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(Amerika) Alba, CELAC, Mercosur, UNASUR, Telesur (u. a.) - Druckversion +- Forum-Sicherheitspolitik (https://www.forum-sicherheitspolitik.org) +-- Forum: Blickpunkt Welt (https://www.forum-sicherheitspolitik.org/forumdisplay.php?fid=90) +--- Forum: Streitkräfte und Organisationen (https://www.forum-sicherheitspolitik.org/forumdisplay.php?fid=94) +--- Thema: (Amerika) Alba, CELAC, Mercosur, UNASUR, Telesur (u. a.) (/showthread.php?tid=2947) |
RE: Alba, CELAC, Mercosur, UNASUR, Telesur (u. a.) - Kongo Erich - 09.12.2025 Die FR schreibt aktuell: Zitat:Machtkampf in Südamerika: Trumps „Donroe-Doktrin“ zielt direkt auf Chinaso gesehen lassen sich unsere Diskussionen über Bandenterror in Zentralamerika, den USA und in Europa USA vs. Venezuela USA vs. Mexiko usw. eigentlich als "Untergeordnete Konflikte innerhalb einer größeren strategischen Auseinandersetzung" verstehen. Ich habe hier *klick* ja schon deutlich gemacht, wie ich dieses Agieren der DT-Administration einschätze, und was die logische Konsequenz aus deren Handlungen sowohl gegenüber Lateinamerika wie auch gegenüber Westeuropa wäre. Sicher scheint mir, dass die unmittelbar von den USA bedroht fühlenden Staaten Lateinamerikas unter dem "Druck aus dem Norden" näher zusammenrücken werden, auch wenn es einige schwächere Länder gibt, die dem Druck nachgeben könnten. Damit sind wir beim Thema dieses Strangs. Ob es zu einer "transatlantischen Partnerschaft" mit den Westeuropäern reicht, kann man allerdings bezweifeln. RE: Alba, CELAC, Mercosur, UNASUR, Telesur (u. a.) - Kongo Erich - 15.12.2025 Das mit der "transatlantischen Partnerschaft" mit den Europäern kann man wohl abschreibene: Zitat:Südamerika schüttelt über Europa nur noch den Kopf(Kopie hier - man kann sich dem "Kopfschütteln" eigentlich nur anschließen) RE: Alba, CELAC, Mercosur, UNASUR, Telesur (u. a.) - Kongo Erich - 04.01.2026 Wenn die Berliner Zeitung schreibt: Zitat:China unter Druck in Lateinamerika dann ist das viel zu früh. 1. In Venezuela ist nicht die komplette Regierung ausgetauscht worden, sondern der amtierende Präsident arbeitsunfähig - bei einer Erkrankung oder einem Todesfall ist das auch nicht anders. 2. Die Regierung wird nun unter Leitung der Vizepräsidentin noch mehr auf ihren (einzigen?) und wesentlichen Verbündeten setzen. 3. China hat nicht nur in Venezuela diverse "Aktien im Feuer". 4. Nichts ist unnütz - auch das Kidnapping von Maduro kann als abschreckendes Beispiel dienen und wird andere Regierungen noch mehr in die offenen Arme Chinas treiben. RE: Alba, CELAC, Mercosur, UNASUR, Telesur (u. a.) - Kongo Erich - 05.01.2026 Trumps Droh-Rundumschläge Zitat:Diese Staaten müssen nun auch ein US-Eingreifen befürchtenSollte man das noch ergänzen? Brasilien - weil doch die Gerichte gegen Trumps Freund, den armen Bolsonaro, wegen des Staatsstreiches 2023 vorgehen; Panama - damit der Kanal ganz bestimmt nicht in chinesische Hände fällt Peru - weil da China für Mrd. $ einen Hafen mit exclusiven Nutzungsrechten gebaut hat; ... Wenn das kein Grund ist, dass sich die so bedrohten Staaten enger zusammen schließen RE: Alba, CELAC, Mercosur, UNASUR, Telesur (u. a.) - Kongo Erich - 07.01.2026 Das seit - gefühlt Jahrhunderten - verhandelte Freihandelsabkommen zwischen der EU und Mercosur steht aktuell "auf der Kippe". Die folgende Analyse erscheint mir lesenswert: Warum mehr Handel mit Südamerika für Europa auch Chancen bietet Zitat:Seit 