17.01.2026, 22:40
(16.01.2026, 17:16)voyageur schrieb: [ -> ][NdÜ: Bei solchen Freunden, brauche ich keine .... Es ist der ideal Zeitpunkt diesen Streit wieder anzufachen.]
Diese NdÜ ist gemeint, denke ich.
(16.01.2026, 17:16)voyageur schrieb: [ -> ][NdÜ: Bei solchen Freunden, brauche ich keine .... Es ist der ideal Zeitpunkt diesen Streit wieder anzufachen.]


.(11.01.2026, 23:01)Kongo Erich schrieb: [ -> ]Ein hoffnungsvoller Ansatz?
(18.01.2026, 13:11)Kongo Erich schrieb: [ -> ]@ LieberTee:
Das verstehe ich nicht.
Was hindert einzelne EU-Mitgliedsstaaten (ähnlich wie bei der Euro-Währung, der ja auch nicht alle EU-Mitglieder angehören) gemeinsame Streitkräfte zu bilden, und die militärische Befehlsgewalt darüber unter dem Titel "Europäische Sicherheits- und Verteidigungsunion" einem europäischen Kommando zu übertragen.
Das können doch nur nationale Befindlichkeiten, aber keine echten und unüberwindlichen Probleme sein.
Die politische Befehlsgewalt müsste ein Ausschuss übernehmen, der von den teilnehmenden Staaten (ggf. über die Kommission bzw. entsprechende Mitglieder eines Kontrollausschusses des EU-Parlaments) gebildet wird.
Also:
Der "Politische Oberbefehl" wird einer EU-Kommission übertragen, die von den Kommissionsmitgliedern der teilnehmenden Staaten besetzt wird. Das kann ein EU-Verteidigungsministerium sein.
Die Mitglieder des EU-Parlaments, die aus den teilnehmenden Staaten kommen, bestimmen selbst wieder einen "parlamentarischen Kontrollausschuss".
Zitat:Der "Militärische Oberbefehl" wird an eine weiter entwickelte Europäische Kommandostruktur übertragen. Diese ergänzt bzw. ersetzt schrittweise die nationalen Befehlsstrukturen bzw. deren Pedants in der NATO. Das kann eine Entwicklung aus der Permanent Structured Cooperation, kurz PESCO sein.
Mitglied dieser Befehlsstruktur wird nur, wer auch die militärische Befehlsgewalt an die entsprechenden Organe abgibt.
Da die USA - die wohl auch bei PESCO mitmischen - ihre Streitkräfte nie einem europäischen Kommando unterstellen würden, ist die "zweite Säule europäische der NATO" ohne die USA faktisch schon vorgegeben.
(18.01.2026, 15:07)LieberTee schrieb: [ -> ]Aus meiner Sicht müsste man anstatt eine Befehlsgewalt abzugeben besser nationale Einheiten auflösen und europäische Einheiten neu aufstellen.
(18.01.2026, 16:23)DopePopeUrban schrieb: [ -> ]Stattdessen würde ich eine europäische Streitkraft anstreben, die mit den jeweiligen nationalen Streitkräften koexistiert. Eine Söldnerarmee, unterhalten durch eine EU-Agentur oder ein EU-Verteidigungsministerium, dass der oben angesprochenen Kommandostruktur unterliegt und selbstständig Personal, Material und Standorte beschafft und unterhält.Ich bin da ganz bei euch. Es braucht zwar die zweite, europäische NATO-Säule, aber eine EU-Armee kann auf absehbare Zeit nur ein weiterer Akteur innerhalb dieser Struktur sein und kein Ersatz dafür.
(17.01.2026, 23:33)emjay schrieb: [ -> ]DFsD (Der Fragesteller sagt Danke)habe meine Signature um diese Information, ergänzt
(18.01.2026, 16:23)DopePopeUrban schrieb: [ -> ]Ich glaube hier muss man zwischen einer gemeinsamen europäischen Kommandostruktur und einer gemeinsamen europäischen Streitkraft unterscheiden, denn beide bedingen unterschiedliche Implikationen.
Grundsätzlich sehe ich für erstere wenig Hürden. Letztendlich würde ein solche nur die Strukturen auf europäischer Basis duplizieren bzw ersetzen, die im Rahmen der NATO ohnehin existieren und mit denen die jeweiligen Streitkräfte seit Jahrzehnten arbeiten. Obgleich dafür natürlich entsprechende Vorraussetzungen geschaffen werden müssen, halte ich ein EuroCommand für relativ unproblematisch umsetzbar. Idealerweise könnte man diese Struktur nahtlos in bestehe NATO Strukturen als „Modul“ einsetzen. Ob das mit der EU auch so möglich ist, ist natürlich eine andere Frage aber auch da dürfte es wenig internen Widerstand geben, da die tatsächlichen Veränderungen im koordinativen Tagesgeschäft minimal ausfallen dürften. EU-Missionen gibt es schließlich schon heute.
