USA vs. Venezuela
Laut dem Analysedienst Kpler, der spezialisiert auf die Verfolgung von Öltankern ist, exportiert Venezuela derzeit etwa 765.000 Barrel pro Tag. Davon gehen laut Kpler 76 % direkt nach China. Dort werden sie in unabhängigen Raffinerien in Shangdong verarbeitet, um die Embarogs zu umgehen.
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Es ist schon erstaunlich, was man unter dem Deckmantel des Völkerrechtes so alles verkaufen will. Ich meine, dass man vieles darunter verkauft und manches sich auch hinbiegt, ist eigentlich nicht neu. Aber das Herumreiten auf dem Völkerrecht im Falle Venezuelas sprengt irgendwo den Rahmen und ist an Satire kaum mehr zu überbieten.

Was hätte man denn, wenn man brav stringent dem Völkerrecht folgt, für das Land erreichen können? Nichts. Irgendwelche Resolutionen wären an den Russen und den Chinesen gescheitert. Und dann? Mit den Händen im Schoß darauf zu warten, dass Maduro irgendwann in vielen Jahren abtritt, während das Land völlig vor die Hunde geht und nochmals Millionen auf der Flucht und zigtausende Menschen tot sind? Kann man machen. Aber ist es zu verantworten, notfalls für den Erhalt des hehren Altars des Völkerrechtes, tausende Menschen zu opfern und Millionen zur Flucht zu nötigen? Das kann man machen, es passiert ja schließlich oft genug, würden wohl die Nivellierer, Fans des Whataboutismus und die Verklärer nun sagen. Macht es aber das Völkerrecht besser oder sakrosankter?

Und provokant gefragt: Hat nicht Maduro auch Rechte? Hat er nicht das Recht, so wie gefälligst jeder Staatschef, sein Land diktatorisch zu regieren, sich zu bereichern, zigtausende Personen einzusperren (oder umzubringen), seine Landsleute zur Flucht zu nötigen und nebenher noch (mutmaßlich) munter Drogengeschäften zu frönen? Vielleicht wollte er sich nur selbst verwirklichen und das machen, was er als Kind und Busfahrer nie konnte - in unserer heutigen Zeit, wo der Krawallindividualismus sehr stark ausgeprägt ist, wäre das doch zutiefst verständlich.

Und nun kommen einfach diese Spielverderber aus Washington und verhaften ihn. Wie können sie es nur wagen, diesen Leuchtturm der lateinamerikanischen Selbstverwirklichung aus dem Rennen zu nehmen? Und dann auch noch mitten in der Nacht und ohne größeres Aufsehen. Wie gemein. Skandalös. Vader

Schneemann
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(04.01.2026, 18:42)Mitleser schrieb: Laut dem Analysedienst Kpler, der spezialisiert auf die Verfolgung von Öltankern ist, exportiert Venezuela derzeit etwa 765.000 Barrel pro Tag. Davon gehen laut Kpler 76 % direkt nach China. Dort werden sie in unabhängigen Raffinerien in Shangdong verarbeitet, um die Embarogs zu umgehen.

Danke, hier noch zwei Links aus Dezember 2025 dazu:

https://www.kpler.com/blog/us-pressure-c...ains-ample

https://www.kpler.com/blog/venezuelan-su...tervention
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https://youtu.be/TLlBwtplg9I?si=XOvuOy292WCiBpw7

Hier ein Youtube-Link, der einen CH 47 bei der Landung auf dem Kasernengelände zeigt, wo sich Maduro aufhielt.

Man sieht 2 Bunkertüren, eine zerstört und mehrere zerstörte Gebäude und Luftabwehrsysteme.
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(04.01.2026, 18:53)Schneemann schrieb: Aber ist es zu verantworten, notfalls für den Erhalt des hehren Altars des Völkerrechtes, tausende Menschen zu opfern und Millionen zur Flucht zu nötigen?
Das kann man machen, es passiert ja schließlich oft genug, würden wohl die Nivellierer, Fans des Whataboutismus und die Verklärer nun sagen. Macht es aber das Völkerrecht besser oder sakrosankter?
Ja natürlich. Das ist schließlich dder Leitsatz des Deutschen Michels: Es geschehe Recht und wenn die Welt daran zu Grunde geht.
Jenseits des Rechts gibt es keine Handlungsoptionen. Möchte man glauben. Wie viele Menschenleben diese Haltung kostet ist egal. Vor allem Dingen wenn die Konsquenzen soweit weg sind, dass man im eigenen Elfenbeinturm davon nichts mitbekommen muss.
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(04.01.2026, 18:42)Mitleser schrieb: Laut dem Analysedienst Kpler, der spezialisiert auf die Verfolgung von Öltankern ist, exportiert Venezuela derzeit etwa 765.000 Barrel pro Tag. Davon gehen laut Kpler 76 % direkt nach China. Dort werden sie in unabhängigen Raffinerien in Shangdong verarbeitet, um die Embarogs zu umgehen.

