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Normale Version: Afrika
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Zitat:28.03.2010, 08:00
Emerging Markets
Afrika holt auf

In einigen Staaten hat sich viel zum Guten verändert. Selektiv hat der Kontinent für Anleger enormes Potenzial - allerdings ist das Risiko hoch.
...

Afrika kann es in Sachen Wirtschaftswachstum mit anderen Emerging Markets durchaus aufnehmen. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds legte die afrikanische Wirtschaft seit dem Jahr 2000 stets um fünf Prozent oder mehr zu; 2009, als die Weltwirtschaft um ein Prozent schrumpfte, wuchs Afrikas Wirtschaft um 1,7 Prozent; und für 2010 erwarten die Experten ein Wirtschaftswachstum von vier Prozent.

Wo Unternehmerfreundliche Strukturen entstanden sind

"Die öffentliche Verschuldung hat abgenommen, viele Länder haben Devisenreserven aufgebaut und ihre Handlungsfähigkeit erhöht", sagt Christian Preussner, Schwellenländerexperte bei JP Morgan Asset Management. Zugleich hat sich die Infrastruktur verbessert. "Die Straßennetze sind in manchen Regionen um das Fünf- bis Zehnfache gewachsen, Häfen wurden gebaut und während man früher jahrelang erfolglos auf einen Festnetzanschluss warten musste, bekommt man heute fast überall in wenigen Minuten ein Mobiltelefon", sagt Bekkali.
Zugleich sind die Staaten politisch stabiler.
...
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Zitat: 23.05.2010

Entwicklungshilfe
Warum die Helfer in Afrika versagen

Von Kurt Gerhardt

Große Armut, gigantische Abhängigkeiten: Falsche Entwicklungshilfe behindert die Eigeninitiative in Afrika. Das System muss dringend reformiert werden. Denn Menschen werden zur Untüchtigkeit erzogen - und die Industrieländer haben aus Partnern Bettler gemacht.
...
.... die Helfer versagen .... aber mit Handys können sich die Bauern selbst helfen
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Zitat:Informationstechnologie
Mit dem Handy gegen den Hunger
Wenn Bauern telefonieren können, hilft das allen: Mobiltelefone mehren in ärmeren Ländern den Wohlstand. Sie ermöglichen einen besseren Zugang zu Informationen, sie reduzieren Suchkosten, ermöglichen eine bessere Koordination auf Märkten und erhöhen damit deren Effizienz.


Von Hanno Beck

18. August 2010

...
Ein praktisches Beispiel macht das Dilemma der Anbieter in Schwellenländern deutlich: Ein Bauer in Niger baut Getreide, beispielsweise Hirse, an. Den Preis für seine Hirse kennt er nur für seinen regionalen, recht begrenzten Markt. Er weiß aber wenig darüber, wie die Ernte in anderen Teilen des Landes war, wie hoch dort Bedarf und Preise sind, die Reise dorthin ist lang und aufwendig, und nachschauen im Internet kann er das auch nicht.
...

Aber es gibt ein Zaubermittel gegen dieses Informationsproblem: Mobiltelefone. Mobiltelefone ermöglichen einen besseren Zugang zu Informationen, sie reduzieren Suchkosten, ermöglichen eine bessere Koordination auf Märkten und erhöhen damit die Effizienz von Märkten. Das löst das Problem der Bauern: Statt auf gut Glück ihre Ernte in eine andere Region zu bringen, weil sie dort auf höhere Preise hoffen, können sie nun per Anruf herausfinden, wo sie für ihre Ernte den besten Preis bekommen, und den teuren und riskanten Transport auf sich nehmen.
...
Man sollte eigentlich meinen, auf den Jahrzehnte langen Hilfsprojekten kam man schon vorher auf die Idee den Bauern zu helfen gute Preise für ihr Erzeugniss bzw die Mittel für Informationsbesorgung zu kriegen und so den Grundstein der Selbsthilfe zu setzen.


