13.02.2026, 12:21
(12.02.2026, 22:44)alphall31 schrieb: Aus welchem Grund ist der französische Anteil überhaupt so hoch ? KMW bringt doch das weit aus größere Geschäft bei dem Zusammenschluss. Mit 25% für Deutschland hat man letztendlich überhaupt nichts mehr zu melden.
(13.02.2026, 07:48)Pmichael schrieb: Vor allem hat man gerne ignoriert das Nexter ein Staatskonzern ist und somit grundsätzlich nur in französischen Interessen handelt.Der Anteil ist so hoch, weil KNDS als (privatwirtschaftlicher) 50/50-Merger entstanden ist. Die Fusion war ja von vornherein auf ein Projekt (MGCS) fokussiert, das für sich genommen gleichberechtigt geplant war (und noch ist). Also mussten KMW und Nexter jeweils die Hälfte der Anteile halten, um den Anforderungen an dieses Projekt gerecht zu werden.
Frankreich und Deutschland haben unterschiedliche Traditionen, was Staatsbeteiligungen angeht. In Deutschland ist das nur das letzte Mittel, wenn es sich nicht privatwirtschaftlich lösen lässt. Das war bei Airbus schon ein Zähneknirschen, als der Staat im Ausgleich für den Rückzug von Daimler da mit eingestiegen ist. Nicht umsonst hat man sich auch bei Hensoldt nur die Sperrminorität gesichert. Der Deutsche Staat hat halt grundsätzlich kein Interesse an Industriebeteiligungen, er will damit nur den Zugriff auf Schlüsseltechnologien sicherstellen.
Die Franzosen sehen das ganz anders und refinanzieren ihre Rüstungsausgaben tlw. über Staatsbeteiligungen an Rüstungskonzernen.
Das derzeitig vorgesehene Konstrukt für KNDS ist die logische Konsequenz aus den vorgenannten Umständen. Um eine 50/50-Verteilung zwischen D und F aufrecht zu erhalten, muss einerseits ein anderer deutscher Investor, notfalls der Staat, einspringen, wenn Wegmann & Co. ihre Anteile reduzieren wollen, die Franzosen aber nicht. Neu ausgegebene Aktien können ebenfalls nur je hälftig aus den D/F-Anteilen kommen, sonst kippt das interne Gleichgewicht.
Man kann kritisieren, dass die KMW-Beiträge zum Konzern nur quantitativ vergleichbar, aber qualitativ wertvoller als die von Nexter waren, aber dann hätte man halt nicht fusionieren dürfen oder die französische Seite hätte noch weitere Firmen, wie bspw. Arguus, einbringen müssen, um das Gleichgewicht auch hinsichtlich der eingebrachten Portfolios zu erlangen. Die Fusion aber musste zwingend 50/50 erfolgen und diese Anteile können auch nachträglich nicht geändert werden, ohne das gesamte Projekt quasi abzuwickeln.
Ich persönlich halte KNDS zwar insgesamt für einen Fehler, aber das D/F-Gleichgewicht im Konzern ist für dessen Existenz fundamental.