Hochgerechnet auf 1 Jahr entspräche das übrigens ca. 5% der jährlichen Rohöl-Importmenge Chinas.
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(04.01.2026, 18:53)Schneemann schrieb: Und nun kommen einfach diese Spielverderber aus Washington und verhaften ihn. Wie können sie es nur wagen, diesen Leuchtturm der lateinamerikanischen Selbstverwirklichung aus dem Rennen zu nehmen? Und dann auch noch mitten in der Nacht und ohne größeres Aufsehen. Wie gemein. Skandalös. Vader

Die Polemik funktioniert aber auch nur so lange, bis jemand woanders meint, er hätte die Wahrheit mit Löffeln gefressen und "unsere" Weltansicht ist die falsche und wendet die selbe Polemik an.
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Man stelle sich vor, ein (natürlich militärisch potenter) Staat würde Trump wegen "Bomben-Terrorismus" anklagen, einen nationalen Haftbefehl ausstellen und diesen dann vor Ort mit einer "kleinen Polizeiaktion" vollstrecken. Rolleyes (Es wäre natürlich keine "Verhaftung", sondern eine "Entführung".)

Und sicher würde man auch viel an Trump finden können, was man dem hier angenommenen Vorgang noch Gutes abgewinnen könnte.

Zurück zur Sache, Trump droht nicht nur Maduros Nachfolgerin, die sich nicht so kooperativ zeigt wie anfangs berichtet, sondern auch (einmal mehr) Grönland.

Zitat:Donald Trump hat der Maduro-Nachfolgerin, Delcy Rodríguez, mit Konsequenzen gedroht, sollte sie nicht das tun, was die USA von ihr verlangen. In einem Interview mit dem Magazin "The Atlantic" sagte er wörtlich: "Sie wird einen sehr hohen Preis zahlen, wahrscheinlich einen höheren als Maduro, falls sie nicht das Richtige tut." Was genau das „Richtige“ sei, erklärte der US-Präsident nicht.

Trump deutete auch an, dass dies nicht der letzte Einsatz seiner Art gewesen sein könnte. "Wir brauchen Grönland auf jeden Fall", sagte er und beschrieb die Insel als "umgeben von russischen und chinesischen Schiffen." Auch Außenminister Marco Rubio hatte gestern nach der Entführung von Nicolás Maduro in Bezug auf Grönland schon erklärt: „Wenn er (Donald Trump, Anm. d. Red.) Ihnen sagt, dass er etwas tun wird, wenn er sagt, dass er ein Problem angehen wird, dann meint er das auch so."
www.t-online.de/nachrichten/ausland/internationale-politik/id_101066152/venezuela-krise-trump-droht-maduro-nachfolgerin-groenland-einsatz-im-raum.html
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Nachdem sich der Rauch etwas verzogen hat:

Was konkret hat Trump erreicht?

Er hat den amtierenden Präsidenten, ob der nun kriminell ist oder nicht, in die USA entführt.
Und einer der 30 Mio. Venzuelaner wird nun diesen Job an Maduros statt machen.

Jetzt droht Trump wieder vom White House aus.

Aber die Nummer mit der Entführung kann er eben kein zweites Mal machen.

Wenn Venezuela nicht auf die USA zugeht, bspw. weil diese Nation so etwas wie Reststolz hat, dann möchte ich sehen, was der Effekthascher Trump dann zu bieten hat.

"Boots on the ground" wird es mit ihm nicht geben.
"In die Steinzeit bomben" geht auch nicht, denn da ist Venezuela schon.
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Erinnert sich jemand?

