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„Broensen“ schrieb:Für einen U-Jagd-Träger kämen bspw. auch Kipprotorflugzeuge als Sonarträger in Frage statt klassischen Helikoptern, was bereits eine sehr viel größere Reichweite böte. Naja das würde ja erstmal bedingen, dass wir Kipprotorflugzeuge überhaupt hätten.
Bis auf die V-22 fällt mir jetzt so spontan keine geeignete Plattform dafür ein, die ist aber zum einen recht groß und wartungsintensiv und zum anderen amerikanisch. Man kann vielleicht gucken, was aus dem NGRC wird.
Zitat:Torpedos und Sonarbojen könnten sogar auch durch Starrflügeldrohnen verbracht werden, die auch andere Sensoren einsetzen könnten.
Wie gesagt, ich bin der Idee nicht abgeneigt aber auch da ist wieder die Frage, kann oder muss?
Fixed Wing UAS in der Leistungsklasse sind nicht unbedingt klein. Mit Sonarbojen, Sensoren und 2x MU90 an Bord kann man da schon mit einer payload von 2t+ rechnen, das wäre Größe MQ-28. Sowas ist trägergestützt durchaus umsetzbar, aber eine Einheit im Geiste der Anadolu wird dafür nicht reichen. Auf den QEs konzipiert man soweit ich weiß einen Ansatz mit eigenem kleinen Drohnenkatapult und Fangseilen, das dürfte auf unserem Schiff auch erforderlich sein. Geht alles, aber das würde eben große Boote werden.
Gegen trägergestützte Starrflügeldrohnen spricht für mich aber das Einsatzgebiet. Mit MPA und MALE ist man in dieser Dimension eigentlich relativ gut versorgt. Trägergestützte fixed wing Systeme dürften einen Mehrwert bieten, aber ich glaube dieser könnte auch landgestützt erbracht werden. Dort können sie auch ihren Reichweitenvorteil besser ausnutzen. Hingegen braucht es weiterhin VTOL-Fähigkeiten im ASW, da ja nicht jeder Operationsraum immer das offene Meer ist. Für ASW in Küstennäher oder sogar in Fjorden ist es natürlich wichtig, dass eine Feinverortungs- und Verbringungsplattform wendig ist und vor allem auch der Stelle stehen kann. Auch ein Dipping-Sonar ist nicht zu unterschätzen. Und da wir glaube ich nicht anfangen werden, NH90 an der norwegischen Küste zu stationieren, werden die ohnehin mitgeführt werden müssen.
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Interessanter halte ich diesbezüglich den Verweis auf Kipprotorflugzeuge die du angesprochen hattest. Potenziell könnten diese als Ergänzung oder sogar kontextualen Ersatz des „klassischen“ BHS herhalten, was man bei neu zulaufenden Einheiten berücksichtigen sollte. Statt auf zwei kleinere Doppelhangars zu setzen wäre es vielleicht klug, stattdessen auf einen Großraumhangar zu setzen, der einem mehr Flexibilität bietet. Dann könnten diese mit der Zeit entweder 2x NH90 oder 1x AW101 oder eben 1x NGRC + UAS mitführen.
Auch hier würde eine „Trägereinheit“ sinnvoll sein, aber auch da ist eben wieder die Frage LHD oder CV.
Zitat:Prinzipiell ergibt das Sinn, allerdings würde das zusätzliche Trägerplattformen erfordern, deren Zahl man durch den Einsatz von USV/UXV ja gerade eben reduzieren will.
Zitat:Nicht wenn es sich um lang ausdauernde XL-USV/UUV handelt, die eigenständig verlegen.
Das kommt natürlich darauf an, wie man diese Fähigkeiten doktrinären verplant. Ich persönlich sehe UxV im ASW-Kontext primär als Ergänzung der jeweiligen MSC, nicht als separate Fähigkeit. Ein MSC erzeugt mit seiner Unterwassersensorik eine Detektionsbubble, die an den jeweils eigenen Schiffskörper gebunden ist. Diese Detektionsbubble kann mit USV/UUV erweitert werden, bleibt aber „zentral“ an den MSC und damit wich seine Wirkbubble gebunden.
