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(28.05.2026, 22:31)Bairbus schrieb: Ich teile die Ansicht, dass Schweden ein eher leichtes Flugzeug als Gripen-Ersatz sucht, überhaupt nicht.
Schweden transformiert ihre Streitkräfte gerade und stellt sie breiter auf.
Die Gripen E ist gerade erst eingeführt worden und wird noch lange weiterfliegen.
Was jetzt fehlt, ist eine Abrundung nach oben. Vielleicht nicht als Anfangjäger, sondern eher als schwer bewaffneter Jagdbomber, oder als Mehrzeckkampfflugzeug mit Stealth-Eigenschaften, was in der Ostsee und im Skagerrak die Küste vor feindlichen Kriegsschiffen verteidigen kann.
Wie auch immer die schwedischen Anforderungen tatsächlich aussehen: Ich stimme Dir zu, dass dort gerade ein gewaltiger Transformationsprozess im Gange ist. Schweden (und auch Finnland) sind jetzt in die NATO- Verteidigungsarchitektur eingebunden und sind insoweit auch gezwungen, in ganz anderen Kategorien zu denken.
Das ist weit weg von einer Verteidigungsplanung als neutrales Land im kalten Krieg und auch nicht vergleichbar mit dem Status als NATO-PfP-Nation in den letzten 30 Jahren.
Welche konkreten Einflüsse das auf die Anforderungen eines 6th-Gen-Fighters hat, das weis ich natürlich auch nicht. Aber die Ausgangslage ist seit 2022 eine gänzlich andere.
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„Broensen“ schrieb:Ich bin auch davon überzeugt, dass Schweden sich militärisch auch sehr darauf konzentrieren wird, […] „Bairbus“ schrieb:Schweden transformiert ihre Streitkräfte gerade und stellt sie breiter auf. „DorJur“ schrieb:Wie auch immer die schwedischen Anforderungen tatsächlich aussehen: Ich stimme Dir zu, dass dort gerade ein gewaltiger Transformationsprozess im Gange ist. Schweden (und auch Finnland) sind jetzt in die NATO- Verteidigungsarchitektur eingebunden und sind insoweit auch gezwungen, in ganz anderen Kategorien zu denken.
Das ist weit weg von einer Verteidigungsplanung als neutrales Land im kalten Krieg und auch nicht vergleichbar mit dem Status als NATO-PfP-Nation in den letzten 30 Jahren. Obgleich in der Gripen noch viel DNA des Kalten Krieges steckt sollte man sich nicht darin vertun, dass die JAS39 bei ihrer Indienststellung 1996 schon nicht mehr dem „klassischen“ Bild der schwedischen Luftverteidigungsdoktrin entsprach.
Das ist kein Äquivalent zu den vorangegangenen Draken und Viggen, die noch eng um GCI-Doktrin konzipiert wurden (und sich teils deswegen auch im Export zum Ladenhüter entwickelten). Das ist ein leichter Mehrrolenjäger, der im Air-to-Air, Air-to-Surface, Anti-Ship, SEAD, Reconnaissance und Electronic Warfare verwendet werden kann und das mit einem kommunizierten Combat Radius von rund 800km. Das reicht um St Petersburg von Stockholm oder Murmansk von Lulea aus zu bombardieren, also ein Abfangjäger für die Kurzstrecke ist das schon nicht mehr. https://prokcssmedia.blob.core.windows.n...nglish.pdf
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Auch hat sich in Bezug auf die schwedische Verteidigungsdoktrin mMn deutlich weniger geändert, als man vielleicht meinen sollte. Schweden hat seit Anfang der 90er im Rahmen von PfP eng mit der NATO zusammengearbeitet und ist seit 2009 Mitglied von NORDEFCO, einer Verteidigungskooperation zwischen Schweden, Finland, Dänemark, Norwegen und Island. Die jeweiligen Heeres-, Marine- und Luftstreitkräfte beüben seit fast zwei Jahrzehnten die kollektive Verteidigung. Schweden ist seit 2008 Mitglied der EU Nordic Battlegroup, kämpfte an Seite der NATO in Afghanistan und pflegte seit 2014 durch FISE ein defacto Defensivbündnis mit Finland, das beide Streitkräfte eng ineinander integrierte und die rechtlichen Grundlagen für das Entsenden von Beistandstruppen in die jeweiligen nationalen Hoheitsgebiete sowie ein gemeinsames Oberkommando im Bündnisfall schuf.
Unter anderem deshalb konnten sich Schweden und Finnland so vergleichsweise leicht und schnell in bestehende NATO-Strukturen integrieren, da die ihre nationalen Verteidigungsstrategien bereits auf den bilateralen Bündnisfall ausgelegt waren bzw. sind. Also es ist jetzt nicht so, dass durch den NATO-Beitritt beider plötzlich ihre gesamte Verteidigungsplanung auf den Kopf gestellt wird, obgleich der Fokus auf die Bündnisverteidigung nochmal stärker in den Fokus rücken dürfte als bisher. Aber das scheint nach meinem Eindruck lediglich das Ende eines kontinuierlichen Prozesses zu sein, der schon seit rund 30 Jahren läuft.
Was nicht heißt, dass ein Gripen-Nachfolger keine Anpassungen hinsichtlich der Einsatzdoktrin erhalten würde. Die werden definitiv passieren. Aber daraus wird mMn kein schwedischer Eurofighter oder etwas ähnliches entstehen, da schwedische Grundsatzdoktrin auch im Rahmen einer NATO-Bündnisverteidigung weiterhin Relevanz haben wird.
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„Broensen“ schrieb:Das lässt sich mMn aber eben nicht mit einer 6th-Gen-Entwicklung beibehalten. Alleine schon die obligatorische Stealth-Thematik macht doch günstige Mehrrollen-Flieger eigentlich unmöglich. Ganz abgesehen davon, dass ein von vornherein mit Cloud und CCA geplantes Luftkampfsystem im Export ohne diese Elemente schwer wirtschaftlich zu vermarkten sein sollte. Kommt darauf an, wie man die 6. Generation definiert. Wenn man darunter eine Plattform versteht, die inhärent in einem Verbund aus CCA operiert, wäre das durchaus der Fall, wenn man darunter (wie ich) einfach nur den nächsten Inovationszyklus von Kampfflugzeugen versteht, dessen Auswüchse einzelfallabhängig sind, wäre das nicht der Fall.
Persönlich halte ich den unterschied zwischen 5th gen und 6th gen ohnehin für non-existent. Combat Cloud und CCAs existieren auch unabhängig der bemannten Plattform. Also warum wird eine F-35 nicht zur 6th gen Plattform sobald sie in diesem Verbund agiert, wohingegen eine neuere Version der F-35 (ohne Heckleitwerk damits futuristisch aussieht) nach den meisten Definitionen ein 6th gen fighter wäre? Wird eine Saab Gripen zum 6th gen fighter wenn man sie mit CCAs und Helsing KI paart, oder muss man wegen fehlenden Stealth-Eigenschaften eine halbe Generation abziehen, also dann 5.5. Generation?
Oder handelt es sich bei der 6. Generation einfach nur um moderne Neuauflagen der 5. Generation die besser an die Fortschritte in Aerodynamik und Drohnenwesen angepasst sind und die nur 6. Generation genannt wird weil es cool klingt? Stealth war die große Exklusiveigenschaft, die die 5. von der 4. Generation trennte. Aber was trennt die 6. Generation von der 5. Generation als Exklusiveigenschaft, die sich so in keiner anderen Generation findet? Mir fällt nichts ein.
Ich glaube du verstehst, worauf ich hinaus will. Die Grenze, sofern man hier überhaupt von einer Grenze sprechen will, verläuft vollkommen fließend und damit ist es mEn eine Einzelfallentscheidung, ob eine Plattform für den Export geeignet ist oder nicht.
Zitat:Denn dieser Jet müssten dann ja sowohl über die Komponenten zum vernetzten Betrieb, als auch über eine vollständige Sensorik und entsprechende Effektoren verfügen.
Das ist auch ziemlich genau der Ansatz, den ich für einen deutsch-französischen oder deutsch-schwedischen NGF favorisiere. Kein Systemverbund sondern ein Ökosystem, in dem jede Komponente entweder im Verbund oder einzeln genutzt werden kann. Was sich meinerseits nicht primär auf die Exportfähigkeit begründet (die nur aufgrund der Partner Dassault/Saab Relevanz hat), sondern auf die Redundanz des Systems. Denn wenn wir einen fixen Systemverbund unterhalten indem spezifische Fähigkeiten auf spezifische Plattformen ausgelagert sind die eine zentralisierte Combat Cloud brauchen um effizient arbeiten zu können, geht der Ansatz in Flammen auf sobald mal was mit der Combat Cloud nicht funktioniert oder Teile des Verbunds nicht verfügbar sind.
Zitat:Allein mit nord- und mitteleuropäischen F-35, deutschen EF und schwedischen Gripen landet man schon bei über 700 in der nächsten Generation zu ersetzenden Kampfjets, dazu könnten noch die anderen EF-Nutzer kommen, sofern die bei 2-Muster-Flotten bleiben und nicht in den USA kaufen wollen.
Wir wissen doch noch nicht, wie sich der CCA-Ansatz auf zukünftige Stückzahlen eines NGFs auswirken wird. 700 Plattformen wäre der ist-Zustand, wenn der Bestand im 1-1 Verhältnis ersetzt werden würde. Da ein NGF als CCA-Führungseinheit aber vermutlich zwei Besatzungsmitglieder benötigt und die CCA teilweise bemannte Plattformen ersetzen, wird die Stückzahl der nötigen Flugzeuge vermutlich (deutlich) geringer ausfallen, als das jetzt der Fall ist.