Aber solange altes Milchpulver billiger is nach Afrika zu schiffen als richtige Milch wundert es mich nicht wirklich.
@Tienfung
Zitat:Man sollte eigentlich meinen, auf den Jahrzehnte langen Hilfsprojekten kam man schon vorher auf die Idee den Bauern zu helfen gute Preise für ihr Erzeugniss bzw die Mittel für Informationsbesorgung zu kriegen und so den Grundstein der Selbsthilfe zu setzen.
Du machst es Dir ein bisschen zu einfach. Das wurde schon versucht. Aber halt lokal, unkoordiniert und ineffizient. Letzteres deshalb, weil sich die Umstände an gewissen Orten Afrikas manchmal massiv ändern. Ein Bsp: ein Onkel von mir hat als Tierarzt in Burundi gearbeitet und im Rahmen eines Hilfsprojekts Fleischkontrollstationen aufgebaut. Als in den 90er-Jahren der Bürgerkrieg ausbrach, war er zum Glück nicht mehr dort, aber von dem Hilfsprojekt, an dem er mitgearbeitet hat, ist seit den Kriegswirren nichts mehr übrig. So passierts halt in verschiedenen afrikanischen Ländern. In anderen Teilen funktioniert die Entwicklung hingegen sehr gut, etwa in Botswana.

Was nun die Informationsbeschaffung angeht: Mobiltelefone und Internet gibt es nicht schon seit Jahrzehnten. Bei uns seit einem Jahrzehnt (für alle zugänglich, billig, mit guter Verbindung). Zuvor gabs halt nur die Post und das Telefon. Und in vielen Teilen Afrikas gibt es keine Telefonleitungen und Schnellstrassen für den Postboten. Ein weiteres Problem ist die Stromversorgung. Die hat man inzwischen offenbar so weit hingekriegt, dass viele Landbewohner in Afrika ein Mobiltelefon betreiben können (muss man ja auch ab und zu aufladen). Erst seit der flächendeckenden Verbreitung von Mobiltelefonen ist die schnelle Informationsbeschaffung in grossen Teilen Afrikas möglich. Vorher hätte es unglaubliche finanzielle Anstrengungen gebraucht, um die benötigte Infrastruktur aufzubauen, die einen ähnlichen Informationsfluss ermöglicht hätte.

Zitat:Aber solange altes Milchpulver billiger is nach Afrika zu schiffen als richtige Milch wundert es mich nicht wirklich.
Selbstverständlich verdienen Nestlé & Co. gut an ihren Milchpulverexporten und werden auch dafür sorgen, dass es so bleibt. Man muss aber auch bedenken, dass Rinder eigentlich nicht für Tropen- und Wüstengebiete gemacht sind, sprich, dass sie dort nur einen Bruchteil der Milch liefern, die hierzulande bspw. ein Holstein-Rind produziert. Je nach Dürre ists dann noch weniger.
hunter1 schrieb:Du machst es Dir ein bisschen zu einfach. Das wurde schon versucht. Aber halt lokal, unkoordiniert und ineffizient. Letzteres deshalb, weil sich die Umstände an gewissen Orten Afrikas manchmal massiv ändern.

Sorry das wir da nicht eine Meinung sind. Lokal, unkoordiniert und ineffizient wie du es ausdrücks is für mich nicht versuchen sondern zu einfach machen.. Genau so können sich die Umstände jedezeit im jetzigen verändern. Ein Warlord oder sons was , was die Handynetze kontrolliert und shit happens...

Mit der Millionen, ach was red ich da mit den MRD die nach Afrika in Förderprogramme geflossn sind, kann man es nicht nur lokal und unkoordiniert machen. Zumal es ja nicht in eine Region sein muss wo totaler Bürgerkrieg herrscht. Da werden Handys eh nur als Funkgerät benutzt und nicht zum informieren wie die aktuellen Getreidekurse sind.

