Gestern, 16:04
(Gestern, 15:14)Nightwatch schrieb: Der Getötete lag nicht auf dem Bauch. ...Wir sehen da das gleiche, beschreiben es nur unterschiedlich. Er lag nicht flach auf dem Bauch, er kniete aber auch nicht aufrecht. Es war etwas dazwischen. Er hatte mit Händen/Armen sowie Knien Kontakt mit dem Boden und drückte sich so hoch, gegen die Fixierungsversuche. Man sieht ihn nach dem ersten Schuss kurz aufrecht, nachdem der Agent, der vorher seinen Oberkörper unten gehalten hatte, zurück gewichen war.
Das ist aber auch nicht wirklich entscheidend. Der Getötete befand sich am Boden in einer Widerstandshandlung. Das ist unstrittig.
Zitat:Mir ist kein Video bekannt, dass zeigt das der Schütze den ersten zu hörenden Schuss abgegeben hat.Es ist kein Mündungsfeuer, Rückstoß o.ä. zu erkennen, das stimmt. Man kann es lediglich aus der Bewegungsabfolge schließen, was natürlich keine 100%ige Gewissheit und erst recht keinen verwertbaren Beweis darstellt.
Aber wie wir inzwischen gelernt haben, sind Beweise ja eh irrelevant, da US-Gesetzesverteter grundsätzlich Bürger erschießen dürfen, sofern die Situation eine Interpretation erlaubt, in der sie sich in irgendeiner Form gefährdet gefühlt haben könnten. Dabei ist es auch gänzlich irrelevant, ob sie diese Situation selbst herbeigeführt haben.
(Offtopic: Übrigens ein lustiger Widerspruch in der rechten Gedankenwelt: Für die Tötung eines Menschen genügt es, wenn man sich subjektiv gefährdet fühlt, sich als ein anderes Geschlecht zu identifizieren hingegen, ist absolut verwerflich.)
Zitat:Dagegen zeigt diese Perspektive in meinen Augen doch ziemlich deutlich, dass sich aus der Waffe, die der Beamte in der Grauen Jacke entfernt hat, im gleichen Moment als man den ersten Schuss hört auch ein Schuss zu lösen scheintKann ich so überhaupt nicht erkennen. Allerdings sieht man in den verlinkten Videos tatsächlich mal klar erkennbar die Waffe des Getöteten. Und zugleich auch, dass diese nicht mehr in seinem Zugriff war, als der erste Schuss viel.
Zitat:Wie gesagt, keine Ahnung wie es sich genau verhält.In diesem Fall gibt es auch wirklich nur schlechte Aufnahmen und der ganze Ablauf war chaotisch.
Zitat:Chaotische Situation, tragische Fehlinterpretation einer Schussabgabe.Letzterem kann ich nicht zustimmen, der erste Schuss eines Agents war mMn keine Reaktion auf einen Schuss, sondern auf das Auffinden der Waffe.
Und das zeigt halt ein große Problematik auf, die aus der Kombination der Vorgehensweise von ICE&Co. mit dem Recht von US-Bürgern auf das Tragen von Waffen einhergeht. Denn es werden so Leute dafür erschossen, dass sie ihre verfassungsmäßigen Rechte ausüben. (Es ist nirgendwo bisher erkennbar, dass er versucht hätte, die Waffe zu ziehen oder gar einzusetzen.)
Zitat:Ich finde es tatsächlich auch toll, dass die US-Justiz von Polizeibeamten regelmäßig keine übermenschlichen und hellseherischen Fähigkeiten abverlangt.Da werden wir nie zusammen finden, weil du offenbar Menschen sehr viel weniger professionelle Auffassungs- und Einschätzungsgabe zutraust als ich. Was du als hellseherische Fähigkeiten ansiehst, sind für mich Grundvoraussetzungen für die Eignung als bewaffneter Gesetzesvertreter.
Zitat:Dei Grafik zeigt, dass sich Demokratisch regierte Staaten geltendes Recht nicht umsetzen und es daher völlig vertretbar ist, dass der Bund hier auf den Plan tritt.Das war aber doch nicht deine Intention, du wolltest aufzeigen, dass ICE sich eben nicht "in demokratischen Staaten und insbesondere Minnensota besonders austoben" würde. Und das belegt diese Grafik aber eben nicht.
Dass in einigen demokratisch regierten Bundesstaaten illegale Einwanderer geduldet werden, bestreitet ja niemand, das wird ja offen kommuniziert. Und sicherlich kann man dann auch damit erklären, dass die ICE-Operationen vermehrt in diesen Bundesstaaten stattfinden. Aber es behauptet ja auch niemand ernsthaft, dass es da keinen Zusammenhang gäbe.