Ich kann mir gut und gerne vorstellen, dass aus rund 200x EF und F-35 der Luftwaffe nur noch +/-120x NGF werden könnten, zusammen mit der zweifachen oder dreifachen Anzahl an CCAs. Das ist ja gerade der Punkt, der dieses Modell meiner Auffassung nach für Kunden dessen Bestandsflotten aus niedrigen bis mittleren zweistelligen Stückzahlen bestehen so „unattraktiv“ macht. In der CCA-Produktion wird der Rubel rollen, aber Saab hätte dann wirklich hauptsächlich nur den NGF zu vertreiben und das an eine europäische Kundschaft, die vermutlich nicht gewillt sein wird, verbindliche Zugeständnisse dafür zu machen. Der NGF würde in Norwegen, Finland oder auch in Dänemark direkt mit GCAP und SCAF konkurrieren, der Erfolg dieses Ansatzes ist also alles andere als sicher. Und das Polen einen deutsch-schwedischen NGF beschafft, halte ich persönlich für äußerst unwahrscheinlich.
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Diese Nachteile ließe sich eventuell durch einen gemeinsamen Pool im Bereich Luftwaffenequipment umgehen, aber sowas braucht einen Kooperationswillen und entsprechende staatliche bzw. überstaatliche Stellen die sowas ermöglichen, was ich kurz- bis mittelfristig nicht für realistisch halte. Sinnvoll wäre es zweifellos, aber das wird mit diversen nationalen Interessen nur schwerlich vereinbar sein.
Angefangen bei uns, weil wir bzw undere politischen Vertreter überhaupt nicht hinter der Idee einer kollektiven europäischen Verteidigung stehen. Nicht mal hinter einer europäischen Verteidigung generell.
Zitat:Also wenn wir unbedingt einen eigenen NGF bauen wollen und das mit Dassault nicht funktioniert, dann muss dieser Jet halt auch wirklich einen echten Mehrwert liefern gegenüber einer Juniorpartnerschaft bei Tempest oder dem Dassault-NGF.
Mehrwert generell wird es ja inhärent geben, da eine Plattform die von Grund auf mit dem Ansatz konzipiert wurde innerhalb eines CCA- und Combat Cloud Ökosystems wirken kann definitiv eine Mehrleistungen gegenüber einem EF haben wird, den man retroperspektivisch dazu ertüchtigt. Auch die Stealth Eigenschaften sowie die perspektivische Interoperabilität der deutschen und schwedischen Luftwaffe wäre hier ein Mehrwert. Und nicht zuletzt ermöglicht die Beteiligung an einer solchen Plattform den Erhalt der eigenen Fähigkeiten sowie die Möglichkeit, eigene Upgrades und eventuell Sonderversionen der Plattform für den Eigenbedarf zu entwickeln.
Ich verstehe aber was du meinst, bis auf letzteres sind alle diese Vorteile tendenziell auch mit der Lizenzproduktion von GCAP oder SCAF zu erreichen. Entsprechend sollte man hier auch keine Investitionen tätigen sodass man meinen könnte, man würde hier das Rad neu erfinden.
Weshalb ich es für einem deutsch-schwedischen NGF auch für sinnvoll erachte, die Kirche sozusagen im Dorf zu lassen was das Fähigkeitsspektrum angeht. Keine aerodynamisch und sensorische High End Plattform, auch kein Jet-Trainer mit Führungsbefähigung am anderen Ende des Spektrums, einfach ein kompakter und stinklangweilig-durchschnittlicher Mehrrollenjäger. Zur High End Plattform wird er wenn er innerhalb des CCA- und Cloud-Ökosystems arbeitet, außerhalb dessen wird er zur F-16 der 2040er. Kompatibel mit allem, gebunden an nichts.
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(29.05.2026, 11:25)DopePopeUrban schrieb: Stealth war die große Exklusiveigenschaft, die die 5. von der 4. Generation trennte. Aber was trennt die 6. Generation von der 5. Generation als Exklusiveigenschaft, die sich so in keiner anderen Generation findet? Mir fällt nichts ein.
Im Allgemeinen werden die Generationen so Quartett-Karten-mäßig unterschieden. Meiner Meinung nach wäre es sinnvoller, Fähigkeiten zu betrachten. Also 5. Generation hat die Fähigkeit, im Wirkungsbereich des Gegners unerkannt zu operieren. Nach dieser Definition wäre auch ein Gripen mit exzellenten Jamming und Spoofing 5. Generation. 6. Generation ist ein Kampfjet, dessen Sensorreichweite und Wirkungsbereich deutlich vergrößert ist. Ein Kampfjet einer höheren Generation muss allerdings nicht die Voraussetzungen niedrigerer Generationen erfüllen, weil das für die spezifische Einsatzdoktrin, auf die ihre Fähigkeiten hin ausgelegt sind, nicht zwingend erforderlich ist, genauso wie ein Kampfjet der 5. Generation nicht die Schnelligkeit und Wendigkeit eines Kampfflugzeugs der 4. Generation aufweisen muss. Dementsprechend kann man auch einen Eurofighter zu einem Kampfflugzeug der 6. Generation aufrüsten, ohne deswegen seine Stealth-Fähigkeiten verbessern zu müssen ... theoretisch. Die spezifischen erforderlichen Fähigkeiten ergeben sich aus der zur jeweiligen Zeit präferierten Einsatzdoktrin. Wenn der Konsens ist, dass in den nächsten Jahrzehnten eine Zentrale eines CCA-Verbunds unerkannt im gegnerischen Wirkungsbereich agieren können muss, dann wären für ein Kampfjet der 6. Generation Stealth- oder äquivalente Fähigkeiten eben erforderlich.
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Airbus hat es richtig erkannt, dass die Filetstücke für die Zukunft sind die Combat Cloud und die unmanned Komponenten verschiedener Klassen.
Die Tatsache, dass der finanzielle Rahmen zu sehr auf das manned Kampfflugzeug ausgerichtet wurde, war ein massiver Fehler. Ansonsten ändert sich wenig entweder eine Rückkehr zum Georeturn Prinzip oder halt zwei Flugzeuge.
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(29.05.2026, 11:25)DopePopeUrban schrieb: Obgleich in der Gripen noch viel DNA des Kalten Krieges steckt sollte man sich nicht darin vertun, dass die JAS39 bei ihrer Indienststellung 1996 schon nicht mehr dem „klassischen“ Bild der schwedischen Luftverteidigungsdoktrin entsprach. ... daraus wird mMn kein schwedischer Eurofighter oder etwas ähnliches entstehen, da schwedische Grundsatzdoktrin auch im Rahmen einer NATO-Bündnisverteidigung weiterhin Relevanz haben wird. Man muss dabei auch aufpassen, nicht die Einsatzdoktrin der letzten 30 Jahre als Maßstab heranzuziehen, sondern jene, die ursprünglich zu der Grundauslegung der Gripen geführt hat, womit wir uns in den frühen 80ern bewegen, also mitten im Kalten Krieg. Ja, sie war von vornherein ein Mehrzweckkampflugzeug, geschenkt. Für einen jetzt zu entwickelnden Nachfolger ist das aber sowieso gesetzt, so wie bei allen neuen Projekten. Es wird nur noch Schwerpunktunterschiede hinsichtlich bestimmter Eigenschaften geben. Und bei Schweden wird mMn aufgrund der geografischen Lage ein Fokus auf die Luft/Luft-Rolle sowie Aufklärung gelegt werden und in einem gewissen Masse auch die Seekriegsführung aus der Luft eine Rolle spielen, außerdem wird allein aufgrund klimatischer Bedingungen eine gewisse Robustheit angestrebt werden.
Oder erwartest du eine andere Grundauslegung für Schweden?
Zitat:Kommt darauf an, wie man die 6. Generation definiert. Wenn man darunter eine Plattform versteht, die inhärent in einem Verbund aus CCA operiert, wäre das durchaus der Fall, wenn man darunter (wie ich) einfach nur den nächsten Inovationszyklus von Kampfflugzeugen versteht, dessen Auswüchse einzelfallabhängig sind, wäre das nicht der Fall.
Ich denke, man muss sich bei "6.Generation" überlegen, was man will. Einen wirklichen Schritt nach vorne oder ein Marketing-Label. (Ja, eigentlich ist es völlig egal und fließend, aber es hilft in der Diskussion, wenn man über das gleiche spricht.)
Die Tatsache, dass wir mittlerweile tlw. über Gen 4++ reden, spricht mMn dagegen, einfach Innovationzyklen mit Generationen gleichzusetzen. Es braucht für mich klare technologische "ja/nein"-Schritte, um eine neue Generation zu begründen.
Also selbst, wenn wir nur eine "Mindestanforderung" für die 6.Gen definieren wollen, wird Stealth und Drohnen allein nicht reichen. Wir brauchen eine markante technische Eigenschaft, die Kampfjets der 5.Gen nicht aufweisen, bzw. die nicht Teil ihrer Grundauslegung ist. Z.B. könnte man für Gen4 FlyBy Wire nennen und für Gen5 das konsequente Stealth-Design, ohne das die fortschreitende Digitalisierung der Gen4+ nicht für einen vollen Generationsschritt genügte.
Da aktuelle 5.Gen-Muster jetzt so langsam mit der Fähigkeit zum Führen unbemannter Systeme ausgestattet werden, spricht das allein eigentlich erstmal für eine Gen5+ und noch nicht für Gen6.
Für den nächsten Schritt muss diese Vernetzung von Systemen mit Design-bestimmender Bestandteil des Grundmusters sein. Um einen Generationsschritt proklamieren zu können, müssen unsere neuen Kampfjet-Projekte gegenüber F-22/35, als die uns am besten bekannten Gen5-Vertreter, einen echten Fortschritt in der Grundauslegung aufweisen, sonst bauen wir eben keine Gen6, sondern nur Gen5+. (Zumal wir ja auch selbst keine Gen5 bauen, aber die F-35 betreiben. Es wäre mehr als albern, zu behaupten, der NGF sei Gen6, während die F-35 Gen5 ist, wenn der Unterschied lediglich darin besteht, dass die den NGF begleitenden CCA von vornherein geplant waren, während sie bei der F-35 ein Update erfordert haben, im Endeffekt aber die gleiche Leistung bieten. Das wäre für mich ein Etikettenschwindel, der dadurch problematisch wird, dass der Generationssprung als Argument für die enormen Kosten herhalten muss. Oder einfacher: Ist eine europäische oder gar nationale "F-35+" uns Hunderte Milliarden wert?
