Russland & Verbündete gegen Europa & USA
(05.01.2026, 03:28)muck schrieb: Der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew, heute Vorsitzender der Regierungspartei "Einiges Russland", hat sich im Interview mit der staatlichen Nachrichtenagentur 'TASS' dafür ausgesprochen, Bundeskanzler Friedrich Merz durch russische Geheimdienste entführen zu lassen und in Moskau vor Gericht zu stellen. Medwedew berief sich auf den Präzedenzfall der US-Intervention in Venezuela. (Quelle)

Die Übersetzung dazu:

Zitat:Und noch etwas: Die Entführung des (Beleidigung entfernt) Mertz könnte eine hervorragende Wendung in dieser karnevalesken Serie sein. Hier kann einen kaum noch etwas überraschen. Auch ein solches Szenario hat einen Realitätsbezug. Es gibt sogar Gründe, ihn in Deutschland zu verfolgen. Daher wäre es kein Verlust. Zumal die Bürger umsonst leiden.

Aus dem Kontext ergibt sich dass es eher nicht ernst gemeint ist. Daraus obiges herzuleiten ist schon etwas gewagt.

Interessant im Text ist dass das Vorgehen von Trump zwar verurteilt wird aber gleichzeitig lobt er ihn für seine harte Durchsetzung von US-Interessen.
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Derzeit läuft ein Krimi im Nordatlantik um den flüchtigen Tanker Bella-1. Das Schiff kommt aus den Iran und versucht derzeit ins russische Nordmeer zu entkommen.

Zitat: The Saga of the Bella 1 and the Mysterious U.S. Special Forces Movements

As rumors swirl over the deployment of 160th SOAR aircraft to the UK as the sanctioned tanker Bella 1, or Marinera, approaches the GIUK gap, let’s look at what we do and don’t know about the bizarre situation.
https://theaviationist.com/2026/01/06/th...movements/

U.S. Coast Guard Cutter Seen Pursuing Fleeing Russian Oil Tanker For First Time (Updated)
https://www.twz.com/news-features/u-s-co...oil-tanker
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Inzwischen sollen russische Kriegsschiffe den Tanker eskortieren

US-Medienberichte
Zitat:Russland soll U-Boot als Eskorte für venezolanischen Öltanker entsendet haben
Im Nordatlantik bahnt sich eine brenzlige Situation an: Das US-Militär verfolgt ein Schiff aus Venezuela, das plötzlich unter russischer Flagge segelt. Moskau gibt sich unschuldig – und schickt offenbar Begleitschutz.
...
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Zitat: The United States is carrying out an operation to seize the Russian-flagged Venezuela-linked oil tanker Marinera, formerly known as Bella 1, officials tells Reuters.

https://x.com/sentdefender/status/2008880372327796855


https://x.com/visegrad24/status/20088884...89/photo/2
Angeblich ein Foto vom Tanker aus - Little Bird ginge nur mit Zwischenbetankung auf See.
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Scheint sich wohl tatsächlich erledigt zu haben.
Zitat:US says it has seized tanker in Atlantic linked to Venezuelan oil [...]

[14:55]

The US European Command says the US Department of Justice and Homeland Security have "today announced the seizure of the M/V Bella 1 for violations of US sanctions". In a post on X, they add: "The vessel was seized in the North Atlantic pursuant to a warrant issued by a US federal court after being tracked by USCGC Munro."
https://www.bbc.com/news/live/cwynjdqgellt

Schneemann
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Heikler Einsatz im Nordatlantik
Zitat:USA bringen russischen Öltanker unter Kontrolle
07.01.2026, 14:54 Uhr

Zwei Wochen lang verfolgen die USA einen Öltanker, der wohl für Russland fährt. Plötzlich tauchen russische U-Boote und Militärschiffe auf, um den Tanker zu begleiten. Dann schlägt das US-Militär zu: Es entert das Schiff aus der Luft.


Die USA haben nach einer mehr als zweiwöchigen Verfolgungsjagd einen unter russischer Flagge fahrenden Öltanker vor der Küste Islands unter ihre Kontrolle gebracht. Der russische Staatssender RT hatte zuvor berichtet, US-Kräfte hätten offenbar versucht, von einem Hubschrauber aus an Bord des Tankers "Marinera" zu gelangen, und veröffentlichte dazu ein entsprechendes Bild.

