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Leider hinter einer Bezahlschranke....kann mir jemand die Eckdaten aus dem Bericht nennen ?
vor-ipo-machtkampf-um-den-panzerkonzern-knds-
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/u...33050.html
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1. KNDS vor dem Börsengang
Der deutsch-französische Panzerkonzern KNDS (Krauss-Maffei Wegmann + Nexter) bereitet einen Börsengang mit Doppelnotierung in Paris und Frankfurt vor.
Ziel: schnellerer Zugang zu Kapital, höhere Disziplin, bessere Investitions- und Konsolidierungsfähigkeit.
Die Vorbereitungen laufen laut CEO Jean-Paul Alary planmäßig.
2. Machtkampf um Einfluss und Eigentümerstruktur
Der Börsengang verschärft den politischen und industriellen Machtkampf um Kontrolle.
Frankreich will seinen Einfluss sichern und strebt weiterhin einen hohen Kapitalanteil (bis zu ~40 %) an.
Die Wegmann-Familie (bisher 50 %) will aussteigen – begünstigt durch eine Bewertung von rund 20 Mrd. Euro.
Ein Einstieg des deutschen Staates gilt als wahrscheinlich, aber wohl nur mit einer Sperrminorität (~25 %).
3. Ungleichgewicht zwischen deutscher und französischer Seite
KNDS Deutschland erwirtschaftet inzwischen rund 70 % des Umsatzes (Leopard 2, PzH 2000, Puma, Boxer).
KNDS Frankreich ist deutlich kleiner aufgestellt (Caesar-Haubitzen, Munition); der Leclerc-Panzer wird nicht mehr produziert.
Bislang gibt es keine gemeinsam entwickelten Kernprodukte, was die Spannungen verstärkt.
4. Europäischer Anspruch vs. nationale Interessen
KNDS präsentiert sich als paneuropäischer Anbieter, beliefert 24 europäische Armeen und setzt auf Vernetzung, Software und Interoperabilität.
Gleichzeitig zeigt der Fall KNDS, dass steigende Verteidigungsausgaben eher zu Renationalisierung als zu echter Europäisierung führen.
5. Klare Absage an Rheinmetall
Gerüchte über einen Einstieg von Rheinmetall weist Alary faktisch zurück.
Begründung: unvereinbare Strategien – Rheinmetall positioniert sich breiter (Marine, Satelliten), KNDS fokussiert sich auf Landsysteme.
Alary sieht keinen strategischen Mehrwert von Rheinmetall als Aktionär.
6. Großprojekt MGCS läuft weiter – mit politischen Risiken
Das deutsch-französische Kampfpanzersystem MGCS kommt voran, anders als das stockende Luftkampfprojekt FCAS.
Neben KNDS sind Rheinmetall und Thales beteiligt.
Das Projekt bleibt jedoch politisch fragil, abhängig von deutsch-französischer Zusammenarbeit und der politischen Lage in Frankreich.
Übergangslösungen für Leopard 2 und Leclerc sind wahrscheinlich, da MGCS erst in den 2040er-Jahren einsatzbereit sein soll.
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KNDS könnte hier natürlich zum Opferlamm werden zwischen Frankreich und Deutschland . Das die deutsche Regierung auf größere Anteile verzichtet und dafür gibt es kein großes Theater falls FCAS beendet werden sollte .
Und wenn Frankreich die Möglichkeit sieht wird man auch nicht bei der Sicherung von 40% firmenanteile aufhören.
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Es ist bemerkenswert wie man Frankreich einfach mal einen Marktführer für Landsysteme schenkt. In Paris muss man sich totlachen und hoffentlich der Merkel dankbar sein.
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(11.02.2026, 18:52)Pmichael schrieb: Es ist bemerkenswert wie man Frankreich einfach mal einen Marktführer für Landsysteme schenkt. In Paris muss man sich totlachen und hoffentlich der Merkel dankbar sein.
Die Bundesregierung ist sich der Situation durchaus bewusst, weshalb man sich auch die Sperrminorität sichern will. Es soll weiter Parität herrschen. Das diskutierte Modell:
40% Staat Frankreich
20% Freefloat an der Börse
25% (25,1) BRD
15% weiterhin die Familie Bode
Somit weiterhin Parität zwischen BRD u. F.
