EU vs. USA
Wiegold formuliert es auf den Punkt:

Grönland: Trump kündigt „Strafzölle“ gegen Europäer wg. fehlender Unterwerfung an
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(17.01.2026, 22:21)Mitleser schrieb: WIR eskalieren also, soso. Und WIR sollten die Lage jetzt beruhigen, aha.

Wir sollten hauptsächlich nicht auf das reagieren, was Trump sagt.

Denn dann ist völlig sinnfrei.

Die Handvoll Soldaten nach Grönland zu senden ist richtig.
Denn die sind jetzt Realität.

Trump wird jetzt wild drohen, mit was-auch-immer.
Und wir (die EU) werden hoffentlich nichts sagen, sondern eben handeln, wenn uns das geboten erscheint.
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(17.01.2026, 22:34)goschi schrieb: Trump wird jetzt wild drohen, mit was-auch-immer.
Und wir (die EU) werden hoffentlich nichts sagen, sondern eben handeln, wenn uns das geboten erscheint.

Exakt. Erstmal Tee, oder Kaffee, trinken und abwarten was kommt, und ob die Zollpolitik von seinen Schergen im Supreme Court abgenickt wird oder nicht. Ich würde bei dem ganzen Thema, nachdem jetzt jeder Staatschef noch einmal die Phrasen von Souveränität und Unterstützung für den Verbündeten Dänemark und Grönland runtergerattert hat, erstmal prinzipiell auf Durchzug schalten, bis Fakten da sind. Und ich hoffe, das ist auch die Strategie die verfolgt wird.

Dennoch war die Entsendung von Erkundungstruppen richtig und wichtig, schließlich stehen China und Russland mit ihren Fischerbooten schon quasi vor Grönlands Tür Tongue
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Bitte keine persönlichen Angriffe. Und das heißt, grundsätzlich keine negativen Bemerkungen über andere Nutzer.
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(17.01.2026, 21:47)Nightwatch schrieb: @Frank
Dummerweise hat Trump diese Pressemitteilung nicht gelesen und bewertet die Aktion (zurecht aus seiner Sicht) etwas anders.
Wir können es nun hübsch weiter eskalieren lassen und auf allen Seiten gewaltig Schaden nehmen, oder wir lassen das mit dem gefühlten Zweifrontenkrieg und tun unser Möglichstes die Lage wieder zu beruhigen.

Aus meiner Sicht haben wir schon alles sinnvoll mögliche getan, um Trump zufriedenzustellen. Wir haben seine Tarife hingenommen, ohne unsererseits Gegenzölle oder andere Handelsmaßnahmen zu verhängen. Wir haben seine ganzen Angriffe (und die seines Vizepräsidentens) auf unsere Werte und Gesellschaftsordnung toleriert. Wir haben geschmeichelt und besänftigt.

Wir haben seine Grönland-Aussagen ein knappes Jahr lang mit dem von dir verlangten Achselzucken abgetan und hingenommen.

Und was bekommen wir dafür? Lauteres Getöse und zusätzlicher Druck. Ich glaube nicht, dass weiter wegschauen ihm da langfristig den Appetit nimmt. Er und seine Berater wittern darin Schwäche und "stillschweigendes Einverständnis".

Deshalb war es richtig, die Soldaten zu schicken und seinen Bluff bezüglich der Bedrohung durch China und Russland offenzulegen. Und deshalb ist es jetzt richtig, seine Drohungen zurückzuweisen und notfalls angemessene Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Ich finde auch, dass es schöner wäre, zu deeskalieren und nicht ein funktionierendes Modell in Trümmer zu legen. Allein, ich glaube nicht, dass wir das können. Jeder Versuch der Deeskalation ist bisher mit weiterem Druck und mehr Eskalation beantwortet worden. Jetzt erst mit dem Wortbruch bezüglich der Zölle.

