28.01.2026, 06:52
Zunächst: Ich denke nicht, dass irgendwelche NS-Vergleiche hier einen großartigen Sinn ergeben. Ich habe schon etwas die Stirn in Falten gelegt als kürzlich Joe Rogan mit einem Gestapo-Vergleich daherkam, nur als es um simple Ausweis-Kontrollen ging; gleiches gilt auch für SS-Vergleiche (ich glaube, sie kamen von muck) und jetzt für die 1933-Vergleiche von Kongo Erich. Das ist nicht zutreffend und hilft auch nicht, die Ereignisse besser einordnen zu können oder irgendetwas besser zu erklären.
Darüber hinaus: So tragisch die Ereignisse in Minneapolis sind - und ich schrieb ja auch, dass ich v. a. den zweiten Zwischenfall als unverständlich ansehe, das betrifft zumindest das Verschießen eines halben Magazins auf eine am Boden liegende Person (nach US-Recht gehend, würde ich zumindest in den Bereich von voluntary manslaughter tendieren; das ist aber rein subjektiv meine Meinung) -, so sehr habe ich mich in den letzten Tagen gefragt, was wir denn sehen?
Und darauf möchte ich auch hinaus:
1. Soweit ich es überschaue, ist ICE ja im ganzen Land unterwegs. Und die Behörde operiert in allen Bundesstaaten, republikanischen wie demokratischen. Dennoch sehen wir solcherlei Krawallszenen nur aus bestimmten Orten. Beinahe hat man das Gefühl, es gibt nur eine kleine Anzahl an ausgewählten Brennpunkten, wo es eben zur Eskalation kommt und was dann einem vorgesetzt wird. Wieso ist das so? Wer will, dass wir das sehen? Und wieso eskaliert es an einem Ort (durchaus demokratisch geprägt), während an anderen Orten (durchaus auch demokratisch geprägt, v. a. städtische Bereiche) ICE ganz normal arbeitet ohne irgendwelche Zwischenfälle?
2. Wer hat einen Nutzen von den Ereignissen in Minneapolis? Oder besser gefragt: Hat die Administration Trump einen Nutzen davon bzgl. ihres rigiden Abschiebekurses, wenn zwei Menschen von ICE getötet werden? Nein. Hat sie nicht. Im Gegenteil: Auch wenn sie sich um die Ursache herumwindet und über die Getöteten auch teils falsche Behauptungen verbreitet, so nützen die beiden Toten von Minneapolis nicht der Trump-Regierung, sondern hauptsächlich der Opposition. Denn, was auch verständlich und nachvollziehbar ist, die Toten sorgen für Empörung und sie schmälern damit das Ansehen von ICE und Co.; und das (wenn auch zaghafte) Zurückrudern von Trump, Noem und anderen im Falle Minnesotas deutet darauf hin, dass man die Reaktionen an den Wahlurnen durchaus fürchtet.
Insofern: Es zeichnet sich schon jetzt ab, dass die Regierung Trump den medialen "Propaganda-Kampf" um Minnesota verloren hat. Und vielleicht war das auch intendiert. Denn wer ist nun schuld an den beiden Toten? Eine Regierung, die einen harten Abschiebekurs fährt und die sich teils auch in Übertreibungen oder Falschbehauptungen verstrickt und die teils auch unzulänglich ausgebildete Hilfskräfte für die Abschiebungen rekrutiert? Oder eine Opposition, die alles versucht, der Regierung zu schaden, auch indem sie durch eine Verweigerungshaltung diese in der Zahl unzureichenden und teils unzulänglich vorbereiteten ICE-Kräfte überfordert und in Zwangslagen bringt und die dann, als quasi letzten Zug im perfiden Spiel, unter der Hand und mit Zwinkern als "Chips" zwei Menschenleben zum Croupier hinüberschiebt?
Ich schließe mal wieder mit Malraux: Il n'y a pas de héros sans auditoire - d. h.: Keine Helden ohne Publikum. Und diese beiden getöteten "Helden" in Minneapolis hatten genug Publikum. Uns eingeschlossen. Es fragt sich nur, wer uns als Publikum wollte?
Schneemann
Darüber hinaus: So tragisch die Ereignisse in Minneapolis sind - und ich schrieb ja auch, dass ich v. a. den zweiten Zwischenfall als unverständlich ansehe, das betrifft zumindest das Verschießen eines halben Magazins auf eine am Boden liegende Person (nach US-Recht gehend, würde ich zumindest in den Bereich von voluntary manslaughter tendieren; das ist aber rein subjektiv meine Meinung) -, so sehr habe ich mich in den letzten Tagen gefragt, was wir denn sehen?
Und darauf möchte ich auch hinaus:
1. Soweit ich es überschaue, ist ICE ja im ganzen Land unterwegs. Und die Behörde operiert in allen Bundesstaaten, republikanischen wie demokratischen. Dennoch sehen wir solcherlei Krawallszenen nur aus bestimmten Orten. Beinahe hat man das Gefühl, es gibt nur eine kleine Anzahl an ausgewählten Brennpunkten, wo es eben zur Eskalation kommt und was dann einem vorgesetzt wird. Wieso ist das so? Wer will, dass wir das sehen? Und wieso eskaliert es an einem Ort (durchaus demokratisch geprägt), während an anderen Orten (durchaus auch demokratisch geprägt, v. a. städtische Bereiche) ICE ganz normal arbeitet ohne irgendwelche Zwischenfälle?
2. Wer hat einen Nutzen von den Ereignissen in Minneapolis? Oder besser gefragt: Hat die Administration Trump einen Nutzen davon bzgl. ihres rigiden Abschiebekurses, wenn zwei Menschen von ICE getötet werden? Nein. Hat sie nicht. Im Gegenteil: Auch wenn sie sich um die Ursache herumwindet und über die Getöteten auch teils falsche Behauptungen verbreitet, so nützen die beiden Toten von Minneapolis nicht der Trump-Regierung, sondern hauptsächlich der Opposition. Denn, was auch verständlich und nachvollziehbar ist, die Toten sorgen für Empörung und sie schmälern damit das Ansehen von ICE und Co.; und das (wenn auch zaghafte) Zurückrudern von Trump, Noem und anderen im Falle Minnesotas deutet darauf hin, dass man die Reaktionen an den Wahlurnen durchaus fürchtet.
Insofern: Es zeichnet sich schon jetzt ab, dass die Regierung Trump den medialen "Propaganda-Kampf" um Minnesota verloren hat. Und vielleicht war das auch intendiert. Denn wer ist nun schuld an den beiden Toten? Eine Regierung, die einen harten Abschiebekurs fährt und die sich teils auch in Übertreibungen oder Falschbehauptungen verstrickt und die teils auch unzulänglich ausgebildete Hilfskräfte für die Abschiebungen rekrutiert? Oder eine Opposition, die alles versucht, der Regierung zu schaden, auch indem sie durch eine Verweigerungshaltung diese in der Zahl unzureichenden und teils unzulänglich vorbereiteten ICE-Kräfte überfordert und in Zwangslagen bringt und die dann, als quasi letzten Zug im perfiden Spiel, unter der Hand und mit Zwinkern als "Chips" zwei Menschenleben zum Croupier hinüberschiebt?
Ich schließe mal wieder mit Malraux: Il n'y a pas de héros sans auditoire - d. h.: Keine Helden ohne Publikum. Und diese beiden getöteten "Helden" in Minneapolis hatten genug Publikum. Uns eingeschlossen. Es fragt sich nur, wer uns als Publikum wollte?

Schneemann