Allerdings, wenn FCAS scheitert, wird auch MGCS scheitern, der Hauptgrund für die Fusion. Dann sollte auch bei KNDS ein sauberer Schnitt erfolgen und Nexter u. KMW wieder alleine werkeln, gerade wenn mittlerweile das Umsatzverhältnis bei 30 : 70 liegt. Und dann würde auch wieder Rheinmetall als Partner ins Spiel kommen, was schon immer die besser Alternative war
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(12.02.2026, 09:56)Mic schrieb: 40% Staat Frankreich
20% Freefloat an der Börse
25% (25,1) BRD
15% weiterhin die Familie Bode
Somit weiterhin Parität zwischen BRD u. F. Sofern die 20% an der Börse auch wirklich im freien Handel bleiben und nicht von einem einzelnen Akteur (Thales, Dassault, Rheinmetall, ...) aufgekauft werden.
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(12.02.2026, 11:07)Broensen schrieb: Sofern die 20% an der Börse auch wirklich im freien Handel bleiben und nicht von einem einzelnen Akteur (Thales, Dassault, Rheinmetall, ...) aufgekauft werden.
Aber was wollen die mit den 20% ?
Durch die Sperrminorität von BRD und F wäre das eine reine Anlage in das Unternehmen, ohne jegliches Mitspracherecht.
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Es ging mir um die nationale Parität. Die könnte sich halt verändern, bis hin zu einer Mehrheit.
Wenn bspw. Thales die 20% Aktien aufkauft, hätte die französische Seite die Mehrheit. Und da Thales direkt und indirekt (Airbus über Dassault) zu etwa 28% dem französischen Staat gehört, aber nur zu etwa 2% (ebenfalls über Airbus) dem deutschen, und bei Thales auch ohne die Airbus-Anteile schon eine Sperrminorität besteht, wäre defacto eine Anteilsmehrheit für den französischen Staat erreichbar, ohne den selbst gehaltenen Anteil zu erhöhen.
Das soll kein Vorwurf oder eine realistische Einschätzung sein, sondern lediglich die theoretische Option aufzeigen. Ich glaube nicht, dass entsprechende Pläne bestehen.
Für Rheinmetall wäre das höchstens dann denkbar, wenn sie auch noch einen Teil der verbleibenden Wegmann-Anteile bekommen könnten, durch Ankauf oder im Tausch gegen RM-Anteile, um dann mit Hilfe ihrer Lobbyarbeit eine deutsche Mehrheit über den Konzern zu generieren. Ob das real Sinn ergeben würde, lass ich mal dahingestellt.
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Aus welchem Grund ist der französische Anteil überhaupt so hoch ? KMW bringt doch das weit aus größere Geschäft bei dem Zusammenschluss. Mit 25% für Deutschland hat man letztendlich überhaupt nichts mehr zu melden. Das wird wohl richtig in die Hose gehen.
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(12.02.2026, 22:44)alphall31 schrieb: Aus welchem Grund ist der französische Anteil überhaupt so hoch ? KMW bringt doch das weit aus größere Geschäft bei dem Zusammenschluss. Mit 25% für Deutschland hat man letztendlich überhaupt nichts mehr zu melden. Das wird wohl richtig in die Hose gehen.
Weil Merkel KMW für politische Brownie Points für die neu entdeckten deutsch-französischen Freundschaft verscherbelt hat und sich einen Dreck gekehrt hat um solche Details. Vor allem hat man gerne ignoriert das Nexter ein Staatskonzern ist und somit grundsätzlich nur in französischen Interessen handelt.
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Aber anscheinend ist die derzeitige Regierung ebenfalls nicht in der Lage oder willens da gegen zu steuern .
Ich sehe es schon kommen das selbst die Brückenlösung für Leopard schief geht.
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(12.02.2026, 22:44)alphall31 schrieb: Aus welchem Grund ist der französische Anteil überhaupt so hoch ? KMW bringt doch das weit aus größere Geschäft bei dem Zusammenschluss. Mit 25% für Deutschland hat man letztendlich überhaupt nichts mehr zu melden. (13.02.2026, 07:48)Pmichael schrieb: Vor allem hat man gerne ignoriert das Nexter ein Staatskonzern ist und somit grundsätzlich nur in französischen Interessen handelt. Der Anteil ist so hoch, weil KNDS als (privatwirtschaftlicher) 50/50-Merger entstanden ist. Die Fusion war ja von vornherein auf ein Projekt (MGCS) fokussiert, das für sich genommen gleichberechtigt geplant war (und noch ist). Also mussten KMW und Nexter jeweils die Hälfte der Anteile halten, um den Anforderungen an dieses Projekt gerecht zu werden.
