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(04.01.2026, 14:10)alphall31 schrieb: Eine Shahed steuert lediglich eine vordefinierte Position an und kann somit nur stationäre Ziele anfliegen alles andere wäre dann pures Glück . Wir sollten aber nicht davon ausgehen, dass das in 10-20 Jahren immer noch der Fall sein wird, wenn die F127 im Dienst steht.
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(04.01.2026, 14:35)Broensen schrieb: Wir sollten aber nicht davon ausgehen, dass das in 10-20 Jahren immer noch der Fall sein wird, wenn die F127 im Dienst steht.
Shahed Werden, wenn sie nicht durch Kanonen splitter Wolken weiter entfernt erledigt wurden, prima mit am Bord befindlichen kurzstrecken killer Drohnen abserviert.
Zuletzt mit Laser.
Shahed ist ein modell Flugzeug mit Sprengsatz... Mehr nicht
Eine killer Drohne genauso.
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@Broensen
Zitat:Bleibt trotzdem die Frage, ob auf einem MAD nicht die Vorteile von DART/Strales gegenüber dieser zusätzlichen ASuW-Kapazität überwiegen. Ich persönlich würde beim MAD auf 76mm und bei IKM auf 127mm setzen., bzw. evtl. dort sogar beides.
Wären nicht gerade MAD die Einheiten, die sich eher nicht mit einem solchen Bedrohungsszenario konfrontiert sehen würden? In IKM Szenarios würde man solche Einheiten wohl meist weniger finden, sofern anderen Einheiten volldimensional ausgestattet sind sowieso, und im Rahmen der Verbandsflugabwehr auf See dürften Drohnen (in dieser Weise) wohl kaum relevant sein.
Und klar kann man auch beides auf Schiffen verwenden aber wozu? HMPs dürfte auf DART-Distanz gleich effektiv wenn nicht sogar effektiver sein, benötigen aber weniger Personalresourcen und Kosten pro „Schuss“ weniger.
—————
@DeltaR95
Zitat:Es ging um den Einsatz von VULCANO gegen militärische Seeziele. Auf diesen militärischen Seezielen werden CIWS auf Grundlage von Lasern in Zukunft zunehmend Standard werden und C-RAM Anwendungen sind in der 25 bis 100 kW Klasse realisierbar. Damit sinkt der Nutzen von VULCANO natürlich gegen 0, weil sie einfach nicht mehr zum Ziel kommt.
Bei Lasern im 25-100kW Bereich sprechen wir von Reichweiten von <5km und „Beleuchtungszeiten“ von mehreren Sekunden. Das mag gegen Drohnen ausreichen, Artilleriemunition hingegen wird durch diesen Layer kommen noch bevor sich ein Laser auch nur durch eine der Granaten gebrannt hat. Und sofern man die erste Granate doch abfängt, kommen 31 weitere Granaten in dieser selben Minute. Dagegen kann sich kein Seeziel nur auf Basis von Lasern verteidigen und FK sind endlich und teuer, Artilleriemunition nicht.
Zitat:Dir ist klar, wieviele 5 inch Geschosse du brauchst, um eine derartige Stellung gesichert zu neutralisieren? Der CEP einer VULCANO liegt irgendwo zwischen 5 und 20 m und der "lethal radius" je nach Untergrund zwischen 10 und 20 m. Solche Stellungen sind keine Punkt-Ziele und man will dem Ziel auch keine Chance geben, sich in Deckung zu begeben oder seine Wirkladung noch abzufeuern, daher geht man meist "all in", sprich ein Flugkörper.
Das ist so nicht korrekt.
Zitat:Vulcano 127 GLR main characteristics- 127/64 cal range over 80 km
- Autonomous IMU + GPS guidance;
- CEP ≤ 5m on coordinate at any operative range;
- SAL terminal homing with CEP ≤3m on target at any operative range;
- IR terminal guidance;
- Precise bombardment firing;
- Notched HE warhead.
https://www.navalnews.com/naval-news/202...0worldwide.
