USA vs. Venezuela
Joa ich glaube damit sollte sich der Drogenaspekt gegessen haben…
Zitat:Trump says he tipped off oil companies on Venezuela attack

President Trump said Sunday that he spoke to oil companies ahead of the operation in Venezuela and claimed they’re eager to revitalize the industry in the South American nation.

Reporters on Air Force One asked the president if he spoke to American oil companies to tip them off before U.S. forces captured Venezuelan President Nicolás Maduro on Saturday.

Trump nodded and said he spoke to the companies “before and after” the operation.

“And they want to go in, and they’re going to do a great job for the people of Venezuela, and they’re going to represent us well,” Trump continued.

Trump signaled Saturday that his desire to take over the Venezuelan oil industry played a role in his decision to greenlight the operation to capture Maduro.

He said American companies would be able to tap into the country’s significant oil reserves, telling reporters, “We’re going to be taking out a tremendous amount of wealth out of the ground.”
https://thehill.com/homenews/administrat...-industry/

Generell findet sich in amerikanischen Medien seit Sonntag so gut wie nichts mehr zu dem angeblichen Drogenproblem aus Venezuela. Was wenig verwunderlich ist, wenn man sich die Tatsache vor Augen führt, dass venezolanische Kartelle hauptsächlich mit Kokain, nicht mit Fentanyl, handeln aber whatever.

Scheint so als wären die Vereinigten Staaten mal wieder ihrem alten Stereotyp nachgekommen.
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(05.01.2026, 21:02)Schneemann schrieb: das Völkerrecht als hemmendes, blockierendes, ja vorgeschobenes Bollwerk genutzt wird, um faktisch einen brutalen Diktator zu schützen

Naja, ich versteh' deine Sicht schon, aber nach der Logik könnten wir dann aber auch anfangen mal so im nahen Osten bei den ganzen Brutalo-Öl-Scheichs und co aufzuräumen. Oder reicht da, dass die generell einfach nicht vorgeben demokratisch zu sein, aus?
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(05.01.2026, 21:02)Schneemann schrieb: @Kongo Erich
Nein, genau darum geht es mir eben nicht primär. Die Drogenthematik spielt zwar auch eine Rolle, wobei (fairerweise gesagt) manches im Falle von Maduro noch der genaueren Klärung bedarf, sondern es geht primär darum, dass das Völkerrecht als hemmendes, blockierendes, ja vorgeschobenes Bollwerk genutzt wird, um faktisch einen brutalen Diktator zu schützen - den schlimmsten in Südamerika seit Jahrzehnten übrigens -, der eben, wie unzweifelhaft feststeht, sein Land ruiniert, sich selbst bereichert, zigtausende "seiner" Landsleute hat verschwinden und töten lassen und Millionen in die Flucht getrieben hat. Und genau dieses sollte eigentlich das Völkerrecht nicht tun und nicht erlauben können sollen, weil ansonsten desavouiert es sich selbst.
Diese Punkte stehen in der Anklageschrift:

1. Verschwörung zum »Narco-Terrorismus«

2. Verschwörung zum Kokainimport

3. Besitz von Maschinengewehren und Sprengsätzen

4. Verschwörung zum Besitz von Maschinengewehren und Sprengsätzen

Nach US-amerikanischem Recht können diese Straftaten mit lebenslanger Freiheitsstrafe geahndet werden. Laut Anklage sollen Maduro und andere venezolanische Führungsfiguren seit mehr als 25 Jahren »ihre Positionen des öffentlichen Vertrauens missbraucht und einst legitime Institutionen korrumpiert haben, um Tonnen von Kokain in die Vereinigten Staaten zu importieren«.

Die Punkte 1. und 2. scheinen an den Haaren herbei gezogen und müssen so erst einmal nachgewiesen werden.
Die Anklagepunkte 3. und 4. können sich höchstens auf Venezuela beziehen und betreffen das Rechtsgebiet der USA nicht. Da könnte er allenfalls in Venezuela angeklagt werden.

(05.01.2026, 21:02)Schneemann schrieb: ...
Wenn ich die Wahl hätte, zwischen...

a) der unumstößlichen, felsenfesten Berücksichtigung des Völkerrechtes unter Inkaufnahme von Leichenhaufen oder...
b) dem Bruch des Völkerrechtes, um Schlimmeres zu verhindern...

...so würde ich mich für b) entscheiden. ...
Diese Wahlmöglichkeit besteht nicht. Denn der Bruch des Völkerrechts verhindert nicht Schlimmeres, sondern öffnet erst die Büchse der Pandorra.
Und zwar global und in wesentlich massiverem Umfang als bei a).