Es ist die Seite, die überhaupt erst eskaliert hat, die jetzt zuerst vom Gaspedal runter muss - die USA, die hier als unprovozierter Agressor auftreten. Wenn klar ist, dass deeskaliert wird, sind wir doch alle sofort dabei. Aber wir sind hier nicht in der Bringschuld.
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Nightwatch

Selbst wenn er es „falsch versteht“, dann kaum zufällig: Die Mission richtet sich nicht gegen die USA, sondern unterstützt Dänemark und stärkt die NATO gegen Russland. Eine bewusste Fehlinterpretation schafft hier nur den Vorwand – und entlarvt die eigentliche Absicht.
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(17.01.2026, 23:21)EuropeanMind schrieb: Es ist die Seite, die überhaupt erst eskaliert hat, die jetzt zuerst vom Gaspedal runter muss - die USA, die hier als unprovozierter Agressor auftreten. Wenn klar ist, dass deeskaliert wird, sind wir doch alle sofort dabei. Aber wir sind hier nicht in der Bringschuld.
Wenn dir ein Falschfahrer entgegenkommt tritts du auch auf die Bremse obwohl du Vorfahrt hast.

Wir sind nicht in der Bringschuld. Wir sind aber in einer Lage, die wir durch unser Handeln entscheidend beeinflussen können.

Wir können eskalieren, Gegenmaßnahmen aufrufen und Vergeltung üben. Damit werden wir erreichen, dass sich die Eskalationsspirale eine Drehnung weiter dreht. Und mit jeder Drehung wird es - für jede Seite - schwieriger wieder von den Bäumen zu kommen auf die man gerade in eigener Entscheidung klettert.
Wo soll das hinführen? Wollen wir uns als EU ernsthaft eine offene (und hoffentlich nicht militärische) Feldschlacht um fucking Grönland und die lieben Prinzipen liefern? Selbst man das am Ende "gewinnen" sollte und Grönland weiterhin eine Dänische Kolonie bleibt laufen wir mit unserer momentanen Politik Gefahr den Preis dafür in viel zu große Höhen zu treiben.

Das ist nicht klug. Leider Gottes ist es populär, Antiamerikanismus taugt schon immer als Zugpferd und in diesen Zeiten leider ganz besonders. Gröndland ist nicht die NATO und die transatlantischen Beziehung wert. Das gilt in Richtung Trump genauso wie für die Gernegroßen in Brüssel und manchen Europäischen Hauptstädten.
Aber hey, wird schon schiefgehen. Geben wir Gas.

(17.01.2026, 23:38)Frank353 schrieb: Selbst wenn er es „falsch versteht“, dann kaum zufällig: Die Mission richtet sich nicht gegen die USA, sondern unterstützt Dänemark und stärkt die NATO gegen Russland. Eine bewusste Fehlinterpretation schafft hier nur den Vorwand – und entlarvt die eigentliche Absicht.
Ach komm, wie das offiziell begründet wurde ist das eine, wie das polit-medial gespielt wurde etwas völlig anderes. Die Truppen kommen weil man ein Zeichen gegen Trumps Ambitionen setzen wollte.
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(17.01.2026, 23:42)Nightwatch schrieb: Das ist nicht klug. Leider Gottes ist es populär, Antiamerikanismus taugt schon immer als Zugpferd und in diesen Zeiten leider ganz besonders. Gröndland ist nicht die NAto und die transatlantischen Beziehung wert. Das gilt in Richtung Trump genauso wie für die Gernegroßen in Brüssel und manchen Europäischen Hauptstädten.
Aber hey, wird schon schiefgehen. Geben wir Gas.

Ja, und wenn das Auge dann auf Island fällt, und dann auf... naja Appeasement von Möchtegern-Autokraten halt. Hat schon immer gut funktioniert, bekanntlich ein bewährtes Erfolgsrezept.
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(17.01.2026, 21:47)Nightwatch schrieb: @Frank
Dummerweise hat Trump diese Pressemitteilung nicht gelesen und bewertet die Aktion (zurecht aus seiner Sicht) etwas anders.
Wir können es nun hübsch weiter eskalieren lassen und auf allen Seiten gewaltig Schaden nehmen, oder wir lassen das mit dem gefühlten Zweifrontenkrieg und tun unser Möglichstes die Lage wieder zu beruhigen.

