Heute, 01:25
Nach Grönland-Krise: Trump hat neue Inseln im Visier – Großbritannien will schlichten
Zitat: US-Präsident Trump wendet sich gegen den Chagos-Deal. Er sieht die Sicherheit der USA gefährdet. Experten vermuten eine Verbindung zu Grönland.da sieht man BigDonalds Respekt vor der Rechtsprechung - weiter im Text:
Diego Garcia – Die Chagos-Inseln im Indopazifik scheinen auf den ersten Blick wenig mit Grönland zu tun zu haben. Doch neue politische Aussagen von US-Präsident Donald Trump verbinden beide Regionen. Der Republikaner warf Großbritannien vor, dort einen US-Militärstützpunkt „zu verschenken“.
Seit Jahren ist das Archipel Gegenstand eines internationalen Souveränitätskonflikts. Der Internationale Gerichtshof der UN forderte Großbritannien 2019 auf, die in der Kolonialzeit gewonnene Hoheit über die Inseln abzugeben. In den Folgejahren wurde stattdessen ein politischer Kompromiss ausgehandelt: Großbritannien überträgt die Souveränität an Mauritius, pachtet jedoch die strategisch entscheidende Insel Diego Garcia für 99 Jahre zurück – für umgerechnet rund 104 Millionen Euro jährlich.
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Trump, der eigentlich schon seine Zustimmung zu dem Deal ausgedrückt hatte, richtete sich wegen des Stützpunkts auf Truth Social nun überraschend gegen den Deal: „Schockierenderweise plant unser ‚brillanter‘ NATO-Verbündeter, das Vereinigte Königreich, derzeit, die Insel Diego Garcia, den Standort eines wichtigen US-Militärstützpunkts, an Mauritius zu verschenken, und das OHNE JEDEN GRUND.“ Das sei „ein Akt großer Dummheit“.
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Alessio Patalone, Professor für Kriegsführung und Strategie am King’s College London, ging im Gespräch mit dem Tagesspiegel davon aus, dass die Aussagen in Verbindung zu Grönland zu verstehen seien. Er bezeichnete den Deal als „so gut, wie es nur geht“. Auch die Trump-Regierung habe das Abkommen noch im Mai 2025 ausdrücklich gelobt, auch das US-Militär sei eng in die Verhandlungen eingebunden gewesen. Der britische Premierminister Keir Starmer erklärte laut The Guardian, man habe der US-Regierung drei Monate Bedenkzeit eingeräumt. Danach hätten Verteidigungsminister Marco Rubio und Trump ihre Zustimmung signalisiert.
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Missmut bei Chagossianern: Wollen in der Debatte zwischen USA und Großbritannien gehört werden
Unter den Chagossianern sorgt der Souveränitätstreit für Missmut. „Wir sind die eigentlichen Opfer der Entscheidungen“, sagte Frankie Bontemps, der sich aus Großbritannien heraus bei „Chagossian Voices“ engagiert, laut dem Tagesspiegel. „Es wird die Illusion aufrechterhalten, es gäbe keine chagossische Bevölkerung“, kritisierte Bontemps die Debatte. Man solle auf die rund 400 noch lebenden Chagossianer und ihre Nachfahren hören. Sie hätten die Zukunft der Insel zu entscheiden. Zu Trumps Kritik sagte auch Bontemps: „Das sagt der doch nur, weil er Grönland haben will und Druck macht.“
Die Inselgruppe steht bis heute unter britischem Hoheitsrecht. Historisch war das Gebiet zunächst französische Kolonie, später britisch, mit massiver Ausbeutung durch Sklavenarbeit auf Kokosplantagen und in der Fischerei. 1966 verpachtete Großbritannien Diego Garcia für 50 Jahre an die USA. Der Vertrag wurde später bis 2036 verlängert. Für den Aufbau der Militärbasen wurden mehr als 1000 Chagossianer zwangsumgesiedelt.
Bei einer Angliederung an Mauritius fürchtete der chagossianische Aktivist Ausgrenzung und Diskriminierung. Die Chagossianer sind afrikanischer Herkunft, Mauritius ist jedoch zu rund 70 Prozent indisch-stämmig und hinduistisch. Angesichts des geplanten Chagos-Deals herrsche daher „auf jeden Fall großes Misstrauen“, meint Bontemps. Er hofft, eines Tages selbst wieder auf den Chagos leben zu dürfen. (Quellen: Tagesspiegel, Politico, The Guardian, BBC, eigene Recherche)