In relativ stabilen Regionen aber, wo auch noch Hoffnung besteht spricht nix dagegen. Aber man gräbt lieber in Dorf A ein Brunnen in der Hoffnung auf Wasser zu treffen und schaut dann zu wie 2 Monate später Dorf B neidisch wird und Dorf A plündert. Und nein ich übertreibe jetzt nicht, Wer Völkermord und Frauenbeschneidung für Normal und sein Recht hält der greift auch die Nachbarn wegen Wasser an, zumal bei den ganzen ethischen Konflikten daunten noch genug Gründe zum Hass gefunden wird.

hunter1 schrieb:Ein Bsp: ein Onkel von mir hat als Tierarzt in Burundi gearbeitet und im Rahmen eines Hilfsprojekts Fleischkontrollstationen aufgebaut. Als in den 90er-Jahren der Bürgerkrieg ausbrach, war er zum Glück nicht mehr dort, aber von dem Hilfsprojekt, an dem er mitgearbeitet hat, ist seit den Kriegswirren nichts mehr übrig. So passierts halt in verschiedenen afrikanischen Ländern. In anderen Teilen funktioniert die Entwicklung hingegen sehr gut, etwa in Botswana.

Afrika ist halt nicht Afrika. Und gerade Burundi is ein der ärmsten Länder in Afrika. Da unten sowas hochzu ziehn is zwar ein netter Gedanke und zugegeben eine gute Tat, aber genau so gut kann man veruschen in Somalia ne Wirtschaft aufzubauen das die armen Leute nicht immer die Tanker überfallen müssn um sich ihr Brot und ihre Medizin zu verdienen. Es ist einfach Zwecklos. Meins du ein hungernden Afrikaner interessierts ob das Fleisch nicht Gesund ist, wenn sein Bauch eh schon aufgebläht und vor sich her knurrt? Der versteht die Lage doch gar nicht und machts so wie jetzt vor kurzen wieder bekannt wurde: Das vergammelte/schlechte Fleisch ausgraben. :roll: Ich würd mir auch denken ob ich Niedergeschossen,ob an Aids/Malaria/Sonst was oder Wassermangel verreck da macht bissel altes Fleisch den Kohl nicht fett.

Ich erinner gerne an die weissen Farmer.. Kaum warn sie aus dem Land gejagt ging Afrikas Kornkammer den Bach herunter... Die Leute warn zu unfähig 3 Felder Wirtschaft zu betreiben trozt laaanger Lehrzeit...




hunter1 schrieb:Was nun die Informationsbeschaffung angeht: Mobiltelefone und Internet gibt es nicht schon seit Jahrzehnten. Bei uns seit einem Jahrzehnt (für alle zugänglich, billig, mit guter Verbindung). Zuvor gabs halt nur die Post und das Telefon. Und in vielen Teilen Afrikas gibt es keine Telefonleitungen und Schnellstrassen für den Postboten. Ein weiteres Problem ist die Stromversorgung. Die hat man inzwischen offenbar so weit hingekriegt, dass viele Landbewohner in Afrika ein Mobiltelefon betreiben können (muss man ja auch ab und zu aufladen)

In vielen Teilen Afrikas haben die Leute aber auch tagelang nix zu fressen oder sauberes Trinkwasser. Für ne unter 1 Euro Impfung gar nich von zu reden. Hat das nicht mehr Gewicht als Strom und Funknetze? Wofür Strom wenn ich täglich um Brot kämpfen muss?!
Wie du bereits sagtes, eine Änderung oder eine "Freiheitsbewegung" an der Spitze und der Strom wird für die Bauern auch abgestellt solange sie nicht zahlen. Und das die Handys haben die wie die Schüler-PC's per Kurbel aufgeladen werden bezweifel ich nun mal. Evtl gibs da solche Generatoren oder ähnliches, dann wärs wenigstens ne Alternative.

An der Ostküste Afrikas haben die Reichen zum Teil aus eigener Tasche sich dicke Internetverbindungen gelegt. Die Quelle is paar Jahre her. Kann dir leider im Momentan nur mit dieser Meldung dazu dienen http://www.heise.de/newsticker/meldung/S...-7623.html




hunter1 schrieb:. Erst seit der flächendeckenden Verbreitung von Mobiltelefonen ist die schnelle Informationsbeschaffung in grossen Teilen Afrikas möglich. Vorher hätte es unglaubliche finanzielle Anstrengungen gebraucht, um die benötigte Infrastruktur aufzubauen, die einen ähnlichen Informationsfluss ermöglicht hätte.


