USA vs. Venezuela
China absorbierte 80 % der venezolanischen Ölexporte: Peking fordert seine Banken auf, ihre Interessen in Venezuela offenzulegen, da einige davon gefährdet sein könnten
BFM (französisch)
Veröffentlicht heute um 12:43 Uhr
BFM Business Helen Chachaty
China fordert von den Banken, ihre Engagements in Venezuela offenzulegen, da die US-Operation chinesische Kreditgeber gefährden könnte, die Projekte mit Milliardenbeträgen finanziert haben.

Die chinesischen Regulierungsbehörden sind besorgt über die Folgen der US-Militäroperation in Venezuela, die am 3. Januar zur Festnahme von Präsident Nicolás Maduro besoldet wurde. Nach Informationen von Bloomberg hat die chinesische Finanzaufsichtsbehörde (NFRA) eine Richtlinie erlassen, wonach Banken ihre Engagements in Venezuela offenlegen und die Überwachung der Risiken im Zusammenhang mit Krediten an venezolanische Institute verstärken müssen. Die NFRA hat sich dazu nicht geäußert, wie das Medium berichtet.

Laut Victor Shih, Professor an der University of California in San Diego, der von Bloomberg befragt wurde, „Wenn (...) die amerikanischen Gläubiger und Antragsteller zu bevorrechtigten Gläubigern der venezolanischen Schulden werden, wären die chinesischen Gläubiger einem höheren Ausfallrisiko ausgesetzt, da die venezolanische Regierung und die staatlichen Unternehmen Schwierigkeiten hätten, die amerikanischen Anforderungen und ihren inländischen Ausgabenbedarf zu erfüllen”.

Die bedeutenden Ölreserven Venezuelas wecken Begehrlichkeiten, und China hat sich zu einem wichtigen Partner im Energiebereich entwickelt. Im Jahr 2008 schlossen die Staatschefs beider Länder ein langfristiges Abkommen, das den „Austausch“ von Finanzkrediten gegen Öl vorsah. China wurde damit laut Bloomberg zu einem „wichtigen Kreditgeber“ für Venezuela in den Bereichen Energie und Infrastruktur. Nach den von Bloomberg gesammelten Daten soll Peking bis 2015 über chinesische Staatsbanken mehr als 60 Milliarden Dollar an ölgesicherten Krediten vergeben haben.

Dreifache Risikoexposition
Laut Forbes ist China nach der US-Militäroperation einem dreifachen Risiko ausgesetzt. Das erste Risiko ist finanzieller Natur: Das „Öl gegen Kredite”-Programm der chinesischen Entwicklungsbank hat einen geschätzten Wert von 17 bis 19 Milliarden Dollar.

„Es handelt sich um die größte rohstoffgestützte Position eines einzelnen Landes im Portfolio Pekings”, so das Medienunternehmen.

Ein weiteres Risiko besteht aus operativer Sicht in Bezug auf die Versorgung: Während die Exporte Venezuelas im November 2025 laut Reuters 921.000 Barrel pro Tag erreichten, nahm China etwa 80 % der Gesamtmenge (d. h. etwa 746.000 Barrel pro Tag) ab. Die Folgen für den venezolanischen Ölsektor sind ungewiss.

Schließlich zeigt die amerikanische Operation im strategischen Bereich, dass die Trump-Regierung bereit ist, Gewalt anzuwenden, um die chinesischen Rohstoffversorgungsketten auf dem gesamten amerikanischen Kontinent zu stören.
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