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Normale Version: Neue Maschinengewehre für die Bundeswehr
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Zitat:Welche Erfahrungen hast du den mit anderen MG machen können? Damit du einen Vergleich hast?!
Nur MG3 und M60. Sind natürlich alte Systeme, ist mir bewusst. PK und FN MAG kann ich indessen nicht beurteilen, hatte ich nie die Möglichkeit zu einem Test, und bei 5,56 mm-Systemen wie dem Minimi (auch wenn es sicher ein sehr gute und handliche Waffe sein mag) bin ich im Grundsatz skeptisch, ich denke eben, dass zumindest das 7,62 mm-Kaliber für ein MG zwingend sein sollte.

Schneemann.
Schneemann:

Die Waffe die in dem Bericht des Rechnungshofes gemeint ist und die als Konkurrenz zum HK121 steht, ist ein Minimi in 7,62x51mm, dass sogenannte Minimi7,62 (manchmal auch FN7,62 genannt).

Von daher würde das hier in Betracht gezogene Minimi deine Kaliberforderung durchaus erfüllen.

Im Vergleich zu einem HK121 ist es deutlich leichter, was ein immenser Vorteil beim Einsatz als Schützenwaffe ist. Es hat allerdings eine deutlich geringere Lebensdauer (hängt auch mit dem geringen Gewicht zusammen). Und es ist eben kein Universal-MG, dass von Anfang an zugleich als Fahrzeugwaffe verwendbar wäre. FN könnte die Waffe aber mit Leichtigkeit entsprechend modifzieren so dass es auch eine Fahrzeugversion davon gäbe (gibt ja auch eine vom MG4 beispielsweise).

Eine andere Version wäre das hervorragende MK48mod1, dass ebenfalls auf dem Minimi basiert, aber ebenfalls im Kaliber 7,62 ist. Die Waffe wiegt nur 8,2 kg und ist ebenfalls besonders zuverlässig,

<!-- m --><a class="postlink" href="http://world.guns.ru/userfiles/images/machine/mg38/mk48mod0_3.jpg">http://world.guns.ru/userfiles/images/m ... mod0_3.jpg</a><!-- m -->

hat allerdings ebenfalls eine reduzierte Lebensdauer des Gehäuse im Vergleich zum HK121.

Alternativ hätte man auch das HK221 (HK Version des FN MAG) andenken können, das ich ja schon vor ein paar Posts genannt habe. Man hätte dieses zusammen mit Frankreich damals einkaufen können und hätte dann einen unschlagbar günstigen Preis dafür bekommen. Diese immense Chance hat man 2007 nun mal leider vertan. Das wäre damals anstelle des HK121 die bessere Wahl gewesen (aber die Chance ist nun mal vorbei).

Was daran besonders schade ist, dass es eine Leichtgewichtsversion des HK221 gab, die als Infanterieversion des MG signifikant leichter gewesen wäre als die Infanterieversion des HK121. Die Lebensdauer wäre trotzdem im Endeffekt gleich gewesen und die Zuverlässigkeit nur geringfügig kleiner.

Jetzt aber noch mal zum A und O:

Bei den Tests in Dänemark hat das HK121 die MG von FN in Bezug auf die Zuverlässigkeit beim Schießen geschlagen. Und dass ist das primäre, absolut ausschlaggebende Argument für ein Maschinengewehr. Wenn du dir nun mal vor Augen hältst, dass die modernen FN MG alle deutlich besser sind als das MG3, dann kannst du mal realisieren, wie schlecht das MG3 im Vergleich zum HK121 ist. Im Gegensatz zum MG3 kann man das HK121 aufgrund der geringeren Kadenz und guten Ergonomie sogar im Stehend-Anschlag mit längeren Feuerstößen schießen (im OHK ein wesentlicher Vorteil).