Zitat:A. Western Hemisphere: The Trump Corollary to the Monroe Doctrine
After years of neglect, the United States will reassert and enforce the Monroe
Doctrine to restore American preeminence in the Western Hemisphere, and to
protect our homeland and our access to key geographies throughout the region. We
will deny non-Hemispheric competitors the ability to position forces or other
threatening capabilities, or to own or control strategically vital assets, in our
Hemisphere. This “Trump Corollary” to the Monroe Doctrine is a common-sense
and potent restoration of American power and priorities, consistent with American
security interests.

https://www.whitehouse.gov/wp-content/up...rategy.pdf

Die Monroe Doctrine ist Teil des Geschichtsunterrichts so ziemlich jeden US-Amerikaners

[Bild: https://expat-chronicles.com/wp-content/...artoon.jpg]

Heute dürfte sie längst Teil des kollektiven Unbewussten bzw. der Grundüberzeugungen der meisten US-Amerikaner geworden sein. NIMBY = not in my backyard

[Video: https://youtu.be/3hoUzEL5_xA?si=yWcBNgtRfI6G7BXo]

Hat Trump wirklich alles richtig gemacht?
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(04.01.2026, 22:56)Schwabo Elite schrieb: Was konkret hat Trump erreicht?

Einen Propaganda-Erfolg für seine MAGA-Basis. Das Völkerrecht weiter erodiert, was für die Außenstrategie der MAGA-Bewegung nötig ist. Den Europäern, insbesondere mit Hinblick auf Grönland, ordentlich Kopfschmerzen bereitet und Tatwillen demonstriert. Und wenn Venezuela dann doch noch mitspielt, gibt's das Öl obendrauf quasi geschenkt. Unterm Strich eigentlich eine ganze Menge.

Gekostet hat's ihm persönlich ja nichts. Kosten-Nutzen-Rechnung geht aus seiner Sicht voll auf. Das ist halt eine symbolträchtige Außenpolitik (siehe auch Angriff auf iranische Atomanlagen, etc.) der lauten, wilden, manchmal willkürlichen, manchmal rechtswidrigen, manchmal nutzlosen Aktionen. Große, aber limitierte Gesten, um seinen Willen durchzudrücken. Wenn man bekommt was man will, hat's nicht viel gekostet, wenn nicht, aber eben auch nicht. Alles, bloß keine langfristigen neuen Außeneinsätze.
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(04.01.2026, 23:31)DrKartoffelsalat schrieb: Einen Propaganda-Erfolg für seine MAGA-Basis.

Eben.

Trumps Erfolge sind alles nur Propaganda-Erfolge für seine Basis.

Er macht kurzfristig etwas kaputt und hat das, was er liebt: Aufmerksamkeit.

Aber er baut nichts auf:
Weder den Gaza-Streifen noch die bilaterale Beziehung zu Venezuela.

(04.01.2026, 23:31)DrKartoffelsalat schrieb: Das Völkerrecht weiter erodiert, was für die Außenstrategie der MAGA-Bewegung nötig ist.

Das Völkerrecht wurde schon damals nicht erodiert, als man das Ananasgesicht aus Panama herausgeholt hat.
Es wurde seinerzeit einmal gebrochen, blieb aber erhalten.

Im übrigen sehe ich weder bei den MAGAs noch bei Trump irgendeine Strategie.
Möglich, dass die MAGAs gerne eine hätten.
Aber deren Exekutor ist nicht Trump.
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(03.01.2026, 23:20)Quintus Fabius schrieb: Das ist so absurd und willkürlich, dass ich es kaum kommentieren möchte. Aber gehen wir diesen Schwachsinn mal an: 1. wenn jeder Staatschef keinerlei völkerrechtliche Immunität hat der nicht regulär ordentlich gewählt ist, dann hat die gesamte UN gnau so wenig völkerrechtliche Daseinsberechtigung wie mehr als die Hälfte der Staatschefs aller Länder weltweit.

Warum sollten irgendwelche Diktatoren denn eine Daseinsberechtigung haben?

Maduro ist ein spezieller Fall, nachdem die komplette westlichen Welt plus fast ganz Südamerika das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen (berechtigterweise) nicht anerkannt hat und stattdessen den Gegenkandidaten als den legitimen Führer Venezuelas sieht. Das ist nicht die Norm wenn es um andere Diktatoren gilt.

