen setzte man sich beim Prager Frühling 1968 auf - auch hier forderten die Westmächte, dass die Intervention des Warschauer Paktes in der CSSR gestoppt werden solle. Tenor aus Moskau: Man wolle sich nicht in interne tschechische Vorgänge einmischen - während die halbe Welt im TV sehen konnte, wie Sowjettanks durch Prag rasselten...

Schneemann
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Zitat: Nein, das ist nicht das Völkerrecht. Und überzogener Legalismus ist eines der wesentlichen Merkmale überregulierter Kriegsführung (also ritualisierter Kriegsführung). Zudem wird das vermeintliche Recht hier meist auch nur vorgeschoben als bequeme Ausrede und steht dahinter einfach die Kriegsunfähigkeit.

Aus welchem logischen Grund hätte man den in Mali in einen Krieg ziehen sollen ? Wir haben weder wirtschaftliche noch andere Interessen dort . Also gibt es keinen Grund . Anders die Franzosen , da ging es rein um wirtschaftliche Interessen .
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Wobei man es meiner Meinung nach nicht auf "wirtschaftliche Interessen" der Franzosen reduzieren kann. Der Maghreb ist für Europa generell ein wichtiges Terrain, deutlich wichtiger als der Irak oder der Hindukusch. Bereits Ende der 1980er und v. a. dann in den 1990ern - auch im Kontext des algerischen Bürgerkrieges - wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass Nordafrika eine Art Unterleib Europas ist und dass das Mittelmeer als "Barriere" nicht ausreichen wird, weswegen ein Augenmerk auf diese Region für Europa sehr gewichtig sei.

Das Problem ist und war eher, dass man mit relativ wenig Engagement sich dort tummelte - ob dies nun an fehlendem Geld oder fehlendem Material, Kurzsichtigkeit, "Kriegsunfähigkeit" (wie hier schon besprochen hinsichtlich der Kultur des Krieges) oder Desinteresse lag, sei dahingestellt -, während zugleich islamistische Gruppen und neuerdings auch irgendwelche Putschistenregime und russische Söldner sich ihre privaten Reiche errichten. Und dies ist für Europa i. d. T. ein Bedrohungsmoment...

Schneemann
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(Gestern, 14:40)Schneemann schrieb: Der Maghreb ist für Europa generell ein wichtiges Terrain, deutlich wichtiger als der Irak oder der Hindukusch. Bereits Ende der 1980er und v. a. dann in den 1990ern - auch im Kontext des algerischen Bürgerkrieges - wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass Nordafrika eine Art Unterleib Europas ist und dass das Mittelmeer als "Barriere" nicht ausreichen wird, weswegen ein Augenmerk auf diese Region für Europa sehr gewichtig sei.

Schneemann

Stabile Regierungen wie die in Libyen hat man aus demokratischen Sendungswahn oder Dummheit heraus demontiert. Dafür haben allerlei Islamisten aus der Region in der EU freundlicherweise Asyl bekommen usw. hätte man sich komplett rausgehalten Stände Nordafrika wesentlich besser da. Selbst Mursi hat man ja noch gehyped gegen die ach so "bösen säkulären Militärs" in Ägypten.
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Das sehe ich ebenso . Unser Flüchtlingsproblem ist ja auch nicht einfach so entstanden . Der größte Teil der menschennkommt doch aus Ländern wo wir uns eingemischt haben . Und auch die Wege der Flüchtlinge sind doch durch uns selbst geebnet worden .
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