25 Jahren verhandelt die EU mit südamerikanischen Staaten über eine Freihandelszone. Dieser Tage entscheidet sich, ob das Mercosur-Abkommen doch noch kommt – oder endgültig begraben wird. Aus der europäischen Landwirtschaft kommen massive Proteste. Eine Expertin erklärt, woher der Unmut rührt und welches Argument in die Irre führt.Mercosur und assoziierten Staaten umfassen faktisch ab Panama nach Süden alle südamerikanischen Staaten. Das ist auch ein Riesenmarkt für Europas Wirtschaft, und eine Chance, China als wichtigsten Handelspartner der Südamerikaner zu überflügeln. RE: Alba, CELAC, Mercosur, UNASUR, Telesur (u. a.) - voyageur - 07.01.2026 (07.01.2026, 11:40)Kongo Erich schrieb: Das seit - gefühlt Jahrhunderten - verhandelte Freihandelsabkommen zwischen der EU und Mercosur steht aktuell "auf der Kippe". Die folgende Analyse erscheint mir lesenswert: Das ist doch das grundsätzliche europäische Problem. Pfeiler einer Souveränität ist doch die Fähigkeit die eigene Bevölkerung ernähren zu können, und wir opfern unsere Landwirte für Export einiger BMW. Und versuchen dann wieder Pflaster mit Euroscheinen. So wird es nichts mit einem souveränen Europa RE: Alba, CELAC, Mercosur, UNASUR, Telesur (u. a.) - Kos - 07.01.2026 Zitat:EU macht Zugeständnisse an Italien, nun kommt wohl das Mercosur-Handelsabkommen Spiegel RE: Alba, CELAC, Mercosur, UNASUR, Telesur (u. a.) - Kongo Erich - 08.01.2026 (07.01.2026, 14:06)voyageur schrieb: ...dieses traditionelle Verständnis scheint mir schon seit Jahrzehnten überholt, wiewohl die landwirtschaftliche Lobby in ganz Europa darauf drängt. Und da haben schon die nationalen Landwirte ihre Probleme miteinander, die sie auf die pöse EU abwälzen: die bayerischen Mittelständler fürchten schon seit Jahrzehnten die Großbauern aus Norddeutschland mit ihren riesigen Kartoffelfeldern. Die Norddeutschen Landwirte hatten wieder Angst vor den Ostdeutschen LPGs mit ihren noch größeren Anbauflächen, und die wiederum haben die polnischen und niederländischen Landwirtschaftsfabriken gefürchtet. Es stimmt, bei den Landwirten kommt "zu wenig an". Nur - ist das die Schuld aller anderen Bauern, die insgesamt zu viel produzieren um die Güter knapp und die Preise hoch zu halten, oder ist das nicht der Zwischenhandel, der bis zum Ende der Kaufpreisspirale beim städtischen Verbraucher satte Margen drauf schlägt und trotzdem die Erzeuger im Preis drückt wo er kann? Aber schauen wir uns doch die Sache genauer an. Was produziert die Landwirtschaft in Europa selbst? Das ist doch schon jedes Land unterschiedlich. Lebensmittel sind erst mal nur ein Teil der landwirtschaftlichen Produktion. Und die französischen Winzer werden sicher nicht von den Kartoffelbauern aus Deutschland und den Niederlanden oder den Rinderhaltern in Norddeutschland an die Wand gedrängt. Nur wenige Lagen in Deutschland können dagegen bei der Weinproduktion mit den romanischen Ländern - von Frankreich über die iberische Halbinsel bis Italien - und Griechenland mithalten. Und alle miteinander werden kaum - trotz diverser Überseegebiete - die Absatzmengen für Bananen, Kakao. Kaffee und Tee erzeugen, die wir in Europa verspachteln. Die einzige, für mitteleuropäische Verhältnisse maßgebliche, Konkurrenz aus Mercosur-Ländern könnten die Gauchos aus Argentinien mit ihren Rindern sein (ja, ich esse Rindfleisch, schon aus Klimaschutzgründen um die Methan-Produktion zu reduzieren). Aber ob das abgehangene Steak aus dem Massentransport von