Damit kann ein MSC eine Fläche abdecken, für die es sonst vielleicht zwei oder drei MSC gebraucht hätte, also eine gewisse Konsolidierung findet hier bereits statt.
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Wenn wir mal ein wenig ins abstrakte gehen und nur auf ASW konzentrieren, könnte man die Reduktion der Trägerplattformen und die Ausnutzung von UxV auch auf die Spitze treiben. Das würde eine fundamentale Neuausrichtung des Prinzips Seekrieg nach sich ziehen, was ein recht interessantes Gedankenspiel wäre. Dieser Ansatz würde vermutlich das Element MSC vollkommen streichen und die Fähigkeiten auslagern. Die unterwassersensorischen Fähigkeiten würden von zahlreichen großen ausdauernden Langstrecken-UUV erbracht werden. Landgestützt MPA und MALE würden die Seeraumüberwachung übernehmen und in Feinverortung und Bekämpfung unterstützen. VTOL-Fähigkeiten würden durch eine Handvoll Flugdeckkreuzern erbracht werden, große Schiffe ausgestattet mit NGRC, potenter Sensorik und luftseitiger Effektorik sowie großen Flugdeck- und Hangarkapazitäten, die einzige bemannte Überwasseekomponente.
In Anbetracht der Anforderungen an die Marien ist das natürlich Humbug aber interessant ist es definitiv, den Gedankenknödel heb ich mir auf
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(27.03.2026, 21:30)Broensen schrieb: Ich möchte keinem deiner Argumente widersprechen, halte es allerdings trotz dieser für legitim, eine grobe Einordnung der Herausforderungen auf die von mir gewählte Weise vorzunehmen. Es geht mir nicht um präzise Zahlen und auch nicht um absolute Aussagen, sondern nur darum, eine Vorstellung von den Dimensionen zu erhalten.
Wenn du eine Einordnung auf diese Weise vornehmen willst steht dir das frei, nur ich werde das weiterhin aus meiner Perspektive einordnen. Und weder sind deine Angaben irgendwie realistisch, noch gibst du meines Erachtens und basierend auf den mir bekannten Zahlen die "Dimension" des Personalaufwands im Verhältnis zur gesamten Flotte bzw. des bisherigen Personalstands korrekt wider sofern die Aussagen nicht wörtlich gemeint sind.
(27.03.2026, 21:30)Broensen schrieb: Für einen U-Jagd-Träger kämen bspw. auch Kipprotorflugzeuge als Sonarträger in Frage statt klassischen Helikoptern, was bereits eine sehr viel größere Reichweite böte.
Wie soll das funktionieren? Kipprotoren sind im Schwebeflug höchst ineffizient und reduzieren in einem typischen Einsatzprofil die theoretischen Reichweitenvorteile so deutlich, dass eher Nachteile gegenüber Hubschraubern in den typischen Einsatzprofilen entstehen.
Ich sehe aber auch keinen Grund, warum das relevant sein soll. Die Ausdauer von ASW-Hubschraubern ist ausreichend und kann gerade im ASW-Verband durch entsprechende Abstützungen weiter ausgedehnt werden, zudem sind gerade bei einer solchen Variante die entsprechenden Stückzahlen vorhanden. ASW per "Träger" ist ja nun auch keine neue Idee, sondern wird bereits seit Jahrzehnten weltweit praktiziert, und die Erweiterung dieser Praxis durch zusätzliche Sensor- und Waffenträger in Form von Drohnen bietet darüber hinausgehende Möglichkeiten.
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(28.03.2026, 14:10)Helios schrieb: weder sind deine Angaben irgendwie realistisch, noch gibst du meines Erachtens und basierend auf den mir bekannten Zahlen die "Dimension" des Personalaufwands im Verhältnis zur gesamten Flotte bzw. des bisherigen Personalstands korrekt wider sofern die Aussagen nicht wörtlich gemeint sind. Aus echtem Interesse: Wir würdest du es denn einschätzen? Ich denke, wir dürften uns einig sein, dass die Zahl "einfacher" Mannschaften nicht das Problem darstellen würden. Also wie würdest du den Anteil der schwer zu gewinnenden, höher qualifizierten Dienstposten auf einer 120-Mann Fregatte und auf einem Flugzeugträger wie der QE jeweils bewerten? Gerne auch nur eine grobe Einschätzung.