Damit ist die Genauigkeit von VULCANO identisch zu der von Tomahawk und Taurus, je nach Guidance der beiden sogar genauer. Entsprechend ist der Munitionstyp, sofern sich ein Ziel in entsprechenden Reichweiten befindet, deutlich effizienter als die Verwendung von FK.
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(04.01.2026, 16:07)DopePopeUrban schrieb: @DeltaR95
Bei Lasern im 25-100kW Bereich sprechen wir von Reichweiten von <5km und „Beleuchtungszeiten“ von mehreren Sekunden. Das mag gegen Drohnen ausreichen, Artilleriemunition hingegen wird durch diesen Layer kommen noch bevor sich ein Laser auch nur durch eine der Granaten gebrannt hat. Und sofern man die erste Granate doch abfängt, kommen 31 weitere Granaten in dieser selben Minute. Dagegen kann sich kein Seeziel nur auf Basis von Lasern verteidigen und FK sind endlich und teuer, Artilleriemunition nicht.
Das ist so nicht korrekt.
Ach so, ja dann... informier' mal bitte alle die Firmen, dass deren C-RAM Lösungen mit derzeit um die 50 kW nutzlos sind und wenn die 40 Granaten in der Minute eh nicht abgefangen werden können, streichen wir die Laser doch einfach ganz aus dieser Anwendung, oder?
Meine Güte...
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(04.01.2026, 11:43)DeltaR95 schrieb: Die Marine hat in diesem Szenario im "schlimmsten Fall" als untere Grenze:
15 (+) Fregatten mit je 42 RAM
5 Korvetten mit je 42 RAM
Das sind als "untere Grenze" 20 x 42 = 840 RAM als Grundbeladung für die Flotte.
Wenn dann noch die MuSE dazu kommt reichen die 1000 RAM für die Flotte nicht mal als Grundbeladung aus.
Gerade deshalb muss man diese für die entsprechenden "wertigen" Ziele verwenden und nicht auf kleine Drohnen abfeuern. Daher der Bedarf an einer Rohrwaffen-basierten Hardkill Lösung.
Die alten RAM werden im Übrigen nicht ewig verwendet, sondern ausgephast bzw. zu Übungszwecken verschossen - auch, weil sie eben nicht mehr den Bedrohungen gerecht werden.
Zum RAM Thema…
wäre es nicht am einfachsten einen neuen/sehr günstigen/leistungsgesteigerten Zweitflugkörper für die RAM Launcher zu entwickeln… der bestenfalls leicht an Board nachgeladen werden kann… und der ggf. auch als 2/3/4 packed statt ein RAM Flugkörper passt?!
Reichweite 10-15 km und Einsatz gegen Drohnen usw…
sowas wie die SADM ggf als ER Variante…
ansonsten bzgl F127
Laser werden natürlich bis dahin relevant sein…
ggf auch eine Railgun statt eines 127mm Hauptgeschützes…
Es wäre zumindest gut wenn man das bei der Planung berücksichtigt (Platz und Energiereserven)
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(04.01.2026, 16:30)DeltaR95 schrieb: Ach so, ja dann... informier' mal bitte alle die Firmen, dass deren C-RAM Lösungen mit derzeit um die 50 kW nutzlos sind
Die Firmen wissen schon selbst, dass für belastbares C-RAM eine Dauerleistung von 50 kW deutlich zu niedrig ist. In der Evaluierung von DE M-SHORAD mit genau dieser Leistungsklasse wurde das auch unter realistischen Bedingungen bestätigt. Auf der DSEI hat EOS ein System mit 150 kW gezeigt, mit dem 20 bis 50 Drohnen (!) pro Minute abfangbar sind. Dass das gegen Artilleriegranaten nicht hinreichend funktionieren kann ist klar.
Wenn es um Dauerleistungen geht, dann dürften wohl 300 bis 500 kW für ein effektives CIWS gegen alle Bedrohungsarten realistisch sein.