Völkerrecht ist dann immer das was man daraus macht. Es erwächst jenseits der etablierten Normen aus den Handlungen der souveränen Akteure. Wenn die halbe Welt (hier der Westen + plus Südamerika) sich weigert Maduro als Staatschef anzuerkennen kann man durchaus argumentieren, das dies mindestens dahingehend Relevanz entfaltet, dass der legitime Staatschef eine ausländische Macht um Hilfe bei der Entmachtung des usurpierenden Kartellbosses bitten kann.

Zitat: 2. Die Regierung einer Nation einfach als Kriminelle Unternehmung zu bezeichnen macht diese nicht zu einer solchen. Und für das sogenannte Kartell der Sonnen konnte die US Regierung selbst 2025 noch nicht mal irgendwelche Indizien vorlegen. 3. wenn Verbrechen einer Regierung gegen die Menschlichkeit militärische Angriffe rechtferigen, wo bleiben dann die Angriffe auf dutzende andere Länder in denen es noch wesentlich schlimmere solche Angriffe gibt?!
'Herr Wachtmeister, warum verhaften sie mich wegen Taschendiebstahl wenn sie den Bankräuber von letzter Woche noch nicht geschnappt haben.' Die Welt ist nicht perfekt.

Ich bin kein Experte hinsichtlich venezuelanischer Kartelle. Nach meiner zugegeben oberflächlichen Beobachtung dieser Vorgänge sind diese Vorwürfe so neu nicht, durchziehen mehrere US-Administrationen, haben bereits zu empfindlichen Haftstrafen geführt, werden international mitgetragen und durchliefen im Falle Maduros auch das übliche umfangreiche justizielle Prozedere in den USA.
Ich habe da keine Bauchschmerzen davon auszugehen, dass es sich halt so verhält wie durch die US-Regierung skizziert. Ein Nacroterrorist hat sich widerrechtlich der Staatsmacht eines Landes bemächtigt.

Zitat: Und ein Haftbefehl einer Nation soll also jetzt sowohl über Völkerrecht als auch über dem Recht einer anderen Nation stehen und im Hoheitsgebiet einer anderen Nation ohne jeden Vertrag und ohne Rechtsabkommen Gültigkeit haben?
Ich dachte, zuletzt hätte man mit der Causa Netanyahu etabliert, dass solche Geschichten möglich, gwünscht und gut sind?

Die Amerikaner haben das mit Noriega schon mal durchgezogen. Mit Maduro jetzt halt wieder. Man könnte argumentieren, dass es damit unter Völkergewohnheitsrecht fällt, dass Akteure der transnationalen organisierten Kriminalität keine funktionale Immunität besitzen.
Und das die USA sich gerne eine extraterritoriale Zuständigkeit zuschreiben ist so neu als Phänomen nun auch nicht.

Zitat:Wenn dem so ist, dann erlassen wir halt einfach einen Haftbefehl für Trump und lassen ihn dann einfach bei einem Besuch von ihm irgendwo verhaften. Weil unser Haftbefehl ja sowohl über Völkerrecht als auch über US Recht steht.
Dann werden wir halt feststellen, dass die US-Streitkräfte noch einmal über welchen Rechtskonstrukten von wem auch immer stehen.

Zitat:Es ist absolut erstaunlich, wie leichtfertig wesentliche Mechanismen zwischen Staaten jetzt weggeworfen werden für vermeintliche kurzfristige Vorteile.
Diese Mechanismen werden schon immer so hingebogen wie man es gerade braucht.

Wenn wir in Europa weiterhin so versessen auf das Völkerrecht sind gibt es zwei Wege mit der US-Aktion umzugehen: a) den unfassbaren Rechtsbruch mit großen Wehgeschrei beklagen oder b) ein Konstrukt konstruieren, dass die Aktion in dem liebgewonnenen Rahmen rechtfertigt. Ich halte Option b für klüger. Entsprechend biete ich das hier an.
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Presseschau bei "Welt":

www.welt.de/politik/ausland/article695b679cc83d5f8e0659c94c/venezuela-waehrend-putin-zusieht-laesst-trump-die-brutale-geschichte-der-us-kanonenbootdiplomatie-aufleben.html
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Zitat:Ich dachte, zuletzt hätte man mit der Causa Netanyahu etabliert, dass solche Geschichten möglich, gwünscht und gut sind?