Es wären zwar bessere MG denkbar, beispielsweise ein Umbau des PKM auf das Kaliber 7,62 NATO wie es die Polen gemacht haben mit ihrem UKM2013 (eine herausragend gute Waffe !!)

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(das wir einführen könnten anstelle des HK121, da das PKM System ja auch eine komplette Waffenfamilie beinhaltet),

aber in Bezug auf die Zuverlässigkeit beim Schießen ist das HK121 eben state of the art. Dafür sollte man bereit sein, den meiner Meinung nach höheren Preis (kein gutes Preis-Leistungsverhältnis) zu tragen.

Am Rande vielleicht ganz interessant aber so gut wie unbekannt: HK hat vor einigen Jahren auch schon mal an einer HK Version des PKM rumgewerkelt, dass Projekt aber dann aus Profitgier, ich meine wirtschaftlichen Gründen wieder aufgegeben. Sehr sehr schade, den daraus hätte das beste Universalmaschinengewehr der Welt werden können, noch deutlich besser und trotzdem günstiger als das HK121.
Zitat:Die Waffe die in dem Bericht des Rechnungshofes gemeint ist und die als Konkurrenz zum HK121 steht, ist ein Minimi in 7,62x51mm, dass sogenannte Minimi7,62 (manchmal auch FN7,62 genannt).

Von daher würde das hier in Betracht gezogene Minimi deine Kaliberforderung durchaus erfüllen.
Tut es auch durchaus, zumindest kalibertechnisch. War mir so auch übrigens nicht bekannt. Für mich war Minimi immer 5,56er und damit eher zweitrangig von Interesse bezüglich "MG-Denken" meinerseits. Ich habe aber gerade von wegen deiner Ausführungen ein wenig herumgegoogled und war wirklich überrascht, dass es auch ein 7,62er-Modell davon gibt. Es scheint zumindest ein interessantes System zu sein.
Zitat:Im Vergleich zu einem HK121 ist es deutlich leichter, was ein immenser Vorteil beim Einsatz als Schützenwaffe ist.

Mag sein. Wobei ich aber bei unmittelbaren Schützenwaffen immer noch an G3/G36 - die ich beide schießen konnte - denke und nicht direkt an MGs oder lMGs. Und ich meine, man sollte auch nicht versuchen, die Feuerleistung eines MGs an ein Sturmgewehr anzugleichen. Ein Sturmgewehr ist eben ein Sturmgewehr, und ein MG ein MG. Da helfen auch keine Zweibeine. Und "Zwitterlösungen" sind m. Mn. n. weder Fisch noch Fleisch, ich sehe da keinen Vorteil. Aber ich muss auch zugeben, dass ich schon einige Jahre weg von der "Materie" bin...

Schneemann.
Wobei die Begriffe hier ein Problem sind, weil man darunter in den verschiedenen Ländern etwas verschiedenes versteht und weil die Begriffe ursprünglich etwas anderes bedeuteten als sie es jetzt bedeuten.

Das ursprüngliche Sturmgewehr-Konzept war dass einer Einheitswaffe, die sowohl leichte Maschinengewehre, als auch Maschinenpistolen als auch Gewehre (Halbauto- wie Repetier) in einer Waffe vereinen sollte.

Ein G36 wäre nach dem ursprünglichen Sturmgewehr-Konzept gerade eben kein Sturmgewehr. Die Amis wiederum teilen zwischen Assault Rifle und Battle Rifle.

Während wir in Deutschland eher von mittleren Maschinengewehren sprechen, und von der Doktrin her lange Zeit eher auf ein Universal-MG als "Kernwaffe" einer Infanteriegruppe setzten, haben die Amis seit langer Zeit auf mehrere leichte MG pro Infanteriegruppe gesetzt, die folgerichtig dort als Squad Automatic Weapon bezeichnet werden (man beachte den Begriff!).

Mit dem IAR kehrt nun ausgerechnet das USMC zumindest konzeptionell wieder zum ursprünglichen Sturmgewehr-Konzept zurück.