Was können wir dafür, wenn Trump dumm ist und keine Berater hat, die schlau sind und die zu ihm durchdringen?

Trumps Aussagen bzgl. Grönland sind allesamt erlogen, und sein Umfeld eskaliert (Ehepaar Miller). Sein Ansinnen an sich ist schon empörend, noch mehr ist es der Umstand, dass ihm die Grönländer scheißegal sind. Er kokettiert sogar noch damit, den dortigen Ministerpräsidenten nicht zu kennen. In Grönland hat ihm diese Ignoranz, dieses Über-sie-schreiben statt Mit-ihnen-reden schon ordentlich Minuspunkte eingebracht.

Trump ist nach seinem Venezuela-Coup im Machtrausch.

Jetzt einmal mehr Zölle als sein vermeintliches präsidiales Machtwerkzeug anzudrohen, ist sachlich in keiner Weise gerechtfertigt.

Eskalieren tut somit einzig Trump. Die Europäer (einige von ihnen) setzen lediglich ein maßvolles Zeichen, verbunden mit der Einladung an die USA, sich in die Aktion einzuklinken. Wäre die verbesserte Sicherheitslage tatsächlich Trumps Ziel, würde er dies dankbar annehmen und zugleich die US-Personalstärke wieder auf das Niveau von vor einigen Jahrzehnten hochfahren. Da braucht er auch nichts zu annektieren oder zu kaufen.
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(17.01.2026, 23:45)DrKartoffelsalat schrieb: Ja, und wenn das Auge dann auf Island fällt, und dann auf... naja Appeasement von Möchtegern-Autokraten halt. Hat schon immer gut funktioniert, bekanntlich ein bewährtes Erfolgsrezept.
Es gibt nullkommnull Hinweise, dass Trump irgendetwas in dieser Richtung auch nur im Kopf hätte. Insofern ist das einfach Quark.
Grundsätzlich: Es gibt sicherlich Linien hinter die man nicht zurücktreten kann. Einen vernünftigen Deal um Grönland auszuhandeln ist das aber sicherlich nicht.

emjay schrieb:Was können wir dafür, [...]
Wir können mittelbar eine ganze Menge für die Entwicklung der Welt in der Trump auch nur Symptom ist. Das aber nur nebenbei, denn die Frage entfaltet keine Relevanz dahingehend, dass wir uns nun mal in einer Lage befinden, aus der es einen schmalen aber klugen Weg heraus gibt und eine breite populistische Bahn in die geopolitische Katastrophe. Kein Wehklagen über Trump und sein Handeln wird daran etwas ändern.
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(17.01.2026, 23:49)emjay schrieb: Trump ist nach seinem Venezuela-Coup im Machtrausch.

Trumpismus ist Eskalation um der Unterhaltung willen.

Machtrausch ist vermutlich (und hoffentlich) das falsche Wort.

"Aufmerksamkeitsrausch" trifft es meines Erachtens besser.

Was ein Gefühl muß das - jedenfalls für ihn - sein: Er lässt irgendeinen Unsinn aus der Lippe fallen, und die ganze Welt schreibt darüber.

Da ist es völlig unerheblich, ob es um Grönland geht oder Madagaskar.
Würde er mehr Aufmerksamkeit damit erheischen, dass er Madagaskar annektiert, würde er das androhen.
Aber er ist so clever, dass er weiß, das Grönland besser triggert ...
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(17.01.2026, 23:59)Nightwatch schrieb: Einen vernünftigen Deal um Grönland auszuhandeln
Was meinst du denn, wie so ein Deal aussehen könnte? Es gibt bisher nichts, was man Trump nicht angeboten hätte in Bezug auf Grönland, außer eben dem überschreiten der einen roten Linie, dass Grönland nicht gegen den Willen der dortigen Bevölkerung "den Besitzer" wechseln darf.