(28.03.2026, 14:10)Helios schrieb: Wie soll das funktionieren? Kipprotoren sind im Schwebeflug höchst ineffizient und reduzieren in einem typischen Einsatzprofil die theoretischen Reichweitenvorteile so deutlich, dass eher Nachteile gegenüber Hubschraubern in den typischen Einsatzprofilen entstehen. Es ging mir bei der Annahme aber nicht um "typische Einsatzprofile", sondern darum, dass wenn man trägergestützte Luftfahrzeuge z.B. für die Feinverortung per Dipping-Sonar einsetzen wollte, nicht nur die eigentliche Ausdauer allein entscheidend wäre, sondern auch Einsatzradius und Geschwindigkeit, um einen größeren Bereich mit einem Träger abzudecken, als es mit Hubschraubern möglich wäre, und dabei trotzdem noch vergleichsweise schnell im Einsatzraum sein zu können. Da hätten dann Kipprotoren einen Vorteil, unter Inkaufnahme einer geringeren Ausdauer im Einsatzraum. Oder sind die da so katastrophal, dass Dipping gar keine Option wäre?
Aber:
(28.03.2026, 14:10)Helios schrieb: Ich sehe aber auch keinen Grund.... Ich auch nicht. Ich wollte nur den Diskussionsraum dahingehend öffnen, dass Trägereinsatz sehr unterschiedliche Formen haben kann und man ihn nicht direkt ausschließen sollte, nur weil bspw. eine F-35B zur U-Boot-Jagd wenig sinnvoll erscheint.
(28.03.2026, 13:57)DopePopeUrban schrieb: Naja das würde ja erstmal bedingen, dass wir Kipprotorflugzeuge überhaupt hätten. ... Man kann vielleicht gucken, was aus dem NGRC wird. In Verbindung mit einem Träger wären wir ja auch bei einem ähnlichen Zeithorizont wie NRGC.
Zitat:.. das wäre Größe MQ-28.... Geht alles, aber das würde eben große Boote werden.
Wir reden doch über Flugzeugträger, dafür ist das eher klein.
Zitat:Gegen trägergestützte Starrflügeldrohnen spricht für mich ...
Siehe oben. Ich komme selbst auch nicht zu dem Schluss, das wir welche brauchen. Aber es ging hier doch um die grundsätzlichen Überlegungen, die man vor einem solchen Urteil betrachten sollte. Und da gehören sie mMn dazu und stellen eine denkbare Option dar, auch wenn ich sie letztlich aktuell nicht für sinnvoll erachte.
(28.03.2026, 13:57)DopePopeUrban schrieb: Interessanter halte ich diesbezüglich den Verweis auf Kipprotorflugzeuge die du angesprochen hattest. Potenziell könnten diese als Ergänzung oder sogar kontextualen Ersatz des „klassischen“ BHS herhalten, was man bei neu zulaufenden Einheiten berücksichtigen sollte. Ich hab' mich immer gefragt, warum aus dem Konzept der Bell EagleEye als Marinedrohne nicht mehr geworden ist. Muss aber ja wohl einen Grund gehabt haben.
Zitat:Ich persönlich sehe UxV im ASW-Kontext primär als Ergänzung der jeweiligen MSC, ...
Wenn wir mal ein wenig ins abstrakte gehen ...
Meine ASW-Vorstellung liegt irgendwo dazwischen: Wenige MSC und MPA, die mit autark operierende UxV zusammenwirken, um möglichst große Areale abzudecken und die bemannten Komponenten hinter unbemannten zu schützen. Aber das hatten wir ja auch schon.
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Broensen schrieb:Wir reden doch über Flugzeugträger, dafür ist das eher klein. Was fair ist. Aber dass wir uns keinen Träger in der Dimension France Libre oder Ford heranziehen würden, steht glaube ich auch außer Frage. Ich halte aber auch schon Schiffe in der Größenordnung Trieste, die in der Kategorie Träger ja auch bereits zu den kleineren Exemplaren zählt (und das auch noch in Teilzeit), in unserem Kontext für ganz schön ambitioniert.