Frankreich und Deutschland haben unterschiedliche Traditionen, was Staatsbeteiligungen angeht. In Deutschland ist das nur das letzte Mittel, wenn es sich nicht privatwirtschaftlich lösen lässt. Das war bei Airbus schon ein Zähneknirschen, als der Staat im Ausgleich für den Rückzug von Daimler da mit eingestiegen ist. Nicht umsonst hat man sich auch bei Hensoldt nur die Sperrminorität gesichert. Der Deutsche Staat hat halt grundsätzlich kein Interesse an Industriebeteiligungen, er will damit nur den Zugriff auf Schlüsseltechnologien sicherstellen.
Die Franzosen sehen das ganz anders und refinanzieren ihre Rüstungsausgaben tlw. über Staatsbeteiligungen an Rüstungskonzernen.
Das derzeitig vorgesehene Konstrukt für KNDS ist die logische Konsequenz aus den vorgenannten Umständen. Um eine 50/50-Verteilung zwischen D und F aufrecht zu erhalten, muss einerseits ein anderer deutscher Investor, notfalls der Staat, einspringen, wenn Wegmann & Co. ihre Anteile reduzieren wollen, die Franzosen aber nicht. Neu ausgegebene Aktien können ebenfalls nur je hälftig aus den D/F-Anteilen kommen, sonst kippt das interne Gleichgewicht.
Man kann kritisieren, dass die KMW-Beiträge zum Konzern nur quantitativ vergleichbar, aber qualitativ wertvoller als die von Nexter waren, aber dann hätte man halt nicht fusionieren dürfen oder die französische Seite hätte noch weitere Firmen, wie bspw. Arguus, einbringen müssen, um das Gleichgewicht auch hinsichtlich der eingebrachten Portfolios zu erlangen. Die Fusion aber musste zwingend 50/50 erfolgen und diese Anteile können auch nachträglich nicht geändert werden, ohne das gesamte Projekt quasi abzuwickeln.
Ich persönlich halte KNDS zwar insgesamt für einen Fehler, aber das D/F-Gleichgewicht im Konzern ist für dessen Existenz fundamental.
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Diese Fusion machte halt grundsätzlich wenig Sinn, für MGSC hätte man wie üblich ein Konsortium gründen können, siehe hier die Eurofighter GmbH, wo Nexter 50% besessen hätte und KMW und Rheinmetall mit jeweils 25% beteiligt wäre.
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(13.02.2026, 13:17)Pmichael schrieb: Diese Fusion machte halt grundsätzlich wenig Sinn, für MGSC hätte man wie üblich ein Konsortium gründen können, siehe hier die Eurofighter GmbH, wo Nexter 50% besessen hätte und KMW und Rheinmetall mit jeweils 25% beteiligt wäre. Man könnte in den Verdacht verfallen, dass KMW damals genau das verhindern wollte, um Rheinmetall außen vor zu halten, indem sie sich die 50% am Gesamtkonsortium sichern und Rheinmetall auf die Zuliefererrolle begrenzen. Hat halt nicht geklappt.
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(13.02.2026, 13:59)Broensen schrieb: Man könnte in den Verdacht verfallen, dass KMW damals genau das verhindern wollte, um Rheinmetall außen vor zu halten, indem sie sich die 50% am Gesamtkonsortium sichern und Rheinmetall auf die Zuliefererrolle begrenzen. Hat halt nicht geklappt.
Problem war einfach damals, dass sich de KMW-Chef Haun und Rheinmetall-Chef Papperger nicht ausstehenden konnten. Rheinmetall wollte damals den Hut aufhaben, also mehr wie 50% an einem gemeinsamen Unternehmen. Das war mit Haun nicht zu machen und er hatte massiven Einfluss auf die Eigentümerfamilie Bode. Das Gewicht von Nexter zu KMW war damals geschätzte 45 zu 55, aufgrund Leo u. Boxer Erfolg heute 30 zu 70....
Es ist zu hoffen das mit Scheitern von FCAS auch MGCS in dieser Form beerdigt wird und die Holding KNDS wieder aufgelöst wird. Die Fusion ist mittlerweile 11 Jahre her und es wurde noch kein einziges Produkt gemeinsam entwickelt, jeder arbeitet an seinem eigenen Portfolio was eine Trennung deutlich Erleichtern dürfte.
Mit dem Börsengang wirds halt etwas komplizierter aber auch dann noch machbar.
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