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Auf jeden Fall eine emotional aufgeheizte, hoch explosive Stimmungslage.
Da kann man nicht befrieden, indem bis an die Zähne bewaffnete Truppen mit Gewalt agieren. Das mag in Diktaturen erfolgreich sein, nicht aber in einem Staat, in dem das Demonstrations- und Protestrecht garantiert ist.
Dort und in einer solchen Situation muss man auch gewalttätige, emotional ausgeuferte Demonstrationen ins Leere laufen lassen, wie die Stierkämpfer - elegant ausweichen, von der Seite her zustechen und nicht frontal angehen.
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(29.01.2026, 15:36)Zardo schrieb: Die Waffe hatte er schon 11 Tage zuvor bei einem ähnlichen Einsatz versteckt getragen. Wobei "versteckt" auch damals schon nur so lange gegeben war, solange die Jacke und der Pulli gerade noch drüber hing.
In diesem Video kann man zumindest mal eine Straftat sehen, 11 Tage früher, die kann man aber bei der Tötung bisher auf keiner Aufnahme sehen. Das ändert an der Situation erstmal recht wenig. Die offizielle Aussage von Noem und Bovino war ja ursprünglich, dass er Beamten massakrieren wollte.
Bezüglich verdeckter Waffen, oder auch offen getragener (je nach Staat): Das ist halt aber in den USA erlaubt. Natürlich ist das extrem dumm, und ich würde ihn auch nicht von einer gewissen Selbstschuld befreien, aber Einsatzkräfte sollten, solange das Waffenrecht so liberal gestaltet ist, halt auch irgendwie damit umgehen können, wenn jeder theoretisch bewaffnet sein kann. Deswegen steht die Waffenlobby ja auch hier deutlich gegen die Aussagen von diverse Regierungsbeamten.
Das einige Beamte absolut mit der Situation im Zusammenhang mit dem zweiten Verfassungszusatz überfordert sind, ist aber auch keine wirklich neue Erkenntnis.
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(29.01.2026, 16:02)Kongo Erich schrieb: Da kann man nicht befrieden, indem bis an die Zähne bewaffnete Truppen mit Gewalt agieren. .. Dort und in einer solchen Situation muss man auch gewalttätige, emotional ausgeuferte Demonstrationen ins Leere laufen lassen Nee, das auch nicht. Kein Staat kann sich das erlauben, das führt dann auch das Gewaltmonopol zur Durchsetzung der öffentlichen Ordnung ad absurdum. Und in den USA speziell führt das nur zu noch mehr Gewalt, weil sich beide Seiten bewaffnen...
Der Punkt ist aber, dass man nicht Gewalt mit ungeregelter, sinnfreier Gewalt beantworten darf. In diesem Fall hätte Pretti ganz einfach festgenommen werden müssen, weil er Sachbeschädigung begangen hat. Drei Beamte hätten ihn sichern (fixieren>durchsuchen>entwaffnen>fesseln), in ein Fahrzeug verbringen und dann der örtlichen, zuständigen Polizeibehörde übergeben müssen, während die anderen Beamten das Umfeld absichern. Letzteres natürlich ohne wahllosen Einsatz von Gewürzwerfern.
Das ist ja mein Problem damit: Ich bin grundsätzlich ein absoluter Anhänger von Recht, Ordnung und Gewaltmonopol des Staates. In den USA versagt aber der Staat regelmäßig bei der korrekten Ausübung dieses Gewaltmonopols und lassen sich die Anzeichen nicht von der Hand weisen, dass dem nicht strukturelle Missstände und insbesondere leider auch politische Absicht zugrunde liegen.
