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Ich bin ehrlich gesagt auch etwas verwundert. Da erahnen wir Anhand des neuen Reders, dass das Schiff ggf. statt 13.000 Tonnen evtl. nur 11.000 Tonnen haben wird und schon ist wieder Untergang des Abendlandes.
Kritik an der Beschaffung in Bezug auf Kosten und Unabhängigkeit kann ich ja nachvollziehen. Aber bezüglich Fähigkeiten??? Wir sprechen hier von riesigen Kreuzern. Auf dem Entwurf sind Containerplätze zu sehen und bei einer solchen Größe wird es auch Missionsbuchten etc. geben.
Das Schiff ist in allen Szenarien gewappnet. Für Piratenjagt verwendet man nicht bevorzugt Kreuzer. Auch nicht für andere Missionen von geringer Intensität. Falls man in so einem Szenario ballistischem Schutz benötigt kann man so einen einzelnen Kreuzer beistellen. Solche Schiffe sind aber ganz sicher nicht das Rückgrat für solche Einsätze. So etwas kann man mit F125, Muse oder noch geringer bewaffneten Schiffen abbilden.
Die Kritik an der F125 um 180 Grad zu drehen halte ich ehrlich gesagt für absurd. Man meint ja man benötigt eine F126 mit der Ausstattung der F127, das Ganze 200 Meter lang, da man ansonsten einfach nicht für alles gewappnet ist. Ich weiß, aufgrund von Personalmangel müssen es einige wenige Schlachtschiffe sein, welche alles können.
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(02.10.2026, 21:48)Kopernikus schrieb: Du kannst besser mit einer AB Piraten jagen als mit einer F125 2026 durchs Rote Meer fahren.
Falls de Bedrohung des 3.WK abnehmen sollte, wirst Du kaum noch Pirateneinsätze oder vor der Küste von Krisenregionen Patroullie fahren können. Die Verbreitung von Drohnen, Raketen etc ist nicht zu stoppen.
Da wird eine Bundesregierung keine K130 oder F125 mehr hinschicken. Es sei den eine vollausgewachsene Fregatte gibt Geleitschutz. Sonst hätte die F125 nicht um Afrika schippern müssen.
Die F125 ist um Afrika gefahren, weil sie einen EGV dabei hatte. Den hätte sie garantiert nicht verteidigen können. Auch wenn es gut gegangen wäre, will niemand das Risiko für eine solche Mission eingehen, den EGV zu verlieren.
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(02.10.2026, 21:35)Helios schrieb: Im gleichen Zug die "optimalen" Piratenjäger oder "Friedensdividendenpolizeikreuzer" anzuführen, die nicht aufgrund von Forderungen der Marine gebaut wurden, sondern politisch zusammengestutzt wurden, ergibt deshalb in zweierlei Hinsicht keinen Sinn. Von meiner durchaus polemischen Überzeichnung mal abgesehen, tut es meiner Meinung nach wenig zur Sache, warum man den Weg gegangen ist und wer es verbockt hat.
Und natürlich ist es richtig, dass man zu KK-Zeiten nicht ahnen konnte, was danach kommen würde. Man muss das auch nicht als Vorwurf an damalige Entscheider werten. Kern der Aussage ist doch auch nur, dass man sich jetzt zweimal hintereinander in Situationen wiedergefunden hat, in denen man mit Schiffen für den zuletzt geführten Krieg dastand, die für den nächsten zu führenden Krieg nicht die besten Vorraussetzungen mit sich brachten. Man hat dann im Rahmen der K131/MKS180-Entwicklung festgestellt, dass man darauf reagieren sollte, indem man die nächsten Schiffe besonders flexibel auslegt, um nicht erneut in so eine Situation zu kommen. Mit der Abkehr von der F126 hat man diesen Kurs dann aber wieder hintenan gestellt, weil insbesondere Zulauf und vermeintlich auch Risikominimierung in den Vordergrund gerückt sind.
Zitat:Vor allem aber mit der Aussage, dass die Marine die gleichen Fehler wiederholt, obwohl die Entscheidungen die Marine gar nicht zu verantworten hat.
Diese Aussage von DPU mache ich mir auch nicht zu eigen, ebenso wenig das diesbezügliche Urteil über die F127, dafür ist mir die Informationslage hinsichtlich der dafür entscheidenden Aspekte noch viel zu wage, da gebe ich dir absolut Recht. Die F127 kritisiere ich gerne aus anderen Gründen, die auf bekannten Informationen beruhen.