Eine gemeinsame europäische Armee wäre hingegen eine absolute Mammutaufgabe, die mMn auch nicht zielführende wäre. Zum einen greift da das von @LieberTee angesprochene Einstimmigkeitsprinzip, was dem ganzen inhärent vorbeugen dürfte, und zum anderen ist die EU auch nicht gerade in ihrer besten Verfassung um sowas umzusetzen. Obgleich der Großteil des Kontinents pro-EU steht, hat das System eben einiges an Mängeln die ihm ständig auf die Füße fallen. Das fängt bei demokratischer Teilhabe an, geht über die parlamentarische Funktion und endet im Bearbeitungskomplex.
Dazu sind nationale Industrien und wirtschaften oftmals auf die „Eigenarten“ und „Extrawürste“ der jeweiligen Streitkräfte angewiesen. Die würden dadurch entweder geschädigt oder konsolidiert, was beides zu massiven Problemen führt. Dann kommen noch Sprachen, Ausbildungen, Ausstattung usw dazu und das Chaos ist perfekt.
Aber ich halte das Konzept einer europäischen/ EU-Streitkraft grundsätzlich für sinnvoll. Nur würde ich eben den Faktor Nationalstaat und nationale Streitkräfte grundsätzlich aus diesem Vorhaben streichen.
Stattdessen würde ich eine europäische Streitkraft anstreben, die mit den jeweiligen nationalen Streitkräften koexistiert. Eine Söldnerarmee, unterhalten durch eine EU-Agentur oder ein EU-Verteidigungsministerium, dass der oben angesprochenen Kommandostruktur unterliegt und selbstständig Personal, Material und Standorte beschafft und unterhält. Diese kümmert sich selbstständig um Ausbildung und arbeitet eng mit den jeweiligen nationalen Streitkräften zusammen. Sie kann flexibler und schneller auf Krisen reagieren, ohne multinationale Koordinationsprozesse verlegt und eingesetzt werden und unterstützt die nationalen Streitkärfte ihn diversen Szenarien oder wird von diesen unterstützt. Das schafft auch gleichzeitig Standartisierungsanreize in Materialbeschaffung und Ausbildung ohne direkt eine gesamte nationale Rüstungsindustrie in Flammen aufgehen zu lassen. Zugangsvoraussetzungen sind dann eine europäische Staatsbürgerschaft (oder EFTA-Äquivalent) und gewisse Sprachkenntnisse. Auch wäre es sinnvoll, Transfer von und zu jeweiligen nationalen Streitkräften und Reserven zu ermöglichen.
In kleinerem Maßstab wird ein ähnliches Prinzip bspw schon durch Frontex verwendet, in dem Angehörige dann teilweise direkte Angestellte der EU bzw. der EU-Agentur sind. Das halte ich für deutlich einfacher umzusetzen als eine Grundsatzreform der einzelnen nationalen Streitkräfte.
(18.01.2026, 17:17)LieberTee schrieb: [ -> ]französischen Fremdenlegion wurde vorwiegend deutsch gesprochen,.
Zitat:Eine Söldnerarmee, unterhalten durch eine EU-AgenturUnd wer gibt die Einsatzbefehle, sagt gehe dot hin, "töte oder sterbe selber" die K omission in Brüssel.
Zitat:Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.
(18.01.2026, 17:17)LieberTee schrieb: [ -> ]Ich sehe jetzt auch keine zusätzlichen Standardisierungsanreize durch eine 28. ArmeeDie ließen sich schaffen, wenn man das mit PESCO-Programmen verknüpft und Anknüpfungspunkte bietet.
Zitat:Also wenn es darum geht, als Europa schnell internationale Stabilisierungseinsätze durchführen zu können, dann kann ich mir Option 3 sehr gut als Lösung vorstellen, aber wenn es um Abschreckungsfähigkeit und effizienten Einsatz der finanziellen Mittel geht, dann braucht es schon eine entsprechend starke gemeinsame Streitmacht, die dann eben nationale Armeen etwas überflüssig macht.Das kann aber ein Übergangselement sein. Mit fortschreitendem Ausbau der gemeinsamen Streitkräfte können die nationalen auf Heimatschutz-Aufgaben zurückgefahren und perspektivisch dann tatsächlich abgelöst werden.
(18.01.2026, 17:34)voyageur schrieb: [ -> ]In Indochina, in den 50er Jahren. Das ist schon lange vorbei. Im Dienst wird Französisch gesprochen,,am Anfang von "Händen und Füssen, und Grimassen" unterstützt, aber nach 6 Monaten funktioniert es.Ja ist doch ok, dann sind eben Einheiten sprachlich getrennt.
Auch in Belgien sind die Einheiten sprachlich getrennt.
(18.01.2026, 17:34)Broensen schrieb: [ -> ]Die ließen sich schaffen, wenn man das mit PESCO-Programmen verknüpft und Anknüpfungspunkte bietet.
Das kann aber ein Übergangselement sein. Mit fortschreitendem Ausbau der gemeinsamen Streitkräfte können die nationalen auf Heimatschutz-Aufgaben zurückgefahren und perspektivisch dann tatsächlich abgelöst werden.
Und gerade mit Blick auf eine potentielle Bündnisverteidigung sind schnelle EU-Reaktionskräfte in einer stehenden Struktur auch ein abschreckenderes Element als eine Handvoll Einzelakteure, die alle einzeln national aktiviert und miteinander koordiniert werden müssen.