Vor 7 Stunden
(Vor 10 Stunden)Nightwatch schrieb: Das sooft geschossen wir wie möglich nachdem die Schwelle zur Anwendung tödlicher Gewalt überschritten wurde ist ein standardmäßiges und höchstrichterlich ausgeurteiltes Vorgehen.Das braucht man hier tatsächlich nicht beanstanden. Nicht die neun Schüsse sind das Problem, die waren unvermeidbare Folge des einen ersten Schusses. Der ist das Problem.
Zitat:Zu den Geschehnissen kam es, weil sich in Minneapolis extremistische Gruppierungen meinen es sei legitim Bundesbeamte bei der Ausübung ihrer Tätigkeit wenn nötig rabiat und gewaltsam zu behindern.Das behauptest du zwar, es gibt aber in den vorliegenden Aufnahmen zum konkreten Vorfall keinen Hinweis auf solch eine "gewaltsame Behinderung". Die betroffenen Bürger befanden sich nicht im direkten Arbeitsbereich der Bundesagenten. Weder fanden in ihrem unmittelbaren Umfeld Maßnahmen statt, noch gab es irgendwelche Absperrungen. Der Auftrag von ICE ist es nicht, den Bürgern von Minneapolis zu sagen, wo sie gehen, stehen und filmen dürfen, sondern der ist klar auf die Aufgaben der Einwanderungsbehörde begrenzt. Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, wie Petty oder die von ihm geschützte Frau in dieser Situation aktiv die Durchsetzung von Maßnahmen bzgl. der Einwanderung behindert hätten. Eben wie gesagt: Es sei denn, das Filmen der Maßnahmen würde als deren Behinderung gewertet.
Zitat:Grund dafür ist allerdings auch, dass der Demokratischen Machthaber es der lokalen Polizei verbieten die Bundesbeamten zu unterstützen.Die lokalen Polizeien brauchen sich das nicht von "Machthabern" verbieten lassen. Die wären sicher keine Hilfe für ICE, es würde wohl eher zu Konflikten zwischen den lokalen und den Bundes-Behörden kommen, wenn man diese in gemeinsame Einsätze schicken würde.
Zitat:Weder Good noch Pretty waren Terroristen. Sie wurden während dem Begehen von Straftaten getötet. Die Antifanten die derzeit in Minneapolis marodieren sind aber sehr wohl inländische Terroristen.Relevante Vertreter der Administration bezeichneten die beiden jedoch als Terroristen. Und für terroristische Taten durch antifaschistische Kräfte im Rahmen der derzeitigen Auseinandersetzungen in z.B. Mineapolis fehlen mir derzeit Belege. Vielleicht könntest du ja mal solche bereitstellen, statt immer nur wage darauf zu verweisen.
Zitat:Das ist sicher ein Kritikpunkt. Wo aber ist der bewiesene Bezug zu Minneapolis? Wir wissen nicht welche Kräfte dort eingesetzt sind. Es ist pure Spekulation anzunehmen das da teilweise, mehrheitlich oder überwiegend Frischlinge eingesetzt werden. Logisch gedacht wäre wohl eher anzunehmen, dass man in einen solche Hotspot eher erfahrene Beamter einsetzt.Wie gesagt: Die Dauer sagt noch nichts über die Qualität aus, sie lässt aber Rückschlüsse zu. Und erst recht sagt die Dienstdauer der Beamten nichts über deren Eignung aus.
Der Beamte der Good erschossen hat war 10 Jahre im Dienst. Und bei Pretty habe ich 8 Jahre gelesen, wobei das nicht bestätigt ist.
Zitat:Es gibt auch keinen Grund anzunehmen, dass die Ausbildung qualitativ mangelhaft ist.Doch: Die dokumentierten Handlungen der Beamten. Die belegen klar, dass sie für ihren Beruf entweder unzureichend ausgebildet oder persönlich ungeeignet sind. Also wenn es nicht die Ausbildung ist, dann ist es die Personalauswahl. Ich weiß nicht, was schlimmer ist.
Zitat:Die organisierte und aktive Behinderung von Bundesbeamten während der Ausführung ihres Dienstes ist keine Zivilcourage.Doch, wenn diese Beamten sich objektiv falsch verhalten, ist es das. Selbst dann, wenn dieses behördliche Fehlverhalten rechtlich nicht zu beanstanden sein sollte und diese Zivilcourage hingegen schon.