Argentinien wirklich mit dem Angus-Rind aus heimischer Produktion (von der Wiese frisch auf den Grill) mithalten kann? Letztendlich sind die Rinderherden aus Argentinien keine Konkurrenz für die europäischen Bauern, sondern vielmehr für die nordamerikanischen Rancher. Das ist aber Konkurrenz zugunsten der Verbraucher. und nicht zu Lasten der europäischen Winzer. Im Gegenteil: zu einem guten Rindersteak gehört nach einer Vorspeise aus Gougères ein perfekter Rotwein, der dann in den Abend mit guten Häppchen aus Gruyère, Comté oder Emmentaler überleitet. Und ehrlich gesagt - ich habe nichts dagegen, mich beim Steak von den Cowboys etwas unabhängiger zu machen. RE: Alba, CELAC, Mercosur, UNASUR, Telesur (u. a.) - voyageur - 08.01.2026 Was grundsätzlich fehlt ist eine Zukunftsperspektive für die europäische Landwirtschaft; Einmal sollen sie (grüne) Landschaftsgärtner sein, einmal Massenproduzenten, die Spielregeln ändern sich laufend, gegensätzliche Ansätze werden nicht ausdiskutiert, sondern mit Subventionen gepflastert. Ja auch die Bauern tragen ihren (Schuld) teil dazu bei. Warten wir mal morgen ab, mal sehen was unsere LW Minister heute in Brüssel leisten. NB nicht "Argus", sondern "Blonde de Garonne" auf den Grill RE: Alba, CELAC, Mercosur, UNASUR, Telesur (u. a.) - Kongo Erich - 08.01.2026 Ich sehe, wir verstehen uns zumindest gastronomisch durchaus - ich empfehle Dir bei der Gelegenheit Rinder aus bayerischer Weidehaltung wie den Angushof-Buchberg - “Wo Rinder noch wie Rinder leben und Fleisch noch wie Fleisch schmeckt”. Schon das saftige Gras lässt jeder Kuh die Herzen höher schlagen. Und letztendlich - gerade im oberbayrischen Raum sieht man, wie unterschiedlich die Anforderungen sind. Das geht von den hochalpinen Lagen und den Sommerweiden "auf der Alm" für leichte und trittsichere Rinder bis zu den Mooren vor den Alpen, die besser für Auerochsenähnliche Rinder oder sogar Wasserbüffel geeignet sind - und die wieder einen ganz anderen Genuß auch beim Käse produzieren. Das ist weitaus angenehmer als die dürren Trockensteppen in Argentinien. Daher habe ich auch vor argentinischen Rindern keine Angst und sehe das Mercosur-Abkommen so: Europäer senden Trump mit ihrem Mercosur-Endspurt ein deutliches Signal RE: Alba, CELAC, Mercosur, UNASUR, Telesur (u. a.) - voyageur - 09.01.2026 (08.01.2026, 21:55)Kongo Erich schrieb: Ich sehe, wir verstehen uns zumindest gastronomisch durchaus - ich empfehle Dir bei der Gelegenheit Rinder aus bayerischer Weidehaltung wie den Angushof-Buchberg -Kein Problem, falls ich in der Gegend vorbei komme. Auch ich bin dafür das der Fleischer seinen Lieferanten kennt, aber es gibt auch die Nahrungsmittelindustrie. Ich will auch nicht stur die Bauen verteidigen. Ich hatte Nachbarn, die Hecken um Ihre Felder gepflanzt haben, weil es Geld dafür gab. Und 5 Jahre später die Hecken wieder umgepflügt haben, weil die Subvention beendet wurde. Wir brauchen eine langfristige verbindliche souveräne Strategie. Industriepolitik war auch lange "Pfui Teufel" bis uns das Wasser bis zum Hals stand., dann ging es plötzlich, Kontingente, Zölle etc Ich bin ja nicht grundsätzlich gegen Abkommen, aber auf Augenhöhe. Die Streitpunkte für Mercosur waren ja seit langem bekannt, waren lange im Marmor gemeißelt, und plötzlich die Emotionen kochten hoch, war wieder alles möglich, als ob ein Wolf ein Lieblingspony verspeist hätte. Diese Art der Politik erstärkt nur die Extremen, polarisiert, verhindert