Insofern ist die Reaktion von Merz nicht nur mehr als peinlich sondern ein Zeichen ... na ja, Speichellecker, früher hat man vielleicht auch "Mitläufer" gesagt:
Zitat:Analyse - Merz zur Venezuela-Aktion
Völkerrecht – war da was?

Im Übrigen könnte jetzt durchaus auch in Kuba und Venezuela ein Strafverfahren gegen GröPaZ als Anstifter und die Beteiligten Ausführungskräfte als Mitglieder einer kriminellen Bande angeleiert werden, und zwar mit durchaus nachweisbarem Sachverhalt:
Zitat:Mehr als 30 Kubaner bei US-Angriff auf Venezuela getötet
- aber das nur nebenbei ...
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@DrKartoffelsalat
Zitat:Naja, ich versteh' deine Sicht schon, aber nach der Logik könnten wir dann aber auch anfangen mal so im nahen Osten bei den ganzen Brutalo-Öl-Scheichs und co aufzuräumen. Oder reicht da, dass die generell einfach nicht vorgeben demokratisch zu sein, aus?
Ich vermute mal, dass du das im Speziellen auf die Saudis und die Emirate beziehst. Sind diese autoritär? Ja. Sind sie Demokraten? Nein, es sind stockkonservative Monarchien. Und ja, sie haben die Todesstrafe (die ich persönlich ablehne). Der "Freiheitsindex" dürfte sich unter dem Teppich bewegen.

Aber: Bringen sie denn ihre eigenen Landsleute tausendfach und willkürlich um, treiben sie Millionen in die Flucht, ruinieren sie ihre Länder? Nein. Im Gegenteil: Sie gebärden sich wie stinkreiche Kurienkardinäle in klimatisierten Marmorpalästen, die ihre Länder geradezu mit einem obszönen, ja surrealen Reichtum zuschütten - unter Zuhilfenahme von Indern und Indonesiern als billige Hilfsarbeiter übrigens -, aber sie wissen zugleich, dass sie mit den westlichen Staaten genauso zusammenarbeiten müssen wie umgekehrt. Und das tun sie auch.

Schneemann
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@Kongo Erich
Zitat:Diese Wahlmöglichkeit besteht nicht. Denn der Bruch des Völkerrechts verhindert nicht Schlimmeres, sondern öffnet erst die Büchse der Pandorra.
Doch, genau diese Wahlmöglichkeit muss (!) bestehen. Denn: Folgt man dieser Logik, dann hätte man die Saddams, Gaddafis und Milosevics und Maduros dieser Welt einfach mal machen lassen müssen. Damit sind wir wieder bei den größer werdenden Leichenhaufen. Und das ist eben keine Option.

Schneemann
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Schneemann:

Also bitte. Als ob die Leichenhaufen durch die Beseitigung von Gaddafi und Saddam kleiner geworden wären und nicht stattdessen sprunghaft anstiegen. Allein im Irak hat der Eingriff der Amerikaner so um die 200.000 bis 500.000 Zivilisten das Leben gekostet, manche Schätzungen gehen sogar nochmal deutlich höher.

Und Maduro mit Saddam gleichzusetzen ist auch gelinde gesagt abenteuerlich.

Zitat:Aber: Bringen sie denn ihre eigenen Landsleute tausendfach und willkürlich um, treiben sie Millionen in die Flucht, ruinieren sie ihre Länder? Nein.

.....denn sie können sich ja stattdessen im Jemen austoben, während sie daheim Menschen köpfen lassen. Aber warte es erstmal ab, wenn Venezuela noch schneller als bisher zu erwarten war komplett zu einem Failed State wird und noch mehr Menschen aus Venzuela fliehen als bis jetzt schon.

Als ob die Flucht aus Venezuela jetzt auf magische Weise aufhören würde, nur weil Maduro nicht mehr da ist. Absurd.

Es sind die exakt gleichen korrupten Cliquen weiter an der Macht. Das Land wir weiter ruiniert. Der einzige Unterschied ist, dass es noch instabiler wird und die Verhältnisse noch schlechter und die Verteilungskämpfe bald außer Kontrolle geraten werden.

Zitat:sie wissen zugleich, dass sie mit den westlichen Staaten genauso zusammenarbeiten müssen wie umgekehrt. Und das tun sie auch.

Ach so ?! und ich dachte, es geht darum, dass Diktatoren an sich böse wären und nicht-demokratisch gewählte Unterdrücker keine Rechte hätten ?! Aber stattdessen geht es also nur darum, welche der Unterdrücker auf unserer Seite stehen. Ja warum nicht gleich so. Macht doch alles klar verständlicher. Recht und Völkerrecht = wer auf unserer Seite steht hat Rechte und kann tun und lassen was er will, wer nicht auf unserer Seite steht hat keine Rechte und kann nach belieben getötet, entführt oder sonstwas werden.

