USA vs. Venezuela
Es ist schon erstaunlich, was man unter dem Deckmantel des Völkerrechtes so alles verkaufen will. Ich meine, dass man vieles darunter verkauft und manches sich auch hinbiegt, ist eigentlich nicht neu. Aber das Herumreiten auf dem Völkerrecht im Falle Venezuelas sprengt irgendwo den Rahmen und ist an Satire kaum mehr zu überbieten.

Was hätte man denn, wenn man brav stringent dem Völkerrecht folgt, für das Land erreichen können? Nichts. Irgendwelche Resolutionen wären an den Russen und den Chinesen gescheitert. Und dann? Mit den Händen im Schoß darauf zu warten, dass Maduro irgendwann in vielen Jahren abtritt, während das Land völlig vor die Hunde geht und nochmals Millionen auf der Flucht und zigtausende Menschen tot sind? Kann man machen. Aber ist es zu verantworten, notfalls für den Erhalt des hehren Altars des Völkerrechtes, tausende Menschen zu opfern und Millionen zur Flucht zu nötigen? Das kann man machen, es passiert ja schließlich oft genug, würden wohl die Nivellierer, Fans des Whataboutismus und die Verklärer nun sagen. Macht es aber das Völkerrecht besser oder sakrosankter?

Und provokant gefragt: Hat nicht Maduro auch Rechte? Hat er nicht das Recht, so wie gefälligst jeder Staatschef, sein Land diktatorisch zu regieren, sich zu bereichern, zigtausende Personen einzusperren (oder umzubringen), seine Landsleute zur Flucht zu nötigen und nebenher noch (mutmaßlich) munter Drogengeschäften zu frönen? Vielleicht wollte er sich nur selbst verwirklichen und das machen, was er als Kind und Busfahrer nie konnte - in unserer heutigen Zeit, wo der Krawallindividualismus sehr stark ausgeprägt ist, wäre das doch zutiefst verständlich.

Und nun kommen einfach diese Spielverderber aus Washington und verhaften ihn. Wie können sie es nur wagen, diesen Leuchtturm der lateinamerikanischen Selbstverwirklichung aus dem Rennen zu nehmen? Und dann auch noch mitten in der Nacht und ohne größeres Aufsehen. Wie gemein. Skandalös. Vader

Schneemann
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