(02.10.2026, 21:48)Kopernikus schrieb: Du kannst besser mit einer AB Piraten jagen als mit einer F125 2026 durchs Rote Meer fahren. Auch dem kann ich nur schwer widersprechen. Unser Problem dabei wäre, dass wir für die AB nicht genug Personal zusammenbekommen würden.
Zitat:Falls de Bedrohung des 3.WK abnehmen sollte, wirst Du kaum noch Pirateneinsätze oder vor der Küste von Krisenregionen Patroullie fahren können. Die Verbreitung von Drohnen, Raketen etc ist nicht zu stoppen.
Auch das ist richtig. Deshalb müsste der Ansatz ja auch sein, Schiffe zukünftig für beides zu befähigen, bzw. für möglichst viele Eventualitäten anpassbar zu gestalten. D.h. sowohl VLS-Zellen, als auch ISO-Stellplätze, Aussetzsyteme etc. und vor allem: Aufwuchsreserven in Volumen, Masse und Systemintegration.
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(03.10.2026, 00:13)Broensen schrieb: Auch das ist richtig. Deshalb müsste der Ansatz ja auch sein, Schiffe zukünftig für beides zu befähigen, bzw. für möglichst viele Eventualitäten anpassbar zu gestalten. D.h. sowohl VLS-Zellen, als auch ISO-Stellplätze, Aussetzsyteme etc. und vor allem: Aufwuchsreserven in Volumen, Masse und Systemintegration.
Ich persönlich habe nichts dagegen, dass die High Variante unserer Fregatten über ein gewisses Potential an flexiblen Modulen verfügt. Ich denke aber auch, dass dies begrenzt sein sollte um die Schiffe nicht aufzublähen. Ich halte den primären Fokus welchen wir mit unseren beiden Fregatten aktuell haben für richtig.
Bei Modulen gibt es ja eine wirkliche Vielzahl an Möglichkeiten. Wenn man sich alleine ansieht, was möglich wäre und Plätze an Deck benötigt, kommt man schnell zur Erkenntnis, dass dies nicht auf einer Fregatte bewerkstelligt werden kann bzw. sollte. Ich sehe hier vielmehr ein Schiff mit Grundbewaffung bis RAM und dann aber Platz für 8 Container an Deck und mehr. Natürlich auch mit seitlichem Buchten usw. Solche Schiffe könnten dann Aufgaben von Katastrophenhilfe, Drohnenmutterschiff, Strike mittels Loitering Munition und werd weiß noch alles erfüllen.
Solche Dimensionen machen for eine Fregatte wenig Sinn. Selbst die f126 war doch nur eingeschränkt flexibel ausgelegt, da die Modulplätze auf einer Fregatte einfach begrenzt sind.
Die F127 ist eine Wollmilchsau, die Eier kann ein anderes Schiff legen.
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(03.10.2026, 00:13)Broensen schrieb: Man muss das auch nicht als Vorwurf an damalige Entscheider werten. Kern der Aussage ist doch auch nur, dass man sich jetzt zweimal hintereinander in Situationen wiedergefunden hat, in denen man mit Schiffen für den zuletzt geführten Krieg dastand, die für den nächsten zu führenden Krieg nicht die besten Vorraussetzungen mit sich brachten.
Kern der Aussage war, dass die Marine Lektionen nicht gelernt hätte und sich hinsichtlich ihrer Doktrin im Kreis bewegt. Natürlich ist das ein Vorwurf, und natürlich ist es dabei relevant wer welche Entscheidung zu verantworten hat. Die Behauptungen hinsichtlich der Entscheidungen sind schlicht nicht haltbar, daher ergibt auch die Aussage selbst keinen Sinn. Insbesondere nicht, aber da hast du dich selbst ja schon heraus genommen, wenn es um eine Bewertung der Zukunft geht.
Zitat:Man hat dann im Rahmen der K131/MKS180-Entwicklung festgestellt, dass man darauf reagieren sollte, indem man die nächsten Schiffe besonders flexibel auslegt, um nicht erneut in so eine Situation zu kommen.
Es gab zwei Hauptgründe für die Flexibilität durch Modularisierung, zum einen die absehbar zu geringe Flottengröße, zum anderen der Kostendruck. Die Schiffe wurden für eine Vielzahl von Aufgaben geplant, die (auch aufgrund der Bauvorschriften) schon rein finanziell nicht in einen Entwurf integrierbar waren, geschweige denn auf mehrere Entwürfe aufteilbar. Unter anderem wird das auch durch geplante Module wie Taucherdruckkammer oder Minenkampf deutlich.