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Man darf - und kann - das staatliche Gewaltmonopol aber nicht auf diese Weise duchsetzen. Sogar renommierte US-Juristen (mit Kenntnis der bisweilen etwas befremdlich wirkenden Einsatzdoktrien der Sicherheitsorgane) sind inzwischen eindeutig:
Zitat:„Es waren Morde“: Nach tödlichen ICE-Schüssen in Minneapolis gerät Trump unter Druck
Nach tödlichen ICE-Schüssen spricht Trump von Deeskalation. Doch der renommierte US-Jurist Kenneth Roth erhebt gegenüber der Berliner Zeitung schwere Vorwürfe: Die Gewalt sei politisch gewollt.
...
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(30.01.2026, 16:13)Kongo Erich schrieb: Man darf - und kann - das staatliche Gewaltmonopol aber nicht auf diese Weise duchsetzen. Da haben wir ja keinen Dissens.
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(29.01.2026, 16:19)Broensen schrieb: Das ist ja mein Problem damit: Ich bin grundsätzlich ein absoluter Anhänger von Recht, Ordnung und Gewaltmonopol des Staates. In den USA versagt aber der Staat regelmäßig bei der korrekten Ausübung dieses Gewaltmonopols und lassen sich die Anzeichen nicht von der Hand weisen, dass dem nicht strukturelle Missstände und insbesondere leider auch politische Absicht zugrunde liegen.
Man sollte - trotz allem - das Kind aber nicht mit dem Bade ausschütten.
Trotz der ICE-Exzesse und der sonstigen Vorgehensweisen gibt es bisher erstaunlich wenig Verletzte und Tote.
Während der Rasse- und Vietnamunruhen in den Sechzigerjahren waren das bedeutend mehr.
Allerdings gab es damals keine Handys, die alles protokollierten.
Möglich, dass es die Absicht der MAGAs ist, Widerstand zu provozieren um dann bei breiter Gegenwehr der Bevölkerung die Midterms auszusetzen und letztlich Wahlen insgesamt.
Aber bisher sind die demokratischen Gouverneure und Bürgermeister sehr besonnen.
Und wohl auch deshalb die Bevölkerung.
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Das gehört wohl unter "Sicherheitspolitik und Wirtschaft"
Zitat:Mercedes sollte Hauptsitz in die USA verlagern: Trump-Regierung mit unmoralischem Angebot
Mercedes-Konzernchef Ola Källenius plaudert in einem Podcast aus dem Nähkästchen. Und erwähnt dabei fast beiläufig eine unfassbare Forderung seitens der USA.
Donald Trump und Mercedes-Benz, das scheint eine Hassliebe zu sein. Immer wieder arbeitet sich der US-Präsident an der Marke mit dem Stern ab. Einerseits ist bekannt, dass Trump zeitweise selbst nur zu gern in Mercedes-Modellen unterwegs war und selbst welche besessen hat. Andererseits war ihm ihre Anzahl und Präsenz auf der Fifth Avenue in New York bekanntlich schon während seiner ersten Amtszeit ein Dorn im Auge. Ihm stieß sauer auf, dass dort angeblich vor fast jedem Haus ein Mercedes stehe, in Deutschland jedoch kaum ein US-Auto anzufinden sei. Seine Handelspolitik werde das ändern, kündigte Trump bereits 2018 an.
Handelsminister wollte Mercedes in die USA locken
Heute wissen wir: So richtig geklappt hat das bisher nicht. Folgerichtig scheint die Trump-Regierung während ihrer zweiten Amtszeit eine andere Strategie zu verfolgen: Wenn in Deutschland und auf der Fifth Avenue mehr amerikanische Autos unterwegs sein sollen, muss man eben einen der größten und bekanntesten deutschen Hersteller zu einem amerikanischen machen. Die Rede ist, Sie ahnen es, von Mercedes-Benz.
...
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Was genau soll daran "unfassbar" sein? Global agierende Konzerne können auch ihren Hauptsitz frei wählen. Man spricht doch im Vorstand und Aufsichtsrat sowieso schon vornehmlich Englisch, da wäre das nur der nächste konsequente Schritt.
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Frag die Autoren von Auto Motor Sport - ich werde schon aus urheberrechtlichen Gründen ein Zitat nicht abändern.