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(04.01.2026, 15:15)Milspec_1967 schrieb: (04.01.2026, 14:35)Broensen schrieb: Wir sollten aber nicht davon ausgehen, dass das in 10-20 Jahren immer noch der Fall sein wird, wenn die F127 im Dienst steht. Shahed Werden, wenn sie nicht durch Kanonen splitter Wolken weiter entfernt erledigt wurden, prima mit am Bord befindlichen kurzstrecken killer Drohnen abserviert.
Zuletzt mit Laser.
Shahed ist ein modell Flugzeug mit Sprengsatz... Mehr nicht Ich möchte dir mit dem selben Zitat von mir antworten:
(04.01.2026, 14:35)Broensen schrieb: Wir sollten aber nicht davon ausgehen, dass das in 10-20 Jahren immer noch der Fall sein wird, wenn die F127 im Dienst steht. Die F127 wird es nicht mit den Shahed von heute zu tun bekommen, die auch schon längst nicht mehr die Shaheds von vor 3 Jahren sind.
Wir dürfen da nicht in konkreten Systemen denken, sondern in Kategorien von Bedrohungen und müssen auch mit einkalkulieren, dass diese sich fortentwickeln werden.
Und solange Kurzstreckenkillerdrohnen und Laserwaffen noch nicht im maritimen Einsatz etabliert sind, verlasse ich mich erstmal noch auf das, was es schon gibt. Besser haben als brauchen, austauschen kann man es später immer noch, falls es sich tatsächlich durch neue Technik erübrigen sollte.
(04.01.2026, 16:07)DopePopeUrban schrieb: Wären nicht gerade MAD die Einheiten, die sich eher nicht mit einem solchen Bedrohungsszenario konfrontiert sehen würden? In IKM Szenarios würde man solche Einheiten wohl meist weniger finden, sofern anderen Einheiten volldimensional ausgestattet sind sowieso, und im Rahmen der Verbandsflugabwehr auf See dürften Drohnen (in dieser Weise) wohl kaum relevant sein. Natürlich werden auch die F127 asymmetrischen Akteuren gegenüberstehen, erst recht, da es eben nicht absehbar ist, dass wir noch andere volldimensional befähigte Einheiten bekommen werden. Für Einsätze wie Aspides wird kein anderes deutsches Schiff wirklich befähigt sein.
Aber auch in der herkömmlichen Verbandsflugabwehr wird es zunehmend Bedrohungen solcher Art geben, mit denen man sich rumärgern darf.
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@DeltaR95
Zitat:Ach so, ja dann... informier' mal bitte alle die Firmen, dass deren C-RAM Lösungen mit derzeit um die 50 kW nutzlos sind und wenn die 40 Granaten in der Minute eh nicht abgefangen werden können, streichen wir die Laser doch einfach ganz aus dieser Anwendung, oder?
Es geht bei dieser Technologie aktuell um kostengünstige Bekämpfungsmethoden von leichten kleinstzielen auf kurze Distanz. Primär Drohnen, sekundär wird auch über die Bekämpfung von Booten im Nahbereich nachgedacht.
Die Einschränkungen von DEWs im CWIS/C-RAM Bereich sind nicht erst seit gestern bekannt. So bspw zu „Iron Beam“, einer 100kW C-RAM Lösung aus Israel:
Zitat:But however fearsome Iron Beam’s 100-kilowatt (kW) lasers, Dr Rubin cautions that widespread expectations of “Star Wars performance” are unrealistic. Experts reckon that Iron Beam’s range, at best, will be just over a third that of Tamir interceptors, which can hit targets even 70km away. The system’s state-owned Israeli developer, Rafael, has spoken of a range of “several miles”. One constraint is that weather can affect the system—moisture and particles, like smoke, absorb laser energy.