Im Osten wiederum hat man die gleichen Waffen je nach Länge entweder als Maschinenpistolen (wohlgemerkt eine Waffe mit einem Büchsenkaliber!) oder als Maschinenkarabiner bezeichnet.

Auf Grund dieser unterschiedlichen Begriffe ist oft etwas schwer zu erklären, was genau man meint und hinter den Begriffen steckt jeweils auch eine unterschiedliche Doktrin. Die ursprüngliche deutsche Doktrin ist die 1 Universal-MG je Gruppe und des Sturmgewehrs. Heute passen wir diese zunehmend an die Amis an. Die der Amis war die mehrerer lMG (SAW) und dazu einer spezialisierten Gliederung der anderen Schützenwaffen (AR, BR, DMR).

Während bei beiden die MG die Unterdrückung des Gegners leisten sollten, und der Gegner dann mit dem gezielten Feuer der anderen Schützenwaffen vernichtet werden sollte, verhält es sich im Osten wieder genau anders herum und das Feuer der anderen Schützenwaffen soll den Gegner niederhalten und das MG ihn dann gezielt vernichten.

Bevor wir also über bestimmte Systeme, bestimmte Schützenwaffen sprechen, müsste man also erstmal klären, was für eine Doktrin und Einsatzweise, was für eine Gruppengröße und Gruppenstruktur wir eigentlich anwenden wollen.

Und hier krankt es bei der Bundeswehr: die Bundeswehr gibt zunehmend ihre eigene Doktrin die sie bisher hatte auf und äfft einfach die Amis nach (was nicht schlecht sein muss per se, wenn es denn konsequent gemacht würde). Tatsächlich aber haben wir keine klare vollständig ausgearbeitete Infanterie-Doktrin bzw befindet sich diese überall in einer Art fließendem Zustand, einer Übergangsphase und ist daher weder klar Fisch noch Fleisch. In der Folge dessen ist es schwierig, geeignete Schützenwaffen für die Bundeswehr zu wählen.

Mit dem MG4 und MG5 (also zwei verschiedenen MG in zwei verschiedenen Kalibern) sowie dem G28 als DMR geht es aber ganz klar von der Bewaffnung her zumindest in Richtung Amis, mit dem Unterschied beispielsweise - und um bei MGs zu bleiben: dass bei den Amis jeder Trupp/Fire Team eine SAW (leichtes MG) hat und das MMG im größeren Kaliber in einem gesonderten Gun Team unabhängig von den Fire Teams an diese angehängt wird. Während bei der BW es zur Zeit anscheinend darauf hinaus läuft, dass entweder:

1 die Einheiten die das System IdZ haben nur das MG4 verwenden werden (und kein MG5) und dass MG5 von den anderen Einheiten die kein System IdZ haben verwendet wird.

oder 2 innerhalb einer Infanteriegruppe jeweils sowohl ein (eventuell sogar zwei) MG4 und dazu 1 MG5 vorhanden sein werden. Das MG5 also Teil der Gruppe wird und nicht frei von dieser agiert. Die Gruppe kann dann in zwei Trupps gespalten werden, von denen einer ein MG4 und der andere ein MG5 hat.

Egal welches von beidem zutrifft (also bei 1 wie 2) ist es anscheinend so, dass die Mittleren Maschinengewehre innerhalb der Infanteriegruppe vorhanden sein werden und nicht erst auf Zugebene als eine dem Zug direkt unterstellte Gruppe. Ein immer noch wesentlicher Unterschied zur US Struktur und Doktrin.

Zitat: Wobei ich aber bei unmittelbaren Schützenwaffen immer noch an G3/G36 - die ich beide schießen konnte - denke und nicht direkt an MGs oder lMGs.