Der Tanker sei gesichert, sagte ein US-Beamter der "Washington Post". "US-Bundesbeamte der Strafverfolgungsbehörden befinden sich derzeit an Bord", so der Beamte. Der Frachter "wurde wegen Verstößen gegen US-Sanktionen beschlagnahmt", teilten die Streitkräfte auf X mit. Der Einsatz sei ohne Störungen durch russische Schiffe verlaufen. In der Nähe des Einsatzortes befänden sich ein russisches U-Boot und ein Kriegsschiff, sagten zwei US-Vertreter dem "Wall Street Journal" und Reuters.
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Ein Video soll US-Zugriff auf Tanker in der Karibik zeigen
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Das MARINEFORUM befasst sich mit den Folgen des US-Boardings:
Zitat: ...
Völkerrechtliche Grauzone mit Eskalationspotenzial
Unabhängig vom operativen Erfolg bleibt der rechtliche Kern umstritten. Ein Boarding auf Hoher See gegen den erklärten Willen des Flaggenstaats bewegt sich selbst bei Sanktionsdurchsetzung in einer Grauzone. Der US-Ansatz, den Flaggenwechsel für nichtig zu erklären und daraus Staatenlosigkeit abzuleiten, ist völkerrechtlich keineswegs unumstritten.
Ein Zugriff auf ein russisch registriertes Schiff kann von Moskau jederzeit als Angriff auf eigene Interessen interpretiert werden. Auch wenn Russland im Fall "Marinera" nicht reagierte, bleibt der Präzedenzfall bestehen. Sollte sich ein Muster etablieren, bei dem Schattenflottenschiffe gezielt russischen Schutz beanspruchen und westliche Kräfte dennoch zugreifen, verlagert sich die Frage von der Rechtsdurchsetzung zur Bündnispolitik. Im äußersten Fall stünde die NATO vor der Frage, ob eine solche Konfrontation als sicherheitsrelevant für das Bündnis zu bewerten wäre – einschließlich der Diskussion um Artikel 5.

Europas Antwort jenseits des Boardings
Für Europa ist der Fall eine Warnung. Einerseits darf die systematische Umgehung von Sanktionen nicht hingenommen werden. Andererseits kann eine Militarisierung der Durchsetzung auf See in eine Eskalationsspirale führen.

Der wirksamere Hebel liegt dabei eindeutig an Land. Ein Tanker kann auf See operieren, bleibt aber abhängig von Klassifikation, Versicherung, Finanzierung, Hafenstaatkontrolle, Bunkerung und Ersatzteilen. Werden diese Schnittstellen konsequent genutzt, verliert die Schutzflagge ihren Wert. Sie schützt vor dem Zugriff auf See – nicht vor der wirtschaftlichen Realität im Hafen.

Mehr als ein Einzelfall
Das Boarding der "Marinera" war kein isoliertes Ereignis, sondern Teil einer Entwicklung. Datenanbieter wie Windward verzeichnen seit Monaten eine Häufung von Umflaggungen exponierter Schattenflottenschiffe nach Russland. Damit wird aus opportunistischem Flaggen-Shopping eine strategische Schutzbehauptung. Für die maritime Ordnung ist das eine ernste Herausforderung – nicht wegen eines einzelnen Tankers, sondern wegen der Frage, wie weit Sanktionen auf See durchgesetzt werden können, ohne neue sicherheitspolitische Fronten zu eröffnen.
Wobei sich durchaus die Frage erhebt, wer ein Land mit Sanktionen belegen darf, wer diese im konkreten Fall verhängt hat und wieso ggf. Drittstaaten eine "systematische Umgehung von (einseitig national verhängten) Sanktionen" rechtlich verbindlich beachten müssen.
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Geht da noch was?
Sanktionen: US-Strafzölle von 500 Prozent? Trump erhöht den Druck auf Putin
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Moskau will nichts von den Europäern wissen
Zitat: Die russische Führung sieht in den Europäern nur lästige Störenfriede. Sie sollten ihr durch Einigkeit und Härte zeigen, dass sie falsch liegt.