Also ich hätte damals mein altes Nokia 3310 gerne gespendet. Das Teil ist jetz noch voll funktionsfähig, trotz zahlreicher Stürze und co. und fast jeder meiner Generation hatte eins. Viele höttes es sicher gerne für ein guten Zweck nach Afrika gesendet anstatt die " Geben sie 5 Euro im Monat damit Nobi was zu essen hat" wobei Nobi sicher schon getötet oder verhungert is bevor meine 5 Euro da unten als Millionensammlung ankommen... Dazu so nen schönen "Ich helfe Afrika" Aufkleber fürs Auto und man hätte nen ganz neuen Trend gehabt *kotz*

Und wie gesagt der ganz Kontinet muss ja nicht flächendeckend sein. Die Wüste im Westen wo gelegentlich nur paar Touristen entführt werden brauch das sicher nicht. Südafrika z.b. aber hätte sich da mehr gelohnt, auch ohne WM. ( Sind die Stadien eigentlich schon wieder ausgeschlachtet?) Simens und co hätten sich sicher auch gefreut wenn sie in Großaufträgen dort unten Leitungen und Funkatennen aufstellen dürfen. Aber das hätte sicher wieder für die Linken zuviel nach deutsche Koloniebemühungen ausgesehn. Und den Afrikanern selbst trau ich nicht wirklich zu..


hunter1 schrieb:Selbstverständlich verdienen Nestlé & Co. gut an ihren Milchpulverexporten und werden auch dafür sorgen, dass es so bleibt. Man muss aber auch bedenken, dass Rinder eigentlich nicht für Tropen- und Wüstengebiete gemacht sind, sprich, dass sie dort nur einen Bruchteil der Milch liefern, die hierzulande bspw. ein Holstein-Rind produziert. Je nach Dürre ists dann noch weniger.

Schon klar das der wirtschaftliche Nutzen in Pulverform höher ist. Und die Rinder wärn wohl vorm ersten Mal melken schon geschlachtet. Zugegeben das war auch nen dummes Beispiel.
@Tienfung
Du widersprichst Dir selbst. Im ersten Post sagst Du, die Entwicklungshelfer hätten gepfuscht, dann schreibst Du quasi, dass die ganze Entwicklungshilfe nichts bringt, weil in Afrika sowieso jede Hilfe zwecklos sei. Was willst Du jetzt eigentlich genau sagen?

Tienfung schrieb:Lokal, unkoordiniert und ineffizient wie du es ausdrücks is für mich nicht versuchen sondern zu einfach machen.. Genau so können sich die Umstände jedezeit im jetzigen verändern. Ein Warlord oder sons was , was die Handynetze kontrolliert und shit happens...
Lokal und unkoordiniert bedeutet, dass Entwicklungshilfe eben nur lokal stattfindet und nicht kontinental. Afrika ist schliesslich nicht einfach ein Land. Was in Gabun funktioniert, funktioniert in Angola vielleicht übehaupt nicht. Ähnliche Projekte an verschiedenen Orten führen zu verschiedenen Ergebnissen. Deshalb kann man nicht behaupten, dass die Entwicklungshilfe für Afrika nichts gebracht hat, bzw. dass die Entwicklungshelfer zu dumm seien, nach Jahrzehnten nichts zustande zu bringen oder nicht schon früher auf gewisse Ideen kamen. Und was die Ineffizienz betrifft (und das Beispiel, das ich gebracht habe): niemand kann einen Bürgerkrieg voraussehen. Als vor zwei Jahren nach den Wahlen in Kenia massivste ethnische Unruhen mit vielen Toten ausbrachen, taten auch alle ganz überrascht. In Kenia hätte so etwas niemand erwartet, ist ja schliesslich ein "sicheres Safariland". Solche Ereignisse muss man aber in Kauf nehmen! Entwicklungshilfe hat den Auftrag, Staaten stabiler zu machen. Wenn man darauf verzichtet, weil man Angst hat, dass die ganze Arbeit in einem evtl. Bürgerkrieg oder so zunichte gemacht wird, dann kann man es gleich lassen. Dann ändert sich aber auch gar nichts.
Dazu auch:
Tienfung schrieb:Zumal es ja nicht in eine Region sein muss wo totaler Bürgerkrieg herrscht.
Das hab ich auch nicht gemeint. In einem Land, wo Bürgerkrieg herrscht, gibts auch keine Entwicklungshilfe, sondern allenfalls Nothilfe. Die Entwicklungshilfe findet davor oder danach statt. Aber eben, einen zukünftigen Konflikt in einem als stabil geltenden Land kann niemand einfach so voraussagen.