MG sind genau so Schützenwaffen wie StGw. Insbesondere wäre es wesentlich, wenn man die in der Gruppe mitgeführten MG bei Bedarf auch stehend freihändig im Schulteranschlag gezielt so schießen könnte, dass man zumindest auf geringere Distanzen auch trifft damit. Gerade im OHK (der in Zukunft immer wichtiger werden wird) wäre das eine wesentliche Eigenschaft. Dazu braucht man entweder ein leichtes MG in einem kleineren Kaliber (Minimi in 5,56 oder MG4) oder dass MMG muß etwas schwerer und gut ausbalanciert sein und die Ergonomie muß gut sein. Das HK121 kann man deshalb auch stehend freihändig schießen.

Zitat: Und ich meine, man sollte auch nicht versuchen, die Feuerleistung eines MGs an ein Sturmgewehr anzugleichen. Ein Sturmgewehr ist eben ein Sturmgewehr, und ein MG ein MG.

Zustimmung. Aber ich würde den anderen weg gehen, und die "Feuerleistung" eines Sturmgewehrs an die eines MG so weit wie möglich angleichen. Deshalb bin ich ein großer Freund des IAR Konzeptes.

Zitat:Und "Zwitterlösungen" sind m. Mn. n. weder Fisch noch Fleisch, ich sehe da keinen Vorteil.

Wenn man die "Feuerleistung" eines IAR so weit wie möglich erhöhen würde (durch einen Wechselbaren Upper, durch ein anderes Kaliber usw usw) dann könnte man umgekehrt auf leichte gurtgefütterte Maschinengewehre verzichten. Die zugleich immer noch höhere Präzision des IAR würde das immer noch höhere Feuervolumen eines lMG/SAW ausgleichen (weil präziseres Feuer eine stärker unterdrückende Wirkung hat als unpräziseres Feuer). Da aber dann jeder Soldat damit die Kampfkraft eines lMG hätte, würde die Feuerkraft einer ganzen Infanteriegruppe selbst dann erheblich steigen, wenn man die lMG komplett weglassen würde.

Damit könnte man das ursprüngliche Sturmgewehr-Konzept hier und heute verwirklichen. Das würde zugleich die Nahkampfstärke der Infanteriegruppe deutlich erhöhen und ihre Beweglichkeit, Geschwindigkeit, Reaktionsgeschwindigkeit und wieder sind dass alles Faktoren die im OHK eine wesentliche Rolle spielen.

Da nun auf der Ebene einer Gruppe nur ein Kaliber und primär nur ein Kugelwaffensystem vorkommen würde, könnte man nach US Vorbild die schwereren gurtgefütterten MG ausgliedern und dort die Reichweite und Wirkung erhöhen, bis diese der eines SMG de facto entsprechen.

Für die Bundeswehr aber würde dies eine vollständige Umstellung der Doktrin und die Umstellung auf gänzlich andere Kugelkaliber bedeuten. Daher ist diese Lösung eine rein theoretische und praktisch mit unserem Wehretat und unserer Doktrin nicht umsetzbar.

Zitat:ch habe aber gerade von wegen deiner Ausführungen ein wenig herumgegoogled und war wirklich überrascht, dass es auch ein 7,62er-Modell davon gibt.

Es gibt so viele Waffen, die keiner kennt, auch keine der sogenannten Wehrexperten welche die Bundeswehr beraten (wobei das Minimi7,62 kennen die schon).

Beispielsweise wäre es 2007 die große Chance schlechthin gewesen, zusammen mit Frankreich das HK221 zu beschaffen: auch so eine Waffe die keiner kennt. Stattdessen hat man gepennt und gepennt und schließlich hat Frankreich bei FN direkt eingekauft und das FN MAG in der Original-Version beschafft, obwohl die Franzosen lieber das HK221 gehabt hätten, weil dieses besser war.

Hätten wir dies nicht vertan, hätten wir schon seit 2007 einen MG3 Nachfolger - zusammen mit Frankreich dasselbe MMG - und würden jetzt gar nicht das teurere HK121 beschaffen müssen.

