23.03.2026, 10:38
Antwort auf https://www.forum-sicherheitspolitik.org...#pid287326
Ich behauptete - und @Schneemann hat mich diesbezüglich mit Hinweis auf Theodor Herzls Buch "Hügel des Frühlings" zurecht korrigiert - dass die ursprünglichen Zionisten es "offen gelassen haben", was mit der einheimischen Bevölkerung passieren sollte (wobei ich, zugegeben, eine vorhergehende Redewendung von Dir (gestern, 17.40 Uhr) aufgegriffen hatte.
Das ändert aber nichts am Ergebnis:
auch die ursprünglichen Zionisten wären nach @Schneemanns Einwand davon ausgegangen, dass das Land "Zion" weitgehend entvölkert sei und demnach Platz für zusätzlich Millionen von jüdisch-zionistischen Einwanderern hätte. Diese idealisierte Vorstellung ging aber vollständig an der Realität vorbei.
Das Land war nach den Maßstäben der seinerzeitigen Bewirtschaftung "voll". Mehr Personen konnten dort nicht noch angesiedelt und ernährt werden. Das wird Herzl mit seinen europäischen Kenntnissen zur Landwirtschaft nicht zum Vorwurf zu machen sein - aber das Ergebnis ist eindeutig.
Tausende von jüdischen Einwanderern mussten zwangsläufig zu einer Verdrängung der dort heimischen arabischen Bevölkerung führen. Und gerade die (unkontrollierte) Masseneinwanderung nach de Shoah hat das gezeigt - damit ist die ursprünglich gastfreundliche Aufnahme durch die ansässigen Araber sehr schnell zu einer Art "Notwehrreaktion" gekippt.
Den gleichen Effekt sehen wir doch heute in Deutschland. Aus Merkels "wir schaffen das" und der Aufnahme von tausenden Flüchtenden über Ungarn und Österreich - mit Willkommenspaketen am Münchner Hauptbahnhof - ist das polemische AfD-Schlagwort von der "Remigration" geworden.
Und auch das "Einwanderungsland USA", das einst über die Anektion von Neu-Mexiko / Texas tausende von Mexikanern assimiliert hat, baut inzwischen eine Grenzmauer (auf ursprünglich mexikanischem Territorium) und macht mit ICE regelrecht Jagd auf sogenannte "unerlaubte Migranten".
Zurück nach Israel / Palästina:
Die Ausdehnung des israelisch-jüdischen Gebietes ist seit der Staatsgründung 1948 mit nahezu jedem Waffengang immer größer geworden
[Bild: https://www.fluter.de/sites/default/file...k=K2F4RiOu]
Die Karte (Quelle "klick" zeigt die territoriale Entwicklung Israels und Palästinas im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte
(Erstveröffentlichung: Information zur politischen Bildung 336/2018) (© mr-kartographie, Gotha)
Und jede dieser Ausdehnung ging mit der massenhaften Vertreibung der einheimischen Araber, der inzwischen so genannten "Palästinenser" einher. Das fördert einerseits den Widerstand gegen die Vertreibung - mit entsprechenden auch gewalttätigen Aktionen - und andererseits den Ruf der Verantwortlichen nach entsprechenden "Sicherheitszonen".
Mir geht es erst einmal nur darum, zu zeigen, dass sich die einheimischen Araber seit inzwischen rund 80 Jahren in einem beständigen und immer wieder neu aufkochenden Vertreibungsprozess fühlen, dem sie eben nicht mit analytischem Verständnis sondern mit emotionaler Schuldzuweisung begegnen.
Und nein:
1948 war der "bestehende Wunsch der muslimischen Araber, Israel insgesamt zu beseitigen" nicht der Kern der Auseinandersetzung (auch wenn das die Gegenseite so behauptet) sondern der wesentliche Wunsch war, weiterhin in Frieden auf dem (gerade erst unabhängig gewordenen) eigenen Land in Ruhe und Frieden weiter leben zu können und die ungeordnete und ungezügelte weitere Zuwanderung von tausenden europäisch-jüdischer Migranten zu beenden.
Es ist - objektiv gesehen - Israel, das sich seither immer weiter ausdehnt, und das dabei die Vertreibung der heimischen Bevölkerung beinahe schon exzessiv durchführt. Das sehen wir derzeit ja auch wieder im Südlibanon.
(22.03.2026, 20:59)Quintus Fabius schrieb: ....ich behaupte nicht, dass die ursprünglichen Zionisten "vermutlich bereits die Vertreibung der Araber in Israel geplant" hätten. Das ist Deine Interpretation - und daher setzte ich mich auch mit den nachfolgenden Schlussfolgerungen von Dir gar nicht erst auseinander.
Chronologisch:
1. Du hast geschrieben, dass IN ZUKUNFT muslimische Verteidigungsminister des Iran etc. die Zerstörung von Siedlungen in Israrel fordern könnten, als REAKTION auf die Forderung jetzt Dörfer im Südlibanon zu zerstören.
2. Dir wurde von mehreren klar erwiedert, dass muslimische Verteidigungsminister und viele andere seit Jahren die Zerstörung von ganz Israel fordern. Was ein Fakt ist.
