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(Gestern, 00:00)Schneemann schrieb: Aber dies ist ja das große Paradoxon an der ganzen Sache: Die Rechten wenden und wendeten sich gegen den übergriffigen, überregulierenden Staat, den vielfach gescholtenen und in Verschwörungstheorien hochgejubelten deep state. Und nun sitzt jemand im Amt in Washington, den zumindest ein Teil von eben jenen Menschen, die einer solchen Denke anhängen, wonach man den deep state bekämpfen muss, gewählt hat. Und dieser Pseudo-König verinnerlicht nun den deep state mehr als meisterlich, indem er sein "Regulativ" - um es mal so zu nennen - mithilfe fragwürdiger Übergriffigkeiten u. a. ggü. den Bundesstaaten durchzusetzen versucht. Faszinierend...
Beruhigend an der Sache ist, dass sich dieser Widerspruch nicht auflösen lässt.
D.h., dass der Trumpismus eine Episode bleiben wird, wie sie in der US-Geschichte leider immer wieder mal vorkommt.
Der Trumpismus lebt bei genauem Hinsehen einzig davon, dass er die USA in einer permanenten Dauererregung hält.
Trump ist aber auch gezwungen, immer noch einen draufzulegen, weil das alte Erregungsniveau zum Normalzustand geworden ist.
Und dabei geht er eben sehr weit. Aktuell ist die FED dran.
Und bei solchen Sachen fängt es dann an, wirklich interessant zu werden.
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@goschi
Zitat:Aktuell ist die FED dran.
Wobei ich hierin eine weitere, bedenkliche Erosion des Systems sehe.
D. h.: Trump initiiert einen Umstand X. Ein (Bundes-)Richter negiert den Umstand X. Trump ignoriert dies. Und nun? Trump feuert nun eine ungeliebte Person X. Und die Person X sagt: Ja, ich weiß, der Präsident hat mich gefeuert, aber ich will halt nicht gefeuert werden, also bleibe ich mal im Amt.
Klasse...@Quintus - wir sollten unsere Hüte in den Ring werfen...
Schneemann
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(Gestern, 00:25)Schneemann schrieb: @goschi
Wobei ich hierin eine weitere, bedenkliche Erosion des Systems sehe.
Ich glaube nicht, dass es Trump wirklich um eine Erosion des Systems geht.
Sondern dass diese Erosion eher ein "Kollateralschaden" ist.
Wenn Trump spektaklulär sein will - und ich meine, dass der Trumpismus einzig darauf fußt - dann muß er kaputt machen.
Denn Aufbauen dauert lange und ist im Grunde langweilig.
Was neben Kaputtmachen auch gut funktioniert, ist Personalisieren.
Hillary Clinton, Obama, Biden, Pelosi, Powell....
Personen werden an den Pranger gestellt, was beim Plebs immer gut ankommt.
"Lock her up" bietet Spektakel und vielleicht noch einen Tick eigene Entlastung.
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Werter @Schneemann, ich habe geschrieben: "Grob, ganz grob, skizziert: ..." Und ich habe das geschrieben, weil ich diese "keinesfalls alle" und "nicht alle" schon voraussehen kann. Die Waffenkontrolllobby kann (Achtung! → "keinesfalls alle" , "nicht alle" etc. etc. etc.) ganz auf die Linken zählen, nicht auf die Rechten.
Und falls das auch noch notwendig ist: Die Rechten sind dort die Konservativen, nicht etwa ein Armbinden tragender Mob.
Mir geht es mit diesen drei Zeilen darum, meiner Aussage durch relativierende Redeblumen nicht ein Gramm abkratzen zu lassen. Ich möchte mich damit drastisch klar, auf keinen Fall aber respektlos ausdrücken – Dir gegenüber schon gar nicht.
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(Gestern, 00:18)goschi schrieb: Beruhigend an der Sache ist, dass sich dieser Widerspruch nicht auflösen lässt.
D.h., dass der Trumpismus eine Episode bleiben wird, wie sie in der US-Geschichte leider immer wieder mal vorkommt.