Wir rechnen hier ja noch damit, Lösungen für unbezwingbare Herausforderungen mittels einem unlimitierten Budget und einem unzureichenden Besatzungspool hinzuschmieren. Wobei man dessen Besatzungsstärke noch einigermaßen zusammenkriegen dürfte, wenn davon der Großteil auf die Aircrews entfällt.
Zitat:Und da gehören sie mMn dazu und stellen eine denkbare Option dar, auch wenn ich sie letztlich aktuell nicht für sinnvoll erachte.
Naja ich sag mal so, es dürfte schwer sein ein LHD oder einen CV zu konstruieren, in den ein NH90 hineinpasst aber kein NGRC. MSC ist da schon mehr ein Thema da man bislang auf Doppelhangars anstatt auf Großraumhangars setzt. Anders gesagt, die Designs sollten flexibel gehalten werden um uns nicht schon wieder irgendwelche technischen Neuerungen künstlich zu verbauen, weil man den Ist-Zustand auf Maß konstruiert hat.
Zitat:Ich hab' mich immer gefragt, warum aus dem Konzept der Bell EagleEye als Marinedrohne nicht mehr geworden ist. Muss aber ja wohl einen Grund gehabt haben.
Um ehrlich zu sein habe ich bis dus angesprochen hast noch nie davon gehört, da kann ich dazu kein Urteil geben
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(28.03.2026, 21:52)DopePopeUrban schrieb: Naja ich sag mal so, es dürfte schwer sein ein LHD oder einen CV zu konstruieren, in den ein NH90 hineinpasst aber kein NGRC. Mein Zitat bezog sich auf trägergestützte Starrflügeldrohnen.
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(28.03.2026, 20:18)Broensen schrieb: Aus echtem Interesse: Wir würdest du es denn einschätzen?
Im Bereich der kritischen Dienstposten vielleicht ein Verhältnis von 1:1,5 bis 1:2 für ein europäisches LHD, bei der QE etwas mehr. Aber das ist sehr grob verallgemeinert, eigentlich zu grob, um daraus eine wirkliche Erkenntnis zu ziehen. Das größere Problem bei solchen Gedanken ist in meinen Augen nicht der Betrieb der Schiffe selbst, sondern der notwendige Aufbau der damit in den Einsatz zu bringenden Einheiten (Luft/See/Land, je nach Zielsetzung).
Zitat:Es ging mir bei der Annahme aber nicht um "typische Einsatzprofile" (...) Da hätten dann Kipprotoren einen Vorteil, unter Inkaufnahme einer geringeren Ausdauer im Einsatzraum. Oder sind die da so katastrophal, dass Dipping gar keine Option wäre?
Es muss um die typischen Einsatzprofile gehen, ein Tauchsonar funktioniert nicht anders wenn es unter einem Kipprotor hängt, die entsprechenden Verfahren bleiben also die gleichen und müssen berücksichtigt werden. Und ja, im Schwebeflug sind Kipprotoren desaströs ineffizient im Vergleich zu Hubschraubern. Ich betonte es immer wieder, es handelt sich um Flugzeuge mit den Start-Lande-Eigenschaften von Hubschraubern, nicht um Hubschrauber mit den Flug-Eigenschaften von Flugzeugen. Für die hohen Reichweitenleistungen ist es zwingend notwendig, die energieintensive (und im übrigen kritischere) Schwebeflugphase so kurz wie möglich zu halten, was beim Einsatz eines Tauchsonars so nicht funktioniert. Daher die Einschätzung, dass deine Vorstellung so gar nicht funktioniert (hätte ich die Zeit, würde ich es dir exemplarisch durchrechnen  ).
Zitat:nur weil bspw. eine F-35B zur U-Boot-Jagd wenig sinnvoll erscheint.
Warum sollte die F-35B zur U-Jagd nicht sinnvoll sein? Natürlich trägt sie nicht selbst etwas zu ASW bei, allerdings kann sie den Verbandsschutz sehr deutlich erweitern, insbesondere wenn es um Aufklärung und Bekämpfung von Bedrohungen OTH geht, die von dem Einsatzverband rein schiffsgestützt so nicht greifbar sind.