Auch die herausragenden Entwicklungen in Polen in den letzten Jahren wurden in Deutschland weitgehend ignoriert: wie beispielsweise das UKM 2013:

<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.militaryphotos.net/forums/attachment.php?attachmentid=184457&d=1343633982">http://www.militaryphotos.net/forums/at ... 1343633982</a><!-- m -->

Von dem es eine Ultraleicht-Version gibt und ebenso eine Fahrzeugversion, womit man alle benötigten Typen zusammen hätte.

Für die Bundeswehr aber führt hier und jetzt kein Weg am HK121 vorbei. Wir brauchen hier und jetzt ein Maximal-Zuverlässiges Maschinengewehr und dieses muss auch real industriepolitisch beschaffbar sein. Deshalb das MG5, weil es einfach unrealistisch ist, ein polnisches MG zu beschaffen und das MG5 immerhin ausreichend gut ist.
Angesichts der G36-Diskussion von wegen Genauigkeit bei Hitze bzw. Dauerfeuer und auch weil das HK121 (also das MG5) ja das neue MG der Bundeswehr werden soll - die Einführung steht ja vor der Türe bzw. wird ab dem kommenden Juni realisiert -, habe ich überlegt, ob diese Meldung hier jetzt nicht nur alleine Stimmungsmache ist und lediglich auf der Welle der Kritik an HK mitschwimmt oder aber ob HK hier auch bei dieser Waffenschöpfung Entwicklungsfehler gemacht bzw. Probleme unter den Teppich gekehrt hat. Dass es offenbar allerdings wegen dieses mutmaßlichen "Genauigkeitsmankos" nun Preissenkungen gegeben haben soll, macht dann doch stutzig und riecht nach Kuhhandel. Wie auch immer: Anscheinend gibt es auch beim neuen MG5 gewisse "Probleme"...
Zitat:Bundeswehr

Präzisionsproblem auch bei Maschinengewehr MG5

Neben dem Sturmgewehr G36 bezieht die Bundeswehr auch MG5-Maschinengewehre von Heckler & Koch – und auch bei diesen gibt es ein Präzisionsproblem. Jetzt wird das Gewehr ein bisschen billiger verkauft.

Das Sturmgewehr G36 ist nicht die einzige Waffe der Bundeswehr mit einem Präzisionsproblem. Beim Maschinengewehr MG5 sei "eine Überschreitung des vertraglich vereinbarten Abstandes des Mittleren Treffpunktes von Wechselrohren zueinander" festgestellt worden, gab das Verteidigungsministerium in einer Antwort auf eine Anfrage aus der Linksfraktion zu, die dem "Spiegel" und der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. [...]

Die Abweichung beim MG5 wurde vom Ministerium aber als nicht gravierend eingestuft. Wegen der Streuung sei "eine Vertragsanpassung mit Preisreduzierung" mit Heckler & Koch ausgehandelt worden, heißt es in der Antwort.
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article141390043/Praezisionsproblem-auch-bei-Maschinengewehr-MG5.html">http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... r-MG5.html</a><!-- m -->

Schneemann.
@Schneemann:

Ohne hier jetzt wieder eine Grundsatzdiskussion über so ein Thema auslösen zu wollen............Stimmungsmache!

Siehe entsprechenden links. Da haben sich auch ein paar Soldaten zu geäußert. Da wird sich innerhalb von Fachkreisen wieder köstlich drüber amüsiert.