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richtig
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Bundeswehr schickt Soldaten nach Grönland
Zitat:... Grönland gilt derzeit als geopolitischer Brennpunkt wegen seiner strategischen Lage für arktische Seewege und dem Interesse mehrerer Großmächte an der Region.
Dabei scheint Russland - möglicherweise auch infolge der Belastungen durch den Krieg gegen die Ukraine - am Rande seiner Kapazitäten zu operieren.
Arktis: Russische Experten warnen – Infrastruktur steht vor dem Kollaps
Zitat:In der Arktis kämpfen die verschiedenen Großmächte der Welt um Einfluss. Gerade Russland ist schon seit Jahrzehnten damit beschäftigt. Doch das Land stößt aktuell stark an seine Grenzen, wie verschiedene Seiten bestätigen.

Arktis: Russland muss baggern

Das jedenfalls meint der ukrainische Militärgeheimdienst in einer brandneuen Analyse der russischen Infrastruktur in der Arktis. Dort heißt es unter anderem, dass die Möglichkeiten des Landes am Nordpol „unzulänglich“ seien. So müssten die dortigen Häfen, um den Anforderungen, die die Handelswege auf der Nordroute an die Gegend stellen, um insgesamt etwa 60 Millionen Kubikmeter vertieft werden. Dabei nutzte Russland früher vor allem Subunternehmen aus anderen Ländern, um seine Häfen ausbaggern zu lassen.

Doch durch Sanktionen ist das nahezu unmöglich gemacht worden. Insgesamt konnte der Flächenstaat in ganz 2025 laut dem Nachrichtendienst nur ungefähr 2,2 Millionen Kubikmeter Material ausheben. Obwohl Moskau den Ukrainern zufolge darauf hofft, dass China die Lücke füllen könnte, die der Westen dabei gelassen hat, ist dies noch keine Realität geworden. Offenbar bedeutet das zunehmend, dass es großen Frachtschiffen wie der russischen Schattenflotte erschwert wird, die Häfen der Föderation anzulaufen.

Das könnte die Lösung sein
Als mögliche Lösung, um die Handelswege durch die Arktis beizubehalten, gilt, sich auf einige wenige Häfen und Regionen zu konzentrieren. Zu diesem Schluss kommt jedenfalls eine Reihe russischer Wissenschaftler*innen in einer aktuellen Studie vom Dezember 2025. Dort bestätigen die Forschenden die ukrainischen Befunde größtenteils. Demnach steht Russland tatsächlich vor gewaltigen Herausforderungen in seiner Infrastruktur am Nordpol.

So gelinge es unter anderem zahlreichen Regionen, die dafür in Frage kommen, nicht, die notwendige Spezialisierung aufzubauen. ...
das alles deutet nicht unbedingt darauf hin, dass Russland kurz davor steht, Grönland zu besetzen - wie GröPaZ meint.

Tatsächlich sollten sich die USA mehr um Alaska und die nasse Grenze zu Sibirien kümmern.
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„Die Bundespolizei geht offenbar konsequenter gegen die russische Schattenflotte vor. Nach Informationen von NDR, WDR und SZ haben Bundespolizisten unlängst mehreren russischen Schiffen die Fahrt durch das deutsche Küstenmeer verwehrt.“

Härtere Gangart gegen russische Schattenflotte - Tagesschau

Die Tagesschau berichtet, dass die Bundespolizei am 10. Januar den Tanker „Tavian“ bei der Einfahrt in die deutsche Nordsee aufgefordert hat die Identifikationsnummer mitzuteilen. Es ergab sich sodann, dass diese - sowie auch die Flagge, unter der das Schiff fuhr - gefälscht gewesen sein soll und das die „Tavian“ auf einer US-Sanktionsliste steht.

Als das Schiff dann durch die Gewässer Dänemarks erneut in die deutschen Meere einfahren wollte wurde die Einfahrt durch die Bundespolizei untersagt. Der Tanker drehte ab und verließ die Ostsee.