Zitat:Persönlich halte ich den unterschied zwischen 5th gen und 6th gen ohnehin für non-existent. Combat Cloud und CCAs existieren auch unabhängig der bemannten Plattform. Also warum wird eine F-35 nicht zur 6th gen Plattform sobald sie in diesem Verbund agiert, wohingegen eine neuere Version der F-35 (ohne Heckleitwerk damits futuristisch aussieht) nach den meisten Definitionen ein 6th gen fighter wäre?
Letzteres würde ich so nicht sehen, weshalb ich dann auch zu einem anderen Schluss gelange. Eine F-35 kann nicht zur Gen6 weiterentwickelt werden, weil ihre Grundauslegung der Gen5 entstammt.
Zitat:Wird eine Saab Gripen zum 6th gen fighter wenn man sie mit CCAs und Helsing KI paart, oder muss man wegen fehlenden Stealth-Eigenschaften eine halbe Generation abziehen, also dann 5.5. Generation?
Das klingt zwar albern, aber ich würde sagen, ein nicht grundlegend nach Stealth-Gesichtspunkten entworfener Kampfjet wird immer Gen4 bleiben, weil das für die Generationen 5 und 6 Grundvoraussetzung ist.
Zitat:Aber was trennt die 6. Generation von der 5. Generation als Exklusiveigenschaft, die sich so in keiner anderen Generation findet?
Das ist die große Frage. Und deshalb halte ich auch den Begriff der Gen6 teilweise für falsch eingesetzt. Wenn die F-47 jetzt letzten Endes wirklich nur eine verbesserte F-35 werden sollte, SCAF ein Stealth-Rafale und GCAP .... was auch immer, dann ist das die Gen5+, aber nicht mehr als das.
Mir fallen zwei Aspekte ein, die womöglich einen Generationssprung rechtfertigen würden:
1. Verzicht auf bestimmte Fähigkeiten (Wirkmittel, Sensoren), die bisherige Jets aufwiesen, durch Auslagerung in den Verbund
2. besondere technische Merkmale, wie z.B. der Verzicht auf eine manuelle Flugsteuerung oder Systembedienung zugunsten von KI-Systemen mit man-in/on-the-loop.
Zitat:Die Grenze, sofern man hier überhaupt von einer Grenze sprechen will, verläuft vollkommen fließend und damit ist es mEn eine Einzelfallentscheidung, ob eine Plattform für den Export geeignet ist oder nicht.
Ich bin halt der Überzeugung, dass eine "echte" Gen6-Plattform, die diese Bezeichnung auch verdient, grundsätzlich weder für "Low-Budget"-Exportkunden, noch für solche in Frage kommen, die nicht Teil eines tiefgreifenden Bündnisses mit uns sind. Ersteres wegen der Kosten, Letzteres wegen dem Risiko. Ich würde das allerdings auch für Gen5 schon so sehen, nur bauen wir die halt bisher nicht.
Zitat:Das ist auch ziemlich genau der Ansatz, den ich für einen deutsch-französischen oder deutsch-schwedischen NGF favorisiere. Kein Systemverbund sondern ein Ökosystem, in dem jede Komponente entweder im Verbund oder einzeln genutzt werden kann.
Was für mich kein Gen6-System im Sinne der Vernetzung sein kann. Also wäre das entweder Gen5 oder du kannst einen anderen besonders herausstechenden Technologieschritt benennen, der den Generationssprung rechtfertigt. Ansonsten ist das dann eben ein Gen5-Flieger mit optionaler Vernetzung, also max. Gen5+.
Zitat:die Exportfähigkeit ... die nur aufgrund der Partner Dassault/Saab Relevanz hat
Das würde ich so pauschal gar nicht sagen, es sei denn, du beziehst hier "Export" allein auf den Export außerhalb unseres Bündnissystems. Denn innerhalb ist der Export extrem wichtig, Schweden und Deutschland allein rechtfertigen keinen eigenen Kampfjet, das muss schon der "Leopard der Lüfte" werden.
Zitat:Was sich meinerseits nicht primär auf die Exportfähigkeit begründet, ... sondern auf die Redundanz des Systems. Denn wenn wir einen fixen Systemverbund unterhalten indem spezifische Fähigkeiten auf spezifische Plattformen ausgelagert sind die eine zentralisierte Combat Cloud brauchen um effizient arbeiten zu können, geht der Ansatz in Flammen auf sobald mal was mit der Combat Cloud nicht funktioniert oder Teile des Verbunds nicht verfügbar sind.
Das ist halt ein Zielkonflikt der Gen6. Wenn man dieses Risiko nicht eingehen will, dann muss man halt bei der Gen5 bleiben.
Meine persönliche Position dazu ist, dass der 6thGen-Fighter selbst eine Grundbewaffnung für Luft/Luft sowie Abwehrmaßnahmen und ein Radar selbst tragen muss, so dass er sich bei Verlust der Vernetzung autark verteidigen kann. Die Rückfallebene auf der Missionsseite muss dabei durch zunehmende Autonomie der unbemannten Komponenten erreicht werden.
Zitat:Wir wissen doch noch nicht, wie sich der CCA-Ansatz auf zukünftige Stückzahlen eines NGFs auswirken wird.
Deshalb schrieb ich explizit "zu ersetzende" und nicht "zu beschaffende" Kampfjets. Natürlich wird man bei einem Luftkampfverbund so etwas wie ein "Kampfjet-Äquivalent" ansetzen müssen für den Ersatz der Bestandsflotten. Dieser Faktor wird sicher dynamisch variieren, je nach Flottengröße, -zusammensetzung und -ausrichtung.
Zitat:Das ist ja gerade der Punkt, der dieses Modell meiner Auffassung nach für Kunden dessen Bestandsflotten aus niedrigen bis mittleren zweistelligen Stückzahlen bestehen so „unattraktiv“ macht.
Aber dann muss man entweder dieses Modell hinterfragen oder einen Weg finden, wie es auch für kleinere Luftflotten praktikabel wird, z.B. durch Pooling. Dazu können auch unterschiedliche CCA-Konzepte ein Thema sein, aber man sollte nicht das Gesamtsystem beschneiden, um es für eine breitere Basis nutzbar zu machen.
Zitat:In der CCA-Produktion wird der Rubel rollen, aber Saab hätte dann wirklich hauptsächlich nur den NGF zu vertreiben und das an eine europäische Kundschaft, die vermutlich nicht gewillt sein wird, verbindliche Zugeständnisse dafür zu machen.
Ich würde ja bei einem Saab/AD&S-NGF auch bspw. einen Loyal Wingman davon ableiten, an dem Saab ebenso beteiligt wäre. Und wie gesagt glaube ich auch nicht, dass Saab die Gripen in dem Fall nur durch diesen NGF ersetzen, sondern eben auch weiterhin einen einfacheren, einstrahligen Kampfjet (Gen4++/5) für den Exportmarkt anbieten würde, den dann vielleicht sogar auch mit AD&S gemeinsam und als LIFT-Ergänzung für den NGF ausgelegt.
Zitat:Der NGF würde in Norwegen, Finland oder auch in Dänemark direkt mit GCAP und SCAF konkurrieren, der Erfolg dieses Ansatzes ist also alles andere als sicher.
Sicher kann man sich da nie sein, aber je besser ein Gesamtkonzept auf den Nutzer zugeschnitten ist, desto größer die Chancen.
Daher würde ich diesen Verbund explizit nicht auf die Deutsche Luftwaffe zuschneiden, sondern auf den Bedarf aller skandinavischen und mitteleuropäischen Luftwaffen. Dann sind GCAP und SCAF eben keine direkte Konkurrenz, weil sie den Kundenanforderungen weniger entsprechen als unser Angebot. Und dazu gehört -wie du es auch schon ansprichst- eine intensive Begleitung durch Politik und Militär, weil dafür eben der gemeinsame Gesamtverbund das ausschlaggebende Argument sein wird.
Zitat:Und das Polen einen deutsch-schwedischen NGF beschafft, halte ich persönlich für äußerst unwahrscheinlich.
Das stimmt.
Zitat:Ich verstehe aber was du meinst, bis auf letzteres sind alle diese Vorteile tendenziell auch mit der Lizenzproduktion von GCAP oder SCAF zu erreichen. Entsprechend sollte man hier auch keine Investitionen tätigen sodass man meinen könnte, man würde hier das Rad neu erfinden.
Ganz genau. Entweder man geht den Weg konsequent oder man lässt es. Aber auf keinen Fall sollte ein DEU/SWE-NGF finanziert werden, der keinen echten Generationswechsel mit sich bringt und nicht aufgrund seiner Grundkonzeption innerhalb unserer Bündnisstrukturen genug Abnehmer finden kann, um auf einen Export außerhalb davon verzichten zu können.
Zitat:Weshalb ich es für einem deutsch-schwedischen NGF auch für sinnvoll erachte, die Kirche sozusagen im Dorf zu lassen was das Fähigkeitsspektrum angeht. Keine aerodynamisch und sensorische High End Plattform, auch kein Jet-Trainer mit Führungsbefähigung am anderen Ende des Spektrums, einfach ein kompakter und stinklangweilig-durchschnittlicher Mehrrollenjäger.
Bis zum letzten Teilsatz bin ich bei dir. Allerdings stellt sich mir die Frage, was du unter Mehrrollenjäger verstehst. Wenn das ein mit der F-35 vergleichbares Flugzeug ist, dann würde ich darauf verzichten.