(18.01.2026, 00:06)goschi schrieb: Da ist es völlig unerheblich, ob es um Grönland geht oder Madagaskar.
Würde er mehr Aufmerksamkeit damit erheischen, dass er Madagaskar annektiert, würde er das androhen.
Ob wir ihm wohl Madagaskar anbieten sollten? Angel
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@Nightwatch

Trump ist nur ein Symptom? Wofür denn?

Und natürlich soll nicht (nur) wehgeklagt, sondern gehandelt werden.

Übrigens wäre eine gemeinsame Arktis-Mission ja eigentlich ein guter "Deal" (furchtbares Wort). Die USA fahren ihr Engagement auf ein Niveau wie vor Jahrzehnten hoch, und die Europäer beteiligen sich. Trump will doch sonst immer mehr europäische Beteiligung und eine bessere Lastenteilung?

Ich habe mir jetzt mal die Mitteilung von Trump auf "Augen geradeaus!" durchgelesen. Grotesk, was Trump sich da zusammenfabriziert.
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(18.01.2026, 00:07)Broensen schrieb: Was meinst du denn, wie so ein Deal aussehen könnte? Es gibt bisher nichts, was man Trump nicht angeboten hätte in Bezug auf Grönland, außer eben dem überschreiten der einen roten Linie, dass Grönland nicht gegen den Willen der dortigen Bevölkerung "den Besitzer" wechseln darf.
Wie wäre es mit einer Teilannektion? Die Insel ist ja bis auf wenige Ortschaften komplett unbewohnt.
Oder hat man nei Trump mal wegen politischen/wirtschaftlichen Offsets nachgefragt? Wenn ihm Grönland so wichtig ist könnte man evtl eine ganze Menge heraushandeln. Rein wirtschaftlich und auf die Insel bezogen wäre etwa eine Vereinbarung möglich die einen Teil der Gewinne aus dem Abbau der Seltenen Erden an die Bevölkerung in Grönland und Dänemark/die EU zurückfließen lässt. Darüber hinaus wären der Fantasie sicher keine Grenzen gesetzt. Ich halte es gar für möglich, dass man bei Trump mit solch einem Ansatz verdammt weit kommen könnte.
Was bringt uns diese Prinzipienreiterei? Diese bornierte Inflexibilität ist so unklug. Wir liefern die Grönländer doch nicht den Russen aus.

(18.01.2026, 00:10)emjay schrieb: @Nightwatch

Trump ist nur ein Symptom? Wofür denn?
Führt hier viel zu weit, im USA-Thread müsste ich einiges dazu geschrieben haben.
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(18.01.2026, 00:19)Nightwatch schrieb: Wie wäre es mit einer Teilannektion? Die Insel ist ja bis auf wenige Ortschaften komplett unbewohnt.

SPIEGEL-Online:

(...)
Kongressabgeordneter und Republikaner Don Bacon sagte dem CNN-Journalisten Jake Tapper , er und »die meisten Amerikaner« seien mit Trumps grobem Vorgehen nicht einverstanden. Es sei beschämend, dass Trump Nato-Mitglieder bedrohe. »Die Tatsache, dass Grönland Teil der Nato ist, gibt dem Präsidenten alles, was er braucht, um mehr Militärbasen aufzubauen«, so Bacon. Auf X schrieb der Republikaner : »Wir klingen zu sehr wie Putin und es ist falsch.«

Er betonte ebenfalls, dass die Autorität über die Vergabe von Zöllen beim Senat und dem Kongress liegen solle. »Und nur für den absurden Fall, dass Trump es ernst meint, in Grönland einmarschieren zu wollen«, so Bacon im Nachrichtensender CNN, »möchte ich ihn wissen lassen, dass es vermutlich das Ende seiner Präsidentschaft wäre.«
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