3. Dem erwiederst du, die ursprünglichen Zionisten hätten vermutlich bereits die Vertreibung der Araber in Israel geplant.
Das ist wirklich sehr bescheiden, so zu "argumentieren".
,,,
Ich behauptete - und @Schneemann hat mich diesbezüglich mit Hinweis auf Theodor Herzls Buch "Hügel des Frühlings" zurecht korrigiert - dass die ursprünglichen Zionisten es "offen gelassen haben", was mit der einheimischen Bevölkerung passieren sollte (wobei ich, zugegeben, eine vorhergehende Redewendung von Dir (gestern, 17.40 Uhr) aufgegriffen hatte.
Das ändert aber nichts am Ergebnis:
auch die ursprünglichen Zionisten wären nach @Schneemanns Einwand davon ausgegangen, dass das Land "Zion" weitgehend entvölkert sei und demnach Platz für zusätzlich Millionen von jüdisch-zionistischen Einwanderern hätte. Diese idealisierte Vorstellung ging aber vollständig an der Realität vorbei.
Das Land war nach den Maßstäben der seinerzeitigen Bewirtschaftung "voll". Mehr Personen konnten dort nicht noch angesiedelt und ernährt werden. Das wird Herzl mit seinen europäischen Kenntnissen zur Landwirtschaft nicht zum Vorwurf zu machen sein - aber das Ergebnis ist eindeutig.
Tausende von jüdischen Einwanderern mussten zwangsläufig zu einer Verdrängung der dort heimischen arabischen Bevölkerung führen. Und gerade die (unkontrollierte) Masseneinwanderung nach de Shoah hat das gezeigt - damit ist die ursprünglich gastfreundliche Aufnahme durch die ansässigen Araber sehr schnell zu einer Art "Notwehrreaktion" gekippt.
Den gleichen Effekt sehen wir doch heute in Deutschland. Aus Merkels "wir schaffen das" und der Aufnahme von tausenden Flüchtenden über Ungarn und Österreich - mit Willkommenspaketen am Münchner Hauptbahnhof - ist das polemische AfD-Schlagwort von der "Remigration" geworden.
Und auch das "Einwanderungsland USA", das einst über die Anektion von Neu-Mexiko / Texas tausende von Mexikanern assimiliert hat, baut inzwischen eine Grenzmauer (auf ursprünglich mexikanischem Territorium) und macht mit ICE regelrecht Jagd auf sogenannte "unerlaubte Migranten".
Zurück nach Israel / Palästina:
Die Ausdehnung des israelisch-jüdischen Gebietes ist seit der Staatsgründung 1948 mit nahezu jedem Waffengang immer größer geworden
[Bild: https://www.fluter.de/sites/default/file...k=K2F4RiOu]
Die Karte (Quelle "klick" zeigt die territoriale Entwicklung Israels und Palästinas im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte
(Erstveröffentlichung: Information zur politischen Bildung 336/2018) (© mr-kartographie, Gotha)
Und jede dieser Ausdehnung ging mit der massenhaften Vertreibung der einheimischen Araber, der inzwischen so genannten "Palästinenser" einher. Das fördert einerseits den Widerstand gegen die Vertreibung - mit entsprechenden auch gewalttätigen Aktionen - und andererseits den Ruf der Verantwortlichen nach entsprechenden "Sicherheitszonen".
(22.03.2026, 15:47)Quintus Fabius schrieb: ...Wobei ich jetzt nicht darauf eingehe, ob dieser Ruf nur vor dem Hintergrund der Gebietsansprüche zu "Großisrael" nicht auch vorgeschoben ist. Auch wenn es auf der Zunge liegt, den aktuell tätigen Politikern die ideologische Nähe zu diesen radikalen Kräften um die Ohren zu hauen.
- Israel Katz hat öffentlich angeordnet die Dörfer im Süd-Libanon systematisch zu zerstören und dauerhaft abzureißen. Die Bewohner dürften nicht dorthin zurück kehren, aus Sicherheitsgründen. ...
Mir geht es erst einmal nur darum, zu zeigen, dass sich die einheimischen Araber seit inzwischen rund 80 Jahren in einem beständigen und immer wieder neu aufkochenden Vertreibungsprozess fühlen, dem sie eben nicht mit analytischem Verständnis sondern mit emotionaler Schuldzuweisung begegnen.
Und nein:
1948 war der "bestehende Wunsch der muslimischen Araber, Israel insgesamt zu beseitigen" nicht der Kern der Auseinandersetzung (auch wenn das die Gegenseite so behauptet) sondern der wesentliche Wunsch war, weiterhin in Frieden auf dem (gerade erst unabhängig gewordenen) eigenen Land in Ruhe und Frieden weiter leben zu können und die ungeordnete und ungezügelte weitere Zuwanderung von tausenden europäisch-jüdischer Migranten zu beenden.
Es ist - objektiv gesehen - Israel, das sich seither immer weiter ausdehnt, und das dabei die Vertreibung der heimischen Bevölkerung beinahe schon exzessiv durchführt. Das sehen wir derzeit ja auch wieder im Südlibanon.