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(29.03.2026, 15:02)Helios schrieb: Im Bereich der kritischen Dienstposten vielleicht ein Verhältnis von 1:1,5 bis 1:2 für ein europäisches LHD, bei der QE etwas mehr. Ich bin mir grad nicht ganz sicher, ob ich das mit dem Verhältnis richtig verstehe: Auf einen kritischen Dienstposten einer Fregatte kommen derer 1,5-2 auf einem LHD?
Zitat:Warum sollte die F-35B zur U-Jagd nicht sinnvoll sein? Natürlich trägt sie nicht selbst etwas zu ASW bei, ...
So war's gemeint. Sie taugt wenig zur U-Boot-Jagd an sich, trotzdem kann sie natürlich in einem U-Jagd-Verband Sinn ergeben.
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(29.03.2026, 15:02)Helios schrieb: Es muss um die typischen Einsatzprofile gehen, ein Tauchsonar funktioniert nicht anders wenn es unter einem Kipprotor hängt, die entsprechenden Verfahren bleiben also die gleichen und müssen berücksichtigt werden. Und ja, im Schwebeflug sind Kipprotoren desaströs ineffizient im Vergleich zu Hubschraubern. Ich betonte es immer wieder, es handelt sich um Flugzeuge mit den Start-Lande-Eigenschaften von Hubschraubern, nicht um Hubschrauber mit den Flug-Eigenschaften von Flugzeugen. Für die hohen Reichweitenleistungen ist es zwingend notwendig, die energieintensive (und im übrigen kritischere) Schwebeflugphase so kurz wie möglich zu halten, was beim Einsatz eines Tauchsonars so nicht funktioniert. Daher die Einschätzung, dass deine Vorstellung so gar nicht funktioniert (hätte ich die Zeit, würde ich es dir exemplarisch durchrechnen ). Stimmt. Gleichzeitig: definiere das (primäre) Einsatzmuster, dass Du (auf dem Träger) haben möchtest, denn, dass die Osprey ASW kann, ist bewiesen:
Marines Use MV-22B Ospreys in East Coast Anti-Submarine Warfare Exercise https://news.usni.org/2025/07/21/marines...e-exercise
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(30.03.2026, 00:12)wenkman schrieb: dass die Osprey ASW kann, ist bewiesen:
Marines Use MV-22B Ospreys in East Coast Anti-Submarine Warfare Exercise https://news.usni.org/2025/07/21/marines...e-exercise Der Artikel spricht leider nur vom Verbringen von Sonarbojen. Das können sowohl MPA, MALE-UAV, VTOL-UAV, als auch USV. Dafür lohnt sich nicht die Beschaffung von Tiltrotor-Plattformen, auch wenn man sie natürlich dafür benutzen kann, wenn man sie sowieso schon hat.
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(30.03.2026, 02:05)Broensen schrieb: Der Artikel spricht leider nur vom Verbringen von Sonarbojen. Das können sowohl MPA, MALE-UAV, VTOL-UAV, als auch USV. Dafür lohnt sich nicht die Beschaffung von Tiltrotor-Plattformen, auch wenn man sie natürlich dafür benutzen kann, wenn man sie sowieso schon hat.
Wie gesagt, stimmt. Gleichzeitig immer die Frage, was möchte man. Sogar die Rolle einer F-35 hatten wir hier schon. Kannst Du alles machen, machst Du eben alles (hast alle Muster, vgl. USA), aber hier geht es ja um die (potentiell) Deutsche Marine, also geht eben nicht alles. Zugegeben, NH90 hat z.B. nur unwesentlich weniger (Truppen)Ladekapazität, fliegt aber nur knapp halb so schnell (als Osprey) — und wieder: alles eine Frage von, was will man?
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(29.03.2026, 23:54)Broensen schrieb: Ich bin mir grad nicht ganz sicher, ob ich das mit dem Verhältnis richtig verstehe: Auf einen kritischen Dienstposten einer Fregatte kommen derer 1,5-2 auf einem LHD?