Fraglich wäre hier für mich, ob es nicht effizienter gewesen wäre das Einfahren in die deutschen Gewässer hinzunehmen, nur um dann - wohl legitimerweise - das Schiff zu beschlagnahmen und ein Strafverfahren zu eröffnen.
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Dann hat man das Schiff aber auch an der Backe und muss eventuell auftretende Kosten bezahlen oder das sonst welche schweinereien ausbaden . Den trau ich auch das herbeiführen einer Umweltkatastrophe zu.
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„Geisterflotte“: Die französische Marine hat einen „aus Russland stammenden“ Tanker im Mittelmeer aufgebracht, verkündet Emmanuel Macron
Figaro (französisch)

Der Tanker, „der internationalen Sanktionen unterliegt und im Verdacht steht, unter falscher Flagge zu fahren“, wurde „mit Unterstützung mehrerer unserer Verbündeten“ abgefangen, präzisiert der französische Präsident in einer Nachricht auf X.

Die französische Marine hat am Donnerstagmorgen im Mittelmeer „einen Tanker aus Russland“ aufgebracht, der im Verdacht steht, zur „Geisterflotte“ zu gehören, die „den Angriffskrieg gegen die Ukraine“ finanziert, wie Emmanuel Macron mitteilte.

Dieser Tanker, „der internationalen Sanktionen unterliegt und im Verdacht steht, unter falscher Flagge zu fahren“, wurde „mit Unterstützung mehrerer unserer Verbündeten“ abgefangen, präzisiert der französische Präsident in einer Nachricht auf X und fügt hinzu, dass „das Schiff umgeleitet wurde“ und eine „gerichtliche Untersuchung eingeleitet wurde“.

Der Präfekt der Mittelmeerflotte gab in einer Erklärung weitere Einzelheiten zu dieser „Maßnahme in Zusammenarbeit mit unseren Verbündeten, darunter das Vereinigte Königreich”, die „auf hoher See” zwischen Spanien und Nordafrika an Bord des „Öltankers Grinch aus Murmansk”, einem arktischen Hafen an der Barentssee, durchgeführt wurde.

Eine Aufbringung „unter strikter Einhaltung des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen“

Diese Operation „diente der Überprüfung der Nationalität (des) Schiffes”, wobei „die Prüfung der Dokumente die Zweifel an der Rechtmäßigkeit der geführten Flagge bestätigte”, was zu einer „Warnmeldung an die Staatsanwaltschaft von Marseille“ führte, so die Präfektur der Marine, die angibt, dass das Schiff „derzeit von der französischen Marine zu einem Ankerplatz eskortiert wird, um die Überprüfungen fortzusetzen“.

Für Emmanuel Macron zeigt diese „unter strikter Einhaltung des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen“ durchgeführte Aufbringung, dass Frankreich „entschlossen ist, das Völkerrecht durchzusetzen und die Wirksamkeit der Sanktionen“ gegen die russische „Geisterflotte“ zu gewährleisten, deren „Aktivitäten zur Finanzierung des Angriffskrieges gegen die Ukraine beitragen“.

Der Tanker Grinch ist unter diesem Namen auf der Liste der Schiffe der russischen Geisterflotte aufgeführt, gegen die das Vereinigte Königreich Sanktionen verhängt hat, aber unter dem Namen „Carl“ auf der von der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten erstellten Liste. Laut der auf die Verfolgung von Schiffen spezialisierten Website marinetraffic befand er sich zum Zeitpunkt seiner Aufbringung auf dem Weg nach Osten zwischen Almeria (Spanien) und Oran (Algerien) und fuhr unter der Flagge der Komoren.
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der tickt doch nicht richtig:
Zitat:“Deutschland zuerst” – Ex-Putin-Berater nennt mögliche Ziele russischer Atomwaffen
Aleksandra Galka Reczko
So., 25. Januar 2026 um 9:40 AM MEZ

Sergej Karaganow ist Ehrenvorsitzender des Russischen Rates für Außen- und Verteidigungspolitik und Mitbegründer des renommierten Valdai-Clubs. Wie Reuters berichtet, äußert Karaganow häufig Positionen, die der Kreml selbst nicht offiziell vertreten möchte.
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In Carlsons Podcast Tucker Carlson Show sagte Karaganow, Moskau könne im Falle einer drohenden Niederlage im Krieg gegen die Ukraine den Konflikt so weit eskalieren, dass es Atomwaffen einsetze, um die europäischen Eliten "wieder zur Vernunft zu bringen". Seiner Einschätzung nach könnte dies "in ein oder zwei Jahren" geschehen.

