Beiträge: 14.475
Themen: 240
Registriert seit: May 2006
Über die britischen, russischen und chinesischen Trägerklassen gibt es bereits Stränge, ebenso über verschiedene US-Navy-Klassen bei kleineren Einheiten, insofern könnte es Sinn ergeben, den Trägern der Gerald-R.-Ford-Klasse, immerhin die leistungsstärksten Flugzeugträger der Welt, jenseits des US-Navy-Stranges etwas mehr Platz einzuräumen.
Zitat:Neuester Flugzeugträger der US Navy
Die USS John F. Kennedy sticht erstmals in See
Der zweite Flugzeugträger der Ford-Klasse hat seine Seeversuche begonnen. Als erster der neuen Carrier kann er das Stealth-Kampfflugzeug der US Navy einsetzen. [...] Am 28. Januar stach die USS John F. Kennedy erstmals in See, wie das Werftunternehmen Huntington Ingalls Industries (HII) mitteilte. Die CVN-79 ist der neueste Flugzeugträger der Gerald-Ford-Klasse.
Die Versuche auf dem offenen Meer erfolgen knapp sechs Jahre nach der Taufe des Carriers. Beim Vorgänger, der USS Gerald Ford CVN-78, hatte der Zeitraum nur rund dreieinhalb Jahre gedauert. Dafür kann sie noch nicht die Lockheed Martin F-35C Lightning II einsetzen. [...]
Ein weiterer Unterschied zur USS Ford liegt in der Wahl des Radars. Bei der Kennedy kommt das AN/SPY-6(V)3 von Raytheon zum Einsatz, eine Variante des Systems der Arleigh-Burke-Flugkörperzerstörer. Das Dual-Band-Radar (DBR) der CVN-78 hatte sich als unverlässlich erweisen. Dabei handelte es sich um eine Kombination aus dem AN/SPY-3 und AN/SPY-4, um zwei Frequenzbereiche abzudecken. Beide Carrier der Ford-Klasse verfügen weiterhin über elektromagnetische Katapulte, obwohl US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, die Rückkehr zu den Dampf-Ausführungen anzuordnen.
https://www.flugrevue.de/neuester-flugze...ls-in-see/
Betrüblich, dass sich die Zeit von der Taufe bis zu den ersten Seeversuchen anscheinend erhöht hat, während Westtaiwan Kriegsschiffe im Akkord baut.
Schneemann
Beiträge: 14.475
Themen: 240
Registriert seit: May 2006
Auf der Ford hat es wohl einen kleineren Unfall gegeben:
Zitat:Carrier USS Gerald R. Ford Suffers Fire, At Least 2 Sailors Injured [...]
“On March 12, USS Gerald R. Ford (CVN 78) experienced a fire that originated in the ship’s main laundry spaces,” reads a U.S. Central Command statement posted to social media website X. “The cause of the fire was not combat-related and is contained. There is no damage to the ship’s propulsion plant, and the aircraft carrier remains fully operational. Two sailors are currently receiving medical treatment for non-life-threatening injuries and are in stable condition. Additional information will be provided when available.”
https://news.usni.org/2026/03/12/carrier...ffers-fire
Insgesamt gesehen ist es erstaunlich, dass es bislang in den ersten beiden Wochen des Irankriegs keine Unfälle gegeben hat und dass alles recht reibungslos ablief. D. h. dass es so glatt ging, ist auch ein Zeichen für den guten Ausbildungsstand und die Qualität von Crew und Schiff.
Gleichwohl sehe ich das Risiko der Überbelastung, den gerade z. B. die Ford hätte eigentlich nach dem Venezuela-Einsatz nach der Heimat zurückkehren sollen, wurde dann aber postwendend und quasi ohne Pause in den Nahen Osten geschickt. Unter der Hand wurde das auch durchaus von Marine-Offiziellen kritisiert. Sollte es so kommen, dass der Irankrieg Mitte April endet (?) und dass die Ford dann nach Hause zurückkehrt, so wäre sie immerhin seit Juni 2025 faktisch ununterbrochen im Einsatz gestanden.