Exzellent. Nachdem das geklärt ist, schlage ich vor, wir greifen jetzt mal systematisch jeden an, der nicht auf unserer Seite ist, dass wird unseren heilsamen Einfluss weltweit rasch ausdehnen, weil jeder der sich uns nicht unterwerfen will dran ist. Hervorragend. Als erstes sollten wir anfangen alle afrikanischen Länder die nicht mehr mit Frankreich zusammen arbeiten wollen systematisch so lange zu bombardieren bis sie wieder brav nach Hause heimkehren. Am besten besetzen wir sie einfach gleich. Denn wir sind ja demokratisch gewählt und damit immer im Recht......
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Zitat:General Dan Caine, Chairman of the Joint Chiefs of Staff, beschrieb die „Operation Absolute Resolve“ in einer nachfolgenden Pressekonferenz als ein hochkomplexes, integratives Manöver, das auf monatelanger Planung und präziser Geheimdienstaufklärung basierte. Die Mission umfasste den koordinierten Einsatz von über 150 Luftfahrzeugen, die von 20 verschiedenen Stützpunkten aus operierten, um eine Extraktionseinheit unter strikter Wahrung der taktischen Überraschung in das Stadtzentrum von Caracas zu verbringen.

Vor dem eigentlichen Zugriff wurden venezolanische Verteidigungssysteme in den frühen Morgenstunden durch nicht-kinetische Effekte des U.S. Space Command und des U.S. Cyber Command neutralisiert. Dabei kam es zu massiven Stromausfällen in der Hauptstadt Caracas, bevor die durch Kampfjets der Typen F-22 und F-35 geschützte Hubschrauber-Task-Force das Zielobjekt erreichte. Trotz feindlichen Beschusses während der Festnahme und mehrerer Gefechte während der Exfiltrationsphase konnte die Operation laut Caine ohne Verluste an Personal oder Material abgeschlossen werden.

https://esut.de/2026/01/meldungen/66787/...rwV6-cKqmQ

Zitat:Die US-Streitkräfte betonten, dass es während der gesamten Operation auf eigener Seite nur zu sechs Verletzten kam.
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Man stelle sich einmal vor, Obama hätte die Aktion in Venezuela angeordnet.

Der Aufschrei wäre wesentlich geringer ausgefallen, wenn nicht völlig entfallen.

Das, was Trump konequent tut, ist einzig dem Ziel geschuldet, Weltmacht Nr. 1 dauerhaft zu bleiben, indem China eingedämmt wird.

Deshalb der Versuch, Kontrolle über Venezuela zu bekommen.
Deshalb der peinliche Schmusekurs gegenüber Putin.

Es wirkt halt alles so erratisch, weil Trump zugleich seine Basis bedient, indem er Sprüche raushaut, die einem die Schnürsenkel aufgehen lassen.
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(05.01.2026, 22:21)Schneemann schrieb: @Kongo Erich
Doch, genau diese Wahlmöglichkeit muss (!) bestehen. Denn: Folgt man dieser Logik, dann hätte man die Saddams, Gaddafis und Milosevics und Maduros dieser Welt einfach mal machen lassen müssen. Damit sind wir wieder bei den größer werdenden Leichenhaufen. Und das ist eben keine Option.

Schneemann
Die Wahlmöglichkeit besteht leider nicht, auch wenn Du sie Dir als "Muss" erträumst oder wünscht.
Und wenn Du Saddams, Gaddafis und Milosevics und Maduros anführst, dann kannst Du gleich weiter machen mit Putins, Min Aung Hlaing von Myanmars Militärjunta, General Jorge Rafael Videla (Argentiniens Militärjunta), Augusto Pinochet (Chiles Militärdiktatur) .... und und und ... und es wird dann genug Menschen geben, die werden Dir dann auch noch Netanjahu, Gallant und Deif auf die Liste schreiben, und weitere werden den GröPaZ auch noch benennen - zumindest als Vorschlag für den Kriegsnobelpreis.
Es steht - um Ironie und den Sarkasmus zu beenden - letztendlich nur dem Internationalen Strafgerichtshof zu, eine solche Liste zu erstellen. Das heißt auch nicht, dass die dort genannten Namen wirklich "schuldig" sind, sondern dass deren Schuld in einem ordentlichen Gerichtsverfahren geprüft werden muss.
Aber es ist nicht Deine oder meine Sache, und auch nicht die einzelner Staatenlenker, nach gusto zu agieren und Selbstjustiz zu betreiben.
(05.01.2026, 22:38)Schwabo Elite schrieb: ...
Das, was Trump konequent tut, ist einzig dem Ziel geschuldet, Weltmacht Nr. 1 dauerhaft zu bleiben, indem China eingedämmt wird.
...
es geht also nicht um blutrünstige und mörderische Diktatoren?
Aber auch diese Vermutung ist falsch.
DT hat es deutlich gemacht. Es geht ihm einzig um alleine um das Öl in Venezuelas Boden.
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https://www.lex18.com/news/politics/repo...-commandos

