08.03.2026, 11:27
Und genau deshalb würde er das mit allen Mitteln hintertreiben ... wobei mir eine solche Lösung selbst nicht stringend zuwider wäre.
Im Gegenteil:
ich halte auf Dauer ethnisch-sprachlich gebildete Gemeinschaften - also Ethnizitäten, die sich primär durch die gemeinsame Sprache definieren - als stabilste Grundlage für eine (demokratisch-politische) Selbstverwaltungsorganisation.
Da ist die enge Kooperation zwischen Türken und Azeris im Sinne des turknationalen Sultans der nächste zwingende Schritt.
Primär religiös begründete Konzepte geraten dagegen in zunehmend säkularen Gesellschaften eindeutig an den Rand ihrer Begründungslegitimation.
Insofern sehe ich tatsächlich die Azeris (auch die schiitischen) perspektivisch deutlich näher an der Türkei als am Iran.
Damit sind aber auch die iranisch sprechenden Tadjiken, Afghanen und Iraner - und zwar entgegen ihrer primären religiösen Orientierung - perspektivisch eher Kandidaten für eine entsprechende Kooperation. Zumal sich für die Afghanen im Krieg mit Pakistan eine Gegnerschaft zu den USA abzeichnet, die selbst gerade den Iran bombardieren. Und mit den sprachlich und historisch-kulturell zusammen gehörenden Tadjiken kommt die säkulare Strömung dazu, die religiöse Differenzen zwischen den theologisch hoch gebildeten schiitischen Iranern und den sunnitischen Steinzeitislamisten in Afghanistan ausgleichen kann.
Vermutlich würde eine historisch-sprachliche Orientierung dann aber auch dazu führen, dass sich die Kurden einem so "religiös neutraleren" "neuen Iran" eher zugehörig fühlen als einem national-türkischen Imperium.
Und das dürfte mittel- bis langfristig eine Kooperation zwischen Azeris und Kurden wieder erschweren.
Nur noch eine Randbemerkungen aufgrund des weltweiten Vorbildes der EU:
(Nur) Wenn dann auch noch eine gemeinsame Kultur, gemeinsame politische Ideale und gemeinsame Interessen - auch wirtschaftlich - dazu kommen, dann ist der freiwillige (!) Zusammenschluss auf höherer Ebene (auch sprachübergreifend) die nächste Stufe einer Integration, die (wie in der EU) dann auch in ein regionales Machtzentrum führen könnte.
Zurück zum aktuellen Stand:
Der Sultan ist momentan den Israeli in tiefster Abneigung verbunden. Ich kann mir daher nicht vorstellen, dass er es zulassen würde, dass Azeri als "Bodentruppen" auf Seite Israels und der USA in deren aktuellen Konflikt mit dem Iran eingreifen.
Der Sultan (übrigens ein religiöser Titel) wird also eher versuchen, eine solche Mobilisierung zu vermeiden, seine (Hilfs-)Truppen aus dem Konflikt heraus halten und Probleme diplomatisch zu lösen.
Das schließt nicht aus, dass er bei einer Neuordnung des Iran ein bedeutendes Wörtchen mitreden würde (zumindest würde er es versuchen). Und da ist die Azerische Minderheit im Iran eine gewaltige Trumpfkarte.
Im Gegenteil:
ich halte auf Dauer ethnisch-sprachlich gebildete Gemeinschaften - also Ethnizitäten, die sich primär durch die gemeinsame Sprache definieren - als stabilste Grundlage für eine (demokratisch-politische) Selbstverwaltungsorganisation.
Da ist die enge Kooperation zwischen Türken und Azeris im Sinne des turknationalen Sultans der nächste zwingende Schritt.
Primär religiös begründete Konzepte geraten dagegen in zunehmend säkularen Gesellschaften eindeutig an den Rand ihrer Begründungslegitimation.
Insofern sehe ich tatsächlich die Azeris (auch die schiitischen) perspektivisch deutlich näher an der Türkei als am Iran.
Damit sind aber auch die iranisch sprechenden Tadjiken, Afghanen und Iraner - und zwar entgegen ihrer primären religiösen Orientierung - perspektivisch eher Kandidaten für eine entsprechende Kooperation. Zumal sich für die Afghanen im Krieg mit Pakistan eine Gegnerschaft zu den USA abzeichnet, die selbst gerade den Iran bombardieren. Und mit den sprachlich und historisch-kulturell zusammen gehörenden Tadjiken kommt die säkulare Strömung dazu, die religiöse Differenzen zwischen den theologisch hoch gebildeten schiitischen Iranern und den sunnitischen Steinzeitislamisten in Afghanistan ausgleichen kann.
Vermutlich würde eine historisch-sprachliche Orientierung dann aber auch dazu führen, dass sich die Kurden einem so "religiös neutraleren" "neuen Iran" eher zugehörig fühlen als einem national-türkischen Imperium.
Und das dürfte mittel- bis langfristig eine Kooperation zwischen Azeris und Kurden wieder erschweren.
Nur noch eine Randbemerkungen aufgrund des weltweiten Vorbildes der EU:
(Nur) Wenn dann auch noch eine gemeinsame Kultur, gemeinsame politische Ideale und gemeinsame Interessen - auch wirtschaftlich - dazu kommen, dann ist der freiwillige (!) Zusammenschluss auf höherer Ebene (auch sprachübergreifend) die nächste Stufe einer Integration, die (wie in der EU) dann auch in ein regionales Machtzentrum führen könnte.
Zurück zum aktuellen Stand:
Der Sultan ist momentan den Israeli in tiefster Abneigung verbunden. Ich kann mir daher nicht vorstellen, dass er es zulassen würde, dass Azeri als "Bodentruppen" auf Seite Israels und der USA in deren aktuellen Konflikt mit dem Iran eingreifen.
Der Sultan (übrigens ein religiöser Titel) wird also eher versuchen, eine solche Mobilisierung zu vermeiden, seine (Hilfs-)Truppen aus dem Konflikt heraus halten und Probleme diplomatisch zu lösen.
Das schließt nicht aus, dass er bei einer Neuordnung des Iran ein bedeutendes Wörtchen mitreden würde (zumindest würde er es versuchen). Und da ist die Azerische Minderheit im Iran eine gewaltige Trumpfkarte.