Das ein solcher Entwurf theoretisch auch eine leichtere Anpassung an zukünftige Szenarien erlaubt ist richtig und bot einen Mehrwert, ist praktisch aber genauso durch die konkrete Auslegung begrenzt wie Raum- und Lastreserven.
Und um da den Schwenk wieder zur F127 zu schaffen, weder sind die notwendigen Informationen für eine Bewertung der Flexibilität vorhanden, noch zeichnet sich rein aufgrund der Auslegung ab, dass die Schiffe abseits von LV/BV-Szenarien nicht sinnvoll verwendbar wären. Im Gegenteil stellen sie nach der aktuellen Planung eine Abkehr vom Prinzip der klaren Fokussierung auf eine eng definierte Kernaufgabe dar, was auch nur über die Größe und die Akzeptanz der Kosten funktioniert.
Mit der Abkehr von der F126 hat man diesen Kurs dann aber wieder hintenan gestellt, weil insbesondere Zulauf und vermeintlich auch Risikominimierung in den Vordergrund gerückt sind.
Diese Aussage von DPU mache ich mir auch nicht zu eigen, ebenso wenig das diesbezügliche Urteil über die F127, dafür ist mir die Informationslage hinsichtlich der dafür entscheidenden Aspekte noch viel zu wage, da gebe ich dir absolut Recht. Die F127 kritisiere ich gerne aus anderen Gründen, die auf bekannten Informationen beruhen.
Zitat:Auch dem kann ich nur schwer widersprechen. Unser Problem dabei wäre, dass wir für die AB nicht genug Personal zusammenbekommen würden. 
Es will auch niemand eine AB, sondern wenn überhaupt die Fähigkeiten einer AB in einem modernen, personalreduzierten Entwurf. Und das weißt du auch, deswegen weiß ich nicht, warum diese Nebelkerzen immer wieder sein müssen.
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(03.10.2026, 13:20)Helios schrieb: Kern der Aussage war, dass... Ich hatte lediglich auf deine Frage "Was soll der selbe Ansatz sein, der offenbar schon zweimal gescheitert ist?" an DPU geantwortet, weil ich wußte, was er damit gemeint hat. Das hätte ich vielleicht nicht tun sollen, denn ich wollte mich der Diskussion eigentlich gar nicht auf seiner Seite anschließen und habe da auch -wie bereits ausgeführt- eine etwas differenziertere Sicht, z.B. hinsichtlich der Schuldzuweisung. Deshalb war meine Aussage dann auch mehr auf retrospektive Feststellungen und Lehren bezogen als auf Vorwürfe.
Außerdem teile ich die Kernaussage, die Marine würde Fehler wiederholen, insbesondere hinsichtlich der F127 auch explizit nicht. Wenn jemand dahingehend Fehler wiederholt, dann ist das mMn die Politik, wenn man jetzt von Bestrebungen hört, das Schiff kleiner auszulegen. Die Marine fällt mir da eher negativ auf hinsichtlich der Aegis-Fixierung, aber nicht hinsichtlich der Gesamtauslegung, soweit bisher bekannt. Die scheint die bisher sinnvollste dahingehend zu werden.
Zitat:Es will auch niemand eine AB, sondern wenn überhaupt die Fähigkeiten einer AB in einem modernen, personalreduzierten Entwurf. Und das weißt du auch, deswegen weiß ich nicht, warum diese Nebelkerzen immer wieder sein müssen.
Kopernikus' Aussage war der Vergleich AB vs. F125, auf den war das bezogen, nicht auf zukünftige Schiffe. (Konnte aber so verstanden werden, hast Recht.)
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Mal die Abhängigkeit von dem USA außen vor, könnte der Budget Druck hier ein Glücksfall sein. Wir sind ja nicht bei GMF 140 angelangt. Auf den Rendern kann man sehen, dass die zweite Insel weggefallen ist. Die VLS Zahl ist unverändert. So könnte sich das Schiff der AB weiter annähern, was einige hier ja als ideal ansehen um die Risiken zu minimieren. Sonderlocken werden zusammen gestrichen.