Ich war durchgehend gegen den Haftbefehl für Netanyahu, aus durchaus ähnlichen Gründen.

Jedwede Regeln haben eine Funktion. Die Lawfare gegen Israel stellt in diesem Kontext genau so ein Problem dar wie die völlige Missachtung jedweder Regeln unter Berufung auf militärische Überlegenheit:

Zitat:Dann werden wir halt feststellen, dass die US-Streitkräfte noch einmal über welchen Rechtskonstrukten von wem auch immer stehen.

Es ist exakt dieses Denken, dass einen Fehler darstellt. Mir geht es nicht um Recht für sich selbst, und am allerwenigsten um Moral. Sondern um Funktionalität. Richtig und Falsch sind hierbei höchst einfach definierbar: Richtig ist (aus Sicht der USA), was den USA insgesamt und langfristig gesehen nützt, Falsch ist alles andere. Und deshalb ist dieser ganze Vorgang falsch. Das kann man anders sehen und sich der Hybris hingeben, wie zu viele, aber das ändert nichts daran, dass es bloße Hybris ist, die den USA schon mittelfristig extrem auf die Füße fallen wird.

Zitat:Ich habe da keine Bauchschmerzen davon auszugehen, dass es sich halt so verhält wie durch die US-Regierung skizziert. Ein Nacroterrorist hat sich widerrechtlich der Staatsmacht eines Landes bemächtigt.

Dann leg doch mal irgendwelche Belege dafür vor ? Nicht mal die US Regierung konnte über ihre bloßen Behauptungen hinaus hier irgend etwas je gerichtsverwertbar belegen. Und wenn man nachfragt heißt es dann wie stets ominiös: es gibt da geheime informationen die geheim sind. Damit landet man bei völliger Willkür und Beliebigkeit weil man dann schlussendlich alles behaupten kann wie man will.

Aber selbst wenn es so wäre, wäre die Handlung einfach nur falsch. Gäbe es zuhauf leichtere und wesentlichere Ziele und könnte man schlussendlich in ganz vielen Ländern der Welt praktisch nach belieben kriegerisch eingreifen.

Nun kann man nonchalant mit den Schultern zucken und sagen: Wayne, die Welt ist nicht perfekt usw. und die anderen interessieren nicht und das Öl in Venezuela interessiert (als strategische Reserve bzw. zum erhalt der eigenen Reserve im eigenen Land etc) - aber das ändert nichts daran, dass das Völkerrecht ein Instrument ist, welches gerade den USA nützt und wenn es jetzt von ihnen selbst derart missachtet wird, verliert es immer mehr seine Funktion und dies wird zum Schaden der USA sein.

Zitat:Warum sollten irgendwelche Diktatoren denn eine Daseinsberechtigung haben?

Meinst du es in der Art: Wenn die ebenso nicht gewählte, vollständig illegale und illegitime Vize des Diktators das Öl dann an die USA verscherbelt ?!

Zitat:Völkerrecht ist dann immer das was man daraus macht. Es erwächst jenseits der etablierten Normen aus den Handlungen der souveränen Akteure.

Nein tut es nicht. Es gibt eindeutige Verträge welche auch die USA ratifiziert haben, bestimmte Prozedere und Vorgehensweisen und rechtliche Abläufe. Deine Interpretation bedeutet schlussendlich, dass das Völkerrecht in keinster Weise existiert, also gar nicht existiert, sondern eine bloße Illusion darstellt die hinter jedweder militärischer Gewalthandlung zurück zu stehen hat.

Zitat:Die Amerikaner haben das mit Noriega schon mal durchgezogen.

Die Amerikaner haben mit uns zusammen auch Serbien angegriffen und den Kosovo geschaffen. Sie haben den Irak und Liyben angegriffen. Sind in Afghanistan einmarschiert und dann dort geblieben. Lauter Leuchtturm-Beispiele dafür: wie man es nicht machen sollte. Und was dabei heraus kommt, wenn man zu hemdsärmelig sinnfrei zuschlägt weil man denkt, dass man grenzenlos überlegen ist.

Es gibt ein Wort dafür: Hybris.
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