Another drawback is “dwell time”. It takes several seconds of contact for an Iron Beam laser to pump enough energy into a spinning rocket for it to break apart or explode. An Iron Beam gun will therefore be unable to parry a heavy barrage, so the system will be used alongside Iron Dome, which fires interceptor volleys rapidly. Iron Beam will also draw targeting data from Iron Dome’s network of radars and fast computers. And the new system’s lasers might be best suited to fighting slower attack drones, which do not spin and rely on relatively delicate rotors, wing flaps and guidance systems, so they can be shot down with briefer laser blasts.
https://www.economist.com/the-economist-...-iron-beam
Beim Rest schließe ich mich @Helios an.
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@ObiBiber
Zitat:Laser werden natürlich bis dahin relevant sein…
ggf auch eine Railgun statt eines 127mm Hauptgeschützes…
Es wäre zumindest gut wenn man das bei der Planung berücksichtigt (Platz und Energiereserven)
Mal die ganzen limitierenden Faktoren von DEWs und Railguns außen vor gelassen, wie viel Energiereserven soll die F127 denn haben? 1000kW? Da bewegen wir uns langsam in Bereichen, die mit nicht-nuklearer Maschinerie kaum noch zu erreichen ist.
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(04.01.2026, 16:43)ObiBiber schrieb: wäre es nicht am einfachsten einen neuen/sehr günstigen/leistungsgesteigerten Zweitflugkörper für die RAM Launcher zu entwickeln… der bestenfalls leicht an Board nachgeladen werden kann… und der ggf. auch als 2/3/4 packed statt ein RAM Flugkörper passt?! Multipacking macht beim Mk.49 keinen Sinn, darin sind Röhren verbaut, keine Zellen. Da müssten die FK schon sehr dünn (< 2 1/2 Zoll) werden.
Aber man könnte den Launcher relativ einfach umkonstruieren, z.B. für eine Mischbeladung, da es physikalisch halt eben nur verdrahtete Röhren sind.
Deiner Vorstellung entspräche die französische Variante: Naval Group LMP
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(04.01.2026, 16:55)Helios schrieb: Die Firmen wissen schon selbst, dass für belastbares C-RAM eine Dauerleistung von 50 kW deutlich zu niedrig ist. In der Evaluierung von DE M-SHORAD mit genau dieser Leistungsklasse wurde das auch unter realistischen Bedingungen bestätigt. Auf der DSEI hat EOS ein System mit 150 kW gezeigt, mit dem 20 bis 50 Drohnen (!) pro Minute abfangbar sind. Dass das gegen Artilleriegranaten nicht hinreichend funktionieren kann ist klar.
Das ist doch genau der Punkt in der Debatte, es muss erstmal definiert sein, welche Zieltypen man bekämpfen will.
Ich sehe eine Leistung von 25 bis 100 kW als ausreichend auf einer F127 an, weil es gegen alle Drohnen wirkt, die zu klein für das Hauptkaliber oder einen Flugkörper sind - eben das klassische CIWS, welches nur dann zum Tragen kommt, wenn alle anderen Layer versagt haben oder die Effektoren hinsichtlich ihres Kampfwertes in keinem Verhältnis zum Ziel stehen.
In meinem Verständnis somit UAV bis maximal 600 kg, aber eher deutlich darunter. Auch, weil ich Laser-basierte CIWS eben nicht als ausreichend "Allwetterfähig" bewerte.
Iron Beam liegt soweit mir bekannt bei 100 kW und ist in der Lage im Bereich C-RAM erfolgreich zu wirken.
Oder legst du eine größere Wirkreichweite bzw. höhere Zerstörungsrate pro Minute zu Grunde?
Auf einem Schiff muss ich auch nicht alle Artilleriegranaten bekämpfen, sondern nur solche mit aktiver Lenkung und Zielverfolgung bzw. einer entsprechend hohen Trefferwahrscheinlichkeit auf meiner Plattform. Das Schiffsradar erkennt diese Geschosse und kann ihren Einschlagpunkt berechnen - und auch, ob diese ihre Flugbahn nachführen. Nur solche, die mit hinreichend hoher Wahrscheinlichkeit trotz Ausweichmanövern der Plattform einen Treffer erzielen können, müssen auch bekämpft werden.