Meine Vorstellung ist grob gesagt eine Plattform, die sehr gute Flugleistungen mit minimaler Grundausstattung kombiniert. Der bemannte Stealth-Kampfjet wird zweistrahlig und von vornherein als Zweisitzer ausgelegt, erhält ein vernünftiges Radar, die nötigsten Defensivsysteme, interne Waffenschächte für Luft/Luft-Raketen und ansonsten vor allem Kommunikations- und Führungstechnik. Luft-Boden-Effektoren, EloKa-Systeme etc. werden grundsätzlich durch CCA zur Verfügung gestellt, extern getragene Waffen und Pods am Kampfjet entfallen. Bei der Vernetzung werden AEW&C und SigInt-Plattformen mit einbezogen. Für die Verbringung der verschiedenen CCA in den Einsatz werden unterschiedliche Verfahren entwickelt, das kann sein, dass sie von Transportfliegern ausgesetzt oder per Booster vom Boden aus gestartet werden.
Und ich möchte gerne noch anführen, dass ich persönlich nicht unbedingt überzeugt davon bin, dass wir das alles wirklich brauchen. Aber wenn, dann richtig. Ansonsten bitte alles auf UCAV setzen.
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(29.05.2026, 20:51)Broensen schrieb: Meine Vorstellung ist grob gesagt eine Plattform, die sehr gute Flugleistungen mit minimaler Grundausstattung kombiniert. Der bemannte Stealth-Kampfjet wird zweistrahlig und von vornherein als Zweisitzer ausgelegt, erhält ein vernünftiges Radar, die nötigsten Defensivsysteme, interne Waffenschächte für Luft/Luft-Raketen und ansonsten vor allem Kommunikations- und Führungstechnik. Luft-Boden-Effektoren, EloKa-Systeme etc. werden grundsätzlich durch CCA zur Verfügung gestellt, extern getragene Waffen und Pods am Kampfjet entfallen. Bei der Vernetzung werden AEW&C und SigInt-Plattformen mit einbezogen. Für die Verbringung der verschiedenen CCA in den Einsatz werden unterschiedliche Verfahren entwickelt, das kann sein, dass sie von Transportfliegern ausgesetzt oder per Booster vom Boden aus gestartet werden.
Und ich möchte gerne noch anführen, dass ich persönlich nicht unbedingt überzeugt davon bin, dass wir das alles wirklich brauchen. Aber wenn, dann richtig. Ansonsten bitte alles auf UCAV setzen.
Wenn das Deine Vorstellung ist, was ist dann die Aufgabe dieses Flugzeuges?
Führen kannst Du die CCA auch aus der AWACS o.ä. Plattformen oder vom Boden aus. Wenn die Verbindung NGF zu CCA über 50km sicher und stabil ist, dann wird sie auch 3 Jahre weiterentwickelt auch über 400km stabil sein.
Und die Luft-Luft-Raketen kannst du auch in entsprechende CCA implementieren. Alternativ rüstetst Du Transportflieger mit Langsterecken-Luft-Luft-Raketen aus.
Wofür dann eine bemannte Plattform die eine Gruppe CCA nicht so gut führen kann wie ein Operator im Sessel in einer A320 oder einer Bodenstation.
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(29.05.2026, 20:51)Broensen schrieb: Bis zum letzten Teilsatz bin ich bei dir. Allerdings stellt sich mir die Frage, was du unter Mehrrollenjäger verstehst. Wenn das ein mit der F-35 vergleichbares Flugzeug ist, dann würde ich darauf verzichten.
Wär das vielleicht eine Idee, einfach eine F-35 -Kopie zu bauen, nur mit europäischer Technik und günstigerem Unterhalt? Da müssten sich doch die Entwicklungskosten in Grenzen halten können. Das wuppt ja quasi sogar Südkorea ...
Zitat:Meine Vorstellung ist grob gesagt eine Plattform, die sehr gute Flugleistungen mit minimaler Grundausstattung kombiniert. Der bemannte Stealth-Kampfjet wird zweistrahlig und von vornherein als Zweisitzer ausgelegt,
Was soll genau der zweite Mann, was eine KI nicht besser könnte?
Im Grunde kann die KI mindestens so gut fliegen und das Umfeld beobachten und Ziele zuweisen. Eigentlich reicht es doch, wenn einer drinsitzt zum Abnicken.
Man muss ja auch bedenken, dass diese Plattform immer neue CCAs dirigieren kann. Da werden ja nicht die Bomben ausgeklinkt und umgedreht, im Gegenteil, Luftbetankung und weiter, gerade wenn die Stückzahlen klein sind .... Insofern macht da eine längere Standzeit durchaus Sinn, und das verträgt eine KI auch sehr gut, sodass sie eigentlich alle Aufgaben so ziemlich autonom durchführen können sollte, und dann reicht auch ein Urinbeutel im Cockpit ....
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(29.05.2026, 22:56)Kopernikus schrieb: Wenn das Deine Vorstellung ist, was ist dann die Aufgabe dieses Flugzeuges? Das ist eine legitime Frage, deswegen ist für mich ja auch der Verzicht auf einen eigenen bemannten 6th-Gen-Kampfjet durchaus eine Option. Eben weil er bis zu seiner Einführung schon wieder obsolet sein könnte.
Zitat:Führen kannst Du die CCA auch aus der AWACS o.ä. Plattformen oder vom Boden aus. Wenn die Verbindung NGF zu CCA über 50km sicher und stabil ist, dann wird sie auch 3 Jahre weiterentwickelt auch über 400km stabil sein.
Es wird dazu kommen, aber ich vermag nicht zu sagen, wann es soweit sein wird. Aber im Moment ist sicher noch keine ausreichend störungsresistente und zugleich leistungsstarke Kommunikation über die Entfernungen möglich, die ein AWACS zu den CCAs halten muss, um nicht zum leichten Ziel zu werden. Da würde ich sogar die von dir genannten 50km zum NGF in Frage stellen. Wir reden schließlich über potentiell durch massiv EloKa beeinflussten Luftraum.
Zitat:Und die Luft-Luft-Raketen kannst du auch in entsprechende CCA implementieren.
Natürlich könnte und wird man das, aber es geht ja darum, bei Ausfall der Vernetzung noch überlebensfähig zu sein, um nur einen Mission-Kill hinnehmen zu müssen.
(29.05.2026, 22:59)LieberTee schrieb: Wär das vielleicht eine Idee, einfach eine F-35 -Kopie zu bauen, nur mit europäischer Technik und günstigerem Unterhalt? Wozu? Das Exportpotential deckt nicht die Entwicklungskosten, schon gar nicht, wenn parallel Frankreich ein ähnliches Konkurrenzprodukt anbietet, was ein von Dassault allein gebauter NGF mMn werden würde. Also warum dann nicht einfach die 20% hinnehmen, französisch fliegen und schnellstmöglich komplett unbemannt anstreben. Eine F-35-Kopie würde viel zu viel Ressourcen binden, ohne echten Mehrwert.
Zitat:Was soll genau der zweite Mann, was eine KI nicht besser könnte?
Ja, es könnte durch aus sein, dass man bis dahin der KI entsprechend viel zutraut, aber wenn nicht, dann braucht es den zweiten Mann, weil einer alleine mit dem Treffen der zahlreichen Entscheidungen und dem manuellen Fliegen des Flugzeugs allein schon ausgelastet sein dürfte. Die manuelle Bedienung weiterer Systeme, z.B. im EloKa-Bereich, oder die Koordinierung mehrerer zugewiesener CCA wäre da mMn zu viel. Dafür könnte aber ein Zweisitzer dann auch entsprechend mehr CCA unterschiedlicher Art kontrolliieren.
Die Entscheidung hängt also am Grad der Autonomisierung, die man bereit ist, zuzulassen. Und ich erwarte in Deutschland da immer noch hohe Hürden und befürchte, dass man den Piloten dann letztlich doch zu viel abverlangen würde.
Zitat:Insofern macht da eine längere Standzeit durchaus Sinn, und das verträgt eine KI auch sehr gut, sodass sie eigentlich alle Aufgaben so ziemlich autonom durchführen können sollte, und dann reicht auch ein Urinbeutel im Cockpit ....
Eigentlich sprechen doch gerade lange Einsätze für Doppelbesatzungen, um die psychische Belastung aufzuteilen. Was aufgrund des KI-Einsatzes nochmal wichtiger werden dürfte.
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(29.05.2026, 23:47)Broensen schrieb: Das ist eine legitime Frage, deswegen ist für mich ja auch der Verzicht auf einen eigenen bemannten 6th-Gen-Kampfjet durchaus eine Option. Eben weil er bis zu seiner Einführung schon wieder obsolet sein könnte.
Es wird dazu kommen, aber ich vermag nicht zu sagen, wann es soweit sein wird. Aber im Moment ist sicher noch keine ausreichend störungsresistente und zugleich leistungsstarke Kommunikation über die Entfernungen möglich, die ein AWACS zu den CCAs halten muss, um nicht zum leichten Ziel zu werden. Da würde ich sogar die von dir genannten 50km zum NGF in Frage stellen. Wir reden schließlich über potentiell durch massiv EloKa beeinflussten Luftraum.
Ist das per Laser-Kommunikation (LCT) nicht schon möglich?
Also zumindest laut Gerneral Atomics kommunizieren sie so mit ihren Drohnen über Satellit und haben daher eine quasi unbegrenzte Reichweite (ein Satellitennetzwerk vorausgesetzt) und das Störsicher.
https://www.ga-asi.com/multi-mission-payloads/lac12-pod
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Soweit ich weiß, sind bei der Satellitenkommunikation die verfügbaren Satelliten und die Übertragungsgeschwindigkeit großer Datenmengen noch ein Problem, während Laserkommunikation auf große Entfernung wetteranfällig ist. Aber damit kenne ich mich zugegebenermaßen wenig aus.
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„Broensen“ schrieb:[…] Es wird nur noch Schwerpunktunterschiede hinsichtlich bestimmter Eigenschaften geben. Und bei Schweden wird mMn aufgrund der geografischen Lage ein Fokus auf die Luft/Luft-Rolle sowie Aufklärung gelegt werden und in einem gewissen Masse auch die Seekriegsführung aus der Luft eine Rolle spielen, außerdem wird allein aufgrund klimatischer Bedingungen eine gewisse Robustheit angestrebt werden.