<!-- m --><a class="postlink" href="http://augengeradeaus.net/2015/05/jetzt-auch-probleme-mit-dem-mg5/">http://augengeradeaus.net/2015/05/jetzt ... t-dem-mg5/</a><!-- m -->
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.whq-forum.de/invisionboard/index.php?showtopic=29532&pid=1306917&st=720&#entry1306917">http://www.whq-forum.de/invisionboard/i ... try1306917</a><!-- m -->

Selbst mit der in der Presse erwähnten höheren Streukreise (nach Laufwechsel) ist die Waffe noch um längen Präziser als vergleichbare Waffen. Das MG5 ist ne gute neu entwickelte Waffe. Das so etwas am Anfang Kinderkrankheiten hat wird wieder nur hierzulande zu Tode diskutiert. Abgesehen davon hat man auf beiden Seiten reagiert und bereits einen Preisnachlass ausgehandelt. Weiterhin wird diskutiert ob die Anforderung an solch eine Waffe von der BW nicht zu hoch gestellt wurde. Es ist ein MG und keine Präzisionswaffe. Alle von HK angegebenen Streukreise werden erreicht! Am sonsten die entsprechenden verfassten Berichte der angegebenen Quellen.
Da Rheinmetall verkündet hat, dass das RMG 7,62mm so gut wie fertig entwickelt ist und ab 2016 verfügbar sein soll (wurde gemeinsam mit der BW entwickelt), könnte es sehr interessant sein ob der Puma und Leopard damit ausgerüstet werden sollen.
Gerade beim Puma! Denn hier hatte die BW unlängst die unzureichende Wirkung des MG4 im Gesamtwaffenmix bemängelt (wen wundert es). Eine Nachrüstung des Puma mit dieser neuen Koaxialmaschinenwaffe könnte daher konzeptionell von größter Wichtigkeit sein!
Die Waffe vefügt ja schließlich nicht nur über eine Rohrwechseleinrichtung (fernbedienbar), sondern ist in der Kadenz frei regulierbar was sich nicht nur auf die Präzision auswirkt. Vielmehr läßt sich die Waffe frei modulierbar auf unterschiedliche Bedrohungsszenarien abstimmen. Ist Sperrfeuer gefragt wählt man eine hohe Kadenz. Ist die punktuelle präzise Bekämpfung von Einzelzielen gefragt wählt man eine niedrigere Kadenz um die Präzision zu erhöhen.
Für mich persönlich kommt die BW um eine Integration dieser Waffe also nicht herum (sollte sie dann letztendlich dann auch allen Anforderungen genügen).

<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.rheinmetall-defence.com/de/rheinmetall_defence/public_relations/themen_im_fokus/entwicklungsschwerpunkt_effektoren/index.php">http://www.rheinmetall-defence.com/de/r ... /index.php</a><!-- m -->
Meiner rein persönlichen Meinung nach wäre ein SMG in 12,7mm NATO noch besser, einfach weil die Wirkung der 12,7mm Munition inzwischen immens ist, es sogar gelenkte Munition dafür gibt (präzise Punktzielbekämpfung auch auf größere Distanzen) und die Flächenwirkung mancher Patronen-Typen inzwischen an eine 20mm MK früher heran reicht.

Von daher fände ich die Rheinmetall RMG .50 noch mal wesentlich besser als Koaxialwaffe und zwar sowohl für den PUMA als auch insbesondere für den Leopard 2.

Und das widerspricht sich keineswegs mit der Idee einer Waffenstation - auf die man ja auch so ein SMG setzen könnte, ganz im Gegenteil. Ein SMG in 12,7mm Kaliber ist meiner Überzeugung nach vor allem als Koaxialwaffe besonders wertvoll!
@QF:

Sehr späte Antwort Smile

Zitat:Meiner rein persönlichen Meinung nach wäre ein SMG in 12,7mm NATO noch besser, einfach weil die Wirkung der 12,7mm Munition inzwischen immens ist, es sogar gelenkte Munition dafür gibt (präzise Punktzielbekämpfung auch auf größere Distanzen) und die Flächenwirkung mancher Patronen-Typen inzwischen an eine 20mm MK früher heran reicht.