Dabei nannte er drei Länder als mögliche Ziele: Polen, Deutschland und das Vereinigte Königreich. Deutschland und das Vereinigte Königreich seien Priorität - wenn auch Polen eine besondere Rolle spielt.

"Ich habe schon mehrmals darüber geschrieben, dass die Amerikaner nicht reagieren würden, wenn Posen getroffen würde (...). Aber ich hoffe, dass die Polen jetzt vernünftiger werden. Sie verstehen, dass sie mit dem Feuer spielen. Sie versuchen, sich von der Frontlinie dieses Konflikts zurückzuziehen. Aber meine Wahl fällt auf Großbritannien und Deutschland. Deutschland zuerst", so Karaganow im Gespräch mit Carlson.

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In dem Interview übte Karaganow scharfe Kritik an Europa und bezeichnete den Kontinent als Quelle historischen Übels und moderner Aggression gegen Russland. "Wir kämpfen erneut gegen Europa – den Kontinent, der stets die Quelle allen Unglücks und Übels in der Geschichte der Menschheit war, darunter natürlich auch Weltkriege, Rassismus und Kolonialismus."

Weiter sagte er: "Europa wird von der Landkarte gestrichen – es sollte von der geopolitischen Karte gestrichen werden, weil es ein Ärgernis ist." Und er fügte hinzu: „Diese Idioten verstehen nur körperlichen Schmerz.“
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Dabei betonte er, dass "wir noch nie in der Geschichte Europas ein so niedriges Niveau an intellektuellen Fähigkeiten in der Führung der meisten europäischen Länder hatten".

Die europäischen Eliten, so Karagan, "verstehen, dass ihr Goldenes Zeitalter vorbei ist, und sie sind verzweifelt", weil "sie nicht mehr auf Kosten anderer oder auf dem Polster des amerikanischen Schutzes leben können". Infolgedessen, so Karaganow, "lacht jetzt die ganze Welt über Europa" – ein Kontinent, der "einst einer der Kerne der Weltmacht" war, sei "zu einer Witzfigur" geworden.
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(31.01.2021, 18:57)Schneemann schrieb: Nach dem Regierungswechsel in Washington kommt in die Thematik Abrüstung nun doch wieder etwas Bewegung. Zumindest wird wieder konstruktiver miteinander geredet. INF ist zwar seit August 2019 immer noch außer Kraft, aber wenigstens bezüglich New Start (von 2010) hat man sich nun auf eine Verlängerung des Vetrages einigen können.
https://www.dw.com/de/joe-biden-will-new...a-56307976
Zitat:Joe Biden will New-Start-Vertrag verlängern
In Moskau kam die Initiative gut an...
https://www.tagesschau.de/ausland/new-st...g-101.html

Schneemann.
BigDonald hat also offenbar in keiner seiner Amtszeiten irgendein Interesse an Abrüstung, die Verlängerung war alleine der Aera Biden zu verdanken
o tempora, o mores
Zitat:Atomwaffenabkommen zwischen USA und Russland läuft aus: „Ein nukleares Wettrüsten droht“