Tienfung schrieb:Afrika ist halt nicht Afrika.
Aha. Was für eine Erkenntnis!

Tienfung schrieb:Und gerade Burundi is ein der ärmsten Länder in Afrika. Da unten sowas hochzu ziehn is zwar ein netter Gedanke und zugegeben eine gute Tat, aber genau so gut kann man veruschen in Somalia ne Wirtschaft aufzubauen das die armen Leute nicht immer die Tanker überfallen müssn um sich ihr Brot und ihre Medizin zu verdienen. Es ist einfach Zwecklos. Meins du ein hungernden Afrikaner interessierts ob das Fleisch nicht Gesund ist, wenn sein Bauch eh schon aufgebläht und vor sich her knurrt? Der versteht die Lage doch gar nicht und machts so wie jetzt vor kurzen wieder bekannt wurde: Das vergammelte/schlechte Fleisch ausgraben. Ich würd mir auch denken ob ich Niedergeschossen,ob an Aids/Malaria/Sonst was oder Wassermangel verreck da macht bissel altes Fleisch den Kohl nicht fett.
1.Bitte setze die Situation in Burundi nicht mit der in Somalia gleich.
2.Besagtes Projekt fand in den 80er-Jahren statt. Wie gesagt, vor dem Bürgerkrieg. Daran hat dort damals niemand gedacht.
Die beiden Länder Burundi und Rwanda sind übrigens alles andere als arm, was die Landwirtschaft betrifft. Das Gebiet ist sehr fruchtbar. Die Bewohner dieser Länder haben schon in vorkolonialen Zeiten prosperierende Königreiche etabliert. Wie die wirtschaftliche Lage in Burundi in den 80er-Jahren aussah, kann ich nicht sagen, aber Du ganz offensichtlich auch nicht. Du gehst einfach mal davon aus, dass alle Leute dort am Verhungern waren und dass die Entwicklungshelfer dem von Anfang an keine Rechnung getragen haben. Besagtes Projekt ist im Übrigen genau das, was Du forderst: Hilfe zur Selbsthilfe. Inhaltlich gehts um Viehwirtschaftsoptimierung, mit dem Effekt, dass weniger Leute krank werden, wenn sie Rindfleisch essen. Es war ein Projekt unter vielen. Ist schon klar, dass wenn die Bevölkerung am Verhungern ist, zuerst Nothilfe-Programme durchgezogen werden. Solche Projekte wie das von mir beschriebene sind erst der nächste Schritt. Wenn Du darin keinen Sinn siehst, kann ich Dir auch nicht helfen.

Tienfung schrieb:Ich erinner gerne an die weissen Farmer.. Kaum warn sie aus dem Land gejagt ging Afrikas Kornkammer den Bach herunter... Die Leute warn zu unfähig 3 Felder Wirtschaft zu betreiben trozt laaanger Lehrzeit...
Zur 3-Felder-Wirtschaft hätte ich gerne eine Quelle. Ich nehme an, Du redest von Simbabwe?

Tienfung schrieb:In vielen Teilen Afrikas haben die Leute aber auch tagelang nix zu fressen oder sauberes Trinkwasser. Für ne unter 1 Euro Impfung gar nich von zu reden. Hat das nicht mehr Gewicht als Strom und Funknetze? Wofür Strom wenn ich täglich um Brot kämpfen muss?!
Du hast Dich in Deinem ersten Posting darüber beklagt, dass die Entwicklungshelfer jahrzehntelang keine Hilfe zur Informationsbeschaffung geleistet haben. Dann bleib gefälligst beim Thema. Hungerhilfe und Entwicklungsprojekte in Telekom-Infrastruktur sind zwei völlig verschiedene Dinge.