Der Trumpismus lebt bei genauem Hinsehen einzig davon, dass er die USA in einer permanenten Dauererregung hält.
Trump ist aber auch gezwungen, immer noch einen draufzulegen, weil das alte Erregungsniveau zum Normalzustand geworden ist.
Und dabei geht er eben sehr weit. Aktuell ist die FED dran.
Und bei solchen Sachen fängt es dann an, wirklich interessant zu werden.
Die Leitzinsen der EZB und Chinas sind wesentlich niedriger. Die FED hält den Zins künstlich oben, verzerrt damit den Wettbewerb und verhindert somit weiteres Wirtschaftswachstum.
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(Gestern, 11:36)lime schrieb: Die Leitzinsen der EZB und Chinas sind wesentlich niedriger. Die FED hält den Zins künstlich oben, verzerrt damit den Wettbewerb und verhindert somit weiteres Wirtschaftswachstum.
Die wesentliche Aufgabe der Zentralbank ist die Sicherstellung der Geldwertstabilität.
Und die gilt nach herrschender Meinung als gewahrt, wenn die Inflationsrate so ca. bei 2% oder weniger liegt.
Erreicht die Inflation nachhaltig 2% (oder weniger), kann eine Zentralbank über Zinssenkungen nachdenken.
Die Macht und Bedeutung der USA fußt ganz wesentlich auf Rechtssicherheit und eine stabile Währung.
Legt man da die Axt an, schadet man den USA in der schlimmsten erdenklichen Weise.
Im Übrigen ist jede Zinsentscheidung einer Zentralbank "künstlich".
Oder gibt es einen natürlichen Zinssatz?
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(Gestern, 19:52)goschi schrieb: Die wesentliche Aufgabe der Zentralbank ist die Sicherstellung der Geldwertstabilität.
Und die gilt nach herrschender Meinung als gewahrt, wenn die Inflationsrate so ca. bei 2% oder weniger liegt.
Erreicht die Inflation nachhaltig 2% (oder weniger), kann eine Zentralbank über Zinssenkungen nachdenken.
Die Macht und Bedeutung der USA fußt ganz wesentlich auf Rechtssicherheit und eine stabile Währung.
Legt man da die Axt an, schadet man den USA in der schlimmsten erdenklichen Weise.
Im Übrigen ist jede Zinsentscheidung einer Zentralbank "künstlich".
Oder gibt es einen natürlichen Zinssatz?
Von März 2020 - März 2022 ließ die FED den Leitzins auf 0,25% während die Inflation in den USA im gleichen Zeitraum von 1% auf 8% gestiegen ist. Wie passt das zur angeblich "herrschenden Meinung"? Tatsächlich hätte nach dieser Theorie spätestens im März 2021 der Leitzins angehoben werden müssen, was aber ein ganzes Jahr ausblieb... warum? Trumps Theorie dass dies ein Geschenk für Biden in seinem ersten Regierungsjahr war ist nicht von der Hand zu weisen. Er übernahm das Amt am 20.01.2021.
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(Gestern, 20:46)lime schrieb: Tatsächlich hätte nach dieser Theorie spätestens im März 2021 der Leitzins angehoben werden müssen, was aber ein ganzes Jahr ausblieb... warum?
Ich nehme an, dass diese Anomalie Corona geschuldet ist.
An sich gesunde Unternehmen kamen in Schieflage, weil die Märkte komplett weg waren.
Eine Erhöhung der Kreditkosten hätte zahllose - an sich gesunde - Unternehmen in die Insolvenz getrieben.
Deshalb war es richtig, die Leitzinsen niedrig zu lassen bis die Coronawirkungen ausblieben und/oder direkte Liquiditätshilfen zu gewähren.
Das als Unterstützung Bidens zu klassifizieren, ist nicht sachgerecht.
Ebensowenig, dass Zinssenkungen jetzt ausbleiben, um Trump zu schaden.
Despoten haben ein Problem mit der Unabhängigkeit der Zentralbank an sich.
Erdogan ist das Paradebeispiel.
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