In wenigen Tagen endet eine Epoche. Am kommenden Mittwoch, dem 4. Februar 2026, läuft der New-Start-Vertrag zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Russland aus.
Erstmals seit den frühen 1970er-Jahren gäbe es dann keinerlei rechtlich verbindliche Begrenzung mehr für die strategischen Nukleararsenale der USA und Russlands. Zwei Staaten, die zusammen mehr als 90 Prozent der weltweiten Atomwaffen besitzen, stünden ohne gegenseitige Kontrolle da. Und die Folgen reichen weit über Washington und Moskau hinaus. Vor allem Europa ist betroffen.
Das New-Start-Abkommen war der letzte Pfeiler einer über Jahrzehnte gewachsenen Rüstungskontrollarchitektur der zwei größten Atommächte unserer Zeit. Der Vertrag, der 1982 von US-Präsident Ronald Reagan initiiert wurde und im Sommer 1991 von seinem Nachfolger George Bush sowie Michail Gorbatschow unterzeichnet wurde, begrenzte die Zahl einsatzbereiter strategischer Sprengköpfe auf jeweils 1550.Außerdem wurden detaillierte Transparenzmechanismen festgelegt. Moskau und Washington haben seitdem stets ihre Daten ausgetauscht und gegenseitig Inspektionen durchgeführt. Auch wenn Russland seine Teilnahme 2023 aussetzte und die USA darauf reagierten, hielten sich beide Seiten bislang informell an die zentralen Obergrenzen. Gerade diese faktische Selbstbindung zeigte, dass der Vertrag, selbst während tiefgreifender politischer Krisen wie dem Ukraine-Krieg, mehr oder weniger stabilisierend wirkte, heißt es in einem Papier der renommierten Londoner Denkfabrik Chatham House.
Mit dem baldigen Auslaufen des Rüstungskontrollvertrags fällt nun der letzte gemeinsam akzeptierte Rahmen weg. Für den russischen Sicherheitsexperten Dmitri Stefanowitsch vom Moskauer Institut für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen ist das ein klarer Einschnitt: „Faktisch stehen wir erstmals seit vielen Jahrzehnten sowohl ohne einen Vertrag zur Begrenzung strategischer Offensivwaffen als auch ohne irgendwelche Verhandlungen zu diesem Thema da. Das ist zweifellos ein destabilisierender Faktor“, sagt er der Berliner Zeitung. Stefanowitsch zufolge werden sowohl Russland als auch die USA ihre militärische Planung künftig am schlimmstmöglichen Szenario ausrichten.
„Ohne vereinbarte Limits und ohne Transparenz wird die strategische Planung wieder stärker von Misstrauen und Worst-Case-Annahmen geprägt sein“, erklärt der Sicherheitsexperte. Allein das erhöhe das Risiko von Fehlkalkulationen. Komme es zusätzlich zu einer technischen Aufrüstung – etwa durch das schnelle „Aufstocken“ bestehender Trägersysteme mit zusätzlichen Sprengköpfen –, drohe eine neue Dynamik des nuklearen Wettrüstens.
Für Europa sei das eine besonders gefährliche Entwicklung, so Stefanowitsch. Europa liegt geografisch zwischen den beiden größten Nuklearmächten, ist Teil der nuklearen Abschreckung der Nato und zugleich potenzieller Schauplatz einer Eskalation. „Der Wegfall gegenseitiger Kontrollen verschärft diese Lage zusätzlich“, sagt Stefanowitsch. Zwar seien Inspektionen und Datenaustausch sowieso bereits seit Jahren ausgesetzt, doch nun würden auch noch die formalen Obergrenzen verschwinden.
„Wir bleiben nicht nur ohne Inspektionen und Datenaustausch, sondern auch ohne jegliche ‚Deckel‘, die die Zahl der eingesetzten Sprengköpfe und strategischen Trägersysteme begrenzen“, warnt der russische Experte. Zwar existierten weiterhin Notfallkanäle wie die Nationalen Zentren zur Verringerung nuklearer Risiken und die sogenannten „heißen Drähte“, doch das reiche nicht aus.
„Das Fehlen von Kontakten zu strategischen Fragen führt zwangsläufig zu einer weiteren Erosion und Destabilisierung der bilateralen Beziehungen sowie zu wachsendem gegenseitigen Misstrauen“, sagt Stefanowitsch.