Wir brauchen die Schiffe möglichst schnell und der Preis darf nicht ins astronomische abgleiten, da ansonsten die Stückzahl erheblich sinken wird. Ich bin dem Projekt gegenüber aktuell wieder etwas wohlgesonnener, auch wenn ich mir weiterhin die Aufteilung der Klasse in eine Variante ohne Aegis wünsche.
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(03.10.2026, 14:30)Leuco schrieb: Auf den Rendern kann man sehen, dass die zweite Insel weggefallen ist. Die VLS Zahl ist unverändert. So könnte sich das Schiff der AB weiter annähern, was einige hier ja als ideal ansehen um die Risiken zu minimieren. Sonderlocken werden zusammen gestrichen. Die Annäherung an die AB wird ja deswegen gutgeheißt, weil man so Update- und Modernisierungspfade der US Navy nachvollziehen und die Schiffe damit auf längere Sicht aktuell und einsatzbereit halten kann, ohne dafür eigene Entwicklungen anstoßen zu müssen, die sich womöglich noch besonders schwierig gestalten würden ob der US-bedingt möglichen Beschränkungen des technologischen Zugriffs. Dabei geht es aber bewusst nicht um das Schiff AB/F127, sondern allein um den Aegis-Komplex aus CMS mit Sensoren und Effektoren.
Spielt dafür das 2-Insel-Design eine Rolle? Erfordert das eine CMS-Anpassung o.ä.?
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„Helios“ schrieb:Das ist in Kombination ein Widerspruch in sich, entweder schafft die Marine es, eine eigene Agenda abseits der tatsächlichen (und politisch vorgegebenen) Anforderungen durch die Widerstände der politischen Ebene zu bringen, oder sie schafft es nicht und ist damit nicht für die Auslegung der Schiffe oder die Gesamtplanung verantwortlich. In dem Fall wirst du mich falsch verstanden haben, denn nur die erste der beiden Punkte bezieht auf die konkrete Auslegung der eigenen Fähigkeiten.
Der zweite bezieht sich auf die Handhabung der Beschaffungen an sich, nicht deren Inhalt. Hauptsächlich in dem Umstand, dass Beschaffungen sowohl von der politischen wie auch militärischen Ebene gesehen als Inselprojekte verstanden werden, deren Platz in einem schlüssigen Gesamtgefüge variabel zu sein scheint und die Priorität zur Durchsetzung dieses Anspruchs damit an hinterster Stelle zu stehen scheint. Viele andere Marinen definieren ein Flottenbauprogramm nach bestimmten Maßstäben, was solche Vorgänge meist weitgehend verhindert, ein Projekt im Zweifel ausgeritten wird. Sowas gibt es im deutschen Militärschiffbau nicht, mit den entsprechenden Folgen, dass so gut wie jedes aktuelle Projekt hier 24/7 auf dem Prüfstand steht und man eigentlich mit kaum einer Fähigkeit noch wirklich fest planen kann.
Klar kann man jetzt sagen, dass nicht die Marine sondern die Politik das letzte Wort in dieser Hinsicht hat. Aber da es letztlich die Aufgabe der Marine wäre, ihre Ideen durch die politische Ebene zu bringen, trifft sie hier damit ebenfalls eine gewisse Schuld an der Misere. Anstatt zu sagen „XYZ ist als elementarer Baustein einer Planungen entstanden die auf XYZ Untersuchungen basiert und die wir jetzt kaum noch ändern können“, lässt man nahezu alles vorbehaltlos mit sich machen. Und das sage ich als jemand, der das Selbstverständnis der Marine für nostalgische Weltfremderei hält. Aber selbst ich hätte im Zweifel lieber die geistigen Auswüchse eines Admirals vergangener Epoche, als gar keins.
Zitat:Für den ersten Punkt hätte ich gern ein konkretes Beispiel, denn ich wüsste nicht, welcher Auslegungsfokus von der Marine gesetzt und verantwortet nicht zu den gesetzten Aufgaben passte.
Es gibt mMn sogar ein sehr grundsätzliches Beispiel hierfür, die gesamte Bundesmarine zwischen 1956-90. Genauer gesagt ihr strategischer Ansatz, denn bis zum (und nach) Ende des Kalten Krieges befand sich diese mMn in Zwietracht mit ihrer eigenen Identität. War sie eine Marine, die den Kräften des Warschauer Packts den Weg in die Nordsee versperren sollte? War sie eine Hochseemarine, die Versorgungsrouten nach Deutschland schützen sollte? War sie einer Verlängerung des Heeres um die Seeflanke für den Landkrieg zu Decken?