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@Kongo Erich
Zitat:Um eine Referenzgröße für die Bewertung Deiner Zahlen zu haben, müsste man die Vergleiche zu den Erschießungen oder Todesfällen anlässlich polizeilicher Einsätze in Europa bzw. der EU heranziehen (nicht in Deutschland alleine, da es erst einmal wegen der unterschiedlichen Einwohnerzahlen von Deutschland und USA keine solche nationalen Vergleiche auf der Basis absoluter Zahlen geben kann.
Leider finde ich keine solche Statistik auf Europa bezogen. Ich bezweifle aber, dass wir in Europa auch nur im Ansatz in die Größenordnung der USA kommen, und das, obwohl es in Europa traditionell agierende Kriminalitätsgruppen und mafiöse Clans gibt (und da muss ich nicht einmal nach Süditalien schauen).
Die gegenüber der Polizei extrem kritische Recherche der Kampagne Death in Custody vermutete von 1990 bis 2021 in Deutschland insgesamt 181 Todesfälle "in Polizeigewahrsam". Aber das ist wiederum nicht vergleichbar, weil zwischen "in Gewahrsam nehmen" und "sich in Gewahrsam befinden" ein gewaltiger Unterschied besteht.
Versuchen wir also einen anderen Ansatz:
Nach Veröffentlichung der ZEIT wurden 2025 in Deutschland 17 Personen durch Polizeischüsse getötet, was "deutlich über dem Zehnjahresschnitt" liegen würde.
Die offizielle Polizeistatistik bestätigt, dass es sich hierbei um einen Spitzenwert handelt, der in 34 Jahren nur dreimal "gerissen" wurde.
Darunter sind 2025 auch so tragische Fälle wie des 21 Jahre alten Schwarzen Lorenz A. oder der Schuss auf ein gehörloses zwölfjähriges Mädchen in Bochum.
Nach Deinen Angaben werden jährlich etwa 1000 Personen (Mittelwert aus 2024) in den USA anlässlich von Polizeieinsätzen erschossen. Die Einwohnerzahl der USA lag 2024 bei geschätzten 340 bis 345 Millionen Menschen. 3,4 Mio. Menschen wären also 1 %, 340 000 Personen wären 1 %o der Bevölkerung.
Die "Mortalitätsrate" von 1000 Personen anlässlich von Polizeieinsätzen beträgt also 0,003 %o (bitte nachrechnen, als Staatsrechtler falle ich unter die Begrifflichkeit des "Justitia non calculat").
Das klingt erst mal nach "vernachlässigbar".
Nach den Angaben der Zeit wurden 2025 insgesamt (deutlich überdurchschnittlichen) 17 Personen durch Polizeischüsse getötet. Zum 30. September 2025 lebten rund 83,5 Millionen Menschen (83 497 000) in Deutschland, was einer nahezu konstanten Bevölkerungszahl gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Deutschland hatte also knapp 25 % der US-Bevölkerung.
Bei einer vergleichbaren Mortalitätsrate anlässlich von Polizeieinsätzen hätten hier also 25 % aus 1000 - grob gerechnet also 250 Personen - anlässlich von Polizeieinsätzen zum Opfer fallen können. Tatsächlich waren es nur 17 - und das waren schon überdurchschnittlich viel.
Ich weiß jetzt nicht, wie man eine 10fach höhere Mortalitätsrate bei Polizeieinsätzen in den USA gegenüber Deutschland verharmlosen kann.
Doch, das kann man, wenn man völlig an mir vorbeischreibt. Im übertragenen Sinne: Irgendwie habe ich das Gefühl, ich spreche von Sinksicherheit, Doppelböden und eisverstärktem Bug und du entgegnest, dass auf dem Meer ja Eisberge herumschwimmen, die niemand kontrollieren kann.