Schneemann
Beiträge: 2.895
Themen: 52
Registriert seit: Feb 2024
Der Unfall war wohl so klein, dass " rusty USS Gerald R. Ford" von Kreta aus nach Split ( Spezialwerft für technisch anspruchsvolle Reparaturen) schippert, und danach in die Heimat soll
[Bild: https://www.vol.at/2026/03/vwCNhg9KY1SlZg4HHhC0-1.jpg]
Beiträge: 14.475
Themen: 240
Registriert seit: May 2006
Naja, dass ein Schiff Rostspuren zeigt, nachdem es seit acht Monaten kreuz und quer im Einsatz ist auf den Weltmeeren, ist im Grunde nichts neues. Solche Rostspuren sieht man auch an anderen Schiffen, etwa Zerstörern der Arleigh Burke-Klasse, wenn diese nach vielen Monaten mal wieder heimatliche Gefilde anlaufen.
Uns, da unsere Schiffe eher wenige lange Einsätze bestreiten, erscheint das dann allerdings als "heruntergewirtschaftet". Aber nur als Vergleich: Als z. B. die Mecklenburg-Vorpommern 2023 die Roosevelt begleitete, war auch die deutsche Fregatte etwas angerostet. Soll ja sowas wie Korrosion durch Salzwasser geben...
Schneemann
Beiträge: 2.895
Themen: 52
Registriert seit: Feb 2024
Das Schiff gerät inzwischen an seine Grenzen:
USS Gerald R. Ford – Wenn der Alltag an Bord einen Flugzeugträger lahm legt
Zitat:Nach dem Brand in der Bordwäscherei auf der USS Gerald R. Ford, dem neuesten Flugzeugträger der US-Navy, machten sich erneut kritische Stimmen stark, die auf einzelne Konstruktionsfehler der Entwickler, teilweise minderwertige Herstellung durch die Werftbetriebe und möglicherweise absichtlich unsachgemäße Bedienung durch die Besatzung des Trägers hinwiesen.
Denn der Brand in der Trocknungsanlage und seine Auswirkungen auf die Besatzung waren nur Folgeerscheinungen tiefer liegender Probleme eines der komplexesten Systeme, die sich Menschen je gebaut haben: Ein 10 Milliarden Euro teurer, 100.000 Tonnen-Flugzeugträger, mit 75 Flugzeugen und 5.000 Menschen als Besatzung an Bord.
Dass ein solches Schiff auf drei Fußballfeldern wie ein vollständig ausgestatteter Flugplatz mitten auf dem Meer täglich hunderte Starts und Landungen von Kampfjets und Transportmaschinen handhabt, ist eine organisatorische Hochleistung an sich. Was allerdings im Hintergrund alles funktionieren muss, damit diese Leistung des Gesamtsystems erbracht werden kann, das ist der ganz normale Alltag dieser Menschen mit ihren Schlafquartieren, ihren Hygienebedürfnissen und ihrer Ernährung.
Wie das alles zusammenhängt, wie ein eigentlich kleines Feuer in einem Wäschetrockner die Unterkünfte für Hunderte ruiniert, und wie die notorischen Sanitärausfälle auf der USS Gerald R. Ford einen Riesen in die Knie zwingen können, das wird Einem bewusst, wenn man diese 20-Minuten Dokumentation der „Daily Navy“ (in Englisch) gesehen hat!
ajs, thedailynavy
Es is eigentlich ganz logisch. Je komplexer so sein System, desto schwieriger ist es - und dann können schon Kleinigkeiten zu einer massiven Systembedrohung führen.
Beiträge: 476
Themen: 3
Registriert seit: Aug 2024
(20.04.2026, 18:23)Kongo Erich schrieb: Das Schiff gerät inzwischen an seine Grenzen:
USS Gerald R. Ford – Wenn der Alltag an Bord einen Flugzeugträger lahm legt
Es is eigentlich ganz logisch. Je komplexer so sein System, desto schwieriger ist es - und dann können schon Kleinigkeiten zu einer massiven Systembedrohung führen.
Die sind ja auch schon fast ein Jahr im Einsatz, das es zu solchen Problemen kommt ist nicht groß verwunderlich.
|