Oder erwartest du eine andere Grundauslegung für Schweden? Ich tue mich schwierig damit das einschätzen zu können, da Schweden mMn an zwei völlig verschiedenen Einsatzräumen liegt. Der Süden ist mehr oder minder NATO-Hinterland, hier werden Luftraum- und Seeraumkontrolle eine große Rolle spielen, wohingegen das wirken gegen Bodenziele (bspw in Kaliningrad) vermutlich weniger relevant für die schwedische Luftwaffe sein dürfte. Im Norden ist Schweden mMn aber schon fast ein Frontstaat und steht zusammen mit den Kräften im Norden Norwegens und Finnlands mehreren mechanisieren Großformationen gegenüber. Dort wird das wirken gegen Luft- und Bodenziele eine deutlich größere Relevanz haben. Zuzüglich Aufklärung, SEAD und EW natürlich, die in beiden Einsatzräumen Relevanz haben werden.
Im Vergleich zur Gripen jetzt wird sich mMn also recht wenig an den grundsätzlichen Anforderungen an das zukünftige System ändern. Mehr stellt sich mir die Frage, was für eine Rolle CCA darin spielen sollten bzw. können.
——
Die bislang einzige semi-offizielle Informationslage die wir dazu bis jetzt (abseits der unspezifischen Graphiken der F-Series) wären die veröffentlichen Informationen der damaligen FS-2020 Konzeptstudie von Saab. Darin wird von einem relativ kleinen und einfach zu unterhaltenen ein- oder zweimotorigen Mehrrollenjäger gesprochen, je nachdem ein- oder zweisitzig. Ausgestattet mit 3 Waffenbuchten, davon die vordere für „leichte“ Waffen und die hinteren beiden für „schwerer“ Waffen. Diese Bays sowie die Fähigkeit zum Supercruising werden darin auch als Kernaspekte des Projekts genannt. Abseits dessen werden auch eine Bordkanone sowie Hardpoints für AAM, ASM und Taurus/RBS-15 am Flugzeug selber gezeigt.
https://www.directupload.eu/file/d/9300/...bd_jpg.htm
https://www.directupload.eu/file/d/9300/...6y_jpg.htm
https://www.directupload.eu/file/d/9300/...4p_jpg.htm
https://fdra-aereo.blogspot.com/2013/09/...-2020.html
Inwiefern diese Untersuchung den aktuellen Projektstand widerspiegelt, lässt sich schwer sagen. Auch weil die spezifische Rolle von CCA darin mWn nicht kommuniziert wird. Aber persönlich gehe ich davon aus, dass sich ein zukünftiges System Fähigkeitstechnisch in ähnlichen Gefilden bewegen dürfte.
Zitat:Zumal wir ja auch selbst keine Gen5 bauen, aber die F-35 betreiben. Es wäre mehr als albern, zu behaupten, der NGF sei Gen6, während die F-35 Gen5 ist, wenn der Unterschied lediglich darin besteht, dass die den NGF begleitenden CCA von vornherein geplant waren, während sie bei der F-35 ein Update erfordert haben, im Endeffekt aber die gleiche Leistung bieten. Das wäre für mich ein Etikettenschwindel, der dadurch problematisch wird, dass der Generationssprung als Argument für die enormen Kosten herhalten muss.
Ich sag mal so, den Etikettenschwindel hat man damals auch schon beim Eurofighter angewandt um sich vom Rest des Gen.4-Fußvolks abgrenzen zu können (bzw. und um die Entwicklungskosten zu rechtfertigen). Insofern folgt man hier den gewachsenen Definitonsansichten, so absurd sie auch seien.
Zitat:Oder einfacher: Ist eine europäische oder gar nationale "F-35+" uns Hunderte Milliarden wert?
Sehr guter Punkt, ich würde sagen kontextual entweder ja oder nein.
Solche Kosten können bei einem solchen Produkt gerechtfertigt sein, wenn sie langfristigen (im Sinne von Jahrzehnten) Mehrwert bieten. Wenn wir bspw fortan mit einem Ökosystem planen, indem ein NGF zwar eine zentrale wenn auch nicht kritische Rolle spielt, der deswegen nicht zum potentesten Einzelkampflugzeug seiner Zeit werden muss und damit sozusagen eine „F-35+“ wäre, können solche auf den ersten Blick unverhältnismäßigen Kosten gerechtfertigt sein, wenn man diese Plattform nicht als Einmalbeschaffung sondern als Evolutionsbasis für zukünftige Systeme innerhalb dieses Ökosystems anlegt, sowohl für bemannte wie auch unbemannte Nachfolger. Das wäre in diesem Gedankengang möglich, da sich das Fähigkeitsspektrum im Hinsicht auf Flugeigenschaften und Design dahingehend „ausentwickelt“ hätte und zukünftige Plattformen nicht mehr das Rad neu erfinden müssten sondern lediglich Optimierungsarbeit betreiben werden müsste. Wenn diese Plattform sozusagen als Blaupause hierfür herhalten soll, ist es mMn gerechtfertigt, dafür mal richtig Geld in die Hand zu nehmen, weil wir von dieser Arbeit noch bis ins späte 21. Jhr. was haben dürften,
Wenn diese Plattform aber nicht als Anfang eines solchen Evolutionssystems sondern einfach nur als weiterer Typvertreter einer Reihe unverwandter vergangener und zukünftiger Jäger gesehen wird, sind diese Entwicklungskosten in keinster Weise zu rechtfertigen. Da kann man genauso gut in GCAP einsteigen oder am Ende einfach nur GCAP beschaffen ohne sich am Entwicklungsprozess zu beteiligen, eine europäische Absatzvariante der KF-21 Anfragen oder meinetwegen selbst einen Eurofighter mit einer Stealth-Verkleidung zusammenpökeln, würde alles weniger kosten als ein NGF und so gut wie identische Gefechtsleistung erbringen.
Zitat:Letzteres würde ich so nicht sehen, weshalb ich dann auch zu einem anderen Schluss gelange. Eine F-35 kann nicht zur Gen6 weiterentwickelt werden, weil ihre Grundauslegung der Gen5 entstammt.
Das kommt für mich darauf an, ob man hier die letztendlich Fähigkeiten oder den Ursprung der Plattform als ausschlaggebend sieht. Gutes Beispiel hier die KF-21, die zwar in ihrem aerodynamischen Design auf 5th gen RCS ausgelegt ist, aktuell ihre Waffen aber noch an Hardpoints trägt und damit allgemein noch zur 4. Generation gezählt wird. Erst in einer späteren Version soll es eine interne Waffenbucht geben, was dann im dortigen Zustand definitiv eine 5th gen Plattform wäre.
Weshalb ich persönlich auch eher dazu tendiere, dass wenn man schon unbedingt kategorisieren will, die jeweiligen Generationen als Rüststände betrachte, die das jeweilige Fähigkeitsspektrum widerspiegeln. Nur war die Kernfrage für mich darin bislang, ob die Neuerungen in dem was aktuell 6th gen genannt wird ausreichend sind, um sie als eigenständigen neuen Rüststand zu betrachten oder ob es sich hierbei wie bei der 4.5th gen einfach „nur“ um eine fortschrittliche Evolution handelt.
Ist jetzt aber auch mehr Definitionenschach, wir wissen ja beiden ungefähr was gemeint ist.
Zitat:Das klingt zwar albern, aber ich würde sagen, ein nicht grundlegend nach Stealth-Gesichtspunkten entworfener Kampfjet wird immer Gen4 bleiben, weil das für die Generationen 5 und 6 Grundvoraussetzung ist.
Dem würde ich auch zustimmen, aber es ging mir mehr um den konkreten Generationsbegriff bzw. um die Implikationen, die man aus diesen Begriffen ziehen kann. Denn diese teilen Plattformen relativ stringent in „fähiger“ und „unfähiger“ ein, was mit dem Aufkommen des CCA eventuell vollkommen negiert würde. Nachher ist eine 4th gen Plattform die als CCA-Führungseinheit befähigt ist noch das potentere Asset, als eine 5th gen Plattform die nicht dazu befähigt ist. Ich sag nur „Fregatte oder Zerstörer?“…
Zitat:Was für mich kein Gen6-System im Sinne der Vernetzung sein kann. Also wäre das entweder Gen5 oder du kannst einen anderen besonders herausstechenden Technologieschritt benennen, der den Generationssprung rechtfertigt. Ansonsten ist das dann eben ein Gen5-Flieger mit optionaler Vernetzung, also max. Gen5+.
Wenn man diesen Begriff auf das konkrete auslagern von Fähigkeiten auf CCAs anwenden würde, würde diese Plattform mMn trotzdem dem 6th gen Akronym entsprechen. Da gehe ich noch im späteren Verlauf dieser Antwort drauf ein.
Zitat:Das würde ich so pauschal gar nicht sagen, es sei denn, du beziehst hier "Export" allein auf den Export außerhalb unseres Bündnissystems. Denn innerhalb ist der Export extrem wichtig, Schweden und Deutschland allein rechtfertigen keinen eigenen Kampfjet, das muss schon der "Leopard der Lüfte" werden.
Dem kann ich so definitiv zustimmen. Zumindest wenn es keinen guten Grund für diese endemische Entwicklung gibt die diese großen Eigenkosten rechtfertigen, die ich bislang in Bezug auf bspw Fähigkeit nicht wirklich sehe.
Zitat:Meine persönliche Position dazu ist, dass der 6thGen-Fighter selbst eine Grundbewaffnung für Luft/Luft sowie Abwehrmaßnahmen und ein Radar selbst tragen muss, so dass er sich bei Verlust der Vernetzung autark verteidigen kann. Die Rückfallebene auf der Missionsseite muss dabei durch zunehmende Autonomie der unbemannten Komponenten erreicht werden.