Nochmal: Die Anzahl jener Personen, die durch ICE oder BP erschossen wurden - und die Hälfte hatte zuvor auf die Beamten geschossen -, ist grob mit jener vergleichbar, wie wir sie prozentual gesehen in Deutschland haben, was durch die Polizei erschossene Personen betrifft. Und zugleich ist die Zahl der durch US-Polizisten ( NICHT ICE oder BP), d. h. Highway Patrol oder Sheriff Departments etc., erschossenen Personen deutlich höher als jene von ICE und Co. und auch sehr viel höher als in Deutschland. D. h. wenn wir von Ausbildungsmängeln etc. sprechen, dann kann man dies nicht auf ICE und Co. anwenden, sondern es betrifft dann eher die US-Polizeibehörden als solche. (Wobei das Waffenrisiko in den USA nochmal ein deutlich anderes ist.)
Insgesamt, wenn man bedenkt, wie viele hunderttausende von Verhaftungen ICE und Co. bereits durchgeführt haben und wobei sie mit Randalierern, Gangs, Dealern und anderen Gewalttätern konfrontiert sind und werden, ist es bemerkenswert, wie wenige Todesfälle durch Schusswaffeneinsatz durch ICE, BP etc. entstanden sind.
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(Heute, 02:12)lime schrieb: Alex Pretti 11 Tage vorher auf Video? Hatten wir doch schon.
(29.01.2026, 15:36)Zardo schrieb: [Video: https://www.youtube.com/watch?v=CRWR13BAIEs]
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(Gestern, 13:30)Schneemann schrieb: Insgesamt, wenn man bedenkt, wie viele hunderttausende von Verhaftungen ICE und Co. bereits durchgeführt haben und wobei sie mit Randalierern, Gangs, Dealern und anderen Gewalttätern konfrontiert sind und werden, ist es bemerkenswert, wie wenige Todesfälle durch Schusswaffeneinsatz durch ICE, BP etc. entstanden sind.
Die Aussage ist richtig.
Wobei die Ausübung von Gewalt per Schusswaffe ja nicht einmal dann das Ziel sein könnte, wenn es nur um die Verbreitung von Angst und Schrecken gehen würde.
Martialisches Auftreten, maskiert, bei vollem Tageslicht, in Gruppen, mit SUVs, "Herauszerren" , "auf-den-Boden-Drücken", "mitnehmen" etc. sind wesentlich bessere Methoden der Abschreckung.
Ein Pistolenschuß ist erstaunlich "clean".
Die echten Gruselfilme aus der Ukraine gehen auch fast nie mit Schusswaffengebrauch einher.
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(Heute, 02:17)Broensen schrieb: Hatten wir doch schon.
Das Video von Zardo wurde bei mir gestern nicht angezeigt. Zumindest ist es erhellend was für ein Typ der Pretti wirklich ist, nicht so lammfromm wie seine Genossen und Freunde der Welt glaubhaft machen wollten. Wer so rabiat vorgeht macht dies aller Wahrscheinlichkeit nach nicht zum ersten Mal.
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(Heute, 10:32)lime schrieb: Das Video von Zardo wurde bei mir gestern nicht angezeigt. Zumindest ist es erhellend was für ein Typ der Pretti wirklich ist, nicht so lammfromm wie seine Genossen und Freunde der Welt glaubhaft machen wollten. Wer so rabiat vorgeht macht dies aller Wahrscheinlichkeit nach nicht zum ersten Mal. Ernsthaft?!
Machst Du jetzt bei dieser absurden MAGA-Kampagne mit, I.C.E. moralisch zu entlasten, weil es irgendwie schon "den Richtigen" getroffen hat?
Hast Du bei Deinem entweder durch Ignoranz oder Desinteresse motivierten Kommentar die Tatsache berücksichtigt, dass das Opfer Krankenpfleger in einem Veteranenkrankenhaus und ehrenamtlicher Sterbebegleiter für Veteranen war? Wie rechnet man das auf gegen ein zertretenes Rücklicht?
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