29.01.2026, 10:09
(29.01.2026, 07:01)Schneemann schrieb: @Kongo ErichIch unterstelle einmal, dass Deine Zahlen richtig sind.
...
Die Punkte, die du hier nennst, haben nur leider nichts mit meinem Beitrag zu tun. Die genannten Fakten ....
- es gibt ca. 600.000 Polizisten bzw. Angehörige von law enforcement-Behörden in den USA.
- davon ca. 60.000 bei der BP und 25.000 bei ICE (ca. 14-15% aller Beamten).
- im Jahr werden ca. 900 bis über 1.100 Personen (2024) in den USA von Polizisten erschossen.
- seit Trumps Amtsantritt (Jan. 2025), also seit rund einem Jahr, wurden ganze neun (in Zahlen: 9) Personen durch BP oder ICE erschossen.
- die Hälfte (vier oder fünf) davon hatte zuvor auf die Beamten geschossen (darunter übrigens auch so illustre Gestalten wie der dem Zizian-Kult angehörende deutsche Transvestit Bauckholt, dessen "Freundin" (?) zuvor einen BP-Beamten niedergeschossen hatte; dies war im Januar 2025, ist aber vermutlich bereits in Vergessenheit geraten).
- heißt: obgleich BP und ICE ca. 14-15% aller US-Beamten ausmachen, und obgleich sie vermutlich im letzten Jahr mehr als 500.000 Verhaftungen (davon geschätzt 3.000 in Minneapolis) vornahmen, sind sie für weniger als 1% aller durch Schusswaffen seitens von Beamten getöteten Personen verantwortlich.
...
Schneemann
Aber was willst Du damit sagen? Dass der Polizeieinsatz in den USA zurückhaltend abläuft, oder wie?
Um eine Referenzgröße für die Bewertung Deiner Zahlen zu haben, müsste man die Vergleiche zu den Erschießungen oder Todesfällen anlässlich polizeilicher Einsätze in Europa bzw. der EU heranziehen (nicht in Deutschland alleine, da es erst einmal wegen der unterschiedlichen Einwohnerzahlen von Deutschland und USA keine solche nationalen Vergleiche auf der Basis absoluter Zahlen geben kann.
Leider finde ich keine solche Statistik auf Europa bezogen. Ich bezweifle aber, dass wir in Europa auch nur im Ansatz in die Größenordnung der USA kommen, und das, obwohl es in Europa traditionell agierende Kriminalitätsgruppen und mafiöse Clans gibt (und da muss ich nicht einmal nach Süditalien schauen).
Die gegenüber der Polizei extrem kritische Recherche der Kampagne Death in Custody vermutete von 1990 bis 2021 in Deutschland insgesamt 181 Todesfälle "in Polizeigewahrsam". Aber das ist wiederum nicht vergleichbar, weil zwischen "in Gewahrsam nehmen" und "sich in Gewahrsam befinden" ein gewaltiger Unterschied besteht.
Versuchen wir also einen anderen Ansatz:
Nach Veröffentlichung der ZEIT wurden 2025 in Deutschland 17 Personen durch Polizeischüsse getötet, was "deutlich über dem Zehnjahresschnitt" liegen würde.
Die offizielle Polizeistatistik bestätigt, dass es sich hierbei um einen Spitzenwert handelt, der in 34 Jahren nur dreimal "gerissen" wurde.
Darunter sind 2025 auch so tragische Fälle wie des 21 Jahre alten Schwarzen Lorenz A. oder der Schuss auf ein gehörloses zwölfjähriges Mädchen in Bochum.
Nach Deinen Angaben werden jährlich etwa 1000 Personen (Mittelwert aus 2024) in den USA anlässlich von Polizeieinsätzen erschossen. Die Einwohnerzahl der USA lag 2024 bei geschätzten 340 bis 345 Millionen Menschen. 3,4 Mio. Menschen wären also 1 %, 340 000 Personen wären 1 %o der Bevölkerung.
Die "Mortalitätsrate" von 1000 Personen anlässlich von Polizeieinsätzen beträgt also 0,003 %o (bitte nachrechnen, als Staatsrechtler falle ich unter die Begrifflichkeit des "Justitia non calculat").
Das klingt erst mal nach "vernachlässigbar".
Nach den Angaben der Zeit wurden 2025 insgesamt (deutlich überdurchschnittlichen) 17 Personen durch Polizeischüsse getötet. Zum 30. September 2025 lebten rund 83,5 Millionen Menschen (83 497 000) in Deutschland, was einer nahezu konstanten Bevölkerungszahl gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Deutschland hatte also knapp 25 % der US-Bevölkerung.
Bei einer vergleichbaren Mortalitätsrate anlässlich von Polizeieinsätzen hätten hier also 25 % aus 1000 - grob gerechnet also 250 Personen - anlässlich von Polizeieinsätzen zum Opfer fallen können. Tatsächlich waren es nur 17 - und das waren schon überdurchschnittlich viel.
Ich weiß jetzt nicht, wie man eine 10fach höhere Mortalitätsrate bei Polizeieinsätzen in den USA gegenüber Deutschland verharmlosen kann. Das sieht dort doch eher nach exzessiver und nicht nach zurückhaltender Polizeigewalt aus.
Und nein:
ich möchte Dich nicht morgens ungeduscht und unrasiert im Bad auf Video aufnehmen.