Ich muss ehrlich gesagt sagen, dass mir das zu wenig ist. Dieser Ansatz würde mMn zwar ausreichende Redundanzen für temporäre Einschränkungen ermöglichen, er bietet aber keinen Schutz vor dauerhaften Einschränkungen.
Ein solches System läuft über die einzelnen Trägerplattformen und die entsprechende Cloud- und Satelliteninfrastruktur, sowie die jeweiligen Rechenzentren und eventuell Relaisstationen. Und das macht mir große Sorgen, da sich diese ganzen Pillar recht schwer schützen lassen, wenn überhaupt. Mir fallen hier mit meiner laienhaften „das Internet sagt“-Informationslage ungefähr 20 verschiedene Möglichkeiten ein, einen Satelliten temporär oder dauerhaft unbrauchbar zu machen. Cyberangriffe, Elektronische Kriegsführung, GPS- und Steuerdaten manipulieren, die Systeme mit Lasern zerstören, Bekämpfung per bodengebundenen Lfk, Bekämpfung per Luft-Luft Lfk, den Satelliten mit einem übrig gebliebenen Soyuz-Raumschiff über den Haufen fahren, den Satelliten per Sonde oder Kosmonaut sprengen etc etc etc, da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Und bis auf die entsprechenden Weltraumbahnhöfe rechtzeitig einäschern fällt mir da bislang keine wirkungsvollen Gegenmaßnahmen ein. Selbes gilt für das meiste an Bodengebundener Infrastruktur, die sowohl durch Cyber- wie auch physische Gefahren bedroht werden können.
Daher sträube ich mich sehr, zu einem festen Systemverbund zu tendieren, da mir diese mit seiner klaren Aufgabentrennung und strickten Wirkkette zu fragil erscheint. Die Fähigkeit zur Selbstverteidigung sichert zwar das direkte Überleben der Plattformen, sie sichert aber nicht die generelle Wirkfähigkeit bei anhaltenden Einschränkungen, womit der Sinn einer Luftwaffe in einem solchen Szenario eventuell großteilig negiert sein könnte. Wenn ein CCA-Verbund bspw so nicht mehr in der Lage wäre, Bodenziele anzugreifen da die coverage in Frontenähe nicht mehr gewährleistet werden könnte, wäre das wohl ein Supergau. Eine multistatische Auslegung der Kontrolle der fliegenden Komponenten ist daher mMn absolut notwendig, sodass die potenziellen Auswirkungen von Angriffen auf ein Minimum reduziert werden. NGF und CCA müssen im Zweifel vollkommen selbstständig und individuell agieren können. Zweifelsohne mit verminderter Leistung, da die Vorteile in der Koordination der Masse und dem Zugriff auf Infrastruktur nicht mehr präsent wären, aber ein SEAD-Strike ist besser als kein SEAD-Strike. Und wenn man dafür einen Laien mit einem PS-4 Controller in Büchel vor einen Bildschirm setzen muss der das Ding dann von Hand fliegt und dessen Verbindung umständlich per Bodenstationen, AWACS oder meinetwegen MALE-UAV ermöglicht werden muss.
Zitat:Ich würde ja bei einem Saab/AD&S-NGF auch bspw. einen Loyal Wingman davon ableiten, an dem Saab ebenso beteiligt wäre. Und wie gesagt glaube ich auch nicht, dass Saab die Gripen in dem Fall nur durch diesen NGF ersetzen, sondern eben auch weiterhin einen einfacheren, einstrahligen Kampfjet (Gen4++/5) für den Exportmarkt anbieten würde, den dann vielleicht sogar auch mit AD&S gemeinsam und als LIFT-Ergänzung für den NGF ausgelegt.
Saab könnte innerhalb FCAS ja eigentlich nur die Projektstellen besetzen, die gerade von Dassauot besetzt werden sofern man nicht noch mehr Verspätungen in Kauf nehmen möchte. Das wären soweit ich das richtig überblicken kann natürlich der NGF (indem Saab aus gegeben Gründen auch die Hauptverantwortung erhalten sollte), sowie untergeordnete Teile der Simulations- und Stealth-Pillar.
https://www.swp-berlin.org/10.18449/2021C02/
Die Remote Carrier werden unter der Leitung von Airbus zusammen mit MBDA Entwickler und auch im Cloud Pillar hätte Saab so erstmal keinen Platz. Auch würde ich anzweifeln, dass Saab Kapazitäten für die Entwicklung und Produktion von gleichzeitig zwei Modellen hat.
Zitat:Bis zum letzten Teilsatz bin ich bei dir. Allerdings stellt sich mir die Frage, was du unter Mehrrollenjäger verstehst.
Ich stelle mir darunter eine moderne Iteration des „Swingrole“ Prinzips vor.
Eine bemannte, vergleichsweise kleine Plattform, MTOW im 20t Bereich, idealerweise zweistrahlig (wobei ich auch mit einstrahlig Leben könnte), je nach Version als Ein- oder Zweisitzer verfügbar, die auf Kosten der high-end Performance und Waffenlast eine Vielzahl von verschiedenen Aufgaben flexibel und spontan wahrnehmen kann, um ein Stealth-Konzept gebaut ist und dabei seine geringe Größe und Agilität wahrt. Sie ist ausgestattet mit einem recht potenten luft/boden MFR, aber nur grundsätzlichen ESM-Systemen und Defensivanlage, sowie einer Bordkanone und idealerweise zwei internen Waffenschächten für Effektoren kleiner bis mittlerer Größe sowie externen Hardpoints für Effektoren großer Größe. Ihr Software- und Verbindungsarchitektur ist auf das Führen eines CCA-Verbands innerhalb einer Combat Cloud ausgelegt, sie kann im begrenztem Maße aber auch außerhalb dieser selbstständig agieren. Zusätzlich steht der Fokus auf geringe Unterhaltskosten und geringen Wartungsaufwand, technische Simplizität sowie eine möglichst hohe Verfügbarkeit.
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Letztendlich ist dieser NGF ein Hybrid aus den Anforderungen eines klassischen Mehrrollenjägers und den Anforderungen einer Führungseinheit, Tendenz zum letzteren.
Innerhalb eines CCA-Verbands agiert der NGF als Führungseinheit und ist nur wenig bestückt um Reichweite und Stehzeit zu maximieren. Durch seine Radar- und ESM-Systeme kann er (bzw. muss er da sonst jedes CCA selber eine umfassende Sensorsuite braucht) Zieldaten für die CCA bereitstellen, während seine Effektorausstattung primär dem Eigenschutz und sekundär dem Schutz der CCA dient. Wenn letztere bspw in der Bekämpfung von Bodenzielen aktiv sind, kann der NGF mit seinen mitgeführten Lfk feindliche Intercepts verhindern oder verzögern. So führen die CCAs dann bspw Jammer und Bomben mit, der/die NGF hingegen Luft-Luft-Flugkörper.
Außerhalb eines CCA-Verbands kann der NGF auch eigenständig über die gesamte Bandbreite wirken, allerdings nur mit entsprechender eingeschränkter Kapazität und Performance. Er verfügt nur über wenige Hardpoints und gerunge Gewichtsreserven, was zwar ausreicht um verschiedene Missionen durchzuführen, aber deutlich hinter den Kapazitäten von bspw Eurofighter oder Tornado zurücksteht. Entweder Close-Air-Support oder BVR, entweder Seezielflugkörper oder SEAD, alles in entsprechenden Kapazitäten. Damit soll der NGF prinzipiell in die selben Verwendungsumstände stechen, wie es die Gripen, die F-16 und teilweise auch die F-35A tun, da dieser Bracket durch bislang keines der zukünftigen 6th gen und technisch gesehen nicht einmal 5th gen Projekte bedient wird.
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Warum ich hier konkret von einer modernen Iteration des Swingrole-Fighters spreche begründet sich darin, als dass dieser NGF innerhalb einer Mission zwischen der Funktion als Führungseinheit und eigenständig agierender Plattform wechseln kann. Das ist besonders für den europäischen Betrieb von Vorteil, da so eine kollektive CCA-Wirkfähigkeit auch für kleinere Luftwaffen ermöglicht wird, ohne gleich einen politisch komplizierten gemeinschaftlichen Pool zu unterhalten und gleichzeitig die Redundanzen in diesem Wirkspektrum erhöht. So kann ein schwedischer NGF bspw nach dem Angriff eines Seeziels mit RBS-15 (die vermutlich grundsätzlich so groß für CCA sein dürften) einen follow-up Strike mit CCA der deutschen Luftwaffe durchführen wenn diese in der Nähe und verfügbar sind und andersherum. Ein dänischer NGF der gerade von einem eigenständigen SEAD-Strike über Litauen zurückkehrt kann im Zweifel für ein gewisses Zeitfenster die Führung einer finnischen CCA-Formation übernehmen, wenn dessen finnische Führungseinheit technische Schwierigkeiten erlebt. Da man sich hier im Umfeld einer Combat Cloud bewegt, ist die dafür erforderliche Übertragung der Missionsdaten schnell und unkompliziert möglich.
Die europäischen Luftwaffen die sich einen CCA-Verbund leisten könnten kriegen einen CCA-Verbund und die Option auf NGF-eigene Handlugsfähigkeit, die europäischen Luftwaffen die sich den Verbund nicht leisten können können auf andere europäische CCA zugreifen und behalten ihre eigene Wirkfähigkeit und außereuropäische Luftwaffen kriegen eine Plattform die für die Zwecke der nationalen Verteidigung ohne CCA und Cloud vollkommen ausreicht.
Zudem sorgt man in Bezug auf Europa auf Seiten des Gegners für strategische Ungewissheit, da der auf Distanz nicht abschätzen kann, ob es sich bei den anfliegenden Zielen um bewaffnete NGF, unbewaffnete NGF mit kleineren CCA die noch nicht aufgeklärt sind oder bewaffnete NGF und bewaffnete CCA handelt, oder ob die aufgeklärten CCA im Süden die in Richtung eines anderen Ziels anfliegen nicht doch gleich den Kurs ändern und den eigenen Luftwaffenstützpunkt angreifen. Oder ob bewaffnete CCA hier ohne Führungseinheit unterwegs sind und gleich in nur 15km Entfernung auf dem Schirm erscheinen. Damit wird ein frühzeitiger Abfangbetrieb per Kampfflugzeug auf Dauer so gut wie unmöglich, da alles eine Bedrohung darstellen kann aber nichts auch gesichert eine Bedrohung sein muss.
