(Vor 4 Stunden)Leuco schrieb: Ja das kann man auch Schadensbegrenzung nennen, da die Flottenplanung insgesamt verhunzt ist. Das bekommt man nun aber nicht mehr geregelt ohne unsere Verteidigungsfähigkeit zu gefährden.
Die Kriegstüchtigkeit 2029 ist ein politisch motivierter Zeitraum, kein militärischer. Dieses „Limit“ dient dazu, Ministerium und Industrie anzutreiben um Projekte möglichst schnell zu realisieren, strategisch gesehen ist das völliger Humbug. Russlands Gefärdungspotenzial misst sich nicht in pre oder post 2029 sondern in dem Umstand, ob es dazu parallel noch Krieg in der Ukraine führen muss oder nicht. Denn beides parallel kann Russland nicht.
Wir sind jetzt in diesem Moment hier deutlich mehr durch Russland gefährdet, als wir es 2029 sein werden. Und mit fortschreitender Zeit wird diese Bedrohungslage immer schwächer, bedingt durch Aufrüstung hier und rüstungstechnische Stagnation in Russland.
Aktuell sind die NATO-Verhältnisse angespannt, strategische Reserven und Stockpiles klein, Produktionskapazitäten gering und Technik nicht selten obsolet. Je mehr Zeit verstreicht, desto voller werden die europäischen Reserven und Stockpiles, desto gefestigter ist eine europäische Verteidigungsfähigkeit, desto mehr obsolete Systeme wurden durch aktuelle Systeme ersetzt.
Wenn du eine gewagte Vorhersage haben willst: Entweder kommt ein Krieg mit Russland innerhalb der nächsten 1-2 Jahre (wenn der Ukrainekrieg wiedererwarten auf die eine oder andere Weise endet) oder gar nicht mehr bis in ferne Jahrzehnte wenn der „Aufrüstungstrend“ hier wieder abgeflaut hat.
Soll heißen unsere Verteidigungsfähigkeit ist nicht gefährdet, wenn 2029 keine neuen Schiffe zulaufen.
Sie wäre hingegen durchaus gefährdet, wenn wir 2040+ mit unfähigen Schiffen dastehen.
Zitat:Den Fakt dass die Schiffe zulaufen müssen wir akzeptieren […]
Woher nimmst du diese Annahme? Alle Zeichen zeigen darauf, dass sich das BMVg mit Händen und Füßen dagegen wehrt und vermutlich jede Chance nutzen wird, um aus dieser Situation herauszukommen. Man war gewillt dieses Projekt unter persönlicher Intervention des Ministers auszubremsen und verhandelt nun anscheinend sogar darüber, den Zertifizierungsprozess der F126 ausnahmsweise zu verschlanken. Alleine schon zur Schließung eines Vorvertrags musste man per Maßgabebeschluss gezwungen werden.
Keines der Marineprojekte steht aktuell wohl so auf der Kippe, wie die A-200DEU.
Zitat:Der Vorschlag beinhaltet ein bestelltes Schiff mit einer Option auszurüsten, welche parallel bereits für eine andere Fregatte zulaufen wird. Wo ist hier der größtmögliche Aufwand?
Ein Wort: Containerlösungen. Bekanntlich sind die containerbasierten Lfk-Lösungen der StanFlex Familie und der LCS ja absolute Erfolgsgeschichten die absolut flexibel, einfach und ohne massive technische Komplikationen realisierbar waren.
Es ist eine Sache, ein Bolt-On Fire-and-Forget System wie AShM containerbasiert vorzuhalten. Eine völlig andere, das selbe mit Lfk zu tun, die Inputs durch Midcourse Guidance, der CMS Systemlogik, automatisierter Steuerung etc benötigen.
Designfehler im StanFlex Modulsystem in Verbindung mit generell schwacher Software hat in Dänemark mit dazu geführt, dass sie ihre Iver Huitfeldts nun vorzeitig ersetzen, weil der Systemkomplex nicht gut mit Hochintensitätsszenarien klar kommt. Und das sind Schiffe, die um dieses System herum gestaltet wurden, keine Stangenprodukte auf die man diese Idee mal eben angewendet hat. Verzeih mir meine Skepsis gegenüber deutscher Softwarearbeit aber das F124-Trauma sitzt tief.
Zumal wir auch nicht wissen, ob die IRIS-T Station von Diehl überhaupt als standalone System oder geschlossene F125-Erweiterung entwickelt wird. Den bisherigen Berichten zufolge handelt sich beim Fallbeispiel F125 um ein Festeinbau, nicht um ein Modul. Mit Glück kann man sie leicht als letzte weiterentwickeln, mit Pech ist sie nur als ersterer geplant.
Zitat:Es geht darum den Eigenschutz zu verbessern und dies mit einem Mittel welches ohne Zeitverzug, hohe Kosten, oder sonstigen negativen Folgen umgesetzt werden könnte (wenn Platz ausreichend ist).
Das mag für dich der Fall sein, mir geht es dabei mehr um effizient verwendete Personalressourcen. Wenn mit 120x Besatzungsmitgliedern Verbandsschutz und terminaler BMD-Eigenschutz möglich ist, möchte ich diese auch haben. Darüber kann man meinetwegen diskutieren wenn man Schiffe bereits im Bestand hat, aber da das nicht der Fall ist, tendiere ich hier klar zur Maximallösung.