31.01.2026, 13:30
@Kongo Erich
Nochmal: Die Anzahl jener Personen, die durch ICE oder BP erschossen wurden - und die Hälfte hatte zuvor auf die Beamten geschossen -, ist grob mit jener vergleichbar, wie wir sie prozentual gesehen in Deutschland haben, was durch die Polizei erschossene Personen betrifft. Und zugleich ist die Zahl der durch US-Polizisten (NICHT ICE oder BP), d. h. Highway Patrol oder Sheriff Departments etc., erschossenen Personen deutlich höher als jene von ICE und Co. und auch sehr viel höher als in Deutschland. D. h. wenn wir von Ausbildungsmängeln etc. sprechen, dann kann man dies nicht auf ICE und Co. anwenden, sondern es betrifft dann eher die US-Polizeibehörden als solche. (Wobei das Waffenrisiko in den USA nochmal ein deutlich anderes ist.)
Insgesamt, wenn man bedenkt, wie viele hunderttausende von Verhaftungen ICE und Co. bereits durchgeführt haben und wobei sie mit Randalierern, Gangs, Dealern und anderen Gewalttätern konfrontiert sind und werden, ist es bemerkenswert, wie wenige Todesfälle durch Schusswaffeneinsatz durch ICE, BP etc. entstanden sind.
Schneemann
Zitat:Um eine Referenzgröße für die Bewertung Deiner Zahlen zu haben, müsste man die Vergleiche zu den Erschießungen oder Todesfällen anlässlich polizeilicher Einsätze in Europa bzw. der EU heranziehen (nicht in Deutschland alleine, da es erst einmal wegen der unterschiedlichen Einwohnerzahlen von Deutschland und USA keine solche nationalen Vergleiche auf der Basis absoluter Zahlen geben kann.Doch, das kann man, wenn man völlig an mir vorbeischreibt. Im übertragenen Sinne: Irgendwie habe ich das Gefühl, ich spreche von Sinksicherheit, Doppelböden und eisverstärktem Bug und du entgegnest, dass auf dem Meer ja Eisberge herumschwimmen, die niemand kontrollieren kann.
Leider finde ich keine solche Statistik auf Europa bezogen. Ich bezweifle aber, dass wir in Europa auch nur im Ansatz in die Größenordnung der USA kommen, und das, obwohl es in Europa traditionell agierende Kriminalitätsgruppen und mafiöse Clans gibt (und da muss ich nicht einmal nach Süditalien schauen).
Die gegenüber der Polizei extrem kritische Recherche der Kampagne Death in Custody vermutete von 1990 bis 2021 in Deutschland insgesamt 181 Todesfälle "in Polizeigewahrsam". Aber das ist wiederum nicht vergleichbar, weil zwischen "in Gewahrsam nehmen" und "sich in Gewahrsam befinden" ein gewaltiger Unterschied besteht.
Versuchen wir also einen anderen Ansatz:
Nach Veröffentlichung der ZEIT wurden 2025 in Deutschland 17 Personen durch Polizeischüsse getötet, was "deutlich über dem Zehnjahresschnitt" liegen würde.
Die offizielle Polizeistatistik bestätigt, dass es sich hierbei um einen Spitzenwert handelt, der in 34 Jahren nur dreimal "gerissen" wurde.
Darunter sind 2025 auch so tragische Fälle wie des 21 Jahre alten Schwarzen Lorenz A. oder der Schuss auf ein gehörloses zwölfjähriges Mädchen in Bochum.
Nach Deinen Angaben werden jährlich etwa 1000 Personen (Mittelwert aus 2024) in den USA anlässlich von Polizeieinsätzen erschossen. Die Einwohnerzahl der USA lag 2024 bei geschätzten 340 bis 345 Millionen Menschen. 3,4 Mio. Menschen wären also 1 %, 340 000 Personen wären 1 %o der Bevölkerung.
Die "Mortalitätsrate" von 1000 Personen anlässlich von Polizeieinsätzen beträgt also 0,003 %o (bitte nachrechnen, als Staatsrechtler falle ich unter die Begrifflichkeit des "Justitia non calculat").
Das klingt erst mal nach "vernachlässigbar".
Nach den Angaben der Zeit wurden 2025 insgesamt (deutlich überdurchschnittlichen) 17 Personen durch Polizeischüsse getötet. Zum 30. September 2025 lebten rund 83,5 Millionen Menschen (83 497 000) in Deutschland, was einer nahezu konstanten Bevölkerungszahl gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Deutschland hatte also knapp 25 % der US-Bevölkerung.
Bei einer vergleichbaren Mortalitätsrate anlässlich von Polizeieinsätzen hätten hier also 25 % aus 1000 - grob gerechnet also 250 Personen - anlässlich von Polizeieinsätzen zum Opfer fallen können. Tatsächlich waren es nur 17 - und das waren schon überdurchschnittlich viel.
Ich weiß jetzt nicht, wie man eine 10fach höhere Mortalitätsrate bei Polizeieinsätzen in den USA gegenüber Deutschland verharmlosen kann.
Nochmal: Die Anzahl jener Personen, die durch ICE oder BP erschossen wurden - und die Hälfte hatte zuvor auf die Beamten geschossen -, ist grob mit jener vergleichbar, wie wir sie prozentual gesehen in Deutschland haben, was durch die Polizei erschossene Personen betrifft. Und zugleich ist die Zahl der durch US-Polizisten (NICHT ICE oder BP), d. h. Highway Patrol oder Sheriff Departments etc., erschossenen Personen deutlich höher als jene von ICE und Co. und auch sehr viel höher als in Deutschland. D. h. wenn wir von Ausbildungsmängeln etc. sprechen, dann kann man dies nicht auf ICE und Co. anwenden, sondern es betrifft dann eher die US-Polizeibehörden als solche. (Wobei das Waffenrisiko in den USA nochmal ein deutlich anderes ist.)
Insgesamt, wenn man bedenkt, wie viele hunderttausende von Verhaftungen ICE und Co. bereits durchgeführt haben und wobei sie mit Randalierern, Gangs, Dealern und anderen Gewalttätern konfrontiert sind und werden, ist es bemerkenswert, wie wenige Todesfälle durch Schusswaffeneinsatz durch ICE, BP etc. entstanden sind.
Schneemann