Kompromisse und schwächt Europa. RE: Alba, CELAC, Mercosur, UNASUR, Telesur (u. a.) - Kongo Erich - 09.01.2026 Jedes Abkommen und jeder Vertrag ist ein Mischprodukt aus Vor- und Nachteilen (oder sogar Kröten). Ob ein Vertrag "unter dem Strich" noch sinnvoll ist, kommt auch auf die Gewichtung der einzelnen Aspekte an. Dieses Abkommen ist jetzt über 25 Jahre verhandelt worden. Da haben sich einzelne Aspekte sicher auch in der Gewichtung geändert. Möglicherweise hat ja aktuell gerade die erratische Finanz-, Wirtschafts- und Zollpolitik von GröPaZ zu einer anderen Gewichtung der Vertragsinhalte geführt. Das Handelsblatt kommentiert dazu auch: Mit Mercosur können die EU und Südamerika Trump die Stirn bieten Und je nach Gewichtung der einzelnen Aspekte werden auch die einzelnen Akteure und Lobbyisten aus jeweils ihrer Sicht zu einem anderen Ergebnis kommen. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer meint z.B.: "Endlich hat die EU dem Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay zugestimmt" (Statement von DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier zum EU-Mercosur-Handelsabkommen) Das kann ein anderer Verband, etwa der Bauernverband, anders sehen. Und auch - beispielsweise - Gewerkschaften haben oft eine ganz andere Sicht auf die Dinge als ein Arbeitgeberverband. Es liegt an der Politik, die Gesamtschau zu beurteilen. Nun sind auch Politiker ihren Wählern und dabei möglicherweise auch einem Interessenverband aus ihrem Wahlkreis gegenüber verantwortlich. Aber trotzdem - ich bin überzeugt, dass die Demokratie die am wenigsten schlechte aller denkbaren Regierungsformen ist, um Interessensgegensätze aus zu balancieren. Denn logisch würden in der Demokratie diejenigen politischen Akteure wieder gewählt, die den meisten Wählern auch Vorteile und nicht nur Nachteile bringen. Dass das - leider - aufgrund vieler populistischer Querschüsse nicht immer auch rational in den Wahlergebnissen zum Ausdruck kommt, ist leider auch Fakt. RE: Alba, CELAC, Mercosur, UNASUR, Telesur (u. a.) - Kongo Erich - 15.01.2026 In der lateinamerikanischen Geschichte wird man - etwas überspitzt - möglicherweise künftig "vor Venezuela" und "nach Venezuela" schreiben. Denn der US-Angriff auf Venezuela hat die Staaten, die sich in Richtung Russland orientiert haben, massiv aufgeschreckt: Hier bzw. hier - „Wir können Russland nicht mehr vertrauen“ – Venezuela bricht sein Schweigen Für Venezuelas amtierende Präsidentin ist das sicher ein Grund, momentan gegenüber den USA etwas sehr entgegenkommend zu sein. Auf die Dauer wird das aber nicht gut gehen. Und anstelle eines weiteren "unsicheren" Verbündeten jenseits des eigenen Kontinents und damit "weit ab vom Schuss" dürfte die Besinnung auf die Gemeinsamkeit mit den Nachbarstaaten treten. RE: Alba, CELAC, Mercosur, UNASUR, Telesur (u. a.) - DrKartoffelsalat - 21.01.2026 Mercosur erstmal möglicherweise wieder für anderthalb Jahre oder so blockiert. Rechtsgutachten wurde vom EU Parlament gefordert. https://www.spiegel.de/wirtschaft/mercosur-abkommen-eu-parlament-fordert-rechtsgutachten-a-1675e867-a75c-404b-8937-67998a299d6c RE: Alba, CELAC, Mercosur, UNASUR, Telesur (u. a.) - Kongo Erich - 24.01.2026 Wer so abstimmt, sollte zu Donald Trumps Zöllen schweigen - zumindest. Ansonsten ist das ein Tiefschlag gegen eine europäische Stärkung, den DT nicht besser hätte hinkriegen können. Mercosur: Was der Deal für die EU-Wirtschaft bringt (bzw. gebracht hätte) - erklärt das ZDF |