Zitat:Good wurde erschossen weil sie den Schützen nach Wahrnehmung des Schützen mit ihrem Fahrzeug angegriffen hat.In beiden Fällen liegt die Schuld für den Tod des Bürgers also beim Schützen, der dafür jedoch nicht belangt werden kann, weil er sich auf eine falsche Wahrnehmung der Situation berufen kann.
Pretty wurde erschossen weil entweder a) eine Schussgabe fehlinterpretiert wurde oder b) er aktiv und massiv Widerstand leistete und der Schütze fälschlicherweise annahm das eine Waffe im Spiel ist.
Zitat:Wer nur dokumentieren möchte stellt sich in gebührenden Abstand auf, verhält sich völlig passiv und leistet keinen Widerstand.Diese deine Wahrnehmung der Situationen wird von mir und auch den meisten anderen hier so nicht geteilt. Der fehlende Abstand entstand dadurch, dass die Agenten sich den "Agitatoren" genähert haben und nicht umgekehrt. Ich kann im direkten Umfeld von Pretty und der Frau nichts erkennen, was auf eine dort gerade stattfindende Einwanderungsbehördliche Maßnahme schließen lässt, die von ihnen behindert wurde. Eine solche mag allenfalls auf der gegenüberliegenden Straßenseite stattfinden, aber eben nicht dort, wo die Agenten die Auseinandersetzung mit den von dir als "Agitatoren" bezeichneten Bürgern initiiert haben. Ja: "initiiert". Jeglicher Kontakt ging in den vorliegenden Aufnahmen initiativ von ICE aus.
Die beiden Getöteten taten das genau nicht, sie agierten als Agitatoren und Provokateure und haben damit die Situation in der sie dann jeweils ihr Leben verloren haben selbst heraufbeschworen.
Zitat:Das entschuldigt nicht ein eventuelles Fehlverhalten der Schützen, aber es ist faktisch eine Folge ihres gesetzeswidrigen Verhaltens.Da gibt es einen Zirkelschluss. Dieses deiner Ansicht nach gesetzeswidrige Verhalten, also die Dokumentation von behördlichen Maßnahmen, geht ja gerade auf vorhergehende Fehlverhalten dieser Art zurück und ist in eben solchen begründet. Da filmt ja niemand, weil ICE bisher immer korrekt gehandelt hat, sondern eben weil es regelmäßig zu derartigen Fehlverhalten kommt.
Zitat:Ja? Wenn die Staatsanwälte nach (Vor)Prüfungen kein weiteres Verfahren verfolgen weil sie (korrekterweise) zu dem Schluss kommen, dass die Tötung von Good zwar tragisch aber rechtlich nicht zu beanstanden ist, dann ist das so.Für gewöhnlich kommen Staatsanwälte nach (Vor-)Ermittlungen zu ihren Schlüssen und nicht auf Weisung aus dem Justizministerium hin. Und wenn Staatsanwälte dann aufgrund solcher Weisungen den Dienst quittieren, liegt die Vermutung nahe, dass hier eben nicht die üblichen Ermittlungen und darauf basierenden Entscheidungen stattgefunden haben.
Zitat:Äh nein? Ich würde den Teufel tun mich in einer solch aufgeheizten Lage bewaffnet (!) zwischen Polizeibeamte und dem Ziel polizeilicher Maßnahmen zu stellen.Bei der Bewaffnung wäre ich sogar noch dabei, aber weil ich generell gegen das Tragen von Waffen durch Zivilpersonen bin und das für kontraproduktiv halte. Aber wenn hier die US-Rechtsprechung bzgl. Tötungen durch Polizeikräfte als Maßstab herangezogen wird, dann muss auch anerkannt werden, dass potentiell jeder Bürger dort immer bewaffnet sein kann. Das befreit den Träger einer Waffe aber natürlich nicht von der Pflicht, das bei seinem eigenen Verhalten zu berücksichtigen.
Zitat:...und noch viel weniger werde ich dann handgreiflich wenn die Situation überraschenderweise eskaliert und mehrere Beamte auf mich losgehen.Handgreiflichkeiten in einem offensiven Sinne sind für mich nicht erkennbar, lediglich aktiver Widerstand gegen den vollkommen ungerechtfertigten Angriff der Beamten. Und das kann man niemandem in der Situation (Pfefferspray, Schläge) ernsthaft vorhalten. Erst recht nicht dann, wenn man im gleichen Zuge einem vermeintlich professionellen Vollzugsbeamten zugesteht, dass er in der selben Situation (jedoch ohne Schläge, Pfeffer und überhaupt Angriffen) aufgrund absoluter Fehleinschätzungen massives Fehlverhalten mit Todesfolge an den Tag legt.