Das zusammen mit der weiter oben angesprochen Blaupause für die Evolution dieses Konzepts und den multistatischen Führungsredundanzen wäre meine Idealvorstellung für einen NGF.
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Ein Venn Diagramm zwischen dem präsentiertem Airbus System of Systems und Saab F-Series Konzepte ist quasi ein einzelner Kreis. Selbst das Konzept eines unmanned supersonic aircraft in der >5t Klasse gibt es.
Hier muss endlich mal eine politische Entscheidung getroffen werden.
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(30.05.2026, 18:49)DopePopeUrban schrieb: Wenn wir bspw fortan mit einem Ökosystem planen, indem ein NGF zwar eine zentrale wenn auch nicht kritische Rolle spielt, der deswegen nicht zum potentesten Einzelkampflugzeug seiner Zeit werden muss und damit sozusagen eine „F-35+“ wäre, können solche auf den ersten Blick unverhältnismäßigen Kosten gerechtfertigt sein, wenn man diese Plattform nicht als Einmalbeschaffung sondern als Evolutionsbasis für zukünftige Systeme innerhalb dieses Ökosystems anlegt, sowohl für bemannte wie auch unbemannte Nachfolger. Das hängt davon ab, wie viel Potential sich tatsächlich aus der Entwicklung der Plattform ableiten kann. Ich seh' da nicht so viel, bzw. befürchte ich, dass eben ein großer Anteil nur für dieses eine Produkt verwendbar sein wird. Nicht um sonst hat man im FCAS die Pillars angelegt.
Zitat:Gutes Beispiel hier die KF-21, die zwar in ihrem aerodynamischen Design auf 5th gen RCS ausgelegt ist, aktuell ihre Waffen aber noch an Hardpoints trägt und damit allgemein noch zur 4. Generation gezählt wird. Erst in einer späteren Version soll es eine interne Waffenbucht geben, was dann im dortigen Zustand definitiv eine 5th gen Plattform wäre.
Interessanter Fall, vielleicht sollte man da von Gen5- sprechen, denn die Grundprinzipien sind ja Designbestimmend, auch wenn sie nicht konsequent umgesetzt wurden.
Zitat:...die Implikationen, die man aus diesen Begriffen ziehen kann. Denn diese teilen Plattformen relativ stringent in „fähiger“ und „unfähiger“ ein, was mit dem Aufkommen des CCA eventuell vollkommen negiert würde. Nachher ist eine 4th gen Plattform die als CCA-Führungseinheit befähigt ist noch das potentere Asset, als eine 5th gen Plattform die nicht dazu befähigt ist.
Ich würde nicht von Generationen auf den Fähigkeitsgrad schließen, wenn sich Generationen anhand bestimmter Merkmale abgrenzen.
Zitat:Ich muss ehrlich gesagt sagen, dass mir das zu wenig ist. Dieser Ansatz würde mMn zwar ausreichende Redundanzen für temporäre Einschränkungen ermöglichen, er bietet aber keinen Schutz vor dauerhaften Einschränkungen.
Das ist ja fast schon eine ideologische Fragestellung: Wieviel Fähigkeitsausfall ist hinnehmbar im worst case des Vernetzungsausfalls. Dafür muss man mMn bewerten, inwieweit sich ein Mission Kill durch die BackUp-Lösungen überhaupt vermeiden lässt, bzw. was an Redundanz erforderlich sein muss, um das zu gewährleisten. Und dann komme ich recht schnell an den Punkt, wo das ganze CCA-Konzept in Frage gestellt werden muss, wenn man all deren Fähigkeiten auch nochmal auf dem NGF vorhält. Und wenn man das nicht tut, was bringt die Rückfallebene dann noch? Wenn mein 300km-MFK ausfällt, kann ich das nicht mit der GBU kompensieren, die unter dem Flügel hängt. Wenn mein Flieger einen Jamming-Pod hat, wofür braucht den dann auch noch mein Wingman? Usw.
Die bemannte Einheit darf nicht gefährdet sein, wenn die Vernetzung ausfällt. Alles darüber hinaus führt meiner Meinung dazu, dass das gesamte Systemgefüge seinen Sinn verfehlt.
Zitat:Ein solches System läuft über die einzelnen Trägerplattformen und die entsprechende Cloud- und Satelliteninfrastruktur, sowie die jeweiligen Rechenzentren und eventuell Relaisstationen. Und das macht mir große Sorgen, da sich diese ganzen Pillar recht schwer schützen lassen, wenn überhaupt.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die sogenannte "Battle Cloud" ein Internetserver mit Sattelitenanschluss sein soll. Die Vernetzung "vor Ort", also zwischen NGF und CCA muss satellitenunabhängig und störresistent erfolgen. Vor allem dafür bringt man doch überhaupt eine bemannte Plattform in den Verbund, um eben auch ohne Fernzugriff über menschliche Entscheidungsgewalt zu verfügen. Sonst wären wir schon bei Gen7, in der die UCAV nur noch über AWACS, Relaisdrohnen und Satelliten gesteuert werden müssen.
Zitat:Die Fähigkeit zur Selbstverteidigung sichert zwar das direkte Überleben der Plattformen, sie sichert aber nicht die generelle Wirkfähigkeit bei anhaltenden Einschränkungen, womit der Sinn einer Luftwaffe in einem solchen Szenario eventuell großteilig negiert sein könnte.
Wenn der Ausfall des CCA-Verbunds an sich ein Thema sein sollte, dann dürfte man ihn einfach nicht einführen. Denn wenn unsere Luftwaffe darauf aufbaut, dann verliert sie auch mit Backup-Bewaffnung des NGF auf einen Schlag einen Großteil ihrer Kapazitäten.
Zitat:NGF und CCA müssen im Zweifel vollkommen selbstständig und individuell agieren können. Zweifelsohne mit verminderter Leistung
Das wird ein wichtiger Aspekt werden und dabei spielt die KI-unterstützte Autonomie eine große Rolle, aber die Kompensation des Ausfalls der Vernetzung kann nicht durch ansonsten unnötige Redundanzen auf dem NGF erfolgen. Der braucht ein paar Systeme selbst, ja. Aber was missionsspezifische Ausstattung, also Waffen, Pods o.ä. angeht, wird es keine redundante Ausstattung geben können, weil das u.a. den Vorteil der Signaturreduzierung zunichte machen würde.
Das ist mMn einer der wichtigsten Punkte bei der Auslegung eines Gen6-Jets: Er braucht keine Außenbewaffnung tragen, weil die nebenher fliegt. Er kann seine elektromagnetische Signatur geringhalten, weil Teile seiner emittierenden Systeme ihn auf Distanz begleiten. Gen6 ist Stealth zu ende gedacht.
Zitat:Saab könnte innerhalb FCAS ja eigentlich nur die Projektstellen besetzen, die gerade von Dassauot besetzt werden sofern man nicht noch mehr Verspätungen in Kauf nehmen möchte. Das wären soweit ich das richtig überblicken kann natürlich der NGF (indem Saab aus gegeben Gründen auch die Hauptverantwortung erhalten sollte), sowie untergeordnete Teile der Simulations- und Stealth-Pillar.
Der Bereich der CCA innerhalb von FCAS ist mMn massiv unterbewertet, weil alle parallel ihre eigenen Entwicklungen betreiben. Da wäre durchaus Platz für Saab, wenn man bspw. einen großen Loyal Wingman oder einen LIFT hinzufügt.
Zitat:Auch würde ich anzweifeln, dass Saab Kapazitäten für die Entwicklung und Produktion von gleichzeitig zwei Modellen hat.
Saab hat doch mit T-7A und Gripen E gerade gar keinen Bedarf, noch eine weitere Plattform neben einem NGF zu entwickeln, oder was meinst du mit "zwei Modellen"?
Zitat:Eine bemannte, vergleichsweise kleine Plattform, MTOW im 20t Bereich, idealerweise zweistrahlig (wobei ich auch mit einstrahlig Leben könnte), je nach Version als Ein- oder Zweisitzer verfügbar, die auf Kosten der high-end Performance und Waffenlast eine Vielzahl von verschiedenen Aufgaben flexibel und spontan wahrnehmen kann
Du verzichtest sowohl auf Performance, als auch auf Waffenlast, legst aber Wert auf Redundanz für den Fall des Verlusts der Vernetzung. Das geht für mich nicht zusammen. Damit ein Kampfjet ohne vernetzte Komponenten als JaBo Sinn ergibt, braucht er eine hohe Waffenlast oder muss als Jäger durch Performance überzeugen. Verzichtet man auf beides, erhält man ein Flugzeug, das in allem unzureichend ist.
Zitat:um ein Stealth-Konzept gebaut ist und dabei seine geringe Größe und Agilität wahrt.
Da bin ich dabei, aber das geht mMn nicht gut mit dem vorgenannten zusammen.
Zitat:Sie ist ausgestattet mit einem recht potenten luft/boden MFR, aber nur grundsätzlichen ESM-Systemen und Defensivanlage
Das versteh' ich gar nicht, mir wäre doch für den Ausfall der Vernetzung wichtiger, die Systeme redundant zu haben, die meinen bemannten Jet sicher wieder nachhause bringen.
Zitat:sowie einer Bordkanone
Als Selbstschutzwaffe kann man darüber sicher streiten, ich würde die eher nicht sehen bei einem System, dass darauf ausgelegt ist, möglichst nicht selbst in Erscheinung zu treten. Wenn der NGF eine eigene BK einsetzen kann, ist vorher schon vieles schief gegangen, denn so nah sollte er eigentlich keinem potentiellen Ziel kommen, dafür hat er ja sein CCA.