Was die Bundesmarine vermutlich eigentlich hätte sein sollen (oder besser gesagt müssen), wäre eine Ostseesperre um Kräften des Warschauer Packs den Weg in die Nordsee zu versperren. Ähnlich wie die dänische Marine zu der Zeit. Nach meinem Verständnis bestand aber gerade das Marinekommando stets auf Dicksschiffe, Zerstörer und Fregatten, während der Küstenschutzaspekt mehr als Nebengedanke behandelt wurde. Während letzterer erst Anfang der 70er wirklich ernstzunehmende Fähigkeiten erhielt, brach man sich förmlich einen Zacken aus der Krone um bei den „großen Jungs“ mitmischen zu können, machte die eigene Industrie fit für den Fregattenbau und beschaffte parallel Lenkwaffenzerstörer aus dem Vereinigten Staaten, wollte mit der F121 sogar noch einen oben drauf setzen. In einer Zeit, in der es die Bundesmarine als Blue Water Navy meines Erachtens nach überhaupt nicht gebraucht hätte und durch was viele Ressourcen nicht mehr in der Ostsee flossen, obwohl dort der Schuh eigentlich gedrückt hätte.
Mit dem Resultat, dass die Bundesmarine in beiden Bereichen keinen Fähigkeitsstand erreichte, den sie hätte erreichen können oder erreichen müssen. In den Küstenschutz wurde zwar investiert, besonders auch in den späteren Jahren, aber gewisse Fähigkeiten wie bspw eine landgestützte AShM-Fähigkeit wurden nie beschafft, trotz Notwendigkeit. Und das die Blue Water Capabilities bis zur F122 (und eigentlich auch danach) recht dürftig dastanden, sollte eigentlich auch nicht kontrovers sein.
Das ist für mich symptomatisch für den Konflikt zwischen dem, was die Marine selber gerne wäre und dem, was die Marine eigentlich sein muss. In einem anderen Kontext und damit auch mit anderen jeweiligen Auswirkungen, aber dieses Prinzip zieht sich meiner Auffassung nach wie ein roter Faden durch nahezu die gesamte Marinegeschichte. Heute hätte man es eigentlich einfacher, da sich die Einsatzräume Nordsee/Nordmeer und Ostsee nicht mehr so grundsätzlich verschiedenen präsentieren wie sie es einst taten, aber nach wie vor scheint dieser Konflitk zu existieren.
„Kopernikus“ schrieb:Du kannst besser mit einer AB Piraten jagen als mit einer F125 2026 durchs Rote Meer fahren. Halte ich für einen ungeeigneten Vergleich. Hier redet ja niemand davon, eine weitere F125 aufzusetzen und diese anstatt der bisher ausgelegten F127 zu beschaffen. Wenn man sich allerdings dem Umstand bewusst ist, dass wir mehr höchstverschiedene Anforderungen in diversen Szenarien gewählten müssen als wir relativer Schiffe für diese Szenarien unterhalten können, sollte man sich mMn die Frage stellen, ob entsprechende fokussierte Auslegungen noch zeitgemäß sind.
Wir erleben jetzt gerade in allen drei unserer Fregattenklassen die Konsequenzen derer recht fokussierten Auslegung, die in einer kleinen bis mittelgroßen Marine wie der DM zu allgegenwärtigen Stückzahlproblemen führt. Obendrauf kommen unsere aktuellen Personalprobleme sowie in ein Paar Jahren Finanzprobleme sobald der Aufrüstungs“Boom“ politisch versiegt ist.
Insofern hast du zwar nicht unbedingt Unrecht, aber das würde meines Erachtens am Ende nur noch zu noch mehr Disfunktionalität führen, als ohnehin bereits.
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(03.10.2026, 15:19)Broensen schrieb: Dabei geht es aber bewusst nicht um das Schiff AB/F127, sondern allein um den Aegis-Komplex aus CMS mit Sensoren und Effektoren.
Spielt dafür das 2-Insel-Design eine Rolle? Erfordert das eine CMS-Anpassung o.ä.?
Mir geht es bewusst um die Gesamtheit des Projekts und nicht deren Teilaspekte. Alles was zusätzlich in das Schiff gepackt wird erfordert Investition, Entwicklungszeit, Bauzeit, Aufwand in Form von Wartung. Die Risiken bezüglich der Funktion steigen. Ich halte das Schiff in der bisherigen Form für überkomplex, was dazu führen könnte, dass wir niemals die volle Einsatzreife erlangen.