Ja, allerdings natürlich nicht deckungsgleich, sondern nur bezogen auf die Gesamtzahl an Dienstposten. DAs heißt also, in einzelnen Verwendungsreihen können es auch höhere Verhältnisse sein, während andere beispielsweise gar nicht relevant sind. Deshalb der Hinweis, dass eine solche Betrachtung so grob erfolgt, dass sie insgesamt wenig zielführend ist.
(30.03.2026, 02:17)wenkman schrieb: alles eine Frage von, was will man?
Ich hoffe wir sind uns einig, dass wir nicht per Hand aus der Heckklappe geworfene Sonobojen als wesentliche ASW-Komponente haben wollen.
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Hat jemand zugang zu diesem Artikel vom Marineforum und kann saagen ob es neu Infos darin gibt?
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(01.04.2026, 09:23)Aegrotare schrieb: Hat jemand zugang zu diesem Artikel vom Marineforum und kann saagen ob es neu Infos darin gibt? Das ganze ist ein Kommentar von Michaela Veers, kein wirklicher Sachbericht.
Darin wird hauptsächlich die Frage aufgeworfen, wie die verschiedenen Fregattenprojekte der deutschen Marine zusammenpassen. Kritisiert wird die generelle Sprunghaftigkeit und Kopflosigkeit, mit dem strukturelle Planungen entweder nicht konsequent umgesetzt werden oder gar nicht erst vorhanden sind. Des weiteren stellt sie die Frage, wo die Marine überhaupt hin will und wer eigentlich die treibende Kraft hinter all diesen verschiedenen Beschaffungen sei.
Zitat:Tatsächlich findet Flottenplanung nur in begrenztem Umfang im Marinekommando statt. Forderungen aus dem NATO-Verteidigungsplanungsprozess und nationale Fähigkeitsforderungen werden im BMVg auf die Initiativen der Marine drauf gesattelt. Oder es wird - wie bei F127 – das gesamte Schiff en detail in seinen Fähigkeiten ministeriell vorgegeben.
Die Frage sei erlaubt, wer eigentlich deutsche Flottenplanung antreibt. Sind es die Politiker, die eine starke Flotte als global operierendes Machtinstrument sehen, analog der kürzlich vorgestellten Trump-Klasse für die US-Navy ? Sind es die Operateure, die die Deutsche Flotte als Enabler für die Landstreitkräfte in Europa sehen, zur seeseitigen Absicherung der „Drehscheibe Deutschland“? Welchen Einfluss hatte die Zeitenwende und der Fokus auf „2029“ eigentlich auf die bisherige Fregattenplanung ?
https://marineforum.online/fregattenplan...-gefallen/ (paywall)
Sie wirft die Frage auf, inwiefern die verschiedenen Beschaffungsvorhaben aus der selben Feder entstammen können, obgleich sie sich in ihrem Kern widersprechen würden. So seien laut Veers Projekte wie die A-200DEU und F127 grundsätzliche Gegenteile zueinander, die auf einer Gesamtstruktur einer Flotte fraglich seien.
Zum Schluss stellt sie noch die Frage in den Raum, ob es nicht weniger spezialisierte Rümpfe und dafür mehr low end Produkte geben solle.
----------
In dem Artikel sind ein paar Ungereimtheiten und es sind auch reichlich Annahmen darin vorhanden, im Kern stimme ich ihr aber tatsächlich zu. Ich kritisiere ja schon länger, dass die Marine keine Ahnung hat, wohin sie will und was sie dafür können muss und der Beschaffungs-Flickenteppich den wir hier neuerdings sehen, scheint das zu bestätigen.
Wenn sich die Komposition der Flotte hyperbolisch gesprochen alle zwei Wochen ändert, hat man sich mMn im Vorfeld nicht genug damit befasst. Die strategischen Realitäten in der die Flotte existieren muss, sind jetzt seit wieviel?... fast 4 Jahren bekannt und unverändert. Solange nicht wirklich plötzlich Land unter ist, gibt es mMn keine Ausrede dafür, nochmal spontan alles über den Haufen zu werfen. Wenn sich die strategischen Rahmenbedingungen nicht ändern, ändert sich auch die Flottenstruktur nicht. Wenn doch, dann hat man es vorher nicht richtig gemacht.