Laut Medienberichten errichtete das Joint Special Operations Command in Kentucky eine 1:1-Nachbildung eines Maduro-Komplexes, in der Delta Force intensiv trainierte. Geübt wurden vor allem schnelle Zugriffe und das Durchbrechen von Stahltüren, während man auf günstiges Wetter und ein Zeitfenster mit minimalem Zivilrisiko wartete. Da Maduro ständig zwischen 6–8 Aufenthaltsorten wechselte, war der Einsatz laut The New York Times nur möglich, wenn kurzfristig bestätigt wurde, dass er sich genau in dem trainierten Objekt aufhielt.
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(05.01.2026, 22:41)Kongo Erich schrieb: Es geht ihm einzig um alleine um das Öl in Venezuelas Boden.

Genauer: Es geht darum, dass China keinen Zugriff auf die Ölreserven hat.

Öl ist eine Achillesferse der Chinesen (Tante Edith meint: wie weiland die der Japaner).

Venzuela, Nigeria, Naher Osten.

Haben die USA (Verzeihung: Trump) nicht vor kurzem Nigeria bombardiert?
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(05.01.2026, 21:47)DopePopeUrban schrieb: Joa ich glaube damit sollte sich der Drogenaspekt gegessen haben…
https://thehill.com/homenews/administrat...-industry/

Generell findet sich in amerikanischen Medien seit Sonntag so gut wie nichts mehr zu dem angeblichen Drogenproblem aus Venezuela. Was wenig verwunderlich ist, wenn man sich die Tatsache vor Augen führt, dass venezolanische Kartelle hauptsächlich mit Kokain, nicht mit Fentanyl, handeln aber whatever.

Scheint so als wären die Vereinigten Staaten mal wieder ihrem alten Stereotyp nachgekommen.
dazu
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@Quintus
Zitat:Also bitte. Als ob die Leichenhaufen durch die Beseitigung von Gaddafi und Saddam kleiner geworden wären und nicht stattdessen sprunghaft anstiegen.
Sie wären kleiner geworden/gewesen. Und das Thema werde ich hier, bitte verzeihe, nicht nochmals durchdiskutieren, das hatten wir im Irak- und im Libyen-Bürgerkrieg-Strang schon mehrmals.
Zitat:Und Maduro mit Saddam gleichzusetzen ist auch gelinde gesagt abenteuerlich.
Saddam war im innenpolitischen Meucheln sicherlich erfolgreicher. Gewiss. Aber das macht es nicht wirklich besser.

@Kongo Erich
Zitat:Die Wahlmöglichkeit besteht leider nicht, auch wenn Du sie Dir als "Muss" erträumst oder wünscht.
Es muss sie geben - oder man nimmt sich eben die Wahlmöglichkeit -, denn der Rest ist ansonsten leider nicht (mehr) relevant. Wenn das Völkerrecht dazu dient (besser: missbraucht wird), um mörderische Diktatoren zu schützen, verfehlt es sein eigentliches Ziel. Und damit führt es sich selbst ad absurdum. Mehr muss dazu nicht mehr gesagt werden.

Schneemann
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Wenn Du Dir diese Wahlmöglichkeit nimmst, öffnest Du die Büchse der Pandorra. Mehr möchte ich nicht dazu sagen.
Und nein, ich rauche weder starken Tobak noch schnupfe ich weißes Pulver ...
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(04.01.2026, 14:52)emjay schrieb: Ich frage mich, wie Trump, seine Minister und seine Berater, sich das vorstellen, dass man nach der Entführung des "Präsidenten" einfach sagt, dass man das Land jetzt führt. Von der rechtlichen Problematik abgesehen, wie soll das funktionieren, wenn man vor Ort keine direkte Macht ausübt? Oder hatten Trump & Co. geglaubt, die würden dort jetzt einknicken oder wahlweise die Amerikaner als Befreier bejubeln?

Ja, und was glaubst du wie die Amerikaner das Ganze organisiert haben?
Die führen das Land schon. Oder meinst du wirklich das es möglich ist, so eine Aktion ohne Verluste auszuführen?
Mit Hubschraubern die so langsam und niedrig fliegen, dass man diese mit Kalaschnikov runterholen kann?
Die einzigen Toten waren kubanische Leibwächter, amerikaner hatten angeblich nicht einmal verletzte, von der Toten gar nicht zu reden.
Sooo gut können die Amis gar nicht sein, die Leibwächter wurden von innen eliminiert.
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