Vor 3 Stunden
(Vor 5 Stunden)Kongo Erich schrieb: Natürlich kann man jetzt die These aufstellen, dass damit die nationale US-Stahlindustrie gestärkt wird.Langfristig sicherlich. Kurzfristig sind derartige Industrien zu träge um auf eine Zollerhöhung von einem Quartal auf das nächste zu reagieren.
Kongo Erich schrieb:a)Wahrscheinlich weil man weniger aus Märkten importiert, die von noch höheren Zöllen betroffen sind. Womöglich auch weil es langfristige Lieferverträge gibt. Und wie gesagt auch, weil die einheimische Industrie nicht nach Belieben sofort den Austoß erhöhen kann.
Warum waren die europäischen Aluminium- und Stahlexporte denn trotz der Transportkosten bisher höher?
War das ein Preis- oder ein Qualitätsvorteil? Oder war die US-Stahlindustrie schlicht nicht fit genug, ausreichende Qualität oder Quantität zu liefern?
Können neue Hochöfen und Walzstraßen so schnell errichtet und in Betrieb genommen werden?
Ich weiß nicht warum wir darüber immer diskutieren müssen. Wir haben hier schon vor vielen Monaten festgestellt, dass Zölle auf die heimische Produktion erst langfristig Auswirkung haben können und es kurzfristig zu Mehrbelastungen für die Verbraucher kommt.
Kongo Erich schrieb:b)Nehmen wir die einfachste Variante:Idealerweise wird es nicht so teuer wie dort wo verzollter Stahl verwendet wird, da die einheimischen etwas günstiger produzieren können als das Ausland+Zoll. Logischerweise würde man denn Import von "A", "B", "K", "N", "M" und "S" dann auch mit Zöllen belegen um den Import unattraktiv zu machen. Ziel ist es hier nicht, die Produkte für den Endverbraucher maximal günstig zu gestalten, sondern die heimische Wirtschaft zu stärken, wovon im Idealfall auch wieder der Endverbraucher profitiert.
es war schlicht der Preis - alles andere sei keine Frage. Und man kann den europäischen Stahl dann mit Stahl von US-Stahlkochern in ausreichender Menge und Qualität ersetzen.
Das heißt, jetzt wird mit US-Stahl alles teurer, wo Stahl "drin ist".
Von "A" wie "Autoblech" über "B" wie "Blechdose" und "K" wie Kochtopf oder "M" wie Motorblock oder "S" wie Schrauben oder Stahlnägel bis ...
Siehe zb die Europäischen Autozölle. Diese resultieren sehr direkt darin, dass die (chinesische) Importware hier viel zu teuer verkauft wird, ermöglicht es aber der europäischen Autoindustrie konkurrenzfähig zu bleiben. Das Ergebnis sind relativ teure Autos für alle aber ein ganzer Wirtschaftszweig Autoindustrie in Europa mit vielen sehr lukrativen Jobs mit allen Sekundären wirtschaftlichen Effekten die das hat.
Trumps Zollpolitik würde im Prinzip genauso funktionieren, nur halt nicht über Nacht, nicht von einem Quartal aufs andere und auch nicht bis zu den nächsten Midterms. Leider Gottes ist das in Demokratien so, hätte er mehr Zeit (oder würde sein Nachfolger die Politik klug/klüger weiterführen) kann man sich damit durch einiges an Industrien aufbauen/zurückholen.
Kongo Erich schrieb:c)Das haben wir auch schon diskutiert. Die Zollbelastung betrifft nicht nur den Importeur., das verteilt sich entlang der Wirtschaftskette. Ein Teil bleibt beim Exporteur hängen der sein Produkt auch verkaufen möchte. Ein Teil beim Importeur, der das Produkt benötigt um wirtschaften zu können aber - idealerweise dank einheimischer Konkurrenz - nicht alles weiterreichen kann. Und der wahrscheinlich größte Teil am Ende beim Endverbraucher. Er zahlt ein Premium dafür, dass sein Konsum ausländisches Wirtschaften stützt. Idealerweise verlagert sich sein Konsum dann auf inländische Produkte, die (fast) so teuer sind, aber dafür bekommt er (oder sein Nachbar) dann auch einen guten Job in der dadurch entstehenden Industrie. Und nicht Chinese oder Europäer im Ausland.
Trifft die Zollbelastung also nun "nur" den Importeur oder alle Verbraucher, die Produkte mit Stahlbestandteilen erwerben müssen? Und damit doch wieder die Endverbraucher, die auf einheimische Produkte zurück greifen?
Sogar der Fastfood-Konsument wird die "teureren US-Produkte" spüren, wenn die Landwirte einen neuen Traktor mit teurerem US-Stahl für die Kartoffelernte brauchen und die neuen Edelstahlküchen im drive-in um die Ecke teurer werden.
Sprich: Wenn die Flut alle Boote hebt ist es nicht von Bedeutung, wenn das Wasser steigt. Produkte mögen sich verteuern, wenn der Wirtschaftskreislauf aber weniger ins Ausland abgibt haben im Inland alle mehr in der Tasche. Theoretisch jedenfalls, praktisch ist es komplizierter und würde auch so einfach nicht funktionieren, wieg gerade in den USA zu viel in den oberen Gesellschaftsschichten hängen bleibt.
Da wäre es interessant (gewesen), was die Regierung mit den Zolleinnahmen dann veranstaltet. Hätte man ein Instrument geschaffen, dass diese Einnahmen (und sei es in der Form von schnöden Direktzahlungen), den unteren Gesellschaftsschichten zufließen lässt, wäre das ein in meinen Augen verdammt gut funktionierendes System zu Stärkung der heimischen Wirtschaft.