Tienfung schrieb:Also ich hätte damals mein altes Nokia 3310 gerne gespendet.
Kannst Du immer noch. Gibs einfach jemandem mit, der in ein afrikanisches Land reist, oder reise selbst hin. Ich kann nur für Tansania sprechen, aber dort wollen immer alle Einheimischen Dein Natel haben. Alter des Geräts ist egal, es muss nur funktionieren (und sonst wirds in irgendeiner Werkstätte vor Ort geflickt).

Tienfung schrieb:Die Wüste im Westen wo gelegentlich nur paar Touristen entführt werden brauch das sicher nicht.
Niger, das Land auf welches in dem Artikel mit den Handys Bezug genommen wird, ist in der "Wüste im Westen". Und ich bin gerade gegenteiliger Meinung: je weniger Menschen in einer Region wohnen, desto mehr sind sie auf das Handy angewiesen, da der staatliche Anreiz gering ist, solche Randregionen mit teurer Infrastruktur zu versorgen.

Tienfung schrieb:Simens und co hätten sich sicher auch gefreut wenn sie in Großaufträgen dort unten Leitungen und Funkatennen aufstellen dürfen. Aber das hätte sicher wieder für die Linken zuviel nach deutsche Koloniebemühungen ausgesehn. Und den Afrikanern selbst trau ich nicht wirklich zu..
Wenn Siemens nicht baut, tuts jemand anders. Kommt letztendlich nicht drauf an. Mit Kolonialismus hat das nichts zu tun, denn die Afrikaner wollen ja ein Mobilfunknetz. Und die Afrikaner werden es Dir sicher von Herzen danken, dass Du ihnen nichts derartiges zutraust. Warst Du schon mal in einem afrikanischen Land? Ich glaube nicht.

Tienfung schrieb:Schon klar das der wirtschaftliche Nutzen in Pulverform höher ist.
Für die Lebensmittelkonzerne auf jeden Fall.

Tienfung schrieb:Und die Rinder wärn wohl vorm ersten Mal melken schon geschlachtet.
Auf gar keinen Fall! Rinder sind viel zu kostbar, um sie einfach zu schlachten. Sie geben Milch, wenn auch nicht so viel. Ausserdem können sie Kälber produzieren Bei den Maasai wird zudem das Rinderblut als Nahrungsquelle benutzt. Bei Nomadenvölkern dienen Rinder überdies als Zahlungsmittel und fürs persönliche Prestige. Geschlachtet wird erst, wenns notwendig wird.
@tienfung
Zitat:Ich erinner gerne an die weissen Farmer.. Kaum warn sie aus dem Land gejagt ging Afrikas Kornkammer den Bach herunter... Die Leute warn zu unfähig 3 Felder Wirtschaft zu betreiben trozt laaanger Lehrzeit...
Mugabe ging es darum, alte Mitstreiter zu bestechen oder zu entlohnen - je nach Sichtweise.
Diese kannten sich natürlich nicht unbedingt mit Agrarwirtschaft aus.
Tatsächlich hat man während der Kolonialzeit im heutigen Zimbabwe gezielt die einheimische Bevölkerung von fruchtbaren Böden vertrieben und diese dann aus Europa kommenden Farmern gegeben. Das wird in Europa gerne übersehen.
Jedenfalls könnte dadurch die einheimische ackerbauliche Tradition mit all ihren Erfahrungswerten für mehrere Generationen gestört worden sein.
Ich habe auch neulich mal erlebt wie es ist wenn man im sich im Agrarbereich neu zurechtfinden muss - ich hab' nicht schlecht gestaunt als ich gesehen habe wie sich meine Kürbispflanzen ausdehnten, musste ein Mittel gegen ihren Mehltau-Befall finden und stellte fest das ich die Möhren zum Teil zu nah nebeneinander gesetzt hatte...
Tiger beschreibt ja recht anschaulich, welche Probleme neue Aufgaben mit sich bringen können.
Daraus kommt die Frage: hat Afrika den "Anti-Kolonial-Schock" überwunden?
Zitat: 21.08.2010, 13:00
Investorenstrategie
Anleger entdecken Afrika