Gelenkte 12,7mm Munition wurde meines Wissens nach nur für Scharfschützengewehre entwickelt und nicht weiter verfolgt. Sprich die Entwicklung wurde eingestellt. Belehre mich gerne eines besseren, aber dies ist doch der gegenwärtige Standpunkt oder?
Weiterhin hast du hier in diesem Kaliber dann das Probleme das die Wirkmasse (sprich Platz für ein wirksames Projektil) immer kleiner wird! SAL-Suchkopf, Elektronik und Flugstabilisierung. Wo bleibt da noch Platz für Wirkung? Allenfalls für weiche Ziele und somit wäre dieses Kaliber in der Tat nur für Scharfschützen und Spezialeinheiten von Interesse, aber nicht für FLWs usw. Das ist meine Sicht!

Zitat:Von daher fände ich die Rheinmetall RMG .50 noch mal wesentlich besser als Koaxialwaffe und zwar sowohl für den PUMA als auch insbesondere für den Leopard 2.

Ob es nun die RMG 50 sein muss bleibt mal dahingestellt, denn diese hält auch nicht das was sie versprochen hat. Alle Parameter wurden bereits deutlich nach unten geschraubt. Einst versprach man mit dieser Waffe auch 2000-2200m sogar noch gegen leicht gepanzerte Ziele vorgehen zu können. Die effektive Reichweite wurde auch hier bereits auf 1800m wie die des M2/M3M und M3P gelegt. Dann sage ich das man auch noch dieses Modell weiter verwenden kann und die Entwicklung des RMG für die Katz war, zumal sich das M2 und andere auch viel breiter nutzen lassen als das RMG 50.
Denn nur zur Information......die von Rheinmetall noch in Entwicklung befindliche Munition welche dem RMG 50 die hohe Wirksamkeit geben soll, soll auch von anderen SMGs wie dem M3P bspw. einsetzbar sein.
Wenn dem so ist...., welchen Anreiz soll ein Kunde erhalten dann das RMG 50 zu kaufen?
So testet FN Herstal bspw. bereits schwerere Läufe, Gehäuse und Verschlüsse für ihr 12,7mm Arsenal um neue leistungsgesteigerte Mun. aufzunehmen. Mit Hinblick auf den Tiger UHT wäre das wunderbar.

Aber prinzipiell sind wir schon einer Meinung das der Puma dringend eine stärkere Koaxialbewaffung benötigt.

Zitat:Und das widerspricht sich keineswegs mit der Idee einer Waffenstation - auf die man ja auch so ein SMG setzen könnte, ganz im Gegenteil. Ein SMG in 12,7mm Kaliber ist meiner Überzeugung nach vor allem als Koaxialwaffe besonders wertvoll!

Vielleicht interessiert es dich das auf dem Puma bereits die FLW 200/+ getestet wurde. Somit würde sich hier eine noch breitere Nutzungsmöglichkeit auftun!

Um die Leistungsfähigkeit des HMP 400 (M3P) zu maximieren könnte man wenn man nicht rechtlich gebunden wäre die Leistungsfähigkeit des HMP 400 und generell des 12,7mm immens steigern wenn man von Nammo oder FN Herstal selbst zum einen die Nammo AP-S; MP,sowie MP-DT. oder APEI beschaffen würde! Das würde in Mischgurtung im Verhältnis 1MP-DT/1MP/1AP-S die Penetrationswirkung im Ziel einer herkömmlichen 20mm Munition deutlich übersteigen. Aber leider sind uns da die Hände gebunden, weil man an Gesetzen festhält die von Anno dazumal sind und heute aus meiner Sicht dringend überprüft gehören. Dann hätte man das RMG 50 mit samt seiner neuen Mun nicht entwickeln müssen. Daher wird das RMG nur in BW-Kreisen ein Exot bleiben. Das ist meine Sicht der Dinge! Weiterhin entwickelt Nammo derzeit eine leistungsgesteigerte MP Munition im selbigen Kaliber.
WideMasta:

Zitat:Ob es nun die RMG 50 sein muss bleibt mal dahingestellt, denn diese hält auch nicht das was sie versprochen hat. Alle Parameter wurden bereits deutlich nach unten geschraubt.

Das ist glatt an mir vorbei gegangen. Danke für die Info, ich ging noch von den früher genannten Leistungsdaten aus.

Zitat:nicht weiter verfolgt. Sprich die Entwicklung wurde eingestellt. Belehre mich gerne eines besseren, aber dies ist doch der gegenwärtige Standpunkt oder?

Wie bei anderen eingestellten Projekten auch wäre es ein leichtes, diese Technologie wieder aufzugreifen und einsatzreif zu machen.

Zitat:Weiterhin hast du hier in diesem Kaliber dann das Probleme das die Wirkmasse (sprich Platz für ein wirksames Projektil) immer kleiner wird! SAL-Suchkopf, Elektronik und Flugstabilisierung. Wo bleibt da noch Platz für Wirkung? Allenfalls für weiche Ziele und somit wäre dieses Kaliber in der Tat nur für Scharfschützen und Spezialeinheiten von Interesse, aber nicht für FLWs usw.

Immense potentielle Wirkung die das Ziel nicht trifft ist keine Feuerkraft. Eine geringere Wirkung welche das Ziel ist Feuerkraft. Darüber hinaus sind solche FLW ohnehin primär ein System für den assyemtrischen Krieg, also für den Kampf gegen Gegner welche sich in der Zivilbevölkerung tarnen, welche sich sehr gut decken können und mit konventionellen Kugelwaffen schwer zu treffen sind. Und der Gebrauch von Flächenwaffen verbietet sich eventuell wieder aufgrund von Kollateralschäden etc von daher sehe ich auch auf FLW für solche Munition eine Anwendung - darüber hinaus wird die Frage der Bekämpfung von kleinen Drohnen immer relevanter werden und diese sind mit konventioneller Munition nur sehr schwer herunter zu holen.

Zitat:Das würde in Mischgurtung im Verhältnis 1MP-DT/1MP/1AP-S die Penetrationswirkung im Ziel einer herkömmlichen 20mm Munition deutlich übersteigen. Aber leider sind uns da die Hände gebunden, weil man an Gesetzen festhält die von Anno dazumal sind und heute aus meiner Sicht dringend überprüft gehören.

Vollste Zustimmung.
Die Bundeswehr beabsichtigt wohl ihre Maschinengewehre kampfwertzusteigern.
Dazu sollen alle MG4 auf den Stand MG4A3 gebracht werden, Integration von Mündungsfeuerdämpfern und Signaturdämpfung projektiert werden, neue feldlafetten sollen beschafft werden

Meldung erfolgte durch Soldat &Technik https://soldat-und-technik.de/2023/05/be...tsteigern/
Zum MG4 A3:

Zitat:Das neue Modell MG4 A3 lässt sich in jedem Ladezustand sichern und verfügt zusätzlich über ein Hitzeschutzblech am Rohr, einer Hitzeschutztasche und einer Picatinny-Schiene für den Sturmgriff. Die veränderten Bauteile an der Waffe haben im Gegenzug eine Steigerung des Gesamtgewichtes auf 8,6 Kilogramm statt den bisher 8,1 Kilogramm zur Folge. Während das Gewicht steigt, verringert sich die Kadenz des MG4 A3 auf maximal 825 Schuss pro Minute.

Interessant ist der Grundgedanke, dass MG4 so ähnlich wie möglich wie das MG5 zu gestalten, um einen etwaig notwenigen Wechsel von einem zum andern MG damit zu erleichtern. (man könnte natürlich auch einfach ein Universal-MG nehmen).
@alphall31

Bitte immer die Suchfunktion nutzen. Ich habe die Stränge mal zusammengelegt.

Schneemann
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