Eine Laserwaffe wie Iron Beam auf einer F127 muss auch nicht alleine zeitgleich gegen alles wirken, sondern ist Teil der Layered Defence der Plattform. Mal abgesehen davon das der Artikel von @DPU von einer Spinning Rocket spricht und nicht einem eher fragilen 127 mm Geschoss, über das wir hier sprechen - und auch nur auf diese 127 mm VULCANO bezog sich meine Aussage mit "25 bis 100 kW" Leistung des abwehrenden Lasers.
Zitat:But however fearsome Iron Beam’s 100-kilowatt (kW) lasers, Dr Rubin cautions that widespread expectations of “Star Wars performance” are unrealistic. Experts reckon that Iron Beam’s range, at best, will be just over a third that of Tamir interceptors, which can hit targets even 70km away. The system’s state-owned Israeli developer, Rafael, has spoken of a range of “several miles”. One constraint is that weather can affect the system—moisture and particles, like smoke, absorb laser energy.
Another drawback is “dwell time”. It takes several seconds of contact for an Iron Beam laser to pump enough energy into a spinning rocket for it to break apart or explode. An Iron Beam gun will therefore be unable to parry a heavy barrage, so the system will be used alongside Iron Dome, which fires interceptor volleys rapidly. Iron Beam will also draw targeting data from Iron Dome’s network of radars and fast computers. And the new system’s lasers might be best suited to fighting slower attack drones, which do not spin and rely on relatively delicate rotors, wing flaps and guidance systems, so they can be shot down with briefer laser blasts.
Sprich, wenn @DPU schon meine Aussage "korrigiert", dann doch bitte in einer Form, die meinen getätigten Aussagen entspricht - und hier ging es nur um die 127 mm VULCANO und nicht die "globalgalaktische Was-ein-Laser-alles-abschießen-kann" Debatte. Eine Spinning Rocket benötigt natürlich deutlich mehr Wirkzeit eines 100 kW Lasers, bevor sie neutralisiert ist, als das im Vergleich kleine 127 mm Geschoss.
Mal abgesehen davon, dass der von ihm verlinkte Artikel meine Aussage ja sogar bestätigt und man mit 100 kW C-RAM betreiben kann - ob das für die angenommene Dichte und Taktung der Bedrohungen ausreichend ist, ist etwas völlig anderes.
Der Bogen zur F127 wäre dann die Definition von Bedrohungszenaren und was in welcher Menge in welchem Zeitraum die DEW abfangen können soll.
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(04.01.2026, 18:38)DeltaR95 schrieb: Das ist doch genau der Punkt in der Debatte, es muss erstmal definiert sein, welche Zieltypen man bekämpfen will.
Die Diskussionsgrundlage hast du selbst doch recht klar definiert:
(04.01.2026, 10:09)DeltaR95 schrieb: Es ging um den Einsatz von VULCANO gegen militärische Seeziele. Auf diesen militärischen Seezielen werden CIWS auf Grundlage von Lasern in Zukunft zunehmend Standard werden und C-RAM Anwendungen sind in der 25 bis 100 kW Klasse realisierbar. Damit sinkt der Nutzen von VULCANO natürlich gegen 0, weil sie einfach nicht mehr zum Ziel kommt.
Die Aussage ist so fachlich nicht haltbar, um ein solches Schutzniveau gegen Artilleriegranaten zu erreichen sind deutlich größere Dauerleistungen notwendig. Das zeigen aktuelle Erprobungsverfahren und gilt beispielsweise auch für Iron Beam. Selbst bei entsprechenden Laser-Systemen mit 300+ kW ist es in meinen Augen fraglich, ob wirklich eine Wirkung "gegen 0" erzielt werden kann, insbesondere (wie du es selbst erwähnst) unter allen Wetterbedingungen.
Insofern lässt sich durchaus festhalten, dass dieser Punkt kein Argument gegen Schiffsartillerie mit gelenkter Munition zur Seezielbekämpfung ist.