Natürlich ist das doppelte CMS der größte Knackpunkt. Trotzdem halte ich es für richtig wegzustreichen, was nicht zwingend benötigt wird um das Projekt insgesamt kontrollierbarer zu bekommen.
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Kurz im Voraus etwas bezüglich des Große Crew Arguments:
Die F127 wird momentan mit einer Crew von 156 geplant. Ich würde mal davon ausgehen, das da noch die Aircrew dazu kommt, womit wir bei ca.180 Crew insgesamt wären.
Quelle: https://www.hartpunkt.de/fregatte-127-an...d-zu-ende/
Das ist mehr als vertretbar und wesentlich weniger als sowohl AB(359 Q:USN) als auch F124 (214+18 Q:BW)
(02.10.2026, 22:08)Leuco schrieb: Ich bin ehrlich gesagt auch etwas verwundert. Da erahnen wir Anhand des neuen Reders, dass das Schiff ggf. statt 13.000 Tonnen evtl. nur 11.000 Tonnen haben wird und schon ist wieder Untergang des Abendlandes.
Kritik an der Beschaffung in Bezug auf Kosten und Unabhängigkeit kann ich ja nachvollziehen. Aber bezüglich Fähigkeiten??? Wir sprechen hier von riesigen Kreuzern. Auf dem Entwurf sind Containerplätze zu sehen und bei einer solchen Größe wird es auch Missionsbuchten etc. geben.
Das Schiff ist in allen Szenarien gewappnet. Für Piratenjagt verwendet man nicht bevorzugt Kreuzer. Auch nicht für andere Missionen von geringer Intensität. Falls man in so einem Szenario ballistischem Schutz benötigt kann man so einen einzelnen Kreuzer beistellen. Solche Schiffe sind aber ganz sicher nicht das Rückgrat für solche Einsätze. So etwas kann man mit F125, Muse oder noch geringer bewaffneten Schiffen abbilden.
Die Kritik an der F125 um 180 Grad zu drehen halte ich ehrlich gesagt für absurd. Man meint ja man benötigt eine F126 mit der Ausstattung der F127, das Ganze 200 Meter lang, da man ansonsten einfach nicht für alles gewappnet ist. Ich weiß, aufgrund von Personalmangel müssen es einige wenige Schlachtschiffe sein, welche alles können. 
Der wegfall der zweiten Insel führt nicht unbedingt zu einer Reduzierung in der Größe und wenn ich mir den einen Render ohne zweite Insel (der Rest auf der TKMS Seite hat 2 Inseln) anschaue und mit den Rest vergleiche, dann hat der Schornstein längentechnisch die gleiche Footprint wie die hinter Insel zuvor.
Alle neuen Entwürfe mit spy 6/7 in der großen variante rangieren bei 22+m breite, weshalb nicht davon auszugehen ist, das die Schiffe schmaler oder kürzer geworden sind und an dem Tiefgang wird sich auch nicht signifikant was geändert haben, weshalb eine Signifikante Reduktion der Tonnage nicht zu erwarten ist.
(03.10.2026, 14:30)Leuco schrieb: Mal die Abhängigkeit von dem USA außen vor, könnte der Budget Druck hier ein Glücksfall sein. Wir sind ja nicht bei GMF 140 angelangt. Auf den Rendern kann man sehen, dass die zweite Insel weggefallen ist. Die VLS Zahl ist unverändert. So könnte sich das Schiff der AB weiter annähern, was einige hier ja als ideal ansehen um die Risiken zu minimieren. Sonderlocken werden zusammen gestrichen.
Wir brauchen die Schiffe möglichst schnell und der Preis darf nicht ins astronomische abgleiten, da ansonsten die Stückzahl erheblich sinken wird. Ich bin dem Projekt gegenüber aktuell wieder etwas wohlgesonnener, auch wenn ich mir weiterhin die Aufteilung der Klasse in eine Variante ohne Aegis wünsche.
(03.10.2026, 15:19)Broensen schrieb: Die Annäherung an die AB wird ja deswegen gutgeheißt, weil man so Update- und Modernisierungspfade der US Navy nachvollziehen und die Schiffe damit auf längere Sicht aktuell und einsatzbereit halten kann, ohne dafür eigene Entwicklungen anstoßen zu müssen, die sich womöglich noch besonders schwierig gestalten würden ob der US-bedingt möglichen Beschränkungen des technologischen Zugriffs. Dabei geht es aber bewusst nicht um das Schiff AB/F127, sondern allein um den Aegis-Komplex aus CMS mit Sensoren und Effektoren.