Für viele ist der schwarze Kontinent Inbegriff für Armut, Korruption und Bürgerkrieg. Für manches Land trifft dies sicher zu. Doch Afrika hat auch eine andere Seite - und die birgt riesiges Wachstumspotenzial. Investoren sehen plötzlich mehr Chancen als Risiken.
....
Quelle bitte, würd ich gerne lesen.
sorry, vergessen - hier:
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/marktberichte/:investorenstrategie-anleger-entdecken-afrika/50154446.html">http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/mark ... 54446.html</a><!-- m -->
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.ftd.de/karriere-management/business-english/:business-english-south-africans-stake-claims-to-congolese-oil/50162963.html">http://www.ftd.de/karriere-management/b ... 62963.html</a><!-- m -->
Zitat:01.09.2010, 09:00

South Africans stake claims to Congolese oil
Exploration companies are vying for vast untapped resources
von William Wallis und Simon Mundy, Johannesburg
...
Zitat:Übergewicht in Afrika

"Früchte? So was essen Vögel"

Wenn man ein Sinnbild für das Elend Afrikas kennt, ist es das spindeldürre Biafra-Kind mit aufgeblähtem Bauch. Der Hungerkontinent hat aber auch andere Seiten: Die Afrikaner werden immer dicker.

weiter auf sueddeutsche.de

Erinnert irgendwie an Alfred Tetzlaff, wie er über den Hunger in der DDR philosophierte und Michaels Einwand, in der DDR hätte man eher mit Übergewicht zu kämpfen, mit "Das sind doch Hungerödeme!" konterte. :mrgreen:
Da hier auch länderspezifische Dinge gepostet werden, mal frei nach dem Motto "Afrika ist kein Land": wir haben inzwischen etliche Stränge zu einzelnen afrikanischen Nationen. Also schlage ich vor, dass in diesem Strang künftig nur noch allgemeine Diskussionen zu Afrika geführt werden.
Für länderspezifische Beiträge habe ich mal in den Tiefen dieses Unterforums herumgekramt und eine alphabetische Liste der Stränge zusammengestellt, die bereits existieren. Selbstverständlich dürfen zu den übrigen afrikanischen Nationen ebenfalls Stränge erstellt werden, sofern man darüber diskutieren möchte.

Ägypten
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Algerien
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Angola
<!-- l --><a class="postlink-local" href="http://forum-sicherheitspolitik.org/viewtopic.php?t=4638">viewtopic.php?t=4638</a><!-- l -->

Äthiopien
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Demokratische Republik Kongo
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Dschibuti
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Elfenbeinküste
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Gabun
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Ghana
<!-- l --><a class="postlink-local" href="http://forum-sicherheitspolitik.org/viewtopic.php?t=4688">viewtopic.php?t=4688</a><!-- l -->

Guinea
<!-- l --><a class="postlink-local" href="http://forum-sicherheitspolitik.org/viewtopic.php?t=4699">viewtopic.php?t=4699</a><!-- l -->

Guinea-Bissau
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Kenia
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Liberia
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Libyen
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Madagaskar
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Marokko
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Namibia
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Niger
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Nigeria
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Republik Kongo
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Rwanda
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Sambia
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Simbabwe
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Somalia
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Südafrika
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Sudan
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Togo
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Tschad
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Tunesien
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Uganda
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Zentralafrikanische Republik
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Zitat:27.02.2011, 14:19
Aufstiegschancen eines Kontinents
Afrika braucht einfach mehr Straßen

Mit mehr Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur könnte Afrikas Wirtschaft ihr Wachstum noch toppen. Jeder zweite Unternehmer des Kontinents macht die schlechten Verkehrswege für den schleppenden Aufstieg der Privatwirtschaft verantwortlich
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