Wenn es hingegen darum geht, welches System auf einer F127 zur Anwendung kommen sollte, dann ist das eine andere Thematik. Und ja, ich bin hinsichtlich der kurz- und mittelfristigen Leistungsfähigkeit von Laser-Systemen skeptisch und sehe sie daher eher als günstige Wirkmöglichkeit gegen leicht und/oder ungehärtete Ziele unter bestimmten Bedingungen. Da allerdings bereits absehbar Systeme mit 100+ kW verfügbar sind gibt es für mich keinen Grund, schwächere Systeme vorzusehen. Tendenziell sollten eher die Voraussetzungen für deutlich stärkere Systeme geschaffen werden.
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(04.01.2026, 19:07)Helios schrieb: Insofern lässt sich durchaus festhalten, dass dieser Punkt kein Argument gegen Schiffsartillerie mit gelenkter Munition zur Seezielbekämpfung ist.
Dann stellt sich automatisch die Frage, wieso so wenige Nationen dann diesen Weg überhaupt gehen. Die Nutzer von VULCANO auf maritimen Plattformen sind recht überschaubar.
Fakt ist, dass 100 kW Leistung eines Lasers ausreichen, um eine 127 mm Granate zu neutralisieren. Dafür gibt es entsprechende Belege und Berechnungen.
Der Einsatz der Schiffsartillerie gegen ein bewegliches Ziel, gerade über große Reichweite unter Nutzung von Extended Range Ammunition, ist sehr komplex. Die Umweltbedingungen, welche die Effektivität einer Laserwaffe einschränken, beeinflussen auch die Genauigkeit von Artilleriemunition. Egal, ob das nun ungelenkt, GPS-gestützt oder IR bzw. Laser-guided ist.
Wenn die anfliegende Salve natürlich eine gewisse Anzahl übersteigt und alle Geschosse grundsätzlich ihr Ziel treffen würden, benötigte ich entweder mehrere Feuerstellungen mit 100 kW oder wie du es darstellst eine mit deutlich mehr Leistung, um die Salve früher und schneller zu bekämpfen.
Ich bin nun mal kein Freund davon, dass unsere Schiffe irgendwann alle 20.000 t auf die Waage bringen und alle "maximal hochgezüchteten Abwehrsysteme" montiert bekommen.
Der beste Schutz ist immer noch Movement und geringe Signatur.
An einer Laserwaffe hängt halt schiffbaulich einiges dran und mit den derzeit geringen Wirkungsgraden von Laserwaffen über 300 kW (ca. 10 %, wenn ich meiner Fachliteratur glauben darf) geht ein erheblicher Footprint für Energieerzeugung und Kühlung drauf.
Mal abgesehen davon, dass so starke Laser irgendwann auch zu Fremdgefährdungen für z.B. zivile Piloten werden können, da nicht alle Energie im Ziel umgesetzt wird. Das hat in meiner Bewertung Einfluss auf die Einsetzbarkeit im Einsatzgebiet.
Ansonsten bin ich diesen DEW ebenso skeptisch gegenüber wie du. Einem 100 kW Laser würde ich dennoch einen kleinen Platz auf einer Fregatte bzw. einem Zerstörer einräumen, um irgendeine verirrte Artilleriegranate abzufangen
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@ObiBiber
Zitat:Zum RAM Thema…
wäre es nicht am einfachsten einen neuen/sehr günstigen/leistungsgesteigerten Zweitflugkörper für die RAM Launcher zu entwickeln… der bestenfalls leicht an Board nachgeladen werden kann… und der ggf. auch als 2/3/4 packed statt ein RAM Flugkörper passt?!
Das ist mit den aktuellen RIM-116 bereits der Fall. Der Mk49 Launcher kann mithilfe einer mitgeführten Vorrichtung auf See nachgeladen werden, vorausgesetzt natürlich, es werden die Vorrichtung und die FK mitgeführt und man hat einen entsprechenden Kran in der Nähe.
https://www.seaforces.org/wpnsys/SURFACE...AM-024.jpg
Das ließe sich sicherlich auch mit einer am Launcher fest verbauten Konstruktion lösen.
