05.05.2005, 13:00
Zitat:Erich posteteIch frag mich mich ob Ägypten den Aufbau einer eigenen Werftkapazität plant oder bereits über eine Werftkapazität verfügt die die Wartung von Schiffen und evtl. auch den Lizenzbau von Schiffen vornehmen kann ? Weiss jemand mehr dazu ?
Ägypten sollte generell den Aufbau einer eigenen Werftkapazität über Lizenzbauten und selbst durchgeführte Modernisierungsprogramme anstreben, um von (teuren) Importen unabhängiger zu sein und gleichzeitig in der arabischen Welt entsprechende Exporte vornehmen zu können; eine "arabische Werftindustrie" würde damit eine win-win-Situation für alle Beteiligten arabischen Staaten darstellen - einerseits die Einsparung von wertvollen Devisen, weil man sich gegenseitig auch in arabischen Währungen oder Warenlieferungen (Erdöl) bezahlen kann, andererseits Arbeitsplätze und Einkommen an den Werftstandorten.
Neben Agypten halte ich allenfalls noch Algerien und die Emirate (in Bezug auf Schnellboote) für fähig, eine solche eigene Werftkapazität zu erringen.
Dabei könnte Ägypten wohl auf die Unterstützung Russlands und Chinas zurück greifen, vielleicht auch türkische Bezugsquellen nützen.
Diese Systeme sind zwar nicht auf dem neuesten Stand, aber robust und daher gerade für den Aufbau einer eigenen Kapazität am ehesten geeignet.
@Thema
Auf der anderen Seite wird ein grosser Anteil der ägyptischen Beschaffungsprogramme über sog. FMS Kredite der USA finanziert die auch nicht mehr zurückgezahlt werden müssen. Diese Kredite sind aber auch an Bedingungen geknüpft das Ägypten auch schön US-Waffen kauft bzw. das die Aufträge an US-Rüstungsfirmen gehen. Das ist ein wichtiger Faktor warum sich Ägypten nicht nach türkischen, chinesischen und russischen Bezugsquellen umschaut. Das Ägypten chinesische oder russische Bezugsquellen nutzen wird halte ich eher für unwahrscheinlich, da die Marine zum grossen Teil mit westlichen Equipment ausgerüstet ist. Ebenso sprechen auch politische Gründe gegen die Beschaffung russischer oder chinesischer Systeme.
Die Übernahme von Schnellbooten der Klasse-148 halte ich für falsch, da die Boote bereits mehr als 30 Jahre auf den Buckel haben und am Rande ihrer Ausbaufähigkeit stehen. Die Boote wurden zwar modernisiert aber dennoch sind sie am rande ihrer Ausbaufähigkeit.
Türkische MRTP-29/33 Schnellboote wären aus meiner Sicht eine gute Alternative zu den Schnellbooten der Klasse-148, sie eignen sich hervorragend für den Einsatz in den flachen Gewässern des Nildeltas, sind äusserst Schnell und Wendig. Sie sind auch flexibel Einsetzbar d.h sie sind in der Lage Aufgaben zur Terrorbekämpfung, Küstenverteigung, Küstenschutz und Seenotrettung zu übernehmen. Sinnvoll wäre es 5 MRTP-29 für Küstenschutzaufgaben zu beschaffen und weitere 5 MRTP-33 für Küstenverteidigungsaufgaben und diese mit RBS-15 MK-III oder Penguin-II SSM zu bewaffnen sowie einer 25-30 mm Borkanone und einem leichten Flugabwhersystem wie Sadral oder BORA.
Was die Verzögerungen beim Ambassador MK-III Projekt angeht so wäre es aus meiner Sicht sinnvoller sich nach Alternativen dazu umzuschauen. Ich denke dabei an ähnliche FAC wie der Kilic-Klasse oder den Super Vitas. Zudem würde man sich auch nicht so abhängig von den USA machen.:evil: