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Normale Version: Afrika
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Zitat:09.12.2012

Textilwirtschaft in Afrika
"Made in Ghana" statt "Made in China"

Asien? Viel zu teuer! Auf der ewigen Suche nach dem billigsten Produktionsstandort haben die Textilkonzerne inzwischen westafrikanische Staaten wie Ghana für sich entdeckt. Die Löhne betragen ein Drittel von denen in China - und die Ware ist zehn Tage schneller in den Läden.
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hmmm - das könnte (wie einst in China) der Beginn eines Wirtschaftsaufschwungs werden
Eher nicht. Es riecht nach einer Verlagerung der "Sklavenindustrie" der Billig-Textilbranche von Asien, wo sie derweilen immer mehr Kritik sich anhören müssen, nach Afrika.

Schneemann.
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/investment-in-afrika-krisen-und-konflikte-bedrohen-den-boom-a-879551.html">http://www.spiegel.de/wirtschaft/invest ... 79551.html</a><!-- m -->
Zitat:Investieren in Afrika: Warum der Boom bald vorbei sein könnte

Von Patrick McGroarty, Wall Street Journal Deutschland

Lange spielte Afrika in der Weltwirtschaft keine Rolle, dann lockten zunehmende Stabilität und robustes Wachstum Investoren auf den Kontinent. Doch nun verdüstern neue Krisen und Konflikte erneut die Aussichten.
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<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/wirtschaft-in-afrika-der-weisse-fleck-auf-der-konsumweltkarte-12178347.html">http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/w ... 78347.html</a><!-- m -->
Zitat:Wirtschaft in Afrika
Der weiße Fleck auf der Konsumweltkarte

10.05.2013 · Auch beim diesjährigen „World Economic Forum for Africa“ in Kapstadt hieß es wieder, dass die Wirtschaft Afrikas boome. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Denn der Kontinent ist gerade dabei, seine erreichten Fortschritte wieder zu verspielen.
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<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.tagesschau.de/ausland/aujubilaeum100.html">http://www.tagesschau.de/ausland/aujubilaeum100.html</a><!-- m -->
Zitat:Die Afrikanische Union wird 50
Vom Plauderklub zum neuen Tiger?

Als "Plauderklub der Diktatoren" wurde die Organisation für Afrikanische Einheit einst verspottet. Heute, 50 Jahre nach ihrer Gründung, nennt sie sich Afrikanische Union. Vieles läuft noch schleppend, aber militärisch hat sie sich Respekt verschafft.

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Solange Marokko fehlt kann man die AU nicht voll nehmen.
Was hat Marokko für eine Bedeutung im Verhältnis zum Kontinent? Immerhin sind so "Schwergewichte" wie Ägypten oder Südafrika dabei (Link). Und hier gehts ja auch um die gesamte Entwicklung des Kontinents.
Ob Portugal oder Island fehlt oder nicht hat doch für Europa auch nicht solche existentielle Auswirkungen ("nicht für voll nehmen"), oder?
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/data-bericht-der-entwicklungsorganisation-one-afrika-kontinent-der-hoffnung-1.1680609">http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/d ... -1.1680609</a><!-- m -->
Zitat:25. Mai 2013 17:30
Data-Bericht der Entwicklungsorganisation One
Afrika, Kontinent der Hoffnung


Halb so viel Armut, Schulen für alle, weniger sterbende Kinder: Die Weltgemeinschaft hat für 2015 hohe Ziele. Nun zeigt eine Zwischenbilanz überraschend große Fortschritte in Afrika. Aber es gibt auch weiterhin Staaten, die stagnieren oder zurückfallen.
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Stell es dir einfach so vor als ob ein gesundes boomendes Spanien aus der EU herausfallen würde.
Das wäre ein ziemlich schmerzhafter Verlust.
Marokko ist ein Schwergewicht auf dem Afrikanischen Kontinent. Und das in jeder Hinsicht.
Und obwohl der Staat nicht in der AU ist, und Streit mit Staaten wie Algerien und anno dazumal Lybien mit all ihren Ölmilliarden hatte und immer noch hat, ist er nie ins Wanken gekommen.
Außerdem ist er das einzige Land ohne eine tiefe Unzufriedenheit in der Bevölkerung, wie man zur Zeit schön sieht.
Er ist einer der 15 engen Verbündeten der Nato und steht damit in einer Reihe mit Südkorea oder Japan.
Es bestehen enge Verbindungen zu beiden oben genannten Ländern, Frankreich und vorallem den USA wie man am F-16 Deal schön gesehen hat. Das sind schon mal zwei Uno Vetomächte.
Der Einfluß auf Staaten wie Senegal und Gahna(allgemein Westafrika) ist auch beträchtlich und durch den Fall Gaddafis eher im Aufwind.
Und das Millitär braucht sich auch nicht zu verstecken.

Vielleicht sollten wir mal neue Profile für das Wiki schreiben Erich, was meinst du?
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.sueddeutsche.de/politik/obama-in-afrika-zu-spaet-1.1710248">http://www.sueddeutsche.de/politik/obam ... -1.1710248</a><!-- m -->
Zitat:1. Juli 2013 19:17
Obama in Afrika
Zu spät

Obama besucht Afrika. Nur: Die Chinesen waren längst da. Und sie sind erstaunlich beliebt - auch weil sie bequemerweise auf moralische Belehrungen verzichten. Der US-Präsident kommt in vielerlei Hinsicht als Nachzügler.
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<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.tagesschau.de/ausland/entwicklungshilfe-afrika100.html">http://www.tagesschau.de/ausland/entwic ... ka100.html</a><!-- m -->
Zitat:Kritik an Entwicklungshilfe

Afrika will Perspektiven, kein Mitleid

Westliche Entwicklungshilfe wird in Afrika inzwischen kritisch beäugt. Viele Intellektuelle lehnen die klassischen Formen ab - statt Almosen fordern sie Perspektiven. Dazu gehören freier Marktzugang und Wettbewerbsfähigkeit.
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Stand: 20.10.2013 02:45 Uhr
<!-- m --><a class="postlink" href="http://de.ria.ru/politics/20140917/269570661.html">http://de.ria.ru/politics/20140917/269570661.html</a><!-- m -->
Zitat:Russland und Afrikanische Union auf politische Konsultationen einig

22:10 17/09/2014

ADDIS-ABEBA, 17. September (RIA Novosti). Russland und die Afrikanische Union haben sich auf regelmäßige politische Konsultationen geeinigt.
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mit zunehmender Isolation in Europa sucht Russland nach neuen (alten) Freunden
Erich schrieb:<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/oecd-studie-welche-afrikanischen-laender-wachsen-und-welche-nicht-1.1106964">http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/o ... -1.1106964</a><!-- m -->
Zitat:OECD-Studie:
Wirtschaftswachstum–Die afrikanischen Löwen

Die Wachstums-Perspektiven des BIP für ausgewählte afrikanische Staaten nach Einschätzung der OECD für 2011.

Der Primus: Ghana werden die größten Chancen eingeräumt. Es will seine Ölförderung deutlich ausweiten und ist einer der führenden Kakaoerzeuger der Welt. In diesem Jahr wird eine Wirtschaftwuchstum von 12 Prozent erwartet.
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der "Primus Ghana" setzt seit Jahren seinen Aufstieg fort:
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.sueddeutsche.de/politik/mittelschicht-in-ghana-keine-lust-mehr-auf-europa-1.2283602">http://www.sueddeutsche.de/politik/mitt ... -1.2283602</a><!-- m -->
Zitat:30. Dezember 2014, 15:32 Mittelschicht in Ghana

Keine Lust mehr auf Europa

Zu Besuch in einem afrikanischen Boomstaat: Die Mittelschicht in Ghana zeigt, was möglich ist, wenn Krieg und Krisen ausbleiben. Viele der jungen Menschen haben in Deutschland oder England studiert - und sind froh, wieder zurück in ihrer Heimat zu sein.
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Afrikas Wirtschaftskraft ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten gestiegen. Seit der schweren Krise der Achtzigerjahre haben sich die Zahlen erholt. Das Bruttoinlandsprodukt der Länder wächst seit Anfang der 2000er im Schnitt um robuste fünf Prozent pro Jahr. Dahinter stecken zwar auch die ölreichen Dauerbrenner wie Angola und Nigeria, doch selbst das rohstoffarme Äthiopien erwartet für 2015 ein Wachstum von etwa sieben Prozent. Zu den treibenden Branchen auf dem Kontinent zählen Telekommunikation, Handel und der Bankensektor. "Lions on the move" nannte die Unternehmensberatung McKinsey Afrikas Volkswirtschaften. Afrikanische Löwen, das neue Wirtschaftswunder nach Asiens Tigern?
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Es gibt mehrere Schätzungen zur Größe der Mittelschicht in Afrika. Eine Studie der Afrikanischen Entwicklungsbank von 2011 geht von etwa einem Drittel der Bevölkerung aus. Eine Untersuchung der südafrikanischen Standard Bank von diesem Jahr relativiert diese Zahl zwar, doch die Grundaussage bleibt gleich: Afrikas Mitte wächst. Dieser Studie zufolge gehören knapp 14 Prozent zur Mittelschicht. Die meisten Studien definieren Angehörige der Mittelschicht als Käufer: Wer täglich mindestens 15 US-Dollar ausgibt, gehört für die Standard Bank dazu.
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Afrika ist also nicht von Hause aus verloren - es gibt gute Beispiele dafür, dass die Lebensverhältnisse in Afrika selbst so verbessert werden können, dass auch die "Hungerflüchtlinge" in ihrer Heimat bleiben können.
Hier müsste man erstmal grob zwischen Nord- Mittel- und Südafrika unterscheiden.
Unabhängig von diesem seltsamen Kotau unseres Bundespräsidenten vor einer ebenso seltsamen Person im Rahmen einer doch seltsam wirkenden Politik, sollte man anmerken, dass die Deutschen in Deutsch-Ostafrika nicht nur den Sklavenhandel unterbunden haben, sondern auch nicht ganz unschuldig waren.

Immerhin haben sie wären des Maji-Maji-Aufstandes durch eine Politik der verbrannten Erde vermutlich an die 150.000 Menschen dem Hungertod ausgesetzt. Das sind doppelt so viele, wie während des viel bemühten Herero-Aufstandes starben. Also ganz wegducken können wir uns nicht.

Schneemann
Zitat:Hier geht es um das hier und heute.
Auch, aber eben nicht nur. Nur weil es um die heutige Zeit geht, sollte man historische Ereignisse nicht einfach ausblenden oder ignorieren. Und eine koloniale Verantwortung der westlichen Mächte (aber auch mancher nichtwestlicher Mächte) gab und gibt es, genauso wie es teils eine Verantwortung der unterworfenen Völker an der Kolonialpolitik und ihren Folgen gibt.

Ich verweise da ja gerne auch auf die Sklaverei: Das Verschleppen von vermutlich mehr als zehn Millionen Afrikanern nach der Neuen Welt - wohlgemerkt über Jahrhunderte hinweg -, wäre ohne die tatkräftige Mithilfe der Afrikaner selbst nicht möglich gewesen. Die Europäer haben Afrika bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts nicht wirklich durchdrungen. Stattdessen gründete man Niederlassungen entlang der Küste, anfangs v. a. durch die Portugiesen im 15. und 16. Jahrhundert. Das Innere des Landes war den Europäern aber zu unheimlich und zu suspekt - finstere Wälder, Mangrovensümpfe, tropische Temperaturen, gefährliche Tiere, tückische Fieberkrankheiten und gelegentlich sogar Kannibalen.

Ergo beschränkte man sich auf die Sicherung und Kontrolle der Küstenlinien, drang aber kaum ins Landesinnere vor, das ein "weißer Fleck" auf den Karten bis weit ins 19. Jahrhundert hinein blieb (als der Sklavenhandel schon verboten worden war). Man ließ also die Afrikaner selbst die eigenen afrikanischen Brüder und Schwestern einfangen - zumal man so auch vielleicht unliebsame Nachbarstämme los wurde - und sie sich an die Küste "liefern". Ohne diese tatkräftige Unterstützung seitens der Afrikaner selbst hätten die Europäer also den Sklavenhandel nicht bestreiten können - zumindest nicht in dem Umfang. Als Afrika dann wirklich "besetzt" wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, war der Sklavenhandel von den Europäern selbst schon unterbunden worden. (Wobei es Sklaven in der Neuen Welt bekanntermaßen aber noch gab, etwa in Brasilien, in der Karibik und den Südstaaten der USA.)

D. h. so ganz herausreden können sich die Afrikaner auch nicht. Oft genug und allzu gerne haben Afrikaner schließlich Afrikaner an die Weißen verkauft. Wenn man dies allerdings ansprechen würde, so vermute ich, würde man sich sehr schnell den Vorwurf des Rassismus einfangen. Allerdings: Nur weil die Afrikaner sich nicht ganz herausreden können, heißt das nicht im Umkehrschluss, dass die Europäer sich wegducken könnten. Sie waren letztlich die Hauptinitiatoren der Idee des "Handelsmodells" des atlantischen Dreieckshandels - die Afrikaner haben am Ende dann nur die "Zulieferketten" bedient.

(Übrigens wurden "nach Osten", d. h. nach der muslimischen Welt, nach Indien und bis hin nach China, durch arabische Sklavenhändler und ihre afrikanischen Helfershelfer mehr Afrikaner verschleppt und verkauft als "nach Westen" durch die Europäer. Das wird aber heute nicht unbedingt gerne erwähnt.)

Um nun die Kurve zu Tansania zu kriegen: Die Maji Maji kannst du nicht alleine auf eine "geisteskranke Sekte" reduzieren. Die Ursprünge dieses Kultes sind sehr diffus und es vermischten sich Geisterglaube, Traditionalismus, Schamanentum, Animismus und Hexerei mit einem Aufbegehren gegen ein koloniales Regime, das sich anschickte, die traditionellen agrarischen Strukturen zu zerschlagen. (Übrigens geistert dieser Maji Maji-Gedanke immer noch durch Afrika - man denke z. B. an die Simbas der 1960er Jahre oder auch an manche irrlichternde Milizen in Zentralafrika und im Sudan in der Gegenwart.)

Die Zahl der Aufständischen war übrigens auch recht überschaubar, genaue Zahlen gibt es keine, aber es waren wahrscheinlich weniger als 15.000. Und ihre Bewaffnung war, zum Glück, auch völlig unzulänglich bzw. archaisch, weswegen die Schutztruppe mit ihren MGs und Feldgeschützen im offenen Kampf quasi unbezwingbar war. Also flüchtete man in den Guerillakrieg. Und da die Deutschen diesem nicht so ganz beikamen, haben sie eine Politik der willkürlichen verbrannten Erde praktiziert. Und über diese kam es dann zu Hungersnöten, die im Minimum rund 150.000 Tote verursachten. (Anzumerken wäre, dass die deutschen Unternehmer und Pflanzer selbst im Nachgang ziemlich unzufrieden waren mit dieser Vorgehensweise der Schutztruppe, da viel wertvolles Ackerland verwüstet wurde - manche Gebiete haben sich erst in den 1930er wieder erholt gehabt.)

Insofern: Die Deutschen sind mit ihrer flächendeckenden Verwüstungskampagne durchaus in einer Verantwortung für eine große Zahl an Opfern, die die Zahl der eigentlichen Aufständischen massiv überstiegen hat. Hierfür zumindest eine Entschuldigung auszusprechen ist nur recht und billig - und da ist es mir auch egal, ob es der Bundespräsident oder der Außenminister macht -, auch wenn es zur damaligen Zeit weltweit in den Kolonialreichen ruppig zuging und es noch schlimmere Ereignisse gab.

Schneemann
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