Hinzu kommt die politische Dimension. Die politische Führung in Moskau hat wiederholt angeboten, die quantitativen Obergrenzen von New Start zumindest für ein weiteres Jahr freiwillig einzuhalten. Laut dem russischen Außenministerium hat Washington darauf bislang nicht reagiert. US-Präsident Donald Trump erklärte mehrfach, er sehe kein Problem im Auslaufen des Vertrags. „Wenn er ausläuft, dann läuft er aus. Wir werden einfach ein besseres Abkommen machen“, sagte er Anfang Januar der New York Times. Die Amerikaner wollen auch China in zukünftige Verträge einbeziehen. Doch in der geopolitischen Realität wirkt eine solche Position wie eine Blockade. Denn Peking lehnt formelle Rüstungskontrollverhandlungen ab, solange das chinesische Nukleararsenal deutlich kleiner ist als das der USA und Russlands.
Die strategische Lage wird zusätzlich durch neue militärtechnologische Projekte verschärft. Die USA treiben den Ausbau ihrer Raketenabwehr unter dem Projekt „Golden Dome“ voran. Russland sieht darin seit langem eine Bedrohung des strategischen Gleichgewichts. Fällt New Start weg und kommt auf Grönland noch amerikanischer „Golden Dome“ hinzu, wachsen aus Sicht des Kremls die Anreize, das eigene Offensivpotenzial auszubauen.
Auch der ehemalige russische Präsident und stellvertretende Vorsitzende im Sicherheitsrat Dmitri Medwedew äußerte sich im Kommersant zu den Perspektiven einer Wiederaufnahme der Rüstungskontrollgespräche mit den USA. In einem Interview betonte er, dass eine erfolgreiche Zusammenarbeit „zunächst eine grundlegende Normalisierung der russisch-amerikanischen Beziehungen“ erfordere. Unter der Biden-Administration hätten sich die Beziehungen laut Medwedew „auf ein Niveau verschlechtert, das deutlich unter der Zeit der Kuba-Krise liegt“.
Zwar beobachte die russische Polit-Elite, dass die aktuellen Verantwortlichen in Washington versuchten, frühere riskante Strategien zu überdenken, doch der Prozess sei „sehr schwach und nur am Anfang“, ein Erfolg sei „noch nicht garantiert“. Medwedew warnt damit vor zu optimistischen Erwartungen an kurzfristige Fortschritte im strategischen Dialog.
Medwedew weist zudem auf die globalen Folgen fehlender Rüstungskontrolle hin. Die weltweite Instabilität und der „Riss in der internationalen Ordnung“ könnten Staaten dazu bringen, über den Erwerb eigener Nuklearwaffen nachzudenken, was langfristig den Kreis der Atommächte erweitere.
Auch global sorgt das Ende von New Start für erhebliche Signalwirkung. Im Frühjahr 2026 steht die Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrags, kurz NPT, an. Von den offiziellen Atommächten wird dort Fortschritt bei Abrüstung und Rüstungskontrolle erwartet. Das Auslaufen des letzten amerikanisch-russischen Vertrags, ohne einen Ersatz gefunden zu haben, würde jedoch laut Branchenkennern das Gegenteil signalisieren. Nämlich, dass die führenden Nuklearstaaten bereit sind, auf gegenseitige Selbstbeschränkung zu verzichten.
Für Europa selbst, so Stefanowitsch, sind die unmittelbaren Folgen dennoch begrenzt. „Für Europa ist der Unterschied insgesamt nicht sehr groß, da etwa russische Arsenale nichtstrategischer Atomwaffen sowie weitreichende Präzisionswaffen in konventioneller Ausstattung ohnehin nie begrenzt waren“, sagt er. Kritischer sei vielmehr die politische Entwicklung: „In der aktuellen Lage könnte das Engagement der USA für die Sicherheit Europas weiter abnehmen“, auch wenn dies nicht direkt mit New Start verknüpft sei.
Langfristig könnten nun europäische Atommächte eine größere Rolle spielen, indem Frankreich und Großbritannien als stabilisierende Akteure auftreten und sich in einen künftigen strategischen Dialog mit den Großmächten einbringen. Doch Stefanowitsch bleibt skeptisch: „Ein solches Szenario wirkt derzeit ziemlich illusorisch.“

In dem Kontext sollte man auch diesen Bericht lesen:
Zitat: Russland baut militärische Infrastruktur nahe der NATO-Grenze auf und bereitet sich vermutlich auf einen künftigen Konflikt vor, so das ISW

Russland hat nach Angaben von Journalisten und Analysten, die neue Satellitenbilder ausgewertet haben, mit sichtbaren Bauarbeiten nahe seiner Grenze zu Finnland begonnen.

Die Aktivitäten scheinen sich auf die Wiederbelebung älterer Militärstandorte sowie den Bau völlig neuer Einrichtungen zu konzentrieren, was Fragen zu Moskaus längerfristiger Haltung in der Region aufwirft.
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