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(01.04.2026, 11:55)DopePopeUrban schrieb: Das ganze ist ein Kommentar von Michaela Veers, kein wirklicher Sachbericht.
Darin wird hauptsächlich die Frage aufgeworfen, wie die verschiedenen Fregattenprojekte der deutschen Marine zusammenpassen. Kritisiert wird die generelle Sprunghaftigkeit und Kopflosigkeit, mit dem strukturelle Planungen entweder nicht konsequent umgesetzt werden oder gar nicht erst vorhanden sind. Des weiteren stellt sie die Frage, wo die Marine überhaupt hin will und wer eigentlich die treibende Kraft hinter all diesen verschiedenen Beschaffungen sei.
https://marineforum.online/fregattenplan...-gefallen/ (paywall)
Sie wirft die Frage auf, inwiefern die verschiedenen Beschaffungsvorhaben aus der selben Feder entstammen können, obgleich sie sich in ihrem Kern widersprechen würden. So seien laut Veers Projekte wie die A-200DEU und F127 grundsätzliche Gegenteile zueinander, die auf einer Gesamtstruktur einer Flotte fraglich seien.
Zum Schluss stellt sie noch die Frage in den Raum, ob es nicht weniger spezialisierte Rümpfe und dafür mehr low end Produkte geben solle.
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In dem Artikel sind ein paar Ungereimtheiten und es sind auch reichlich Annahmen darin vorhanden, im Kern stimme ich ihr aber tatsächlich zu. Ich kritisiere ja schon länger, dass die Marine keine Ahnung hat, wohin sie will und was sie dafür können muss und der Beschaffungs-Flickenteppich den wir hier neuerdings sehen, scheint das zu bestätigen.
Wenn sich die Komposition der Flotte hyperbolisch gesprochen alle zwei Wochen ändert, hat man sich mMn im Vorfeld nicht genug damit befasst. Die strategischen Realitäten in der die Flotte existieren muss, sind jetzt seit wieviel?... fast 4 Jahren bekannt und unverändert. Solange nicht wirklich plötzlich Land unter ist, gibt es mMn keine Ausrede dafür, nochmal spontan alles über den Haufen zu werfen. Wenn sich die strategischen Rahmenbedingungen nicht ändern, ändert sich auch die Flottenstruktur nicht. Wenn doch, dann hat man es vorher nicht richtig gemacht.
Generell muss man ja sagen dass die Rahmenbedingungen in den letzten Jahren sich schon massiv geändert haben… und man die Planungen öfter nachsteuern muss…
In Verbindung mit den langen Projektlaufzeiten von 10 Jahren ist das einfach tödlich…
nichts desto trotz muss man einfach Pläne in der Schublade haben…
diese müssen nach der aktuellen Weltlage einfach folgende Aspekte berücksichtigen!
Bündnisverteidigung und Einsatz in Nordsee, Ostsee, Atlantik und Mittelmeer!
Schwerpunkt AAW und ASW
Unbemannte Systeme UAV und USV als standalone Systeme oder zur Unterstützung der bemannten Systeme!
Mehr Flaggenstöcke nötig
Einheiten müssen durchsetzungsfähig und durchhaltefähig sein!
Abhängigkeit zu usa sollte reduziert werden und europäische Kooperationen vorangetrieben werden!
Die angedachte flottenplanung erfüllt da theoretisch schon recht viel… mit diversen Nachteilen und Einschränkungen!
8 große AAW Einheiten F127 mit begrenzten ASW Fähigkeiten (Abhängigkeit usa)
8-12 ASW Einheiten mit begrenzten AAW Fähigkeiten (absehbar 3 Klassen mit Vor und Nachteilen und Unsicherheiten)
6-8 K130
12-18 x LUSV
8-12 U212 Boote
12 x MPA -> Nachfolgesystem aus Europa (aktuell usa)
12 x UAV/MPA -> MQ9 und Nachfolgesystem EuroMale (aktuell usa)
30-50 Helikopter
40 x CB90 (Einsatz in Nord und Ostsee und Schutz)
6 x Tender Nachfolger (stimmiges Konzept?!)
6 x grosse Versorger/EGV (Probleme mit Tankern)
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