Zitat:und idealerweise zwei internen Waffenschächten für Effektoren kleiner bis mittlerer Größe sowie externen Hardpoints für Effektoren großer Größe.
Bei den Hardpoints könnte ich mir theoretisch vorstellen, dass man welche entwirft, die entweder halbversenkt sind oder abgeworfen werden können, so dass man an ihnen z.B. RC oder MFK in den Einsatz tragen kann, die dort dann ausklinken, woraufhin sie auch nicht mehr signaturvergrößernd in Erscheinung treten dürfen. Das Tragen von Waffen und Pods an Außenstationen im Operationsraum lehne ich hingegen ab, das sollen ja gerade eben die CCA leisten.
Zitat:Ihr Software- und Verbindungsarchitektur ist auf das Führen eines CCA-Verbands innerhalb einer Combat Cloud ausgelegt, sie kann im begrenztem Maße aber auch außerhalb dieser selbstständig agieren.
Das wird in jeder Form eines NGF so sein. Die Frage ist, wie begrenzt dieses Maß sein wird.
Zitat:Zusätzlich steht der Fokus auf geringe Unterhaltskosten und geringen Wartungsaufwand, technische Simplizität sowie eine möglichst hohe Verfügbarkeit.
Schwierig bei Stealth und mehreren fliegenden Komponenten.
Zitat:Letztendlich ist dieser NGF ein Hybrid aus den...
Generationen 5 und 6. Nur sehe ich noch nicht, dass er aus beiden Generationen die Vorteile vereinen würde.
Zitat:Innerhalb eines CCA-Verbands agiert der NGF als Führungseinheit und ist nur wenig bestückt um Reichweite und Stehzeit zu maximieren. Durch seine Radar- und ESM-Systeme kann er (bzw. muss er da sonst jedes CCA selber eine umfassende Sensorsuite braucht) Zieldaten für die CCA bereitstellen, während seine Effektorausstattung primär dem Eigenschutz und sekundär dem Schutz der CCA dient. Wenn letztere bspw in der Bekämpfung von Bodenzielen aktiv sind, kann der NGF mit seinen mitgeführten Lfk feindliche Intercepts verhindern oder verzögern. So führen die CCAs dann bspw Jammer und Bomben mit, der/die NGF hingegen Luft-Luft-Flugkörper.
Da haben wir nur hinsichtlich der Zieldaten-Thematik eine andere Auffassung, ansonsten sehe ich das alles auch so. Aber gerade die Gewinnung der Zieldaten führt zu einer Signaturerhöhung, weshalb auch diese Aufgabe ausgelagert sein sollte, bspw. auf einen Loyal Wingman mit entsprechender Sensorik.
Zitat:Außerhalb eines CCA-Verbands kann der NGF auch eigenständig über die gesamte Bandbreite wirken, allerdings nur mit entsprechender eingeschränkter Kapazität und Performance... was zwar ausreicht um verschiedene Missionen durchzuführen, aber deutlich hinter den Kapazitäten von bspw Eurofighter oder Tornado zurücksteht.
Halte ich für unnötig, zumal diese neue Generation noch lange Zeit zusammen mit den Vertretern der Gen 4 und 5 gemeinsam zum Einsatz kommen wird, so dass es für entsprechende Operationen Alternativen geben wird. Langfristig würde ich dafür z.B. über einen LIFT in Sekundärrolle nachdenken. Aber die Lücke zwischen dem Einsatz im Verband und dem von MALE-UCAVs u.ä. ist es mMn nicht wert, dafür die Ambitionen beim NGF zu beschneiden, was diese Backup-Mentalität mit sich brächte, besonders hinsichtlich der Signaturthematik.
Zitat:Damit soll der NGF prinzipiell in die selben Verwendungsumstände stechen, wie es die Gripen, die F-16 und teilweise auch die F-35A tun, da dieser Bracket durch bislang keines der zukünftigen 6th gen und technisch gesehen nicht einmal 5th gen Projekte bedient wird.
Weil es sie dafür nicht braucht. Und dann ist eine 2-Muster-Flotte high/low einfach die bessere Wahl, als Kompromisse beim Topmodell.
Zitat:RBS-15 (die vermutlich grundsätzlich so groß für CCA sein dürften)
Da der Begriff CCA auch Loyal Wingman umfasst und die Verbringung schwerer Lfk besonders Signatur-relevant ist, hielte ich das für einen Fehler, wenn es so wäre.
Zitat:...einen follow-up Strike mit CCA der deutschen Luftwaffe durchführen wenn diese in der Nähe und verfügbar sind und andersherum. Ein dänischer NGF der gerade von einem eigenständigen SEAD-Strike über Litauen zurückkehrt kann im Zweifel für ein gewisses Zeitfenster die Führung einer finnischen CCA-Formation übernehmen, wenn dessen finnische Führungseinheit technische Schwierigkeiten erlebt. Da man sich hier im Umfeld einer Combat Cloud bewegt, ist die dafür erforderliche Übertragung der Missionsdaten schnell und unkompliziert möglich.
Das alles spricht nur dann für deine Auslegung, wenn man davon ausgeht, dass die kleineren Luftwaffen auf CCA verzichten und sich trotzdem mit einem in der eigenständigen Einsatzkraft beschnittenen Flieger zufrieden geben. Das halte ich so aber nicht für realistisch. Entweder setzen sie den vollen Verbund ein, oder sie kaufen ein anderes Muster ohne diese Einschränkungen.
Oder anders gesagt: Ein solcher NGF ohne Verbund ist auf dem Markt nicht konkurrenzfähig, allein schon deshalb nicht, weil er eine teure Neuentwicklung darstellt, die für dich genommen schlechter als die Vorgängergeneration wäre. Wir reden ja über Luftwaffen, die mit dem NGF ihre F-35 ersetzen würden, die alles können. Warum sollten die sich verschlechtern?
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(30.05.2026, 22:28)Pmichael schrieb: Ein Venn Diagramm zwischen dem präsentiertem Airbus System of Systems und Saab F-Series Konzepte ist quasi ein einzelner Kreis. Selbst das Konzept eines unmanned supersonic aircraft in der >5t Klasse gibt es.
Hier muss endlich mal eine politische Entscheidung getroffen werden.
Mit einem Bundeskanzler, dem manche nur noch wenige Monate geben, weil er nie Entscheidungen trifft, wird das eine Herausforderung...
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(30.05.2026, 18:49)DopePopeUrban schrieb: Eine bemannte, vergleichsweise kleine Plattform, MTOW im 20t Bereich, idealerweise zweistrahlig (wobei ich auch mit einstrahlig Leben könnte), je nach Version als Ein- oder Zweisitzer verfügbar, die auf Kosten der high-end Performance und Waffenlast eine Vielzahl von verschiedenen Aufgaben flexibel und spontan wahrnehmen kann, um ein Stealth-Konzept gebaut ist und dabei seine geringe Größe und Agilität wahrt. Sie ist ausgestattet mit einem recht potenten luft/boden MFR, aber nur grundsätzlichen ESM-Systemen und Defensivanlage, sowie einer Bordkanone und idealerweise zwei internen Waffenschächten für Effektoren kleiner bis mittlerer Größe sowie externen Hardpoints für Effektoren großer Größe. Sehe geringe Größe in der angedachten Rolle eher nicht als Vorteil an. Das bemannte System sollte die OPZ des ganzen sein, also Reichweite, Sensorik, ECM und weitreichende Lenkflugkörper, die zu groß für CCA sind (Tausrus, JASSM, Storm Shadow&Co) aus internem Waffenschacht einsetzen können.
Achso, Kanone? Würde ich drauf verzichten. Die wiegt viel und bringt in so einem System praktisch Null Nutzen. Für Aufgaben wo man eine Kanonen braucht, kann man ein paar EF noch lange nutzen.
Zitat:Innerhalb eines CCA-Verbands agiert der NGF als Führungseinheit und ist nur wenig bestückt um Reichweite und Stehzeit zu maximieren. Durch seine Radar- und ESM-Systeme kann er (bzw. muss er da sonst jedes CCA selber eine umfassende Sensorsuite braucht) Zieldaten für die CCA bereitstellen, während seine Effektorausstattung primär dem Eigenschutz und sekundär dem Schutz der CCA dient. Wenn letztere bspw in der Bekämpfung von Bodenzielen aktiv sind, kann der NGF mit seinen mitgeführten Lfk feindliche Intercepts verhindern oder verzögern. So führen die CCAs dann bspw Jammer und Bomben mit, der/die NGF hingegen Luft-Luft-Flugkörper.
Außerhalb eines CCA-Verbands kann der NGF auch eigenständig über die gesamte Bandbreite wirken, allerdings nur mit entsprechender eingeschränkter Kapazität und Performance. Er verfügt nur über wenige Hardpoints und gerunge Gewichtsreserven, was zwar ausreicht um verschiedene Missionen durchzuführen, aber deutlich hinter den Kapazitäten von bspw Eurofighter oder Tornado zurücksteht. Entweder Close-Air-Support oder BVR, entweder Seezielflugkörper oder SEAD, alles in entsprechenden Kapazitäten. Damit soll der NGF prinzipiell in die selben Verwendungsumstände stechen, wie es die Gripen, die F-16 und teilweise auch die F-35A tun, da dieser Bracket durch bislang keines der zukünftigen 6th gen und technisch gesehen nicht einmal 5th gen Projekte bedient wird.
Da gehe ich weitestgehend mit.
Bis auf die nur kleinen Hardpoints/Waffenschächte. Die unbemannten Systeme würde ich nicht so groß (=teuer) machen wollen, dass sie die dicken Mumpeln (ggf. sogar verdeckt) tragen können. Das muss das bemannte System übernehmen.
Aus meinr Sicht braucht das bemannte System: Ausdauer, Sensorik, recht großen Waffenschacht. Dabei ordentliche aber nicht übermäßige Agilität. Gute supersonische Performance um Raumhoheit herstellen zu können. Für das Kleinteilige hat man die unbemannten Systeme.
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