Aber natürlich ändert sich damit nicht die direkte Leistung im Gefecht, da man den Launcher währenddessen natürlich nicht nachladen wird.
Es gab soweit ich weiß mal die Idee, den Mk49 Launcher mit einem Magazin unterhalb des Drehtellers zu versehen, über das dann FK mechanisch nachgeladen werden könnten, daraus geworden ist aber nichts. Mit 21x FK pro Starter ist man ja auch so schon recht gut dabei.
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@DeltaR95
Zitat:Fakt ist, dass 100 kW Leistung eines Lasers ausreichen, um eine 127 mm Granate zu neutralisieren. Dafür gibt es entsprechende Belege und Berechnungen.
Dafür gibt es keine Belge und Berechnungen.
Wenn es die gäbe, hättest du sie mittlerweile auch wahrscheinlich bereits angegeben.
Es gibt bislang allerlei Versuche mit UAS und Mörserprojektilen, die sind aber aufgrund der geringen Geschwindigkeit dieser Ziele wohl kaum aussagekräftig. Die würden ganz nebenbei auch gegen deine Aussage sprechen. HELWs wie bspw EOSs Apollo können Group 3 UAS (~5.5km Flughöhe bei ~450kmh) mit 100kW auf rund 3km bekämpfen und brauchen dafür knapp 3 Sekunden Beleuchtungszeit. Und das sind UAS, die üblicherweise nicht aus einer Wolframliegierung bestehen die im Gegensatz zu Hochleistungskunstoffen nicht bei 300*C sondern bei 3.400*C anfängt zu schmelzen.
A) würde ich anzweifeln ob bei der Geschwindigkeit eines VULCANO Geschosses überhaupt 3 Sekunden zwischen dem Erreichen des 3km Radius und dem Einschlagzeitpunkt liegen (bzw ob ein Laser hier überhaupt die nötige Beleuchtungszeit bekommt) und B) selbst wenn das der Fall ist tritt mit einer Kadenz von 32 Schuss die Minute nach 1.875 Sekunden das Nächste Geschoss in den 3km Radius ein. Selbst im besten Fall wäre ein Laser damit in 3-4 Schüssen überwältigt.
Soll heißen, Laserwaffen im 100kW Bereich rendern 127mm VULCANO Munition keinesfalls obsolet.
Weshalb ich auf der F127 (wie auch auf allen anderen Fregattentypen) nach wie vor an der 127/64LW mit VULCANO Munition festhalte, da sie sowohl im ASuW zu Land wie zu Wasser effektiv und bei gleicher wenn nicht sogar kontextual bedingt leicht besserer CEP deutlich günstiger als AShM/LACM ist.
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Wenn man von einer Geschwindigkeit von 300 m/s ausgeht, was z. B. Marinegeschütze im WK II beim Einschlag hatten, dann wären es 10 s. Dann bleibt die Frage, ob man der Flugbahn folgen kann.
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(04.01.2026, 22:59)ede144 schrieb: Wenn man von einer Geschwindigkeit von 300 m/s ausgeht, was z. B. Marinegeschütze im WK II beim Einschlag hatten, dann wären es 10 s. Dann bleibt die Frage, ob man der Flugbahn folgen kann. Ich weiß nicht so recht, ob man mit diesen Werten arbeiten kann.
Die Mündungsgeschwindigkeiten dieser Zeit lagen bei etwa 700-800m/s, bei 127mm VULCANO Munition sprechen wir je nach Quelle von teilweise 1.500m/s oder mehr. Zumal auf solche Distanzen ja andere Faktoren wie Wind mehr Effekt haben. Ich seh auch gerade, dass sich 127mm VULCANO Munition kontextual non-ballistisch verhalten kann um steilere Einschlagswinkel zu erzielen, womit der Anflug natürlich höher erfolgt, was hier auch nochmal relevant sein dürfte.
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