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Da die USN in allen ihren next gen Planungen(BBGX und DDGX) auch konsequent auf einen aufgeteilten Radaraufbau verteilt auf zwei Inseln geht sind hier eigentlich keine Komplikationen zu erwarten.
Das gilt auch unabhängig von den sich immer ändernden Plänen der USN, da es schonmal mit AEGIS gemacht wurde, auf den ersten AEGIS Schiffen den Ticos. Dort war das vordere und Steuerbord Panel auf der vorderen Insel und die andern beiden auf der Achterinsel ca. 50m weiter hinten.
Abgesehen davon ist die hier diskutierte Grafik mit nur einer Sensorinsel nur eine von mehreren Grafiken auf der TKMS Website, die anderen zeigen einen anderen Entwurf(aber alle den gleichen), der sich eigentlich nur im Sensorlage unterscheiden, wenn ich die grafiken so analysiere. Bei dem VLS kann ich es beim Zweiinseldesgn nicht abschließend erkennen, aber wen dem was zu erkennen ist würde ich sagen, das man dort auch bei 64 VLS achtern und 32 vorne ist, da das Vordeck Layout der Beiden entwürfe identisch zu sein scheint.
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(03.10.2026, 16:00)Leuco schrieb: Mir geht es bewusst um die Gesamtheit des Projekts und nicht deren Teilaspekte. Dann war das allerdings unglücklich formuliert:
(03.10.2026, 14:30)Leuco schrieb: Auf den Rendern kann man sehen, dass die zweite Insel weggefallen ist... So könnte sich das Schiff der AB weiter annähern, was einige hier ja als ideal ansehen um die Risiken zu minimieren. Das suggeriert für mich eine Verknüpfung zwischen 1/2-Insel-Design und der vorteilhaften Harmonisierung mit den AB.
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(03.10.2026, 17:09)Broensen schrieb: Dann war das allerdings unglücklich formuliert:
Das suggeriert für mich eine Verknüpfung zwischen 1/2-Insel-Design und der vorteilhaften Harmonisierung mit den AB.
Gebe ich dir recht, darauf wollte ich nicht hinaus. Mehr die Hoffnung, dass man mit dem Abspecken (sichtbar ist ja nur der Wegfall der zweiten Insel) auch weitere deutsche Sonderlocken sein lässt, welche sich sicherlich im bisherigen Entwurf noch innerhalb des Schiffs versteckt haben. Ich würde hier spekulieren, dass hier nicht nur der Mast reduziert wurde.
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Zu behaupten, dass die Bundesmarine den Küstenschutz bzw. den Schutz der Ostseezugänge im Kalten Krieg vernachlässigt hätte, entspricht nicht der Realität: zu diesen Zwecken hatte die Bundesmarine 40 FK-Schnellboote, zwei Dutzend U-Boote, die u.a. für den Einsatz in der Ostsee so winzig waren, eine ausgeprägte Minenkampffähigkeit und 100 landgestützte Jagdbomber.
Vergleichsweise wurde eher die Fähigkeit zum Schutz der Seeverbindungen vernachlässigt bzw. hinkte man bis zur F122 der Entwicklung hinterher.
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(03.10.2026, 15:40)DopePopeUrban schrieb: Anstatt zu sagen „XYZ ist als elementarer Baustein einer Planungen entstanden die auf XYZ Untersuchungen basiert und die wir jetzt kaum noch ändern können“, lässt man nahezu alles vorbehaltlos mit sich machen.
Ich halte es für wenig sinnvoll, das hier weiter zu diskutieren. Deine Sicht auf diese Dinge kann ich nicht mal Ansatzweise folgen, die Relevanz für das Thema verstehe ich auch nicht.
Zitat:Es gibt mMn sogar ein sehr grundsätzliches Beispiel hierfür, die gesamte Bundesmarine zwischen 1956-90.
Wir haben sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, was ein "konkretes Beispiel" ist. Zu deinem Text habe ich einen eigenen Strang aufgemacht, da passt aus meiner Sicht doch so einiges nicht. Siehe:
https://www.forum-sicherheitspolitik.org...p?tid=8227
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